Keine Übersterblichkeit trotz Covid

03-01-21 04:45:00,

  1. Keine Übersterblichkeit trotz Covid

  2. Höhere Todeszahlen Anfang 2021 nicht unwahrscheinlich


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Tatsächlich erhöht sich mit der Alterung der Gesellschaft die Zahl der zu erwartenden Sterbefälle

“Covid-19 ist ein Totmacher. Noch nie in der Geschichte der Republik sind so viele Menschen in so kurzer Zeit an einer einzigen Krankheit gestorben.” Das behauptet die Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt in der Weihnachtsausgabe der Süddeutschen Zeitung. Stimmt das? Nach wie vor sterben die meisten Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und an Krebs, auch im Jahr 2020, dem Jahr eins in der neuen Zeitrechnung von Covid. Aber da die Seite vier der Süddeutschen Zeitung als Meinungsseite firmiert, sollte man sich vielleicht nicht pedantisch mit “Faktenchecks” aufhalten, sondern lieber fragen: Ist dieser aufgeregte Ton angemessen?

Mehr als die Hälfte aller Sterbefälle ereignet sich in Deutschland in der Altersgruppe 80 plus, also der Generation der Über-80-Jährigen. Was würde man erwarten, wenn diese Gruppe aufgrund der demographischen Alterung erheblich ansteigt? Korrekt, dann sollten auch die Todeszahlen deutlich ansteigen, und zwar einfach deshalb, weil die Sterblichkeit bei älteren Jahrgängen deutlich erhöht ist. Das ist seit 2014 noch stärker als in der Vergangenheit der Fall, weil es in den 1930er Jahren einen Babyboom gab, der zu einer außergewöhnlich starken Besetzung der Altersjahrgänge führt, die heute 80 Jahre und älter sind (vgl. Abbildung 1).

Auf diesen Zusammenhang haben jüngst auch Kollegen aus dem Institut für Statistik der Ludwig-Maximilians-Universität in München in einer Stellungnahme sowie Experten des Statistischen Bundesamtes in einem Fachaufsatz hingewiesen.

Auch wenn aufgrund von Covid-19 in einzelnen Kalenderwochen eine erhöhte Sterblichkeit zu beobachten ist, liegt die Gesamtsterblichkeit in Deutschland im Jahr 2020 insgesamt unter dem alterungsbedingten Erwartungswert.

Abbildung 1: Bevölkerung über 80 Jahren in Deutschland 2010 bis 2019. Quelle: Statistisches Bundesamt Bevölkerungszahlen, eigene Berechnungen.

Der Anteil der Generation 80 plus an der Gesamtbevölkerung ist nach Angaben des Bundesamts für Statistik in den letzten zehn Jahren um 36 Prozent angestiegen. Wenn man bedenkt, dass die Mehrheit der Todesfälle auf die Altersgruppe 80 plus entfällt, dann wird man bei sonst ungefähr konstanter Bevölkerungsstruktur einen deutlichen Anstieg der Todesfälle in diesem Zeitraum erwarten.

Allerdings muss man berücksichtigen, dass die Lebenserwartung ebenfalls gerade auch in den höheren Altersjahrgängen zunimmt,

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Keine Angst, die Inseln der Zukunft sind bereits im Bau | KenFM.de

01-01-21 11:10:00,

Von Dirk C. Fleck.

Wie jedes Mal zu Beginn eines neuen Jahres habe ich auch diesmal das Gefühl, als würde mir von unsichtbarer Hand der Mantel der Melancholie übergestreift. In diesen Momenten wird mir bewusst, was der Dichter Max Jacob wohl gemeint hat, als er sagte: „Ich weine vor Euch, weil ich weiß zu welchen Schlünden ihr wandert. Und wenn ihr vorbei gegangen seid werden meine Tränen nicht aufhören zu fließen.“

Ich wohne in Hamburg, da sind Orkanstärken, wie wir sie heute zu registrieren haben, nichts Ungewöhnliches. Die geschundenen Straßenbäume halten ihre Äste fest, Plastikfetzen kleben knatternd in den Hecken, eine Flasche trudelt über den Asphalt. Die Weide am Weiher pendelt die himmlischen Peitschenhiebe elastisch aus, während die Bogenlampen mit ihren Neongebissen klappern, als beklagten sie das Ende alles Statischen. Neu sind die weißblauen Stofffetzen, die aus den Rinnsteinen in die Luft gewirbelt werden. Besorgte Mitbürger hatten sie sich von den Gesichtern gerissen, um sie, dem Rat der Gesundheitsämter folgend, gegen neuere, frischere auszutauschen. MASKE AUF UND DURCH! heißt die Parole, die von den gegenüberliegenden Litfaßsäule prangt.

Im Moment ist niemand da draußen. Ich sehe eine Stadt voller unsichtbarer Helden. Wer zuhause bleibt ist ein Held, sagt die Bundesregierung. Und wer den Nachbarn denunziert ist was? Ein Superheld! Ist doch klar. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann das faschistische Potenzial in unserer Gesellschaft wieder so angeschwollen sein wird, dass wir nicht mehr werden atmen können. Auch ohne Maske nicht. Für diejenigen, die den Homo sapiens aufgrund einiger Zeugnisse aus dem Bereich der Kunst gerne anders als eine Ansammlung dummer, willfähriger Geschöpfe gesehen hätten, wird es Zeit, sich der Wahrheit zu stellen.

Aber Halt! ES GIBT HOFFNUNG! Hier ist eine Geschichte, die uns hoffentlich zuversichtlich ins neue Jahr gehen lässt. Der philippinische Soziologe, Umweltaktivist und Träger des Alternativen Nobelpreises, Nicanor Perlas (70) hat in den neunziger Jahren auf die Frage, wie er die Zukunft der Menschheit einschätzt, gesagt: „Für dieses Jahrhundert bin ich pessimistisch gestimmt, für das kommende jedoch sehr optimistisch.“

Das kommende Jahrhundert, von dem der Mann gesprochen hat, ist jetzt! Seinen Optimismus verdankt er einer biologischen Transformation aus dem Tierreich,

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Corona-Maßnahmen: „Die Exekutive scheint keine Selbstbeschränkungen und keine Grenzen mehr zu kennen“

09-12-20 12:26:00,

„Ich bin schockiert, welche Beschränkungen der offenen Gesellschaft nach dem Infektionsschutzgesetz möglich sind.“ Das sagt der Historiker René Schlott im NachDenkSeiten-Interview. Schlott betont im Interview, dass er es als seine staatsbürgerliche Pflicht erachtet, kritisch auf die Einschränkungen der Grundrechte hinzuweisen. Die jetzige Situation, sagt Schlott, übertreffe bereits die Dystopie des französischen Philosophen Phillipe Muray, in der die Gesellschaft alles der Gesundheit unterordne und Denunzierung und Kritiklosigkeit als Teil des „guten Reichs“ an der Tagesordnung seien. Der in Berlin lebende Publizist beobachtet zudem eine politische Instrumentalisierung der Corona-Maßnahmen, „etwa im Rennen um den CDU-Vorsitz und die Unions-Kanzlerkandidatur.“ Von Marcus Klöckner.

Herr Schlott, Sie sind Historiker und haben sich gerade in einem Kommentar im Deutschlandfunk Kultur sehr kritisch zur Pandemie und den Freiheitsrechten geäußert. Warum haben Sie sich zu Wort gemeldet?

Weil ich als meine staatsbürgerliche Pflicht erachte, auf Entwicklungen, die mir Sorge bereiten, hinzuweisen. Die anhaltende und massive Einschränkung von Freiheitsrechten unter dem Primat der epidemiologischen Kurve ist historisch gesehen in unserem Land einmalig. Ich bin schockiert, welche Beschränkungen der offenen Gesellschaft nach dem Infektionsschutzgesetz möglich sind, und hätte einen zweiten Lockdown nach dem Frühjahr nicht für möglich gehalten. Letztlich haben wir unser Gesellschaftmodell damit dauerhaft unter Pandemievorbehalt gestellt. Kunst und Kultur, Freizügigkeit und offene Grenzen, Bildung und Wissenschaft, Berufs- und Gewerbefreiheit können jederzeit zur Disposition gestellt werden, wenn es das Infektionsgeschehen aus Sicht der Politik erfordert. Die volle Geltung der Grundrechte hängt letztlich von der Aufnahmekapazität der Intensivstationen ab.

Wenn es um Freiheitsrechte geht, kommt es vor allem darauf an, wie sich Politiker, Journalisten, Richter, aber auch Bürger verhalten. Wie agieren die Bürger, wie agieren die angeführten Gruppen aus Ihrer Sicht in der Pandemie?

Seit März beobachte ich, dass sich die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung in eine Spirale begeben haben, in der sie auf höhere Zahlen stets mit noch massiveren staatlichen Eingriffen in die Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger reagieren. Ich vertraue darauf, dass dies in guter Absicht geschieht. Viele der Maßnahmen sind aber widersprüchlich und nicht verhältnismäßig, ihr Nutzen im Hinblick auf den Infektionsschutz ist nicht immer erwiesen. Viele der Medien nehmen ihre Rolle als vierte Gewalt, die das Regierungshandeln kritisch hinterfragt, kaum oder nur unzureichend wahr. Die Bürgerinnen und Bürger reagieren mit einer doppelten Angst.

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Keine Reisefreiheit für Impfgegner

29-11-20 01:52:00,

Wer sich nicht gegen SARS-CoV-2 impfen lässt, muss am Boden bleiben, sagt die IATA (Bild: Alan Wilson, CC BY-SA 2.0)

Internationaler Flugverband IATA arbeitet an Einführung von digitalem Corona-Impfpass. Nur wer sich das Vakzin initiieren lässt, dürfte dann noch fliegen

Schlechte Nachrichten für Impfgegner im Allgemeinen und Gegner der Corona-Impfungen im Speziellen: Die International Air Transport Association (IATA), der 1945 in Havanna, Kuba, gegründete Dachverband der Fluggesellschaften, prüft die Einführung eines Impf-Reisepasses. Die entsprechende Infrastruktur für ein solches System werde derzeit aufgebaut, bestätigte IATA-Geschäftsführer Alexandre de Juniac der US-Zeitung The Hill.

Wer sich eines der derzeit in der Testphase befindlichen Vakzine verabreichen lässt, soll demnach offenbar in eine Datenbank aufgenommen werden. Die Informationen aus dieser Datenbank würden mit den Daten des konventionellen Reisepasses verbunden und könnten parallel abgerufen werden, berichtet The Hill.

“Der digitale Gesundheitspass würde die Test- und Impfstoffinformationen eines Passagiers enthalten und Informationen für Regierungen, Fluggesellschaften, Labors und Reisende verwalten und überprüfbar machen”, heißt es in dem Artikel.

Dieser digitale Impf-Reisepass, so hofft man bei der IATA, könnte potentiellen Reisenden die Angst vor dem Fliegen in Pandemiezeiten nehmen und den brachliegenden weltweiten Massentourismus schnell wieder reaktivieren. Derzeit hat zwar noch kein Land die Einreise von einem Impfschutz gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 abhängig gemacht. Entsprechende Debatten aber laufen vor allem in Australien und Neuseeland oder auch anderen Staaten, die das Virus bislang gut unter Kontrolle gehalten haben.

Allerdings hat sich die Frage nach Einreiseregelungen und Impfschutz auch noch gar nicht gestellt, weil die großen Kontrollbehörden, die U.S. Food and Drug Administration (FDA) und die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) noch keinen Impfstoff zugelassen haben.

Impfstoff nur noch Frage von Tagen bis Wochen

Das ist allerdings nur noch eine Frage von Tagen oder Wochen, denn die entsprechenden Phase-I- bis Phase-III-Stuedien sind in vielen Fällen “teleskopiert” worden. Ein prominenter Verfechter dieses Konzepts ist Bill Gates. Bei der “Teleskopierung” werden vor allem in den ersten beiden Testphasen wie ein Teleskop zusammengeschoben, was durchaus Risiken birgt.

So könnten Corona-Impfstoffe in der Rekordzeit von weniger als 18 Monaten auf den Markt kommen. Die bisher schnellste Zulassung – ein Vakzin gegen die Kinderkrankheit Mumps – hatte vier Jahre bis zur Zulassung benötigt.

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Keine Wahl

20-11-20 10:46:00,

von Richard D. Wolff

Die große Mehrheit der Unternehmen wird sich weiterhin im Besitz und unter der Leitung einer kleinen Minderheit der Amerikaner befinden. Diese Menschen werden auch künftig ihre Positionen an der Spitze des kapitalistischen Systems nutzen, um ihren Reichtum zu mehren, „Lohnkosten zu senken“ und dadurch die Ungleichgewichte bei Vermögen und Einkommen in den Vereinigten Staaten zu vertiefen.

Die Klasse der Arbeitgeber wird weiterhin ihren Reichtum dazu verwenden, die Politik des Landes zu kaufen, zu kontrollieren und zu formen, um die Klasse der Arbeitnehmer davon abzuhalten, gegen den Umstand vorzugehen, dass jene die Eigner und Lenker des Wirtschaftssystems bilden. Tatsächlich haben sie über einen sehr langen Zeitraum dafür gesorgt, dass (1) nur zwei politische Parteien die Regierung bilden und (2) beide enthusiastisch entschlossen sind, das kapitalistische System zu erhalten und zu stützen. Für den Kapitalismus entscheidet die Frage, welche Partei gewinnt, nur darüber, wie der Kapitalismus gefördert wird, nicht aber, ob überhaupt diese Förderung für die Regierung von höchster Priorität ist.

Wer auch gewonnen haben mag: Der private Sektor und die Regierung werden festhalten an ihrem gemeinsamen Scheitern bei dem Versuch, die sozial zerstörerische Instabilität des Kapitalismus zu überwinden. Ökonomische Zusammenbrüche („Abschwünge“, „Pleiten“, „Rezessionen“ und „Depressionen“) werden auch in Zukunft durchschnittlich alle vier bis sieben Jahre auftreten und unsere Wirtschaft und Gesellschaft zerrütten. Allein in diesem jungen Jahrhundert hatten wir in 20 Jahren unter Republikanern wie Demokraten bereits drei Wirtschaftskrisen zu erleiden — 2000, 2008 und 2020 —, in Übereinstimmung mit dem historischen Durchschnitt. Nichts, was der Kapitalismus in der Vergangenheit versucht hat, hat je seine Instabilität beendet oder überwunden. Nichts von dem, was beide Parteien nun vorschlagen, bietet die geringste Chance, dies in der Zukunft zu tun.

Gleichgültig, wer gewonnen hat — die historische Rückabwicklung des New Deal nach 1945 wird sich fortsetzen. Die Grand Old Party (GOP — Bezeichnung für die Republikaner) und die Demokraten werden beide fortfahren, die — von unten vom Kongress der industriellen Organisationen (CIO), von Sozialisten und Kommunisten erzwungene — Verringerung der Vermögens- und Einkommensungleichheiten der 1930er-Jahre umzukehren. Wie gewöhnlich treibt die GOP die Rücknahme dieser Gewinne für die Amerikaner stärker und schneller voran als die Demokraten, aber beide Parteien haben die Umverteilung von Vermögen und Einkommen nach oben seit 1945 geduldet und verwaltet.

Die GOP wird wahrscheinlich die Wohlhabenden offen feiern,

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