Von den irakischen Massenvernichtungswaffen zu den syrischen Chemiewaffen, von Thierry Meyssan

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07-03-19 01:56:00,

In einem Bericht vom 1. März 2019 bescheinigt die Organisation für das Verbot chemischer Waffen, dass es während des Angriffs in Duma am 7. April 2018 niemals eine verbotene chemische Substanz (Syrien) gegeben hat; der Vergeltungsschlag von drei Staaten (USA, Frankreich, Vereinigtes Königreich) war daher nicht gerechtfertigt. Dieser Skandal ist exakt identisch mit dem der angeblichen irakischen Massenvernichtungswaffen. Ihm werden viele andere Verleumdungen folgen, so lange sich die westliche Bevölkerung blind auf ihre Medien verlässt.

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Das Verhalten der westlichen Journalisten ist besonders merkwürdig: sie wiederholen die Behauptungen ihrer politischen Führer, und erachten sie a priori als begründet, aber berücksichtigen nicht die von internationalen Organen gelieferten Widerlegungen. Sie sind unfähig, die Indoktrinierungen, an die sie glaubten, in Frage zu stellen.

Die Rechtfertigung für die Zerstörung des Irak

So haben sie im Jahr 2003 einstimmig Bushs Anschuldigungen übernommen, laut denen der Irak über Massenvernichtungswaffen verfüge. Dann die Anschuldigungen von Tony Blair, dass der Irak Raketen besitze, die den Westen in 45 Minuten erreichen, und seine Bevölkerung durch das Verteilen von Kampfgasen töten könnten. Und zu guter Letzt, die des Außenministers Colin Powell, dass der Irak Osama bin Laden beherbergt habe.

Zur gleichen Zeit bescheinigte jedoch die Kommission der Kontrolle, der Überprüfung und der Inspektion der UNO (UNMOVIC), dass die Behauptungen von Bush und Blair ohne jeglichen Zweifel falsch waren. Diese Kommission war aber das einzige Organ, das zu dem Gebiet des Irak Zugang hatte und dort alle gewünschten Kontrollen durchführen konnte. Weder die CIA noch die MI6, die ihr widersprachen, hatte eine solche Gelegenheit gehabt.

Man erinnere sich, dass das Frankreich von Jacques Chirac gegen den Krieg im Irak war. Aber er benutzte das Argument, dass “Krieg immer die schlimmste Lösung sei” und nicht, dass die anglo-amerikanischen Anschuldigungen offensichtlich falsch waren, so wie die entsprechenden Prüfinstanzen der UNMOVIC es konstatiert hatten.

Heute wird die Geschichte mit Filmen und Fernsehserien neu erzählt. Man gibt zu, dass man betrogen wurde. Aber man behauptet, dass die US-amerikanischen und britischen Geheimdienste von ihren Politikern manipuliert worden seien, und dass niemand die Mittel hatte, es zu wissen. Das ist falsch und es genügt in die Presse jener Zeit zu schauen, um festzustellen, dass alle sich einig waren, den schwedischen Direktor der Kommission, Hans Blix, zu diskreditieren, der es wagte, der größten Macht der damaligen Welt die Stirne zu bieten.

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Sanktionen als Massenvernichtungswaffen

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09-02-19 09:28:00,

von Garikai Chengu

US-amerikanische Wirtschaftssanktionen stellen das schlimmste Verbrechen gegen die Menschlichkeit seit dem Zweiten Weltkrieg dar. Die wirtschaftlichen Sanktionen der USA haben mehr Unschuldige getötet als alle nuklearen, biologischen und chemischen Waffen, die je in der Menschheitsgeschichte zur Anwendung kamen, zusammen.

Die Tatsache, dass es den USA um Öl geht und nicht um Demokratie, wird nur jene überraschen, die lediglich die Nachrichten schauen und die Geschichte außen vor lassen. Venezuela verfügt über die größten Ölvorkommen des Planeten.

Die USA streben die Kontrolle über Venezuela an, weil dieses am strategischen Dreh- und Angelpunkt zwischen der Karibik und Süd- und Mittelamerika liegt. Die Herrschaft über dieses Land erwies sich schon immer als auffallend wirkungsvolle Methode, Macht über diese drei Regionen und darüber hinaus auszuüben.

Seit Hugo Chavez sein Amt antrat, haben die USA versucht, die sozialistische Bewegung Venezuelas zu stürzen — sei es durch Sanktionen, Putschversuche oder die finanzielle Unterstützung der Oppositionsparteien. Letzten Endes gibt es nichts Undemokratischeres als einen Staatsstreich.

Alfred de Zayas, der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte, plädierte erst vor einigen Tagen dafür, dass der Internationale Gerichtshof die Wirtschaftssanktionen gegen Venezuela von Seiten der USA als mögliches Verbrechen gegen die Menschheit untersuchen solle.

In den vergangenen fünf Jahren haben die US-Sanktionen Venezuela von den meisten Finanzmärkten abgeschnitten, wodurch die lokale Ölproduktion abstürzte. In der Folge hat Venezuela den stärksten Rückgang des Lebensstandards erlitten, der je in der lateinamerikanischen Geschichte erfasst wurde.

Bevor die US-Sanktionen einsetzten, hatte der Sozialismus in Venezuela Ungleichheit und Armut verringert und zugleich die Renten erhöht. Im gleichen Zeitraum geschah in den USA genau das Gegenteil.

Präsident Chavez finanzierte mit dem Öl-Einkommen soziale Projekte wie eine kostenlose Gesundheitsversorgung, Bildung, subventionierte Nahrungsmittelnetzwerke und den Wohnungsbau.

Um wirklich zu verstehen, warum die USA einen Wirtschaftskrieg gegen das venezolanische Volk führen, muss man das historische Verhältnis zwischen dem System des Petrodollars und den Massenvernichtungs-Sanktionen analysieren: Vor dem 20. Jahrhundert war der Wert des Geldes an Gold gebunden. Die Möglichkeiten der Banken zur Kreditvergabe waren durch die Endlichkeit ihrer Goldreserven beschränkt. 1971 jedoch entband Präsident Nixon die USA vom Goldstandard. Nixon und Saudi-Arabien trafen eine „Öl-gegen-Dollar“-Vereinbarung, die den Lauf der Geschichte verändern und unzählige Kriege um Öl verursachen sollte. Gemäß dieser Petrodollar-Vereinbarung konnte Saudi-Arabien sein Öl nur noch gegen US-Dollar verkaufen.

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