Machen wir‘s selbst!

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28-08-20 03:42:00,

Klimakrise, Eurokrise, Wirtschaftskrise — all das sind Ergebnisse einer Politik, in der die Verantwortlichen nicht im Interesse der Mehrheit handeln. Sie sind notwendige Begleiterscheinungen eines Systems hemmungslosen Wachstums und egoistischer Bereicherung. Mensch und Natur sind in diesem System nur eine auszubeutende Ressource, die dem Profitinteresse der wenigen Kapitaleigner geopfert werden. Um dieses System aufrechtzuerhalten, müssen die Menschen ständigen Zwängen unterworfen werden. Denn während diejenigen, die das System kontrollieren, immer größeren Reichtum und infolgedessen Gestaltungsmacht erlangen, gehen alle anderen zunehmend leer aus. Dies führt zwangsläufig zu Unmut, der mit aller Propaganda und Gewalt unterdrückt werden muss.

Auch die sogenannte Coronakrise ist nur die neueste Verschärfung dieser Tendenzen. Während ein großer Teil der Menschen im sogenannten Lockdown zuhause bleiben musste, haben im Hintergrund wenige Superreiche noch einmal ihr Vermögen immens erhöht. So konnten die Reichsten dieser Welt ihr Vermögen innerhalb von nur zwei Monaten um beinahe 500 Milliarden Dollar vermehren — Tendenz steigend.

Der große Rest der Menschen wird am Gängelband einer unsinnigen Maskenpflicht gehalten und dank Abstandsregeln und der Verlegung ins „Homeoffice“ in unterschiedlicher Ausprägung aus seinem sozialen Gefüge gerissen. Dadurch wurden nicht nur Millionen Existenzen gefährdet, sondern beispielsweise durch Isolation oder Aufschieben dringender, medizinischer Behandlungen ganz direkt vernichtet. Nicht zu vergessen sei der massive Eingriff in unsere grundlegenden Freiheitsrechte. Eine intensivere Einschränkung unserer Grundrechte hat es seit 1945 nicht gegeben. Die Reichsten werden also — einmal mehr — reicher, die Ärmsten dürfen, wie immer, sehen, wo sie bleiben.

All das wird ermöglicht durch einen immer autoritärer auftretenden Staat, der seine demokratische Maske zusehends ablegt. Jahrelang wurde uns vorgespielt, wir könnten durch Wahlen demokratisch an der Herrschaft partizipieren. Dies war schon in der Vergangenheit kaum mehr als eine Beruhigungspille, die das Handeln der Autorität zum Ausdruck des Willens einer Mehrheit verklärte.

Diese angebliche Mehrheit setzte sich aber stets nur aus Parteien zusammen, deren Mitglieder immer schon eine klebrige Nähe zur Oligarchie aufwiesen. Der Korruptionsfall um Philipp Amthor ist hier nur die neueste Ausprägung der allseits akzeptierten käuflichen Beliebigkeit herrschender Politiker.

Auch andere, langjährige Politiker wie Helmut Kohl oder Wolfgang Schäuble haben sich in der Vergangenheit schon als korrupt erwiesen. Das hat ihren politischen Karrieren jedoch in keiner Weise geschadet.

Trotzdem geht die Mehrheit der Menschen in schöner Regelmäßigkeit an die Wahlurnen und hofft,

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Wir machen Journalismus! | Von Roland Rottenfußer | KenFM.de

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19-08-20 05:11:00,

Was machen wir da eigentlich? Warum bringt der Rubikon tagaus, tagein Nachrichten, Analysen und Meinungsartikel zum Thema „Corona“, legt sich mit der großen Mehrheit der Politiker, Medien und auch der „Normalbevölkerung“ an, wird dafür beschimpft, diffamiert und ausgegrenzt? Hätten wir es uns nicht einfacher machen können? Der Stresspegel ist für uns alle hoch — beruflich, aber auch persönlich und emotional, weil man als Mitglied der Gruppe der „Corona-Leugner“ ja bis ins Private hinein mit Angriffen konfrontiert wird. Wir hätten uns wegducken und innerhalb unserer „Meinungs-Komfortzone“ bleiben können — mit Beiträgen zu Kriegspolitik, Klima und ein bisschen Medienschelte bei harmloseren Themen wie „Wer wird Kanzlerkandidat der Union?“

Damit uns niemand vorwerfen kann, das brisante Thema Corona ganz zu umschiffen, hätten wir hie und da mal was Kritisches schreiben können — aber so, dass es den meisten nicht weh tut. Mal eine Sozialreportage über die Lage alleinerziehender Mütter und den Ladeninhaber, der seine Existenz verliert — Themen, die ja ihre Berechtigung haben. Mal Kritik an nicht rechtzeitig verfügbaren Schutzmasken und zu geringen Testkapazitäten. Mal ein journalistischer Aufschrei gegen bestimmte Übertreibungen im Verhalten der Ordnungsmacht — wenn etwa Menschen von Polizisten mit Bußgeldern belegt wurden, nur weil sie allein auf einer Parkbank saßen. Oder gleich Artikel mit spirituellem Einschlag, in denen Betroffene berichten, dass es ihnen doch recht gutgetan hat, in der Quarantäne endlich mal ein bisschen „zu sich zu kommen“. Alles grundsätzlich ja legitim. Das hätten wir immer mit der Einschränkung garnieren können, dass wir die Corona-Schutzmaßnahmen im Prinzip für richtig und notwendig halten, die Staatsmacht in bestimmten Punkten lediglich ein bisschen zu weit gegangen sei.

Dieser „goldene Mittelweg“ der Berichterstattung hätte uns in den Augen unserer Stammleser noch hinlänglich rebellisch erscheinen lassen, jedoch den Vorwurf verhindert, wir würden durch „Verharmlosung“ von Covid-19 Menschenleben gefährden. Etliche Magazine sind so vorgegangen. Der Rubikon nicht.

Unsere Überzeugung hat es uns nicht erlaubt, so zu handeln. Schließlich sind viele unserer traditionellen Themen wie Medienmanipulation, Zensur, Kritik am Schulsystem und an der Digitalisierung sowie unser generelles Unbehagen gegen einen zunehmend übergriffigen Staat durch die Corona-Hysterie des Jahres 2020 unmittelbar angesprochen. Was jetzt geschieht, erscheint uns als die unmittelbare Fortsetzung und Eskalation von Entwicklungen, die sich schon längst vorher andeuteten. Wir konnten nicht die ersten, noch schwachen Ausprägungen eines digitalen Gesundheitstotalitarismus wortreich geißeln und dann zum schon fortgeschrittenen Stadium dieser dramatischen Fehlentwicklung schweigen.

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Angst machen mir die Ja-Sager und Mitläufer

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13-08-20 07:37:00,

Ich kann die ganzen Meldungen zu Corona langsam nicht mehr hören. Von Tag zu Tag nimmt die Debatte groteskere Züge an und von Tag zu Tag werden die Gräben zwischen den Lagern tiefer. In Leitartikeln und Kommentaren in den sozialen Netzwerken wird bereits den „strengen Regeln des Lockdowns“ nachgetrauert. Viele Mitmenschen haben Angst. Angst vor dem Virus und neuerdings auch Angst vor den Menschen, die sich der hysterischen Stimmung nicht unterwerfen und versuchen, so viel „Normalität“ wie möglich zu bewahren. Menschen, die „trotz Corona“ mit Freunden ein Bier trinken oder an heißen Tagen in Badeseen ohne Maske und ohne Mindestabstand Abkühlung suchen. Wer gar gegen die Maßnahmen auf die Straße geht, gilt als „Covidiot“, als Wirrkopf und Gefährder des gesellschaftlichen Konsenses. Es ist kein Zeichen einer lebendigen Demokratie, wenn man am liebsten jeden Widerspruch gegen ein „gesundes Volksempfinden“ mit strengeren Maßnahmen, Ausgrenzung und Sanktionierung ausmerzen will. Das ist es, was mir Angst macht, und nicht die Bürger, die aus welchen Gründen auch immer, auf die Straße gehen, oder skurrile Personen, die von den Medien als deren „Vordenker“ hochgeschrieben werden. Ein sehr subjektiver Kommentar von Jens Berger.

Solidarität ist keine Einbahnstraße

Fragt man die Anhänger strenger Regeln und Maßnahmen nach ihrem Motiv, so hört man oft, es ginge um Solidarität. Das ist kein schlechter Punkt, sind es doch in der Tat fast ausschließlich Angehörige bestimmter Risikogruppen, für die Covid-19 eine ernste Gefahr für Leib und Leben darstellt. Aber wie sieht es eigentlich mit der Solidarität gegenüber unseren Kindern aus, denen monatelang der Besuch von Kitas und Schulen verwehrt und nun nur unter Einhaltung einer im Unterricht absurden Maskenpflicht erlaubt wird? Wie steht es mit der Solidarität gegenüber den oft ökonomisch unterprivilegierten Alleinerziehenden? Was ist mit den Studenten? Was mit den Millionen Menschen, die in den Bereichen Kunst, Kultur und Gastronomie tätig sind? Haben junge Menschen nicht auch ein Recht auf Ausgelassenheit, Tanz und Spaß? Kann man die Solidarität gegenüber der einen Gruppe mit der Solidarität einer anderen Gruppe verrechnen?

Man kann nicht nur, man muss. Die Solidarität mit den Einen ist bei der Corona-Debatte auch immer die Unsolidarität mit den Anderen. Hier einen gangbaren Mittelweg zu finden, ist schwer und wer nur den Lockdown, aber nicht die Lockerung als solidarische Maßnahme sieht, verschließt sich der Kompromissfindung.

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Machen wir’s noch einmal!

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05-08-20 10:41:00,

Sportlich ging es zu bei der phantastischen Massendemonstration gegen das Corona-Regime von Merkel und Co. Die berühmte Zeitung mit den vier Buchstaben fand heraus, dass in Berlin am 1. August „Hippies, Profi-Sportler und Rechtsextreme“ demonstrierten. Nun muss man aber zugeben, dass das Wetter an jenem historischen Tag für spitzensportliche Ereignisse eher suboptimal ausgefallen ist.

Es war heiß und trocken, was alle Beteiligten vor ganz besondere Herausforderungen stellte. Nun hatte keiner mehr damit gerechnet, nicht einmal die Veranstalter, dass die anvisierten 500.000 Teilnehmer tatsächlich erscheinen würden. Zwar war die Bühnentechnik, waren die Großleinwände und die Lautsprecherboxen für gigantische Teilnehmerzahlen ausgerichtet. Schmauchende mit Dieselöl betriebene Stromgeneratoren machten jeden Stromzusammenbruch unmöglich.

Als dann die etwa 800.000 Teilnehmer eintrafen, fehlte es an der Versorgung mit Getränken. Teilnehmer fielen in der Hitze um, und die Ordner mussten für die Rettungssanitäter Gassen freimachen. Das war von größerer Wichtigkeit als irgendwelche rechtsextremen Insignien einzusammeln, die es unstreitig, ganz vereinzelt, auch gegeben hat.

Vor ungleich größeren Herausforderungen standen die Vertreter des Berliner Senats. Sie und ihre Hintermänner des Corona-Regimes waren die Opfer ihrer eigenen Wunschphantasie geworden. Sie hatten alle Planungen tatsächlich auf ein Häuflein von maximal 15.000 Demonstranten ausgerichtet. Entsprechend schlecht war die Berliner Polizei auf diese Herausforderung vorbereitet. Anscheinend war von Anfang an keine Verstärkung durch Einheiten aus anderen Bundesländern angedacht worden.

So standen die Berliner Polizisten mit ihren winterfesten Ritterrüstungen ersichtlich leidend in der knallenden Hitze. Nicht einmal Wasser oder ein paar Schnittchen hatte der Berliner Senat für die Beamten bereitgestellt. Unfasslich auch der Fuhrpark der Berliner Polizei. Steinalte Mercedes-Kleinbusse aus den 1970er und 1980er Jahren, mit denen nicht einmal mehr ein Schrotthändler mit Limmelglocke Alteisen in den Vorstädten einsammeln würde, dienten den genervten Ordnungskräften als fahrbarer Untersatz.

Auch die Agenten des tiefen Staates waren sichtlich unterbesetzt. Die so genannte Antifa, ein bunter lautstarker Haufen aus hauptberuflichen Provokateuren und deren Fußvolk von Bier und Red Bull saufenden Bildungskatastrophen auf zwei Beinen, war auf keine Weise auf eine solche Welle von protestierenden Bürgern aus der Mitte der Gesellschaft vorbereitet worden. Verloren standen sie am Straßenrand und wurde von den protestierenden Bürgern mit einem herzhaften „Nazis raus!“ durchaus nicht unzutreffend begrüßt. Für diese Klientel eine ganz neue, nichtsdestoweniger pädagogisch wertvolle Erfahrung.

Anscheinend ließen diese Leute ihren Frust an Polizeibeamten aus. Denn die Presse berichtete von verletzten Polizisten.

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„Mein Junge kann Abitur machen, und er wird Abitur machen. Verlassen Sie sich drauf!“

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16-04-20 01:28:00,

Kein Gymnasium in seiner Heimatstadt nahm ihn auf, „weil man dort befürchtete, ich Kind armer Leute würde den Leistungsanforderungen nicht gerecht werden“. Es sind Einblicke wie diese, die die Arbeit des Journalisten Christian Baron so wertvoll machen. Baron hat mit seinem aktuellen Buch „Ein Mann seiner Klasse“ einen Bestseller verfasst, der unbequem ist. Ungeschönt zeigt Baron unter anderem auf, dass die familiären Hintergründe, wenn es um Bildung, um Aufstieg, um Karriere geht, einen großen Einfluss haben. Den ersten Teil des Gesprächs finden sie unter diesem Link. Im zweiten Teil des Interviews wird deutlich: Glück oder Kontakte, die an einer entscheidenden Stelle weiterhelfen, darauf kommt es beim Bildungsaufstieg an. Von Marcus Klöckner.

Wie sieht es aus, wenn man aus der „Unterschicht“ stammt und aufsteigen will?

Bei mir fing das schon nach der Grundschule an. Kein Gymnasium in Kaiserslautern nahm mich auf, weil man dort befürchtete, ich Kind armer Leute würde den Leistungsanforderungen nicht gerecht werden. Ich konnte dann auf einer Gesamtschule das Abitur machen. Als es um die Frage nach einem Studium ging, bremsten mich ökonomische Fragen. Mein Onkel schärfte mir damals ein: „Studier was Richtiges, zum Beispiel Jura! Da verdienste Geld und kannst was für den Kleinen Mann tun!“ Ich hatte aber das Glück, in der Schule einen pädagogisch und fachlich exzellenten Sozialkundelehrer zu haben, der mich für Politik und Soziologie begeisterte. Der Preis für ein Studium war aber hoch, das wusste ich damals schon. Für einen Menschen mit meiner sozialen Herkunft heißt das: am Ende mehr als zehntausend Euro Schulden, im Vergleich zu einer Berufsausbildung mehrere Jahre keine Rentenbeiträge zahlen, keinerlei materielle Planungssicherheit haben, sich jahrelang den Kommilitonen unterlegen fühlen.

Wie erklären Sie sich, dass Herkunft und die materiellen Bedingungen beim Zugang zum Gymnasium und zur Universität noch immer eine nicht unwesentliche Rolle spielen? Erkennen politische Entscheidungsträger einfach nicht, wie Armut sich auch auf Bildungswege auswirken kann?

In der Bildungspolitik zeigt sich für mich besonders deutlich, dass Kapitalismus und Demokratie auf Dauer nicht in Einklang zu bringen sind. Viele politische Entscheidungsträger wissen sehr genau Bescheid darüber, wie sich Armut auf Lebenschancen auswirkt. In einer Klassengesellschaft sind die Wohlhabenden aber immer mächtiger als die Armen. Ein Beispiel: Im Jahr 2010 gab es in Hamburg eine Volksabstimmung.

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