Über die gefährliche Heuchelei wichtiger US-Einflusspersonen und ihre wachsende Rolle in D.

03-09-20 12:21:00,

Oskar Lafontaine hat seinen Kommentar zum Angriff der Bundeskanzlerin auf Russland wegen des Anschlags auf Nawalny mit „Erbärmliche Heuchelei“ überschrieben. Siehe hier. Der Vorstoß der deutschen Bundeskanzlerin und ihrer Mitstreiter Kramp-Karrenbauer und Maas ist nicht nur erbärmlich. Er ist gefährlich. Dieser Vorstoß der Bundesregierung wird das Vertrauen zwischen Deutschland und Russland massiv beschädigen und zu einer gefährlichen Verhärtung in Russland beitragen. Es ist nämlich gar nicht ausgemacht, dass der Vorgang so ablief, wie er von Frau Merkel dargestellt wird. Es gibt andere Versionen. Es kann zum Beispiel genauso gut sein, dass westliche Geheimdienste ihre Hände im Spiel hatten. Es gibt so viele Ungereimtheiten an diesem Vorgang, dass es hoch fragwürdig ist, sich so festzulegen, wie die deutsche Bundeskanzlerin es getan hat. Albrecht Müller.

Für mich ist der gestrige Auftritt der Bundeskanzlerin, der Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer und des Bundesaußenministers Heiko Maas eine neue Bestätigung dafür, dass an der Spitze unseres Staates Einflusspersonen der USA stehen.

Über diesen bedrückenden Befund haben die NachDenkSeiten schon des Öfteren nachgedacht und berichtet. Dieser Befund war auch Gegenstand von Überlegungen und Recherchen beim Schreiben meines neuen Buches „Die Revolution ist fällig. Aber sie ist verboten“. Mit der Vorstellung dieses Buches wollte ich eigentlich bis Montag, den 7. September, warten. An diesem Tag erscheint es. Aus gegebenem Anlass zitiere ich jedoch einen einschlägigen Text aus dem Kapitel II. 12. „Unterwanderung und Einflussagenten“.

Auszug Seite 103 bis 105 von „Die Revolution ist fällig“:

„Also, es gibt wenig Fakten und Belege, aber es gibt Indizien. Das ist unbefriedigend, aber es macht trotzdem Sinn, darüber nachzudenken.

Zur Entschärfung des inneren Konfliktes nenne ich diese Personen im weiteren Text nicht Einflussagenten, sondern Einflusspersonen. Die Umformulierung nimmt der Analyse den Beigeschmack von krimineller Tätigkeit. Ob dieses Zugeständnis berechtigt ist, muss jede Leserin und jeder Leser selbst entscheiden.

Damit verstanden werden kann, wie wichtig dieses Thema ist, schlage ich vor, sich in die Person des Chefs des größten Rüstungskonzerns der Welt Lockheed Martin zu versetzen. Jetzt stellen Sie sich vor, der Chef dieses Unternehmens muss zu Beginn des Jahres 1990 feststellen, dass eine große Partei in Europa, die SPD, in einem Grundsatzprogramm festgelegt hat, dass es Abrüstung statt Aufrüstung geben soll und dass der Kalte Krieg mit seiner für einen Rüstungskonzern angenehmen Begleiterscheinung der gegenseitigen Aufrüstung beendet sein soll.

 » Lees verder

Heuchelei als Staatsräson

18-02-20 11:17:00,

Krönung der Widersprüchlichkeit war die Entsorgung der vormaligen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nach Brüssel. Sie war in Berlin wegen Unfähigkeit und des Verdachts der Untreue (6) untragbar geworden. Jedoch für das höchste Amt der EU, à la bonne heure, reicht so eine aus Berliner Sicht wohl allemal, sie soll ja in Brüssel nur deutsche Aufträge … aber bitte, wir wollen nicht vorgreifen. Bleiben wir für eine Kurzkritik noch beim Gestrampel von CDU und FDP gegen den Verlust ihrer vorgeblichen Unschuld.

Anzumerken ist zunächst: Wer den Unterschied zwischen Faschismus und Nazismus nicht kennt, weil ihn weder Geschichtswissen noch politische Ideologien belasten, dem kann man auch nicht verständlich machen, welchen gemeinsamen ideellen Nährboden die beiden Strömungen trotz ihrer Verschiedenheit haben. Er wird schwerlich begreifen, warum ein Kontakt mit Björn Höckes Mannen immer noch Anreiz zu sofortiger Ganzkörperhygiene sein sollte. Schon gar nicht wird er einsehen, dass die Gleichsetzung von deutschem Neo Faschismus und deutschem Neo Sozialismus indiskutabel ist, allein schon weil sie dem Arsenal antikommunistischer Geschichtsfälscher entstammt.

Vielmehr dürfen wir die Groteske erleben, dass eine sich als „die Mitte“ aufspielende CDU mit einem Thüringer Wahlergebnis von gerade mal 21 Prozent auch in diesem Bundesland jede Zusammenarbeit mit dem „linken Rand“ verweigert, mit der Linkspartei. Dabei hat dieser linke Rand dummerweise zehn Prozent mehr Wähler von sich überzeugt als die Christdemokraten, nämlich gute 31 Prozent. Es ist schon ein Elend mit dem Adam Riese und der politischen Geometrie, ne?

Der Realitätsverlust nach jahrzehntelanger CDU/CSU-Machthabe verhindert jeden selbstkritischen Anflug. Die enge Zusammenarbeit und personelle Identitäten der CDU mit vormaligen Nazis — daran hat Oskar Lafontaine auf den NachDenkSeiten (7) erinnert — sind mittlerweile Teil des Genoms der Christenunion. Sie „verarbeitete“ ihre braune Frühgeschichte nie, sondern verdrängte sie bloß. Und da dieser politische Verschnitt nun mal Regierungspartei wurde und den Kanzler oder die Kanzlerin stellt, wurde die Heuchelei zur deutschen Staatsräson. Das zeigt sich auch auf vielen anderen Feldern und ist Wesenskern unserer Politik.

Ihre betrügerische Wirkung entfaltet sich nicht zuletzt in den Nachrichtensendungen von Tagesschau & Co. Da wird, wenn die Bundesregierung es so hält, nicht von Mord, sondern von „Tötung“ berichtet, Terroristen gehen als „Rebellen“ durch, Angriffskriege heißen „Militärintervention“, und die Verteilung von Almosen wird als Sozialpolitik gefeiert. Die Landwirtschaftsministerin kann unhinterfragt und im O Ton ein „Tierwohl-Label“ propagieren,

 » Lees verder

Idlib und die Heuchelei des Westens

21-08-19 09:18:00,

Helmut Scheben

Helmut Scheben / 21. Aug 2019 –

Die Medien verschweigen, wie es zur Eskalation in Idlib kam. Sie beschuldigen zu einseitig Assad und seine Verbündeten.

Es ist ein Déjà-vu: In Idlib wiederholt sich das traurige Spektakel, das der Welt bei den Kämpfen in Ost-Gouta vor Damaskus und im nordsyrischen Aleppo geboten wurde. Der Westen beklagt händeringend das Schicksal der Dschihadisten und ihrer Anhängerschaft und nennt sie «Rebellen». Es sind jedoch dieselben Dschihadisten, die der Westen im irakischen Mossul als terroristischen Abschaum dargestellt und in Grund und Boden bombardiert hat.

Ergänzende Informationen

Red. Besonders in geopolitischen Auseinandersetzungen versuchen alle Konfliktparteien, ihre eigenen Absichten zu vertuschen, die Gegenseite zu diskreditieren, falsche Fährten zu legen und die Medien zu instrumentalisieren.
Als Zweitmedium gehen wir davon aus, dass unsere Leserschaft die von grossen Medien verbreiteten Informationen bereits kennt. Helmut Scheben beleuchtet hier die westliche Syrienpolitik und Berichte grosser westlicher Medien aus einer äusserst kritischen Optik, die sonst kaum zur Diskussion gestellt wird.
Immer mehr Bürgerinnen und Bürger schätzen unsere ergänzenden Informationen, um sich eine eigene Meinung zu bilden.

Die USA und ihre Verbündeten geben nach eigenen Angaben Milliarden Dollar für den sogenannten «Krieg gegen den Terror» aus. Doch in der syrischen Region Idlib stellen sie sich auf die Seite von radikalislamischen Kampfgruppen und erheben ein lautes Wehgeschrei, wenn die syrische Armee mit Unterstützung Russlands gegen Al-Kaida-Dschihadisten vorgeht, die jede Abmachung und jeden Waffenstillstand gebrochen und immer wieder Terroranschläge verübt haben. «Die Provinz Idlib wird militärisch weitgehend von einer Miliz kontrolliert, die der al-Kaida nahesteht», berichteten der Tagesanzeiger und die Süddeutsche Zeitung am 27. Juli.

Die Eskalation in Idlib werde die Region weiter destabilisieren, klagt US-Botschafter Jonathan Cohen vor dem UN-Sicherheitsrat. Die Position der USA und ihrer NATO-Alliierten wird von den grossen westlichen Medien – wie im gesamten Syrienkonflikt – weitgehend kritiklos übernommen. Sie warnen vor Massakern und einer humanitären Katastrophe, sie schildern das tatsächliche Leid der Bevölkerung in den erschreckendsten Details, sie bringen herzzerreissende Augenzeugenberichte aus den umkämpften Gebieten, und sie vergessen nie zu betonen, wer die Schuldigen sind: Baschar al-Assad, Russland und der Iran.

Idlib liegt im Norden und grenzt an die Türkei. Karte: Al Jazeera.

 » Lees verder

STANDPUNKTE • Wozu führt die Heuchelei der deutschen Politik? | KenFM.de

26-06-19 03:48:00,

Dieser Artikel ist auch als kostenlose MP3 für Dich verfügbar!

Download MP3

Wenn Politiker vergessen, dass Menschen denken können.

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

Man kann eine Haltung, wie die der chinesischen Führung, sich vollkommen aus innerstaatlichen Auseinandersetzungen anderer Länder herauszuhalten, durchaus nachvollziehen. Sie führt zu einer klar definierten, nachvollziehbaren Außenpolitik. China macht Geschäfte mit jeder Regierung, egal ob Diktatur oder Demokratie. Die deutschen Regierungen jedoch behaupten, sie würden sich international für Menschenrechte und Demokratie stark machen, und unterstützen dafür auch einen Putsch, wie in der Ukraine, oder einen bewaffneten Aufstand wie in Syrien, oder der Außenminister stellt Millionen Euro für humanitäre Hilfe zur Verfügung, allerdings nicht zur Verfügung der legitimen, von der UNO anerkannten Regierung, sondern zur Verwaltung durch einen Putschisten. Und natürlich folgt Deutschland den Vorgaben aus Washington und verhängt „aus humanitären Gründen“ oder wegen „Verstößen gegen internationale Regeln“ (man beachte, dass der Begriff „Völkerrecht“ zunehmend vermieden wird) Sanktionen. Auch das könnte man als legitime Linie einer Außenpolitik verstehen. Wenn da nicht die Widersprüche wären, wenn Deutschland nicht immer wieder beweisen würde, dass es eigentlich überhaupt nicht um Menschenrechte und Demokratie geht. Aber nicht nur die Außenpolitik ist deutlich sichtbar von Heuchelei durchwachsen.

Das aktuelle Beispiel

Am 12. Juni wurde wieder einmal ein solch eklatanter Widerspruch zwischen, zum Beispiel dem Verhalten gegenüber Venezuela, und dem Verhalten gegenüber den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), offenbar. So freuten sich die der NATO nahe stehenden Zeitungen, wie die Süddeutsche, dass sich die Emirate „als verlässlichen Partner für Berlin – auch in der Iran-Krise“ präsentieren.

Der Artikel erklärte, dass der Kronprinz der VAE, Mohammed bin Zayed al-Nahyan, meist abgekürzt MbZ genannt, nach Deutschland gekommen war, um die guten Beziehungen mit Deutschland weiter zu vertiefen. Und „diesem Wunsch ist die Bundesregierung gewogen, wie aus der 46 Punkte umfassenden gemeinsamen Erklärung hervorgeht, die am Abend veröffentlicht wurde.“ (1) Der Artikel erklärte, dass Deutschland und die VAE auf „eine noch umfassendere strategische Partnerschaft“ hinarbeiten würden. Und behauptete, dass es viele Gemeinsamkeiten der beiden Länder geben würde.

Also bisher waren wir ja der Meinung, dass der Kronprinz von Saudi-Arabien der mächtigste Mann der Region wäre,

 » Lees verder

Die große Heuchelei

11-05-19 08:21:00,

Jürgen Todenhöfer spricht über deutsches Mitläufertum, Auslandseinsätze der Bundeswehr und darüber, was die Medien mit einem Märchen von Hans-Christian Andersen zu tun haben. Er spricht über Feldzüge im Namen westlicher Werte und über den Versuch, die Geschichtsschreibung darüber zu korrigieren. Sein Fazit: „Der Westen kämpft um Markt, Macht und Moneten, aber nicht für seine Werte.“ Und genau um diese Werte geht es Jürgen Todenhöfer. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Demokratie und die Menschenrechte sind ihm wichtig. Ein Plädoyer für Einmischung. Das Gespräch mit Jürgen Todenhöfer führte Karin Leukefeld.

Karin Leukefeld: Ich habe Ihr Buch durchgeblättert, mich an einigen Texten festgelesen. Es erinnerte mich zunächst an das Buch „Die offenen Adern Lateinamerikas“ von Eduardo Galeano (2). Kennen Sie das?

Jürgen Todenhöfer: Nein.

Galeano beschreibt in einer ähnlich kurzen Art und Weise, teilweise sehr poetisch, Begebenheiten aus der Geschichte, dem Leben des lateinamerikanischen Kontinents. Sie tun das auch in Ihrem Buch. Sie berichten aus Ländern der arabisch-muslimischen Welt, die Sie besucht haben. In allen diesen Ländern herrscht Krieg. Wollen Sie mit ihrem Buch über Entwicklungen und Schicksale in dieser Kriegsregion berichten?

Seit meinem 18. Lebensjahr bin ich in Krisengebieten unterwegs. Nicht nur im Nahen Osten, ich war auch sehr viel in Lateinamerika, in Kuba, Chile. Ich kenne fast alle lateinamerikanischen Länder, habe mit Rebellen gesprochen. Ich war in den Krisengebieten Asiens, ich war in Vietnam, vor einem Jahr erst war ich in Nordkorea. In Afrika habe ich die Befreiungskämpfer in Mozambique, Angola, Sambia, Namibia getroffen, habe die Entwicklung dort miterlebt. Mein neues Buch behandelt also nur einen Teil meiner Reisen und konzentriert sich auf die Region, in der heute Krieg geführt wird. Über die Schicksale anderer Völker und Kriege habe ich schon andere Bücher geschrieben.

Ihr Buch ist also ein Buch über die aktuellen Kriege und Krisen in einer bestimmten Region?

Mein Buch ist auch ein Buch über den Westen. Der Westen hat seit 500 Jahren, als sein Aufstieg begann, die Welt brutal erobert. Ich habe das festgemacht an der so genannten Wiederentdeckung des amerikanischen Kontinents durch Kolumbus 1492. In diesem Jahr fällt auch die letzte Hochburg der islamischen Zivilisation in Grenada, in Spanien. Seitdem hat der Westen die Welt fortwährend durch grenzenlose Brutalität erobert, die er — und das ist das Besondere — in edle Worte und Werte gekleidet hat.

 » Lees verder