Exzellenz außer Konkurrenz: Die neuen Eliteuniversitäten sind die alten und der Rest geht baden.

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24-07-19 11:07:00,

Seit Freitag stehen die Gewinner der jüngsten Runde der Exzellenzstrategie zur Förderung von Spitzenforschung fest. Das Feld der Sieger versammelt die üblichen Verdächtigen. Das ist politisch gewollt: Den großen, reichen Unis wird immer mehr gegeben und bluten müssen die kleinen, mittleren und Ausbildungshochschulen – alles dafür, dass die deutsche Wissenschaft in einer Liga mit Harvard, Princeton und Stanford mitmischt. Das Ziel ist so verwegen wie unerreichbar, meint der Eliteforscher Michael Hartmann. Im Interview mit den NachDenkSeiten entblößt er den Wettstreit um Ruhm und Fördermillionen als Scheingefecht mit vorhersehbarem Ausgang. Auf der Strecke blieben die einst hohe Qualität in der Breite und die Interessen der Studierenden. Mit dem emeritierten Soziologen sprach der Journalist Ralf Wurzbacher.

Foto: Privat

Zur Person: Michael Hartmann, Jahrgang 1952, war bis zu seinem Ruhestand Professor für Soziologie an der Technischen Universität Darmstadt. Er forscht über Eliten, Globalisierung und nationale Wirtschaftskulturen sowie Hochschulsysteme im internationalen Vergleich. Vor einem Jahr erschien von ihm im Campus-Verlag: „Die Abgehobenen: Wie die Eliten die Demokratie gefährden.“

Herr Hartmann, um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Wozu wurde die Exzellenzinitiative, neuerdings Exzellenzstrategie, eigentlich erfunden?

Es gibt eine offizielle und eine inoffizielle Version. Offiziell wurde und wird verlautbart, es bräuchte in Deutschland internationale Leuchttürme der Wissenschaft, um dem Brain-Drain, also der Abwanderung kluger Köpfe ins Ausland, insbesondere in Richtung der USA, zu begegnen und deutsche Universitäten für ausländische Spitzenforscher attraktiver zu machen. Weil das angeblich mit unserem traditionellen, mehr auf Breite angelegten Hochschulsystem nicht zu bewerkstelligen wäre, müssten verstärkt Investitionen in die Spitze erfolgen und besonders leistungsfähige und international sichtbare Einrichtungen geschaffen werden, die mit Eliteuniversitäten wie Harvard, Princeton oder Stanford konkurrieren könnten. Aber, und das wurde in den ersten zehn Jahren stets pflichtschuldig dazu gesagt, beim Wettbewerb um Fördergelder hätten natürlich alle die gleichen Chancen und es gehe lediglich um eine funktionale Differenzierung.

Was allerdings nicht stimmt?

Ja, und damit sind wir bei dem, was die inoffizielle Marschrichtung war und ist. Demnach zielt die Exzellenzinitiative auf eine massive hierarchische, also vertikale Differenzierung ab, um bei der Verteilung der Mittel eine deutlich stärkere Konzentration zu erreichen und beim Renommee eine klare Aufteilung in zwei grundsätzlich unterschiedliche Klassen von Universitäten zu schaffen. Das bedeutet eine klare Absage an die bewährten Strukturen mit einer weitgehend gleichen Verteilung der staatlichen Mittel auf ein breites Feld vom Grundsatz her gleicher Akteure.

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Ideologiefrei – Wie Konkurrenz das Soziale zerstört | KenFM.de

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20-02-19 03:37:00,

von Gunther Sosna und Deborah Ryszka

Die in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verherrlichte Logik der Konkurrenz wirkt zunehmend toxisch auf die sozialen Systeme. Sie reduziert die Menschen auf ökonomischen Wert, löst die zwischenmenschlichen Verbindungen auf und befeuert eine Rücksichtslosigkeit, die die sozialen Strukturen zerstört. Warum wird die Dominanz des Quantitativ-Ökonomischen als Leitwert akzeptiert?

Die Verteilung der Rollen

In der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist die Rollenverteilung eindeutig. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die die Produktionsmittel kontrollieren und Grund und Boden besitzen, auf der anderen Seite finden sich jene, die ihnen ihre Arbeitskraft anbieten müssen, um die eigene Existenz zu sichern. Die Besitzenden verteidigen die materiellen Werte und Produktionsmittel gegen den Zugriff der besitzlosen Bevölkerungsschichten mit Hilfe von Politik, Bürokratie und Justiz und in letzter Konsequenz mit der Gewalt von Geheimdiensten, Polizei und Militär.

Um diese holzschnittartige Skizze nachzuvollziehen, muss niemand „Das Kapital“ [1] von Karl Marx gelesen oder ein Hochschulstudium absolviert haben. Man muss noch nicht einmal politisch links stehen, um die bipolare Ordnung zu erkennen, in der wir alle leben, und die viel älter ist als der Kapitalismus.

Die ewige Auseinandersetzung

Es ist auch keine neue Erkenntnis, dass im globalisierten Norden, der seinen Aufstieg der Ausbeutung der Entwicklungsländer verdankt, jede soziale Verbesserung von der arbeitenden Bevölkerung teilweise blutig erkämpft werden musste: Achtstundentag, Tarifverträge, Renten- und Arbeitslosenversicherung, Krankengeld et cetera sind das Ergebnis sozialer Auseinandersetzungen.

Die Mittel wurden zwar über die Jahrhunderte hinweg subtiler, die Ausgangslage blieb allerdings unverändert. Soziale Kämpfe sind eine zwingende Folge der unsozialen Verteilung der Wertschöpfung, und letztlich das Ergebnis der Ungleichverteilung von und der uneingeschränkten Verfügungsgewalt über Besitz, einem Grundpfeiler der Klassengesellschaften. Wer besitzt, hat ökonomische Macht, kann sich seine Paladine kaufen und herrschen: So einfach ist die Welt.

Die ewige Auseinandersetzung zwischen Besitzenden und Nichtbesitzenden, von denen sich viele nicht arm fühlen, weil ihnen ein bescheidener Anteil am erwirtschafteten Wohlstand genügt, und die ohnehin kaum erahnen, was Reichtum bedeutet, befindet sich in seiner finalen Phase.

Das Schlachtfeld

Obwohl in der Welt objektiv kein Mangel mehr existiert, wie es der Soziologe und Globalisierungskritiker Jean Ziegler [2]sinngemäß ausdrückte,

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IWF: Bitcoin ist die größte Konkurrenz zu Zentralbankgeld

IWF: Bitcoin ist die größte Konkurrenz zu Zentralbankgeld

07-06-18 06:13:00,

IWF-Chefin Christine Lagarde in Davos. (Foto: dpa)

IWF-Chefin Christine Lagarde in Davos. (Foto: dpa)

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