BAG: Hunderte Millionen für Cholesterinsenker verschleudert

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26-02-19 11:13:00,

Jahrelange Werbung für den teuren Cholesterinsenker Ezetrol in den USA
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Jahrelange Werbung für den teuren Cholesterinsenker Ezetrol in den USA

Urs P. Gasche / 26. Feb 2019 –

Die ezetimib-haltigen Ezetrol, Atozet und andern Ezetimib-Generika haben keinen Zusatznutzen – ausser Milliarden für Pharmafirmen.

«Millionen für Flop-Arzneien» titelte der Beobachter schon vor acht Jahren; fünf Jahre später berichtete Infosperber «Die teuren Cholesterin-Senker Ezetrol und Inegy bescherten dem Pharmakonzern MSD Milliarden, ohne einen Todesfall zu verhindern.» Ende Januar 2019 titelte «Saldo» «Prämiengelder für nutzlose Cholesterinsenker».

Doch das Bundesamt für Gesundheit BAG verdonnert die Krankenkassen bis heute dazu, ezetimib-haltige Arzneimittel den Pharmafirmen zu vergüten. Seit das Patent abgelaufen ist, beteiligen sich auch die Generika-Hersteller Sandoz (Novartis), Mepha Pharma, Spirig HealthCare und Helvepharm am Geschäft. Die Schweizer Krankenkassen haben schon mehrere hundert Millionen Franken für diesen unzweckmässigen Cholesterinsenker ausgegeben.

Auf grosse Versprechen…

Anders als die Medikamentengruppe der Statine senkt der Wirkstoff Ezetimib den Cholesterinspiegel nicht über die Leber, sondern über den Verdauungstrakt. Es schont deshalb die Leber. Und Ezetimib senkt den Cholesterinspiegel erst noch stärker. Wegen dieser Vorteile hatte das BAG die Ezetimib-Präparate in die Kassenpflicht aufgenommen und einen Verkaufspreis bewilligt, der ursprünglich 2,5-mal so hoch war wie die gängige Behandlung mit Statinen. Die Pharmafirmen Merck und Schering erzielten mit Ezetimib weltweit Jahresumsätze von über sechs Milliarden Franken.

…folgte die Ernüchterung

Auf politischen Druck in den USA hin mussten Merck und Schering im Jahr 2008 ihre eigene Studie «Enhance» veröffentlichen. Die ernüchternden Resultate waren den Firmen laut «New York Times» schon zwei Jahre vorher bekannt: Obwohl Ezetimib-Präparate den Cholesterinwert tatsächlich stärker senken als Statine allein, verhindern sie die Arterienverkalkung nicht.

Diese Ergebnisse seien «schockierend», befand Chefkardiologe Steven E. Nissen von der Herzklinik in Cleveland. Ablagerungen in den Arterien sind für das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen entscheidender als der Cholesterinspiegel.

Herzspezialist Harlan M. Krumholz, Professor an der Yale-Universität, kam zum Schluss: «Mit dem heutigen Wissen ist das Verschreiben von Ezetrol anstelle von Stati­nen ein Arztfehler.» Das unabhängige deut­sche «Arznei-Telegramm» rief dazu auf, «den überteuerten Cholesterinsenker nicht zu verordnen und einzunehmen». Doch das Schweizer Bundesamt für Gesundheit stufte Ezetimib-Präparate weiter als zweckmässig und wirtschaftlich ein.

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