Beispiel Gleichberechtigung: Warum man kein Wort glauben darf, wenn die Medien über Studien berichten | Anti-Spiegel

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06-09-19 04:08:00,

Der Spiegel hat uns heute mit einem Artikel über die „Geschlechtergerechtigkeit weltweit“ beglückt und beruft sich auf eine neue Studie. Wie immer schaue ich mir dann die Studie und die Organisatoren an. Und schon wird es sehr interessant.

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich finde es selbstverständlich, dass Frauen und Männer gleiche Rechte, gleiche Chancen und gleiche Pflichten haben. Ich finde aber auch, dass Männer und Frauen unterschiedlich sind, sehe darin aber nur Vorteile. Frauen gleichen die Schwächen der Männer aus und umgekehrt. Daher finde ich das „Gegeneinander der Geschlechter“ in den Debatten im Westen befremdlich, um es ganz höflich auszudrücken.

Ich lebe schon lange in Russland und in Russland gibt es keinen Feminismus, keine Frauenquoten und keinen Geschlechterkampf. Trotzdem (oder wie ich meine, deshalb) sind Frauen in Russland viel häufiger in Führungspositionen vertreten, als in Deutschland. Ich habe zu dem Thema vor einiger Zeit einen ausführlichen Artikel geschrieben, die Hintergründe beleuchtet und alles mit Quellen belegt. In Russland besetzen Frauen ca. 40 Prozent der Führungspositionen und Russland steht damit auf Platz 5 in Europa, Deutschland steht mit ca. 30 Prozent hingegen auf Platz 20.

Aber das hört man im Westen nicht gerne und daher weiß auch kaum jemand etwas davon. Auch der heutige Spiegel-Artikel führt Russland bei dem Thema als regelrechtes Entwicklungsland und daher wurde ich skeptisch.

Mit Umfragen, Studie und Statistiken kenne ich mich ganz gut aus und daher weiß ich, wie wichtig es ist, eine solche Studie selbst zu lesen und die zu Grunde liegende Methodik zu verstehen.

Man kann mit Studien und Statistiken durch die Auswahl der Kriterien alles mögliche beweisen, weshalb Winston Churchill (wenn ich mich richtig erinnere) gesagt hat: „Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe“

Man muss also zuerst nachschauen, wer eine Studie, Umfrage oder Statistik in Auftrag gegeben oder erstellt hat, um zu sehen, ob da nicht schon vorher das Ergebnis klar war, dass am Ende nur noch bestätigt werden soll. Und da fängt es an: Die Organisationen, die hinter dieser Studie stehen, sind fast alles Frauenverbände. Das meine ich nicht negativ oder abwertend, aber es ist klar, dass sie von Spenden leben und es für sie wichtig ist, aufzuzeigen, dass alles ganz schlimm ist in Sachen Geschlechtergerechtigkeit.

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Österreich: Kein Geld mehr für die Gleichberechtigung

Österreich: Kein Geld mehr für die Gleichberechtigung

18-08-18 08:39:00,

Juliane Bogner-Strauss, Frauenrechte, Österreich
©

Patrick Mascart, EU

Die österreichische Familienministerin Juliane Bogner-Strauß, hier im Plenarsaal in Brüssel.

Daniela Gschweng / 18. Aug 2018 –

Es sind kleine Summen, die aber grosse Wirkung entfalten. Zahlreiche frauenpolitische Vereine stehen nach Kürzungen vor dem Aus.

Als eine der ersten erwischte es das mehrfach ausgezeichnete feministische Magazin «an.schläge». Es folgten Fraueninitiativen, Frauenhäuser, Präventionsprojekte, feministische Medien- und Integrationsprojekte. Österreich hat zahlreichen Frauen- und Familienorganisationen die finanzielle Unterstützung gekürzt oder ganz gestrichen. Die meisten erfuhren erst Ende Juli davon, viele vorerst sogar nur mündlich.

Darunter der Verein «One Billion Rising Austria» (Obra), der sich gegen Gewalt gegen Frauen einsetzt und dem mit 5‘500 Euro das gesamte Budget gestrichen wurde, oder auch der Dachverband Österreichischer Frauenring, der auf 7‘980 Euro verzichten muss, oder auch Organisationen wie der Österreichische Berg- und Kleinbäuer_innen-Verein. Eine nicht vollständige Liste hat «DerStandard» veröffentlicht.

Viele Frauenorganisationen wirtschaften prekär

Für die frauenpolitischen Vereine ist das ein herber Schlag. Viele dieser Organisationen sind in ihrer Existenz bedroht. Einige wirtschaften schon jetzt an der Grenze des Machbaren und stützen sich in hohem Mass auf ehrenamtliche Arbeit.

Die österreichische Familienministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) begründet die Einschnitte mit einer generellen Kürzung für das Frauen- und Familienministerium sowie einer Umschichtung von Mitteln in Richtung Gewaltschutz. Das Budget für das Frauenministerium wurde für 2018 um 180’000 Euro gekürzt, für 2019 fallen nochmals 230‘000 Euro weg.

Prävention fällt unter den Tisch

Zeitgleich wurden Programme wie Lehreinheiten zur Gewalt in der Familie bei der Polizei gestrichten. Vor dem Hintergrund der Kriminalstatistik ist das unverständlich. Trotz eines leichten Rückgangs von Gewalttaten nahmen Tötungsdelikte und Vergewaltigungen in Österreich 2017 zu. Zwei von drei erfassten Gewalttaten waren Beziehungsdelikte.

Maria Schwarz-Schlöglmann, Vorsitzende des Bundesverbandes der Gewaltschutzzentren, wies allerdings darauf hin, dass es sich bei den zusätzlichen Mitteln für den Gewaltschutz nur um eine vertraglich zugesicherte Inflationsabgeltung handle, die mehrheitlich die steigenden Personalkosten abdecke. In den kommenden Jahren erhält auch der Bereich Gewaltprävention weniger als 2015 und 2016. Für 100 zusätzliche Frauenhausplätze, die Bogner-Strauss angekündigt hatte, werden nach ihren Worten zunächst Bedarfsermittlungen angestellt, was bis 2022 dauern könne.

Volksbegehren fordert Rücktritt der Familienministerin

Die Kürzungen haben zu anhaltenden Protesten geführt.

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