Die große Herausforderung

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26-03-20 11:56:00,

Der Begriff Krise stammt aus dem Altgriechischen und wird laut Wikipedia als ein Höhepunkt oder Wendepunkt einer gefährlichen Konfliktentwicklung in einem natürlichen oder sozialen System, dem eine massive und problematische Funktionsstörung über einen gewissen Zeitraum vorausging, bezeichnet. Das Wort ging hervor aus dem Verb „krinein“, welches „trennen“ und „(unter-)scheiden“ bedeutet.

Wir sind durch die Krise also aufgefordert, zu trennen oder zu unterscheiden. In einer gefährlichen Konfliktentwicklung kann eine Strategie für die Zukunft entworfen werden, um Gefahren zu vermeiden und gemachte Fehler zu korrigieren.

Wir sind somit aufgefordert, die Vergangenheit zu bewerten, die uns in diese Situation geführt hat. Wir haben hier — durch die Dringlichkeit der aktuellen Lage — die Möglichkeit auf Vergangenes eine Antwort zu formulieren. Wir können das Sinnvolle vom Unnützen trennen, das Schädliche weglassen oder bekämpfen.

Die Krise zeigt uns an, dass etwas nicht rund läuft. Wir haben oft erst in der Krise die Möglichkeit die „massive und problematische Funktionsstörung, die einen gewissen Zeitraum vorausging“, wahrzunehmen. In der Psychotherapie spricht man beispielsweise vom Leidensdruck, der sich bis zur Unerträglichkeit steigert, damit der Betroffene bereit für eine Therapie ist. Diese Situation des „Es kann so nicht weitergehen!“ ist der Krise wesentlich. Eine Krise ist demnach eine Aufmerksamkeitsverschiebung, die eine Entwicklung, die vorher unsichtbar war, durch die Dringlichkeit der Situation sichtbar werden lässt.

In unseren zunehmend komplexer organisierten Strukturen wird es immer schwieriger — selbst für die sogenannten Experten — einen Überblick darüber zu erlangen, was für uns sinnvoll ist und was nicht. Die Anzahl der Krisen erhöht sich: Ölkrise, Finanzkrise, Klimakrise, Krise des politischen Diskurses, persönliche Sinnkrisen, ökologische Krise, demografische Krise, ideologische Krise, Kulturkrise. In fast allen Aspekten unseres Zusammenlebens erleben wir derzeit Situationen, die sich als Krisen wahrnehmen lassen.

Wir scheinen als Menschheit insgesamt in einer Krise zu sein, die sich aus mannigfaltigen Krisensituationen zusammenzusetzen scheint.

Entscheidend für die positive Bewältigung einer Krise sind die Entscheidungen, die für die Zukunft getroffen werden, ob die Strategie oder Vorgehensweise sinnvoller oder weniger destruktiv als vor dem Wendepunkt sein wird, wie also destruktives Handeln vom sinnvollen Handeln (ab-)getrennt wird. Gelingt dies nicht, wird sich die Krise wiederholen. Sehr gut zu beobachten wird dies wahrscheinlich bei der sogenannten Bankenkrise sein. Die zur Krise geführten strukturellen Funktionsstörungen wurden nicht beseitigt, sondern eher noch verstärkt.

Die von mir durchlebten Krisensituationen haben mich oft — nämlich dann,

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