Klinkhammer: „Das Interesse der arbeitenden Menschen steht nicht im Mittelpunkt der Nachrichten“

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11-07-20 12:59:00,

„Wir erfahren in den Nachrichtensendungen so gut wie nichts über die Situation von ausgepowerten und drangsalierten Arbeitnehmern, über die steigende Armut in unserem Land, über die Wohnungsnot und unverschämte Mietsteigerungen oder über das Problem und die Folgen ungenügender Renten.“ Das sagt Friedhelm Klinkhammer im 2. Teil des Interviews, das die NachDenkSeiten mit ihm und Volker Bräutigam geführt haben. Im 2. Teil geht es weiter um die China- Berichterstattung der Tagesschau, aber auch um die beschlossene Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Von Marcus Klöckner.

Der erste Teil unseres Interviews hat mit der Berichterstattung der Medien über China geendet. Fahren wir an der Stelle fort.
Die problematische Berichterstattung zu China findet schon länger statt, oder? Sie zitieren in Ihrem Beitrag eine Untersuchung der Heinrich-Böll-Stiftung aus dem Jahr 2010. Zu welchem Ergebnis kam die Studie?

Friedhelm Klinkhammer: Es handelt sich um eine Studie der Wissenschaftler Carola Richter (Universität Erfurt) und Sebastian Gebauer (Universität Halle), in der die China-Berichterstattung der wichtigsten deutschen Medien analysiert wird, auch die der ARD-aktuell. Herausgeberin der vor zehn Jahren veröffentlichten Untersuchung ist die Heinrich-Böll-Stiftung. Der Befund ist für den deutschen Mainstream beschämend: „unreflektierte Nutzung von kollektiv abwertenden Schlagwörtern“, „unzulässige Pauschalierungen“ („die Chinesen“), „fehlender Aufbau von Hintergrundwissen“, „mangelndes China-Wissen und fehlende Reflexion“; insgesamt müsse man von einer „fortlaufenden Verbreitung existierender Stereotypen sprechen, die sich eher an gesellschaftlich verankerten Symbolen und Floskeln orientieren, statt ihre eigentliche Aufgabe des Hinterfragens dieser Bilder wahrzunehmen.“

Zumindest bei ARD-aktuell hat sich daran nach meinen Beobachtungen bis heute nichts geändert.

Auch früher gab es problematische Ereignisse in Ländern, mit denen Deutschland keine so guten Beziehungen hatte. Anders gesagt: Auch früher gab es Länder, gegenüber denen die deutsche Regierung kritisch positioniert war. Sie verfolgen die Tagesschau schon sehr lange. Wie ist Ihr Eindruck: Wie war früher die Berichterstattung?

Volker Bräutigam: Wir neigen vermutlich alle dazu, die Vergangenheit beim Vergleich mit heute in rosiges Licht zu tauchen. Ich würde deshalb sagen: Die Tagesschau war zwar immer schon staatstragend. Aber sie wahrte mehr Distanz zur Regierung, journalistische Distanz. Es gab, anders als heute, ein spürbares Bemühen um Sachlichkeit und Seriosität, zumindest im Formalen; damit deute ich nicht nur auf die sprachliche Verwahrlosung, die heute die Nachrichtensendungen prägt. Es gab mehr Konzentration auf das wirklich Wesentliche und weniger Pillepalle.

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Welches Interesse hat Deutschland an einer Konfrontation mit China? | Anti-Spiegel

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02-12-19 04:30:00,

China wird in letzter Zeit von Medien und Politik systematisch zum Feindbild aufgebaut. Nun ist sogar im Gespräch, dass eine Bundeswehr-Fregatte in die Region geschickt werden soll. Wie sehr zündelt die Nato am anderen Ende der Welt und warum macht Deutschland mit?

Uns wird immer erzählt, die Nato sei ein reines Verteidigungsbündnis, die nur den Frieden wolle. Dass das nicht stimmt, wissen wir spätestens seit dem Jugoslawienkrieg, denn Jugoslawien hat keinen Nato-Staat angegriffen, trotzdem hat die Nato aber Jugoslawien angegriffen. Aber das ist für viele längst vergessen und könnte ja auch ein „Ausrutscher“ gewesen sein.

Wenn die Nato ein Verteidigungsbündnis wäre, dann wäre ihre einzige Sorge, dass ein Nato-Mitglied von irgendeinem anderen Land angegriffen werden könnte. Ihre Aktivitäten würden sich also auf Nordamerika und Europa beschränken, wo ihre Mitgliedsländer liegen. Die Nato ist aber weltweit aktiv. Man sagt uns, das diene dem „Schutz unserer Interessen“.

Das mag sogar sein und an freien Schiffswegen, die zum Beispiel Öl aus dem Nahen Osten nach Europa bringen, sind wir ja auch tatsächlich interessiert. Aber dann ist die Nato eben kein „Verteidigungsbündnis“ mehr, sondern ein Instrument zur Durchsetzung „unserer Interessen“.

Damit stellt sich die Frage, was sind eigentlich „unsere Interessen“? Und um wessen Interessen handelt es sich, wenn die Nato „unsere Interessen“ irgendwo auf der Welt verteidigt?

Die dominierende Macht in der Nato sind die USA, es geht also um die Interessen der USA. In vielen Krisengebieten, wo offiziell keine Nato-Einsätze stattfinden, arbeiten Einheiten der Nato trotzdem mit den Streitkräften der USA zusammen. Schlagzeilen gemacht hat vor einiger Zeit die spanische Fregatte „Mendez Nunez“, die mit dem US-Flugzeugträger „Abraham Lincoln“ zusammen im Persischen Golf operiert hat. Als es jedoch die Gefahr gab, es könne einen Krieg mit dem Iran geben, haben die Spanier ihr Schiff aus dem Verband herausgenommen, in dem es vorher ganz selbstverständlich unter US-Kontrolle weit weg von den Nato-Ländern operiert hat.

Nun geht es also um China, das derzeit als neues Feindbild aufgebaut wird. China hat ganz sicher keinerlei Intentionen, ein Nato-Land anzugreifen. Wäre die Nato also ein reines Verteidigungsbündnis und kein politisches Instrument zur Durchsetzung von Interessen, dann könnte China der Nato herzlich egal sein. Ist es aber nicht. Anfang August erklärte Nato-Generalsekretär Stoltenberg, die Nato müsse sich gegen Chinas Aufstieg stellen.

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De BRICS-landen – Geen interesse

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01-12-19 07:58:00,

Dat de pers in onze maatschappij een zeer grote en zelfs cruciale rol speelt is zonneklaar want zij zet de inhoud van de debatten in de huiskamer, op het voetbalveld, het werk en aan de toog. En wat de pers verzwijgt en de burger dus niet weet kan nu eenmaal moeilijk een onderwerp van gesprek zijn. Vandaar dat overheden een uitzonderlijk belang hechten aan wat de pers schrijft… of niet schrijft.

De wijze waarop de media bijvoorbeeld de oorlog in Syrië of de toestand in het ganse Midden-Oosten verslagen toont dat. Westerse wapens voor Al Qaeda en ISIS? Je zal het in de westerse kranten, radio of televisie behalve bij een rare uitzondering niet vinden. Over de oorlog tegen ISIS en al Qaeda integendeel tonnen verhalen.

BRICS doodgezwegen

En de controle hierop is duidelijk sterk. Het moet immers het idee versterken dat het Westen een kracht voor het goede is met zoiets als westerse (of Europese d.i. zonder dan de VS) waarden. Het moet het Europese superioriteitsgevoel voeden.

Een goed voorbeeld hiervan is hoe onze media de nu voorbije elfde topbijeenkomst van de BRICS-landen versloegen of liever verzwegen. BRICS staat voor een groep landen van wat men vroeger de Derde Wereld en nu de Groeilanden noemt.

Het omvat Brazilië, Rusland, Indië, China en Zuid-Afrika en ontstond als groep nu twintig jaar terug. De naam BRICS komt feitelijk van een analist van de Amerikaanse zakenbank Goldman Sachs. Financiers berucht wegens hun grote macht.

Deze BRICS komen om de twee jaar samen, afwisselend in een ander land van de groep en dit jaar was dat de beurt aan Brazilië waar president Jair Bolsonaro de honneurs mocht waarnemen. Met als gasten Xi Jinping, Vladimir Poetin, Narendra Modi uit Indië en de Zuid-Afrikaan Cyril Ramaphosa. De bijeenkomst had ditmaal plaats op 13 en 14 november in Brasilia, de Braziliaanse hoofdstad.

Cúpula do BRICS. Chegada dos líderes do BRICS ao Palácio Itamaraty. foto: Arthur Max/MRE

De presidenten van de BRICS-landen. Van links naar rechts: Xi Jinping, Vladimir Poetin, Jair Bolsonaro, Narendra Modi en Cyril Ramaphosa. Zoals bij de G7 blijft ook hier wat beslist werd grotendeels verborgen achter de schermen. Men keurde in wezen goed wat hun topambtenaren voordien achter goed gesloten deuren overeen kwamen. Ze hadden het officieel onder meer over het klimaat en de cybercriminaliteit.

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Kein Interesse am Frieden – mal wieder ziehen die NachDenkSeiten die Stimmung runter

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02-07-19 02:03:00,

Oder wollen Sie belogen werden? Der zornige Artikel von Leo Ensel – “Stell dir vor, der INF-Vertrag kratzt ab – und keinen juckts! – Über ein Begräbnis vierter Klasse“ – , auf den wir heute in den Hinweisen des Tages aufmerksam gemacht haben, zwingt dazu, auf eine Rede des Bundespräsidenten zu sprechen zu kommen und in diesem Zusammenhang auch auf eine Äußerung des hochgeschätzten Harald Lesch. Alles zusammen ist – aus friedenspolitischer Warte betrachtet – eine einzige Katastrophe. Albrecht Müller.

Bundespräsident Steinmeier war Mitte Juni in Finnland und hat dort eine Rede gehalten. Wenn Sie die Chance, die neu aufgebaute Konfrontation in Europa wieder abbauen zu können, richtig einschätzen wollen, oder wenn Sie die gängigen Methoden der Indoktrination studieren wollen, dann sollten Sie den Text dieser Rede zur Eröffnung der Kultaranta-Gespräche nachlesen. Sie ist nicht allzu lang und in vieler Hinsicht bemerkenswert, zum Beispiel:

  1. Der Bundespräsident komplimentiert Russland wie ganz selbstverständlich aus Europa hinaus. Da gibt es aus der Sicht des deutschen Staatsoberhauptes Europa, aber gemeint ist nur die Europäische Union, und dort ist Russland. “Unser Kontinent und die Europäische Union” werden als Einheit gesehen. Das war einmal anders: Sogar der CDU-Bundeskanzler Helmut Kohl und noch mehr die Partei, der Bundespräsident Steinmeier einmal beigetreten ist, die SPD, haben einvernehmlich am Ende des Prozesses zum Abbau der Konfrontation im Jahre 1990 das gemeinsame Haus Europa einschließlich Russlands propagiert und von Gemeinsamer Sicherheit gesprochen.

    Das war schon der Geist, der die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und der daraus folgenden OSZE prägte. In der Rede des Bundespräsidenten vom 16. Juni 2019 ist davon nichts mehr zu finden. Steinmeier erwähnt den Geist dieses ungeteilten Europas und die optimistische Hoffnung darauf, aber behauptet dann, diese Hoffnung von 1989 sei einem allgegenwärtigen Pessimismus gewichen. Er tut dann so, als sei das Ende dieser optimistischen Hoffnung vom Himmel gefallen. Wörtlich: “Es scheint, als würden autoritäre Herrscher die Macht übernehmen und die Agenda bestimmen. Demokratie, Menschenrechte und internationale Zusammenarbeit scheinen auf dem Rückzug zu sein.” – Das sind die üblichen westlichen Sprüche, hinter denen die eigene Verantwortung für diese Entwicklung versteckt wird.

  2. Zum Beleg und zur Demonstration der neuen Konfrontation nutzt Steinmeier einen viel benutzten und inzwischen bewährten Trick der Manipulation: die verkürzte Erzählung einer Geschichte.

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