Tagesdosis 21.2.2019 – Alte Geister, neue Geister: Antisemitismus, Islamophobie, Integration | KenFM.de

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21-02-19 12:36:00,

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Parallelgesellschaften und eine unbesetzte Bundesstelle.

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Tasten wir uns langsam heran. Beginnen wir mit einer kleinen Abwandlung aus Goethes Zauberlehrling:

Ach, da kommt die Meisterin!

Kanzlerin, die Not ist groß!Die ich rief, die Geister,Werd ich nun nicht los.

Ja, da schrecken sie hoch, schweißgebadet aus dem bösen Traum, taumelnd in die nüchterne Realität. Eine Großzahl von Wählern und Wählerinnen, die konsequent über die letzten Jahrzehnte einer eindeutigen und offensichtlichen deutschen Außenpolitik ihre Stimme, also ihr okay gegeben haben. Die unbewußt, oder vorsätzlich eine wechselnde Regierung bestätigt haben, deren fatale Politik alle grauenhafte Kriege seit 1990 unterstützt haben.

Blödsinn? Rüstungsexporte. Bundeswehr Auslandseinsätze, inkl. Beteiligung an Kriegseinsätzen. Air Base Ramstein, seit 2011 Flugleitzentrale für Drohnenangriffe der US-Luftwaffe in Afrika. Eher unbekannt die Rolle des Flughafen Leipzig: Seit dem 23. Mai 2006 lässt die US Army auch über den Flughafen Leipzig/Halle Passagierflüge für den regelmäßigen Truppenaustausch im Irak und in Afghanistan durchführen. Im Jahre 2009 war jeder vierte Passagier ein US-Soldat gewesen. (1)

Einen Großteil der Wähler interessierte das nicht. Krieg lief für vier Minuten bei der Tagesschau, für fünf Minuten im heute-journal. War weit weg. Die u.a daraus resultierenden schleichenden Prozesse gesellschaftlicher Veränderungen in diesem Land wurden sehr wohl wahrgenommen und hätten durch entsprechendes Wahlverhalten zumindest beeinflußt werden können.

Gemeinden, Städte, Regionen, die Bevölkerung arrangierte sich. Man meckerte, man staunte, aber Bürger handelten nicht. Obrigkeitshörig wird geduldet was negativ auffällt. Man lebt zusammen. Miteinander, aber oft eben nebeneinander.
Parallelgesellschaften.

Die Ereignisse von 2015 waren nicht vorhersehbar, sondern eine Entscheidung. Die Kritik vieler Bürger am Migrationspakt den Verantwortlichen egal, wie so vieles in den letzten Jahrzehnten. Das Volk duldete bekannter Weise, warum also diesmal vorher fragen?

Folgen des Versagens auf beiden Seiten lauten Missmut, Misstrauen, Vorwürfe, Beschuldigungen. Leidtragende sind die jeweiligen Opfer einer schlechten, nennen wir sie fahrlässigen Politik. Deutungshoheiten und Machtverhältnisse werden strategisch missbraucht, um den argumentativen Gegner zum Schweigen zu bringen.

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