Die gläserne Gesellschaft

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24-07-19 09:48:00,

In Zukunft wird es für den Menschen sogar noch bequemer. Dank dem Internet der Dinge sollen Computer möglichst unsichtbar in das alltägliche Leben integriert werden. Mark Weiser, der diese Idee erstmals erwähnte, fantasierte in einem Aufsatz aus dem Jahr 1991 über hilfreiche Technologien, die sich im Alltagsgewebe nicht mehr als solche erkennen lassen. Damals gab es, wohlgemerkt, die Möglichkeiten von drahtlosem Netzwerk noch gar nicht.

Heutzutage ist die Rede von Ambient-Assisted-Living, also einem Haushalt, der über Vorräte im Kühlschrank bestimmt und sowohl Geräusche als auch Laufwege zur Effizienzsteigerung weiterer Geräte aufzeichnet. Dass hierbei sehr private Daten erhoben werden, die schließlich nicht nur der Technologie, sondern auch dem Hersteller und somit Dritten zur Verfügung stehen, wird in der öffentlichen Darstellung selten erwähnt (2, 3).

Mit all den stark beworbenen technischen Zusatzmodulen wie Fitnessarmbändern, Kundenkarten, Smart-TV, Smartphone und unzähligen weiteren Diensten im Internet, zwingt sich der Bürger in ein gläsernes Selbst. Fraglich ist jedoch, welche Gefährdung von der zunehmenden Datensammlung für die Autonomie des Einzelnen ausgeht. Hinzu kommt die Kontroverse, inwieweit an einer Vernetzung des Alltags festzuhalten ist oder ob sich der Mensch damit sogar freiwillig in ein panoptisches Gefüge begibt — dazu später mehr. Bei diesen Leitfragen gilt es, keinen Skeptizismus zu streuen oder Panikmache zu betreiben, sondern durch eine hohe Vielfalt an fundierten Ausarbeitungen und wissenschaftlichen Stimmen aussagekräftige Kritik festzuhalten.

Ein gleichnamiges Kapitel findet sich im Essay Die Industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft von Theodor Kaczynski, das die Washington Post und die New York Times erstmals am 19. September 1995 abdruckten. Kaczynski — Mathegenie, Harvardabsolvent, Mathematikprofessor und Bombenattentäter — verschaffte sich in der Öffentlichkeit Gehör durch selbstgebaute Bomben, mit denen er im Zeitraum von 1978 bis 1995 drei technikaffine Menschen tötete und 23 weitere verletzte. In seinem Manifest rief er zum Widerstand gegen die zunehmende Technisierung der Gesellschaft auf.

Sein Gedankengang bezüglich Einzelinnovationen stellt für diesen Artikel einen nennenswerten Ansatz dar: Kaczynski zufolge scheinen Erfindungen wünschenswert, wenn sie einzeln betrachtet werden. Beispielhaft sind Elektrizität, motorisierte Fortbewegung und schnelle Kommunikationsmittel zu nennen (4, 5). Er schlussfolgerte zutreffend: „Wie könnte man diese Dinge oder andere der unzähligen technischen Fortschritte ablehnen, die die moderne Gesellschaft entstehen ließ” (6)?

Somit präzisiert diese Aussage nochmals den Ausgangspunkt dieses Artikels. Denn es existieren unfassbar viele Entwicklungen, die seit dem Ende des 20.

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Gesellschaft im Umbruch: Das Humankapital braucht Solidarität | KenFM.de

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07-06-19 09:09:00,

Psyche kaputt, Rückgrat gebrochen: Der Mensch geht als Humankapital in der Verwertungsgesellschaft zugrunde. Solidarität ist eine alte Medizin, mit der er die Krankheit behandeln kann.

Von Gunther Sosna.

Das Benzin heutiger Wichtigkeit ist die Übertreibung. Also hinein mit dem populistischen Brennstoff in das Feuer der gesellschaftspolitischen Debatte. Es geht um das „Links sein“, den optimierten Selbstausbeuter und das kranke System.

Der Idealtyp des modernen westlichen Menschen sucht in der Verwertungsgesellschaft nach der Behaglichkeit einer kaum bezahlbaren Wohnung im Szeneviertel von Berlin, Wien oder Paris. Er träumt vom einem mit Vegan-Food gefüllten Solarkühlschrank und gibt sich zufrieden mit einem prekären Job in einem kreativen Start-up mit freundlichem Chef und miesem Gehalt.

Diesen Hafen der sozialen Unsicherheit steuert er Tag für Tag und bei Wind und Wetter in Dankbarkeit und ökologisch korrekt per Fahrrad an, um sich bei einer Tasse Bachblütentee in der unbezahlten Mittagspause mit gleich gestrickten Selbstausbeutern [1] einzureden, er würde sich durch diese Krümel vom Gabentisch des Kapitals von den ökonomisch abgehängten Schichten, die als Zahlenwert in der Armutsstatistik verschwinden, signifikant unterscheiden.

Begünstigt wird sein Handeln durch eine irrationale Kultur der Verantwortungslosigkeit, die den Homo sapiens geschickt von jeder Schuld befreit hat, ihn durch Wettbewerb und Leistungsdruck isolierte und zum Befehlsempfänger degradierte, um ihn mit der Knute der Erwerbsarbeit zu einem devoten Ja-Sager zu optimieren, der unfähig ist, sich mit anderen Klassen zu solidarisieren, um gemeinsam für übergeordnete Ziele zu kämpfen.

Er lechzt nicht nach Leben, sondern strebt nach kargem Dasein. Seine Schaffenskraft nutzt er zur Deckung bescheidenster Ansprüche und befriedigt ohne Murren durch seine Maloche beständig und doch erfolglos die unstillbaren Gelüste der Besitzenden [2] und fühlt sich gut dabei, weil er sagen darf: „Ich arbeite für … “ Für Google, Facebook, YouTube oder für was eigentlich? Man arbeitet für Menschen, die einen Namen haben und davon profitieren, dass für sie gearbeitet wird. Verkürzt betrachtet handelt es sich um ein klassisches Modell der Ausbeutung.

Die Abgrenzung zum Arbeiter

Die Besitzverhältnisse definieren den Unterschied. Diese banale Erkenntnis ist fundamental für eine politische Linke, die in logischer Konsequenz die herrschenden Verhältnisse als Problem ausmacht und überwinden will. Das nennt sich Klassenkampf.

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Die syrische Gesellschaft und der Laizismus, von Thierry Meyssan

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15-05-19 02:32:00,

Vor dem Krieg war die syrische Gesellschaft bekenntnisneutral organisiert, um die Mannigfaltigkeit ihrer zahlreichen religiösen Gemeinschaften zu ermöglichen. Alle Syrer haben unter den Gräueltaten (für die heute die Europäer die Arabische Republik Syrien verantwortlich machen) der Dschihadisten gelitten. Viele von ihnen haben sich dann Gott zugewendet. Die Religionsausübung ist von etwa 20 % auf 80 % gestiegen. Die von Rom abhängige christliche Gemeinschaft ist weitgehend ausgewandert, während die Orthodoxen geblieben sind. Die sunnitischen Muslime sind jetzt die grosse Mehrheit. Paradoxerweise bezeichnen heute manche ihrer Imame, die die Rhetorik von Daesch und den Widerstand des Landes vergessen haben, die Bekenntnislosen als Feinde.

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Ein jüdischer, christlicher und muslimischer Wallfahrtsort: das Mausoleum von Johannes dem Täufer in der Moschee der Umayyaden von Damaskus.

Der sunnitische General Hassan Turkmani hatte bei der Verteidigung von Syrien auf seine Einwohner gesetzt [1]. Ihm zufolge sollte es möglichs sein, sich gemeinschaftlich umeinander zu kümmern und jede Gemeinschaft mit ihren besonderen kulturellen Beziehungen zu nutzen, um das Land zu verteidigen.

Es war nur eine Theorie, aber wir haben nun feststellen können, dass sie richtig ist. Syrien hat den Sturm der umfassendsten Koalition der Menschheitsgeschichte überlebt, wie es zu römischen Zeiten die Punischen Kriege überlebt hatte.

« Carthago delenda (est)» (Karthago ist zu zerstören [2]), sagte Cato, « Baschar muss weg! » fügte Hillary Clinton hinzu.

Diejenigen, die noch immer hoffen Syrien zu zerstören, wissen jetzt, dass sie vorerst sein religiöses Mosaik zerstören müssen. Sie diffamieren daher die Minderheiten und spornen gewisse Elemente der mehrheitlichen Gemeinschaft an, ihre Religion den anderen aufzudrängen.

Es ist bekannt, dass Syrien eine lange Tradition des Zusammenlebens zwischen den Religionen hat. Im dritten Jahrhundert lehnte sich Königin Zenobia gegen die westlichen Tyrannei des römischen Reiches auf, und ergriff die Leitung der Araber von Arabien, Ägypten und der Levante und machte Palmyra [3] zu ihrer Hauptstadt. Sie bemühte sich nicht nur um die Förderung der Kunst, sondern auch um den Schutz aller religiösen Gemeinschaften.

Wir haben in Frankreich, im 16. Jahrhundert, schreckliche Religionskriege zwischen den beiden Zweigen des Christentums, dem Katholizismus und dem Protestantismus, erlebt. Bis zu dem Zeitpunkt, als der Philosoph Montaigne zwischenpersönliche Beziehungen konzipierte, die uns allen erlauben,

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Gespaltene Gesellschaft

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27-04-19 09:31:00,

Ein schreckliches Bild ging die letzten Tage um die Welt. Und darauf zu sehen war: Notre-Dame in Flammen. Das Volk, das seit Monaten gegen die neoliberale Politik Macrons streikt, steht still und ist zutiefst erschüttert. Ein so geschichtsträchtiges und tief verankertes Wahrzeichen der französischen Kultur brennt und stürzt halb in sich zusammen. Ein Land in Trauer.

Kurz darauf — binnen weniger Stunden — wird durch großzügige Spender („Frankreichs Superreiche“ — wie es in der Presse heißt) knapp eine Million Euro für den Wiederaufbau des Gebäudes zusammengetragen. Der Plan ist nun, die Kathedrale innerhalb von fünf Jahren wiederaufzubauen.

Die vorangegangene Trauer schlägt dadurch rasch in Entrüstung und Empörung um. Das Geschrei ist groß: „So viel Geld für ein Bauwerk? Und was ist denn mit den hungernden Menschen auf der Welt? Warum wird das Geld nicht dort investiert, wo Menschen es nicht nur zum Leben, sondern zum blanken Überleben benötigen?“

Zum einen verurteilen die Empörten, dass eine so horrende Summe für ein Gebäude ausgegeben wird. Zum anderen stellen sie die Frage, wer durch diesen Brand am Schluss sogar Profit zu schlagen versucht. Ist es Macron? Sind es die „Superreichen“? Ist es gar das französische Volk oder die Gelbwesten? Fragen über Fragen, Meinungen über Meinungen. Die Diskussion ist in vollem Gange.

Aber ist es nicht komplette Energieverschwendung, sich an einer solchen Debatte zu beteiligen?

Seien wir mal ehrlich: Von der ungleichen und ungerechten Verteilung des Geldes auf unserem Planeten weiß doch wohl jeder von uns. Das Problem unserer Welt ist nicht die Tatsache, dass nicht genügend Geld vorhanden ist, damit allen Menschen die nötigsten Grundnahrungsmittel zur Verfügung stehen; oder dass sie zumindest ihre Grundbedürfnisse erfüllen können. Das Problem unserer Welt ist das System hinter den Kulissen.

Jeden Tag wird noch viel mehr Geld für viel sinnlosere Sachen ausgegeben. Nur treten dies die herrschenden Medien in den meisten Fällen nicht breit oder lassen es bewusst unerwähnt — wie die deutschen Beispiele Stuttgart 21 und der Berliner Flughafen zeigen. Dort werden täglich absurde Summen in den Satz gesetzt, die mit Sicherheit an anderen Stellen dringender gebraucht würden.

Nun geht es vielen Menschen um das Thema „Hungersnot“. Berechtigterweise!

Dass in der heutigen Welt immer noch so viele Menschen verhungern und verdursten, obwohl die Mittel dagegen vorhanden sind — und oft nur nicht an der nötigen Stelle eingesetzt werden —,

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Die narzisstische Gesellschaft

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16-02-19 10:03:00,

Seinen wohl sichtbarsten Ausdruck findet das wachsende Bedürfnis zu narzisstischer Selbstdarstellung der eigenen Person gegenwärtig in den sozialen Medien des Internets. Der Narzissmus des einzelnen Menschen muss aber immer auch in Beziehung zu den ihn umgebenden gesellschaftlichen Zusammenhängen untersucht sowie dem jeweiligen kulturellen und politischen Hintergrund gesehen werden. So wurde kürzlich in einer repräsentativen Befragung der Zusammenhang von „Parteipräferenz und Narzissmus“ ermittelt. Die im Oktober 2018 veröffentlichte Studie erbrachte ein interessantes und für so manchen Betrachter sicherlich zum Teil auch unerwartetes Ergebnis. Doch was genau ist eigentlich Narzissmus? Wodurch zeigt er sich? Und wie konnte er zu einer den einzelnen Menschen sowie die gesamte Gesellschaft prägenden Erscheinung werden?

Bei der Behandlung psychischer Probleme habe er – schreibt Alexander Lowen – in den letzten Jahrzehnten seiner ärztlichen Tätigkeit bei seinen Patienten „eine ausgeprägte Veränderung“ festgestellt: Die klassischen Neurosen früherer Jahre, „die sich in lähmenden Schuldgefühlen, Ängsten, Phobien oder Zwangsvorstellungen manifestierten“, seien immer weniger geworden. Zugleich habe aber die Anzahl von Patienten stetig zugenommen, die in seine Praxis kommen und „über Depressionen klagen“, die „einen Mangel an Gefühl, eine innere Leere, ein tiefes Empfinden von Frustration und Unerfülltheit“ beschreiben (1).

In der Regel handelt es sich dabei – so Lowen – um egoistische, auf ihre eigenen Interessen ausgerichtete Menschen, denen es aber zugleich an einem soliden Selbstgefühl mangelt, und die ihr Dasein oftmals nur noch als leer und sinnlos erleben können. Ausgesprochen wichtig ist ihnen jedoch der Eindruck, den sie auf andere Menschen machen, die Wirkung, die sie auf ihre soziale Umwelt ausüben. In ihrer Arbeit sind sie, trotz ihrer inneren Leere und ihrem Mangel an Gefühl, meist auch sehr erfolgreich und wirken oft sogar als „zu tüchtig, zu mechanisch, zu perfekt, als daß sie menschlich sein könnten. Sie funktionieren eher wie Maschinen als wie Menschen“ (2).

So fällt es ihnen auch leicht, persönlich Eindruck zu machen, und ihre „meisterhafte Fähigkeit, die Feinheiten der Selbstdarstellung zu handhaben“, kommt ihnen im Berufsleben immer wieder zugute (3). Es sind Menschen, bei denen „zwischen der Art, wie sie in der Welt funktionieren, und dem, was in ihnen vor sich geht, eine Spaltung besteht“ (4).

Lowen sieht in dieser Art von Persönlichkeitsstörung, die er als Narzissmus bezeichnet, eine für die heutige Zeit typische Erscheinung, mit der nicht nur der individuell-psychische Zustand vieler Menschen beschrieben werden kann,

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Die kranke Gesellschaft

Die kranke Gesellschaft

10-07-18 09:22:00,

Angst als die existenzielle Grundbefindlichkeit des Menschen lässt unser Dasein unsicher, zerbrechlich und kostbar erscheinen. Weil das Leben tödlich endet und das jederzeit der Fall sein kann, sind wir ständig bedrohte Wesen, auf der Suche nach Schutz, Halt und Geborgenheit. Aus dieser Tatsache geht all unsere Kreativität hervor: Angst macht nachdenklich und lässt Bewusstsein entstehen, macht erfinderisch, um unsere Not zu lindern, und lässt uns zu Sehnsüchtigen werden, die sich mit Schönheit trösten.

Doch Angst steht auch am Anfang aller Verirrungen und Störungen unseres Seelenfriedens und unserer Klarheit: Sie kann uns in den Wahnsinn treiben, körperliche Beschwerden und Krankheiten aller Art verursachen, und sie ist der Antrieb hinter jeder Gewalt, jeder Sucht und jeder Verdrängung, die dann als Trauma wiederkehren.

Durch die in der Angst subjektiv erlebbare Todesnähe ist sie im Grunde auch das leitende Schlüsselsymptom jeder psychosomatischen Erkrankung, ja womöglich jeder Störung des inneren Gleichgewichts.

Sie mag uns ebenso veranlassen – sobald eine akute Attacke vorüber ist –, über die Bedeutung einer bestimmten angstauslösenden Situation nachzudenken, das heißt, darüber wie die Angst zu einer dramatischen existenziellen Erschütterung werden kann, die uns in einem verfehlten Leben zur Besinnung und Umkehr ruft und letztlich Kraft zum Handeln freisetzt.

Das ist die eigentliche, existenzielle Dimension der Angst und der Unruhe: sein Leben nicht gelebt zu haben, die unbewusste, dunkel zu erahnende Entfremdung vom Selbst, die zuerst nur irritiert. Bleibt sie jedoch unberücksichtigt, wird sie mit der Zeit immer gravierender und manifestiert sich als verstörendes, chronisches Symptom. Die Angst bleibt dem Menschen zeitlebens als Warnsignal und Frage, ob er sich im Einklang mit seinem Wesen und seinen ureigenen schöpferischen Möglichkeiten befindet.

Je bewusstloser die Angst den Einzelnen zurücklässt, je erschreckender und bedrohlicher sie ihm erscheint, desto klarer zeigt sie den Grad der Entfremdung von einem selbstbestimmten Leben an.

Schon die ersten überlieferten Erklärungsversuche der Welt und jener „Gottheiten“, die diese Welt hervorgebracht zu haben und ihre Geschicke zu lenken schienen, waren Versuche, diese Angst zu bannen. Die Menschen suchten nach Deutungen und Gründen für das Unbegreifliche. Aus der Quelle unserer Angst vor dem Nichts, des quälend erlebten Nichtwissens, woher wir kommen, wer wir sind und wohin wir gehen, haben sich auch Philosophie und Religion, die Künste und alle Wissenschaften entwickelt.

Alle ernsthaften Überlegungen und Bemühungen des Menschen,

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