Geopolitik und Brüderschaften des Westens

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03-09-20 09:57:00,

Die Geopolitik des britischen Weltreichs und seines Nachfolgers, des US-amerikanischen Imperiums, sind in ihren Zielen und Methoden nicht leicht zu durchschauen. Denn die amtierenden Regierungen waren und sind vielfach nur Ausführende dessen, was in hinter den Kulissen wirkenden geheimen, sehr mächtigen und einflussreichen Brüderschaften beschlossen wird. Der vielfach verkannte Rudolf Steiner hat Anfang des vorigen Jahrhunderts mit seinen geisteswissenschaftlichen Methoden diese geheimen Zirkel intensiv erforscht. Angelika Eberl ist mehreren seiner Erkenntnisse und daraus resultierender Voraussagen nachgegangen, die sich alle bewahrheitet haben. (hl.)

 Ein Gastbeitrag von Angelika Eberl

1. Im Vortrag vom 4. Dezember 1916 (GA 173a) sprach Rudolf Steiner allgemein von gewissen „okkulten Bruderschaften des Westens“ in Großbritannien mit weitreichenden Zielsetzungen.

Sie dächten in langen Zeiträumen und hätten eine Weltherrschaft der Englisch-sprechenden Völker  zum Ziel. Im Vortrag vom 26. Dezember 1916 in Dornach sagte er, „daß in den heranwachsenden und namentlich seit Jakob I. besonders groß werdenden okkulten Bruderschaften seit Jahrhunderten wie eine selbstverständliche Wahrheit gelehrt worden ist, daß an die „angelsächsische Rasse“ – so sagt man eben in diesem Zusammenhange, … – alle Weltherrschaft der fünften nachatlantischen Zeit übergehen müsse.“ 1

Eine Geheimgesellschaft zum Erhalt und Ausbau des British Empire wurde tatsächlich von Cecil Rhodes gegründet. Seine „Society of the Elect“ bestand Ende 1891 aus ihm selbst, W. T. Stead, Reginald Brett (Lord Esher), Arthur Balfour, Albert Grey, Lord Selborne und Alfred Milner.2 Lord Esher stand in engem Kontakt zum Kronprinzen und späteren König Edward VII, der wesentlich dazu beitrug, die Entente Cordiale zwischen England und Frankreich zustande zu bringen. 

Der Historiker John P. Cafferky schreibt in „Lord Milner’s Second War“ im 4. Kapitel, wie die Milner-Gruppe Sir Charles Hardinge und Sir Edward Grey ins britische Außenministerium hineinbringen:
„Mit Rückendeckung durch den König wurde Hardinge zuerst stellvertretender Unterstaatssekretär im Außenamt, dann Botschafter in St. Petersburg. … 1906 hatte Hardinge das Außenamt übernommen, indem er die Position eines ständigen Unterstaatssekretärs errang… Die Milner-Gruppe beendete ihre Übernahme des Außenministeriums schließlich im Dezember 1905 durch die Ernennung von Sir Edward Grey zum Außenminister.“ 3
Die zentrale Figur in dieser Geheimgesellschaft war Alfred Milner. Er war „optimal vernetzt“, wie man heute sagen würde, das heißt, er beeinflusste weitere Kreise und an ihm kann man beispielhaft beobachten, wie der Einfluss eines Mitglieds einer okkulten Bruderschaft die anglo-amerikanischen Eliten „lenkte“.

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Geopolitik: Der große Rückzug der USA | www.konjunktion.info

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26-06-20 04:35:00,

Soldaten - Bildquelle: Pixabay / Defence-Imagery; Pixabay Lisence

Soldaten – Bildquelle: Pixabay / Defence-Imagery; Pixabay Lisence

In der letzten Woche ist etwas Außergewöhnliches passiert: Taro Kono, Japans Verteidigungsminister, kündigte an, dass die japanische Regierung ihren Plan, ein neues, mehrere Milliarden Dollar teures Raketenabwehrsystem zu stationieren, aufgeben werde. Tokio hatte sich 2017 verpflichtet, den Kriegstreibern von Lockheed Martin das Aegis-Ashore-System abzukaufen, d.h. just zum Höhepunkt der Hysterie bzgl. der Raketenprovokationen Nordkoreas. Doch Kono hat die Pläne unter Berufung auf Budget- und Zeitüberschreitungen für unbestimmte Zeit “auf Eis gelegt”.

Was diese Ankündigung so ungewöhnlich macht, ist, dass sie alle überrascht hat. Nicht nur die Gouverneure der Präfekturen, in denen das System aufgebaut werden sollte – die laut Kyodo News erst in letzter Minute per Telefonanruf über die Planänderung informiert wurden -, sondern auch die US-Regierung, die laut Nikkei Asian Review nicht vorzeitig über die Entscheidung informiert wurde.

Japan hat damit ohne Vorwarnung einen Multimilliarden-Dollar-Vertrag im Verteidigungsbereich mit einem wichtigen US-Auftragnehmer platzen lassen. Da scheint die Frage “Was geht hier vor sich?” mehr als gerechtfertigt zu sein…

Für diejenigen, die sich nicht mit Geopolitik und Militärangelegenheiten im asiatisch-pazifischen Raum befassen, klingt dies vielleicht nicht nach dem Außergewöhnlichsten, was im Jahr 2020 passieren wird – und, um fair zu sein, angesichts des Jahres, das wir gerade erleben, ist es das vielleicht auch wirklich nicht. Aber das Militärbündnis zwischen Japan und den USA ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs das Rückgrat der Sicherheitsordnung im asiatisch-pazifischen Raum, und die Vorstellung, dass Japan eine solch monumentale Entscheidung einseitig trifft, ohne seine US-amerikanischen Gegenspieler vorher auch nur zu informieren, wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen. Doch diesmal ist es anders.

Tatsächlich geht es nicht nur um den asiatisch-pazifischen Raum. Von Europa über den Nahen Osten bis nach Südamerika vollzieht sich ein außerordentlicher Wandel, der die Macht und den Einfluss der USA rund um den Globus schwinden sieht. Ist die Ära der “Pax Americana” nach dem Zweiten Weltkrieg also wirklich vorbei? Und wenn ja, was bedeutet das für die Zukunft der globalen Geopolitik?

Um diese Frage besser zu verstehen, werfen wir einen Blick auf einige der unglaublichen Geschichten, die unter dem öffentlichen Radar bleiben, während die Amerikaner sich mit dem Streit um die Werbefigur eines Pfannkuchensirupherstellers (Aunt Jemima) beschäftigen.

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Syrienkrieg: Geopolitik und Medien

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02-03-20 01:30:00,

Zu den geopolitischen und medialen Hintergründen des Syrienkriegs.

Syrien: Situation im Februar 2020

Worum geht es beim Syrienkrieg?

Entgegen der Darstellung in westlichen Medien ist der Syrienkrieg kein Bürgerkrieg, denn die Initianten, Finanziers und ein Großteil der regierungsfeindlichen Kämpfer stammen aus dem Ausland.

Der Syrienkrieg ist auch kein Religionskrieg, denn Syrien war und ist eines der säkularsten Länder der Region, und die syrische Armee besteht – wie ihre direkten Gegner – selbst überwiegend aus Sunniten.

Der Syrienkrieg ist aber auch kein Pipelinekrieg, wie manche Kritiker vermuteten, denn die angeblich konkurrierenden Gaspipeline-Projekte existierten in der kolportierten Form nicht.

Der Syrienkrieg ist stattdessen ein Eroberungs- und Regimewechsel-Krieg, der sich zu einem geopolitischen Proxykrieg zwischen NATO-Staaten – insbesondere den USA, Großbritannien und Frankreich – auf der einen sowie Russland, Iran und China auf der anderen Seite entwickelte.

Tatsächlich versuchten die USA bereits seit den 1940er Jahren wiederholt, in Syrien eine pro-westliche Regierung zu installieren, so 1949, 1956, 1957, nach 1980 und nach 2003 – bisher jedoch ohne Erfolg. Seit dem Libyenkrieg ist Syrien damit das letzte von der NATO unabhängige Mittelmeerland.

Im Zuge des »Arabischen Frühlings« von 2011 versuchten es die NATO und ihre Verbündeten, insbesondere Israel und die Golfstaaten, deshalb erneut. Dazu sollten politisch und ökonomisch motivierte Proteste in Syrien genutzt und rasch zu einem bewaffneten Konflikt eskaliert werden.

Die ursprüngliche Strategie der NATO von 2011 war es – ähnlich wie im Afghanistankrieg der 1980er Jahre – Syrien hauptsächlich durch positiv dargestellte islamistische Milizen (»Rebellen«) zu erobern. Dies gelang jedoch nicht, da den Milizen eine Luftwaffe und Flugabwehrraketen fehlten.

Ab 2013 wurden deshalb verschiedene Giftgasangriffe inszeniert, um – ähnlich wie zuvor in Libyen und Jugoslawien – die NATO-Luftwaffe im Rahmen einer »Humanitären Intervention« einsetzen zu können. Dies gelang jedoch auch nicht, insbesondere da Russland und China ein UNO-Mandat blockierten.

Ab 2014 wurden deshalb zusätzlich negativ dargestellte islamistische Milizen (»Terroristen«) über die NATO-Partner Türkei und Jordanien verdeckt aufgebaut, mit Waffen und Fahrzeugen versorgt und durch Erdölexporte über das türkische Ceyhan-Terminal finanziert.

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Geopolitik: Warum die EU international bedeutungslos wird, aber Russland und China Erfolge feiern | Anti-Spiegel

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24-10-19 02:04:00,

Die internationale diplomatische Reputation der EU fällt ins Bodenlose. Das Verhalten der EU wird dazu führen, dass sie auf dem internationalen diplomatischen Parkett nicht mehr ernst genommen wird.

Um zu verstehen, wie sich die diplomatischen Bemühungen der internationalen Machtblöcke unterscheiden, müssen wir erst einmal auf die anderen Machtzentren schauen, um zu verstehen, wie sich die EU dabei von anderen unterscheidet.

Russland und China setzen konsequent auf gleichberechtigte Koorperation. Russland erntet in diesen Tagen die Erfolge seiner diplomatischen Geduld. Egal, ob es die Einigung zum Thema Syrien ist, die inzwischen sehr guten Beziehungen zu den Golfstaaten, die in Washington für einige Kopfschmerzen sorgen dürften oder das russische Verhältnis zu den afrikanischen Ländern, deren Staats- und Regierungschefs sich derzeit in Sotschi aufhalten, um am ersten russisch-afrikanischen Gipfel teilzunehmen. Russland ist diplomatisch weltweit auf dem Vormarsch, weil es konsequent einer einfachen Linie folgt: Es mischt sich nicht in die inneren Angelegenheiten der anderen Länder ein, es behandelt niemanden von oben herab, sondern respektiert auch die Interessen kleinerer Länder, es schließt Partnerschaften auf Augenhöhe, ohne Druck auszuüben und im Ergebnis ist Russland inzwischen auch als Vermittler bei Krisen hochgeachtet.

Das gleiche gilt für China. Mit seinem Projekt der neuen Seidenstraße bietet es massive Investitionen in anderen Ländern an und schließt so Partnerschaften, die nicht auf Ausbeutung angelegt sind, sondern auf Partnerschaft und von denen alle Beteiligten am Ende profitieren. Trotz enormen Druckes aus Washington sind selbst EU-Länder inzwischen bereits Partner von China bei dem Projekt, weil es auf dem Win-Win-Prinzip basiert.

So sehr die westlichen Medien Russland und China auch als despotische Länder zu verteufeln versuchen, die Erfolge geben den Ländern recht und immer mehr Staaten fühlen sich bei einer Zusammenarbeit mit Russland und China besser aufgehoben. Der Grund dafür liegt in der Politik des Westens.

Die Globalisierung schadet den armen Ländern und abgesehen davon, dass sie es nicht schön finden, wenn sie als Müllhalden für den Konsummüll der westlichen Länder missbraucht werden, haben sie es auch satt, dass der Westen ihnen vorschreiben will, wie sie zu leben haben. Und anstatt mit den Ländern auf Augenhöhe zu verhandeln und ihre Interessen und Wünsche ernst zu nehmen, droht der Westen mit Sanktionen.

Das ist die Politik der USA,

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Geopolitik: Das Pulverfass Kaschmir | www.konjunktion.info

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12-08-19 10:17:00,

Dass unsere Hochleistungspresse selektiv berichtet, gerne wichtige Fakten außen vorlässt oder schlichtweg einmal falsche Bilder nutzt, um das gewünschte Narrativ transportieren zu können, ist zahlreich belegt. Die Krise im Kaschmir bildet hier keine Ausnahme. Oder fühlen Sie sich ausreichend informiert, was den Konflikt in der Grenzregion Indien, Pakistan und China anbelangt?

Vor über einer Woche kam es zu einer ominösen Entscheidung der indischen Regierung, als man dem halbautonomen Bundesstaat Jammu und Kaschmir im Norden Indiens seinen Sonderstatus aberkannte. Konnte man bislang eigene Gesetze in und für sein Gebiete erlassen, wie das Kaufverbot für Inder anderer Bundesstaaten in der Region Immobilien zu erwerben, ist dies nun passé. Tatsächlich ist es sogar so, dass die Einwohner Kaschmirs nicht einmal mehr im Bundesstaat Jammu und Kaschmir leben; sie sind nun Einwohner der zwei Bundesstaaten umfassenden neu geschaffenen Union Territories namens Jammu und Kaschmir bzw. Ladakh.

Jetzt wird sich der eine oder andere Leser fragen, was interessiert mich ein Grenzkonflikt bzw. eine Auflösung eines Sonderstatus in Kaschmir? Diese Frage ist einfach zu beantworten. Denn diese Region ist eine der militarisiertesten und volatilsten geopolitischen Bruchlinien der Welt. Daher lohnt sich ein detaillierter Blick:

1. Die rechtliche Perspektive

Narendra Modi - Bildquelle: Wikpedia / Narendra Modi, Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 2.0 generisch“Narendra Modi - Bildquelle: Wikpedia / Narendra Modi, Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 2.0 generisch“

Narendra Modi – Bildquelle: Wikpedia / Narendra Modi, Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 2.0 generisch“

Die Abschaffung der Privilegien des halbautonomen Bundesstaates Jammu und Kaschmir verändert nicht nur das Regieren von Ort, sondern hat massiven Einfluss auf Gesamtindien und seine Politik. Amit Shah, der indische Innenminister und die rechte Hand des Premierministers Narendra Modi, hatte bereits am Montag letzter Woche dem Parlament einen spezielle Präsidentenerlass vorgelegt, der die Passagen in der indischen Verfassung bzgl. des Status der Region Jammu und Kaschmir novellierte. Dieser Schritt folgte kurz nach der Annahme des Jammu and Kaschmir Reorganisation Bill 2019, der diesen Bundesstaat in zwei Union Territories aufspaltet, die dann allein unter der Kontrolle und Verwaltung der indischen Regierung stehen.

Um die Gemengelage und “Gefühlswelt” zu verstehen, die ein solcher Schritt auslöst, ist ein Blick in die Geschichte Indiens von Nöten. Bis 1947 war Jammu und Kaschmir ein Teil des Britischen Empires in Indien. Als Großbritannien den Subkontinent verließ, planten die damaligen Herrscher von Jammu und Kaschmir unabhängig sowohl von Pakistan als auch von Indien bleiben zu wollen.

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