Tagesdosis 6.12.2018 – Die Gelben Westen. Protest mit Potential? | KenFM.de

tagesdosis-6122018-8211-die-gelben-westen-protest-mit-potential-kenfm.de

06-12-18 12:16:00,

Dieser Artikel ist auch als kostenlose MP3 für Dich verfügbar!

Download MP3

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Der Startschuss dieser Bewegung aus Frankreich ist im Mai diesen Jahres zu verorten. Die in den Randgebieten von Paris, den sog. Banlieues, lebende Priscillia Ludosky ruft eine Petition ins Leben. Sie, die klassische Berufspendlerin, ist wütend auf die Regierung Macron. Der Grund: eine erneute Erhöhung der Benzinkosten, eine anvisierte Bahnreform, d.h. der erneute Griff des Staates in ihr mäßig gefülltes Portemonnaie. Innerhalb kürzester Zeit unterschreiben überraschend eine halbe Million Franzosen. (1)

Man vergleicht seine Probleme, kennt die täglichen Sorgen. Die Bürger vernetzen sich, partei- und gewerkschaftsunabhängig, über die klassischen modernen Wege, d.h. Facebook und Twitter und können so erste landesweite Aktionen erfolgreich koordinieren. Landesweite Teilnehmerzahlen bis zu einer halben Million zeigen erste Blüten einer neuen Protestgruppierung. Erkennungszeichen, die gelbe Weste. Diese ist Pflicht in französischen Autos.

Interessanterweise wurde die Erhöhung der Benzinpreise den Franzosen als schlechtes Gewissen indoktriniert. Dazu Pierre Levy: Die Regierung war entschlossen, die auf Kraftstoff, insbesondere auf Diesel erhobenen Steuern zu erhöhen. Sie wollte den Menschen damit ausdrücklich eine Änderung des Verhaltens und der Lebensweise verordnen – „Energiewende“ nennt sich das. Zwei von drei Franzosen sehen das jedoch etwas anders. Das sogenannte, freiwillig gewählte und glücklich machende „einfache Leben“ stellt sich langsam als das heraus, was es ist: ein Fake-Account der aufgezwungenen Sparmaßnahmen.(2)

Die Bewegung der Gelben Westen zeichnet sich vordergründig durch den Normalbürger aus. Geringverdiener mit Tendenz zum täglichen Überlebenskampf. Aus existentieller Verzweiflung, wandelte sich die Ohnmacht in Wut. Ein wachsender Anteil französischer Bürger will nicht mehr schlicht funktionieren, Vorgaben von staatlicher Seite kommentarlos ausführen. Man trifft sich mit Gleichgesinnten auf der Straße, um „den da oben“ lautstark mitzuteilen: es reicht. Schluss mit der Gängelung durch Gesetzesanordnungen eines abgehobenen Präsidenten.

Die inzwischen verfassten Forderungen können in einem Kommuniqué nachgelesen werden (Das französiche Original (3), die deutsche Übersetzung(4))

Die Gründe einer belastenden Lebenssituation für viele Franzosen liegen aktuell auch in der Wahl von Emmanuel Macron im Jahre 2017 und der daraus resultierenden Politik.

 » Lees verder

Licht vom Gelben Stern – Funken der Menschlichkeit in der Zeit des Holocaust | Magazin Info3

Licht vom Gelben Stern – Funken der Menschlichkeit in der Zeit des Holocaust | Magazin Info3

10-01-18 11:08:00,

Wir freuen uns, in der Reihe „Veranstaltungen zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“, organisiert vom Landtag in Rheinland-Pfalz, mit dem Buch „Licht vom Gelben Stern“ unseres Autors Robert O. Fisch beteiligt zu sein. Auszüge aus dem Buch des Autors, der heute über 90-jährig in Minnesota/USA lebt, werden gelesen von der Staatsschauspielerin Gaby Reinhardt, die sich seit Jahren für die Erinnerung an die jüdische Kultur in Deutschland engagiert. Die Übersetzerin Anne-Katrin Weise und Dr. Jens Heisterkamp vom Info3 Verlag werden einführende Worte sprechen.

Robert O. Fisch an seinem 91. Geburtstag. Foto: privat/Info3 Verlag

Der ungarische Jude Robert O. Fisch wurde 1944 als 19-Jähriger in seiner Heimatstadt Budapest von den Nationalsozialisten verhaftet. Er überlebte die Konzentrationslager Mauthausen und Gunskirchen und einen 55 Kilometer langen Todesmarsch. Später emigrierte er in die USA, lebte dort als Arzt, Maler und Schriftsteller. Zeitlebens war es ihm ein Anliegen, vor allem an jüngere Menschen seine Erfahrungen weiterzugeben. Die ihm wichtigste Botschaft lautet: Nicht Hass und Menschenfeindlichkeit, sondern die Liebe soll das letzte Wort behalten.

 

Eine deutschsprachige Auswahl seiner Erinnerungen an Lager und Todesmärsche ist im Info3 Verlag, Frankfurt am Main, erschienen.

Voranmeldung unter: post@buechergilde-mainz.de
oder Tel.: (06131) 22 23 40
Veranstaltende: Buchhandlung Erlesenes & Büchergilde
Mainz in Kooperation mit dem Verein für Sozialgeschichte
Mainz e.V. und der Stiftung „Haus des
Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz“

 
Ich mag Info3  » Lees verder