Iran-Update: Die aktuellen Ereignisse im Persischen Golf und ihre Vorgeschichte | Anti-Spiegel

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23-07-19 06:09:00,

Der Konflikt zwischen dem Iran und dem Westen spitzt sich zu. Da die deutschen Medien wie üblich die Vorgeschichte weglassen, soll hier noch einmal aufgezeigt werden, wie es zu dem aktuellen Konflikt gekommen ist und warum die aktuelle Zuspitzung der Lage zu erwarten war.

Die aktuelle Krise begann im Mai 2018. Damals haben die USA das Atomabkommen mit dem Iran gebrochen und Sanktionen gegen den Iran angekündigt. Die EU stellt sich zwar formell hinter das Abkommen, erfüllt aber ihre darin übernommenen Verpflichtungen selbst nicht. Vertragstreu sind lediglich Russland, China und der Iran. Selbst die vom Iran im Mai angekündigte Aussetzung von Teilen des Abkommens ist nach dem Vertragsbruch durch die USA kein Verstoß gegen das Abkommen, der Iran hat zu dieser Reaktion laut Abkommen das Recht.

Die Chronologie, Details und Hintergründe zu dem Atomabkommen finden Sie hier.

Da sich der Iran aber bisher auch von den harten Wirtschaftssanktionen der USA und der vertragswidrigen Untätigkeit der EU nicht hat provozieren lassen, war zu erwarten, dass die Situation auf andere Weise verschärft werden würde. Und das geschah auch im Mai und im Juni, als Öltanker im Persischen Golf bzw. im Golf von Oman beschädigt wurden. Obwohl es keinerlei Hinweise auf eine Schuld des Iran gab und diese Verschärfung auch nicht im iranischen Interesse war, haben westliche Medien und Politiker den Iran beschuldigt, für die Vorfälle verantwortlich zu sein.

Die nächste Provokation gegen den Iran war die Festsetzung eines iranischen Tankers durch Großbritannien bei Gibraltar. Der Tanker war mit iranischem Öl auf dem Weg nach Syrien. London begründete die Festsetzung des Tankers mit einer Verletzung gegen die Syrien-Sanktionen der EU. Das Problem dabei ist, dass die EU-Sanktionen nicht vom UNO-Sicherheitsrat bestätigt wurden. Nur dann wäre es erlaubt, Sanktionen auch mit Gewalt durchzusetzen. Da eine Resolution des Sicherheitsrates nicht vorliegt, war die britische Aktion ein völkerrechtswidriger Akt der Piraterie.

Danach war zu erwarten, dass der Iran seine Ankündigung umsetzen würde und ebenfalls einen britischen Tanker festsetzt. Auch das ist völkerrechtswidrig, aber der Iran will sich die einseitigen Provokationen nicht gefallen lassen. Das macht die iranische Aktion nicht legaler, aber zumindest verständlich. Der Iran zeigt seine roten Linien deutlich auf.

Interessant ist,

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Iran-Update: Zusammenfassung der neuesten Entwicklungen | Anti-Spiegel

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15-05-19 11:45:00,

Die Krise um den Iran nimmt an Schärfe zu. Auch heute kamen wieder einige Meldungen, die ich hier zusammenfassen möchte.

Nachdem er über ein Jahr still gehalten und nicht auf den Vertragsbruch der USA beim Atomabkommen reagiert hat, hat der Iran nun angekündigt, Teile des Abkommens auszusetzen, bis die EU ihren Teil des Abkommens wieder erfüllt. Die EU hat nämlich, trotz schöner Lippenbekenntnisse, selbst gegen das Abkommen verstoßen, weil sie Ärger mit den USA vermeiden will.

Die USA haben auf den iranischen Schritt, der ja nur eine Reaktion auf den Vertragsbruch der USA von vor einem Jahr ist, mit der Verlegung weiterer Kriegsschiffe reagiert. In Washington gibt es auch Gerüchte über die Verlegung von 120.000 Soldaten an den Golf.

Und während die USA verkünden, dass sie keinen Krieg wollen, aber auf iranische Provokationen am Golf bewaffnet reagieren würden, kommt es wie auf Bestellung zu solchen „Provokationen“. Derartige Provokationen hat der Iran in vierzig Jahren nie gemacht, aber ausgerechnet jetzt, wo die Kriegsgefahr so groß ist, soll er angeblich damit angefangen haben.

Es geht um vier Tanker, die angeblich Opfer von Sabotageakten geworden sein sollen. Die Schäden sind minimal, sie haben keinen praktischen Effekt. Aber sie sind der Grund für eine mediale Hysterie, die das Thema in der Öffentlichkeit am Kochen hält. Der Iran hat keinen Nutzen davon, die westliche Propagandamaschine aber schon und auch Irans Gegner wie Israel und einige arabische Staaten schlachten das Thema aus.

Die Schäden an den Schiffen sind in der Tat minimal, wie man hier sehen kann.

RT-Reporter filmt Schäden an vermeintlich sabotierten Handelsschiffen im Hafen von Fudschaira


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Heute haben die USA außerdem bekannt gegeben, ihr diplomatisches Personal fast vollständig aus dem Irak abzuziehen. Das wird in der Regel getan, wenn ein Krieg bevorsteht, man will die eigenen Diplomaten schützen. Es kann aber auch nur ein Signal sein, dass die Unruhe in der Region verstärken und den Druck auf den Iran erhöhen soll. Derzeit sind die USA nicht in der Lage, einen Krieg gegen den Iran zu führen, dazu braucht es auch Bodentruppen. Und die sind noch nicht vor Ort.

Die USA können den Iran natürlich bombardieren und mit Raketen beschießen,

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