Die neue Inquisition

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02-07-19 09:31:00,

Die Frage, ob es besser für den WikiLeaks-Gründer wäre, nach Schweden oder in die USA ausgeliefert zu werden, ist schwer zu beantworten — und müsste eigentlich auch gar nicht beantwortet werden, denn in keinem dieser Länder liegt etwas gegen ihn vor, das eine Auslieferung wirklich rechtfertigen würde. Der Vorwurf der „Verschwörung“ mit Chelsea Manning steht auf ebenso tönernen Füßen wie der Vorwurf der „Vergewaltigung“ in Schweden. Und was die Justizbehörden beider Länder und Großbritanniens in Sachen Assange bisher veranstaltet haben, hat mit fairem, rechtsstaatlichem Procedere nichts zu tun. Es ist eine Jagd, die an das Unwesen der „Heiligen Inquisition“ gemahnt und, wie sich Craig Murray erinnert:

„Julian revolutionierte das Publikationswesen, indem er der Öffentlichkeit direkten Zugang zu großen Mengen Rohmaterial verschaffte, das zeigte, was die Regierung geheim halten wollte. Durch den der Öffentlichkeit gewährten, direkten Zugang wurden die Filter und Moderationen durch die journalistische und politische Klasse umgangen. Im Gegensatz zu etwa den ,Panama Papers‘, von denen — entgegen aller Versprechungen — gerade mal zwei Prozent des Materials veröffentlicht wurden, wobei große westliche Unternehmen und Persönlichkeiten vor Enthüllungen vollständig geschützt waren, weil die Mainstreammedien als Vermittler genutzt wurden.

Oder vergleichen wir WikiLeaks mit den Snowden Files, deren überwiegender Teil nun begraben wurde und nie mehr veröffentlicht wird, weil man sie dummerweise dem Guardian und ,The Intercept‘ anvertraut hatte. Assange hat diese Vermittlerrolle der Journalisten ausgeschaltet und, indem er der Öffentlichkeit die Wahrheit über ihre Regierenden zugänglich machte, eine wesentliche Rolle dabei gespielt, das Vertrauen der Öffentlichkeit in ein politisches Establishment zu untergraben, das sie ausbeutet.

Es gibt eine interessante Parallele in der Reaktion auf die Gelehrten der Reformation, die die Bibel in die Landessprachen übersetzten und der Bevölkerung direkten Zugang zu ihren Inhalten gaben, ohne die vermittelnden Filter der Priesterklasse. Solche Entwicklungen provozieren außergewöhnliche Gehässigkeit bei jenen, deren Position bedroht ist. Ich sehe in dieser Hinsicht eine historische Parallele zwischen Julian Assange und William Tyndale. Das sollten wir im Gedächtnis behalten, um die Tiefe des staatlichen Hasses gegenüber Julian zu verstehen“ (1).

Mir gefällt dieser historische Vergleich, weil er das Augenmerk auf die Sache richtet, um die es im Fall Assange und WikiLeaks geht. Auf den revolutionären Akt, der Bevölkerung die ganze „Wahrheit“ direkt zugänglich zu machen, die von einer elitären Klasse nur gefiltert und zensiert und stets im Sinne des eigenen Machterhalts zugeteilt wird.

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Tagesdosis 28.5.2019 – Die neue Inquisition | KenFM.de

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28-05-19 11:19:00,

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Beugehaft für Chelsea Manning, 175 Jahre Gefängnis für Julian Assange.

Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Am vergangenen Donnerstag hat das US-Justizministerium eine erweiterte Anklage gegen Julian Assange veröffentlicht. Der Wikileaks-Gründer wartet in einem britischen Hochsicherheitsgefängnis auf die Gerichtsverhandlung über den Auslieferungsantrag der USA, die am 12. Juni beginnen soll. Wurde ihm in der ersten Anklage, die im vergangenen Monat veröffentlicht wurde, nur die Verschwörung mit der ehemaligen US-Militärgeheimdienstanalystin Chelsea Manning für einen Hackerangriff vorgeworfen, enthält die neue Anklageschrift nunmehr 17 weitere  Punkte, die unter das US-Bundesgesetz des „Espionage Act“ fallen, der den Verrat militärischer Informationen unter Strafe gestellt.

Nach diesem im ersten Weltkrieg 1917 erlassenen Gesetz, dessen Verstoß mit der Todesstrafe geahndet werden kann, wurde bisher noch niemals ein Publizist verurteilt.
Um eine Auslieferung aus England zu erreichen – was bei drohender Todesstrafe wegen britischer und europäischer Gesetze nicht möglich ist – teilte das US-Justizministerium mit,  dass Assange bei einer Verurteilung pro Anklage mit einer Höchststrafe von 10 Jahren Gefängnis rechnen müsse, für die erste Anklage der Verschwörung zum Eindringen in ein Computersystem wäre die Höchststrafe 5 Jahre. Es drohen maximal also “nur” 175 Jahre Haft.

Die Juristen der Obama-Regierung hatten eine Anklage nach dem Spionage-Gesetz zwar erwogen, dann aber fallenlassen, weil davon dann auch sämtliche klassische Medien betroffen wären, die die von Wikileaks bereitgestellten Informationen ebenfalls veröffentlichten.

 “Rechtswissenschaftler glauben, dass die Verfolgung von Reportern wegen ihrer Arbeit das First Amendment (den Verfassungsgrundsatz der Rede,-und Pressfreiheit) verletzte, doch dies wurde noch nie von einem Gericht verhandelt, da die Regierung noch nie einen Journalisten unter dem Espionage Act angeklagt hat”, schreibt die New York Times.

Auf eine entsprechende Frage antwortete ein Sprecher des Justiz-Ministeriums bei einer Pressekonferenz: ”Das Ministerium nimmt die Rolle von Journalisten in einer Demokratie sehr ernst…Es ist nicht und war nie die Politik des Ministeriums, sie wegen ihrer Berichterstattung zu verfolgen. Aber Julian Assange ist kein Journalist.”

Die New York Times merkt dazu an: “Auch wenn er kein konventioneller Journalist ist,

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Die moderne Inquisition

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28-11-18 02:42:00,

Ein Beitrag bei KenFM machte mich neugierig. Der Autor Dr. Ansgar Schneider, ein mir bis dahin völlig unbekannter Physiker und Mathematiker, äußerte sich klar und strukturiert über seinen eigenen Weg zur wissenschaftlichen Befassung mit 9/11 und über die seltsame Lethargie seiner Fachkollegen beim Umgang mit diesem Thema.

Ich bestellte mir sofort das Buch „Stigmatisierung statt Aufklärung: Das Unwesen des Wortes ‚Verschwörungstheorie‘ und die unerwähnte Wissenschaft des 11. Septembers als Beispiel einer kontrafaktischen Debatte“, das Ansgar Schneider am Ende des Artikels in aller Bescheidenheit erwähnte. Es weicht seitdem nicht mehr von meiner Seite. Ich hatte es innerhalb von einer Woche bereits zweimal verschlungen und war sprachlos angesichts der Präzision und Klarheit, die sich im Denken von Ansgar Schneider offenbart.

So wurde mir erst durch dieses Buch voll bewusst, dass die „Verschwörungsleugner“ eine kontrafaktische Scheindebatte führen, indem sie behaupten, die 3 Türme in New York seien von alleine zusammengefallen. Mit „Verschwörungsleugner“ meine ich in dem Zusammenhang Menschen wie Michael Butter, die mit religiösem Eifer behaupten, dass alles, was aus unterschiedlichsten, durchaus auch völlig absurden Gründen, beispielsweise die jüdische Weltverschwörung, von der offiziellen Lesart abweicht, eine „Verschwörungstheorie“ sei.

Um zu verstehen, nach welchem Muster derzeit die 9/11-Debatte in weiten Teilen verläuft, biete ich, angeregt durch Ansgar Schneiders Buch, folgendes Gedankenexperiment an:

Eine prominente Persönlichkeit stirbt. Die zuständigen Ermittlungsbehörden erklären rasch und ohne die übliche kriminalistische Untersuchung, dass es offensichtlich Selbstmord gewesen sei. Nachdem sich der Schock über den prominenten Todesfall langsam gelegt hat und etliche Personen damit beginnen, einen nüchternen Blick auf die bekannt gewordenen Fakten zu werfen, werden Zweifel an der Selbstmordthese laut. Daraufhin stimmt die zuständige Behörde widerwillig zu, den Toten offiziell von einem anerkannten Gerichtsmediziner untersuchen zu lassen. Dessen Autopsiebericht bestätigt, dass es Selbstmord gewesen sei.

Die Frage eines Journalisten an den Gerichtsmediziner, ob er Hinweise auf ein Mordwerkzeug gefunden habe, verneint dieser. Er habe gar nicht danach gesucht, da es ja ohnehin Selbstmord war. Die Zweifler an der Selbstmordthese verstummen nach dieser Untersuchung erst recht nicht und führen nun alle möglichen vernünftig und unvernünftig anmutenden Gründe an, warum sich der Tote niemals selbst umgebracht hätte, warum bestimmte Personen ein Interesse an seiner Ermordung hatten und welcher Personenkreis wegen seiner technischen und organisatorischen Mittel zu einem Mord fähig sei.

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The Return Of The Inquisition: Do You Confess?

The Return Of The Inquisition: Do You Confess?

29-09-18 05:55:00,

Authored by Simon Black via SovereignMan.com,

In 279 BC, the vast army of King Pyrrhus of Epirus was met by Roman forces at the Battle of Asculum in southern Italy, in what would be one of the costliest military engagements of ancient history.

Pyrrhus fancied himself the second coming of Alexander the Great and believed that he was a descendant of Achilles.

Many of his peers and contemporaries believed Pyrrhus to be the greatest military commander of all time.

His exploits were legendary. And when he set sail for Italy in 280 BC, the Romans did not underestimate him.

The Battle of Asculum was decisive. Pyrrhus actually won the battle; but in defeating the Romans, he lost so many of his men that his army was practically broken.

Pyrrhus purportedly said of his victory, “If we are victorious in one more battle with the Romans, we shall be utterly ruined. . .”

This gave rise to the term “Pyrrhic victory,” which refers to a win that’s incredibly costly.

Pyrrhus also tried his hand at diplomacy with Rome, sending one of his ablest statesmen to the capital to negotiate peace with the Roman Senate.

The emissary was not successful. But he reported back to Pyrrhus that Rome’s Senate was incredibly impressive– “an assembly of kings” comprised of its noblest citizens.

And he was right. In the early days when Rome was still a republic, its Senate was a highly revered institution that stood for wisdom, dignity, and virtue.

They were far from perfect. But the men who served in the Senate during the early republic were heavily responsible for building the most advanced civilization the world had ever seen up to that point.

Needless to say, times changed. Within a few hundred years, the Senate had become a corrupt joke, filled with venal criminals, weak sycophants, and mediocre minds.

I couldn’t help but think of this analogy yesterday watching the Inquisition of Brett Kavanaugh.

If you’re living under a rock (or reading this letter many years from now), Brett Kavanaugh has been nominated to serve as a Justice of the United States Supreme Court.

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Inquisition, Kriegshetze und Dekadenz | KenFM.de

Inquisition, Kriegshetze und Dekadenz | KenFM.de

04-02-18 07:57:00,

Eine Politik der Lüge, Ablenkung und Gewalt.

von Wolfgang Bittner.

Was sind das für Zeiten? Vortragsräume werden verweigert, Bankkonten gekündigt, Mitgliedschaften in Vereinen verhindert, weil jemand als Antisemit diffamiert wird oder einer nicht genehmen, wenn auch im Bundestag vertretenen Partei angehört. Denunziation und Intrigen haben Konjunktur, Blockwartmentalität und Hexenjagd. Es wird gehetzt und gespalten, bis in die Parteien hinein. Offensichtlich gibt es Organisationen – von wem auch immer begründet und gesponsert –, die auf Rufmord und Unterwanderung spezialisiert sind, weltweit.

Soeben hat die US-Regierung eine Sanktionsliste mit 210 russischen Staatsbürgern veröffentlicht. Darauf stehen 114 Politiker und 96 sogenannte Oligarchen, die alle von ihren Verbindungen zum russischen Präsidenten Putin profitiert haben sollen. Unter den Verfemten befinden sich die Verwaltung des russischen Präsidenten, wie sie auf der Webseite des Kreml aufgeführt wird, sowie das gesamte russische Kabinett einschließlich des Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew und Außenminister Sergej Lawrow. Eine „beispiellose“ Liste – so der Sprecher Putins –, die dokumentiert, dass die USA sämtliche Regierungsmitglieder als Feinde betrachten.

Kein Aufschrei, keine Empörung westlicher Politiker und Medien. Kritiklos kann die US-Regierung sich erdreisten, eigenmächtig Sanktionen gegen andere Staaten und deren Bürger zu verhängen? Keine Frage nach der Legitimation. Dabei gehörten sämtliche Präsidenten der letzten Jahre und viele US-Politiker nach Recht und Gesetz vor den internationalen Strafgerichtshof (den die USA wohlweislich nicht anerkennen), zum Beispiel der immer noch auf leisen Sohlen so sympathisch daherkommende Ex-Präsident Barack Obama, der in seiner Amtszeit sieben Kriege geführt und täglich Drohnenmorde abgesegnet hat.

Wo werden die Interventionskriege der USA und die von ihnen inszenierten blutigen Regimewechsel thematisiert? Stillschweigen, Opportunismus, Anbiederung. Was für eine verlogene, verhetzte, dekadente Bagage in Politik und Medien! Schon lange ist das Völkerrecht außer Kraft gesetzt und wird nur noch in Feld geführt, wenn es ins Kalkül passt. Die USA haben über Jahrzehnte hinweg ein menschenverachtendes System geschaffen, ein Netzwerk der Ausplünderung, Desinformation und Indoktrination über die ganze Welt gespannt. Wer sich dagegen auflehnte, wurde eliminiert, wer sich gegenwärtig wehrt, wie zum Beispiel Russland, China, Iran, Venezuela oder Nordkorea, wird mit Sanktionen belegt und mit Krieg bedroht.

Als Grund für die Wirtschaftssanktionen gegen Russland wird gebetsmühlenartig die angebliche Annexion der Krim im März 2014 angeführt. Dass es sich bei dem Anschluss der Krim an die Russische Föderation nicht um eine Annexion,

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