Mahnwache für Julian Assange in Frankfurt am Main

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11-01-20 03:02:00,

Von
einem Korrespondenten

11. Januar 2020

Auf der Frankfurter Zeil fand am Mittwoch den 8. Januar eine Mahnwache für den inhaftierten WikiLeaks-Gründer Julian Assange statt. Schätzungsweise 70 bis 80 Teilnehmer forderten unüberhörbar, den mutigen Journalisten sofort freizulassen und seinen Fall nicht länger zu verschweigen.

Mahnwache am 8. Januar in Frankfurt

Auf der ganzen Welt gibt es immer mehr Aktionen zur Verteidigung von Julian Assange. Weil er Kriegsverbrechen des US-Imperialismus enthüllt hat, sitzt der Journalist in London in Auslieferungshaft, und in den USA drohen ihm ein unfairer Prozess und 175 Jahre Gefängnis.

Wut und Protest gegen diesen eklatanten Verstoß gegen die Menschenrechte ziehen immer weitere Kreise. So hat die jüngste Initiative von Lehrern im australischen Melbourne, die Assange öffentlich verteidigen, weltweite Beachtung gefunden. Auch ist am Silvestertag ein geharnischter Brief des UN-Sonderbeauftragten für Folter, Nils Melzer, an die britische Regierung bekannt geworden.

In Frankfurt wiesen die Teilnehmer der Mahnwache vom Mittwochabend mit Schildern – „Don’t shoot the messenger“, „He gave us the truth!“ „Free Assange“, etc. – und selbstverfassten Handzetteln darauf hin, dass die Behandlung Julian Assanges einer skandalösen Verletzung von Meinungs- und Pressefreiheit gleichkommt. Die Mahnwache wurde zum ersten Mal im Fernsehen gezeigt, als die Hessenschau, wenn auch nur kurz, darüber berichtete.

Die Aktion war völlig außerhalb der bürgerlichen Medien, hauptsächlich über Facebook-Seiten und einen YouTube-Kanal, zustande gekommen. Private Unterstützer hatten die Aktionsgruppe #Free-Julian-Assange-Frankfurt gegründet.

Alexandra

Eine von ihnen ist Alexandra, die sich am Mittwoch freute: „Aus anfangs vier Leuten sind jetzt so viele geworden.“ Sie appelliert an alle: „Erhebt eure Stimme, dass Julian Assange nachhause kommt, zu seinen Eltern und seinem Kind und von allen Anklagen entlastet wird.“ Er brauche jetzt „jegliche Stimme“.

Alexandra erklärte, sie habe sich kurz nach Assanges Verhaftung gefragt, warum man aus den Medien nichts Vernünftiges darüber erfahren könne, und „tage- und nächtelang recherchiert, den Tränen nahe, was hier abging. Ich musste einfach was tun.“

In einer Rede vor den versammelten Demonstrierenden sagte sie: „Seit mittlerweile zehn Jahren führt die britische Regierung nun schon einen Krieg gegen Julian Assange.“ Das US-Establishment wolle Assange zum Schweigen bringen. Um ihm zu Diensten zu stehen, sei der britischen Regierung „jedes Instrument der Hard- und Softpower,

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