Marco Bülow: „Der Fall Amthor zeigt, wie doppelzüngig ein Teil der Politik funktioniert“

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30-06-20 09:12:00,

„Das ist ganz klar kein Einzelfall, und genau da liegt das Problem.“ Das sagt der Bundestagsabgeordnete Marco Bülow im NachDenkSeiten-Interview zum Fall Philipp Amthor. Bülow, der aus der SPD ausgetreten und fraktionsloses Mitglied des Bundestages ist, kritisiert seit langem die Nebentätigkeiten von Politikern. Den Fall des 27-jährigen Amthors, der derzeit im Zentrum einer Lobbyismus-Affäre steht, bezeichnet er im Interview als „besondere Zuspitzung eines weitaus größeren Problems.“ Mit deutlichen Worten kritisiert Bülow Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU), der sagte, er sehe derzeit keine Verstöße Amthors. „Ein Bundestagspräsident“, so Bülow, „der sich schützend vor eine Person mit diesen Auswüchsen stellt, wird seinem Amt in keiner Weise gerecht.“ Ein Interview über Lobbyismus im Bundestag und die Frage, warum das Problem so schwer in den Griff zu bekommen ist. Von Marcus Klöckner.

Herr Bülow, Sie setzen sich schon länger für ein Lobbyregister ein und kritisieren immer wieder den Einfluss von Lobbyisten. Sehen Sie sich durch den Fall Amthor nun bestätigt?

Ja, leider. Der Fall Amthor offenbart vieles, was schon seit Jahren im Umgang mit der Profitlobby grundlegend schiefläuft.

Wie ordnen Sie das Verhalten von Amthor ein?

Amthor hat sich zuletzt als der personifizierte Anstand dargestellt. Der Skandal zeigt, wie doppelzüngig ein Teil der Politik funktioniert. Genau da sehe ich das Problem: Das Verhalten von vielen Politikern entspricht nicht dem Schein, den man versucht zu wahren.

In den vergangenen Tagen wurde in den Medien stark auf die Person Amthor fokussiert. Dadurch könnte der Eindruck entstehen, das Verhalten habe lediglich den Charakter eines Einzelfalls. Wie sehen Sie das?

Das ist ganz klar kein Einzelfall, und genau da liegt das Problem. Die Reaktionen in der Union zeigen, dass es kein Unrechtsbewusstsein gibt, sondern nur einen Unmut darüber, dass die ganze Sache aufgeflogen und öffentlich geworden ist.

Der Fall Amthor ist eine besondere Zuspitzung eines weitaus größeren Problems. Dass Abgeordnete, MinisterInnen und StaatssekretärInnen neben ihren Ämtern noch Nebentätigkeiten nachgehen und dafür hohe Gehälter bekommen, in gleich mehreren Aufsichtsräten sitzen, ein hohes Honorar für Vorträge erhalten oder ihnen Posten in der Wirtschaft versprochen werden, ist gang und gäbe. Vor allem bei denen, die Karriere machen oder viel politischen Einfluss haben. Amthor ist ein Symbol dafür, dass das ganze Spiel schon im Alter von 27 Jahren beginnt.

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Marco Henrichs: „Ein Krieg mit Russland wird sich in Europa abspielen“

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13-01-20 12:22:00,

Mit scharfen Worten kritisiert der Sportler Marco Henrichs Politik und Medien aufgrund ihres Verhaltens gegenüber Russland. Henrichs ist Schwimmer und hat viele Erfolge unter anderem als Triathlet erzielt, heute arbeitet er auch in der russischen Föderation. Sein Engagement für Verständigung mit Russland hat er jedoch mit dem Verlust von Sponsoren bezahlt. Henrichs beobachtet Medien, die „spalten“ und „hetzen“, aber auch eine Politik der „Konfrontation“, wenn es um Russland geht. Ein Krieg mit Russland, so Henrichs, werde in Europa stattfinden: „Also vor unserer Haustür und nicht in Washington! Wenn das passiert, sitzen alle unsere Kriegstreiber aus Politik und Medienlandschaft in Sicherheit ! Aber wir werden, wie vor 75 Jahren, wieder über unsere toten Kinder und Lieben trauern.“ Im NachDenkSeiten-Interview schildert er, warum er sich für die Verständigung zwischen Deutschen und Russen einsetzt, wie er über die Dopingberichterstattung hierzulande denkt und wo er eine Doppelmoral am Werk sieht. Von Marcus Klöckner.

Zur Person: Der gebürtige Rheinländer Marco Henrichs (Wohnhaft im Allgäu) hat Erfahrung aus 24 Jahren Triathlon (u.a. vielfacher Ironman Finisher) und ist 2015 vom Triathlon zum Langstreckenschwimmen gewechselt. Er hat zudem die Schwimmtrainerausbildung in der Russischen Föderation absolviert und ist Repräsentant des Wolgastützpunktes bzw. der Wolgaliga. Weitere Informationen finden sich unter diesem Link.

Herr Henrichs, Sie sind seit vielen Jahren Sportler, aber irgendwann in Ihrem Leben hat sich das Politische bemerkbar gemacht. Was ist vorgefallen?

2016 wurde ich zu einem Mehrkampf nach Russland eingeladen. Ich wurde vorab gefragt, ob ich mit einem russischen Athleten ein Team bilden möchte. Wir sind als einziges internationales Mix-Team mit einem russischen Profiathleten gestartet. Am Ende haben wir Seite an Seite vor über 300 Teams die gesamte Silbermedaille geholt. 37 Kilometer Laufen und fünf Kilometer Schwimmen durch insgesamt acht Seen in den Wäldern nördlich von Sankt Petersburg. Natürlich war es eine gute sportliche Leistung – aber es war für mich auch der emotionalste Wettkampf in meinen 26 Jahren Ausdauersport.

Und dort haben Sie Ihren Teampartner kennengelernt, der mit Ihnen in einem russisch-deutschen Team geschwommen und gelaufen ist?

Ja, richtig – Alexej war ein sympathischer, talentierter, junger Triathlet. Wir hatten ca. 20 Jahre Altersunterschied. Während der knapp 4:30 Stunden sind wir gemeinsam durch insgesamt fünf Seen fünf Kilometer geschwommen und sind bei fünf Laufetappen ausschließlich querfeldein 37 Kilometer gelaufen.

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Marco Polo Is Back in China – Again – Global Research

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11-03-19 02:15:00,

President Xi Jinping is due to arrive in Italy for an official visit on March 22. The top theme of discussion will be the New Silk Road, or the Belt and Road Initiative (BRI).

A day earlier, in Brussels, the EU is to debate a common strategy related to Chinese investments in Europe.

A substantial part of the EU is already linked de facto with BRI. That includes Greece, Portugal, 11 EU nations belonging to the 16+1 group of China plus Central and Eastern Europe and, for all practical purposes, Italy.

And yet it takes an undersecretary in the Italian economic development ministry, Michele Geraci, to tell the Financial Times that a memorandum of understanding supporting BRI will be signed during Xi’s visit, for all (White House) hell to break loose.

The FT is not shy of editorializing, calling BRI a “contentious infrastructure program.” BRI is a vast, far-reaching, long-term Eurasia integration project, and the only quasi-global development program in the market, any market. It’s especially “contentious” to Washington – because the US government, as I detailed elsewhere, decided to antagonize it instead of profiting from it.

A White House National Security Council spokesperson deriding BRI as a “made by China, for China” project does not make it so. Otherwise, no less than 152 – and counting – nations and international organizations would not have formally endorsed BRI.

China’s semi-official response to the White House, eschewing the usual diplomatic remarks by the Ministry of Foreign Affairs, came via a scathing, unsigned editorial in the Global Times which accuses Europe of being subjected to Washington’s foreign policy and a transatlantic alliance that is not coherent with its 21st century needs.

Geraci states the obvious; the BRI link will allow more of Made in Italy to be exported to China. As someone who lives between Europe and Asia, and always discusses BRI while in Italy, I see that all the time. The appeal of Made in Italy for the Chinese consumer – food, fashion, art, interior design, not to mention all those Ferraris and Lamborghinis – is unrivaled, even by France. Chinese tourists just can’t get enough of Venice, Florence, Rome – and shopping in Milan.

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Marco Rubio Tweets Thinly-Veiled Death Threat At Venezuela’s Maduro

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25-02-19 10:13:00,

“Let’s have another Libya” is perhaps not the best messaging. In October of 2011, US-backed rebels sodomized Libyan leader Muammar Gaddafi with a bayonet, then killed him in a brutal summary execution after his convoy was hit by NATO airstrike when fleeing Sirte. He had been found by his killers hiding in a ditch after which a grainy cell phone video showed the blood-splattered and newly overthrown leader being mocked and tortured just before being shot at close range in the head. News of this had caused one of the key Libya regime change architects in the Obama administration, then Secretary of State Hilary Clinton, to laugh gleefully while saying “we came, we saw, he died”. This left Libya a failed state. 

Apparently this is the fate Florida Senator Marco Rubio wishes for embattled Venezuelan President Nicolas Maduro (who happens to be sitting atop the world’s largest proven oil reserves), as on Sunday Rubio tweeted out a photo showing the contorted blood soaked face of Gaddafi while being dragged to the place of his field execution, side by side with one showing him previously enjoying his power and wealth. 

pic.twitter.com/ZwxbWyV1HF

— Marco Rubio (@marcorubio) February 24, 2019

However, we don’t imagine the people of Venezuela will find US/NATO “liberated” post-Gaddafi Libya very attractive, considering it has existed since Gaddafi’s overthrow in a state of anarchy run by competing warlords, now with at least three governments vying for control.

We’ve previously detailed a number of times how Libya went from being a stable, modernizing secular state to a hellhole of roving jihadist militias, warring rival governments, and open-air slave auctions of captured migrants

Does Rubio think the masses of Venezuelan people really want this? Clearly, Rubio doesn’t actually care about ordinary Venezuelans, but is merely thirsty for yet more blood-soaked regime change in another oil-rich country. 

Below are Libya “before and after” photos.

Much of Libya remains years after the US/UK/French-led NATO bombing campaign a crater and bullet-hole ridden wasteland that’s very far from the “democracy” and “freedom” campaign preached by both neocons and liberal “humanitarian interventionists”. 

A young Libyan man took pictures in the city of Benghazi in 2018 in the same places where he had taken pictures in 2000.

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