Wie in Russland über den Jahrestag des Hitler-Stalin-Paktes berichtet wird | Anti-Spiegel

26-08-19 08:22:00,

In diesen Tagen jährte sich die Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Paktes zu 80. Mal und in den deutschen Medien gab es einige Artikel, die Russland vorwarfen, die Geschichte des Paktes neu schreiben zu wollen. Ist das so?

Damit Sie sich einen eigenen Eindruck davon verschaffen können, wie in Russland über dieses Thema berichtet wird, habe ich einen Beitrag des russischen Fernsehens zu dem Jahrestag übersetzt. Das habe ich auch deshalb getan, weil ich dazu in den letzten Tagen aufgrund der deutschen Berichterstattung zu dem Thema viele Mails von Lesern bekommen habe, die mich danach gefragt haben, wie darüber in Russland berichtet wird.

Bevor wir zu der Übersetzung kommen, will ich ein paar einleitende Worte zum besseren Verständnis vorausschicken, denn auf viele Aspekte des Zweiten Weltkrieges blickt man in Russland völlig anders, als im Westen und speziell in Deutschland. Das gilt vor allem für die Vorgeschichte. So heißt das „Münchener Abkommen“, bei dem die Briten und Franzosen mit Hitler über die Abtretung der Sudetengebiete von der Tschechoslowakei an Deutschland entschieden haben, in Russland „Münchener Verschwörung“. Der Grund ist, dass die Sowjetunion mit der Tschechoslowakei verbündet war und ihr Schutz versprochen hatte.

Trotzdem waren die Sowjets nicht mit am Tisch und wurden vor vollendete Tatsachen gestellt und auch eingreifen konnten sie nicht, da sie dazu eine Durchmarschgenehmigung durch Polen gebraucht hätten, die Polen aber verweigert hat. Hinzu kommt, dass, als Hitler sich Ende 1938 mit Einverständnis der Briten und Franzosen die Sudetengebiete genommen hat, auch Polen sich ein tschechisches Industriegebiet, das Teschener Gebiet, mit Einverständnis Hitlers einverleibt hat. Das findet man nicht in deutschen Geschichtsbüchern, es ist aber wahr.

Damals, also vor dem Krieg, gehörte zum „Kampf der Systeme“ auch die Theorie, dass sich Deutschland mit den Briten zusammen gegen die Sowjetunion hätte wenden können. Das war keineswegs abwegig, denn Hitler hatte von 1933 bis 1939 versucht, mit den Briten ein Bündnis zu schließen. Und 1938, nach dem Münchener Abkommen, konnte in Moskau niemand wissen, ob das Abkommen nicht auch ein Schritt in Richtung eines solchen Bündnisses war. Und nachdem auch Polen sich gemeinsam mit Deutschland einen kleinen, aber feinen Teil der Tschechoslowakei genommen hatte, konnte man in Moskau nicht wissen, ob sich Polen nicht einem möglichen deutsch-britischen Bündnis gegen die Sowjets anschließen würde.

In Moskau hatte man Angst, dass sich die „kapitalistischen Mächte“,

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24.03.2019 – 20. Jahrestag des Angriffskrieges gegen Jugoslawien | KenFM.de

25-03-19 02:21:00,

Kriegsverbrechen und Kriegslügen.

Von Klaus Hartmann.

54 Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation des faschistischen Deutschlands wurde in Europa wieder Krieg geführt. Und die Bundeswehr war dabei. Deutsche ECR- und Recce-Tornados flogen in der ersten Staffel. Sie trugen am Rumpf das gleiche Balkenkreuz wie einst die Stukas, die im April 1941 auf Befehl Hitlers über Jugoslawien herfielen und Belgrad in Schutt und Asche legten. Dieses Mal währte der Krieg gegen das Balkanland nicht vier Jahre, sondern nur 78 Tage, an denen jedoch mehr Sprengstoff eingesetzt wurde als während des ganzen Zweiten Weltkrieges gegen das damalige, wesentlich größere jugoslawische Königreich.

Bereits während des Krieges pries der Verteidigungsminister und Ex-SPD-Vorsitzende Rudolf Scharping die „Heldentaten“ der deutschen Tornado-Piloten. Sie wurden hoch dekoriert, aber ihre Namen und jeweiligen Kriegsverdienste wurden – wie ungewöhnlich doch für die deutsche Kriegsgeschichte – der Öffentlichkeit verschwiegen. Scharping rühmte deutschen Heldenmut in einem Krieg, den Deutschland angeblich gar nicht geführt hat. Gut erinnerlich sind schließlich die Worte, die Bundeskanzler Gerhard Schröder am Abend des Überfalls über Funk und Fernsehen an die „lieben Mitbürgerinnen und Mitbürgern“ richtete:

Wir führen keinen Krieg, aber wir sind aufgerufen, eine friedliche Lösung im Kosovo auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen.

Die Folgen des Nicht-Krieges waren schrecklich. Zertrümmert oder demoliert wurden 60 Brücken, 19 Bahnhöfe, 13 Flughäfen, 480 Schulobjekte, 365 Klöster, Kirchen, Kultur- und historische Gedenkstätten, darunter der Park des Gedenkens an die im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht erschossenen 7.000 jugoslawischen Bürger. Mit herkömmlichen und Graphitbomben wurden die Hauptelektrizitätswerke angegriffen und über längere Zeiträume bis zu 70 Prozent der Bevölkerung von der Stromversorgung abgeschnitten. Die Auswirkungen für die Grundversorgung der Zivilbevölkerung, für Krankenhäuser, Geburtskliniken, Inkubatoren, Wasserpumpen und viele andere Bereiche waren katastrophal, zeitweilig konnte die Bevölkerung durch den Ausfall der Alarmsirenen nicht einmal mehr vor den Angriffen der Terrorpiloten gewarnt werden. Zerschlagen wurden die Relaisstationen für Rundfunk und Fernsehen, darunter die in der unmittelbaren Nähe der nationalen Gedenkstätten auf dem Avala-Berg bei Belgrad und dem Lovćen in Montenegro.

Zerstört oder beschädigt wurden 110 Krankenhäuser, lebensnotwendige medizinische Geräte, Hilfs- und Arzneimittel. Infolge der Bombardierung von Straßen, Brücken und Bahngleisen sowie des Kraftstoffmangels nach der Zertrümmerung der Raffinerien musste die Behandlung von Patienten mit chronischen Herz- und Nierenerkrankungen,

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Jahrestag des Bush-Schuhwurfs: Welche Politiker noch mit Gegenständen beworfen wurden

16-12-18 09:34:00,

Politik

21:13 15.12.2018(aktualisiert 21:18 15.12.2018) Zum Kurzlink

Vor neun Jahren, am 14. Dezember 2009, hat sich der irakische Journalist Muntadhar al-Zaidi seine beiden Schuhe ausgezogen und sie mit voller Wucht auf den Präsidenten der Vereinigten Staaten George W. Bush geschleudert. Doch Bush ist nicht der einzige Politiker, auf den unterschiedliche Gegenstände als Ausdruck von Zorn niedergeprasselt sind.

Sputnik hat eine Liste von Fällen zusammengestellt, bei denen Politiker auf diese sehr unmissverständliche Art und Weise für ihre Entscheidungen kritisiert wurden.

Der Vorfall mit dem irakischen Journalisten und George Bush ist der wohl bekannteste von allen. Als Zaidi den ersten Schuh schleuderte, rief er: „Das ist der Abschiedskuss des irakischen Volkes, du Hund!“ Dann warf er seinen zweiten Schuh mit den Worten: „Das ist für die Witwen und die Waisen und für all die, die in Irak getötet wurden.“

Im Jahr 2014 musste die damalige US-Außenministerin Hillary Clinton diese unangenehme Erfahrung am eigenen Leib erleben, als sie bei einer Veranstaltung in Las Vegas einem Schuh ausweichen musste, den eine Frau auf sie geworfen hatte.

Dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama blieben solche Vorfälle auch nicht erspart: Bei einer Wahlveranstaltung in Philadelphia im Jahr 2010 schleuderte jemand ein Buch auf ihn. Obama hatte jedoch Glück: Das Buch verfehlte ihn. Einen Augenblick später wurde ein Mann festgenommen, der am US-Staatschef komplett nackt vorbeispazieren wollte.

Im Fall des ersten Bundeskanzlers des wiedervereinten Deutschlands, Helmut Kohl, entschieden sich die wütenden Demonstranten im Jahr 1991 für etwas Essbares wie faule Eier und Tomaten. Kohl ließ sich das nicht einfach gefallen und ging auf die Demonstranten los.

Ähnlich erging es dem Schauspieler und damaligen Kandidaten für das Amt des Gouverneurs des US-Bundesstaates Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, im Jahr 2003, als er den Campus der University of California besuchte. Er wurde von einem Ei getroffen. Doch Schwarzenegger reagierte mit Humor: „Dieser Kerl schuldet mit jetzt ein Stück Schinkenspeck.“

Auch russische und ukrainische Politiker wissen, wie es sich anfühlt, mit Gegenständen beworfen zu werden.

Wladimir Schirinowski, einer der umstrittensten russischen Politiker, der für seine mangelnde Zurückhaltung und skandalöse Äußerungen bekannt ist, wurde bei einer Pressekonferenz in Kiew im Jahr 2013 mit Sauerkraut beworfen.

Im Jahr 2004 war der ehemalige ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch bei seiner Ankunft in Iwano-Frankiwsk plötzlich hingefallen.

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