Alle Menschen sind gleich? Nicht in Corona-Zeiten

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22-06-20 02:27:00,

Nachdem zahlreiche Menschen in einem Göttinger Wohnkomplex positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, setzte die Stadt kurzerhand den gesamten Komplex unter Zwangsquarantäne. Beim durch die Polizei hermetisch abgeriegelten Plattenbau Groner Landstraße handelt es sich wie beim zuvor betroffenen Iduna-Zentrum um das, was man gerne beschönigend als sozialen Brennpunkt bezeichnet. Wie wahrscheinlich ist es, dass der Staat eine Wohnanlage abriegelt, die von Normal- oder gar Besserverdienern bewohnt wird? Alle Menschen sind gleich? Nicht in der Corona-Krise. Von Jens Berger.

Verl und Göttingen – zwei Beispiele, wie rigoros die lokalen Verwaltungen bei der „Corona-Eindämmung“ vorgehen, wenn es sich bei den Betroffenen um Personen handelt, die nicht zur „Mitte der Gesellschaft“ gehören. In Verl riegelten die Behörden im Zusammenhang mit dem Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik im nahegelegenen Rheda-Wiedenbrück einen ganzen Stadtteil mit einem Bauzaun ab. Niemand kommt mehr raus – egal, ob er/sie überhaupt bei Tönnies arbeitet und positiv oder negativ auf das Virus getestet wurde. Die Bundeswehr kontrolliert derweil die rund 670 Anwohner der „Quarantänezone“, das Rote Kreuz versorgt sie durch den Zaun mit Lunchpaketen. Tests in anderen, „besseren“ Vierteln sind offenbar größtenteils negativ ausgefallen.

Ministerpräsident Laschet begründete das Vorgehen damit, dass man erreichen wolle, dass das Virus „nicht überspringt auf die Bevölkerung“. Schon klar, die Bewohner der „Quarantänezone“ sind ja auch „nur“ Bulgaren und Rumänen, die für einen Hungerlohn in Tönnies’ Fleischfabrik schuften und unter prekären Verhältnissen hausen – „Wegwerfmenschen“, wie es Pfarrer Peter Kossen so schrecklich treffend ausdrückte, und „Wegwerfmenschen“ gehören für Laschet offenbar nicht zur Bevölkerung. Ihre Aufgabe ist es nicht, Grundrechte zu genießen, sondern dafür zu sorgen, dass wir unser Nackensteak für einen Euro grillen können. Und daher darf man sie offenbar auf den bloßen Verdacht einer Infektion hin zwei Wochen wegsperren. Hauptsache, „die Bevölkerung“ bleibt gesund.

Noch rigoroser ging man bereits am Donnerstag in Göttingen vor. Dort hatte ein positives Testergebnis bei zwei Frauen dazu geführt, dass erst der ganze Wohnkomplex, in dem sie gemeldet sind, getestet und dann mit Unterstützung von gepanzerten Polizeieinheiten mit Sicherheitszäunen abgeriegelt wurde. Für die mindestens 700 Bewohner des Komplexes wurde eine Zwangsquarantäne angeordnet – und dies, obwohl 83% der getesteten Bewohner ein negatives Testergebnis hatten.

Bei dem Wohnkomplex Groner Landstraße handelt es sich wie bei dem zuvor durch einen Corona-Ausbruch in die Schlagzeilen geratenen Göttinger Iduna-Zentrum um eine heruntergekommene Mietskaserne mit prekären hygienischen Verhältnissen,

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Mord ist nicht gleich Mord! | KenFM.de

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20-02-20 03:44:00,

Ein Kommentar von Anna Zollner.

Wenn Person A beschließt Person B zu töten und diese Tat dann begeht, spricht man von Mord. Mord ist ein kriminelles Delikt und wird von der Justiz verfolgt. Wer mordet, landet in der Regel im Gefängnis, verliert also seine Freiheit. Die Idee dahinter setzt auf Abschreckung und soll Selbstjustiz verhindern. Nur der Staat hat das Recht Person A für ein Delikt zu verurteilen und das entsprechende Strafmaß festzulegen.

Damit die Justiz von Mord sprechen kann, muss Vorsatz nachgewiesen werden. Person A muss den Mord geplant haben. Das gilt als besonders kaltblütig und wird höher bestraft, als die Tötung eines Menschen, die im Affekt geschah. Wenn bei einem Streit, einer Schlägerei die Fetzen fliegen und ein Mensch einen anderen dabei derart schwer verletzt, dass die Person stirbt, spricht man in der Regel von Totschlag. Kam dabei eine Waffe zum Einsatz hat das wiederum Einfluss auf das Strafmaß.

Von fahrlässiger Tötung spricht man in der Regel immer dann, wenn Person A Person B quasi ausversehen tötet. Einem Autofahrer, der während der Fahrt eine SMS schreibt und dabei einen Fahrradfahrer übersieht, der später stirbt, wird nicht Mord vorgeworfen. Fahrlässige Tötung in jedem Fall.

Am 3. Januar 2020 geht ein weißer Mann in sein Büro, um einen Mord zu begehen. Das Opfer hat Migrationshintergrund und ist dem Mann seit langem ein Dorn im Auge. Als er beschließt den Ausländer zu ermorden, ist er nicht allein. Er erhält Hilfe von seine Kollegen. Sie haben das Opfer seit langem ausgespäht, wissen wann der Mann, wo ist. Es kommen modernste Waffen zum Einsatz. Die Tat, der Mord, wurde nicht nur eiskalt geplant, sondern man hat vor sich im Anschluss zu der Tat zu bekennen. Öffentlich. Es geht um ein Exempel, das aller Welt zeigen soll: das Recht ist uns egal. Wir morden, wenn es uns passt. Kurz bevor das Opfer, der Mann mit Migrationshintergrund, ermordet wird, warten die Kollegen im Büro auf das Handzeichen ihres Chefs. Noch könnte er beschließen auf die eiskalte Ermordung zu verzichten. Doch er entschließt sich den seit langem gehegten Wunsch umzusetzen. Ein kurzes Handzeichen und aus mehreren Kilometern Höhe lösen sich Hellfire-Raketen, die unter den Flügeln von insgesamt drei Drohnen aus US-Amerikanischer Produktion stammen und den Namen „Sensenmann“ tragen. 

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Alle Fälscher sind gleich, aber einige sind gleicher als andere

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30-04-19 07:56:00,

„Qualitätsmedien“ wie die Süddeutsche Zeitung sind stolz auf ihren Ruf und lassen jedwede Kritik an ihrer Berichterstattung meist an sich abblocken. „Lügen“ und „Fälschen“ … das tun immer nur die anderen; vornehmlich natürlich die „Schmuddelkinder“ der Alternativen Medien. Der russische Journalist und Filmemacher Andrej Nekrasov, der sich sehr intensiv mit dem „Fall Magnitski“ beschäftigt hat und von den NachDenkSeiten zu diesem Thema auch schon interviewt wurde, hat die Süddeutsche Zeitung auf massive Fehler in ihrer Berichterstattung hingewiesen, die sogar mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Reaktion … Fehlanzeige. Daraufhin hat Nekrasov seine Gedanken dazu in einem lesenswerten Artikel zusammengefasst, den Marco Wenzel dankenswerterweise für die NachDenkSeiten in die deutsche Sprache übertragen hat.

Der Fall von Claas Relotius, einem preisgekrönten Spiegel-Autor, der dabei erwischt wurde, Belletristik zu schreiben, machte wochenlang Schlagzeilen. Doch schon bald war es nur noch eine Nachricht von gestern. Und wie Thomas Beschorner von der Universität St. Gallen in der Schweiz schrieb, war es zunächst überraschend, dass die Menschen das Lügen in den Medien so überraschend fanden. “Wissenschaftler manipulieren Forschungsergebnisse, Manager lügen. Wir wissen alle, dass das passiert. Überall, aber nicht im Journalismus?”

Etwas paradox, angesichts seiner Annahme, dass Lügen Routine und üblich sei, fuhr derselbe Prof. Beschorner fort: “Ob dies ein Einzelfall ist oder das Problem systemisch und damit weit verbreitet ist, wissen wir noch nicht.” Dann wurde ein ähnlicher Fall entdeckt. Dirk Gieselmann, ein preisgekrönter Mitarbeiter des Magazins der Süddeutschen Zeitung, hatte in seiner Geschichte einen Hauptdarsteller erfunden. Die SZ erklärte, dass es eine Fälschung war, enthüllte aber nur wenige Details, während sie vorschlug, dass der Fall nicht so schwerwiegend sei wie der von Relotius. Wie auch immer, kann man bei zwei bekannten Fällen von fiktivem Journalismus in Deutschland das Problem systemisch nennen?

Aber was ist mit den berüchtigten gefälschten Nachrichten? Und alternative Fakten? Die gibt es schon eine Weile. Ist das etwas ganz anderes als die Zusammenstellung von Plots und Charakteren wie in den beiden oben genannten Fällen? Obwohl es Donald Trump war, dem die Erfindung von Falschnachrichten zugeschrieben wurde, wurden sie weitgehend auf seine eigenen Aussagen sowie auf verschiedene Geschichten, Beiträge und Tweets angewendet, die aus Russland kamen, zu seinen Gunsten, zugunsten seiner vermeintlichen Freunde und gegen seine vermeintlichen Feinde.

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„Ich würde gleich beten“: Horror-Wolken erschrecken Amerikaner

„Ich würde gleich beten“: Horror-Wolken erschrecken Amerikaner

11-08-18 01:36:00,

Panorama

13:38 11.08.2018(aktualisiert 13:48 11.08.2018) Zum Kurzlink

Das Video einer tsunamiartigen Wolkenformation in Illinois hat im Netz für Aufsehen gesorgt.

Die Aufnahme der erschreckenden Himmelswelle wurde auf der Webseite Reddit veröffentlicht und erregte die Aufmerksamkeit (und Furcht) vieler User, die sie unter anderem als „Doom Nimbus“ (dt. Regenwolke des Verderbens) und „Kumuluswolke der Apokalypse“ beschrieben.

Faceboo/Maranda Marie Benefield

Einige Nutzer erinnerte das Video an die Horror-Novelle „Der Nebel“ von Stephen King, wo ein von Ungeheuern bewohnter Dunstschleier eine Stadt verdeckt.

„Lauf“, rät ein User auf Reddit scherzhaft dem Autor des Videos.

„Ich würde anfangen, zu beten, obwohl ich nicht gläubig bin“, schreibt ein anderer.

„Nein, das ist definitiv ein Tsunami“, merkt ein dritter erstaunt an.

Die User kamen zu keinem Konsens über die Natur der unheimlichen Wolken. Einige vermuteten jedoch,  es sei eine Böenwalze gewesen.

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Skeptiker gleich Spinner? Bundeszentrale für politische Bildung informiert über Verschwörungstheorien – www.NachDenkSeiten.de

Skeptiker gleich Spinner? Bundeszentrale für politische Bildung informiert über Verschwörungstheorien – www.NachDenkSeiten.de

27-06-18 06:29:00,

Skeptiker gleich Spinner? Bundeszentrale für politische Bildung informiert über Verschwörungstheorien

Veröffentlicht in: Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Strategien der Meinungsmache

Mit der neuen Webseite „Wahre Welle“ diffamiert die Bundeszentrale für politische Bildung das, was sie eigentlich fördern sollte: das kritische Nachfragen, den skeptischen Blick. Dürftig kaschiert als satirische Übung zur Medienkompetenz, ist die von Steuergeldern finanzierte Seite ein Versuch, die jugendliche Zielgruppe zur Kritiklosigkeit zu erziehen. Von Tobias Riegel.

Seriöse Skeptiker verbreiten Fragen, keine Theorien. Diese Regel lässt sich nicht nur auf „Verschwörungstheoretiker“ anwenden, sondern auch auf jene Journalisten, die Skeptizismus entgegentreten wollen. So kann man sich strittigen Fragen wie den Vorgängen rund um die New Yorker Terroranschläge vom 11. September 2001 (9/11) distanziert, sachlich und eben in Form von vorsichtigen Fragen nähern – oder in Form einer Polemik, die suggeriert, alle Leerstellen seien gefüllt. „Wahre Welle“, eine neue Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), wählt die letztere Variante und begibt sich damit auf eine Stufe mit genau jenen „Verschwörungs-Freaks“, die angeblich alle Antworten kennen, und denen die bpb eigentlich das Wasser abgraben will.

Es soll hier weder eine Theorie entfaltet werden, noch soll sich der Text in technischen Details einer ungeklärten Affäre verlieren. Wohl aber kann zweifellos festgestellt werden, dass es nach der Empfindung von zahlreichen Menschen weltweit etwa zu 9/11 eine Reihe unbefriedigend beantworteter Fragen gibt. Mit dieser Feststellung wird keiner Theorie Raum gegeben. Betrachtet werden soll hier darum nicht, wie von der bpb – stellvertretend für viele Politiker und große Medien – mit pseudo-gefestigten Theorien umgegangen wird, sondern ihr Umgang mit Fragen zu strittigenThemen. Und die Tatsache, dass reale Verschwörungen (NSA-Skandal, Syrien, Ukraine) gar keinen Raum erhalten.

Unredliche Vermischung: 9/11 und die Mondlandung, Kennedy und das Klima

Um die „pädagogische“ Stoßrichtung des Vorhabens zu kaschieren, wählt die bpb die Form der Satire – doch nur scheinbar: Während die Startseite ihren Spaß mit „Alu-Hüten“, Chemtrail-Sonderlingen und Jüngern der „Hohlerde“-Theorie treibt, verbergen sich dahinter eine Reihe von offensichtlich ernst gemeinten Erziehungs-Artikeln gegen politischen Skeptizismus. So wird die mutmaßlich jugendliche Zielgruppe mit Klamauk angelockt, um dann mit „ernsten“ Inhalten gegen Zweifel an offiziellen Vorgangs-Versionen imprägniert zu werden.

Da ist etwa der Artikel zu 9/11,

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