Kapitalismus: Videos

09-01-19 03:46:00,

Rund 150 Konzerne regieren die Welt

Forscher des Instituts für Systemgestaltung in Zürich haben 2007 untersucht, wie Konzerne untereinander verflochten sind. Dabei hat sich eine “Superzelle” von 147 Konzernen herauskristallisiert – mehrheitlich Finanzkonzerne.

Schattenbanken

Seit der Finanzkrise 2008 werden Banken stärker kontrolliert. Nach Ansicht der Banken behindert sie das bei ihren Finanzgeschäften. So entstanden Schattenbanken. Hierhin werden Geschäftsbereiche ausgelagert, die man nicht kontrolliert haben möchte. Denn anders als Banken sind Schattenbanken kaum reguliert.

Staats- und Pensionsfonds gehören zu den Mächtigsten der Welt

 Staats- und Pensionsfonds verfügen über ein enorm hohes Anlagevolumen. Mit diesen riesigen Geldmengen sind sie zu wichtigen Akteuren auf den Finanzmärkten geworden.

Finanz-Lobbyismus in der US-Politik

Im Wahlkampf hat Donald Trump der Finanzindustrie den Kampf angesagt. Kaum an der Macht, öffnete er ihr als Präsident Tür und Tor. Mehrere Berater und Kabinettsmitglieder sind ehemalige Mitarbeiter renommierter Finanzunternehmen. Näher kann sich die Welt der Finanzen und der Politik kaum sein. 

Turbokapitalismus

Mit Gorbatschows Reformbewegung “Glasnost” kam es Ende der 1980er Jahre in den meisten Ostblockstaaten zu samtenen Revolutionen. Fast überall wurden die kommunistischen Regierungen gewaltfrei abgelöst. Das kapitalistische System des Westens hatte nun freie Bahn und nahm Fahrt auf. Deregulierung, Privatisierung und Globalisierung waren die Schlagworte der neuen Zeit – der Markt war entfesselt.

Was wir dem Kapitalismus verdanken

Von Anfang an ging es im Kapitalismus darum, immer mehr Waren immer schneller und günstiger zu produzieren. Das hatte auch Vorteile: Um dieselben Dinge kaufen zu können, müssen wir beispielsweise heute wesentlich kürzer arbeiten als 1960.

Kapitalismus und Beschleunigung

Dauerhafte Beschleunigung gehört als feste Größe zum System des Kapitalismus’. Was das bedeutet und wie die Kehrseite dieser Entwicklung aussieht, bespricht Dennis Wilms gemeinsam mit dem Soziologen Professor Hartmut Rosa.

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Kapitalismus im Kopf

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20-11-18 11:10:00,

Wenn wir vom Denken in Klassen oder in Rollen sprechen, dann geht es auch um Perspektiven. Wie viele Perspektiven werden grundsätzlich im Klassendenken zugelassen und wie breit oder schmal ist das Fenster dann noch, durch das wir schauen?

Der US-amerikanische Schriftsteller John Steinbeck, der sich während der großen Depression in den USA der 1930ger Jahre im Milieu der verarmten Bevölkerung aufhielt, äußerte damals:

„[dass] sich die Armen selbst nicht als ausgebeutetes Proletariat verstehen, sondern als vorübergehend verhinderte Millionäre.“ (1)

Er sprach damit von jenen, die in den 1920er Jahren schon einmal aus der Armut gekommen waren und am Reichtum geschnuppert hatten.

Warum wurden eigentlich große Teile der Unterschichten in jener Zeit in den USA vermögend? Weil sie ihren bescheidenen Anteil an den Profiten kassierten, welche der Erste Weltkrieg den US-Unternehmen und vor allem ihren Banken einbrachte!

Die sich aus Teilen der Arbeiterklasse bildende Mittelschicht trug ganz eindeutig die gleichen Wesensmerkmale in sich, wie die des Establishments aus Wirtschafts- und Finanzkapital.

Damit verschwanden aber für den Betrachter die eh niemals so klaren Grenzen zwischen den systemisch zweifellos existenten Klassen. Sollten wir nicht eher von Rollen sprechen, besser noch Rollen leben? Rollen sind insofern anders als Klassen, als dass man in sie schlüpfen, sich aber auch durch sie ausdrücken kann. So wie ein Schauspieler – je nach Anforderung – die Rolle wechselt und idealerweise in ihr aufgeht, mit ihr verschmilzt, weil sein eigenes Ich mitspielt. Ja, wir können sogar mehrere Rollen gleichzeitig spielen – und Klassen?

Die Diversität unseres Rollenspiels ist auch völlig normal, denn der Mensch ist ein komplexes, widersprüchliches Wesen.

Ein Kapitalist – ein Besitzer von Kapital – kann verarmen und in das Proletariat „absinken“. Doch gibt es in umgekehrter Richtung genauso Beispiele, in denen Arbeiter zu Kapitalisten „aufstiegen“. Wurden damit erstere zu besseren, geläuterten Menschen und die zweiten moralisch verkommen? Welchen Sinn hat da eine Opfer-Täter-Klassifizierung, die von einer Arbeiterklasse spricht, die sich von ihren Ketten befreien wird, in dem sie ihre Ausbeuterklasse besiegt? Wird diese Klasse dann – wir theoretisieren – tatsächlich das Eigentum gerecht verteilen? Das ist eine ziemlich fragwürdige und auch nicht bewiesene These, die den ersten Stolperstein schon mit dem Eigentumsbegriff an sich mitführt.

Diese moralische Kategorisierung von Klassen finde ich mehr als zweifelhaft.

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Tötet uns der Kapitalismus?

Tötet uns der Kapitalismus?

05-10-18 09:54:00,

Ökologische Ökonomen, zum Beispiel Herman E. Daly, betonen, dass die externen Kosten der Umweltverschmutzung und der Ressourcenerschöpfung nicht im Bruttosozialprodukt enthalten sind. Deshalb ist es uns nicht möglich, mit Bestimmtheit zu erkennen, ob eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts tatsächlich ein Gewinn ist oder vielleicht vielmehr ein Verlust.

Externe Kosten sind enorm hoch und werden immer höher. Es ist historisch nicht neu, dass Fabriken und Industrieunternehmen, von Großunternehmen betriebene Landwirtschaft, Stadtentwässerungssysteme und andere Schuldige die Kosten ihres Handelns der Umwelt und Dritten zur Last gelegt haben. Eine Flut von Berichten befasst sich in jüngster Vergangenheit mit dem Produkt „Roundup“ der Firma Monsanto, dessen Hauptbestandteil, Glyphosat, Krebserkrankungen auslösen soll.

Eine öffentliche Gesundheitsorganisation, die Environmental Working Group, veröffentlichte vor kurzem eigene Testergebnisse über Frühstücksprodukte für Kinder: In nur 2 von 45 untersuchten Produkten der Firmen Quaker, Kellogg und General Mills (Granola, Haferflocken, Müsliriegel) wurde kein Glyphosat festgestellt.

Tests in Brasilien ergaben, dass Muttermilch in 83 Prozent der untersuchten Fälle Glyphosat aufwies.

Das Münchner Umweltinstitut fand in 14 der meistverkauften Biere Deutschlands Glyphosat.

Glyphosat wurde im Urin mexikanischer Bauern und im mexikanischen Grundwasser nachgewiesen.

Nach Berichten des Scientific American über Roundup können dessen „inerte Inhaltsstoffe menschliche Zellen töten , insbesondere von Embryonen, der Plazenta und der Nabelschnur.“

Ein deutscher Toxikologe hat dem Bundesinstitut für Risikobewertung und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit wissenschaftlichen Betrug vorgeworfen, weil sie die Schlussfolgerung einer von Monsanto geführten Arbeitsgruppe übernahmen, dass Glyphosat nicht krebserregend sei.

Als umstritten gelten diese Ergebnisse, weil durch die Industrie geförderte Wissenschaftler keinen Zusammenhang zwischen Glyphosat und Krebserkrankungen erkennen, während unabhängige Wissenschaftler diesen Zusammenhang sehen. Überraschend ist dies nicht – wer als Forscher von Unternehmen Gehälter bezieht, arbeitet in einem Abhängigkeitsverhältnis und es ist unwahrscheinlich, dass seine Erkenntnisse dem von seinen Geldgebern erwarteten Forschungsergebnis widersprechen.

Ebenso ist umstritten, welche Menge Glyphosat ein Produkt enthalten muss, um als gefährlich zu gelten. Dies hängt offensichtlich von dessen Gebrauch und einem Zeitfaktor ab. Offenbar reichert sich Glyphosat im Laufe der Zeit an und erweist sich früher oder später letztendlich wohl als schädlich.

Löst Glyphosat nun Krebs aus, geht dies nicht zu Lasten der Unternehmen Monsanto/Bayer. Genau dies ist hier der springende Punkt.

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Tagesdosis 1.10.2018 – Wer den Kapitalismus behalten will, bekommt Imperialismus | KenFM.de

Tagesdosis 1.10.2018 – Wer den Kapitalismus behalten will, bekommt Imperialismus | KenFM.de

01-10-18 08:36:00,

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Ein Kommentar von Susan Bonath.

Lohndumping, Rentenklau, Mieten-Explosion, Flüchtlingskrise, Armut, Umweltzerstörung: Die Symptome des Spätkapitalismus sind unübersehbar. In vielen alternativen Medien werden sie – und das ist gut so – kräftig angeprangert. Doch die Kritik greift meist zu kurz. Abgelegt unter Schlagworten, wie »Globalisierung«, »Staatsversagen«, »Finanzfaschismus«, etc., folgen ihr schlichte Schlussfolgerungen: Wer kein Nationalist sei, besorge das Werk der »Globalisierer« und »Politmarionetten«, gehöre wohl zu den »Antideutschen«, ja, der fördere gar Lohndumping und Sozialabbau, so heißt es gerne. Dies aber beruht mehr auf ideologischen Kurzschlüssen als auf rationaler Systemanalyse.

»Globalisierung« meint, zusammengefasst, die zügellose Ausbreitung des Kapitals auf Kosten der lohnabhängigen Mehrheit, verbunden mit dem Abbau bislang staatlich geregelter sozialer Rechte. Ein Begriff dafür wurde schon vor über 100 Jahren geprägt: Imperialismus. Kritiker schieben das gerne einem ominösen Politikversagen zu. Das ist Quatsch.

Imperialismus ist schlicht eine Folge der Entwicklung der kapitalistischen Profitmaschine. So findet jede Produktion in diesem Wirtschaftssystem nur aus einem Grund statt: Profit für die Konzernherren. Das war noch nie anders, auch nicht in den 1960er Jahren. Bei dem Spiel gewinnt der Stärkste. So konzentriert sich das Kapital zunehmend in immer weniger Händen. Industrie- und Geldkapital verschmelzen zu Monopolen. Dieses Finanzkapital dirigiert den Gesamtkapitalisten namens Staat. Und der tut, was seine Aufgabe ist. Er managt für seine Auftraggeber die Ausbeutung der lohnabhängigen Massen. Er sorgt dafür, dass Profite in die Taschen der Eigner fließen, um möglichst viel über Steuern davon abzugreifen.

Mit diesem Geld sorgt der Staat folglich dafür, dass Konzerne wachsen können. Das müssen sie, um gegen Konkurrenten zu bestehen. Um billig zu produzieren, exportieren sie ihr Kapital. Das heißt: Unternehmen gehen dahin, wo Rohstoffe lagern und Arbeitskraft am billigsten ist: In die militärisch unterjochte Peripherie, die sogenannte »dritte Welt«. Der Staat rüstet auf, um andere Länder zu unterdrücken und genau diesen Kapitalexport zu ermöglichen und die an ihn Steuern abführenden Konzerne oben zu halten. Dieses Stadium des Kapitalismus nennt sich Imperialismus.

Zusammengefasst: Finanzmonopole entstehen durch systemimmanente zunehmende Konzentration von Kapital in wenigen Händen. Der Nationalstaat ist dabei ein Instrument des Finanzkapitals.

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Kapitalismus im Kopf

Kapitalismus im Kopf

29-03-18 06:32:00,

Das Durchdringen aller gesellschaftlichen Ebenen auf Basis niederschwelliger Botschaften, übermittelt von unverdächtigen Intellektuellen aus den Bereichen Bildung und Beratung, ermöglichte die flächendeckende Verbreitung solcher Botschaften. Ihr Erfolg entwickelte sich langsam, aber stetig. Zu diesem Zweck wurde eine Vielzahl an Problemlösungsstrategien in Form von Tools entwickelt, wie wir sie heute alle kennen. Am Anfang stand das so genannte Neurolinguistische Programmieren (NLP).

In zahlreiche Quellen wird die Verquickung von Wirtschaft, Public Relations und Psychologie mit der neoliberalen Ideologie angemerkt. Dennoch muss man heute mit heftigem Gegenwind rechnen, wenn man Solches behauptet. Aus diesem Grund war es mir wichtig, auf möglichst viele Quellen hinzuweisen und die Frage zu stellen. Hätte sich die neoliberale Ideologie genauso erfolgreich entwickeln können, wenn die Vertreter erziehender und beratender Berufe nicht über Jahrzehnte im selben Geist ausgebildet worden wären und ihn auf scheinbar unverdächtige Weise an unzählige Menschen herangetragen hätten?

Nach den Lehren des Johannes Calvin aus Genf wurden die Menschen von Gott noch vor der Erschaffung der Welt in Auserwählte und ewig Verdammte geschieden. An diesem vorbestimmten Schicksal könne, so Calvin, kein Mensch etwas ändern, weder durch gute Taten noch durch Glauben. Allerdings könne der einzelne Mensch auch nie mit Sicherheit wissen, zu welcher Gruppe er gehört. Daher sei er auf Zeichen angewiesen – und das deutlichste Zeichen dafür, zu den Auserwählten zu gehören, ist laut Calvin wirtschaftlicher Erfolg. Die Spaltung der Menschheit in Auserwählte und Verdammte, wie sie die Johannes-Offenbarung verkündet, wurde auf das Wirtschaftsgeschehen projiziert, göttliche Ordnung und Marktlogik wurden eins (1).

Englische Auswanderer brachten die puritanisch-calvinistische Welt- und Menschensicht in die neuen Kolonien Amerikas, von wo sie sich rasch ausbreitete. Die kirchliche Legitimation der Zweiteilung der Menschen schien logisch, wurde gerne angenommen und war der Ursprung des amerikanischen Kapitalismus. Dieser wurde im Zuge der dritten „Hyper-Globalisierungswelle“ auch bei uns gerne aufgegriffen und mit ihm ein fast religiöses Bekenntnis zur Alleinherrschaft des Marktes als einer Art „Wesenheit“, welche bei Nicht-Einhaltung der Regeln gekränkt reagiert (2).

Positives Denken hatte seinen Ursprung im 18. Jahrhundert als Gegenbewegung zum strengen calvinistischen Protestantismus, in dem das Leben „Auserwählter“ von Zucht und Ordnung durchdrungen war. Der große Durchbruch gelang dem Konzept aber erst zur Zeit der großen industriellen Umwälzungen.

Aus der amerikanischen Tradition heraus waren es Prediger, die erneut die Idee des Positiven Denkens aufgriffen und darin zuallererst eine Erleichterung für ihre Gläubigen sahen.

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