Der griechische Traum: Turboschnell nach ganz oben

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16-04-19 09:41:00,

Syriza-Wahlkampfveranstaltung, Athen 4. Januar 2015. Vordere Reihe, 3. von rechts, Alexis Tsipras. Zweite Reihe, 3. von rechts (mit der Hand am Ohr), Manolis Petsitis. Foto: Wassilis Aswestopoulos

Affäre Petsitis: Ein Albtraum für die Regierung Tsipras

Der amerikanische Traum des Aufstiegs vom Tellerwäscher zum Millionär ist Gegenstand zahlreicher Romane und Geschichten. Kaum jemand kann sich aber vorstellen, dass eine solche Karriere im Turbomodus auch auf dem alten Kontinent, insbesondere im chronisch von der Pleite bedrohten Griechenland, möglich ist.

Der vorliegende Fall hängt zwar eng mit der aktuellen Regierungspartei Syriza zusammen, ist aber nur ein Pars-pro-toto-Beispiel für das, was in der griechischen Politik möglich ist.

Ein ehemaliger Kellner im Fokus der Medien

Die Rede ist von Manolis Petsitis, der zeitgleich mit dem Aufstieg des Premierministers Alexis Tsipras vom mittellosen Kellner zum viel diskutierten Reichen wurde. Petsitis ist ein Schulfreund von Tsipras engstem Freund und Mitstreiter, dem Minister für Digitales, Nikos Pappas. Sein Fall wurde von der Opposition in Griechenland ans Tageslicht gebracht.

Wie in Griechenland üblich steckt hinter solchen Enthüllungen immer auch der Gedanke, den Wählern einen größeren Skandal zu präsentieren, als die Gegenseite der eigenen Partei vorwirft. Dennoch ist die Affäre Petsitis mehr als nur ein politisches Ränkespiel.

Petsitis, über den die Medien in Griechenland oft ironisch als “Manolo” berichten, hatte 2013 eine Steuererklärung mit einem Jahreseinkommen von 4.911 Euro. Die Einkünfte erzielte er aus abhängigen Beschäftigungsverhältnissen als Kellner. Allein die Aufdeckung persönlicher Steuererklärungen und deren Verbreitung in der Presse zeigen, wie der Datenschutz in Griechenland chronisch unterminiert wird.

So wurde bekannt, dass Petsitis seinen Personalausweis sechs Mal als verloren gemeldet hat. Er ließ sich im Januar 1998, im April 2006, im April 2008, im Mai 2015, im August 2015 und im November 2015 mit dieser Angabe einen neuen Personalausweis ausstellen. Dies bedingt die Anwesenheit eines Zeugen, der dem das Ausweispapier ausstellenden Polizeioffizier die Angaben der einen neuen Ausweis beantragenden Person bestätigt. Im August 2015 war dies einer der Polizisten, die für die Sicherheit des Premierministers zuständig sind.

Die Vielzahl an in der Presse veröffentlichten Details über Petsitis brachte in Griechenland das Amt zur Bekämpfung der Legalisierung von illegal erzielten Einkünften auf den Plan. Ausgerechnet am 1. April beklagte das Amt, dass bei der immer noch im Visier der Ermittler stehenden “Affäre Petsitis”

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