Tagesdosis 21.3.2019 – Krieg und Terror. Tote und Opfer. Äpfel und Birnen | KenFM.de

tagesdosis-2132019-8211-krieg-und-terror-tote-und-opfer-apfel-und-birnen-kenfm.de

21-03-19 01:23:00,

Dieser Artikel ist auch als kostenlose MP3 für Dich verfügbar!

Download MP3

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Wie leben in Zeiten permanenter Rechtfertigungen. Gut und Böse. Richtig und Falsch. Kommentaren und Pöbeleien. Vergleiche und Differenzierungen. Äpfel und Birnen.

Krieg ist, Zitat: ein organisierter und unter Einsatz erheblicher Mittel mit Waffen und Gewalt ausgetragener Konflikt, an dem planmäßig vorgehende Kollektive beteiligt sind. Ziel der beteiligten Kollektive ist es, ihre Interessen durchzusetzen.

Terror wird bezeichnet als, Zitat: die systematische und oftmals willkürlich erscheinende Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder angedrohte Gewalt, um Menschen gefügig zu machen.

War On Terror, Krieg gegen den Terror,  nennen die USA seit 2001 ihren christlichen Kreuzzug gegen den muslimischen Kriegsterror. Christlich geprägte Nationen wüten seit nunmehr 18 Jahren unfassbar menschenverachtend, mit schockierender Mordlust gegen Menschen in der arabischen und afrikanischen Welt. Diese antwortet, von den Angreifern größtenteils finanziert und militärisch ausgestattet, mit ebenbürtiger todbringender Vergeltung. Verquere Welt.

Darf folgende Tatsache so ausgesprochen werden? Krieg im Namen Gottes birgt Tod und Elend. Krieg im Namen Allahs birgt Tod und Elend. Äpfel und Birnen?

Die Leichen in den US – initiierten Kriegen, mit teileuropäischer Unterstützung, auf arabisch – afrikanischem Boden werden mehrheitlich in den hiesigen Medien Tote genannt. Die Leichen von Terroranschlägen in der sogenannten westlichen Welt, werden bevorzugt von den gleichen Medien Opfer genannt.

Was unterscheidet den Kriegstoten vom Anschlagsopfer? Nichts. Es bleiben beides Menschen. Sie wurden aus dem Leben gerissen und hinterlassen eine große Lücke für die Angehörigen, die Familien, ihr Umfeld.

Die aktuell geheuchelte politische, wie mediale Bestürzung und Anteilnahme an Anschlags – also Terroropfern ist unglaubwürdig und verachtenswert. Sitzt der vermeintliche Schock tiefer, weil der Einschlag näher spürbar ist?

Der Faktenfinder der Tagesschau informierte im Dezember 2018, Zitat: Der islamistische Terrorismus hat in der EU seit 2015 mehr als 350 Menschen das Leben gekostet. Das ergeben Recherchen des ARD-Faktenfinders.(1)

Weltweit töten islamistische Terroristen Unschuldige. Wie viele Deutsche waren davon betroffen?, fragte der Berliner Tagesspiegel im Jahre 2016 seine Leser (2).

 » Lees verder

Der nächste Krieg

der-nachste-krieg

15-03-19 08:13:00,

Der Premierminister von Israel, Benjamin Netanjahu, steht aktuell wegen Korruptionsvorwürfen unter großem innenpolitischen Druck, und zusätzlich stehen in Kürze vorgezogene Parlamentsneuwahlen an. Netanjahu wurde bereits einmal verdächtigt, einen Krieg aus innenpolitischen Zielen vom Zaum gebrochen zu haben, und er wäre nicht der erste Regierungschef mit dieser Strategie. Außerdem haben die USA haben ein Raketenabwehrsystem vom Typ THAAD nach Israel gebracht, zusätzlich zum israelischen „Iron Dome“, und Netanjahu erklärte, dass die israelische Marine iranische Öltanker blockieren würde, was einer Kriegserklärung gleichkommt. Wie ernst ist die Lage?

In meinem Buch „Der Krieg gegen den Iran“ beschreibe ich die Aggressionen, welche die USA und Israel, aber auch Saudi-Arabien, gegen den Iran betreiben, wie der Krieg seit dem CIA-Putsch im Jahr 1953 niemals endete und einen Höhepunkt fand im Angriffskrieg des Irak mit Hilfe der USA gegen den Iran kurz nach der Revolution.

War es nun, nach Ermordung von Atomwissenschaftlern, CyberWar-Angriffen auf die Atom- und Ölindustrie, dem Bruch des Joint Comprehensive Plan of Action, JCPOA, und den auf ein historisches Hoch gestiegenen Sanktionen der USA, wieder einmal Zeit für einen heißen Krieg? Schließlich hatte sich der Iran in so vielen Bereichen, trotz der zerstörerischen Sanktionen, wissenschaftlich eine immer größere Autarkie erlangt, und war zuletzt wirtschaftlich durch China und Russland sowie andere Staaten der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit unterstützt worden. Wurde es aus Sicht seiner Gegner wieder Zeit, das Land 20 Jahre in der Entwicklung zurück zu bomben?

Die linke Zeitung Haaretz schreibt über die Korruptionsverfahren gegen den ideologisch rechts außen stehenden Netanjahu: „Dieser Netanjahu Korruptionsfall ist die größte Bedrohung für Israels Demokratie“ (1). Darin verwickelt wären Politiker und Medien sowie ein mafiaähnliches Verhalten zu erkennen. Netanjahu wäre nicht der erste Premierminister, der wegen Korruption eine Gefängnisstrafe erhält. Ehud Olmert und Ariel Sharon waren beide in Korruptionsverfahren mit Millionensummen verwickelt.

Dieses Mal spielte nicht Geld die größte Rolle, sondern eine den Premierminister günstig darstellende Medienberichterstattung, möglichst verbunden mit schlechter Presse für politische Konkurrenten. Und so steigt die Spannung, was Netanjahus nächster Schachzug sein wird. Wobei man berücksichtigen muss, dass ein Korruptionskapitel noch gar nicht so weit gereift ist, um es zu einer Anklage zu erheben: Die geschenkten und mit deutschen Steuergeldern teilsubventionierten U-Boote, welche zu Kernwaffenträgern umgebaut wurden (2).

Was die Wahlen angeht, könnte Netanjahu durchaus ebenfalls Probleme bekommen. So wurde zwar ein linker Kandidat von den Wahlen ausgeschlossen (3),

 » Lees verder

Kosovo 1999: Der Krieg wurde durch Propaganda möglich gemacht

kosovo-1999-der-krieg-wurde-durch-propaganda-moglich-gemacht

14-03-19 09:24:00,

Als vor 20 Jahren der NATO-Krieg gegen Jugoslawien begann, da war dem eine intensive mediale und politische Kampagne vorangegangen, um auf den völkerrechtswidrigen Angriff vorzubereiten. Damals verwendete Methoden der Kriegs-Propaganda werden teils heute noch für Manipulationen genutzt. Von Tobias Riegel.

Als am 24. März 1999 die Bomben der NATO-Flugzeuge auf Serbien/Rest-Jugoslawien niedergingen, war eine andere Schlacht bereits geschlagen worden: die gegen die realistische Darstellung des Konflikts um das Kosovo. Die Propaganda, die von zahlreichen deutschen Redakteuren und Politikern zur Verzerrung der Sicht auf Serbien, auf die „Befreiungsarmee des Kosovo“ (UÇK) und den serbischen Präsidenten Slobodan Milošević aufgewendet wurde, kann als ein Höhepunkt der Manipulation durch Massenmedien bezeichnet werden.

Der Aufwand in der Propaganda verwundert nicht: Neben dem geopolitischen Ziel vieler NATO-Staaten, das wirtschaftlich und politisch widerspenstige Serbien zu disziplinieren, gab es ein innenpolitisches Ziel: das der „Normalisierung“ von Kampfeinsätzen der Bundeswehr. Dass der Krieg ums Kosovo als erster Kampfeinsatz der deutschen Armee seit der Gründung 1955 eine Zeitenwende darstellte, betont auch Albrecht Müller in seinem aktuellen Text:

„Bis dahin hatten wir die Bundeswehr zur Verteidigung. Seit dem 24. März 1999 haben wir die Bundeswehr vor allem zur militärischen Intervention in anderen Ländern. Das ist ein gravierender Einschnitt.“

„König Slobo“ sollte „in die Knie gezwungen“ werden

Beispiel der Meinungsmache lieferte unter vielen anderen großen Medien der „Spiegel“. Im Zuge der Berichterstattung gegen Serbien und Milosevic gab es dort etwa Reportagen aus dem „Reich von König Slobo“ – und darüber, wie laut „Spiegel“ dessen Schergen im Kosovo wüteten: „Die Serben zerstören systematisch albanische Dörfer, jeder zehnte Einwohner ist auf der Flucht. Überlebende berichten von einem Massaker in Orahovac.“ Doch die Redakteure waren bald erleichtert: „Die Nato ist entschlossen, die Mordbrennerei im Kosovo notfalls mit Bomben auf serbische Stellungen zu stoppen.“ Der Nato-Chef habe einen „klaren Plan: In drei Phasen will er den jugoslawischen Präsidenten Milosevic in die Knie zwingen“, so der „Spiegel“.

Dieser offenen Forderung nach Regime-Change wollte damals die “Nürnberger Zeitung“ auch sprachlich nicht nachstehen: „Wichtig ist, daß den serbischen Streitkräften bereits im ersten Anlauf das Rückgrat gebrochen wird.“ Der „Münchner Merkur“ schiebt dem Präsidenten selber den drohenden Nato-Angriff aufs eigene Land in die Schuhe: „So paradox es klingt,

 » Lees verder

Der Krieg hat begonnen

der-krieg-hat-begonnen

13-03-19 07:57:00,

von James O’Neill

Am Ende des Zweiten Weltkriegs waren die Vereinigten Staaten die stärkste Wirtschafts- und Militärmacht des Planeten. Sie nutzten diese Position, um sich der Welt für die folgenden 60 Jahre aufzuzwingen. Potentielle Bedrohungen dieser Vorherrschaft wurden durch Überzeugungsarbeit, wirtschaftliche Erpressung mithilfe der dominanten Stellung des US-Dollars, Regimewechsel bei unbequemen Regierungen sowie in vielen Fällen durch Invasionen und Besetzungen zerschlagen. Millionen von Menschen kamen ums Leben und soziale Strukturen wurden zerstört.

Weil während dieser Jahrzehnte ein ernsthafter Herausforderer fehlte, gedieh eine Mentalität des Exzeptionalismus, des Glaubens an eine amerikanische Sonderstellung: Für die Vereinigten Staaten galten die gewöhnlichen Regeln des zivilisierten Verhaltens nicht, ihr Weg war der einzig akzeptable und ihr Monopol auf Vorherrschaft würde für immer bestehen — so der Glauben.

Trotz der fortwährenden Propaganda war die Sowjetunion nie eine ernsthafte Bedrohung, und China war zu beschäftigt mit internen Erschütterungen, um großen Einfluss außerhalb seiner eigenen Landesgrenzen oder seiner direkten Nachbarstaaten auszuüben.

In den vergangenen beiden Jahrzehnten haben sich bedeutende Veränderungen ereignet, und das mit zunehmender Geschwindigkeit. Nach der Jelzin-Ära in den 1990ern leitete Russland eine stetige Erneuerung seiner wirtschaftlichen und politischen Stellung ein. China setzte zu seinem wahrhaft „Großen Sprung nach vorn“ an infolge der Reformen und Öffnung seiner Wirtschaft und Gesellschaft unter Deng Xiaoping in den späten 1970ern. Die Ergebnisse sind ohnegleichen in der modernen Geschichte. Das Pro-Kopf-Einkommen in China ist seit Beginn von Dengs Reformen auf das heute 25-Fache angewachsen. Das von der Weltbank ermittelte Armutsniveau ist von 90 Prozent im Jahr 1978 auf heute weniger als 2 Prozent der Bevölkerung gesunken.

Chinas BIP-Wachstumsrate befindet sich seit mehreren Jahrzehnten auf einem konstanten Niveau, das etwa drei Mal so hoch liegt wie das der meisten Industriestaaten. Ausgehend von der Kaufkraftparität ist China heute die weltgrößte Volkswirtschaft, und diese überragende wirtschaftliche Stellung wird in der absehbaren Zukunft weiter ausgebaut werden.

Einer der Gründe für Chinas dynamisches Wachstum ist nicht zuletzt seine Investition in Bildung, insbesondere in die BereicheMathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik — kurz MINT. Etwa ein Viertel aller weltweit in diesen Bereichen Beschäftigten sind heute Chinesen. Es wird erwartet, dass bis zum Jahr 2025 — ein entscheidendes Datum in der chinesischen Planung — mehr Chinesen in der MINT-Branche tätig sein werden als Arbeitnehmer aus allen OECD-Staaten zusammen.

Auch Russland investiert — wenn auch in wesentlich geringerem Umfang — in die Förderung von Spitzenleistungen in den MINT-Fächern.

 » Lees verder

“Krieg gegen den Terror”: Kläglicher Scheitern geht nicht

8220krieg-gegen-den-terror8221-klaglicher-scheitern-geht-nicht

12-03-19 11:42:00,

“Versteck” des Talibanführers Mullah Omar (“Mullah Sahib”). Im Vordergrund rechts kaum zu erkennen: eine Rose. “Mullah Sahib used to sunbathe in the small garden with roses”, heißt es in dem Text von Taliban-Sprecher Zabidullah, von dessen Twitter-Account das Bild stammt

Taliban-Anführer Mullah Mohammad Omar soll jahrelang vor den Augen der Amerikaner gelebt haben

Heuer werden es 18 Jahre seit Beginn des US-Militäreinsatzes in Afghanistan. Das Scheitern dieses Krieges hat ein immens großes Ausmaß angenommen. Mittlerweile scheint allerdings die Spitze des Eisbergs erreicht worden zu sein.

Einer neuen Recherche zufolge soll Taliban-Gründer und Anführer Mullah Mohammad Omar nämlich jahrelang vor den Augen der Amerikaner gelebt haben. Laut der niederländischen Journalistin und Analystin Bette Dam hielt sich Omar in den letzten Lebensjahren in einem Haus in der südafghanischen Provinz Zabul auf – nur fünf Kilometer weiter befand sich die nächste US-Militärbasis.

Bei dem besagten Haus soll es sich um jenes von Abdul Samad Ustaz gehandelt haben. Ustaz war einst der Fahrer von Jabbari Omari, Omars langjährigem Leibwächter. Laut Omari lebte der einstige Taliban-Führer nach dem westlichen Angriff auf Afghanistan abgeschieden und asketisch. Die politische Führung seiner Bewegung übernahmen andere Köpfe, während Omar in seinem versteckten Zimmer lebte und mittels eines alten Nokia-Handys den Koran rezitierte. Selbst zu nahen Familienmitglieder pflegte Omar keinen Kontakt.

Dams Recherche zufolge wussten die Einheimischen in der Umgebung, dass sich in Ustaz’ Haus ein hochrangiger Taliban-Führer aufhielt. Die wahre Identität des Mannes kannte allerdings niemand. Ustaz hielt sie sogar vor seiner eigenen Familie geheim.

Allem Anschein nach wurde das Haus sogar einmal von US-Soldaten durchsucht. Das geheime Zimmer blieb den Amerikanern allerdings verborgen. Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahed hat mittlerweile Bilder von Omars letztem Versteck veröffentlicht. Die militante Gruppierung will demnächst ein Buch über ihren Gründer publizieren.

Recherche sorgt für Wirbel

Dams Recherche, die in ihrem neuen Buch “Auf der Suche nach einem Feind” zu lesen ist, sorgte international für Schlagzeilen. Eine Zusammenfassung wurde vom Zomia Center, einem neuen Projekt aus dem Umfeld der Denkfabrik New America, veröffentlicht. Die Erkenntnisse zu Mullah Omars letzten Jahren sind allerdings weder neu noch bahnbrechend. Afghanische Analysten und Insider behaupteten seit Jahren, dass der Taliban-Chef sich in Afghanistan und nicht anderswo aufhielt.

 » Lees verder

Der Krieg ist nicht vorbei

der-krieg-ist-nicht-vorbei

08-03-19 08:30:00,

Vom 22. bis 24. März 2019 findet in der serbischen Hauptstadt Belgrad eine Internationale Konferenz zum Thema „Weltfrieden und globale Entwicklung versus Kriege und Machtdominanz“ statt. Es ist eine Gedenkveranstaltung „gegen das Vergessen der NATO-Aggression 1999“.

Veranstalter sind das „Belgrader Forum für eine Welt von Gleichberechtigten“, der „Serbische Club der Generäle und Admiräle“ und die „Serbische Gastgesellschaft“ in Kooperation mit dem „Weltfriedensrat“, World Peace Council, WPC. Zwei Jahre nach dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der US-geführten NATO-Länder — einschließlich Deutschlands — lernte ich die freiheitsliebenden, mutigen und lebensfrohen Serben mit ihren berührenden Volksweisen und ihrem wunderschönen Land kennen — und schloss sie bald ins Herz. Obwohl deutsches Militär das serbische Volk im vergangenen Jahrhundert dreimal angegriffen hat — 1999 versuchte man Serbien ins Mittelalter zurück zu bomben! —, werden Deutsche in Serbien wie Freunde willkommen geheißen. Von dem Kongress wird deshalb eine Völker verbindende Friedens-Botschaft ausgehen.

Die Bombardierung Serbiens 1999 dauerte 78 Tage. 1.031 Soldaten wurden getötet, 5.173 Soldaten und Polizisten verwundet, 2.500 Zivilisten umgebracht — darunter 78 Kinder — und über 6000 Zivilisten verwundet. Als besonders verheerend für Mensch, Tier und Umwelt erwies sich der Einsatz hochgiftiger und 10 bis 15 Tonnen radioaktiver Urangeschosse der US-geführten NATO (1). Für die unabhängige amerikanische Geowissenschaftlerin und internationale Expertin für Strahlung und Öffentliche Gesundheit, Leuren Moret, war dieser Angriffskrieg unter dem zynischen Codenamen „Barmherziger Engel“ die Blaupause für die nachfolgenden Angriffskriege in den 1990er Jahren. Deutschland als NATO-Partner war nach Moret einer der größten Nutznießer der Zerschlagung Jugoslawiens und der Kolonialisierung des Balkans. Die deutsche Bevölkerung ließ sich damals von den dreisten Lügen der eigenen rot-grünen Regierung und ihren Medien täuschen und stimmte mehrheitlich diesem völkerrechtswidrigen Krieg zu (2).

In einem Fachartikel „Uranmunition: Trojaner des Atomkriegs“ schreibt Morat über bestürzend ähnliche Parallelen zwischen den Kriegen im Irak, in Jugoslawien und Afghanistan:

„In allen Städten wurden die Fernseh- und Radiosender sowie die Ausbildungsstätten bombardiert. (…) Kulturelle Antiquitäten und historische Kostbarkeiten wurden in allen drei Ländern als Ziele erfasst und zerstört, eine Art kulturelle und historische Reinigung, ein kollektives und nationales psychisches Trauma. Die permanente radioaktive Kontamination und Umweltverwüstung aller drei Länder ist noch nie da gewesen und beispiellos, gefolgt von einer hohen Zunahme an Krebs und Geburtsdefekten auf diese Angriffe. Diese werden auf Dauer zunehmen mit unbekannten Auswirkungen aufgrund chronischer Belastung und steigender innerer Bestrahlungs-Belastungen durch Uranstaub.

 » Lees verder

Lügen für den Krieg

lugen-fur-den-krieg

07-03-19 08:45:00,

Als ich mit Hugo Chavez auf Reisen war, wurde mir schnell die Bedrohung deutlich, die von Venezuela ausging. In einer landwirtschaftlichen Kooperative im Staat Lara warteten die Menschen geduldig und guter Laune in der Hitze. Krüge mit Wasser und Melonensaft wurden herumgereicht, eine Gitarre erklang. Eine Frau, Katarina, stand auf und sang mit einer rauchigen Altstimme.

„Was bedeuten ihre Worte?“, fragte ich.

„Dass wir stolz sind“, war die Antwort.

Ihr Applaus vermischte sich mit dem für Chavez, als dieser ankam. Unter einem Arm trug er einen Beutel, der übervoll mit Büchern war. Er hatte sein weites rotes Hemd an, begrüßte die Menschen mit Namen und nahm sich die Zeit, ihnen zuzuhören. Was mir besonders auffiel, war seine Fähigkeit, zuzuhören.

Nun aber las er vor. Fast zwei Stunden lang las er uns über das Mikrophon aus dem Stapel von Büchern neben ihm vor: Orwell, Dickens, Tolstoi, Zola, Hemingway, Chomsky, Neruda — hier eine Seite, dort eine oder zwei Zeilen. Die Leute klatschten und pfiffen, als er von einem Autor zum nächsten überging.

Dann ergriffen Bauern das Mikrophon: Sie erzählten ihm, was sie wussten, und teilten mit, was sie brauchten. Ein alter Zuhörer, mit einem Gesicht, das wie aus einem Banyan-Baum geschnitzt zu sein schien, hielt eine lange, kritische Rede zum Thema Bewässerung. Chavez machte sich Notizen.

Hier wird Wein angebaut, eine dunkle Traube der Sorte Syrah. „John, John, komm´mal hier hoch“, sagte El Presidente, als er sah, wie ich in der Hitze und den Tiefen von Oliver Twist eingeschlafen war. „Er liebt Rotwein“, erzählte er der erheiterten, pfeifenden Menge und überreichte mir eine Flasche „vino de la gente“ (Wein des Volkes, der einfachen Menschen). Meine wenigen Worte in schlechtem Spanisch provozierten Pfiffe und Gelächter.

Als ich Chavez mit la gente sah, verstand ich diesen Mann, der versprochen hatte, dass jede seiner Taten den Willen des Volkes erfüllen würden, sollte er an die Macht kommen. Im Laufe von acht Jahren gewann Chavez acht Wahlen und Referenden — ein Weltrekord. Bezogen auf die Wahlen war er wohl das beliebteste Staatsoberhaupt in der westlichen Hemisphäre, vermutlich sogar auf der ganzen Welt.

Über jede wesentliche Chavista-Reform wurde abgestimmt — vor allem auch über eine neue Verfassung, deren 396 Artikel von 71 Prozent der Menschen angenommen wurden.

 » Lees verder

Krieg ist Terror

krieg-ist-terror

20-02-19 08:13:00,

„Entweder Ihr seid mit uns oder Ihr seid gegen uns“ – George W. Bush.

Bild

Vielleicht erinnern Sie sich an diesen markanten Satz von George W. Bush? Er stammt aus einer Rede des US-Präsidenten am 21. September 2001, als er nach den Ereignissen vom 11. September – dem Einsturz der Welthandelstürme – vor dem Kongress sprach.

„Jede Nation, jede Region muss jetzt eine Entscheidung treffen. Entweder Ihr seid mit uns im Kampf gegen den Terror oder Ihr seid mit den Terroristen.“

Danach wurde die Welt von den USA aufgeteilt: Wer sich an die Seite der USA stellte, war ein Freund, wer das nicht ausdrücklich tat, war ein Feind.

Die Freunde der USA, ihre Verbündeten, übernahmen das neue Freund-Feind-Bild, das seit Menschengedenken Kriege befeuert. Im Mittleren Osten oder in Westasien, wie die Region geographisch bezeichnet wird, sah das folgendermaßen aus.

Bild

„Greater Middle East“: Geografie der Konflikte. ©2009: Le Monde diplomatique, Berlin. Quellen: Le Monde diplomatique.

Auf dieser Karte des „Größeren Mittleren Osten“ (Le Monde Diplomatique 2009) sind die Freunde und Feinde der USA deutlich markiert. Die Partner im Krieg gegen den Terror sind in blau-grau dargestellt. Von Osten nach Westen sind das Pakistan, auf der arabischen Halbinsel Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Bahrain, Kuwait, Jemen, Saudi-Arabien. In der Levante, am östlichen Mittelmeer, gehören Jordanien, Israel, Libanon und die Türkei dazu. Auf dem afrikanischen Kontinent sind es Ägypten, Sudan, Äthiopien und Libyen.

Die so genannten „Feindstaaten“ im „Größeren Mittleren Osten“ sind in hellbraun dargestellt: Syrien und der Iran. Die Staaten, die von den USA unmittelbar nach dem 11. September 2001 der Komplizenschaft mit den Terroristen beschuldigt wurden – Afghanistan und Irak – sind ebenso wie Somalia und Teile des Sudan auf der Karte braun-orange schraffiert. Das bedeutet, dass die USA mit ihren Verbündeten im „Krieg gegen den Terror“ dort einmarschiert oder aktiv sind oder waren. Die Folge sind „bürgerkriegsähnliche“ Zustände, Regierungen wurden beseitigt, die Staaten sind auf dem besten Wege „Failed States“ zu werden, gescheiterte Staaten. Aus US-amerikanischer Sicht sind gescheiterte Staaten die besten Brutstätten für neuen Terror.

Interessant an dieser Karte sind die eingezeichneten britischen oder US-amerikanischen Militärstützpunkte, dargestellt mit einem Stern im blauen Kreis. Sie befinden sich rund um Afghanistan,

 » Lees verder

Zurück zum (kalten) Krieg – Die Propaganda dafür läuft auf Hochtouren. Über Frau von der Leyen zum Beispiel.

zuruck-zum-kalten-krieg-die-propaganda-dafur-lauft-auf-hochtouren-uber-frau-von-der-leyen-zum-beispiel.

04-02-19 04:13:00,

Das Erstaunliche in dieser Zeit: Die herausragenden Vertreter des Westens haben jeden Anstand verloren und jede Selbstachtung: Sie lügen ungerührt, sie übertreiben, sie sind perfekt in der Methode Haltet den Dieb. So zu beobachten in Frau von der Leyens Beitrag zum 70-jährigen Geburtstag der NATO in der New York Times vom 18. Januar 2019. Der Beitrag ist deshalb lesenswert, weil man daran lernen kann, wie subtil und selbstbewusst die Propaganda abläuft. Sie finden unten die Übersetzung ins Deutsche und den Link auf den Originaltext in der New York Times. Albrecht Müller.

Bemerkenswertes im Text von Frau von der Leyen:

  1. die NATO dient nach Frau von der Leyen nicht nur der westlichen Verteidigung. Sie verteidigt die „Welt“ordnung oder wie im Titel zu sehen: „Die Welt braucht nach wie vor die NATO.“
  2. Die Behauptung von der „Russischen Aggression in Osteuropa“ ist inzwischen propagandistisch so fest verankert, dass Frau von der Leyen dies nicht einmal in Gänsefüßchen setzen muss. Das ist ein Riesenerfolg der westlichen Propaganda. Noch vor nicht allzulanger Zeit wurde daran gearbeitet, in den Köpfen zu verankern, die Russen und der Westen seien in gleicher Weise schuld an der neuen Konfrontation. In diesem Sinne hat sich auch der frühere Mitherausgeber der NachDenkSeiten, Dr. Lieb, versucht – einer der Gründe für die Trennung.
  3. Russland habe „die Ukraine okkupiert“, wird dreist behauptet.
  4. Selbstverständlich kein Sterbenswörtchen von den 5 Milliarden $, die die USA in der Ukraine in Propaganda und in den Aufbau von NGOs investiert haben, um auf diese Weise die Ukraine einschließlich des von Russland gepachteten Hafens Sewastopol in den Westen einzuverleiben.
  5. Kein Wort von den Kriegen des Westens und ihren schrecklichen, menschenvernichtenden Folgen in Libyen, im Irak, in Afghanistan, in Syrien, im Jemen.
  6. Nicht die Andeutung von der Idee, die sogar Eingang in das Berliner Grundsatzprogramm der SPD gefunden hatte, die NATO aufzulösen.
  7. Russland (und andere) – so wird behauptet – versuchen die Regeln zu unterwandern, die das Zeitalter der Demokratie und Prosperität nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmt haben.
  8. Kein Wort von gemeinsamer Sicherheit
  9. Kein Wort von Abrüstung, stattdessen Lobeshymnen auf die Aufrüstung.
  10. Klar, der Fall der Mauer ist auch ein Erfolg der NATO.
  11. Usw., unerträglich.

Eines sollte nach diesem Artikel wie auch nach dem Interview mit Stoltenberg/NATO im Heute Journal vom 1.

 » Lees verder

Wie der Krieg in Europa weiter vorbereitet wird: «Integrity Initiative» und «Aachener Vertrag»

31-01-19 10:00:00,

von Karl Müller

Dass verantwortliche Politiker, Militärs, Medienschaffende usw. in den mächtigen Staaten der Welt zum Krieg rüsten, ist unübersehbar geworden – und nicht alle von ihnen tun dies, um den Krieg zu verhindern. Mehr noch: Schon jetzt führen die grossen Mächte Krieg gegeneinander. Mit Stellvertreterkriegen, zum Teil aber auch schon in der direkten Konfrontation. Syrien ist ein solcher Kriegsschauplatz. Die Zahl der Opfer – in der Mehrzahl Zivilpersonen, die eigentlich nichts lieber tun würden, als in Frieden leben – geht schon jetzt in die Hunderttausende.

Kalter Krieg und heisse Kriege

Das war auch im ersten Kalten Krieg nicht anders: Die heissen Kriege in Korea, Indo­china, Afghanistan und auch in vielen Gegenden Afrikas kosteten – trotz der Uno-Charta am Ende des Zweiten Weltkrieges – Millionen von Menschen das Leben, nicht mitgerechnet das Ausmass an materieller und kultureller Zerstörung.
Im Verhältnis der Nato-Staaten zu Russ­land tobt ein neuer Kalter Krieg, und die Folgen davon sind nicht nur die Rückkehr zum Wettrüsten, sondern auch eine massive Feindbild-Propaganda – und damit die Abkehr vom Gebot der Wahrheitstreue in politischer Rede, Berichterstattung und Kommentierung. Selbst Menschen, die sich Wissenschaftler nennen, rühren die Kriegstrommeln. Es wird nicht mehr mit offenen Karten gespielt, unliebsame Tatsachen werden ausgeblendet, alles soll zum Feindbild passen – und wer nicht mitmacht, dem wird das Leben schwergemacht.
Die Arbeit der Geheimdienste – ihre verdeckten Operationen und Täuschungsmanöver – hat Hochkonjunktur. Und wenn einmal etwas öffentlich zu werden scheint, dann kann man nie sicher sein, dass das, was öffentlich wird, auch wirklich den Tatsachen entspricht. Persönlichkeiten, die den Sachen auf den Grund gehen, gibt es nur noch wenige – was nicht ganz unverständlich ist; denn solche Menschen leben gefährlich.

Aber sollen wir uns damit abfinden?

Manch einer sieht seine Aufgabe darin zu informieren. Z. B. über die «Integrity Initiative».1 Seit 2015 gibt es diese «Initiative». Im deutschsprachigen Raum haben bislang nur die Nachdenkseiten, Telepolis und Swiss Propaganda Research darüber berichtet, hinzu kommen Artikel der deutschsprachigen russischen Sender RT Deutsch und Sputnik. Die «Initiative» wird, wenn man den vorliegenden Berichten Glauben schenken darf, von einer pseudo-privaten Einrichtung in Grossbritannien gesteuert, von der dortigen Regierung mitfinanziert, aber auch von der Nato und von Facebook. Mehr oder weniger verdeckt sollen in zahlreichen Staaten Europas Netzwerke aus Geheimdienst­agenten, Armeeoffizieren, Politikern, Journalisten und «Wissenschaftlern» aufgebaut werden,

 » Lees verder

Wie Krieg in Europa vorbereitet wird: Integrity Initiative, Aachener Vertrag u. a. m.

wie-krieg-in-europa-vorbereitet-wird-integrity-initiative-aachener-vertrag-u-a-m.

23-01-19 10:34:00,

Kriegsvorbereitung und Kriegspropaganda sind eine konzertierte Aktion. Wer das alles weiß und nur geschehen lässt, macht sich mitschuldig.

Dass verantwortliche Politiker, Militärs, Medienschaffende usw. in den mächtigen Staaten dieser Welt den Krieg vorbereiten, ist unübersehbar geworden – und nicht alle von ihnen tun dies, um den Krieg zu verhindern. Mehr noch: Schon jetzt führen die großen Mächte Krieg gegeneinander: mit Stellvertreterkriegen, aber zum Teil aber auch schon in der direkten Konfrontation. Syrien ist ein solcher Kriegsschauplatz. Die Zahl der Opfer – in der Mehrzahl Zivilpersonen, die eigentlich nichts lieber tun würden, als in Frieden leben – geht schon jetzt in die Hunderttausende.

Kalter Krieg und heiße Kriege

Das war auch im ersten Kalten Krieg nicht anders: Die heißen Kriege in Korea, Indochina, Afghanistan und auch in vielen Gegenden Afrikas kosteten – trotz der Uno-Charta am Ende des Zweiten Weltkrieges – Millionen von Menschen das Leben, nicht mitgerechnet das Ausmaß an materieller und kultureller Zerstörung.

©
Sputnik / Ramil Sitdikow

Im Verhältnis der Nato-Staaten zu Russland tobt ein neuer kalter Krieg, und die Folge davon ist nicht nur die Rückkehr zum Wettrüsten, sondern auch eine massive Feindbild-Propaganda – und damit die Abkehr vom Gebot der Wahrheitstreue in politischer Rede, in Berichterstattung und Kommentierung. Selbst Menschen, die sich Wissenschaftler nennen, rühren die Kriegstrommeln. Es wird nicht mehr mit offenen Karten gespielt, unliebsame Tatsachen werden ausgeblendet, alles muss zum Feindbild passen – und wer nicht mitmacht, dem wird das Leben schwer gemacht.

Die Arbeit der Geheimdienste, ihre verdeckten Operationen und Täuschungsmanöver, hat Hochkonjunktur. Und wenn einmal etwas öffentlich zu werden scheint, dann kann man nie sicher sein, dass das, was öffentlich wird, auch wirklich den Tatsachen entspricht, mehr ist als nur die täuschende Spitze des Eisbergs. Persönlichkeiten, die den Sachen auf den Grund gehen, gibt es nur noch wenige – was nicht ganz unverständlich ist; denn solche Menschen leben gefährlich.

Aber sollen wir uns damit abfinden?

Manch einer sieht seine Aufgabe darin, zu informieren. So wie jetzt aktuell über die «Integrity Initiative». Seit 2015 gibt es diese «Initiative». Im deutschsprachigen Raum haben bislang nur die Nachdenkseiten, Telepolis und Swiss Propaganda Research darüber berichtet, hinzu kommen Artikel der deutschsprachigen russischen Sender RT Deutsch und Sputnik. Die Initiative wird, wenn man den vorliegenden Berichten Glauben schenken darf,

 » Lees verder

«Ohne die USA hätte es diesen Krieg in Syrien nie gegeben»

ohne-die-usa-hatte-es-diesen-krieg-in-syrien-nie-gegeben

07-01-19 10:27:00,

Dick Black, Senator des US-Bundesstaats Virginia, im syrischen Staatsfernsehen
© cc

Dick Black, Senator des US-Bundesstaats Virginia, im syrischen Staatsfernsehen

Red. / 07. Jan 2019 –

Der konservative republikanische Senator im US-Bundesstaat Virginia, Dick Black, hält zu Präsident Baschar al-Assad.

upg. Er hat Syrien mehrmals bereist und sieht die Verantwortung für das Desaster in Syrien in erster Linie bei den USA. Infosperber hat einen aktuellen Artikel von Dick Black übersetzt und stellt ihn zur Diskussion. Gerne publizieren wir auch faktenbasierte Gegendarstellungen. Im Propaganda-Krieg über Konflikte ist es schwierig, der Wahrheit auf den Grund zu gehen.

«Die grossen Medien wollen nicht anerkennen, dass die syrischen Truppen und ihre Alliierten den Löwenanteil hatten an der Bekämpfung des IS und der Al-Kaida. Irans Beteiligung am Kampf gegen die Terroristen in Syrien stellen wir als «bösartige Aktivität» hin. Die Tatsache wird übergangen, dass die al-Nusra-Front aus der Al-Kaida hervorging, welche Flugzeuge entführte und 9/11 3000 Amerikaner tötete.

Pulitzerpreis-Gewinner Seymour Hersh schrieb im Jahr 2013, dass die «Defense Intelligence Agency review of Syrian policy» vom Jahr 2012 feststellte, dass das geheime CIA-Programm «Timber Sycamore» vorsah, alle terroristischen Gruppierungen unterschiedslos zu bewaffnen, auch die IS und Al-Kaida.

Es gibt genügend Belege dafür, dass die USA schon im Jahr 2001 planten, die syrische Regierung zu stürzen. Die US-Botschaft in Damaskus erarbeitete eine detaillierte Strategie, um Syrien zu destabilisieren – lange vor dem «arabischen Frühling». Die USA hatten immer zum Ziel, die gewählte, verfassungsmässige, von der Uno anerkannte Regierung zu stürzen.

Es ist widerwärtig zu behaupten, «Assad brachte 500’000 Leute seines Landes um». Wie wenn die von den USA unterstützten Terroristen am Töten nicht beteiligt gewesen wären. Ich habe Hunderte von Enthauptungen und Kreuzigungen online angeschaut: Bei keinen waren syrische Truppen beteiligt. Alle wurden von infernalischen Schmutzkerlen ausgeführt, die wir rekrutiert, bewaffnet und trainiert hatten. Über schwere Kriegsverbrechen, wie die Enthauptung von 250 syrischen Soldaten, nachdem man sie in Unterhosen durch die Wüste jagte, las man in den grossen Medien wenig.

Während einer fünfstündigen Fahrt durch befreite Gebiete in Syrien im letzten September sprach ich mit Schafhirten, Nonnen und Muslimen. Sie drückten greifbare Freude darüber aus, dass sie die syrische Armee von den Terroristen befreite. Und sie zeigten Sympathie für Präsident Assad.

 » Lees verder

Krieg nach innen, Krieg nach außen – Die Intellektuellen als Stützen der Gesellschaft? | KenFM.de

krieg-nach-innen-krieg-nach-ausen-8211-die-intellektuellen-als-stutzen-der-gesellschaft-kenfm.de

18-12-18 09:26:00,

Ein Kongress der Neuen Gesellschaft für Psychologie

vom 7. bis 10. März 2019 in Berlin

Programm-Highlights:

Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker spricht zum Thema „Neue Aufklärung für unsere überfüllte Welt.“

Prof. Dr. Werner Ruf spricht zum Thema „Die Verantwortung der Friedensforschung und ihre neoliberale Vereinnahmung.“

Prof. Dr. Norman Paech spricht zum Thema „Neues Völkerrecht für neue Kriege.“

Lesung der TUI-Parabel von Bert Brecht „Über die Dienstbarkeit der Intellektuellen.“ Gelesen von Dr. Almuth Bruder-Bezzel und Michael Weber

Weitere Infos zur Neuen Gesellschaft für Psychologie sowie aktuelle Infos finden Sie hier.

Tagungsort:

Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin. (Nähe Berlin Ostbahnhof ).
BITTE BEACHTEN: Hier kann es noch zu Veränderungen kommen.

Tagungsgebühren:

Gruppe I: Regulärer Preis: 140€ (bis 31.01.2019: 120€)

Gruppe II: Mitglieder der NGfP: 90€ (bis 31.01.2019: 75€)

Gruppe III: Personen mit niedrigem Einkommen, Studierende und Psychotherapieausbildungskandidat*innen: 35€ (bis 31.01.2019: 25€)

Gruppe IV: Für Menschen, die kaum etwas erübrigen können, gibt es ein begrenztes Kontigent an noch stärker redzuzierten Karten. Bitte wenden Sie sich in diesem Fall per Email an uns (s.u.). Fachfremde Partner*innen von Teilnehmer*innen der Gruppen I und II können uns hinsichtlich reduzierter Teilnahmegebühren per Email anschreiben.

Wenn Sie am geselligen Abend mit kleinem Buffet und Getränken teilnehmen möchten, bitten wir zusätzlich um einen Beitrag von 20€, ermässigt für Personen mit niedrigem Einkommen, Studierende und Psychotherapieausbildungskandidat*innen 10 €.

Anmeldung:

Bitte vorzugsweise hier online anmelden!

Per Email an kongress-orga@ngfp.de unter Angabe von Vor- und Nachnamen, Adresse, Preisgruppe und ob Sie eine Teilnahme am geselligen Abend wünschen an folgende Adresse. Sofern Sie Mitglied einer Psychotherapeutenkammer sind, bitten wir Sie um die Nennung derselben.

Per Post an:
„Krieg nach innen, Krieg nach außen“
z. Hd. Dr. Christoph Bialluch
Hobrechtstr. 69
12047 Berlin

Bankverbindung:

Neue Gesellschaft für Psychologie e.V.
IBAN: DE62 1007 0848 0368 2333 00,

 » Lees verder

Der heimliche Krieg

der-heimliche-krieg

07-12-18 10:49:00,

Die Motivation war, zu erfahren, warum sich – außerhalb der Sprechblasen humanitärer Hilfe und Stabilisierung – europäische Staaten wie Frankreich und Deutschland eigentlich in diesem afrikanischen Land „engagieren“. Was gibt es für eine Vorgeschichte? Warum operieren Bundeswehr-Soldaten in Mail, um es zu „stabilisieren“ (1)? Das sogenannte deutsche Verteidigungsministerium erzählt uns solche Geschichten:

„Für ganz Afrika gilt: Die Bundesregierung will Wirtschaftswachstum und nachhaltige Beschäftigung sichern.“ (2)

Beachten Sie bitte, dass die deutsche Regierung sich damit anmaßt, die neoliberale Agenda des eigenen Systems verpflichtend für andere Staaten auf einem anderen Kontinent zu machen. Vielleicht wollen aber die Menschen dort gar kein Wirtschaftswachstum? Wirtschaftswachstum und nachhaltige Beschäftigung – diese irrsinnigen Ziele sollen für andere Gesellschaften verbindlich sein?

Das deutsche Kriegsministerium – sollte es vielleicht besser Kolonialministerium heißen? – schreibt in seinen afrikapolitischen Richtlinien weiterhin:

„Entscheidend ist dabei, dass die vorhandenen Rohstoffe als Instrument für Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung verantwortlich und nachhaltig genutzt werden.“ (3)

Von wem genutzt, vor allem von wem ausgenutzt? Wer bestimmt überhaupt über die Ressourcen eines afrikanischen Staates: Frankreich oder Deutschland etwa? Die Anmaßung dazu ist jedenfalls unübersehbar.

Die beiden Zitate konterkarieren alle Worthülsen von Demokratie und Menschenrechten, von Freiheit und Souveränität, von denen das zitierte Dokument nur so trieft, die aber deutschen Soldaten in Afrika das Gefühl geben, eine Art Friedensengel zu sein. In all der Bigotterie steckt sie eben dann doch, die Wahrheit über die Motive deutscher Missionen in fernen Staaten (a1). Das grobe Bild steht, doch was ist da speziell in Mali in den letzten Jahren geschehen?

Meine erste Suche dazu startete ich mittels einer Internet-Suchmaschine mit den Worten: „Was passiert in Mali“. Die unten behandelten Quellen sind Ergebnisse dieser Suche. Vordergründig konsumieren wir immer das gleiche Muster, die von mir in diesem Text so benannte klassische Geschichte. Doch wenn wir aufmerksam lesen, erfahren wir viel – wenn auch nicht alles – über die andere Geschichte.

Die klassische Tagesschau-Geschichte

Die Tagesschau berichtete im Januar 2013, dass es im Vorjahr einen Militärputsch in Mali gegeben hatte, weil die amtierende Regierung nicht entschlossen genug gegen Islamisten im Norden des Landes vorgegangen wäre. Danach wäre ein Machtvakuum entstanden und die Armee erwies sich als zu schwach, die Islamisten, welche die Scharia im Norden eingeführt hatten,

 » Lees verder

Der verschwiegene Krieg

der-verschwiegene-krieg

04-12-18 09:28:00,

Im November 2013 wurde die Krise in der Ukraine virulent: Das Land lehnt das Assoziierungsabkommen mit der EU vorläufig ab. Danach brachen Chaos, Bürgerkrieg und Krieg aus. Im deutschsprachigen Raum gingen Anfang 2014 viele Menschen auf die Straße, um mit Mahnwachen ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine zu setzen.

Die Straßen sind heute leer, die Mahnwachen sind — bis auf ganz wenige Ausnahmen — Vergangenheit. Der Krieg und das Chaos in dem Land sind es allerdings nicht. Im Gegenteil: Für die Menschen im Osten der Ukraine ist der Krieg bittere Gegenwart bis zum heutigen Tag — und vermutlich auch morgen und übermorgen und nächste Woche.

Und die Menschen sind — wie in allen Kriegen — die eigentlichen Opfer. Am schlimmsten betroffen — wie in allen Kriegen — Alte, Kranke und Kinder. Nach fünf Jahren Krieg, Zerstörung, Hunger und — jetzt wieder aktuell — Kälte in den Kriegsgebieten ist die Hoffnung auf Frieden und ein „normales“ Leben bei Vielen dort nahezu verschwunden. Das sind zumindest die Eindrücke, die verschiedene Mitglieder von Hilfsorganisationen von ihren Besuchen vor Ort mit nach Deutschland bringen.

Das Aktionsbündnis Zukunft Donbass e.V. engagiert sich in der Luganskaja Narodnaja Respublika (LNR), der russischen Bezeichnung der Volksrepublik Lugansk. Die Friedensbrücke Kriegsopferhilfe e.V. ist vorwiegend in der Volksrepublik Donezk oder auch Donezkaja Narodnaja Respublika, DNR, aktiv und betreut zusätzlich einige Projekte in der LNR.

Im Gespräch beschreiben Aktivisten dieser Organisationen ihre Eindrücke aus dem Donbass. Es sind subjektive Eindrücke der Realität des Krieges, der für die meisten Mainstream-Medien heute kein Thema ist. Zunächst Iwana Steinigk, Mitglied des Vorstands des Vereins Aktionsbündnis Zukunft Donbass e.V..

Andrea Drescher: Wie siehst Du die Lage in der LNR?

Iwana Steinigk: In meinen Augen ist sie seit 2014 nahezu unverändert schlecht, da sich letztlich nichts bewegt. Die Menschen sind kriegsmüde, der ständige Schusswechsel macht sie mürbe. Die Wahlen, die von vielen nicht offiziell anerkannt werden, haben den Menschen etwas Auftrieb gegeben.

Trotz der negativen Stimmungsmache im Vorfeld konnte man seinem politischen Willen Ausdruck geben. Man hat jetzt legitimierte Verantwortliche, die mit Kiew über die Umsetzung des Minsker Abkommens oder mit Russland über bessere Handelsbeziehungen sprechen können.

Die sozio-ökonomische Lage belastet die Menschen sehr. Das Mindestgehalt beträgt 3.600 Rubel im Monat. Das sind etwa 50 Euro.

 » Lees verder

Der nächste Krieg

der-nachste-krieg

04-12-18 09:28:00,

Verschleiern und Geschichte leugnen: Der Westen hat die Katastrophe mit Intrige, Geld und Gewalt herbeigeführt. USA und EU organisierten den Putsch auf dem Maidan und demonstrierten nachdrücklich ihre NATO-Machtansprüche. Angesichts dieses mit vielen Toten und Verletzten herbeigeführten Umsturzes votierte eine überwältigende Mehrheit der Krimbewohner für Trennung von der Ukraine und Aufnahme in die Russische Föderation. So geschehen; seither herrschen Krise und Kriegshetze.

ARD-aktuell hetzte mit. Die Berichterstattung über den Zwischenfall in der Kertsch-Straße, dem Nadelöhr zwischen Schwarzem Meer und Asowschem Meer, ist nur eines von vielen Beispielen. Es heißt zwar in den Programmrichtlinien für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk:

„In Berichten und in Beiträgen, in denen sowohl berichtet als auch gewertet wird, dürfen keine Tatbestände unterdrückt werden, die zur Urteilsbildung nötig sind“ (1).

und weiter, die Berichterstattung solle

„die internationale Verständigung fördern (und) für die Friedenssicherung eintreten“ (2),

doch das setzt Sachlichkeit, kritischen Journalismus und dessen Distanz zu jedweder Regierung voraus, insbesondere zur eigenen. Das aber ist nicht Sache der Qualitätsjournalisten in Dr. Gniffkes Tagesschau. Konformistisch reden sie Kanzlerin Merkel und Außenminister Maas nach dem Munde und kolorieren deren „Feindbild Russland“.

Dass Tagesschau-Redakteure ungern selbst über komplexe Zusammenhänge informieren, zeigt sich an ihrer häufigen Inanspruchnahme von „Experten“. Vorgeblich neutrale Fachleute entheben die Redaktion der Notwendigkeit, selbst Stellung zu beziehen und sich dabei zu exponieren. Mit der Auswahl des jeweiligen Experten lässt sich zudem ganz unauffällig die Tendenz einer Nachricht gestalten.

Besonders beliebt bei Dr. Gniffkes Qualitätsmannschaft sind daher die Vertreter der „Stiftung Wissenschaft und Politik“. Wer sie befragt, beweist Linientreue und kann nichts falsch machen: Es ist die „Denkfabrik” der Bundesregierung, finanziert vom Steuerzahler (3). „Stiftung“ klingt jedoch immer gut und außerdem neutral. Kanzlerin und Minister ziehen die Angestellten dieses Instituts ständig zu Rate.

Wie der Herr, so‘s Gescherr. Die ARD-aktuell-Redaktion wandte sich im hier betrachteten Fall an die Expertin Dr. Sabine Fischer. Die kam zwar gleich zu Beginn zu der Erkenntnis:

„Ich sehe auf russischer Seite im Moment eigentlich kaum ein Interesse an einer militärischen Eskalation. Russland hat sich im Grunde genommen seit einem halben Jahr sehr stark zurückgezogen“ (4).

Aber trotz dieser objektiv stimmigen Ansicht gaben die Gniffke-Krieger nicht klein bei. Sie fragten und schwadronierten so lange herum, bis das Feindbild wieder gerade hing und sich „neue Sanktionen gegen Russland“ fordern ließen.

 » Lees verder

Desinformation über den Krieg in Jemen

desinformation-uber-den-krieg-in-jemen

21-11-18 10:35:00,

Jemen grenzt im Norden an Saudi-Arabien, im Osten an Oman. Die Häfen sind von den Saudis blockiert
© StableSeas/Al Jazeera

Jemen grenzt im Norden an Saudi-Arabien, im Osten an Oman. Die Häfen sind von den Saudis blockiert

Urs P. Gasche / 21. Nov 2018 –

Viele Medien beschönigen die Rolle der USA und übertreiben den Einfluss des Irans.

In jüngster Zeit hört und liest man in vielen Medien immer wieder die beiden fragwürdige Informationen:

1. «In Jemen kämpft eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition gegen Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden.» Häufig ist auch von einem «Stellvertreterkrieg» zwischen Iran und Saudi-Arabien die Rede.

Damit entsteht der falsche Eindruck, der Iran hätte auf den grausamen Krieg bisher einen vergleichbaren Einfluss gehabt wie Saudi-Arabien.

Tatsächlich aber kann der Iran die Huthis wenig unterstützen: Auf dem Landweg überhaupt nicht, mit Flugzeugen ebenfalls nicht, und den Zugang zu den Häfen haben die Saudis vom Meer her blockiert. Selbstverständlich ist der Schmuggel ein gutes Geschäft. Die Huthis konnten sogar vereinzelte Raketen auf Saudi-Arabien abfeuern.

2. «Die USA üben jetzt Druck auf Saudi-Arabien aus, die Bombardierung Jemens zu beenden und Friedensgespräche aufzunehmen.»

Hier kann gleich zweifach eine falsche Wahrnehmung entstehen:

  • Der Eindruck, die USA seien schon lange gegen Bombardierungen in Jemen gewesen und würden jetzt zusätzlichen Druck ausüben.
  • Der Eindruck, die Saudis hätten den Krieg in Jemen ohne aktive Unterstützung der USA geführt.

Tatsächlich aber konnten die Saudis die intensiven Angriffe in Jemen nur durchführen, weil ihnen die USA logistische Hilfe boten, unter anderem mit Satellitenaufklärung, und weil die USA die saudischen Bomber in der Luft regelmässig auftankten. Abgesehen davon liefern die USA an Saudi-Arabien das halbe Waffenarsenal einschliesslich Ersatzteile. Die USA bilden das saudische Militär auch aus.

Erst vor wenigen Tagen gaben die USA bekannt, wenigstens das Auftanken einzustellen.

*********************************************************

Über den Krieg in Jemen hat Infosperber regelmässig berichtet. Beachten Sie unser Dossier

Der Krieg in Jemen

*********************************************************

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

Keine

Meinungen / Ihre Meinung eingeben

Artikel weiterempfehlen

Diesen Artikel können Sie an 1-10 Personen weiter empfehlen. Trennen Sie die E-Mail Adressen jeweils mit einem Komma oder einem Strichpunkt.

 » Lees verder

Der deutsche Krieg

der-deutsche-krieg

15-11-18 02:59:00,

Von einer heilen Welt wird uns erzählt, in der Soldaten helfen beim Bauen von Brunnen und Mädchenschulen. Es ist eine verlogene Welt. Denn die deutschen Militärs in Afghanistan sind nichts anderes als Interventionisten; tausende Kilometer weit entfernt von ihrer Heimat.

Die deutsche Bundeswehr trägt zwar den Auftrag in ihrem Namen; eine Wehr für den Bund der als Bundesrepublik Deutschland konföderierten deutschen Staaten zu sein (a1).

Stattdessen vertritt die deutsche Armee sehr konkrete Interessen – wessen Interessen? Ihre, meine? Durchaus.

Warum lassen sich überhaupt Bundeswehr-Soldaten auf das Kriegsabenteuer in Afghanistan ein? Warum rebellieren sie nicht? Das Recht dazu haben sie.

Die Bundeswehr ist seit einigen Jahren eine Berufsarmee. In ihr dienen Söldner. Zwei Dinge sind es heutzutage, die uns einen Beruf ausüben lassen, wobei die Wichtung oder Kombination jeweils verschieden ist: Geld verdienen und Überzeugungen. Diese Überzeugungen rühren jedoch oft aus ideologischer Indoktrination. Das gilt auch für die deutsche Armee.

Ein sehr guter Bekannter ging Mitte der 1990er Jahre nach Jugoslawien, genauer gesagt nach Bosnien-Herzegowina. Seine Motive waren schlicht: Er hatte kein Geld und keine Arbeit. Der Auslandseinsatz bei der Internationalen Friedenstruppe für Bosnien und Herzegowina, IFOR, später SFOR (1), brachte ihm in wenigen Monaten mehrere zehntausend D-Mark ein. Für die damalige Zeit im Osten der Republik sehr, sehr viel Geld.

Als ich ihm nach seiner Rückkehr begegnete, fragte ich ihn, ob er einen solchen Einsatz – zum Zwecke des Geldverdienens – wiederholen würde. Seine Antwort war kristallklar: Nie wieder! Spätestens als er sich mit seiner Einheit in einem Gebäude plötzlich in einen Schusswechsel verwickelt sah und sein einziger „Schutz“ ein umgekippter Tisch war, hatte er diese Entscheidung getroffen. Er hatte sie für sich getroffen, für den Fall, dass er überhaupt lebend aus der Situation herauskommen würde. Und er fragte sich im Nachhinein – mittlerweile ohne das Wohlfühlsprech von Politikern in den Ohren – was er überhaupt in Jugoslawien mit einer Waffe in der Hand verloren hatte.

Wir dürfen den ganzen Schaum von Wortblasen aus Politik und Medien beiseite wischen, all die Lügen darüber, dass wir Deutschen in Jugoslawien „humanitär intervenieren mussten“. Dann erfahren wir, dass Deutschland – wie auch sein großer Seniorpartner, USA – ein großes Problem mit Jugoslawien hatte, das allerdings mit „humanitärer Verantwortung“ nicht im Geringsten in Verbindung stand. Dann wird uns klar,

 » Lees verder

Krieg zwischen China und USA: Bahnt sich ein „Pearl Harbor“ an?

krieg-zwischen-china-und-usa-bahnt-sich-ein-pearl-harbor-an

31-10-18 02:02:00,

Politiker, Generäle und Experten spekulieren immer wieder über einen großen Krieg zwischen China und den USA, der angeblich bald bevorsteht. Glaubwürdig sind deren Prognosen nicht wirklich – einfach schon aus dem Grund, dass das US-Militär die südostasiatische Region fest im Griff hat. Doch es bewegt sich etwas aus der Gegenrichtung.

Wer die Vereinigten Staaten militärisch schlagen will, braucht eine starke Flotte – eine noch stärkere als die US Navy. Was so eine Seestreitkraft kosten würde, kann man sich kaum vorstellen. Man weiß aber: Nur eine mit den USA vergleichbare Wirtschaftsmacht könnte sich eine solche Marine leisten.

Eine solche Wirtschaftskraft hat heute nur China, was die Volksrepublik zum einzigen wirklichen Gegner der Vereinigten Staaten macht, auch in militärischer Hinsicht. Beim Bruttoinlandsprodukt hat China die USA schon 2014 überholt. In derselben Zeit hat die Volksrepublik eine riesige Modernisierungsreform ihrer Streitkräfte begonnen, insbesondere der Flotte.

©
AP Photo / Carolyn Kaster

Was China braucht, um weiter wirtschaftlich zu wachsen, ist vor allem eine Handels- und Finanzexpansion. Russlands Fernostregion und Sibirien liegen ja quasi um die Ecke – doch Chinas Expansionspläne richten sich vor allem auf Afrika.

Und natürlich braucht die Volksrepublik Energieressourcen. Zwei Drittel seines Öls importiert China aus dem Ausland, 83 Prozent werden auf dem Seeweg transportiert. Und das erinnert stark an die Situation kurz vor Kriegsbeginn zwischen Japan und den Vereinigten Staaten.

Das Land der aufgehenden Sonne war sehr stark von Ölimporten abhängig, die ebenfalls über das Meer angeliefert wurden. Die Versuche der US-Führung, die Öllieferungen nach Japan zu blockieren, provozierten die Japaner zum Angriff, ja zwangen sie geradezu.

Japan hat den Krieg bekanntlich verloren – und zwar vor allem auf See. Dass China den Fehler seines Nachbarn nicht nachmachen will, liegt auf der Hand. Deshalb baut Peking eben eine gigantische Seestreitmacht.

©
AP Photo / Li Tao/Xinhua

Die größte Schlagkraft einer modernen Marine ist der Flugzeugträger: Kampfflugzeuge liefern auch in einem Seegefecht den entscheidenden Vorteil. Ein großes Manko haben die Flugzeugträger aber, sind sie doch ziemlich schwerfällig und für sich allein genommen sehr verwundbar.

Darum besteht ein Flugzeugträgerverband immer aus einem Dutzend Zerstörern und Fregatten und mehreren U-Booten. Die Kampfjetgeschwader des Flugzeugträgers decken den Verband vom Himmel aus,

 » Lees verder

Krieg als Spiel, Massenmord als Partnerbörse – Wie die Bundeswehr ihre Werbung rechtfertigt und weiter ausbaut – www.NachDenkSeiten.de

Krieg als Spiel, Massenmord als Partnerbörse – Wie die Bundeswehr ihre Werbung rechtfertigt und weiter ausbaut – www.NachDenkSeiten.de

29-08-18 10:58:00,

29. August 2018 um 11:00 Uhr | Verantwortlich:

Krieg als Spiel, Massenmord als Partnerbörse – Wie die Bundeswehr ihre Werbung rechtfertigt und weiter ausbaut

Veröffentlicht in: Aufrüstung, Berufliche Bildung, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, PR, Wertedebatte

Nach einer skandalösen Plakat-Kampagne bei einer Videospiel-Messe kündigt die Bundeswehr weitere großflächige Werbemaßnahmen an. Zielgruppe: orientierungslose Jugendliche. Die Motive der Bundeswehr sind dabei offensichtlich und nachvollziehbar – die gesellschaftlichen Reaktionen auf die Tabubrüche sind dagegen schwach: Moralische Grenzüberschreitungen werden mit ihrem Erfolg gerechtfertigt. Von Tobias Riegel.

Die Bundeswehr rührt die Werbetrommel: Nach den infamen und Aufsehen erregenden Plakaten bei der Videospiel-Messe Gamescom kündigte die Truppe kürzlich eine zusätzliche Kampagne im bundesweiten Stadtbild an: „In diesen Wochen beginnt für über 700.000 junge Menschen in Deutschland das letzte Schuljahr. Darum starten wir nun die zweite Phase unserer Berufekampagne, um die vielfältigen Möglichkeiten in der Bundeswehr nach dem Schulabschluss zu zeigen“, erklärte die Truppe. Da sollten sich die Bürger laut Ankündigung der Bundeswehr schon mal warm anziehen: „Aufmerksamkeitsstarke Motive in neuem Look werden nicht nur in Großstädten, sondern auch in vielen Kleinstädten und Gemeinden auf Großflächenplakaten und City-Light-Postern zu sehen sein. Um die Betrachterinnen und Betrachter auf emotionaler Ebene zu erreichen, setzen wir auf starke Bilder mit prägnanten Hashtags.“

Mit „starken Bildern und prägnanten Hashtags“ hat die Bundeswehr bereits vor einigen Tagen mit der eingangs erwähnten Kampagne zur Videospiel-Messe Gamescom ihre minderjährige Zielgruppe verführt. Der Spielwelt entlehnte Sprüche wie „Multiplayer at it’s best“ oder „Mehr Open World geht nicht“ sollten das blutige und gefährliche Kriegshandwerk zum „realen Spiel“ verklären: „Echte Gamer“, so die Botschaft, spielen den Krieg nicht nur am Computer, sondern auch in der Realität. Dass man das echte Kriegsspiel bei abgeschossenen Gliedmaßen nicht neu starten kann, wird verschwiegen.

Geschickte Werbung – schwache Reaktion

Schockierend an der Gamescom-Episode ist weniger der Versuch der Bundeswehr, mit skrupelloser Strategie an die unterbewussten Wünsche der Jugendlichen zu appellieren – das Heer handelt hier in bestem Eigeninteresse. Wenn das anvisierte Ziel der Kampagne nicht so abstoßend wäre, man müsste den geschickten Kampagnen-Machern ein Kompliment aussprechen. Werbung wird hier technisch und psychologisch perfekt eingesetzt, allerdings für einen perversen Zweck.

 » Lees verder

Wer Krieg finanziert, wird Migration ernten

Wer Krieg finanziert, wird Migration ernten

26-08-18 12:50:00,

Red. / 26. Aug 2018 –

Viele Migrantenströme in die USA haben diese selbst verursacht, führt ein US-Wissenschaftler aus.

Gemessen daran, was die USA zu den Ursachen der Migration beigetragen haben, sollten sie alle Migranten ins Land lassen, sagt ein prominenter US-Aktivist. Das sind ungewohnte Töne, nicht nur für die USA, und sie sind gut begründet. Man müsse sich auch mit den Ursachen der Emigration beschäftigen, sagt Khury Petersen-Smith, der sich für den Think Tank «Institute for Policy Studies» (IPS) in Washington mit Fragen von Souveränität, Militarisierung und Migration beschäftigt.

Viele drängende Probleme der Gegenwart hätten ihre Ursachen in der Vergangenheit, sagt der Geograf, der sich selbst als Aktivist bezeichnet. Die Probleme, die die USA mit der Migration haben, hätten sie sich oft selbst geschaffen. In einem Artikel im Nonprofit-Magazin «In These Times» und einem Online-Interview auf «The Real News» führt er zwei Beispiele an und wirft einen Blick auf den US-Verteidigungsetat.

Hausgemachte Bandenkriminalität

Es sind Argumente, die sich genauso gut in Bildern erzählen lassen: Bilder von kleinen Kindern, die an der US-Grenze von ihren Eltern getrennt werden zum Beispiel. Diese brachten die US-Öffentlichkeit immerhin dazu, die Trump-Administration zur Rücknahme eines Gesetzes zu bewegen.

Als Rechtfertigung der harten Migrationspolitik gegenüber Einwanderern aus Mittel- und Südamerika dient die Bekämpfung von Bandenkriminalität. Dahinter steht ein anderes Bild: das von stark tätowierten Street-Gangs hinter Gittern. Abgebildet sind meist Mitglieder von Trumps Lieblingsfeind, der Mara Salvatrucha, kurz MS-13, eine äusserst gewalttätige Organisation, deren Mitglieder aus mittel- und südamerikanischen Ländern stammen. Ein Problem, das sich die USA durch ihre Aussen- und Abschiebungspolitik selbst geschaffen haben.

Mara Salvatrucha (MS-13)

MS-13 ist eine schwerkriminelle Organisation, die wegen ihrer skrupellosen Mitglieder und brutalen Morde gefürchtet ist. Wer in ihren Einflussbereich gerät, riskiert sein Leben. Ihren eher harmlosen Ursprung hat sie im Schüler- und Jugendlichenmilieu und im Bürgerkrieg in El Salvador, in dem mit Unterstützung der USA viele Kriegsverbrechen begangen wurden. Flüchtlinge, die in die USA einwanderten, schlossen sich dort ebenfalls zu Banden zusammen – teils, um sich gegen andere zu verteidigen. Einige davon wurden zu gefürchteten Organisationen,

 » Lees verder

Frankreich: Krieg gegen nicht-recycletes Plastik

Frankreich: Krieg gegen nicht-recycletes Plastik

13-08-18 12:05:00,

Plastikmüll am Ufer des Roten Meeres. Foto: Vberger / gemeinfrei

Das “Ministerium für den ökologischen und solidarischen Übergang” drängt auf eine “radikale Verhaltensumstellung” der Franzosen

Mit Plastikflaschen muss anders umgegangen werden, sagt Brune Poirson. Gewöhnlich habe man sie “einige Sekunden” in der Hand, dann werde sie weggeworfen, um im besseren Fall verbrannt zu werden, häufig aber auf dem Boden eines Lochs zu landen oder im Meer. Dieses System müsse umgewandelt werden.

Brune Poirson ist Staatssekretärin im französischen Umweltministerium. Chef des Hauses ist Nicolas Hulot, der wegen seiner früheren Fernsehauftritte in Frankreich bekannt ist und dor lange Zeit der große Umweltpädagoge war. Nun ist er “Minister für den ökologischen und solidarischen Übergang”.

Glyphosat-Verbot

Bislang ist ihm in der politischen Praxis noch nicht viel Transformatorisches gelungen; bedeutende Veränderung sind aber noch ausgeblieben, es setzte mehr Kritik als Lob für seine Arbeit. Dennoch hat Hulot im Augenblick Grund zur große Freude, weil ein Ausstiegsplan bestätigt wird.

Das Urteil des US-Gerichts gegen Monsanto (Glyphosat: Monsanto soll 250 Millionen Dollar wegen “Heimtücke” bezahlen) ist für den Glyphosat-Gegner “der Anfang vom Ende der Arroganz des bösen Paares Monsanto-Bayer”. In Frankreich soll Glyphosat ab 2021 teilweise verboten sein und im Jahr 2023 komplett, so der Plan, der durch das Urteil bestätigt würde.

“Elektroschock” beim Plastikmüll

Im Plan der Staatssekretärin für den ökologischen und solidarischen Übergang ist festgehalten, dass es bis 2025 im ganzen Land zu 100 Prozent nur mehr recyceltes Plastik im Umlauf ist, wenn es um Wasserflaschen und anderen Plastikkleinmüll geht. Dazu müsse viel verändert werde, verkündet Poirson seit einigen Tagen auf vielen Medienkanälen. Sie wolle das Umdenken mit einem “Elektroschock” einleiten. Es gehe um einen “Krieg gegen das Plastik”, so Poirson.

Die monströsen Auswirkungen des Plastikverpackungsterrors wird der Öffentlichkeit mittlerweile über die Armada der Bilder verendender Meerestiere, dahintreibender Plastikrieseninseln auf den Weltmeeren und vermüllter Strände gnadenlos genug als Konsequenz seiner Lebensweise vor Augen gehalten. Allein die Faktenlage spricht nicht dafür, dass sich am Verhalten viel ändern muss.

In Paris und in Marseille würde nur jede zehnte Plastikflasche gesammelt, so die Staatssekretärin. Die generelle “Recycling-Quote” stand vor drei Jahren bei 25,5 Prozent.

 » Lees verder

Der verschwiegene Krieg

Der verschwiegene Krieg

11-08-18 01:38:00,

Wir werden regiert von einer durch Parteien, Unternehmen und nicht gewählte Institutionen, wie der NATO und der EU, beherrschten Politikerkaste. Sie dient lediglich als Scharnier zwischen Beherrschten und Herrschern, und muss entsprechend heucheln, weil die wahren Gründe und Aktionen von ihren Wählern nicht goutiert werden würden.

Zum Beispiel, wenn es um Kernwaffen, um Angriffskriege der NATO, Aufrüstung oder die Aggression gegen Russland geht. Folgend will ich den Krieg gegen den Jemen kurz darstellen. Einen Krieg, der immer noch als „Bürgerkrieg“ deklariert wird, obwohl es eigentlich darum geht, den Willen Saudi-Arabiens und damit auch jenen der USA in einem der ärmsten Länder der Region durchzusetzen.

Vergleichen Sie die Angaben mit den Informationen, die Ihnen die Medien geben, und entscheiden Sie selbst, wem Sie glauben wollen.

Der Jemen besteht im Grunde aus zwei Staaten. Die südlichen Provinzen sind hauptsächlich sunnitisch besiedelt. Die nördlichen Stämme dagegen bekennen sich zu einer schiitischen Form des Islams, die aber weit von der Lehre entfernt ist, die im Iran als „richtige“ schiitsche Lehre angesehen wird (Zaydismus).

Die Teilung geht zurück auf die Kolonialkriege, als 1839 die Briten den Hafen von Aden „in Besitz“ nahmen.

Die Briten teilten das Land, bis sich die nördlichen Stämme 1911 gegen die Kolonialmacht und ihre Kollaborateure erhoben. Sie vertrieben die Briten und gründeten ein vereinigtes Königreich.

Die erneute Teilung erfolgte in den 1960er Jahren, als im Süden eine Republik, die von der Sowjetunion unterstützt wurde, die Macht des Königs beseitigte, während sich im Norden die Arabische Republik Jemen etablierte.

1990, im Rahmen der Auflösung des Sowjetimperiums, vereinbarten die zwei Jemen sich wieder zu vereinen. Allerdings kam es im Süden schnell zu Abtrennungswünschen, während die nördlichen Stämme nach Autonomie strebten. Schließlich eroberte Al-Kaida einen Teil des Landes. Die Zentralregierung nahm dies zum Anlass, Hilfe von außen zu rufen, worauf massenhaft Waffenlieferungen aus den USA eintrafen.

Mit Hilfe der US-Berater verwandelte sich die Zentralregierung in eine de facto Diktatur. Gekämpft wurde nicht gegen Al-Kaida, sondern gegen die Unabhängigkeits- bzw. Autonomiebewegungen. Im Norden waren die Houthis jene Gruppe, die es schaffte, sich sowohl gegen den Einfluss aus dem nördlichen Nachbarland Saudi-Arabien, als auch gegen die diktatorische Zentralregierung zu behaupten.

Es gelang den Houthis sogar, den größten Teil des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen,

 » Lees verder

Krieg auf deutschen Straßen!

Krieg auf deutschen Straßen!

11-08-18 01:21:00,

Mit eigens umgebauten Kühlaggregaten versuchen die Freiwilligen seit Stunden, die hitzigen Kämpfe, die sich im Markt abspielen, herunter zu kühlen. Ein Sprecher des Mediamarktes sagte gegenüber dem Satire-Quickie, die Preise für Ventilatoren auf dem Schwarzmarkt hätten sich seit letzter Woche verzehnfacht.

Für einen simplen Lüfter der Firma AEG würden Preise auf „iPhone X“-Niveau gezahlt. Auch plane man Toaster und Elektrogrills durch Umpolung von Plus auf Minus technisch so umzubauen, dass sie nicht mehr aufheizen sondern runterkühlen.

Wie der europäische Verband VfB (Ventilatoren für Besserverdiener) in einer ersten Pressekonferenz erklärte, habe man den durch den Klimawandel verursachten Bedarf an Neugeräten völlig falsch eingeschätzt.

In enger Zusammenarbeit mit dem Heimatministerium plane man nun, Flüchtlinge mit Papierfächern auszustatten und sie als Frischluftmacher auf Ein-Euro-Job-Basis über AMAZON als vorläufige Alternative anzubieten. Auf die Frage des Satire-Quickies, ob dies nicht moderne Sklaverei sei, sagte ein Sprecher des Ministeriums: „Ja und wo ist da jetzt das Problem?“.

Auch außerhalb von Deutschland sind übrigens derzeit keine Ventilatoren mehr zu bekommen. Aus internen Meldungen wissen wir allerdings, dass indische und chinesische Kindergärten bereits mit Hochdruck daran arbeiten, die Produktion zu steigern.

Hoffen wir, dass die Menschheit bis zur Auslieferung der nächsten Geräte nicht „verdampft“ ist. In diesem Sinne: fröhliches Schwitzen.

Jens  Lehrich

Jens Lehrich, Jahrgang 1970, ist gelernter Hörfunk-Journalist und freier Autor aus Hamburg. Seit über 25 Jahren produziert, spricht und textet er Comedyserien für den privaten Hörfunk. Als sein Sohn im Jahr 2010 an Typ 1-Diabetes erkrankte, begann für den dreifachen Familienvater der Blick hinter die Kulissen der Pharmaindustrie. Lehrich gründete den Blog ahundredmonkeys.de, auf dem er Menschen präsentiert, die abseits vom Mainstream für eine bessere, gerechtere und gesündere Gesellschaft eintreten. Darüber hinaus gehören das Klavierspielen und Schreiben von Satire zu seinen Leidenschaften.

Dieses Werk ist unter einer

Creative Commons-Lizenz

(

Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International

) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.


Creative Commons Lizenzvertrag

Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, können Sie hier eine Spende abgeben. Da wir gemeinnützig sind, erhalten Sie auch eine Spendenquittung.

 » Lees verder

Jemen: Der Krieg, der in unseren Medien nicht stattfindet – USA und Saudi-Arabien töten zahlreiche Kinder bei einem Luftangriff | www.konjunktion.info

Jemen: Der Krieg, der in unseren Medien nicht stattfindet – USA und Saudi-Arabien töten zahlreiche Kinder bei einem Luftangriff | www.konjunktion.info

10-08-18 01:10:00,

Seit Jahrzehnten betreiben die USA im Nahen/Mittleren Osten und in Afrika eine Politik der Zerstörung. Fadenscheinig begründet in der jüngeren Vergangenheit vor allem mit dem “Kampf gegen den Terror”. Doch egal, ob der Präsident nun Reagan, Bush sen., Clinton, Bush jun., Obama oder aktuell Trump hieß bzw. heißt, es ging immer nur darum auf Kosten Unschuldiger das eigene Imperium zu schützen und auszuweiten.

Entweder durch direktes militärisches Eingreifen (wie im Irak) oder mit der Hilfe von Proxies und Terroristen (wie in Syrien) hat Washington ganze Landstriche unbewohnbar (Stichwort Uranmunition) gemacht und Hunderttausende Menschen getötet und Millionen zu Flüchtlingen gemacht. Zum Großteil gedeckt und unterstützt durch die willfährigen Politdarsteller und Redaktionsstubenhocker in Deutschland.

Der Jemen macht hier keine Ausnahme – außer dass die Berichterstattung unserer Hochleistungspresse dazu eigentlich nicht stattfindet. Seit Jahren wird das Land von einer “Koalition aus Saudi-Arabien und den USA” völkerrechtswidrig angegriffen und steht heute – auch Dank einer Wirtschaftsblockade – kurz vor dem Zusammenbruch. Auch hierzu kein Aufschrei unserer “Medienschaffenden und Politgrößen”.

Auch einen aktuellen Luftangriff der US-Saudi-Kräfte auf einen mit Zivilisten besetzten Bus in Nordjemen muss man der internationalen Presse entnehmen. So berichtete der Guardian, dass 43 Menschen bei diesem feigen Angriff ums Leben gekommen sind – die meisten davon Kinder. Johannes Bruwer vom vor Ort helfenden Roten Kreuz:

Nach dem humanitären Völkerrecht müssen Zivilisten während des Konflikts geschützt werden. Zahlreiche Tote, noch mehr Verletzte, die meisten unter 10 Jahre alt.

(Under international humanitarian law, civilians must be protected during conflict. Scores killed, even more injured, most under the age of 10.)

Tweet Johannes Bruwer - Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt TwitterTweet Johannes Bruwer - Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt Twitter

Tweet Johannes Bruwer – Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt Twitter

Einmal mehr werden die Opfer euphemistisch als “collateral damage” bezeichnet, die sich zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort in der Nähe eines militärischen Ziels befanden. Eine Bekanntmachung der saudischen Staatspresse nannte den Angriff eine “legitime militärische Aktion” und dass der Luftangriff

internationalen und humanitären Gesetzen entsprach.

(conformed to international and humanitarian laws.)

Weiter lesen wir in der Pressemitteilung aus Riad, dass die Kinder als Schutzschilde durch die Gegner der Koalition missbraucht worden sind. Dabei ist dieses neue Bombardement nur ein verhältnismäßig kleines im Kontext einer viel größer angelegten Bombenkampagne,

 » Lees verder

Krieg gegen die Freiheit

Krieg gegen die Freiheit

25-07-18 01:40:00,

Das Versagen auf Seiten der etablierten Medien, Julian Assange zu verteidigen – der seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft festgesetzt ist, dem die Kommunikation mit der Außenwelt seit März verwehrt wird und der, wie es scheint, der unmittelbar bevorstehenden Ausweisung und Inhaftierung entgegensieht – ist erstaunlich.

Die Auslieferung des Herausgebers – das fanatisch verfolgte Ziel der US-Regierung – würde einen juristischen Präzedenzfall schaffen, der jede journalistische Kontrolle oder Untersuchung des konzerngesteuerten Staates kriminalisieren würde.

Das Leaken von Informationen und Whistleblowing würden zum Hochverrat. Die Aktivitäten der herrschenden globalen Eliten würden in völlige Geheimhaltung gehüllt.

Sollte Assange in die Vereinigten Staaten ausgewiesen und verurteilt werden, dann würden die New York Times, die Washington Post und jedes andere Medienorgan, gleichgültig wie handzahm ihre Berichterstattung über den korporatistischen Staat auch sein mag, ein und derselben drakonischen Zensur unterworfen. Mithilfe des geschaffenen Präzedenzfalles würde Donald Trumps Oberster Gerichtshof enthusiastisch daran festhalten, Herausgeber, Redakteure und Reporter im Namen der nationalen Sicherheit festzunehmen und zu inhaftieren.

Es mehren sich die Anzeichen, dass die ecuadorianische Regierung von Lenín Moreno sich darauf vorbereitet, Assange auszuweisen und ihn an die britische Polizei zu überstellen.

Moreno und sein Außenminister José Valencia haben bestätigt, dass sie mit der britischen Regierung über eine „Lösung“ des Schicksals Assanges verhandeln. Moreno, der Großbritannien in einigen Wochen besuchen wird, nennt Assange ein „geerbtes Problem“ und „einen Stein im Schuh“ und sprach von ihm als „Hacker“. Es scheint, als sei Assange unter der Moreno-Regierung nicht mehr in Ecuador willkommen. Seine einzige verbliebene Hoffnung ist jetzt eine sichere Überführung in sein Heimatland, Australien, oder in ein anderes Land, das bereit ist, ihm Asyl zu geben.

„Ecuador hat versucht, eine Lösung für dieses Problem zu finden“, kommentierte Valencia im Fernsehen. „Das Asyl kann nicht ewig andauern, man kann nicht erwarten, dass es jahrelang besteht, ohne dass wir die Situation überprüfen, auch da dies die Rechte des Geflüchteten verletzt.“

Morenos Vorgänger als Präsident, Rafael Correa, der Assange Asyl gewährte und ihn im letzten Jahr zum ecuadorianischen Staatsbürger machte, warnte, dass Assanges „Tage gezählt seien.“ Er bezichtigte Moreno – dieser schnitt, nur einen Tag nachdem er eine Delegation des Südlichen Kommandosder Vereinigten Staaten empfangen hatte, Assanges Kommunikationskanäle ab – „ihn auf den ersten Druck durch die Vereinigten Staaten aus der Botschaft zu werfen“.

 » Lees verder

Lügen für den Krieg

Lügen für den Krieg

23-07-18 01:29:00,

Am 17. Juli 2018 veröffentlichte die Botschaft Israels in Deutschland bei Twitter eine „brandheiße“ Mitteilung (1) mit folgendem Inhalt:

„Die neueste Erfindung der #Hamas – ein Falke, an dem ein Brandsatz befestigt ist, mit dem er von #Gazanach #Israel fliegen und Felder in Brand setzen sollte. Nach Angaben der israelischen Naturschutzbehörde ist dies das erste Mal, dass Wildtiere für Feuer-Terror benutzt werden.“

Bild

Zu sehen ist auf den entsprechenden Bildern ein Bündel Federn, welches an einer Schnur hängt, die offensichtlich zwischen dem Boden und den Ästen eines Baumes gespannt wurde. Wenn man das sieht, würde man wohl normalerweise sagen „Oh, da hat jemand eine Schnur aufgespannt und dann ein paar Federn daran geknotet.“

Da hängen also ein paar Federn inklusive angeblicher Brandsätze im israelischen Gebiet nahe des Gazastreifens und man kann entweder davon ausgehen, dass die da jemand hingehängt hat, der einen Nutzen davon haben wollte in Form einer Propagandastory („Die neueste Erfindung der Hamas“) oder man kann von der Story der israelischen Botschaft ausgehen und dem, was sie impliziert:

Dass das ganze keine Attrappe aus einem Bündel Federn ist. Dass sich hier tatsächlich ein Wüstenfalke (2) irgendwie in einer Kordel verfangen hat, die irgendjemand da rein zufällig platziert hat (Was sagt eigentlich die in dem Tweet der Botschaft erwähnte israelische Naturschutzbehörde dazu?). Dass der Falke bei seinem Flug mit dem Brandsatz nicht selbst verbrannt ist. Dass es ja eine Zeitschaltuhr an dem Brandsatz gegeben haben könnte, damit dies nicht geschieht, diese aber wiederum im Einsatz versagt hat und nicht auslöste, als „der Falke“ an der Schnur hing. Dass ein solcher aufwendiger und teurer Einsatz von Falken, der, selbst wenn das alles stimmen würde, wohl nur eine geringe Chance hätte, irgendein Feld anzuzünden, und stattdessen „in der Pampa“ – wie auf dem Bild zu sehen – verbrennt, das ist, was den Palästinensern einfällt, wenn es um Widerstand gegen die israelischen Behörden geht, weil sie ja „bekanntlich krank im Kopf sind“, was sich durch das Quälen der armen Wildtiere zeigt.

Während in den letzten Wochen und Monaten immer wieder Bilder aus dem Gazastreifen zu sehen sind, bei denen israelische Sicherheitskräfte Demonstranten erschießen oder schwer verletzen, versucht die israelische Regierung mit dieser und ähnlichen dämlichen Fake-News-Geschichten offenbar, ihre Unterstützer auf Linie zu halten und „zu verdeutlichen“,

 » Lees verder

Krieg gegen Flüchtlinge

Krieg gegen Flüchtlinge

21-07-18 01:04:00,

Circa 2.000 Demonstrantinnen und Demonstranten fanden sich zu einer kurzfristig organisierten Demonstration gegen die Abschottungspolitik der EU, die über Leichen geht, am Freitag, den 13. Juli 2018 in der Essener Innenstadt zusammen. Bei dieser Gelegenheit hielt Bernhard Trautvetter die folgende Rede:

Wir sind hier in Essen am Willy-Brandt-Platz unterhalb des Gebäudes, an dem vor einigen Jahrzehnten der Spruch hing: „Willkommen in der Waffenschmiede des Reiches“. Der Terror der Nazis führte Jahre später, als sie Deutschland in Schutt und Asche zurückließen, zu einem Asylrecht, das jetzt geschleift wird. Genau das wollen die Nazis von heute.

Heute ist das Mittelmeer ein Massengrab für zigtausende Flüchtlinge, und in der Sahara sterben ebenfalls tausende vor NATO-Draht auf ihrer Flucht vor Krieg und Gewalt.

Diese Stellen sind keine Frontlinie, weil dort nicht auf zwei Seiten getötet wird.

Im Oktober hält die Nato eine Konferenz in der Messe Essen ab, die eine Frontlinie zum Thema macht, nämlich die im All und im Luftraum. Sie gaben der Konferenz den Titel „Der Nebel des Tages Null“. Wir wollen das nicht, deshalb werden wir uns im Oktober hier wieder zu einer Friedensdemonstration sehen, denn wir kämpfen gegen Fluchtursachen, und das heißt gegen Kriegsexport und Waffenhandel.

Man könnte aus Sparsamkeitsgründen – sage ich einmal satirisch – Abschiebeflugzeuge, die Geflohene zurück in den Krieg nach Afghanistan transportieren sollen, mit den Flugzeugen ausfliegen, mit denen die Fluchtursache Krieg befeuert wird, also in Waffentransporten. Das macht den Zynismus der Kämpfer gegen Flüchtlinge, die auch Kriegsprofiteure sind, deutlich.

Es ist widerwärtig, wenn Politikerinnen und Politiker selbst in höchsten Staatsämtern Helferinnen und Helfer sowie Kapitäne von Rettungsschiffen, die sich um Schutz- und Hilfebedürftige kümmern, kriminalisieren.

Es ist widerwärtig, wenn sie Hilfe für Menschen, die ums Überleben kämpfen, verbieten.

Es ist für uns abstoßend, wenn die EU das Zurückweisungsverbot der Genfer Flüchtlingskonvention bricht und wenn Menschen, die dem Tod im Kriegsgebiet mit knapper Not und unter weiterer Lebensgefahr entkommen sind, ihrem Schicksal überlassen werden, was oft den Tod bedeutet.

Wir nehmen es nicht hin, wenn Politiker und Militärs, die das sehend herbeiführen, Rettungsschiffe festsetzen und massenhaften Tod im Mittelmeer sowie immer neue Traumata auf Seiten von Überlebenden in Kauf nehmen.

Es bricht mit allen Menschenrechten, wenn EU-interne Papiere, wie der Spiegel Ende April berichtete,

 » Lees verder

Im Krieg gegen uns selbst – amerikanische Außenpolitik und ihre Folgen im eigenen Land – www.NachDenkSeiten.de

Im Krieg gegen uns selbst – amerikanische Außenpolitik und ihre Folgen im eigenen Land – www.NachDenkSeiten.de

03-07-18 04:28:00,

Im Krieg gegen uns selbst – amerikanische Außenpolitik und ihre Folgen im eigenen Land

Veröffentlicht in: Innere Sicherheit, Militäreinsätze/Kriege, Wertedebatte

Der US-Journalist Will Porter stellt fest, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der Waffengewalt und Suizidrate in den Vereinigten Staaten und der aggressiven amerikanischen Außenpolitik gibt. Josefa Zimmermann hat den Artikel, der im Original auf Consortiumnews erschienen ist, für die NachDenkSeiten ins Deutsche übersetzt.

Über die Wurzeln der amerikanischen Waffengewalt-Epidemie in ausländischen Kriegsgebieten

In den letzten Monaten wurde die Debatte über Waffengewalt in den Vereinigten Staaten, über ihre Ursachen und mögliche Auswege durch eine Reihe von Amokschießereien an Schulen neu entfacht. Doch bei den endlosen Diskussionen über Schießattacken an Schulen und über AR-15-Gewehre fällt auf, dass ein großes Puzzlestück fehlt.

Entgegen der Annahme, dass im Zusammenhang mit Waffengewalt die Morde das zentrale Problem seien, zeigen Daten aus den letzten Jahren, dass bei der Mehrzahl der Todesfälle die Benutzer die Schusswaffen gegen sich selbst gerichtet hatten.

Im Jahr 2015 wurden in den USA über 60 Prozent der Suizide mit Schusswaffen ausgeführt, während es bei Tötungsdelikten nur rund 36 Prozent waren. Schusswaffen sind die am häufigsten angewandte Methode, mit der Menschen ihrem Leben ein Ende setzen.

Während die Ursachen der Selbstmord-Epidemie in Amerika komplex und zahlreich sind, steht fest, dass eine Gruppe in der Statistik überproportional vertreten ist – die Kriegsveteranen.

Jenseits des Physischen

Einer Studie des Department of Veterans Affairs (VA) von 2016 zufolge begehen im Durchschnitt jeden Tag etwa 20 Veteranen Selbstmord. Die Neigung zum Suizid ist bei ihnen am höchsten im Vergleich zu Menschen aus anderen Berufen. Obwohl Veteranen weniger als 9 Prozent der amerikanischen Bevölkerung ausmachen, lag ihr Anteil bei den Selbstmördern im Jahr 2014 bei 18 Prozent.

Wenn Veteranen aus chaotischen Kriegsgebieten zurückkehren, kann die Wiederaufnahme eines normalen Zivillebens große Schwierigkeiten bereiten. Die Belastungen des Krieges haben dauerhaft eine „Kampf-oder-Flucht-Reaktion” zur Folge, die nicht nur körperliche Symptome wie Schweißausbrüche, Zittern oder Herzrasen hervorruft, sondern auch einen mentalen und moralischen Tribut fordert.

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist nicht nur verantwortlich für einige der körperlichen Traumafolgen, wie die “Kampf-oder-Flucht-Reaktion“, sondern auch für ausgeprägte mentale,

 » Lees verder

Propaganda für den Krieg

Propaganda für den Krieg

30-06-18 12:25:00,

Zwischen 1918 und 1941 sowie seit 1945 existierte auf dem Westbalkan der Staat Jugoslawien. Gegründet nach dem Ende des Ersten Weltkriegs als Königreich der Slowenen, Serben und Kroaten, wurde es 1941 vom nationalsozialistischen Deutschland und vom faschistischen Italien besetzt.

1945 rief Tito nach der Befreiung vom Faschismus, vor allem durch Partisanen, das sozialistische Jugoslawien aus. Auf der Basis einer sozialistischen Gesellschaftsordnung, in welcher es weder arm noch reich geben sollte, erhofften sich viele nun eine Aussöhnung zwischen den teilweise verfeindeten Volksgruppen und damit dauerhaften Frieden.

Doch als Slowenien und Kroatien 1991 ihre einseitige Unabhängigkeit von Jugoslawien erklärten, eskalierte die Situation. Die Kriege in Kroatien und Bosnien bis 1995 sowie im Kosovo ab 1998 forderten rund 120.000 Tote und Hunderttausende Flüchtlinge. Am Ende teilte sich der rund 23 Millionen Einwohner umfassende Balkanstaat in sechs kleine Länder. 2008 kam mit dem Kosovo ein siebter Kleinstaat dazu. Im Unterschied zu den anderen ist dessen internationale Anerkennung nach wie vor umstritten.

Die Kriege im ehemaligen Jugoslawien waren jedoch nicht nur von den Teilrepubliken geführt worden. Als entscheidend erwies sich die Internationalisierung der Konflikte. Bis 1995 mischte sich die NATO wiederholt diplomatisch und militärisch zugunsten Kroatiens und der bosnisch-muslimischen Bürgerkriegspartei ein.

1999 führte sie schließlich ihren ersten Angriffskrieg ohne UN-Mandat. Diesen Bruch des Völkerrechts nutzte die NATO, um sich mitten im Krieg anlässlich ihres 50. Geburtstages eine neue Aufgabe zu geben: Zukünftig sollte sie weltweit zugunsten von Menschenrechten militärisch intervenieren.

Diese Wandlung von Verteidigung zu Intervention war zugleich der Auftakt für die Kriege des 21. Jahrhunderts und für die Wandlung der Bundeswehr-Ausrichtung von Verteidigung zu Intervention („Deutschland verteidigen am Hindukusch“).

Der Vortrag von Dr. Kurt Gritsch wurde am 17. Mai 2018 in Eggenfelden gehalten. Veranstalter waren die Katholische Erwachsenenbildung Rottal-Inn-Salzach, die Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) und die Eggenfeldener Friedensinitiative „Stell Dir vor … Frieden“.

Kurt Gritsch

Kurt Gritsch, Jahrgang 1976, ist promovierter Historiker und Konfliktforscher. Seine Forschungsschwerpunkte sind Zeitgeschichte, Konfliktforschung, Medien- und Rezeptionsgeschichte. Er ist Autor von mehreren Büchern und zahlreichen Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und Magazinen, u. a. zu den arabischen Revolutionen, zum Kosovo- und zum Ukraine-Konflikt. Zuletzt erschienen ist „Krieg um Kosovo. Geschichte, Hintergründe, Folgen“. Er lehrt Geschichte und Deutsch an der Academia Engiadina in Graubünden.

 » Lees verder

Der totale Krieg

Der totale Krieg

20-06-18 06:55:00,

Auf seinen Rechnern spielt das Pentagon den totalen Krieg mit Iran – und verliert
von Mohammad Ballout und Walid Sharara

Herr Al Khalidi, ist die Aufkündigung des Atomvertrages mit dem Iran Teil einer Strategie? Welche Beweggründe gibt es dafür, welche Auswirkungen wird das auf den aktuellen syrischen Konflikt haben? Und gibt es innerhalb der US-Administration bei dieser Entscheidung Übereinstimmung?

Man sieht diese Entscheidung als Einlösung eines Wahlversprechens, das Trump seinen Anhängern gegeben hatte. Damit soll bewiesen werden, dass er sich an seine Versprechen aus dem Wahlkampf hält. Die Antwort auf die tatsächlichen Beweggründe hinter dieser Entscheidung ist die absolute Feindschaft gegenüber dem iranischen Regime. Weder durch die Ernennung von Mike Pompeo zum Außenminister noch durch die Einsetzung von John Bolton zum Nationalen Sicherheitsberater hat sich diesbezüglich die ideologische Haltung von Trump und von vielen der amerikanischen Führungskräfte geändert.

Es geht um eine 180-Grad-Kehrtwende der amerikanischen Strategie gegenüber dem Iran. Die Aufkündigung des erwähnten Vertrages beweist das. Was will man damit erreichen?

Es sieht aus, als solle der Druck auf den Iran erhöht werden, um das Regime in Teheran zu Fall zu bringen.

Mittel sind die Wirtschaftssanktionen und die Unterstützung/Organisation von Aktionen, die die innere Sicherheit des Landes bedrohen.

Das Ziel des Dreigespanns Trump-Pompeo-Bolton, mitsamt ihren Unterstützern in Israel und am Golf, ist also, die iranische Führung zu stürzen. Unklar bleibt: Wie werden sie sich verhalten, falls es zu einer totalen Konfrontation kommt? Bei so einem „großen Plan“ kann sich die Entwicklung leicht verschärfen.

Wichtige Gruppen innerhalb der amerikanischen Administration sind gegen einen totalen Krieg mit Teheran. Klar ist auch, dass Trump versucht, sich aus den Fesseln des so genannten „tiefen Staates“ in den Nachrichtendiensten, im Pentagon und bei der Nationalen Sicherheitsbehörde zu befreien. Vor sechs Monaten saßen noch vier Generäle auf den wichtigsten Posten der Nationalen Sicherheitsbehörde.

Jetzt haben wir John Bolton, einen Ideologen, der sich von der realexistierenden Welt gelöst hat. Der alles nur durch seine ideologische Brille und daher nichts von dem sieht, was wir sehen. Und wir haben Mike Pompeo, der aufgrund seiner langjährigen Arbeit in der Armee und bei den Geheimdiensten von seinen grenzenlosen Fähigkeiten überzeugt ist. Der Präsident hat mit den Einschätzungen dieses Duos viele Gemeinsamkeiten, wird aber nun doch häufiger zu Entscheidungen bei Themen gedrängt,

 » Lees verder

Krieg ist heilbar!

Krieg ist heilbar!

16-06-18 07:53:00,

Mein eigener Weg zu Franz Ruppert führte über den hervorragenden YouTube-Kanal der Arbeiterkammer Vorarlberg.

Dort gibt es eine Veranstaltungsreihe namens „Wissen fürs Leben“, die in der Regel exzellente Vorträge über psychologische und therapeutische Themen bringt.

Ich hatte mich auf die Suche nach derlei Inhalten begeben, weil es mir schlecht ging. Mein Vater lag im Sterben und meine nunmehr elfte Beziehung auch. Beides, mein Vater und meine Beziehungsprobleme, hatten miteinander zu tun, soviel hatte ich inzwischen begriffen. Aber ich kam einer Auflösung der dahinterliegenden Muster einfach nicht näher.

Der Vortrag von Franz Ruppert, auf den ich stieß, war sein Referat über „Trauma, Angst und Liebe“.

Rupperts Vortrag nähert sich, für ein solches Thema durchaus sensationell, den 300.000 Klicks. Und ich kann für mich persönlich sagen: Seine Analyse hat zwar nicht alle Probleme in meinem Beziehungsleben schlagartig gelöst – das kann man angesichts einer lebenslangen Prägung auch schlecht von einem einzelnen Input erwarten.

Aber speziell die Erläuterungen Rupperts über die Langzeitwirkung früher Traumatisierungen haben mir entscheidenden Aufschluss gegeben, in welcher Richtung ich nach einer Lösung überhaupt suchen könnte. (Sehr empfehlenswert auch der Vortrag „Das Trauma der Identität“, der erst vor wenigen Tagen online ging.)

In der Gründungsphase des Rubikon stellte sich dann heraus, dass auch Herausgeber Jens Wernicke in dieser Richtung gesucht und bei demselben Franz Ruppert fündig geworden war. Wenige Monate später konnte ich Ruppert dann ein erstes Mal für das Magazin interviewen.

Ich staunte, als Ruppert in diesem Interview von sich aus auf einen Herrn zu sprechen kam, der sich von Anbeginn im Beirat des Rubikon-Magazins fand:

„Trauma heilt nicht von alleine. Es braucht Menschen, Einzelindividuen und viele kleine Netzwerke aus Individuen, die darauf aufmerksam machen und mutig genug sind, sich den Realitäten zu stellen und die für andere ein gutes Vorbild sind. So wie zum Beispiel Daniele Ganser, der uns in seiner geistigen Klarheit und Aufrichtigkeit deutlich zeigt, wie die ganze Welt mittlerweile eine ‚war zone’ geworden ist.“

Anlässlich der Protestwoche gegen die Airbase Ramstein 2017 saß ich dann, zusammen mit einer neuen Beziehung, in der Versöhnungskirche zu Kaiserslautern.

Zuerst sprach Eugen Drewermann. Dass auch er schon mehrfach bei der Arbeiterkammer Vorarlberg zu Gast gewesen ist,

 » Lees verder

Schmutziger Krieg

Schmutziger Krieg

13-06-18 10:43:00,

Uranwaffen, auch Uranmunition genannt, sind Bomben und Granaten mit abgereichertem Uran (englisch: depleted uranium, abgekürzt: DU), einem Abfallprodukt der Atomindustrie. Sie sind erstmalig 1991, im ersten Irakkrieg, von den USA und Großbritannien eingesetzt worden. Weitere Einsätze erfolgten in den Kriegen des Westens 1999 auf dem Balkan, in Afghanistan seit 2001, im zweiten Irakkrieg 2003, außerdem in Somalia, wahrscheinlich auch in Libyen und zuletzt in Syrien. Der Irak ist das Land, in dem bisher wohl die größte Menge an Uranwaffen eingesetzt worden ist: Im ersten Irakkrieg vermutlich etwa 600 Tonnen und im zweiten bis zu 2000 Tonnen (1).

Über das tatsächliche Ausmaß der Gesundheitsschäden beim Einsatz von Uranmunition herrsche Uneinigkeit, so Wikipedia (1). Während Gegner dieser Waffen, wie die Organisation IPPNW (Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges), Uranmunition für Krebserkrankungen, angeborene Fehlbildungen und Folgeschäden wie dem Golfkriegssyndrom verantwortlich machen würden, liege nach Studien der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und IAEO (Internationale Atomenergieorganisation) keine besondere Gefährdung vor. Im „WHO Guidance on Exposure to Depleted Uranium“ (2) heiße es explizit, dass in keiner Studie ein Zusammenhang zwischen dem Kontakt mit abgereichertem Uran und dem Auftreten von Krebs oder angeborenen Defekten gefunden wurde.

Was sagen unabhängige WissenschaftlerInnen zu diesen Einschätzungen?

Zu diesem Thema fand am 21. Februar 2018 in Kiel eine Film- und Diskussionsveranstaltung der Kieler Gruppen von attac und IPPNW statt, bei der der informative und erschütternde Dokumentarfilm „Deadly Dust – Todesstaub“ des Filmemachers Frieder Wagner gezeigt wurde. Nach anfänglicher Betroffenheit kam es zu einer lebhaften Debatte mit dem Filmautor, in der auch die kritische Frage fiel, welche Gesundheitsschäden durch DU denn bewiesen seien. In der Vor- und Nachbereitung dieser Veranstaltung habe ich mich mit dieser Frage auseinander gesetzt, die mir zur Verfügung stehende wissenschaftliche Literatur über Uranwaffen und deren Folgen bei ihrem Einsatz aufbereitet und zusammengefasst, so dass sich jeder Interessierte selbst ein Urteil bilden kann.

Vereinfacht gesagt besteht Natururan zu 99,3 Prozent aus Uran 238 und zu 0,7 Prozent aus Uran 235 (1, 3). Da nur Uran 235 spaltbar ist, muss es für die Reaktorbrennstäbe der Atomindustrie auf 3 bis 5 Prozent angereichert werden. Demnach sind für 1 kg angereichertes Material etwa 7 kg Natururan nötig. Dabei bleiben 6 kg abgereichertes Uran übrig. Das für Atombomben eingesetzte U 235 ist weitaus höher als auf 5 Prozent angereichert und hinterlässt daher eine noch größere Menge von abgereichertem Uran.

 » Lees verder