Die Kriegslüge

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09-02-20 09:31:00,

„Jeder weiß, dass die Massenvernichtungswaffen, die als Vorwand für den Irakkrieg 2003 genannt wurden, nie gefunden wurden. Es gab sie nicht.“

Mit diesen Worten beginnt ein kurzes Video, das der Journalist Peter Hitchens von der britischen Mail on Sunday vor wenigen Tagen per Twitter verbreitete.

„Wenn das heute passieren würde, glauben Sie, dass Sie jemals erfahren würden, dass es diese Massenvernichtungswaffen nie gab? Vermutlich nicht. Denn was mit Medien und Politik seit dem Irakkrieg passierte ist, dass solche Sachen einfach nicht mehr bekannt werden.

Es ist einige Wochen her, dass ich in der Mail on Sunday einen unglaublichen Bericht darüber veröffentlichte, wie Untersuchungen über einen angeblichen Giftgasangriff in Douma, Syrien, im April 2018 zu dem Ergebnis kamen, dass es sehr unwahrscheinlich war, dass es dort einen Giftgasangriff gegeben hatte. Und wissen Sie was? Kaum eine Zeitung, Nachrichtenagentur, Rundfunk oder Fernsehen hat diese absolut katastrophale Geschichte aufgegriffen. Dabei ist diese Sache sehr wichtig, weil der angebliche Angriff mit Chemiewaffen der Vorwand für einen Raketenangriff von Großbritannien, Frankreich und den USA war.

Die Organisation, die an der Untersuchung beteiligt ist, könnte eines Tages eine zentrale Rolle bei der Frage spielen, ob wir erneut einen Krieg anfangen. Und diese ganze, überaus wichtige Angelegenheit wird Millionen Menschen vorenthalten, obwohl sie darüber informiert sein müssten“ (1).

Peter Hitchens spricht über die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen, OVCW, die 1997 gegründet wurde und ähnlich wie die Vereinten Nationen aufgebaut ist (2).

Diese Organisation hat die Aufgabe, Vorwürfe über Herstellung, Besitz oder Einsatz von chemischen Waffen zu überprüfen. Dafür schickt die OVCW von Experten geführte Untersuchungsteams los, die am Ort des tatsächlichen oder angeblichen Geschehens Proben nehmen und Interviews mit Augenzeugen führen. Anschließend werden die Proben chemisch und toxikologisch in Labors untersucht, die bei der OVCW registriert sind. Die dann vorhandenen Analysen werden im Untersuchungsteam besprochen, erneut geprüft und in einem Zwischenbericht zusammengestellt. Meist dauert es mehrere Monate, bis dann der offizielle OVCW-Abschlussbericht erscheint.

In Syrien ist das anders. Bei den zahlreichen tatsächlichen oder angeblichen Einsätzen von giftigen und chemischen Waffen in Syrien — die Rede ist von Sarin, Senfgas und nicht näher bezeichneten Chemikalien — wurde 2014 eine neue Struktur, die der „Fact Finding Mission“,

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Als hätte es nie Kriegslügen gegeben – NZZ rollt Ex-Trump-Berater McMaster den roten Teppich aus

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27-06-19 10:51:00,

Die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) hat ein irritierendes Interview mit dem früheren Nationalen Sicherheitsberater der USA, Herbert Raymond McMaster, geführt. Darin konnte McMaster unwidersprochen alte Lügen und Propaganda wiederholen. McMaster verteidigte den auf Lügen basierenden Irak-Krieg, genauso wie er Kriegshetze gegen den Iran von sich gab.

Es ist bereits das zweite große Interview mit einem ehemaligen engen Berater von US-Präsident Donald Trump innerhalb kurzer Zeit, das in der NZZ in einem Stil geführt wird, mit dem früher Journalisten des SED-Zentralorgans „Neues Deutschland“ in devoter Haltung die mäandernden Antwort-Phrasen des Generalsekretärs des ZK der SED und Vorsitzenden des Staatsrates der Deutschen Demokratischen Republik entgegennahmen und abdruckten.

Fragen werden dann zu Suggestionssätzen oder reduzieren sich auf das Stichwortgeben. Auf offenkundige Unwahrheiten, Relativierungen und Verharmlosungen des Interview-Gastes reagieren die Journalisten nicht, sondern lassen ihn ungeschoren mit dreistesten Weißwaschungen und Einbahnstraßen-Argumentationen davonkommen. Sie lassen Herbert Raymond McMaster sogar offen Kriegshetze betreiben. In einer Sprache und imperialen Attitüde, die stellenweise derart aggressiv und unverschämt ist, dass man sich als Leser mitunter bei dem gruseligen Gefühl ertappt, den seinerzeitigen Austausch McMasters gegen einen schießwütigen Cowboy wie John Bolton dennoch als Segen für den Weltfrieden zu betrachten.

Journalisten als Stichwortgeber für Geschichtsklitterung und Doppelstandards

Das nimmt gleich am Beginn des Interviews mit McMasters Ausführungen zum Iran und dem Internationalen Atomabkommen (JCPOA) seinen unangenehm auffallenden Verlauf. Die beiden Fragesteller der NZZ können sich in ihrer ersten Frage wenigstens noch dazu aufraffen und McMaster an die Tatsache erinnern, dass es die USA gewesen waren, die einseitig aus diesem Abkommen ausgestiegen sind. Aber das war es dann auch schon mit Faktentreue. Zu den daraufhin folgenden abenteuerlichen Rechtfertigungen, Interpretationen und Definitionen von McMaster, die klar erkennen lassen, dass die Welt gefälligst nach der Pfeife der USA zu tanzen habe und als seien ausgerechnet die USA moralisch dazu berufen, andere Staaten zu „bestrafen“, wie sich McMaster ausdrückt, fällt den NZZ-Redakteuren tatsächlich nur die etwas sprachlos machende Frage ein: „Ist Krieg unvermeidbar?“

Die Propagandasprache und die offenkundigen Defizite in jüngerer Geschichte beim US-General, der eigentlich promovierter Militärhistoriker ist, sind schon eine Sache für sich in diesem Interview, das eigentlich mehr einem Monolog ähnelt, der von den Interviewern artig abgenickt wird. Eigentlich braucht man bei den Tiraden McMasters nur Iran gegen USA auszutauschen,

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