Der Impfkrieg

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27-08-20 10:25:00,

von Nathaniel Doromal

Die Kriegsmetapher ist seit langem in der öffentlichen Gesundheitsfürsorge verwurzelt. In ihrer Antwort auf die Covid-19-Pandemie haben die Gesundheitsbehörden der Welt ganze Gesellschaftsbereiche mit dem utilitaristischen Ziel mobilisiert, um die Ausbreitung von Covid-19 zu stoppen, und sie stillgelegt.

In Amerika wurden ganze Staaten in einen Lockdown versetzt, öffentliche Schule geschlossen, die öffentlichen Dienstleistungen der Regierung ausgesetzt und Geschäfte geschlossen, während man düstere Bilder von Toten zeichnete, Bilder von Kranken und Sterbenden an Beatmungsgeräten ausstrahlte und ein lebhafter Dialog über „überlastete“ Krankenhauskapazitäten die Mainstream-Medien zukleisterte. Zeitschriften und Kanäle spielten mit, indem sie einen Schwall Beiträge über die Gefahren von Covid-19 und die Notwendigkeit eines fortgesetzten Lockdowns ausgossen. Abweichende Sichtweisen in den sozialen Medien wurden von den Tech-Unternehmen, die hinter den sozialen Medien stehen, zensiert.

Anscheinend eskalierte die Reaktion der Gesundheitsbehörden im Laufe der Zeit, während neue Daten aus der realen Welt auftauchten, die dem Ernst der Covid-19-Vorhersagen widersprachen. Was als kurze Lockdown-Maßnahme gedacht war, zog sich über Monate hin. Die amerikanische Ökonomie geriet ins Stocken, sackte im Zuge der Maßnahmen ab und amerikanische Gouverneure weiteten ihre kurzfristigen Notstandsbefugnisse aus, um die Lockdown-Periode zu verlängern.

Vertreter der Gesundheitsbehörden selbst verbreiten die Kriegsmentalität mit der fortwährenden Botschaft: Wir befinden uns in einem Krieg mit einem unsichtbaren Feind, der ausgerottet werden muss. Die Kriegsmentalität betont die Notwendigkeit von Opferbereitschaft, um die Ausbreitung von Covid-19 zu stoppen. Und Kriegswaffen werden verherrlicht: Die Vertreter der Gesundheitsbehörden verherrlichen die Impfung als ihr schärfstes Schwert.

Wie in jedem Krieg gibt es Kollateralschäden. Hier sind es die Fundamente der medizinischen Ethik, der Zustimmung nach Inkenntnissetzung, der Menschenrechte, der bürgerlichen Freiheiten und sogar der Wissenschaft selbst. Wie lässt sich ordentliche Wissenschaft betreiben, wenn ein Ziel — „in Lichtgeschwindigkeit einen Impfstoff zu liefern“ — entgegen gesunder wissenschaftlicher Skepsis und der öffentlichen Debatte überbetont wird? Der ultimative Kollateralschaden liegt natürlich bei denen, die durch Entscheidungen auf Basis fehlerhafter Wissenschaft geschädigt oder verletzt worden sind.

Eine nähere Untersuchung der Reaktion der Gesundheitsfürsorge auf Covid-19 legt ein tieferes Problem frei: Die Metapher des Krieges und die Annahme eines Impffundamentalismus bildete lange einen Bestandteil der die Gesundheitsfürsorge prägenden Denkweise.

Die Kriegsmetapher führt in einen reduktionistischen Denkstil, der seinerseits zu zwei exklusiven Resultaten führt: Entweder 1) wir gewinnen,

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