Frankreich im Krieg

14-02-18 05:06:00,

Die Tagesschau schreibt zu dem Thema in passendem NATO-Neusprech:

“Sollte im Syrien-Krieg Giftgas eingesetzt worden sein, will Frankreichs Staatschef mit Militärschlägen reagieren. Derzeit gebe es jedoch keine gesicherten Erkenntnisse, so der Präsident.”

Emmanuel Macron spricht hier im Weiteren von einer “roten Linie”:

“‘Wir werden an dem Ort zuschlagen’, von dem solche Angriffe ausgegangen oder organisiert worden seien, sagte Macron vor Journalisten in Paris. ‘Die rote Linie wird respektiert werden’, bekräftigte der Präsident.”

Im Prinzip gleiche Aussagen hatte auch der damalige Präsident der USA, Barack Obama, vor einigen Jahren hinsichtlich des Krieges in Syrien getätigt, mit der gleichen Wortwahl von der “roten Linie Giftgasangriff”.

Im August 2013 folgte auf die Ansagen Obamas die vorgetäuschte “syrische Giftgasattacke” von Ghouta in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus, just zu dem Zeitpunkt als UN-Inspektoren zu Untersuchungen in der Nähe waren.

Bereits 2012 sprach Professor Günter Meyer von der Universität Mainz davon, dass in arabischen Medien über einen kommenden Chemiewaffenangriff unter falscher Flagge spekuliert werde, welcher der syrischen Regierung unter Präsident Assad in die Schuhe geschoben werden und dem Westen einen Vorwand für eine größere Intervention in Syrien liefern sollte. Warum Obama nicht zuschlug, ist nicht ganz geklärt.

Allerdings hatten damals zwei Experten aus den USA – der frühere UN-Waffeninspektor Richard Lloyd und der MIT-Professor Theodore A. Postol – dargelegt, dass die syrischen Regierungstruppen nicht für den Angriff verantwortlich sein konnten, da sie mindestens sechs Kilometer von den Zielorten des Angriffs entfernt waren, die Reichweite der sichergestellten Trägerraketen allerdings höchstens zwei Kilometer beträgt.

Das wiederum hielt die westlichen Medien im weiteren Verlauf allerdings nicht davon ab, einen Hauptverbreiter der Fake News vom angeblichen Giftgasangriff der syrischen Regierung, den zunächst als “Couchblogger” und dann später als “Waffenexperte” betitelten Eliot Higgins, der bald darauf die Propagandagruppe “Bellingcat” gründete, für seine “Erkenntnisse” über den grünen Klee zu loben und die wissenschaftlichen Erkenntnisse einfach zu ignorieren.

Claus Kleber präsentierte Bellingcat übrigens Mitte 2015 in seiner Antrittsvorlesung an der Universität Tübingen als leuchtendes Beispiel.

Frankreich greift zusammen mit anderen westlichen sowie Syrien benachbarten Staaten seit 2011 Syrien durch sogenannte Rebellen an.

 » Lees verder

Frankreich im Krieg

14-02-18 05:06:00,

Die Tagesschau schreibt zu dem Thema in passendem NATO-Neusprech:

“Sollte im Syrien-Krieg Giftgas eingesetzt worden sein, will Frankreichs Staatschef mit Militärschlägen reagieren. Derzeit gebe es jedoch keine gesicherten Erkenntnisse, so der Präsident.”

Emmanuel Macron spricht hier im Weiteren von einer “roten Linie”:

“‘Wir werden an dem Ort zuschlagen’, von dem solche Angriffe ausgegangen oder organisiert worden seien, sagte Macron vor Journalisten in Paris. ‘Die rote Linie wird respektiert werden’, bekräftigte der Präsident.”

Im Prinzip gleiche Aussagen hatte auch der damalige Präsident der USA, Barack Obama, vor einigen Jahren hinsichtlich des Krieges in Syrien getätigt, mit der gleichen Wortwahl von der “roten Linie Giftgasangriff”.

Im August 2013 folgte auf die Ansagen Obamas die vorgetäuschte “syrische Giftgasattacke” von Ghouta in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus, just zu dem Zeitpunkt als UN-Inspektoren zu Untersuchungen in der Nähe waren.

Bereits 2012 sprach Professor Günter Meyer von der Universität Mainz davon, dass in arabischen Medien über einen kommenden Chemiewaffenangriff unter falscher Flagge spekuliert werde, welcher der syrischen Regierung unter Präsident Assad in die Schuhe geschoben werden und dem Westen einen Vorwand für eine größere Intervention in Syrien liefern sollte. Warum Obama nicht zuschlug, ist nicht ganz geklärt.

Allerdings hatten damals zwei Experten aus den USA – der frühere UN-Waffeninspektor Richard Lloyd und der MIT-Professor Theodore A. Postol – dargelegt, dass die syrischen Regierungstruppen nicht für den Angriff verantwortlich sein konnten, da sie mindestens sechs Kilometer von den Zielorten des Angriffs entfernt waren, die Reichweite der sichergestellten Trägerraketen allerdings höchstens zwei Kilometer beträgt.

Das wiederum hielt die westlichen Medien im weiteren Verlauf allerdings nicht davon ab, einen Hauptverbreiter der Fake News vom angeblichen Giftgasangriff der syrischen Regierung, den zunächst als “Couchblogger” und dann später als “Waffenexperte” betitelten Eliot Higgins, der bald darauf die Propagandagruppe “Bellingcat” gründete, für seine “Erkenntnisse” über den grünen Klee zu loben und die wissenschaftlichen Erkenntnisse einfach zu ignorieren.

Claus Kleber präsentierte Bellingcat übrigens Mitte 2015 in seiner Antrittsvorlesung an der Universität Tübingen als leuchtendes Beispiel.

Frankreich greift zusammen mit anderen westlichen sowie Syrien benachbarten Staaten seit 2011 Syrien durch sogenannte Rebellen an.

 » Lees verder

Der ganz normale Krieg

15-01-18 09:41:00,

Diesen Beitrag schrieb ich aus einer subjektiv politisch linken Perspektive. Einer Perspektive, der ich mich emotional verbunden fühle, ohne sie rational beschreiben zu können. Das ist in meiner Biografie begründet, doch inzwischen stellen sich viele Fragen in mir, wenn es um die linke Bewegung als einer gesellschaftspolitischen Strömung geht. Offenheit verdeutlicht sich, wenn man auch vor unbequemen Fragen nicht zurückschreckt. Das möchte ich in diesem Beitrag leben.

Was ich in den letzten Monaten zum politischen Aktionismus der Partei Die LINKE (a1) erfahren durfte, hat in mir letzte Illusionen zerstreut, dass unsere Demokratie reformierbar wäre, wenn eine neue, mit „besonders fortschrittlichen“ Werten (mit einer selbstredend rein subjektiven Wertebestimmung) auftretende Partei Regierungsgewalt erhalten würde. Damit meine ich nicht einmal ihre Rolle im deutschen Parlament sondern vor allem ihr Auftreten innerhalb der Partei und gegenüber Menschen, die sich doch erklärtermaßen und traditionell ebenfalls LINKS sehen. Doch erkenne ich zu überdenkende Verhaltensmuster nicht nur bei der Partei Die LINKE sondern auch bei den Linken als einer Bewegung, die Fortschritt, sozialen Ausgleich und Frieden auf ihrer Agenda trägt.

Die Ursachen dafür sind (allerdings nicht allein) systemisch beschreibbar und ich möchte deutlich machen, dass ich an dieser Stelle nicht das Regierungssystem der repräsentativen Demokratie anprangere. Auch sie bildet nur ein universell gelebtes Prinzip in unseren Gesellschaften ab, dessen Wahrnehmung wir uns allerdings beständig zu entziehen suchen.

Die LINKE ist also für mich nun nicht plötzlich „böse“ geworden, sondern zerstörte meine Erwartungshaltungen in sie. Sie hat in positiver Weise mein Denken daraufhin sensibilisiert, inwieweit Erwartungshaltungen überhaupt sinnvoll sind; sinnvoll gegenüber sich selbst aber vor allem sinnvoll gegenüber Anderen. Daher halte ich auch eine Abrechnung (Verurteilung) ihrer Politik – sowohl innerhalb ihrer selbst als auch im Rahmen ihres Mandats – für unangebracht. Da gibt es nämlich nichts abzurechnen. Eine ehrliche Analyse die uns sehr wohl auch auf uns selbst zurückführt, halte ich dagegen für umso notwendiger.

Es ist ein probates Mittel, auf die Herrschenden zu zeigen und unermüdlich deren Vergehen offen zu legen. Das überwiegend mit der erklärten Absicht, eine bessere Welt zu errichten. (a2) So wie allerdings die Herrschenden ebenso inbrünstig ihre guten Absichten verteidigen und ihre Widersacher entsprechend bekämpfen müssen, die ja beabsichtigen, das gute Werk zu zerstören.

Sowohl die Einen als auch die Anderen befinden sich dabei in einer ideologischen Filterblase.

 » Lees verder