Krieg um Bergkarabach: Das russische Fernsehen interviewt beide Staatschefs | Anti-Spiegel

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19-10-20 08:01:00,

Das russische Fernsehen hat den Präsidenten Aserbaidschans und den Ministerpräsidenten Armeniens interviewt, um die beiden Positionen in dem Krieg um Bergkarabach aufzuzeigen. Das Ergebnis macht wenig Hoffnung, die Fronten sind verhärtet.

Der Krieg um Bergkarabach in dem politischen Pulverfass Kaukasus ist brandgefährlich und kann zu einem Flächenbrand werden, wie ich hier aufgezeigt habe. Daher ist es merkwürdig, dass über den Krieg, der derzeit die russischen Nachrichten beherrscht, in Deutschland kaum berichtet wird. In der russischen Sendung „Nachrichten der Woche“ war der Konflikt am Sonntag ein großes Thema und es ist dem russischen Fernsehen gelungen, die beiden Staatschefs zu interviewen und ihnen die gleichen Fragen zu stellen, um auszuleuchten, wie die jeweiligen Positionen sind. Da die Interviews jeweils 20 Minuten gedauert haben, kann ich sie nicht vollständig übersetzen. Aber das russische Fernsehen hat am Sonntag in der Sendung „Nachrichten der Woche eine gute Zusammenfassung gebracht, die ich übersetzt habe.

Bevor wir zu der Übersetzung kommen, noch ein kurzes Vorwort. Der Konflikt brach beim Zusammenbruch der Sowjetunion aus. Im Ergebnis wurden Armenier aus Aserbeidschan vertrieben und umgekehrt. Und in der umstrittenen Region Bergkarabach haben im Ergebnis die Armenier die Aserbaidschaner vertrieben. Eine Lösung, die allen die Heimkehr ermöglicht, ohne dass es zu neuem Blutvergießen kommt, ist also fast ausgeschlossen.

Der aktuelle Krieg hat begonnen, weil Aserbeidschan nun gewaltsam versucht, Bergkarabach unter seine Kontrolle zu bekommen.

Beginn der Übersetzung:

Am 15. Oktober haben die Führer Aserbaidschans und Armeniens, Ilham Alijev und Nikol Paschinjan, freundlicherweise zugestimmt, RIA Novosti parallele Interviews zu geben, in denen sie ihre jeweiligen Positionen in dem neuen Krieg um Karabach, der am 27. September ausgebrochen ist, darzustellten. Die Idee war, ihnen die gleichen Fragen zu stellen, und jedem die gleiche Zeit von bis zu 20 Minuten für die Antworten zu geben. Im Ergebnis kann man festhalten, dass ihre Positionen nicht nur über die Zukunft Karabachs völlig gegensätzlich sind, sondern auch, dass jeder die Formulierungen des Moskauer Abkommens vom 10. Oktober zur „prinzipiellen Lösung“ auf seine Weise auslegt. Hier die wichtigsten Punkte.

Die Zukunft. Das aserbaidschanische Modell sieht darin das Zusammenleben von Aserbaidschanern und Armeniern. Die armenische Version sieht dies nicht vor. Zumindest haben wir davon aus Eriwan nichts gehört. So klingt es aus erster Hand: „Unter keinen Umständen darf die territoriale Integrität Aserbaidschans verletzt werden, unter keinen Umständen wird Aserbaidschan der Unabhängigkeit Bergkarabachs zustimmen.

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Der Weg in den Krieg

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18-10-20 09:10:00,

von Richard Evans

In diesem Eröffnungsvortrag werde ich über die Ursachen des Krieges sprechen. Sowohl während des Krieges als auch später, beeinflusst von Winston Churchills umfangreichen und weit verbreiteten fünf Bänden seiner Geschichte, ging man davon aus, dass die Nazi-Aggression den Krieg verursacht hatte und dass die Briten und die Franzosen früher hätten dagegenhalten müssen. Aber diese einfache Erklärung wurde von Alan J. P. Taylor vor fast einem halben Jahrhundert in seinem Buch The Origins of the Second World War (Die Ursprünge des Zweiten Weltkrieges, 1961) torpediert. In diesem provokativen Werk, das dazu beitrug, die Ansichten einer Generation zu diesem Thema zu formen, erinnerte Taylor seine Leser daran, dass 1939 Großbritannien und Frankreich Deutschland den Krieg erklärten und nicht umgekehrt. „Warum haben sie das getan?“, fragte er.

Seine Antwort ist von späteren Historikern weitgehend akzeptiert worden. Großbritannien und Frankreich hätten aufgrund altmodischer Staatsräson den Krieg erklärt, argumentierte er. Die deutsche Expansion in Europa untergrub das Gleichgewicht der Kräfte, und sie wollten es wiederherstellen. Moralische Einwände hatten damit nichts zu tun, obwohl sie natürlich, wie schon bei der deutschen Invasion im neutralen Belgien 1914, sofort Teil der alliierten Propagandakampagne wurden.

Taylor entkräftete die Rhetorik, die Michael Foot und seine Kollaborateure in ihrer Kriegspolemik Guilty Men (Schuldige Männer, 1940) populär gemacht hatten, indem sie den britischen Premierminister Neville Chamberlain und seine Minister an den Pranger stellten, weil sie nach einer friedlichen Lösung im Verhältnis zu Nazi-Deutschland suchten, anstatt, sagen wir, 1936 einen Krieg loszutreten, zu einem Zeitpunkt, als die Aggression noch gestoppt und die Verbrechen in ihrem Umfang hätten begrenzt werden können.

Auch hier ist Taylors Argument von späteren Wissenschaftlern auf diesem Gebiet weitgehend akzeptiert worden: Das Streben nach einer friedlichen Lösung war weder politisch blind noch moralisch verwerflich, sondern der einzige vernünftige und ehrenhafte Weg, den die britische und die französische Regierung einschlagen konnten, als die deutschen Absichten noch unklar waren oder sich zumindest auf eine Revision des Versailler Vertrags zu beschränken schienen.

Dieser Vertrag und die damit verbundenen Nebenabkommen, die zusammen die Friedensregelung von 1919 bildeten, zeichneten nach der Niederlage Deutschlands und seiner Verbündeten im Ersten Weltkrieg die Karte Europas neu. Die Friedensordnung wurde bald nach ihrem Zustandekommen als unfair gegenüber den besiegten Nationen, heuchlerisch und unmoralisch angesehen — eine Ansicht, die Chamberlain und seine Regierung weitgehend teilten.

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Der Krieg gegen die Wahrheit, den Dissens und die Meinungsfreiheit

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14-10-20 09:02:00,

Syrien, die OPCW-Untersuchung zu Duma und die “Working Group on Syria, Propaganda and Media” – Vorbemerkung der Redaktion: Der britische Politikwissenschaftler und Propagandaforscher Piers Robinson beschreibt hier, mit welcher Vehemenz einige Leitmedien eine kritische Auseinandersetzung mit dem fragwürdigen Giftgasangriff in Duma im Jahr 2018 behindern und wie unliebsame Wahrheiten dennoch Stück für Stück ans Licht der Öffentlichkeit kommen.

PIERS ROBINSON, 14. Oktober 2020, 0 Kommentare

Am Samstag, dem 13. Juni 2020, veröffentlichte die Zeitung The Times ihren dritten Angriff auf Forscher, die sich mit der Untersuchung britischer Regierungspropaganda und dem Krieg in Syrien befassen. Dieses Mal konzentrierte sich der Angriff darauf, Professor David Miller und mich zu verleumden, mit dem Ziel, eine von uns gegründete akademische Organisation, die Organisation for Propaganda Studies (OPS), die Forschung und Veröffentlichungen über Propaganda fördern soll, zu diskreditieren.

Der Artikel enthielt zahlreiche Unwahrheiten und Verzerrungen und ähnelte in seinem Stil früheren Angriffen, die hauptsächlich durch den Einsatz des Begriffs “Verschwörungstheoretiker” auf Rufmord abzielten. Am auffälligsten war, dass die Artikel die Arbeit von Mitgliedern der Working Group on Syria, Propaganda and Media (WGSPM), der auch Miller und ich angehören, mit der OPS in irreführender Weise vermischten. Formelle Beschwerden der OPS sind im Gange und die Times sah sich bereits gezwungen, eine Reihe von Korrekturen vorzunehmen.

Natürlich sind Rufmordangriffe als Propagandataktik weit verbreitet und es gibt sogar ein akademisches Routledge-Handbuch zu diesem Thema, das “Routledge Handbook of Character Assassination and Reputation Management”, das 2019 veröffentlicht wurde und etwa 30 Kapitel enthält. Die Angriffe der Times wurden durch ähnliche Artikel, die Chris York für die Huffington Post geschrieben hat, noch verstärkt.

Insgesamt wurden etwa 20 Artikel verfasst, in denen diejenigen von uns angegriffen werden, die sich mit dem Krieg in Syrien befassen und wichtige Aspekte der britischen Propagandaoperationen in Frage stellen. Der größte Teil dieser Artikel wurde von nur zwei Journalisten verfasst, Dominic Kennedy für die Zeitung The Times und Chris York für die Huffington Post. Dies stellt eine außergewöhnlich intensive und anhaltende Kampagne gegen uns dar.

Warum in aller Welt sind wir in solche Schwierigkeiten geraten?

“Verschwörungstheoretiker” und “Assadisten”

Die Geschichte dieser Angriffe ist aufschlussreich. Zum ersten Mal wurde der ehemalige Guardian-Journalist Brian Whitaker im Februar 2018 aufmerksam,

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Der ignorierte Krieg

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11-08-20 03:13:00,

Der Beginn des offiziellen Kriegs im Jemen fällt mit dem Beginn des Arabischen Frühlings im Jahre 2011 zusammen, als die Machtkämpfe im Land entfachten und neue Machteinflüsse den Jemen destabilisierten. Jemens geopolitische Lage ist von großer Bedeutung, und es dauerte somit nicht lange, bis die Interessengruppen in dieser Region die Unruhen und internen Kämpfe ausnutzten, um dort ihre eigenen politischen Ziele zu verfolgen. Die Lage im ärmsten der arabischen Länder war schon immerzu heikel. Die schiitische Minderheit der Huthis, die sunnitische saudi-freundliche Regierung Jemens und die jahrelange Spaltung des Landes in Nord und Süd gaben immer wieder Anlass für eine schwierige Lage — umso mehr, da seit Kriegsbeginn gewisse Parteien von externen Interessengruppen unterstützt, bewaffnet und beeinflusst werden.

Festzustellen ist, dass die Meerenge an der südwestlichen Küste Jemens Bab al-Mandab (deutsch: Das Tor der Tränen), die lediglich 27 Kilometer breit ist, geopolitisch schon immer sehr wichtig war. Sie verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden, trennt die Landmasse der Arabischen Halbinsel von der Afrikas und ist eines der Nadelöhre des europäischen Erdölmarktes (1). Solch eine strategisch wichtige Lage möchten die sunnitischen Akteure Saudi-Arabiens und ihre Verbündeten keineswegs in den Händen der Huthis sehen.

Jemen war stets von Kriegen, Intrigen und verschiedenen Interessengruppen beeinflusst worden, beispielsweise im 20. Jahrhundert von den Briten und den Sowjets (2).

Bei näherer Betrachtung der Geschichte des Jemens erkennt man schnell, wie kompliziert die Lage von Nord- und Süd Jemen immerzu war und die Spannungen nicht nur auf den Arabischen Frühling zurückzuführen sind. Der meist zitierte Satz des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh: Wer Jemen regieren wolle, müsse über den Köpfen der Schlangen tanzen, verdeutlicht, wie kompliziert die Machtverteilung gewesen sein muss (3).

Die internen Intrigen lassen sich anhand Präsident Salehs politischem Kurs sehr schön aufzeigen. Saleh war von 1978 bis 2017 Präsident der Jemenitischen Arabischen Republik (Nordjemen) und von 1990 bis 2012 Präsident des geeinten Jemens, der Jemenitischen Republik. Gleich zu Beginn des Arabischen Frühlings verbündete er sich mit seinen früheren Feinden, den Huthi-Kämpfern, als seine eigene Macht zu schwinden begann. Die Huthi waren es dann auch, die Saleh 2017 töteten, als er die Allianz kündigte, um sich stattdessen wieder Saudi-Arabien politisch anzunähern (4).

Die Huthi spielten jedoch nicht nur in diesem Zusammenhang eine bedeutende Rolle. Im Westen liest man von einem Bürgerkrieg im Jemen zwischen den Huthi-Rebellen und der jemenitischen Regierung.

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Positionen 1: Krieg oder Frieden in Europa – Wer bestimmt auf dem Kontinent? | KenFM.de

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09-08-20 08:20:00,

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Krieg als bewusst eingesetztes Mittel der Politik war in den letzten Jahrzehnten für und in Europa ein Tabu. Diese Zeiten endeten unmittelbar nach Mauerfall und dem Zusammenbruch der UdSSR.

Kaum war das Kräfteverhältnis beider Blöcke des Kalten Krieges Geschichte, wurde in Jugoslawien durch die USA und einzelne Staaten Europas ein völkerrechtswidriger Krieg geführt. In Deutschland war damals Rot-Grün an der Macht und öffnete so die Büchse der Pandora.

Seit rund zwei Jahren wird von Washington aus für einen bewaffneten Konflikt mit Russland „geworben“. Die Ukraine dient dabei nur als Hebel, um den russischen Militärstützpunkt Sevastopol auf der Krim in NATO-Besitz zu überführen und so Russlands Handelsflotte massiv zu behindern.

Putin hat auf der Krim ähnlich gehandelt wie die NATO in Jugoslawien, nur dass keine Bomben fielen und die Bürger der Krim die Wahl hatten, zu wem sie zukünftig gehören wollen: Zur Russischen Föderation oder zum Westen unter NATO-Doktrin. Mit der Entscheidung der Mehrheit gegen die NATO sucht dieses Militärbündnis, seine Niederlage rückwirkend zu kompensieren, indem alles dafür getan wird, Krieg gegen Russland zu führen.

Mehr als 80% der Deutschen lehnen Krieg ab. Egal, gegen wenn er geführt wird. Auch wenn es um einen Waffengang gegen Russland geht, will die große Mehrheit der Deutschen dies auf gar keinen Fall.

Dennoch oder gerade deshalb trommeln die flächendeckend embeddeten Massenmedien in der BRD für militärische Aktionen gegen Russland. Sie stellen Putin als Wiedergänger Hitlers dar.

Wird Deutschland, wird Europa in einen von den USA nahegelegten Russlandfeldzug geführt, obwohl es für diesen Krieg in Deutschland und Europa nicht den Hauch einer Mehrheit gibt?

„Krieg oder Frieden in Europa – Wer bestimmt auf dem Kontinent?“ Mit dieser Frage beschäftigt sich die erste Ausgabe der KenFM-Gesprächsrunde „Positionen – Politik verstehen“

Unsere Gäste:

  • Willy Wimmer, CDU-Urgestein, ehemaliger Vize-Präsident der OSZE/KSZE und Autor des Buches „Wiederkehr der Hasardeure“
  • Mathias Bröckers, TAZ-Mitbegründer und Autor des Buches „Wir sind die Guten“
  • Dirk Pohlmann, Dokumentarfilmer für ARTE und ZDF
  • Dr.

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