Petition für Komplettverbot von Gesichtserkennung in den USA gestartet

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09-09-19 01:50:00,

In den USA suchen zivilgesellschaftliche Organisationen, Unternehmen und Politiker*innen bereits länger nach einem angemessenen Umgang mit der Anwendung von automatisierter Gesichtserkennung. Während die Technologie immer weiter entwickelt wird und die US-Regierung kein Problem mit der Anwendung der Technologie sieht, mehren sich die Stimmen, die Regulierungen für den behördlichen Umgang damit fordern. Eine der bisher lautesten dieser Stimmen ist seit letzter Woche die von mehr als 30 Organisationen unterstützte Petition „Ban Facial Recognition“.

Zuletzt verbat San Francisco die Anwendung von automatisierter Gesichtserkennung für städtische Behörden. Auch die Bundesstaaten New Hampshire und Oregon verbaten bereits ihren Einsatz. In Kalifornien, Washington und Massachusetts liegen Gesetzentwürfe für Verbote der Technologie in Bodycams von Polizist*innen vor.

Umdenken bei Firmen und der Politik

Die regionalen Politiker*innen, die sich für Gesetze einsetzen, werden dabei von zivilgesellschaftlichen Organisationen unterstützt. In Kalifornien etwa erarbeitete die American Civil Liberties Union (ACLU) gemeinsam mit dem Abgeordneten Phil Ting einen Gesetzesentwurf, der nun im Senat liegt.

Mittlerweile sprechen sich sogar große Unternehmen, die an der Entwicklung und Verbreitung von Gesichtserkennungstechnologien beteiligt sind, für eine Einschränkung des staatlichen Einsatzes der Technologie aus. Im Juli 2018 forderte Microsoft die bundesweite Regulierung und verpflichtete sich ein halbes Jahr später selbst zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie. Microsoft verwies auf die von der missbräuchlichen Anwendung ausgehenden Gefahren für die Bürgerrechte und auf die Fehlbarkeit der Technologie.

Basisnahe Initiative von mehr als 30 Organisationen

Der Plattform „Ban Facial Recognition“ reicht das nicht. Ins Leben gerufen wurde sie von Fight for the Future, einer NGO, die sich für digitale Rechte einsetzt. Im Mittelpunkt der neuen Plattform steht eine Petition, durch die lokale und nationale Gesetzgeber zu einem nationalen Verbot der staatlichen Anwendung von Gesichtserkennungstechnologien aufgefordert werden sollen. Die Plattform informiert über die Gefahren der Technologie und lokale Initiativen, die ihren staatlichen Einsatz verbieten wollen.

Die Graswurzel-Bewegung ist eine der breitesten bisher ins Leben gerufenen Initiativen. Die über 30 mitgründenden Organisationen vertreten mehr als 15 Millionen Mitglieder. Ihr Argument: Automatisierte Gesichtserkennung sei eine der autoritärsten und am stärksten in die Intimsphäre eingreifenden Formen der Überwachung. Sie sei ungenau, diskriminierend gegenüber ohnehin benachteiligten Gruppen, angreifbar und gefährlich.

Eine bloße Einschränkung der Technologie reicht aus Sicht der Aktivisten nicht: Zu Gizmodo sagte Evan Greer,

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Sehe auch noch eine weitere Studie: https://blokt.com/guides/facial-recognition