Die Herren der Welt

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10-08-19 09:32:00,

Die Machtverhältnisse auf der Welt ändern sich. Die unipolare Weltordnung unter Kontrolle der USA fällt zugunsten einer multipolaren Weltordnung, in der verschiedene Machtblöcke entstehen. Die USA wollen das verhindern, die Partner der USA in Europa und in der arabischen Welt schwanken zwischen transatlantischer Bündnistreue und dem Aufbau eines eigenen Machtblocks. Nirgends zeigt sich diese Entwicklung so deutlich wie im Mittleren Osten.

An dem „Großen Spiel“ sind viele Akteure mit sehr unterschiedlichen Interessen beteiligt. Es geht um Einfluss und Kontrolle, es geht um den Zugriff auf Öl und Gas und die Transportwege. Nach dem Irak ist Syrien zum Spielfeld, besser gesagt zum Schlachtfeld geworden. Der Kampf wird auf verschiedenen Ebenen ausgefochten.

International stehen sich die USA, China und Russland gegenüber. Regional konkurrieren die Türkei, Iran, Saudi Arabien, Ägypten und Israel. Lokal kämpfen neben den syrischen Streitkräften Milizen wie die Hisbollah, iranische und kurdische Milizen, die Muslimbruderschaft und private Sicherheitsunternehmen, die auf den Kriegsschauplätzen der Welt immer mehr gefragt sind. Hinzu kommen unzählige lokale Stellvertretertruppen, die für die Lieferung von Waffen und Geld den Kampf fortsetzen. Der Kampf wird militärisch, wirtschaftlich und politisch ausgetragen.

Militärisch stockt der Westen seine Truppen und vor allem Waffenlieferungen auf. Wirtschaftlich verhängen die USA und Europa einseitige Strafmaßnahmen, die Wirtschaftssanktionen gegen Syrien und seine Partner. Politisch kündigen vor allem die USA, aber auch Europa Abkommen auf — Dialog nimmt ab, Konfrontation nimmt zu.

Das Völkerrecht bleibt außen vor bzw. wird ausschließlich bemüht, wenn der Gegenseite Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Mahnt Russland den Einhalt des Völkerrechts an und legt seine Begründungen vor — beispielsweise bei dem angeblichen Einsatz von Giftgas oder dem syrisch-russischen Militäreinsatz gegen „Hayat Tahrir al-Scham“, die mit Al Qaida liiert und international als terroristisch gelistet ist — wird das vom Westen ignoriert.

Einigkeit im UN-Sicherheitsrat ist die Ausnahme geworden. Der Westen klagt Russland an, die Einigkeit zu blockieren, Russland weist das zurück. UNO-Einrichtungen, die auf Antrag einiger Staaten in den vergangenen Jahren gegründet wurden, werden zu Instrumenten, um Russland anzuklagen. Weist Russland die Vorwürfe zurück, wird es — siehe oben — einer Blockadehaltung bezichtigt. Begründungen oder Beweise, die Russland vorlegt, um seine Haltung zu erläutern, werden der westlichen Öffentlichkeit vorenthalten.

Befeuert wird die Konfrontation durch zahlreiche Medien, die mit ihrer Berichterstattung und „Einordnung“ für die Öffentlichkeit scheinbar „gut von böse“,

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Die Herren machen das selber, dass ihnen der arme Mann Feind wird | KenFM.de

Die Herren machen das selber, dass ihnen der arme Mann Feind wird | KenFM.de

14-10-18 03:13:00,

Wer sich aus dem Heute auf den Weg in ein besseres Morgen begeben will, ist gut beraten sich im Gestern umzusehen, um daraus zu lernen.

von Frank Nöthlich.

„Die Zähigkeit und Ausdauer, mit der die oberdeutschen Bauern von 1493 an dreißig Jahre lang konspirierten, mit der sie alle aus ihrer ländlich-zerstreuten Lebensweise hervorbringenden Hindernisse einer größeren, zentralisierten Verbindung überwanden und nach unzähligen Sprengungen, Niederlagen, Hinrichtungen der Führer immer von neuem wieder konspirierten, bis endlich die Gelegenheit zum Aufstand in Masse kam – diese Hartnäckigkeit ist wirklich bewundernswert.“[1] (Friedrich Engels)

Ein Sprint durch die Geschichte

Das heutige Deutschland befindet sich auf einem Gebiet, das in der Vergangenheit Teil des Frankenreiches war. Nach dem Tod Karl des Großen im Jahr 814 wurde sein Sohn Ludwig der Fromme (778-840) König des Fränkischen Reiches und Kaiser. Es gelang ihm, das Reich zusammenzuhalten aber nach seinem Ableben führten Erbstreitigkeiten zum Zerfall. Im sogenannten Vertrag von Verdun wurde das Fränkische Reich am 10. August 843 unter seinen Söhnen Lothar (795-855), Karl dem Kahlen (823-877) und Ludwig dem Deutschen (etwa 806-876) aufgeteilt[2].

Das Westfrankenreich, aus dem Frankreich hervorging, bekam Karl der Kahle zugesprochen. Lothar erhielt die Kaiserwürde und ein Gebiet, das sich von der Nordsee bis nach Unteritalien erstreckte und Lotharii Regnum (lateinisch: „Reich Lothars“) genannt wurde. Die Kaiserstädte Aachen und Rom lagen in seinem Herrschaftsbereich. Ludwig der Deutsche wurde Herrscher über das Ostfrankenreich, dem Vorläufer des Heiligen Römischen Reichs.

Verschiedene Herrscherhäuser strebten danach, die Nachfolge des antiken römischen Imperiums anzutreten. Darunter befanden sich die Liudolfinger. Das sächsische Adelsgeschlecht herrschte von 919 bis 1024 im Ostfrankenreich. Die Kaiserkrönung von Otto I. am 2. Februar 962 markiert die Geburtsstunde des Heiligen Römischen Reiches. Im 11. Jahrhundert wird das Gebiet als Regnum Teutonicorum (Reich der Deutschen) bezeichnet. Mitte des 13. Jahrhunderts wird der Name Sacrum Romanum Imperium (Heiliges Römisches Reich) urkundlich erwähnt. Das Wort „Heilig“ sollte betonen, dass die weltliche Herrschaft durch die Gnade Gottes gewollt sei. Erst Ende des 15. Jahrhunderts, also nach den Bauernaufständen, findet der lateinische Zusatz Nationis Germanicæ (Deutscher Nation) Verwendung.

Das Heilige Römische Reich,

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