Die Herren machen das selber, dass ihnen der arme Mann Feind wird | KenFM.de

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14-10-18 03:13:00,

Wer sich aus dem Heute auf den Weg in ein besseres Morgen begeben will, ist gut beraten sich im Gestern umzusehen, um daraus zu lernen.

von Frank Nöthlich.

„Die Zähigkeit und Ausdauer, mit der die oberdeutschen Bauern von 1493 an dreißig Jahre lang konspirierten, mit der sie alle aus ihrer ländlich-zerstreuten Lebensweise hervorbringenden Hindernisse einer größeren, zentralisierten Verbindung überwanden und nach unzähligen Sprengungen, Niederlagen, Hinrichtungen der Führer immer von neuem wieder konspirierten, bis endlich die Gelegenheit zum Aufstand in Masse kam – diese Hartnäckigkeit ist wirklich bewundernswert.“[1] (Friedrich Engels)

Ein Sprint durch die Geschichte

Das heutige Deutschland befindet sich auf einem Gebiet, das in der Vergangenheit Teil des Frankenreiches war. Nach dem Tod Karl des Großen im Jahr 814 wurde sein Sohn Ludwig der Fromme (778-840) König des Fränkischen Reiches und Kaiser. Es gelang ihm, das Reich zusammenzuhalten aber nach seinem Ableben führten Erbstreitigkeiten zum Zerfall. Im sogenannten Vertrag von Verdun wurde das Fränkische Reich am 10. August 843 unter seinen Söhnen Lothar (795-855), Karl dem Kahlen (823-877) und Ludwig dem Deutschen (etwa 806-876) aufgeteilt[2].

Das Westfrankenreich, aus dem Frankreich hervorging, bekam Karl der Kahle zugesprochen. Lothar erhielt die Kaiserwürde und ein Gebiet, das sich von der Nordsee bis nach Unteritalien erstreckte und Lotharii Regnum (lateinisch: „Reich Lothars“) genannt wurde. Die Kaiserstädte Aachen und Rom lagen in seinem Herrschaftsbereich. Ludwig der Deutsche wurde Herrscher über das Ostfrankenreich, dem Vorläufer des Heiligen Römischen Reichs.

Verschiedene Herrscherhäuser strebten danach, die Nachfolge des antiken römischen Imperiums anzutreten. Darunter befanden sich die Liudolfinger. Das sächsische Adelsgeschlecht herrschte von 919 bis 1024 im Ostfrankenreich. Die Kaiserkrönung von Otto I. am 2. Februar 962 markiert die Geburtsstunde des Heiligen Römischen Reiches. Im 11. Jahrhundert wird das Gebiet als Regnum Teutonicorum (Reich der Deutschen) bezeichnet. Mitte des 13. Jahrhunderts wird der Name Sacrum Romanum Imperium (Heiliges Römisches Reich) urkundlich erwähnt. Das Wort „Heilig“ sollte betonen, dass die weltliche Herrschaft durch die Gnade Gottes gewollt sei. Erst Ende des 15. Jahrhunderts, also nach den Bauernaufständen, findet der lateinische Zusatz Nationis Germanicæ (Deutscher Nation) Verwendung.

Das Heilige Römische Reich,

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