Tagesdosis 14.8.2018 – Maduros fliegende Gastanks, Skripals Space Command und die Sehnsucht nach Captain Kirk | KenFM.de

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14-08-18 01:15:00,

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Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

Als am 5. August ein Mordanschlag mit zwei Drohnen auf Venezuelas Präsident Nicolás Maduro verübt wurde, waren sich die deutschen und internationalen McMedien einig: Das war entweder ein False Flag Angriff von Maduro auf sich selbst, oder eine Gruppe „Tyrannenmörder“ habe aus Verzweiflung über die desolate Lage im Land zum letzten Mittel gegriffen. Außerdem habe die venezolanische Feuerwehr von einem explodierten Gastank gesprochen, was die Beschuldigung eines Anschlages mit Drohnen wiederlege. Wilde Verschwörungstheorien in deutschen Medien, inklusive Tagesschau. Wundersam, was alles geht, wenn es sich nicht um 911 oder Gladio handelt!

Am 10. August war klar: Der Anschlag, bei dem 7 Angehörige der venezolanischen Nationalgarde verletzt wurden, 3 davon schwer, war so verlaufen, wie es die venezolanische Regierung berichtet hatte. Die mit C4 Sprengstoff beladenen Drohnen wurden durch Störsender behindert, die von den venezolanischen Sicherheitskräften vorsorglich installiert wurden, eine Drohne flog gegen die Hauswand eines Wohnblocks, die andere explodierte vorzeitig. Das europäische Parlament stellte in einer Verlautbarung klar, dass es „jede Form der Gewalt ablehne“ und forderte eine Untersuchung des Anschlages.

Das heißt, klar war einem das, wenn man sich weitgehend aus Medien informierte, die von Wikipedia als „nicht-reputable Quelle“ eingeschätzt werden und deren Informationen deshalb aus dem sogenannten „Lexikon“ gelöscht werden. In der Wikipedia Propaganda-Version der Realität ist denn auch weiterhin von einem angeblichen Anschlag und einer „Gasexplosion in einer nahegelegenen Wohnung“ die Rede.

In der Medienrealität zunehmend nicht mehr. Wikipedia ist wirklich das Letzte- Bollwerk der Propagandalügen. Die deutschen sogenannten „Qualitäts-Medien“ rudern nach ihren anfangs mit Vehemenz vorgetragenen alternativen Fakten nun Stück für Stück zurück oder stellen sich tot. Auf jeden Fall aber vermeiden sie es, eine Überblick zu liefern.

Dass die venezolanische Wirtschaft genau wie die Russlands, Ecuadors und des Irans unter dem niedrigen Ölpreis und Sanktionen gegen die Ölindustrie leidet, also Handelsverboten, die die USA im Falle Irans sogar anderen Staaten auferlegen, kommt in der Berichterstattung der McMedien eher nicht vor. Genauso wenig wie die Tatsache,

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Maduros Wahl

Maduros Wahl

04-07-18 06:14:00,

Ihr Land wird systematisch isoliert. Am 8. August 2017 konstituierte sich in Peru die sogenannte Lima-Gruppe (Grupo de Lima). Ihre 14 Mitglieder (Argentinien, Brasilien, Kanada, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Guatemala, Guyana, Honduras, Mexiko, Panama, Paraguay, Peru und St. Lucia) befolgen gegenüber Venezuela sämtliche Repressionsforderungen der USA. Dazu gehört der Ausschluss aus dem gemeinsamen Markt Mercosur und aus anderen lateinamerikanischen Integrationsmechanismen wie der Entwicklungsbank des Südens (Banco del Sur). Auch das Abwürgen der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) mit Sitz und Parlament im sozialistischen Bolivien. Die USA haben den diskreten Beobachterstatus vorgezogen, auch die EU und die OAS, die hier in Brasilien schon als „US-amerikanisches Kolonialministerium“ verschrien ist. Spürbare lateinamerikanische Solidarität leisten nur noch Kuba und Bolivien.

Die westlichen Medien folgen dem Pressebriefing des Weißen Hauses und schmähen Venezuela und seinen Präsidenten um die Wette. Dennoch: Der ehemalige Busfahrer und Chávez-Gefährte wurde wiedergewählt. In einem international überwachten Wahlverfahren, transparent wie in den USA kaum vorstellbar. Mit einer Mehrheit von 67,7 Prozent – weit über allen Erwartungen und, wohlgemerkt, ohne Chávez’ Charisma und geniale Schnauze.

Hilfreich war nicht zuletzt das buntscheckige und chronisch zerstrittene anti-chavistische Oppositions-Bündnis aus 16 Parteien namens „Tisch der demokratischen Einheit“ (MUD). Sein Wahlboykott war ein Schuss in die eigene Tischplatte. Der Mob der Tafelrunde blieb zuhause, und nur noch 46,1 Prozent der Wahlberechtigten, politisch informiert und nicht geschmiert, gingen zur Urne. 67,7 Prozent stimmten für Maduro, 21,1 Prozent für den einzigen ernsthaften Gegner, den zeitweiligen Chávez-Anhänger Henri Falcón. Der Unteroffizier gilt als möglicher Übergangskandidat bei der US-seitig geplanten Erledigung des sozialistischen Staats, die uns noch beschäftigen wird.

Entscheidender als seine internen demokratischen Resultate ist für Venezuela indessen all das, was sich derzeit außerhalb des Landes abspielt. An erster Stelle die zunehmend handgreifliche „Besorgnis“ der Westlichen Wertgemeinschaft darüber, dass die weltgrößten Ölreserven (50 Milliarden Tonnen) nun einmal unter Venezuelas sozialistischem Grund und Boden liegen.
USA und EU dekretieren da behände, was im selbstlosen Interesse von Freiheit und Demokratie gegen die dortige „Diktatur“ zu geschehen habe. Für Washingtons Kamarilla ist die verfassungskonforme Wahl Maduros ganz einfach illegal, für US-Präsident Trump „a sham“ (ein fauler Zauber, Chicago Tribune, 25.5.18, alle Übersetzungen Wolf Gauer).

Dass Wahlen auch gesellschaftliches Bewusstsein, nationale Selbstachtung und Ablehnung imperialer Einmischung spiegeln könnten, überfordert die hegemonialen Hirne. Ergo erkannte US-Favorit Falcón das Wahlergebnis gleich gar nicht an.

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