Kurz vor MH17-Jahrestag inhaftiert der ukrainische Geheimdienst SBU einen angeblichen GRU-Agenten

09-07-20 03:49:00,

Andrei Nikolayevich soll für den russischen Geheimdienst GRU den Geheimdienst der “Volksrepublik Donezk” aufgebaut und ein Agentennetzwerk geleitet haben.

Der Ukrainer soll im Auftrag des russischen Geheimdienstes “freiberuflich” den Geheimdienst der “Volksrepublik Donezk” aufgebaut und gesteuert haben, der wiederum “direkt” am Abschuss von MH17 beteiligt gewesen sein soll

Der ukrainische Geheimdienst SBU hat den ukrainischen Staatsbürger K. in Kiew festgenommen, der angeblich “freiberuflich” für den russischen Geheimdienstes GRU gearbeitet haben soll. Interessant ist, dass Andrei Nikolayevich K., so soll er heißen, ab 2014 mitgeholfen haben soll, den Geheimdienst der “Volksrepublik Donezk” (DNR) aufzubauen und zu steuern. Dabei soll er auch in Kontakt mit zwei der wegen des MH17-Abschusses in Den Haag Angeklagten gestanden sein.

Für den SBU soll K. für GRU einer der Betreuer der “Volksrepublik Donezk” gewesen sein und insbesondere deren Geheimdienst mit aufgebaut haben. Wie er sich in Kiew erwischen ließ und was er dort machte, teilt der ukrainische Geheimdienst nicht mit, dem wie den Geheimdiensten anderer Ländern kaum Vertrauen entgegengebracht werden kann. So wird daran gezweifelt, ob die Telefonmitschnitte, auf die das JIT die Anklage stützt, authentisch sind. Das Gericht hat nun angeordnet, dies von einem Experten prüfen zu lassen.

Zuletzt hatte ein SBU-Kommando mit Wladimir Zemach2019 einen angeblichen Zeugen für den MH17-Prozess aus der “Volksrepublik” gewaltsam verschleppt, dem für eine entsprechende Aussage Angebote gemacht worden sein sollen. Er kam aber durch einen russisch-ukrainischen Gefangenenaustausch wieder frei, was die niederländische Staatsanwaltschaft allerdings vergeblich verhindern wollte, indem sie ihn schnell zu einem möglichen Mittäter machte.

Eine Großtat des SBU war 2018 die inszenierte Ermordung des Journalisten Arkady Babchenko, angeblich um ein Mordkomplott zu verhindern, Alles in allem eine wilde Geheimdienstgeschichte, bei der nicht nur der Generalstaatsanwalt und der damalige Präsident Poroschenko mitspielte, sondern auch der Rechte Sektor.

Der SBU will einen neuen Zeugen oder Angeklagten für den MH17-Prozess

Jetzt sagt der SBU kurz vor dem Jahrestag des Abschusses von MH17, er sei im Besitz von abgehörten Telefongesprächen, in denen K. über Reibereien zwischen den russischen Geheimdiensten GRU und FSB über die Kontrolle der DNR-Separatistenführer gesprochen habe. Die Telefongespräche stellte der SBU online. Es seien die Namen des FSB-Direktors und etwa der früheren Separatistenführen Alexander Borodai oder Alexander Sachartschenko gefallen.

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