Von Liebe und Mikroben

03-03-21 12:52:00,

von Friederike Pfeiffer-de Bruin

Ich heiße Friederike Pfeiffer-de Bruin, und ich begreife mich als Teil der außerparlamentarischen Opposition.

Bevor ich meine eigentliche Rede beginne, stelle ich hier meinen Disclaimer voran:

Ich spreche allein für mich, nicht im Namen einer Gruppierung, Partei oder Organisation.

Ich bin bis zu einer einschneidenden gesundheitlichen Krise im sozialen Bereich tätig gewesen, unter anderem als Geburts- und Sterbebegleiterin. Das Wohl der Frauen und Kinder, von verletzlichen und auch sterbenden Mitmenschen liegt mir besonders am Herzen. Ich positioniere mich klar gegen Extremismus und Menschenverachtung. Ich stehe ein für unsere unveräußerlichen Grund- und Menschenrechte! Die Würde des Menschen ist unantastbar!

Ich bin keine Corona-Leugnerin. Ich weiß, dass Menschen krank werden, wenn es auch kein Isolat des Coronavirus gibt. Allen Erkrankten wünsche ich die bestmögliche Behandlung und liebevolle Begleitung. Ich hätte allerdings gern Erklärungen.

Laut Wikipedia-Eintrag zum Thema Epidemie spricht man von einer Grippewelle, wenn während einer Saison in verschiedenen Regionen über 10 Prozent der Bevölkerung infiziert und damit wohl auch krank sind. In der größten Seuchenkrise der jüngeren Menschheitsgeschichte sind laut dem Robert Koch-Institut (RKI) kumuliert über das gesamte vergangene Jahr in Deutschland rund 2.350.000 Menschen, also knapp 3 Prozent aller Einwohner, als „Corona-Fälle” registriert worden — unabhängig davon, ob sie Symptome einer Erkrankung zeigten oder nicht. Zurzeit soll es deutschlandweit rund 47.000 aktive Fälle geben – doppelte Testungen und Falschpositive eingeschlossen. Das sind 0,06 Prozent der Bevölkerung. Covid-19 ist damit definitionsgemäß eine seltene bis sehr seltene Erkrankung!

Ich würde gern einmal eine wirklich einleuchtende Erklärung dafür bekommen, warum wir von Politik und Presse dennoch seit nunmehr fast einem Jahr kollektiv in Geiselhaft genommen werden, warum wir bevormundet, isoliert, genötigt, verängstigt, mit Bußgeldern belegt, wirtschaftlich zerstört, eingeschüchtert, zutiefst traumatisiert und gegeneinander aufgehetzt werden, obwohl mehr als 97 Prozent der Bevölkerung von dieser Seuche — jedenfalls gesundheitlich — nicht betroffen sind?

Warum hat Pharmalobbyist und Gesundheitsminister Spahn schon ganz zu Beginn der Pandemie einen Werbevertrag mit der Top-PR-Firma Scholz & Friends abgeschlossen? Für rund 22 Millionen Euro und angelegt auf vier Jahre? Doch nicht etwa, damit wir von dieser Pandemie überhaupt etwas mitbekommen?

Ich zitiere dazu Sebastian Kurz, aus einem ORF-Interview vom 26. Dezember 2020: „Das ist ja das Heimtückische an dieser Krankheit,

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Man hat die Liebe abgeschafft

10-02-21 07:53:00,

von Giorgio Agamben

Man hat die Liebe abgeschafft
im Namen der Gesundheit
dann wird man die Gesundheit abschaffen.

Man hat die Freiheit abgeschafft
im Namen der Medizin
dann wird man die Medizin abschaffen.

Man hat Gott abgeschafft
im Namen der Vernunft
dann wird man die Vernunft abschaffen.

Man hat den Menschen abgeschafft
im Namen des Lebens
dann wird man das Leben abschaffen.

Man hat die Wahrheit abgeschafft
im Namen der Information
doch die Information wird man nicht abschaffen.

Man hat die Verfassung abgeschafft
im Namen des Notstandes
doch den Notstand wird man nicht abschaffen.

Giorgio Agamben, Jahrgang 1942, lehrt heute als Professor für Ästhetik an der Facoltà di Design e Arti der Universität Iuav in Venedig, an der European Graduate School in Saas-Fee sowie am Collège International de Philosophie in Paris. Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Redaktionelle Anmerkung: Dieser Text erschien unter dem Titel „Si è abolito l‘amore“ auf sabinopaciolla.com. Er wurde vom ehrenamtlichen Rubikon-Übersetzerteam übersetzt und vom ehrenamtlichen Rubikon-Korrektoratteam lektoriert.


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1984 ist 2020 oder: Liebe ist Hass | Von Rob Kenius | KenFM.de

09-02-21 07:24:00,

Ein Beitrag von Rob Kenius.

In unserer Stadt gibt es, oft in der Nähe von Kirchen oder Gemeinschaftsräumen, für alle Passanten zugängliche Schränke zum Tausch von Büchern. Sie sind von beiden Seiten mit Glastüren versehen, so dass man Bücher hineinstellen oder entnehmen kann. Das Hineinstellen ist schwieriger als das Mitnehmen; denn die öffentlichen Tauschbücherschränke sind vollgestopft. Es lohnt sich aber, hinein zu schauen, man findet immer etwas. Und wenn uns ein Buch nach kurzer Lektüre nicht gefällt, kann man versuchen, es auf dem gleichen Weg wieder los zu werden.

So fiel mir vorgestern eine Ausgabe aus dem Jahr 2019 (!) des Romans 1984 in die Hände. Obwohl ich das Buch schon vor seinem Verfallsdatum gelesen hatte, nahm ich es mit, nicht zuletzt wegen der ansprechenden Aufmachung. Da ich Bücher von der ersten Seite an lese, auch Impressum und Vorwort, erfuhr ich gleich Bemerkenswertes über den Autor:

George Orwell, mit bürgerlichen Namen Eric Arthur Blair, wurde nur 46 Jahre alt und starb im Jahr 1950, gleich nach Erscheinen seines weltbewegenden Romans, den er 1948 beendet hatte. Er hat seinen Erfolg nie erlebt.

Früher hatte ich mich gewundert, wieso Orwell die Zukunft nicht weiter vordatiert hatte. Was sind schon 36 Jahre Zukunft? Für ihn aber war das weit über sein kurzes Leben hinaus, denn er fühlte sich dem Tod nahe. Er vertauschte nur die beiden letzten Ziffern der Jahreszahl. Geschrieben 1948, Zeit der Handlung 1984.

Die meisten Autoren von Zukunftsromanen sind da vorsichtiger, sie möchten nicht so schnell durch die Realität überholt werden. So hieß es in einem bekannten Hit:

In the year 2525

if man is still alive…

Schon im Jahre 1985 betrachtete ich den Roman 1984 als überholt, weil der Generalsekretär Michail Gorbatschow so gar nicht in die Figur des Großen Bruders passte. Das Buch wurde zur Zeit Stalins verfasst und als die Sowjetunion sich friedlich auflöste, war 1984 für mich endgültig erledigt. Ohne die Tauschaktion am öffentlichen Bücherschrank hätte ich den Roman nie wieder angepackt.

Die Tauschoperation

Doch als ich das Buch wieder aufschlug, war ich schon nach drei Seiten fasziniert! Alles schien aktueller denn je.

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Liebe Schüler: Vorsicht vor den Andersdenkenden!

25-11-20 03:37:00,

Eine Reihe von Programmen gegen „Fake News“ indoktriniert an den Schulen die Kinder mit einer falschen Botschaft: „Die großen Medien sind seriös – die Alternativ-Medien verbreiten rechte Verschwörungen“. Dadurch wird gesunde Skepsis gegenüber Medienkonzernen aberzogen: Das ist das Gegenteil von Medienkompetenz. Von Tobias Riegel.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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Die Kinder sind momentan nicht nur Objekte hochumstrittener „Corona“-Maßnahmen. Sie sind außerdem Ziel von Indoktrination: Eine ganze Reihe von öffentlichen und privaten Programmen hat sich auf die Fahnen geschrieben, „in die Schulen zu gehen“, um dort gegen „Fake News“ aus dem Internet „aufzuklären“. Diese Programme gesellen sich noch zu den sich stets vermehrenden „Fakten-Checkern“ hinzu. Beispiele folgen weiter unten.

Gefahren durch große Medien werden verniedlicht

Was diese Programme, Ausnahmen bestätigen die Regel, weitgehend gemeinsam haben, ist das nicht ausgesprochene Ziel, die etablierten Medien seriös erscheinen zu lassen, indem man die Konkurrenz aus dem Netz als Fake-News bezeichnet – der von Albrecht Müller beschriebene „Wippschaukel-Effekt“ soll eintreten. Es wird auch das grundfalsche Bild etablierter Redakteure gezeichnet, die sich mit ihrem redlichen Journalismus in einem dramatischen Kampf den Internet-Kampagnen (etwa gegen die Corona-Maßnahmen) entgegenstellen. Zum einen erleben wir die viel zu pauschale Diffamierung der sehr unterschiedlichen Alternativ-Medien im Internet als „rechte Verschwörungstheoretiker“ durch „Medien-Aufklärer“ an den Schulen. Auf der anderen Seite ist eine verzerrende und verniedlichende Darstellung der Gefahren zu beobachten, die durch die Kampagnen großer Medien entstehen.

Beispiele – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – für solche Vorhaben wären etwa für deutsche Schulen entwickelte News-Apps wie „Buzzard“. Bei Buzzard lässt sich die Welt leicht in Ordnung bringen: Hier werden gute Medien und schlechte Medien auf die entsprechenden „Stapel“ verteilt. „Auf dem ersten Stapel liegen Medien, die wir in unserer täglichen Arbeit mit großem Grundvertrauen für eine fundierte Meinungsbildung empfehlen“, so Buzzard. Folgende Publikationen genießen dieses „Grundvertrauen“:

„Dazu gehören etablierte Medienmarken wie Deutschlandfunk, Zeit, FAZ, aber auch Indie-Medien und Blogs wie Netzpolitik oder Makronom und internationale Zeitungen wie der Guardian, die New York Times oder Foreign Affairs.“

Auf einem anderen Stapel liegen „Medien, die Teil des demokratischen Diskurses sind, bei denen aber immer wieder durchaus problematische Inhalte veröffentlicht und journalistische Standards verletzt werden.“ Auf diesem Haufen landen übrigens die NachDenkSeiten.

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Liebe macht frei

18-11-20 12:19:00,

1966 kam ich auf eine Welt, die damals in revolutionärem Geist schwelte und sich anschickte, viele Themen weiter in die Freiheit zu entwickeln. Ich wuchs tief im Hunsrück auf, wo man noch das Schnauben der Ochsen oder Pferde zu hören meinte, die den Pflug einst mühsam zogen. Als Kind schon ärgerte ich mich über die Düngekügelchen, die auf den Feldwegen lagen, und den Glyphosatnebel, der jährlich über die Felder zog. Das Dorf hatte 40 Häuser und 40 Bauern.

Heute gibt es nur noch drei Landwirte, eigentlich nur einen richtig großen. Keine einzige Kuh, kein Schwein und nur noch eine Handvoll Hühner findet man in diesem kleinen Dorf. Das ist kein Einzelfall. Jeder hat ein Auto und fährt arbeiten in die ferne Stadt. Ich selbst studierte Philosophie und lernte endlich allerlei Nützliches und kam irgendwann zurück, um Bauer zu werden beziehungsweise eine Spezialgärtnerei zu etablieren, und das gar nicht mal mit Absicht, sondern eher aus Zufall, weil mir einfach nichts Besseres einfiel, um mich dem kontrollierten Leben der Gesellschaft und Politik zu entziehen.

Die Siebziger und Achtziger waren brutale Jahre, in denen immer wieder die Freiheit auf dem Spiel stand: Die Freiheit des Einzelnen zu entscheiden, was er machen will, was er denken will und was er fühlen will. Er, der Mensch und damit meine ich alle, einfach alle Menschen jeder Façon und jeder Couleur. Ich halte nichts davon, mich vom Männlichen trennen zu lassen, in dem ich weibliche Sprachformen nutze und mir Hirn und Maul verrenke oder schlimmer noch meinen Sprachfluss. Das fühlt sich an wie eine Spaltung der Menschen in zwei Geschlechter, allein schon durch das Miteinandersprechen. Von daher, nein ich bin keine Gärtnerin, eine Berufsbezeichnung hat keine Geschlechtertrennung. Ach doch, ich vergaß, Frauen werden immer noch in vielen Sparten schlechter bezahlt.

Wir wähnten uns frei vor dem Mauerfall. Reisten wohin wir wollten, allerdings mit Grenzkontrollen. Wir kauften, was wir wollten, und verschuldeten uns auch freiwillig. Wir konnten zwischen drei, später vier Fernsehsendern wählen, die alle Gleiches zeigten. Später kam dann noch die Arte-Gehirnwäsche dazu. Ich war Schüler und fühlte mich unfrei. Weil ich Schüler sein musste. Ich wollte aber, dass es gar keine Schule gab. In meiner Fantasie ging ich mit einem Lehrer den ganzen Tag durch den Wald und er erzählte mir was ich wissen könnte.

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