„Umstritten“ – Matthias Meisners skurrile Abrechnung mit dem „Putin-Versteher“ Andrej Hunko

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14-02-20 01:26:00,

Andrej Hunko hat die Wahl zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag gewonnen. Vielen Lesern der NachDenkSeiten dürfte Hunko vor allem durch seine gute außenpolitische Arbeit bekannt sein. Es war jedoch leider auch absehbar, dass die Wahl eines friedenspolitisch aktiven Politikers, der sich nicht von den transatlantischen Interessen hat einspannen lassen, in bestimmten Kreisen zu Schnappatmungen führen wird. Wieder einmal war es der Tagesspiegel-Redakteur Matthias Meisner, der als Erster aus dem publizistischen Schützengraben stürmte und mit einem abgrundtief boshaften Artikel zum Frontalangriff auf den „Putin-Versteher“ Hunko blies. Von Jens Berger.

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Matthias Meisner politisch einzuordnen, ist nicht gerade einfach. Einerseits gehört er zu den Journalisten, die sich den sogenannten „Kampf gegen rechts“ auf ihre Fahnen geschrieben haben und vorbildlich gegen neurechte Umtriebe Stellung beziehen. Das ist löblich, auch wenn Meisner wie so viele seiner Kollegen die Ursachen für den Rechtsruck kategorisch ausblendet. Zudem muss man leider feststellen, dass Meisners politischer Kompass nicht immer nachvollziehbar justiert ist. Als Miterfinder der „Querfront-Kampagne“ hat er es sich zur Aufgabe gemacht, auch innerhalb der politischen Linken vermeintlich rechte Umtriebe zu bekämpfen.

Mit den tradierten Begriffen „links“ und „rechts“ kommt man jedoch spätestens an dieser Stelle nicht mehr weiter. Die „linke Politik“, die Meisner wohl vorschwebt, ist vor allem in Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik ungefähr deckungsgleich mit der Politik von Tony Blair, Barack Obama und Hillary Clinton – also einem, gerne auch militärischen, Export der sogenannten liberalen, westlichen Werte. Anders als seine transatlantischen Kollegen von WELT und FAZ zielt Meisner publizistisch jedoch nicht auf die CDU- und FDP-Klientel, sondern beackert zusammen mit seinen Kollegen von der taz das „linke Lager“. Zugespitzt könnte man sagen, dass Meisners Traum wohl eine rot-rot-grüne Regierung ohne linke Inhalte und stramm auf transatlantischer Linie wäre. Klar, dass unter diesen Vorzeichen ein linker Friedenspolitiker wie Hunko für ihn ein rotes Tuch ist.

Auch wenn man Meisners politische Motivation nicht teilen mag, kann man sie zumindest verstehen. Überhaupt nicht zu verstehen ist jedoch die Art und Weise, mit der er sich über Andrej Hunko hermacht. Schon die Überschrift „Der Putin-Versteher“ ist einerseits unverschämt, andererseits aber auch wieder so dämlich, dass man fast denken mag,

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Betrifft: L.L.Matthias: Die Kehrseite der USA. Das Buch ist nahezu verschwunden. Suchmeldung im Auftrag eines NachDenkSeiten-Lesers. – www.NachDenkSeiten.de

Betrifft: L.L.Matthias: Die Kehrseite der USA. Das Buch ist nahezu verschwunden. Suchmeldung im Auftrag eines NachDenkSeiten-Lesers. – www.NachDenkSeiten.de

10-07-18 09:18:00,

10. Juli 2018 um 10:08 Uhr | Verantwortlich:

Betrifft: L.L.Matthias: Die Kehrseite der USA. Das Buch ist nahezu verschwunden. Suchmeldung im Auftrag eines NachDenkSeiten-Lesers.

Veröffentlicht in: Aufbau Gegenöffentlichkeit, Bildungspolitik

Am 24. Mai 2018 hatten wir auf dieses „herausragende Buch“ aufmerksam gemacht und die Lektüre empfohlen. Alfred Meier-Leandri aus Basel hat sich daraufhin auf die Suche gemacht, es in der Unibibliothek gefunden und wollte es käuflich erwerben. Ohne Erfolg. Deshalb machen wir jetzt dieses kleine Experiment: wir fragen unsere Leser, ob es bei ihnen noch ein Exemplar gibt, das sie zu einem vertretbaren Preis verkaufen würden. Wir können dieses Experiment nur verantworten, weil die ganze Sache einen politischen Hintergrund hat: „Die Kehrseite der USA“ erschien 1964 und war aus meiner damaligen Sicht eines der ersten Bücher mit einer fundierten Kritik an in den USA herrschenden und realisierten gesellschaftspolitischen Vorstellungen, zum Beispiel an privater Trägerschaft und Organisation der Schulen. Albrecht Müller.

Die Analysen und Beobachtungen von L. L. Matthias halfen mir und der in der Bildungspolitik engagierten Mitbegründerin der NachDenkSeiten, Anke Bering-Müller, vor ungefähr 20 Jahren, als zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen die „Selbstständige Schule“ propagiert wurde, zu der notwendigen kritischen Betrachtung des Geschehens. Von den Forschungen und Beobachtungen des Autors L. L. Matthias konnte man lernen, dass eine solche Schule in die Hände des lokalen Mittelstands gerät, weil dieser das „Schoolboard“ beherrscht und so zum Beispiel auch über die Berufung und Abberufung von Lehrern entscheidet. Angesichts der Privatisierungstendenzen auch in diesem Bereich ist das nunmehr 54 Jahre alte Buch immer noch aktuell. Auch aus anderen Gründen.

Also, wenn Sie noch ein Exemplar zur Verfügung haben, dann schreiben Sie der NachDenkSeiten-Redaktion. Wir stellen den Kontakt her.

Zu Ihrer Information folgt jetzt noch erstens die Mail von Alfred Meier-Leandri und zweitens das Ergebnis einer Recherche von Jens Berger zur Verfügbarkeit des Buches und zur preistreibenden Wirkung des Beitrags vom Mai:

Erstens: Alfred Meier-Leandri am 9. Juli an die NachDenkSeiten:

Guten Abend,

Sie haben im Mai 2018 einen Hinweis zu obgenanntem Buch gegeben, worauf ich mich auf die Suche nach einem Exemplar machte. Bisher konnte ich noch jedes gesuchte vergriffene Buch antiquarisch finden; in diesem Fall war dies nicht möglich.

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