Griechenland: Der Staat verkauft persönliche Krankenakten

griechenland:-der-staat-verkauft-personliche-krankenakten

30-04-19 08:32:00,

Bild: Pixabay.com-Lizenz

Folge des Austeritätsregimes? Zur Aufbesserung der Finanzen werden Röntgenaufnahmen samt Patientenakten kiloweise in einer Auktion feilgeboten

Die europäische Datenschutz-Grundverordnung (EU) 2016/679 hat strenge Regeln für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten eingeführt. Die Auswirkungen der DSGVO, die seit dem 25. Mai 2018 zum Zweck des innereuropäischen Datenaustauschs den gemeinsamen Datenschutzrahmen in der Europäischen Union stellt, haben Freiberufler, Vereine, Industrie und Internetseitenanbieter wegen der erforderlichen Anpassungen ihrer Datenschutzregeln lange beschäftigt.

Schließlich sah sich der Europäische Gerichtshot gemüßigt, vorzuschreiben, wie die Zustimmung von Benutzern zu den von Internetseitenbetreibern gesetzten Cookies gestaltet werden muss, um der DSGVO Genüge zu leisten. Dies, zahlreiche öffentliche Diskussionen und eine Vielzahl an Veröffentlichungen haben bei vielen Bürgern den Eindruck erweckt, als würden sämtliche ihrer persönlichen Daten vor Missbrauch geschützt.

Der Schein trügt. Zumindest in Griechenland. Denn dort werden die mithin vertraulichsten persönlichen Daten, nämlich Krankenakten, vom Staat zur Aufbesserung der Finanzen verkauft. Griechenland, trotz oder gerade wegen der Kontrolle durch die internationalen Kreditgeber in ständiger Geldnot, verkauft Krankenakten in Auktionen.

Mit einem Schreiben vom 5.4.2019, Protokollnummer DDDY 10509 13 EX 2019, der Unabhängigen Behörde für Staatliche Einnahmen, Generaldirektion für Zoll und speziellen Verbrauchssteuern wird als Ausschreibung 3942E eine Auktion zum Verkauf von medizinischen Krankenakten und Röntgenaufnahmen angekündigt. Zum Verkauf stehen laut Beschreibung unter anderen:

  1. 23.000 Röntgenaufnahmen samt der Patientenakten, Bruttogewicht ungefähr 23.000 Kilogramm, Einstiegspreis 0,60 Euro pro Kilogramm.
  2. 2.000 Röntgenaufnahmen plus Patientenakten, Bruttogewicht ungefähr 2.000 Kilogramm mit einem Einstiegspreis von 0,80 Euro pro Kilogramm.
  3. 6.000 gemischte Patientenakten, die auch Röntgenaufnahmen enthalten und die zum Kilopreis von 0,50 Euro angeboten werden.
  4. 5.000 Akten mit Röntgenaufnahmen für 0,80 Euro das Kilogramm.

In der Ausschreibung ist ausdrücklich vermerkt, dass die jeweiligen Posten nur als Gesamtheit und ohne Aussortierung durch den Käufer abgenommen werden müssen. Interessant ist im amtlichen Schreiben der eigens auf Druck der Kreditgebertroika installierten unabhängigen Behörde, dass diese sich auf eine nationale griechische Datenschutzverordnung aus dem Jahr 2005 beruft.

Der Unabhängigen Behörde für Staatliche Einnahmen, die frei von jeglicher Kontrolle durch die Regierung ist, sind neuere europaweit geltende Regelungen wie die DSGVO offenbar gänzlich unbekannt.

Es wird nicht kontrolliert, ob es sich bei den Auktionsteilnehmern tatsächlich um Recyclingunternehmer handelt,

 » Lees verder

Griechenland: Die Lüge von der «überwundenen» Finanzkrise

Griechenland: Die Lüge von der «überwundenen» Finanzkrise

12-10-18 10:27:00,

Ernst Wolff / 12. Okt 2018 –

Die Aktienkurse grosser griechischer Banken stürzten letzte Woche ein. Eine Zahlenakrobatik soll einen Kollaps verschleiern.

Wer in der vergangenen Woche die Vorgänge im griechischen Bankensystem verfolgt hat, der rieb sich verwundert die Augen: Die vier grössten Geldinstitute – Piräus Bank, Eurobank, Alpha Bank und National Bank – erlebten an der Athener Börse ein wahres Erdbeben.

Aktien-Index der Athener Börse: Seit Mai im Sinkflug, namentlich wegen der Bankenaktien. Grössere Auflösung der Grafik hier.

Schon seit Mai und insbesondere seit Anfang September kriselt es im Bankensektor des Landes, doch in den ersten Oktobertagen verschärfte sich die Situation dramatisch: Die vier Institute mussten Einbussen von bis zu 40 Prozent hinnehmen, der Aktienkurs der Piräus Bank brach um fast 30 Prozent ein, der Athener Bankenindex fiel auf den tiefsten Stand seit 31 Monaten.

Wie konnte das sein? War Griechenland nicht erst im August unter grossem Beifall der Politik aus dem Euro-Rettungsschirm entlassen worden? Und hatten die vier Grossbanken nicht erst im Mai einen Stresstest der EZB bestanden?

Stresstests: PR-Instrument der EZB

In der Tat sind gerade einmal sechs Wochen vergangen, seit EU-Ratspräsident Donald Tusk dem griechischen Volk mit den Worten

«Ihr habt es geschafft!»per Twitter zur Rückkehr an die internationalen Finanzmärkte gratulierte. EU-Finanzkommissar Moscovici sprach von einem

«symbolischen Schlussstrich unter eine existenzielle Krise des Euro-Währungsgebiets».
Und die EZB attestierte den vier systemrelevanten griechischen Grossbanken vor knapp einem halben Jahr, sie könnten auch schwere Turbulenzen ohne grössere Schäden überstehen.

Wer allerdings meint, dass derartige Stresstests irgendeine Aussagekraft über den tatsächlichen Zustand von Geldinstituten haben, der sei daran erinnert, dass die griechischen Banken in den vergangenen acht Jahren dreimal bankrott gingen –, und jedes Mal hatten sie zuvor die Stresstests der EZB bestanden.

Im Grunde sind solche Tests nichts anderes als ein PR-Instrument, mit dem die EZB die Öffentlichkeit über den wahren Zustand des Finanzsystems hinwegtäuscht. Selbst wenn sie mit grösster Sorgfalt und Ernsthaftigkeit durchgeführt würden, wäre ihr Ergebnis weitgehend unbrauchbar. Denn mehr als 40 Prozent der Bankgeschäfte werden heute von unregulierten Schattenbanken – hauptsächlich von Hedgefonds – getätigt, und die Grossbanken haben den riskantesten Teil ihrer Geschäfte längst in diesen Bereich ausgelagert.

 » Lees verder

Griechenland und die Lüge von der „überwundenen“ Finanzkrise | KenFM.de

Griechenland und die Lüge von der „überwundenen“ Finanzkrise | KenFM.de

08-10-18 05:59:00,

Von Ernst Wolff.

Wer in der vergangenen Woche die Vorgänge im griechischen Bankensystem verfolgte, der rieb sich verwundert die Augen: Die vier größten Geldinstitute – Piräus Bank, Eurobank, Alpha Bank und National Bank – erlebten an der Athener Börse ein wahres Erdbeben.

Seit Anfang September hatte es im Bankensektor des Landes bereits gekriselt, doch in den ersten Oktobertagen verschärfte sich die Situation dramatisch: Die vier Institute mussten Einbußen von bis zu vierzig Prozent hinnehmen, der Aktienkurs der Piräus Bank brach um fast 30 Prozent ein, der Athener Bankenindex fiel auf den tiefsten Stand seit 31 Monaten.

Wie konnte das sein? War Griechenland nicht erst im August unter großem Beifall der Politik aus dem Euro-Rettungsschirm entlassen worden? Und hatten die vier Großbanken nicht erst im Mai einen Stresstest der EZB bestanden?

Stresstests: PR-Instrument der EZB

In der Tat sind gerade einmal sechs Wochen vergangen, seit EU-Präsident Tusk dem griechischen Volk mit den Worten „Ihr habt es geschafft!“ per Twitter zur Rückkehr an die internationalen Finanzmärkte gratulierte und EU-Finanzkommissar Moscovici von einem „symbolischen Schlussstrich unter eine existenzielle Krise des Euro-Währungsgebiets“ sprach. Und es ist nicht einmal ein halbes Jahr her, dass die EZB den vier systemrelevanten griechischen Großbanken attestiert hatte, auch schwere Turbulenzen ohne größere Schäden überstehen zu können?

Wer allerdings meint, dass derartige Stresstests irgendeine Aussagefähigkeit über den tatsächlichen Zustand von Geldinstituten haben, der sei daran erinnert, dass die griechischen Banken in den vergangenen acht Jahren dreimal bankrottgegangen sind – und jedes Mal vorher die Stresstests der EZB bestanden haben.

Im Grunde sind solche Tests nichts anderes als ein PR-Instrument, mit dem die EZB die Öffentlichkeit über den wahren Zustand des Finanzsystems hinwegtäuscht. Selbst wenn sie mit größer Sorgfalt und Ernsthaftigkeit durchgeführt würden, wäre ihr Ergebnis weitgehend unbrauchbar, und zwar aus folgendem Grund: Mehr als vierzig Prozent der Bankgeschäfte werden heute von unregulierten Schattenbanken, hauptsächlich von Hedgefonds, getätigt und die Großbanken haben den riskantesten Teil ihrer Geschäfte längst in diesen Bereich ausgelagert. Insbesondere der Handel mit hochriskanten Derivaten entzieht sich fast gänzlich jeder Kontrolle, da es sich um sogenannte „Over-the-Counter-Geschäfte“ handelt, die in den Bilanzen der Geldhäuser gar nicht auftauchen. Kein Wunder also,

 » Lees verder

Griechenland und die Lüge von der “überwundenen” Finanzkrise

Griechenland und die Lüge von der “überwundenen” Finanzkrise

06-10-18 11:37:00,

Bild: W. Aswestopoulos

Mit Zahlenakrobatik wird das Eingeständnis umgangen, dass Griechenland und seine Banken längst hoffnungslos bankrott sind

Wer in der vergangenen Woche die Vorgänge im griechischen Bankensystem verfolgte, der rieb sich verwundert die Augen: Die vier größten Geldinstitute – Piräus Bank, Eurobank, Alpha Bank und National Bank – erlebten an der Athener Börse ein wahres Erdbeben.

Seit Anfang September hatte es im Bankensektor des Landes bereits gekriselt, doch in den ersten Oktobertagen verschärfte sich die Situation dramatisch: Die vier Institute mussten Einbußen von bis zu vierzig Prozent hinnehmen, der Aktienkurs der Piräus Bank brach um fast 30 Prozent ein, der Athener Bankenindex fiel auf den tiefsten Stand seit 31 Monaten.

Wie konnte das sein? War Griechenland nicht erst im August unter großem Beifall der Politik aus dem Euro-Rettungsschirm entlassen worden? Und hatten die vier Großbanken nicht erst im Mai einen Stresstest der EZB bestanden?

Stresstests: PR-Instrument der EZB

In der Tat sind gerade einmal sechs Wochen vergangen, seit EU-Präsident Tusk dem griechischen Volk mit den Worten “Ihr habt es geschafft!” per Twitter zur Rückkehr an die internationalen Finanzmärkte gratulierte und EU-Finanzkommissar Moscovici von einem “symbolischen Schlussstrich unter eine existenzielle Krise des Euro-Währungsgebiets” sprach. Und es ist nicht einmal ein halbes Jahr her, dass die EZB den vier systemrelevanten griechischen Großbanken attestiert hatte, auch schwere Turbulenzen ohne größere Schäden überstehen zu können?

Wer allerdings meint, dass derartige Stresstests irgendeine Aussagefähigkeit über den tatsächlichen Zustand von Geldinstituten haben, der sei daran erinnert, dass die griechischen Banken in den vergangenen acht Jahren dreimal bankrott gegangen sind – und jedes Mal vorher die Stresstests der EZB bestanden haben.

Im Grunde sind solche Tests nichts anderes als ein PR-Instrument, mit dem die EZB die Öffentlichkeit über den wahren Zustand des Finanzsystems hinwegtäuscht. Selbst wenn sie mit größer Sorgfalt und Ernsthaftigkeit durchgeführt würden, wäre ihr Ergebnis weitgehend unbrauchbar, und zwar aus folgendem Grund: Mehr als vierzig Prozent der Bankgeschäfte werden heute von unregulierten Schattenbanken, hauptsächlich von Hedgefonds, getätigt und die Großbanken haben den riskantesten Teil ihrer Geschäfte längst in diesen Bereich ausgelagert. Insbesondere der Handel mit hochriskanten Derivaten entzieht sich fast gänzlich jeder Kontrolle, da es sich um sogenannte “Over-the-Counter-Geschäfte” handelt, die in den Bilanzen der Geldhäuser gar nicht auftauchen. Kein Wunder also,

 » Lees verder

Griechenland: Zu Tode gespart

Griechenland: Zu Tode gespart

20-08-18 01:03:00,

  1. Griechenland: Zu Tode gespart

  2. Berliner Krisenmythen

  3. Bitteres Fazit und düsterer Ausblick


  4. Auf einer Seite lesen

Ein Überblick über das schäublerische Spardiktat, das Griechenland sozioökonomisch verwüstete

Am heutigen Monat, den 20. August, ist es endlich soweit: Nach acht bitteren Jahren verlässt Griechenland das Krisenprogramm von EU und IWF. Dies gibt Anlass für eine Rückschau auf den verheerenden Krisenverlauf in Hellas, der in seiner Härte beispiellos ist im Nachkriegs-Europa, wie etwa die Basler Zeitung bemerkte: “Kein anderes europäisches Land musste in der Nachkriegszeit eine derart brutale Rosskur erdulden.”

Verglichen mit dem Vorkrisenstand sei die Wirtschaftsleistung Griechenlands um ein Viertel geschrumpft, die verfügbaren Einkommen seien im Schnitt sogar um ein Drittel eingebrochen. Angesichts der evidenten sozioökonomischen Verwüstungen haben sich bei der Rückschau auf die Krisenpolitik gegenüber Griechenland auch etliche Verantwortliche zu der einen oder anderen selbstkritischen Äußerung durchgerungen.

“Auch Fehler gemacht”

Klaus Regling, Chef des Europäischen Rettungsfonds ESM, erklärte gegenüber dem Spiegel, es “wäre arrogant zu sagen, wir hätten alles richtig gemacht”. Für diese “schlimmste Krise seit der Großen Depression” hätte es einfach “kein Drehbuch” gegeben. Der “Vordenker” der brachialen schäublerischen Sparpolitik gegenüber Hellas, Ludger Schuknecht, räumte ebenfalls ein, in seiner Funktion als Chefökonom im Bundesfinanzministerium und Architekt der griechischen Austeritätspolitik “auch Fehler gemacht” zu haben.

Dennoch betonten beide Spitzenfunktionäre, die politische Antwort Berlins auf die Krise, die aus einem rabiaten Austeritätsprogramm bestand, sei prinzipiell richtig gewesen. Auch in der öffentlichen Rückschau dominiert somit weiterhin das in der Bundesrepublik im Krisenverlauf etablierte ideologische Narrativ der Reformunwilligkeit oder Reformunfähigkeit des Mittelmeerlandes, mit dem die desaströsen sozioökonomischen Folgen der Berliner Austeritätspolitik in Hellas rationalisiert wurden.

Der deutsche Krisenmythos, der den Griechen und Südeuropäern die Schuld gibt für Ausbruch und Verlauf der Eurokrise, bleibt somit ungebrochen.

Das Handelsblatt sieht die Ursachen des weitgehenden Zusammenbruchs der griechischen Ökonomie in zerrütteten Finanzen und großen Strukturproblemen, die “tief im politischen System verwurzelt” seien. Spiegel-Online lässt griechische Ökonomen zu Wort kommen, die die “Staatsgläubigkeit” der Griechen für den Krisenverlauf verantwortlich machen.

Von Athen nicht genutzte Chancen?  » Lees verder

Waldbrände in Griechenland

Waldbrände in Griechenland

24-07-18 10:41:00,

Brände in Mati, Attika. Foto: Wassilis Aswestopoulos

Todesopfer und Katastrophen – Politiker äußern den Verdacht einer organisierten Brandstiftung

Mehr als zwanzig Todesopfer und knapp hundert, teilweise schwer Verletzte haben mehrere Waldbrände in Griechenland am Montag, den 23. Juli, gefordert. Während ein Waldbrand auf Kreta bei Chania bereits seit Sonntag wütete, konnten einige weitere wie auf der Insel Skopelos innerhalb kurzer Zeit gelöscht werden. Besonders stark von den Waldbränden betroffen ist die Region Attika. Hier wurde von Politikern bereits der Verdacht einer organisierten Brandstiftung geäußert.

Die endgültige Zahl der Opfer steht zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Beitrags um vier Uhr am frühen Dienstagmorgen noch nicht fest. Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos erklärte gegen drei Uhr, dass offiziell von mehr als zwanzig Todesopfern auszugehen ist. Das bisher jüngste bekannte Opfer ist ein Säugling im Alter von sechs Monaten. Zahlreiche Menschen, darunter auch Touristen aus dem Ausland und Senioren, werden noch vermisst.

Die Brände in und um Attika betreffen das bereits vor knapp einem Jahr verbrannte Kalamos, die Kleinstadt Kinetta an der Autobahn von Athen nach Korinth sowie die Küstenregion Ost-Attikas nahe der Hafenstadt Rafina. Die bislang bekannten Todesopfer gab es beim Brand nahe Rafina, insbesondere um Mati Beach bei Nea Makri.

Dort drang das Feuer wegen “asymmetrischen Winden, die bis zu 11 Beaufort Stärke erreichen” (Premierminister Alexis Tsipras bei seiner nächtlichen Ansprache) innerhalb weniger Minuten in Siedlungen ein und verbrannte bis zum Strand alles, was im Weg stand. Es gab durch das Feuer einen Stromausfall, weswegen auch die Wasserversorgung zusammenbrach.

Zahlreiche Häuser und Wohnungen brannten komplett ab. Autos, die von ihren Besitzern bei der Flucht stehen gelassen wurden, explodierten. Mindestens eine Tankstelle explodierte. Touristen und Anwohner mussten sich durch ein Chaos aus Rauch, Stau und panischen Mitmenschen bis zum Strand kämpfen.

Brände in Kalamos; Meerenge bei Euböa. Foto: Wassilis Aswestopoulos

Dort gingen einige ins Wasser. Andere wiederum, wie eine Gruppe von zehn Touristen versuchten per Schlauchboot zu entkommen. Zahlreiche der Boote kenterten. Erst relativ spät konnten von Meer und der gegenüber liegenden Insel Euböa aus kommend Fischerboote, Fähren und Küstenwachboote die in Not geratenen auflesen. Bis in die frühen Morgenstunden wurden Schwimmende und Ertrunkene von den Rettern auf dem Meer gefunden.

Um vier Uhr fand die Küstenwache im Meer vor dem 13 Kilometer von Mati entfernten Artemida zwei ertrunkene Frauen samt zweier Kinder und zwei schwimmende Überlebende.

 » Lees verder

Griechenland: Wie man zum linksradikalen Terroristen gemacht wird

Griechenland: Wie man zum linksradikalen Terroristen gemacht wird

29-05-18 02:44:00,

Bild: Wassilis Aswestopoulos

  1. Griechenland: Wie man zum linksradikalen Terroristen gemacht wird

  2. Die DNA-Proben


  3. Auf einer Seite lesen

Irianna & Perikis – der Prozess. Kafka als reale Neuauflage

Irianna und Periklis, so werden zwei Personen, deren abenteuerliche Behandlung durch die griechische Justiz Aufsehen erregt, kurz nach ihrem Vornamen genannt. Anders als Straftäter aus dem ultrarechten Milieu, die weiterhin frei auf einen Prozess warten können, mussten beide junge Wissenschaftler hinter Gitter (Griechische Justiz: Im Zweifel gegen die Angeklagten … und Griechische Anti-Terror-Institutionen im Amok gegen junge Akademikerin).

Sie wurden zu mehr als zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, weil sie nach Ansicht der Strafverfolger soziale Kontakte zu linksradikalen “Terroristen” pflegen. Dass der Irianna zur Last gelegte, “verbotene” Kontakt ihren rechtskräftig frei gesprochenen Lebensgefährten betrifft, interessiert griechische Gerichte ebenso wenig wie die Tatsache, dass die der Verurteilung zugrunde gelegten DNA-Beweise wissenschaftlichen Standards keineswegs genügen.

Im Fall von Irianna belegt die DNA-Probe nach Ansicht zahlreicher renommierter Biologen sogar, dass sie eigentlich unmöglich die ihr zur Last gelegten Vergehen begangen haben kann.

Bekanntschaft mit Personen, die als Terroristen verurteilt wurden

Eine Beteiligung an Anschlägen oder anderweitig als terroristisch eingestuften Straftaten konnte beiden nicht nachgewiesen werden. Bei Periklis wurden DNA-Proben an einem Buch gefunden, das bei einem als Terroristen Verurteilten bei einer Durchsuchung entdeckt wurde. Sowohl Perikles als auch mittelbar Irianna kannten Personen, die später als Terroristen verurteilt wurden.

Im Fall von Irianna bestand die Bekanntschaft über deren Lebensgefährten, der sich in einem früheren Prozess bereits verantworten musste. Konstantinos, so heißt der Lebensgefährte, den Irianna in Haft ehelichte, wurde nach längerer Haft in letzter Instanz von allen Vorwürfen frei gesprochen.

Seit nunmehr einem Jahr sitzen Irianna und Periklis hinter Gittern. Ihre Odyssee mit der Justiz währt auch schon fast ein Jahrzehnt. Für Irianna steht ihre akademische Karriere auf dem Spiel, für Periklis seine Gesundheit.

Beide hatte gegen ihre erstinstanzliche Verurteilung Revision eingelegt. Vor dem Urteil hatte sie jahrelang sämtliche Auflagen erfüllt. Anders als übrigen Straftätern wurde es ihnen nicht gestattet, bis zum Revisionsverfahren in Freiheit zu verbleiben.

Das Revisionsverfahren: Zahlreiche Ungereimtheiten

Mehrere griechische Gerichte sahen durch den Freiheitsentzug keinerlei Einschränkungen für die Leben der beiden.

 » Lees verder

Griechenland und Europa wieder Hoffnung bringen – mit deiner Hilfe

Griechenland und Europa wieder Hoffnung bringen – mit deiner Hilfe

03-03-18 08:11:00,

Im Laufe von nur zwei Jahren wuchs DiEM25 von einer kleinen Gruppe AktivistInnen zu einer starken Bewegung mit 70.000 Personen, die bereit ist, Europa aufzurütteln. An unserer Seite: Bürger, öffentliche Personen, Intellektuelle und diverse politische Kräfte, die sich um unsere Progressive Agenda für ein Europa der Menschen versammelt haben und bereit sind, sie mit uns voran zu bringen. 

Wir befinden uns in einer kritischen Phase in unserer Geschichte. In ganz Europa gewinnt DiEM25s Wahlflügel – eine historische und transnational politische Kraft – an Stärke, während wir uns auf die Europawahl im nächsten Jahr vorbereiten. Jetzt brauchen wir deine Hilfe, um die Dynamik aufrechtzuerhalten. 

Diese Woche bekamen wir ein beeindruckendes Angebot eines DiEM25-Mitgliedes, jede Spende – bis insgesamt 15.000 € – zu verdoppeln, um so den Start von MeRA25, unseres Wahlflügels in Griechenland, zu unterstützen. Das bedeutet, wenn wir 15.000 € aufbringen können, wird unser großzügiger DiEMer den Beitrag auf insgesamt 30.000 € erhöhen! 

Unsere griechischen DiEMer brauchen unsere Unterstützung, um MeRA25 starten zu können: Fronten organisieren, Veranstaltungen durchführen, im ganzen Land an Türen klopfen und die Nachricht über das Programm verbreiten, das den Geist des griechischen Frühlings wieder in sein Geburtsland zurück bringen soll. 

2015 wurden die Hoffnungen der Europäer, besonders der Griechen, auf ein transnationales Europa der Solidarität und des gegenseitigen Wohlstands verraten. MeRA25 sieht dies nicht als Niederlage; es war ein Rückschlag. Und jetzt, drei Jahre später, kehren wir zurück, um unseren Traum eines Europas der Menschen erneut einzufordern.

DiEM25 schuldet nichts an große Banken, Verwalter oder Lobbyisten. Die einzigen Menschen, denen wir verpflichtet sind, seid ihr. Wir werden ausschließlich von Einzelbeiträgen unserer Mitglieder und Sympathisanten finanziert. 

Jetzt ist die Zeit für mutiges Handeln gekommen. Die Bürger Europas müssen wie immer beweisen, dass die Veränderung von ihnen aus geht. Mach mit bei der Demokratisierung der EU und schicke uns deine großzügige Spende, damit wir das Spenden-Verdopplungsangebot unseres Mitglieds annehmen können!

Spende und hilf beim Aufbau von MeRA25!

Möchtest du über die Aktionen von DiEM25 informiert werden? Registriere dich hier.

 » Lees verder