Herrscher von Bayern warnt vor „Corona-RAF“

11-01-21 08:22:00,

Angesichts der Äußerungen, die der bayerische Alleinherrscher Woche für Woche von sich gibt, könnte man glauben, man befinde sich in einem bösen Traum. Leider ist dem nicht so und die neuste Meldung aus dem bayerischen Absolut-Staat kann einem normal denkenden Menschen nur noch die Sprache verschlagen. Die Verteufelung von Kritikern der Corona-Maßnahmen wird ad absurdum geführt. Verwunderlich ist, dass so viele Menschen die Maßnahmen noch immer für gerechtfertigt und sinnvoll erachten, sowie die Äußerungen dieses Individuums, welchen Elke Heidenreich in einem Interview mit Maischberger als den „Leibhaftigen“ bezeichnete.

Markus Söder warnt jetzt vor einer „Corona-RAF“ in Deutschland: „Aus bösen Gedanken werden böse Worte und irgendwann böse Taten. Deswegen müssen wir auch in Deutschland nicht nur die Sicherheitsmaßnahmen für die demokratischen Institutionen verbessern, sondern grundlegend sektenähnliche Bewegung der ‚Querdenker‘ und anderer vergleichbarer Gruppierungen in den Blick nehmen“, sagte Söder der „Welt am Sonntag“ mit Blick auf die Ereignisse in Washington.

Dabei müsste der Verfassungsschutz eine zentrale Rolle spielen. Auch wenn die Umfragewerte der AfD sinken würden, bestehe dennoch die Gefahr, dass sich aus ihrem „Umfeld“ heraus in Deutschland eine Art „Corona-Mob“ oder eine Art „Corona-RAF“ bilden könnte, die sogar gewalttätigt werden könnte, so Söder.

Die Machthaber in München, Berlin und anderen Hauptstädten der Bundesländer haben angesichts der Geschehnisse in Washington offenbar eiskalte Füße bekommen. Denn seit dem „Sturm“ auf das Kapitol in Washington wurde der Polizei in Berlin angeordnet, den Schutz des Bundestages, also des Reichstagsgebäudes zu erhöhen. Bundestagspräsident Schäuble hatte vom Auswärtigen Amt einen Bericht über die Ausschreitungen in den USA erbeten und werde „mit dem Bund und dem Land Berlin klären lassen, welche Schlüsse daraus für die Sicherung des Bundestages zu ziehen seien“. Ein Polizeisprecher teilte mit, dass die Schutzmaßnahmen für wichtige Gebäude der Hauptstadt „angepasst“ würden.

Offenbar haben die Vertreter angesichts der Geschehnisse in Washington die Befürchtung, dass ein wütender Mob nun auch die Regierungsgebäude in Berlin stürmen könnte. Die Verbarrikadierung wird ihnen nur nichts nützen, wenn sie von einer höheren, mächtigeren Macht zur Verantwortung gezogen werden. Und dieser Tag wird kommen – so viel ist sicher.

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Die hilflosen Herrscher

08-10-19 01:56:00,

Die meisten von uns wurden als Kind nicht als das einzigartige Subjekt, das wir sind, wahrgenommen und behandelt. Das hat Spuren hinterlassen. So haben auch wir, wie schon unsere Eltern und Lehrer vor uns gelernt, andere zum Objekt zu machen, zum Beispiel: „Der/Die andere ist doof“ und/oder uns selbst zum Objekt zu machen, zum Beispiel: „Ich bin doof.“

In diesem Sinne äußert sich auch der Neurobiologe Gerald Hüther in seinen Büchern. Wir benutzen andere unbewusst und bewusst oft so, wie wir auch materielle Objekte benutzen: Was kann das Objekt mir geben? Wie kann es mein Leben verbessern, bereichern? Welchen Vorteil habe ich durch das Objekt? Dies kann auch heißen: Wie passe ich mich so gut an, wie mache ich mich so gut zum Objekt, dass zum Beispiel Konflikte vermieden werden und/oder der andere mir zu nahe kommt und so meine Subjektivität erfährt.

Sich dies immer wieder in Situationen des Alltags bewusst zu machen, kann bedeuten, dass es manchmal nicht so viel braucht, den Fokus zu verschieben, um dadurch die anderen und mich selbst ganzheitlicher wahrnehmen zu können.

Und wir lassen es zu, von anderen auf diese Weise benutzt zu werden. Zum Beispiel in der Medizin oder in Lehr- und Lernsituationen findet das Subjekt — der ganze Mensch — oft zu wenig oder gar keine Berücksichtigung. Natürlich hat es in großen Gesellschaften viele Vorteile, uns selbst und die anderen so zu reduzieren. Es ist also ein Normalzustand, an den wir uns längst gewöhnt haben und den wir täglich erleben und mitgestalten. Leider merken wir deshalb auch meist nicht mehr, dass wir durch diese Art des Gebens und Nehmens auch immer wieder in der Tiefe verletzt werden und verletzen, uns nur begrenzt einlassen und Vertrauen oft keine Tiefe mehr hat.

In nahen Beziehungen jedoch sind wir empfindsamer, wenngleich wir auch hier „Verträge“ eingehen, deren dahinter liegende „deals“ uns meist verborgen bleiben. Dennoch oder gerade deswegen erspüren wir hier meist hochsensibel die offenen und verborgenen Machtansprüche unseres Gegenübers und reagieren darauf mit unseren eigenen.

Eine der wichtigsten Aufgaben der machtvollen Anteile unserer Psyche ist es, die verletzlichen Anteile in uns zu schützen. Wenn wir in einem Konflikt mit einem uns nahe stehenden Menschen einen Machtanteil von uns offen zum Ausdruck bringen, zum Beispiel,

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Tagesdosis 23.3.2019 – Herrscher und Untertanen, Täter und Opfer | KenFM.de

23-03-19 12:55:00,

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Ein Kommentar von Susan Bonath.

Sie sind arm. Sie schuften für Billiglöhne oder sind arbeitslos. Manche haben keine Wohnung, viele eine Bruchbude, fast keiner hat eine Perspektive. Doch die Bewohner der Banlieues von Paris nehmen das nicht so still hin wie ihre deutschen Nachbarn. Gewalt!, schreit Frankreichs Präsident Macron, seit sie sich gelbe Westen anziehen und dagegen wehren. Damit meint er nicht seine prügelnden, mit Gummigeschossen ballernden und Tränengasgranaten feuernden Polizisten, die schon Tausende verletzt und Dutzenden Augen aus- und Hände abgeschossen haben. Damit nicht genug: Macron hat angekündigt, ab diesem Wochenende zusätzlich Elitesoldaten auf die Demonstranten zu hetzen. Wenn das Volk nicht spurt, bekommt es Krieg.

Dass der Staat die Herrschaft der Herrschenden letzten Endes mit roher Gewalt durchsetzt, ausgeübt von uniformierten, privilegierten Untertanen, weiß nicht nur der französische Arbeiter. Doch der geht damit in der Regel anders um als der deutsche. Nur ein Beispiel: Während hierzulande ein Wutmob, vor allem bestehend aus älteren Männern, über die freitags streikenden Schüler – besonders Schülerinnen – herfällt und meist vom gemütlichen Sofa aus seinen Hass in die Kommentarspalten verspritzt, haben sich die Gelbwesten längst mit den „Fridays for Future“-Kids solidarisiert.

Klar, ganz tief im Inneren wissen es wohl auch deutsche Malocher: Die Herrschenden werden jede Gegenwehr brutal bekämpfen. Doch die Reaktion ähnelt einem Stockholm-Syndrom: Noch schneller im Hamsterrad treten. Noch eifriger jeden Mitbewerber nieder konkurrieren. Noch lauter nach Recht und Ordnung brüllen. Noch eindringlicher die Klassenunterschiede ignorieren. Und offensichtlich angefüllt mit Aggressionen, lenken viele ihre Wut auf ihnen vorgesetzte Feindbilder: Geflüchtete oder Muslime, Hartz-IV-Bezieher, unliebsame Journalistinnen und nun sogar auch auf Kinder und Jugendliche.

Die einen sind angeblich alle kriminell, die anderen faul. Schreiberlinge, die unerwünschte Dinge aussprechen, titulieren besorgte Bürger gerne als „Systemlinge“. Sind die Journalisten weiblich, geht es nicht selten weit unter die Gürtellinie. Das Patriarchat lässt grüßen. Und streikende Kinder diskreditiert der Wutbürger einfach mal als dumm, zur Not mit zusammengebastelten Fake-Fotos, wie es die AfD nun tat.

Doch an einer Stelle hält sich der Zorn der besorgten Bürger in engen Grenzen: Kindesmissbrauch und Kinderpornografie.

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Die heimlichen Herrscher

07-03-19 08:43:00,

Von 1990 bis heute hat sich das transatlantisch-neokonservative Establishment aufgrund seiner imperialistischen NATO- und EU-Expansionsbestrebungen als Hauptkrisen- und Kriegstreiber erwiesen. Wie es der Tiefe Staat — der Dunkelraum der Herrschenden — vollbrachte, die Friedensdividende des Jahres 1990 schleichend zu zerstören und schließlich konsequent vor die Wand zu fahren, ist Gegenstand dieses Buches.

Blicken wir kurz auf den Beginn der 1990er-Jahre zurück. Nach dem Fall der Berliner Mauer im November 1989, dem Zerfallsprozess der UdSSR um 1990/1991 und der Auflösung der Warschauer Vertragsorganisation 1991 glaubten viele Menschen an die Einlösung einer Friedensdividende. Armut, Konflikte und Kriege sollten der Vergangenheit angehören; eine globalisierte, freie Marktwirtschaft versprach Wohlstand für alle. Der Westen bejubelte das „Ende der Geschichte“ (3), weil die liberalen Demokratien unter Führung der USA als Sieger aus dem Systemkampf gegen die Staaten des „Kasernenkommunismus“ (4) hervorgegangen waren.

Nach fast 30 Jahren stellt sich die Frage: Was haben die politischen Führungen der westlichen Demokratien aus dieser Friedensdividende des Jahres 1990 gemacht? Um zu verstehen, wie die Zeit nach 1990 ablief, wollen wir uns in aller Kürze den Macht- und Herrschaftszentren zuwenden, so wie Bernd Hamm sie in dem Vorgängerbuch „Fassadendemokratie und Tiefer Staat. Auf dem Weg in ein autoritäres Zeitalter“ beschrieb, das ihm gewidmet war.

Nach seiner Darstellung steht an der Spitze die global herrschende ökonomische Klasse aus Reichen, Superreichen und Billionen-schweren Vermögensverwaltern (5). Zu ihrem Funktionsumfeld gehören die CEOs internationaler Konzerne, es folgen Regierungen, schließlich die sogenannten Funktionseliten. In Anlehnung an das „power-structure-Modell“ C. Wright Mills‘ beschreibt Hamm den Gesamtkomplex in Form konzentrischer Kreise:

  • Im innersten Kreis finden wir die globale Geldelite, die reichsten Individuen, Familien oder Clans mit einem Vermögen deutlich über einer Milliarde Euro.
  • Den zweiten Kreis bilden die CEOs großer transnationaler Konzerne und die größten internationalen Finanz-Magnaten. Sie beschäftigen sich vor allem damit, den Reichtum des innersten Kreises und somit auch ihren eigenen zu mehren.
  • Im dritten Kreis befinden sich die wichtigsten internationalen Politiker, einige in Regierungsfunktion, andere als Berater im Hintergrund und in internationalen Institutionen sowie die Spitzen des Militärs. Diese im engeren Sinn politische Klasse hat zwei Aufgaben: Sie muss die Verteilung des gesellschaftlichen Produkts so organisieren, dass so viel wie möglich hin zu den beiden inneren Kreisen transferiert wird; und sie muss den politischen Zirkus einer vermeintlich pluralistischen Demokratie mit der erforderlichen Legitimität absichern.

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