Gesundheitsschädigende Politik zu Macht- und Gewinnzwecken | Von Christian Kreiß | KenFM.de

08-03-21 01:52:00,

Was wir aus der Geschichte lernen können.

Ein Standpunkt von Christian Kreiß.

Fragestellung

Unter dem Vorwand, für den Freihandel einzutreten, wurden im 19. Jahrhundert Millionen von Menschen bewusst und sehenden Auges in gesundheitlichen Ruin und einen elenden Tod geschickt. Dadurch schlugen die Drahtzieher zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen gab es riesige Unternehmensgewinne. Zum anderen wurde die ökonomische und soziale Basis des Opfer-Landes nachhaltig ruiniert und insbesondere dessen Elite über Generationen schwach und willenlos gemacht. Damit wurde das Land leicht regierbar und konnte vergleichsweise einfach als Kolonie ausgebeutet werden.

Was können wir daraus lernen? Gesundheit bewusst ruinieren kann ein sehr erfolgreiches Konzept sein. Man kann damit zum einen riesige Gewinne schaufeln und ungeheuer reich werden. Zweitens kann man dadurch seine politische Macht erhöhen. Wir können drittens daraus lernen, dass man andere, edlere Gründe für sein Vorhaben vorschieben und von den eigentlichen Absichten tunlichst ablenken sollte. Und viertens: Man muss vor allem die führenden gegnerischen Köpfe ausschalten, von denen der Hauptwiderstand kommen könnte. Dieses bewährte Erfolgskonzept lässt sich auch heute gut anwenden.

Der Opiumkrieg zwischen Großbritannien und China 1840-1842

In der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts wurde Opium das wichtigste Exportgut Großbritanniens nach China. In der britischen Kolonie Indien wurde Mohn angebaut und zu Opium verarbeitet. Dann wurde es durch britische Kaufleute mit „fabelhaften Gewinnen“ nach China verkauft. Obwohl der Opiumkonsum in China offiziell verboten war, sorgten Schmugglernetze für dramatisch steigenden Absatz. „Im Zusammenspiel mit Tabak wurden die „schnapsartigen Dämpfe“ zum viel zitierten „Allheilmittel für alles menschliche Leid““ schreibt der Journalist Berthold Seewald in seinem lesenswerten Artikel „So stieg England zum weltgrößten Drogendealer auf“ 2018 in der „Welt“ (1). Von 1800 bis 1834 verzehnfachte sich der Opiumimport nach China auf etwa zweieinhalb Millionen Kilo reinem Rauschgift (2). Um 1800 hatte China etwa 300 bis 400 Millionen Einwohner, was etwa einem Drittel der Weltbevölkerung entsprach (3).

Da Opium eine stark abhängig machende, gesundheitsschädigende Droge ist, beschloss der chinesische Kaiser 1839, das Opiumverbot durchzusetzen. Unter anderem wurden über 20.000 Kisten Opium, das entsprach etwa der Hälfte der Importe eines ganzen Jahres, von chinesischer Seite beschlagnahmt und öffentlich verbrannt (4). Mit der Begründung,

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Gesundheitsschädlich: Vietnam fordert Entschädigung für Opfer des Monsanto-produzierten Herbizids

27-08-18 11:49:00,

Gesundheitsschädlich: Vietnam fordert Entschädigung für Opfer des Monsanto-produzierten Herbizids

Über 40 Jahre nach dem Ende des Vietnamkrieges leidet die vietnamesische Bevölkerung immer noch unter dessen Folgen. Die Regierung des südöstlichen Landes will aber die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Vietnam hat von der Bayer-Tochter Monsanto eine Entschädigung für die Opfer des Entlaubungsmittels Agent Orange gefordert, das im Laufe des Vietnamkrieges an die US-Luftwaffe geliefert worden war.

Die Forderung kommt nach dem jüngsten Urteil über die Schadensersatzzahlung in Höhe von 253 Millionen Euro, die Monsanto an das Krebs-Opfer Dewayne Johnson auszahlen muss. Die Firma soll laut dem Urteil der Geschworenenjury die Krebsrisiken ihres Unkrautvernichters Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat verschleiert haben.

Das Urteil diene als Rechtsgrundlage, die die vorherigen Behauptungen über die Harmlosigkeit der von Monsanto und anderen Chemiekonzernen produzierten und an die US-Armee gelieferten Herbizide widerlegt, erklärte der Sprecher des vietnamesischen Außenministeriums Nguyen Phuong Tra. Vietnam habe unter den Konsequenzen des Krieges stark gelitten, besonders unter den verheerenden Spätfolgen von toxischen Chemikalien, unter anderem von Agent Orange.

Mehr zum Thema – Monsanto soll Krebs-Opfer 289 Millionen US-Dollar zahlen

Schon früher wies Monsanto alle Anschuldigungen zurück und erklärte, die US-Regierung habe die Vorschriften für Agent Orange festgelegt und bestimmt, wann, wo und wie es eingesetzt wurde. Dabei soll Monsanto nur eine der neun Firmen gewesen sein, die für die US-Regierung Agent Orange herstellten.

Agent Orange, ein von Monsanto produziertes Entlaubungsmittel, wurde von den USA im Vietnamkrieg eingesetzt, um den Gegnern die Tarnung durch den dichten Dschungel zu erschweren und die Nahrungsversorgung zu entziehen. Agent Orange enthielt unter anderem auch den hochtoxischen Stoff  TCDD, der schwere gesundheitsschädliche Auswirkungen (Fehlbildungen bei Kindern und Krebserkrankungen) für die vietnamesische Bevölkerung hatte.

Mehr zum Thema – Glyphosat-Urteil in den USA sorgt für Kurseinbruch bei Bayer

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Gesundheitsschäden durch den Einsatz von Bomben und Granaten aus abgereichertem Uran – www.NachDenkSeiten.de

03-05-18 07:44:00,

3. Mai 2018 um 9:00 Uhr | Verantwortlich:

Gesundheitsschäden durch den Einsatz von Bomben und Granaten aus abgereichertem Uran

Veröffentlicht in: Gesundheitspolitik, Militäreinsätze/Kriege, Schadstoffe, Strategien der Meinungsmache

Klaus-Dieter Kolenda

Dieses Thema hat leider nichts von seiner Aktualität und Dringlichkeit verloren, seitdem die Nachdenkseiten das letzte Mal darüber berichtet haben. Im neuen Artikel greift Klaus-Dieter Kolenda neue Aspekte auf und gibt einen Überblick über den Stand der Debatte, soweit sie geführt wird. Denn insgesamt wird das Thema von den etablierten Medien eher stiefmütterlich behandelt. Dies liegt auch daran, dass es wenig gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse gibt. Es gelingt dem Autor darzulegen, dass dies am Fehlen von Daten zum Einsatz oben genannter Waffen liegt. Diese Daten müssten von den Personen kommen, die den Einsatz der Uranmunition befehlen bzw. befohlen haben und hier schließt sich der Kreis des Desinteresses an einer Diskussion über das unbequeme Thema.

Gesundheitsschäden durch den Einsatz von Bomben und Granaten aus abgereichertem Uran

Von Klaus-Dieter Kolenda

Bomben und Granaten aus abgereichertem Uran (auch Uranwaffen oder Uranmunition genannt) werden aus einem Abfallprodukt der Atomindustrie (abgereichertes Uran, englisch: depleted uranium, abgekürzt: DU) hergestellt. Sie wurden zum ersten Mal im ersten Irakkrieg 1991 von den USA und Großbritannien eingesetzt. Weitere Einsätze erfolgten in den Kriegen des Westens 1999 auf dem Balkan, in Afghanistan seit 2001, im zweiten Irakkrieg 2003, außerdem in Somalia, wahrscheinlich auch in Libyen und zuletzt auch in Syrien. Der Irak ist das Land, in dem bisher wohl die größte Menge an Uranwaffen eingesetzt worden ist. Im ersten Irakkrieg sollen es etwa 600 Tonnen und im zweiten Irakkrieg bis zu 2000 Tonnen gewesen sein [1].

Über das tatsächliche Ausmaß der Gesundheitsschäden beim Einsatz von Uranmunition herrsche Uneinigkeit, heißt es bei Wikipedia [1]. Während von Gegnern dieser Waffen, wie der Organisation IPPNW (Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges), Uranmunition für Krebserkrankungen, angeborene Fehlbildungen und Folgeschäden wie dem Golfkriegssyndrom verantwortlich gemacht würden, liege nach Studien der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und IAEO (Internationale Atomenergieorganisation) keine besondere Gefährdung vor. Im „WHO Guidance on Exposure to Depleted Uranium“[2] heiße es explizit, dass keine Studie eine Verbindung zwischen Kontakt mit abgereichertem Uran und dem Auftreten von Krebs oder angeborenen Defekten habe finden können.

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