Juniorpartner der USA im Handelskrieg gegen Huawei

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05-02-19 09:35:00,

Die großen deutschen Mobilfunkunternehmen bereiten sich bei ihren Planungen für den neuen Mobilfunkstandard 5G bereits auf einen teilweisen Boykott des chinesischen Ausrüsters Huawei vor. Offenbar hat die Bundesregierung dem Druck der USA nicht standgehalten. Begründet wird dies mit „Sicherheitsbedenken“. Das ist interessant, da es bislang keinen Beleg dafür gibt, dass chinesische Dienste Technik von Huawei kompromittiert hätten. Ganz anders als die amerikanischen Konkurrenten, die bereits mehrfach durch NSA-Hintertüren aufgefallen sind. Einen Lichtblick stellt da das Gegenangebot der deutschen Mobilfunknetzbetreiber dar. Doch leider ist es unwahrscheinlich, dass die Bundesregierung die Interessen ihrer Bürger und Unternehmen über die Interessen der USA stellt. Von Jens Berger.

Seit der chinesische Technikriese Huawei auf dem internationalen Markt tätig ist, wird er von den USA und den Ländern, die zusammen mit den Amerikanern das Geheimdienst-Netzwerk der „Five Eyes“ bilden, mit aller Macht bekämpft. Zunächst hinderte man das chinesische Unternehmen daran, westliche Firmen zu übernehmen (z.B. Marconi (GB), 3Com (USA) oder 3Leaf (USA)) und schloss dann Huawei und den chinesischen Mitbewerber ZTE sogar generell bei Ausschreibungen aus – z.B. Sprint (2012/USA) oder NBN (2012/Australien). Nachdem in den letzten Jahren ein wenig Ruhe in den Handelskrieg gegen Huawei einkehrte, entfachte Donald Trump den Konflikt mit seiner zur Außenhandelsdoktrin erhobenen „America-First-Strategie“ neu und erklärte China den Handelskrieg.

Seitdem ist Huawei in den USA, Japan, Taiwan, Australien und Neuseeland beim Aufbau des 5G-Netzes offiziell ausgeschlossen. Kanada und Großbritannien prüfen ebenfalls einen Ausschluss – der britische Telekommunikationsgigant British Telecom hat seinerseits bereits erklärt, Huawei freiwillig bei den kommenden 5G-Ausschreibungen auszuschließen. Seit letzter Woche hat die US-Regierung offenbar hinter den Kulissen noch einmal den Ton verschärft und übt nun Medienberichten zufolge massiven Druck vor allem auf Deutschland, Polen und Großbritannien aus. Deutschland scheint dabei – wie gewohnt – als erstes einzuknicken und stellte bereits vor zwei Wochen Huawei öffentlich „als 5G-Ausrüster in Frage“, stößt dabei jedoch bis dato bei den Mobilfunknetzbetreibern auf Widerstand, die Huawei als zuverlässigen und preiswerten Ausrüster schätzen.

Um was geht es eigentlich bei diesem Handelskrieg? Offiziell ist beim Vorgehen gegen Huawei und den zweiten chinesischen Anbieter ZTE immer wieder von „Sicherheitsproblemen“ die Rede.

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