“Haben Sie schon mal von dem größten Land der Welt, das Russland heißt, gehört?” | Anti-Spiegel

17-05-21 07:03:00,

Der Ausbau der Diktatur in der Ukraine nimmt immer absurdere Formen an, wie ein Korrespondentenbericht aus dem Land zeigt.

Der Anti-Spiegel hat bereits den Kommentar aus dem Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens vom Sonntag gezeigt. Weil das dort Gesagte so absurd klingt, dass selbst Kenner der Ukraine nur noch ungläubig den Kopf schütteln können, habe ich mir bei der Übersetzung ausnahmsweise sogar die Mühe gemacht, viele Quellen in dem Kommentar des russischen Moderators zu verlinken, damit jeder überprüfen kann, dass er in allem die Wahrheit sagt und es nicht etwa „russische Propaganda“ ist. Den Kommentar finden Sie hier.

Auf den Kommentar folgte in der Sendung noch ein Korrespondentenbericht aus der Ukraine, den ich nicht nur der Vollständigkeit halber ebenfalls übersetzt habe, sondern auch, weil er weitere Details der in der Ukraine ablaufenden Absurditäten aufzeigt.

Beginn der Übersetzung:

Die ukrainischen Grenzschützer sind immer noch überrascht, dass die Krim russisch ist und unsere Trikolore über allen Bohrplattfoprmen weht. Das ukrainische Patrouillenboot kommt jedoch nicht näher, sondern verhandelt lieber aus der Ferne: „Wir informieren das Schiff der Russischen Föderation über einen Gesetzesverstoß, haben Sie verstanden?“

„Ich habe gehört, was Sie gesagt haben. Aber haben Sie schon mal von dem größten Land der Welt, das Russland heißt, gehört?“, kommt die Antwort von dem russischen Schiff.

Eine der Offshore-Plattformen befindet sich auf dem Öl- und Gasfeld Glubokoye.

„Nach Angaben von Geologen gibt es dort Reserven im Wert von 38 Milliarden Griwna. Der Staat hat erhebliche Mittel ausgegeben, um Dokumente für die kommerzielle Produktion von Gas und Öl vorzubereiten“, sagte Roman Govda, erster stellvertretender Generalstaatsanwalt der Ukraine.

Es ist Wiktor Medwedtschuk, der verdächtigt wird, das Ölfeld gemäß russischem Recht umgeschrieben zu haben, obwohl es keinen einzigen Beweis dafür gibt, dass dieses Feld überhaupt ihm gehört. Glubokoye hat einen anderen Besitzer.

„Ein außergewöhnliches Ereignis. Und es ist ganz offensichtlich, dass es mit dem jüngsten Besuch von Außenminister Blinken und seiner Stellvertreterin Victoria Nuland zusammenhängt. Entweder mit Sanktionen oder auf Befehl wird dieser Oppositionspolitiker schikaniert“, sagte Mykola Asarow, Vorsitzender des Komitees zur Rettung der Ukraine und ehemaliger Premierminister der Ukraine.

Das Abhören von Medwedtschuks Telefongesprächen, was keine Beweise erbracht hat, ist das Werk der ukrainischen Geheimdienste. Selensky kündigt an, dass er auch durch Cybersecurity-Einheiten verstärkt wird.

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20-50 % der Bevölkerung haben eine Teilimmunität gegenüber Covid-19

09-08-20 07:45:00,

Bild: NIAID/CC BY-2.0

Eine Studie, an der Drosten mitgewirkt hat, wurde bereits im April eingereicht, ihre für die Einschätzung der Pandemie und die politischen Entscheidungen relevanten Ergebnisse wurden aber jetzt erst veröffentlicht

Haben Wissenschaftler Forschungsergebnisse zurückgehalten, um einen persönlichen, beruflichen Vorteil daraus zu ziehen? Diese Vermutung liegt nahe, wenn man sich einen zur Veröffentlichung anstehenden Artikel für die Zeitschrift “Nature” ansieht. Darin beschreiben Berliner Wissenschaftler um die Forscher Thiel und Drosten eine in der Bevölkerung vorhandene Kreuzreaktivität gegenüber dem “neuartigen” Coronavirus Subtyp Sars-CoV-2. Bei einem Drittel der Bevölkerung liege diese Kreuzreaktivität vor.

The presence of S-cross-reactive T cells in a sizable fraction of the general population may affect the dynamics of the current pandemic, and has important implications for the design and analysis of upcoming COVID-19 vaccine trials.

Schlussfolgerung der Autoren der Studie

Das Manuskript wurde am 9.4.2020 zur Begutachtung eingereicht und nach einem beschleunigten Begutachtungsverfahren am 22.07.2020 zur Veröffentlichung angenommen. Der Preview “SARS-CoV-2-reactive T cells in healthy donors and patients with COVID-19” steht seit dem 29.07.2020 im Internet zum Download zur Verfügung. Geht man weiter davon aus, dass die Erstellung des Manuskripts bei der hohen Anzahl an Autoren (sprich mehr als 60 helfende Hände) ca. 2 Wochen beansprucht hat, sind die Studienergebnisse substantiell bis etwa Ende März aufgelaufen.

Es liegt also die Vermutung nahe, dass erste Ergebnisse seit Anfang März zusammengetragen wurden, die die Hypothese unterstützen, dass sich der neuartige Corona-Subtyp ohne besondere Auffälligkeiten serologisch in die Reihe seiner bekannten Vorgänger einordnen lässt. Dieses Ergebnis muss dem Regierungsberater Drosten also bereits rudimentär vorgelegen haben, als er der Bundesregierung den Lockdown für die Eindämmung der Corona-Epidemie bzw. -Pandemieempfohlen hat.

Trotz der eminenten gesamtgesellschaftlichen Bedeutung für die Einschätzung der epidemischen Gefährdungslage durch Sars-CoV-2 haben es die Autoren vorgezogen, den üblichen langwierigen Weg der Verbreitung wissenschaftlicher Ergebnisse zu gehen.

Die Ergebnisse der Untersuchung unter Federführung der Berliner Charité werden nun auch noch durch eine weitere Forschergruppe aus den USA bestätigt. Die Studie Selective and cross-reactive SARS-CoV-2 T cell epitopes in unexposed humans wurde im August 2020 im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht.

Wenn, so die experimentellen Befunde beider Untersuchungen, 20-50 % der Bevölkerung eine Teilimmunität (in erster Linie Kreuzimmunität) gegenüber dem neuen Subtyp besitzen,

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Haben iranische Sicherheitskräfte wirklich 1.500 Demonstranten getötet?

02-07-20 11:21:00,

Rund 1.500 Menschen sollen iranische Sicherheitskräfte während der Proteste im vergangenen November getötet haben. Mit diesem Vorwurf begründen die USA ihre harte Politik gegenüber dem Iran. Doch der Ursprung der Zahl ist höchst zweifelhaft. Von Fabian Goldmann.

Nicht die Zahl von Toten oder Infizierten, sondern ein Brief des iranischen Präsidenten Hassan Rohani war es, der offenbarte, wie schlimm die weltweite Corona-Pandemie sein Land getroffen hatte. In einem für iranische Verhältnisse ungewöhnlichen Hilfsappell bat Rohani die internationale Staatengemeinschaft am 14. März 2020 um humanitäre Hilfe für sein Land, das sich aufgrund der US-Sanktionspolitik kaum selbst mit dem nötigen medizinischen Material versorgen könne. Washingtons Antwort folgte umgehend: Als „Sanctions Relief Scam“ [in etwa: Schwindel zur Erleichterung von Sanktionen) wies US-Präsident Donald Trump am 2. April das Hilfsgesuch der Iraner zurück. Einer der Gründe, warum seine Regierung auch in der Coronakrise nicht zu einer Lockerung der Sanktionen bereit sei, seien die 1.500 Menschen, die iranische Sicherheitskräfte während der Proteste im November 2019 getötet hätten. Der Tenor seines Statements: Wer Geld habe, seine Sicherheitskräfte auf die eigenen Bevölkerung schießen zu lassen, habe auch Geld, um die Kranken zu versorgen.

Die Zurückweisung von Irans Hilfegesuch in der Coronakrise ist nur eines von vielen Beispielen, wie die USA die gewalttätigen Ereignisse im Iran Ende vergangenes Jahr nutzen, um ein härteres Vorgehen gegen die Islamische Republik zu begründen. Ob es um die Verhängung neuer Sanktionen geht, die Rechtfertigung der gezielten Tötung des Generals Soleimani oder die Verhängung von noch mehr Sanktionen: Die Geschichte von 1.500 getöteten Demonstranten, die im friedlichen Kampf gegen ein brutales Regime ihr Leben ließen, ist aus der Iran-Politik der USA nicht mehr wegzudenken. Aber stimmt sie eigentlich? Haben iranische Sicherheitskräfte bei den Protesten Ende vergangenen Jahres wirklich rund 1.500 Menschen getötet?

Ein bisher einmaliger Leak aus Khameneis engstem Umfeld?

Sicher ist: Als ab dem 15. November 2019 infolge steigender Benzinpreise immer mehr Iraner auf die Straße gingen, antworten Sicherheitskräfte vielerorts mit Gewalt. Von einer „brutalen Niederschlagung“ der Proteste berichtete die New York Times am 1. Dezember des vergangenen Jahres. Dutzende Tötungen rekonstruierte France24 in einer aufwändigen Recherche aus Basis von Handy-Videos. Doch auf die Frage, von wem die Gewalt ausging,

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„Die USA haben nie Kriegsreparationen bezahlt“ – Historiker Ganser über das „Imperium USA“. Teil 1

27-06-20 01:25:00,

Der Schweizer Historiker und Friedensforscher hat ein neues Buch geschrieben, in dem er über das „Imperium USA“ aufklärt. Darin schlägt er einen weiten Bogen von der Besiedlung Nordamerikas durch Europäer bis zum digitalen Imperium in Gestalt von Facebook, Google und Co. Im Gespräch hat er erklärt, warum er das Buch geschrieben hat. Teil 1

Eine ganze Reihe von Büchern, die in den vergangenen Jahren erschienen sind, gab bereits Auskunft über den US-Imperialismus: John Pilgers „Verdeckte Ziele“, „Putsch!“ von Stephen Kinzer, Bücher zum Thema von Noam Chomsky und von William Blum. Dazu gehört auch das jüngst erschienene Buch von Daniel Immerwahr, „Das heimliche Imperium – Die USA als moderne Kolonialmacht“. Nun hat Daniele Ganser einen Überblick über das „Imperium USA“ vorgelegt.

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Foto : danieleganser.ch/ Christoph Hardt

Im Gespräch erklärte der Schweizer Historiker und Friedensforscher, warum er das Buch schreiben musste. Die USA würden als das mächtigste Land der Welt immer wieder das Interesse der Menschen auf sich ziehen. „Weil sie auch die meisten Länder bombardiert haben“, würden sich Menschen immer wieder mit ihr auseinandersetzen. „Mir ist einfach aufgefallen, dass es keine kompakte Übersicht gibt, von der Gründung der ersten Kolonie 1607 bis zu Facebook“, sagte Ganser.

Mit seinem Buch möchte er diesen bisher fehlenden Überblick leisten. „Ich möchte, dass es vor allem junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren lesen können. Das heißt, das Buch ist so geschrieben, dass es kein Vorwissen braucht. Man kann es auch mit 50 oder 70 gut lesen.“

„Jedes Imperium ist gefährlich“

Der Historiker sieht die USA als Imperium in der Krise. Angesichts der aktuellen Unruhen in der US-Gesellschaft meinte er: „Die USA brennen.“ Zudem sei das Land politisch tief gespalten zwischen Arm und Reich sowie zwischen Republikanern und Demokraten, während gleichzeitig sein weltweites Ansehen sinke. „Ich finde, es war immer ein gefährliches Imperium“, sagte er zum Hinweis auf Emmanuel Todds „Nachruf auf die Weltmacht USA“ aus dem Jahr 2002. Der französische Politologe warnte damals vor der Gefährlichkeit des untergehenden Imperiums.

„Jedes Imperium ist gefährlich“, so Ganser dazu. „Und der US-Imperialismus war gefährlich, als sie über Vietnam Napalm abwarfen oder in Chile die Regierung stürzten. Ich sehe jetzt nicht, dass es im Moment gefährlicher ist als früher. Im Gegenteil: Trump hat weniger Kriege geführt als Obama.

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Haben die Lockdown-Maßnahmen die Ausbreitung der Pandemie und die Zahl der Toten reduziert?

12-06-20 10:14:00,

Bild: NIAID/CC BY-2.0

Wissenschaftler sagen ja, aber die Annahmen der kontrafaktischen Beweisführung können bezweifelt werden. Die Frage ist, ob die Wirkung überhaupt wissenschaftlichen bewiesen werden kann

Haben die Lockdowns tatsächlich die Coronavirus-Pandemie eingedämmt, wie Studien schon Anfang April sagten und Simulationen Millionen durch sie gerettete Menschenleben ergaben? Manche sehen trotz der weltweit bestätigten 7,7 Millionenen Infizierten und über 420.000 an oder mit Covid-19 Verstorbenen immer noch die Coronavirus-Pandemie als eine nicht schwer wiegende Infektionskrankheit mit der Folge, dass sie die massiven Maßnahmen der Kontaktbeschränkungen, Ausgehverbote und Schließungen auch angesichts der gesellschaftlichen wirtschaftlichen Folgen für überzogen halten (Vom Beginn einer Skepsis).

In Deutschland fiel die in ihrer Bedeutung weiterhin umstrittene Reproduktionszahl bereits vor dem Lockdown unter dem Eindruck der Bilder aus Italien und mit den ersten Einschränkungen für Großveranstaltungen am 9.3. bis zum 21.3 auf unter 1 (Die Corona-Wende in Deutschland). Die ab dem 23. März einsetzenden Lockdown-Maßnahmen könnten den Wiederanstieg verhindert und/oder das Zurückgehen der Pandemie beschleunigt haben. Offen bleibt, ob die Infektionsrate auch ohne die einschneidenden Verbote zurückgegangen wäre.

Während die Pandemie zumindest vorerst in Asien und Europa am Abklingen scheint, vielleicht mit der Ausnahme von Schweden und Großbritannien, ist in den USA und in Lateinamerika noch kein Ende abzusehen. Dennoch sind die Vertreter harter Lockdown-Maßnahmen unter Rechtfertigungsdruck, da nun nach und nach die wirtschaftlichen Folgen der primär gesundheitspolitisch erfolgten Entscheidungen deutlicher werden. Lässt sich nachweisen, dass die Nostandsmaßnahmen erfolgreich waren bzw. welche dies gewesen sein könnten? Steffen Roth, Michael Grothe-Hammer und Lars Clausen hatten in Telepolis auch auf eine von der WHO veröffentlichten Überblicksstudie aus dem Jahr 2019 aufmerksam gemacht, nach der sich kaum Belege für die Wirksamkeit von Eindämmungsmaßnahmen finden lassen.

Was wäre geschehen, wenn die Lockdown-Maßnahmen nicht verhängt worden wären?

Man kann die Frage, ob die Lockdown-Maßnahmen effektiv waren, auch andersherum stellen: Was wäre geschehen, wenn sie nicht verhängt worden wären? Eine am 8. Juni veröffentlichte Studie des Global Policy Laboratory an der University of California in Berkeley suchte die Auswirkung von 1717 lokal, regional und national in China, Südkorea, Italien, Iran und den USA beschlossenen Kontakreduzierungsmaßnahmen auf die Covid-10-Fallzahlen zu berechnen. Zu den Maßnahmen gehörten etwa Schulschließungen, Veranstaltungsverbote, Kirchenschließungen, Ausgangssperren oder Reiseverbote.

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