Die Welt hat den Jemen verraten

11-12-20 01:50:00,

Im Jemen wütet die laut UN „schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt“: Zu einer Jahrhundert-Hungersnot gesellen sich Dengue, Polio und Malaria. Es grassiert die größte je in der Menschheitsgeschichte registrierte Choleraepidemie und auch die Corona hat sich vermutlich im gesamten Land ausgebreitet. Über 80 Prozent der Menschen sind auf humanitäre Hilfen angewiesen. Doch vom Kleinstbetrag von 3,38 Milliarden US-Dollar, den die UN in diesem Jahr für ihre Dutzenden Hilfsprogramme im Jemen benötigt, wurde bis heute nicht einmal die Hälfte überwiesen. Die reichen Geberländer weigern sich, ihre Zusagen einzuhalten. Die Welt dreht dem Land kollektiv den Rücken zu – das ist keine Gleichgültigkeit, kein bloßes Desinteresse, das ist Mord durch Unterlassung.
Von Jakob Reimann.

Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) gibt auf seinen Seiten an, es benötige für 2020 insgesamt 3,38 Milliarden US-Dollar für sämtliche UN-Programme, die im Jemen das Überleben von 29 Millionen Menschen sichern. Das Jahr geht seinem Ende entgegen und von dieser Summe sind noch nicht einmal 50 Prozent überwiesen – lediglich 1,6 Milliarden sind bis 10. Dezember eingetroffen. Die Regierungen von 194 Ländern und weltweit unzählige Stiftungen und NGOs konnten nicht ein paar Milliarden Dollar zusammenkratzen, um der laut UN „schlimmsten humanitären Katastrophe der Welt“ wenigstens in ihren Grundzügen etwas entgegenzusetzen und ein weiteres Eskalieren der menschlichen Tragödie zu verhindern – um Millionen Menschen im kriegsvernichteten Land wenigstens die das Überleben sichernde Tageskalorienzufuhr zu sichern. 24 Millionen Menschen im Jemen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen – über 80 Prozent der Bevölkerung. Die Gleichgültigkeit der Welt und die Weigerung zu helfen werden zum Tode vieler dieser Menschen führen.

Katastrophale Folgen

Da die Geber sich weigern, ihre zugesagten Hilfen für den Jemen zu leisten, musste bereits die Hälfte der über 40 UN-Programme im Land gänzlich eingestellt oder drastisch zurückgefahren werden. Schon im April wurden acht Millionen Menschen die Lebensmittelrationen halbiert, Millionen weitere werden folgen. Spezialbehandlungen hunderttausender kriegstraumatisierter Frauen und Mädchen wurden eingestellt. In mehr als 300 Krankenhäusern mussten Behandlungen bereits zum Teil oder in Gänze eingestellt werden und die Versorgung mit Medikamenten und Gebrauchsgütern von 2.500 Kliniken läuft in Kürze aus, was der Hälfte sämtlicher Gesundheitseinrichtungen im Jemen entspricht. Die Menschen werden wieder an einfachsten Krankheiten sterben. Unzählige unterernährte Kinder werden von Nahrungsmittellieferungen abgeschnitten. Das alles geschieht in Zeiten der Corona,

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Das Töten im Jemen geht weiter – und Deutschland liefert Waffen

18-06-20 09:51:00,

Am Montag bombardierten saudische Kampfjets ein Zivilfahrzeug im Nordjemen und töteten alle 13 Insassen, darunter vier Kinder. Die Saudi-Emirate-Koalition schweigt sich über den Vorfall aus. Seit über fünf Jahren Jemenkrieg stehen derartige Massaker auf der Tagesordnung – und Deutschland gehört mit seinen fortgesetzten Waffenlieferungen zu den größten Komplizen dieser Verbrechen. Aus dem gestern erschienenen Rüstungsexportbericht 2019 geht hervor, dass die Bundesregierung im vergangenen Jahr mit Rüstungsgütern im Wert von über 8 Milliarden an 131 Länder so viel genehmigte wie seit mindestens 25 Jahren nicht mehr. Über 1,2 Milliarden gingen dabei allein an die acht Länder der Anti-Jemen-Koalition. Von Jakob Reimann

Am Montag flogen saudische Kampfjets im Jemen zwei Luftangriffe auf ein Zivilfahrzeug und töteten dabei alle 13 Insassen, wie Dr. Yousef Alhadri, der Sprecher des von den Houthi-Rebellen geführten Gesundheitsministeriums, in einem Statement gegenüber den NachDenkSeiten erklärt. Die Saudi-Emirate-Koalition äußerte sich bislang nicht dazu. Der Luftschlag ereignete sich auf einer Fernstraße im Shada-Distrikt im Sa‘da-Gouvernement im Norden des Jemen im Grenzgebiet zu Saudi-Arabien. Mehrere Stammesführer bestätigten die Angriffe gegenüber der Associated Press, ebenso zwei lokale Rettungskräfte gegenüber den chinesischen Xinhua News, die weiterhin angaben, dass es sich bei den Toten um Obstbauern handelte, die auf dem Weg nach Hause waren.

„Die Liste der Schande“

„Das Gesundheitsministerium verurteilt die Täter dieses Verbrechens, das sich in eine lange Liste von Verbrechen einreiht, die von der saudisch-amerikanischen Koalition vor den Augen der internationalen Gemeinschaft […] begangen wurden“, so das Statement des Houthi-Ministeriumssprechers weiter. Auch übermittelte Dr. Alhadri den NachDenkSeiten eine Liste mit Namen und Alter von elf der 13 Getöteten, aus der hervorgeht, dass sich vier Kinder im Alter von zwölf bis 14 Jahren unter den Opfern befanden. Zwei Körper waren derart verkohlt, dass sie nicht identifiziert werden konnten.

Der pure Zynismus: Am selben Tag, als die vier unschuldigen Kinder getötet wurden, strichen die UN die Saudi-Emirate-Koalition von ihrer Liste von Verantwortlichen für Kriegsverbrechen an Kindern, der sogenannten „Liste der Schande“, obwohl die Koalition allein im letzten Jahr 222 Kinder getötet oder schwer verletzt hat und die fünfjährige Bombardierung allen voran ein Krieg gegen Jemens Kinder ist, wie ich an anderer Stelle nachwies. Saudische Petrodollar und ein mächtiger Freund im Weißen Haus verhindern das öffentliche Anprangern von Verbrechen an Kindern,

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Jemen: Misdaden vergeten in de schaduw van Corona | KenFM.de

16-06-20 08:12:00,

wreedheden van de belangrijkste NAVO-landen

Een standpunt van Jochen Mitschka.

Het moet bekend zijn dat de Duitse regering probeert „weer een rol in de wereld“ te spelen door middel van een historisch unieke herbewapening, op een moment dat de economie eigenlijk weer opgebouwd zou moeten worden na de corona-ramp. De meeste Duitse burgers hebben hier geen belangstelling voor, maar niemand vraagt het hen. We hebben immers een parlementaire democratie. Dat betekent dat bij verkiezingen de soeverein, het volk, alle macht aan het parlement geeft. En het parlement wordt gedomineerd door partijen die een stevige greep hebben op de hele staat, van de parlementen, via de regeringen tot de hoogste gerechtshoven en het grondwettelijk hof. En ten slotte beheersen ze een groot deel van de media, door hun dominantie van de publieke media. En ze zijn verenigd door een ijzeren consensus: niemand mag het primaat van de partijen in twijfel trekken. En zo verhindert niemand de regering om agressieoorlogen te voeren en deel te nemen aan de ergste mensenrechtenmisdrijven. Tegelijkertijd beweren de vertegenwoordigers van de partijen eensgezind dat Duitsland alleen op een humanitaire manier zou handelen en alles zou doen om de mensenrechten en het internationaal recht, en vooral de mensen, te beschermen.

Toonaangevende groene politici roepen op tot demonstraties omdat een zwarte burger het slachtoffer is geworden van politiegeweld in de VS. Terwijl kort daarvoor de politici nog beweerden dat iedereen die zou demonstreren bewust de dood zou accepteren vanwege COVID-19. En dan verspreidt zich zoveel onrust en uitsluiting dat er alweer aanvallen op critici van de overheid plaatsvinden (6). Tienduizenden volgden de oproep van de partijen en steunden zo, in de overtuiging dat ze tegen racisme demonstreerden, een groep oligarchen in de VS in hun oorlog tegen een andere groep oligarchen. En wat zeker is, is dat de verdeling zwart tegen wit ervoor zorgt dat niet zwart EN wit zich tegen de oligarchen keert. Bijzonder pikant: Een vooraanstaande Groene politicus die de illegale aanvalsoorlog tegen Servië had geduwd, bevorderde de demonstratie natuurlijk, want het bombarderen van Serviërs was geen racisme, maar de bommen waren tegen racisme, ook al bleek de rechtvaardiging later een leugen te zijn (7).

Naast de oorlog tegen Syrië,

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Jemen: Im Schatten von Corona vergessene Verbrechen • STANDPUNKTE | KenFM.de

14-06-20 07:47:00,

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Scheußlichkeiten der wichtigsten NATO-Länder

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

Es dürfte bekannt sein, dass die deutsche Regierung versucht, über eine historisch einzigartige Aufrüstung, ausgerechnet in Zeiten, in denen eigentlich die Wirtschaft nach dem Corona-Desaster wieder aufgebaut werden müsste, „wieder eine Rolle in der Welt“ spielen möchte. Die meisten Bundesbürger haben kein Interesse daran, aber die fragt niemand. Schließlich haben wir ja eine parlamentarische Demokratie. Das heißt mit Wahlen gibt der Souverän, das Volk, alle Macht an das Parlament ab. Und das Parlament wird von Parteien dominiert, die den gesamten Staat fest im Griff haben, von den Parlamenten, über die Regierungen zu den höchsten Gerichten und das Verfassungsgericht. Und schließlich kontrollieren sie einen großen Teil der Medien, durch ihre Beherrschung der öffentlich-rechtlichen Medien. Und sie vereint ein eiserner Konsens: Niemand darf das Primat der Parteien antasten. Und so kommt es, dass niemand die Regierung daran hindert, Angriffskriege zu führen und sich an den schlimmsten Menschenrechtsverbrechen zu beteiligen. Während gleichzeitig die Vertreter der Parteien unisono behaupten, Deutschland würde nur humanitär agieren, und täte alles, um Menschenrechte und Völkerrecht, und vor allen Dingen die Menschen, zu schützen.

Da rufen Spitzenpolitiker der Grünen zu Demonstrationen auf, weil in den USA ein schwarzer Bürger Opfer von Polizeibrutalität wurde. Während kurz davor noch Politiker behaupteten, wer demonstrieren würde, der würde wegen COVID-19 bewusst Tote in Kauf nehmen. Und dann so viel Hetze und Ausgrenzung verbreiteten, dass es schon wieder zu Anschlägen gegen Regierungskritiker kommt (6). Zehntausende folgten dem Ruf der Parteien, und unterstützten damit im Glauben, gegen Rassismus zu demonstrieren, eine Gruppe von Oligarchen in den USA in ihrem Krieg gegen eine andere Gruppe von Oligarchen. Und was sicher ist: durch die Spaltung Schwarz gegen Weiß ist sichergestellt, dass nicht Schwarz UND Weiß sich gegen die Oligarchen wenden. Besonders pikant: Ein führender Grünen-Politiker, der den illegalen Angriffskrieg gegen Serbien voran getrieben hatte, warb natürlich für die Demo, denn Serben bombardieren war kein Rassismus, sondern die Bomben waren ja gegen Rassismus, auch wenn sich die Begründung später als Lüge herausstellte (7).

Neben dem Krieg gegen Syrien,

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Jemen: Die vergessene Hölle

29-03-20 10:15:00,

Sana’a, Jemen, März 2016. Bild: Fahd Sadi/CC BY 3.0

Krieg, Hungersnot, Cholera, eine Heuschreckenplage und Krankenhäuser ohne Strom: Die Rüstungsunternehmen verdienen

Während ein großer Teil der Welt gegenwärtig mit dem Coronavirus kämpft und dazu gezwungen ist, den sozialen Kontakt einzudämmen und zu Hause zu bleiben, tobt im Jemen weiterhin ein gnadenloser Krieg.

Nicht die Spur einer intakten Infrastruktur

Es ist bereits fünf Jahre her, dass Saudi-Arabien den illegalen Angriffskrieg gegen seinen südlichen Nachbarn startete, wobei das Königreich auch durch die NATO-Länder USA, Frankreich und Großbritannien unterstützt wird.

Deutschlandfunk Kultur berichtet von über 200.000 Toten seit 2015. Die Dunkelziffer dürfte weitaus größer sein. Es gibt nicht die Spur einer intakten Infrastruktur im Jemen, das schon vor dem Krieg eines der ärmsten Länder der Welt war.

Laut den Vereinten Nationen handelt es sich bei dem Konflikt um die schlimmste humanitäre Krise der Welt. Umso erstaunlicher ist es, dass vergleichsweise wenig im Westen darüber berichtet wird, obgleich die westlichen NATO-Länder USA, Frankreich und Großbritannien maßgeblich an den dortigen Verhältnissen die Mitschuld tragen.

So führten die Luftangriffe, die mit Eurofighter und Mk-80-Bomben durchgeführt wurden, zur Tötung zahlreicher unschuldiger Zivilisten und zur Zerstörung von Schulen und Krankenhäusern. The Guardian berichtet, dass Krankenhäuser und Ärzte im Jemen von den Kriegsparteien des Konflikts mindestens 120 Mal (zwischen März 2015 und Dezember 2018) angegriffen wurden.

Es sind also auch europäische Rüstungskonzerne, die von dem Krieg profitieren. Dennoch ist die westliche Berichterstattung über die Lage des Landes mangelhaft. Das humanitäre Völkerrecht wird von allen Kriegsparteien auf erschreckende Art und Weise weitgehend ignoriert.

Epidemien, Plagen und Hungersnot

Der Klimawandel schuf ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Heuschrecken im Horn von Afrika, weshalb zahlreiche afrikanische Länder seit 2019 mit massiven Heuschreckenplagen zu kämpfen haben. Die Insekten konnten sich auch auf der arabischen Halbinsel ausbreiten, wodurch der Jemen von einer weiteren Krise betroffen ist. Die Schwärme der Wüstenheuschrecken unter den gegenwärtigen Kriegsbedingungen unter Kontrolle zu bringen, dürfte eine Sache der Unmöglichkeit sein.

Hierdurch nimmt die Hungersnot noch weiter zu, da die Insekten die Erntegebiete befallen, die ohnehin mangelhaft im Wüstenland sind. Zuvor verhängte Saudi-Arabien bereits eine umfassende Seeblockade, was ebenfalls dazu geführt hat, dass die Bevölkerung an Hunger leidet.

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