Die Medien in der Trump-Falle

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18-06-20 09:29:00,

Matthias Zehnder

Matthias Zehnder / 18. Jun 2020 –

Je abstruser der Blödsinn ist, den Trump von sich gibt, desto besser sind die Quoten, die er den Medien verschafft.

Stellen Sie sich vor, Sie wären Blattmacher einer Zeitung oder Produzent einer Nachrichtensendung im Fernsehen. Journalisten bieten Ihnen also Geschichten und Bilder an und Sie entscheiden darüber, welche Geschichte ins Blatt oder in die Sendung kommt. Sie arbeiten gerade an der Seite oder der Sequenz über internationale Politik. Sie haben die Wahl zwischen zwei Geschichten: Die erste Geschichte dreht sich um die Frage, ob die USA den Afroamerikanern Reparationen für die Sklaverei zahlen und so den systemischen Rassismus in der Gesellschaft ausgleichen soll.1) Die zweite Geschichte handelt davon, wie sich Donald Trump von Polizisten mit Tränengas den Weg vom Weissen Haus zu einer kleinen Kirche freiprügeln lässt, damit er danach mit einer Bibel in der Hand vor dieser Kirche für Fotos posieren kann.2) Welche Geschichte bringen Sie?

Es ist beispielhaft eine typische Entscheidung, wie sie Blattmacher und Produzenten jeden Tag zu fällen haben. Die Geschichte über den systemischen Rassismus in den USA ist relevant: Sie erklärt den Zusammenhang zwischen der Sklaverei und der heutigen, systematischen Benachteiligung der Schwarzen in den USA. Sie erklärt damit den Hintergrund der Unruhen, wie wir sie heute erleben. Doch der Stoff ist kompliziert. Die zweite Geschichte ist ein klassischer Aufreger. Zudem gibt es dazu ein Bild mit Symbolcharakter: Donald Trump mit der Bibel in der Hand vor der St. John’s Church. Diese Geschichte verspricht alles, was eine Story haben muss: Sie handelt von Menschen, es passiert etwas, es ist emotional, ja sensationell. Wenn Sie verantwortlich wären für eine Zeitung oder eine Sendung und damit auch für die Quoten, die Sie mit ihren Inhalten erzielen, wäre der Fall klar: Sie setzen auf Trump.

Trump fast so wichtig wie das Wetter

Dass die Medien sich auf Trump stürzen wie die Schmeissfliegen, ist nicht neu. Seit Donald Trump 2015 auf der Rolltreppe im Trump-Tower seine Kandidatur bekannt gab, beherrscht er die Schlagzeilen. Während des Vorwahlkampfs, als die republikanische Partei in einem internen Wahlkampf ihren Kandidaten kürte, brachte es Donald Trump im Fernsehen auf mehr Sendezeit als alle 16 anderen republikanischen Kandidaten zusammengenommen! Im eigentlichen Wahlkampf ging es genauso weiter: Trump beherrschte die Schlagzeilen.

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Diversität in den Medien: Wunsch ohne Praxis

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17-06-20 09:06:00,

Ein eher seltenes Bild, aufgenommen an deutschen Jugendmedientagen 2019.

Daniela Gschweng / 17. Jun 2020 –

Wer Vielfalt will, sollte wenigstens anfangen zu zählen. Und das ist noch lange nicht genug, sagt eine deutsche Studie.

Seit dem Tod von George Floyd ist Rassismus das Thema der Stunde – in den Medien und auch auf der Strasse. Tausende versammelten sich, um gegen strukturellen Rassismus zu demonstrieren, nicht nur in den USA. Auch in der Schweiz werden Migranten oft nicht gehört und ihre Anliegen nicht gesehen, bestätigen spätestens die Interviews aus den letzten Wochen.

Viele Medien haben sich vorbildlich der Aufgabe gewidmet, mit Migranten zu sprechen, statt über sie zu schreiben. Dass Migranten über andere Migranten – oder überhaupt über irgendein Thema – berichten, passiert jedoch quasi nie. Medienschaffende mit Migrationshintergrund haben Seltenheitswert.

«Viel Wille, kein Weg»

Das sagen zumindest die verfügbaren Zahlen. Die jüngste Untersuchung über Diversität in den Medien knöpfte sich die deutschen Chefredaktionen vor und trägt den vielsagenden Titel «Viel Wille, kein Weg». Erstellt wurde sie vom Verein «Neue Medienmacher», der sich für Vielfalt in den Medien einsetzt. Die «Neuen Medienmacher» schrieben 122 der reichweitenstärksten deutschen Medien aus den Bereichen Print, Online, Radio und TV an und führten mehrere Einzelinterviews.

Dass Diversität als strategisches Ziel fast allen Medienhäusern wichtig ist, bestätigte die hohe Rücklaufquote von 90 der 126 Angeschriebenen. Nur: Zum Ziel fehlt anscheinend eine greifbare Strategie. Dort, wo die Macht sitzt, suchten die «Neuen Medienmacher» Vielfalt vergebens. – Für die Schweiz gibt es keine repräsentativen Untersuchungen.

Wo die Macht ist, kommt Diversität nicht hin

Von den 126 befragten Chefredaktorinnen und Chefredaktoren sind 118 Deutsche ohne Migrationshintergrund. Die übrigen acht Personen stammen sämtlich aus Europa, meist aus Nachbarländern, die nur wenig als «fremd» erlebt werden, wie etwa aus Luxemburg, aus Holland oder aus der Schweiz. Keine einzige befragte Person ist schwarz oder stammt aus einer muslimischen Gemeinschaft. Türkische, polnische oder russischsprachige Mitglieder als Repräsentanten der grössten Einwanderergruppen gibt es in deutschen Chefredaktionen nicht.

Keine Zahlen, keine Strategie

Die Untersuchung konzentriert sich auf Personen mit Migrationshintergrund, in anderen Bereichen sieht es aber wenig besser aus. Der Frauenanteil in Führungspositionen liegt nur bei wenigen deutschen Medien über 40 Prozent, bei den meisten nicht über 30 Prozent,

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Medien und Verschwörungstheorien: „Im chronischen Alleinbesitz der absoluten Wahrheit“

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02-06-20 09:55:00,

Derzeit vergeht kaum ein Tag, an dem Medien nicht vor Verschwörungstheorien warnen. Die Kritik an den Corona-Maßnahmen, aber auch die Demonstrationen für Grundrechte, alarmieren Medienvertreter. Der „elder Statesman der Verschwörungstheorie“, Mathias Bröckers, beobachtet das Treiben. Der Mitbegründer der taz erklärt im NachDenkSeiten-Interview, warum die „Kirchen der Angst“ derzeit so regen Zulauf haben, und verweist darauf, dass Leitmedien längst nicht allen Verschwörungstheorien abgeneigt sind. „Die offiziell erwünschten werden ja in epischer Breite und auf allen Kanälen verkündet“, so Bröckers. Von Marcus Klöckner.

Herr Bröckers, man kann Sie als alten Schlachtenbummler bezeichnen, wenn es um das Thema Verschwörungstheorien geht. Spätestens seit Ihren Büchern zum 11. September haben Sie den Kampf zwischen den großen Medien und alternativen Formaten sozusagen live und in Farbe erlebt und selbst mitgestaltet. In einem aktuellen Blogbeitrag von Ihnen bezeichnen Sie sich selbst als „Konspirologen“ und „elder Statesman der Verschwörungstheorie“. Hilft Ironie bei der aktuellen Diskussion rund um Verschwörungstheorien und Verschwörungstheoretiker?

Ohne Humor und Ironie ist das doch gar nicht auszuhalten und ich wäre längst schon schwer depressiv, weil ich mich schon über 25 Jahre mit diesem Thema beschäftige. Und von daher nur zu gut weiß, dass es eben nicht nur verrückte und haltlose Verschwörungstheorien gibt, sondern auch sehr vernünftige und gut belegbare – und natürlich viele, die sich als wahr und richtig erwiesen haben. Umgekehrt gibt es auch viele offiziell verkündete Wahrheiten, die sich als haltlose und gefährliche Verschwörungstheorie herausgestellt haben, zum Beispiel die Massenvernichtungswaffen des Irak, mit der ein Krieg mit einer Million Toten angezettelt wurde. Oder nehmen wir die Tatsache, dass der US-Geheimdienst NSA jedes Handy bis hin zu dem der Bundeskanzlerin abhört – wer das vor den Enthüllungen von Edward Snowden behauptet hätte, wäre sofort als durchgeknallter, paranoider, anti-amerikanischer Verschwörungstheoretiker abqualifiziert worden.

Was heute noch offizielle Wahrheit ist, kann sich morgen als Verschwörungstheorie herausstellen – und umgekehrt. Um den nur noch als Denunziations- und Diffamierungsvokabel verwendeten Begriff zu retten, hatte ich schon in meinem ersten Buch über 9/11 („Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11. September“, Verlag Zweitausendeins, 2002) vorgeschlagen, künftig von „Konspirologie“ zu sprechen und die Bildung von Hypothesen über mögliche Verschwörungen als wissenschaftlich legitimes, heuristisches Verfahren zu betrachten. Derzeit ist dieser Begriff aber nach wie vor ausschließlich als Diskurskeule im Einsatz, um unerwünschte Meinungen oder Berichte abzuqualifizieren.

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Polizeigewalt in den USA – Was wäre in den Medien los, wenn das in Russland oder China passiert wäre? | Anti-Spiegel

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31-05-20 10:56:00,

Die Rassenunruhen in den USA sind auch im russischen Fernsehen ein Thema. Um aufzuzeigen, wie darüber in Russland berichtet wird, habe ich den Beitrag aus der russischen Sendung „Nachrichten der Woche“ vom Sonntag übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Im amerikanischen Minneapolis ist Krieg auf den Straßen. Eine Polizeistation wurde niedergebrannt und die Polizisten mussten mit dem Hubschrauber vom Dach des belagerten Gebäudes gerettet werden. Es sind Rassenunruhen. Rassistisch in dem Sinne, dass das Motiv ein brutaler Mord war, aufgenommen mit Kameras von Mobiltelefonen.

Das Opfer ist ein junger schwarzer Mann namens George Floyd. Er arbeitete als Wachmann, war als Unterstützer von Gewaltlosigkeit bekannt, machte sich aber schuldig, weil sein 20-Dollarschein sich in einem Laden als falsch herausstellte. Davon gibt es viele in Amerika. George Floyd wurde festgenommen. Er widersetzte sich nicht. Trotzdem wurden ihm Handschellen angelegt.

Dann drückte ein Polizist namens Derek Chauvin George zu Boden und drückte ihm das Knie an den Hals.

Derek Chauvin
44 Jahre
Veteran der Polizei Minneapolis, 19 Jahre Diensterfahrung
Gegen ihn gab es 18 Beschwerden
Er war an drei Vorfällen mit Einsatz von Schusswaffen beteiligt
2008 hat er einen Menschen getötet

Drei Minuten lang flehte George, das Knie wegzunehmen, sagte, er könne nicht atmen, bat darum, ihn nicht zu töten, aber Polizeiveteran Derek Chauvin presste das Knie noch härter auf den Hals. Gleichzeitig streamten Passanten das Video ins Internet.

Wahrscheinlich hat der Polizist George den Hals gebrochen oder das Opfer einfach erstickt. Wie auch immer, George gab Ruhe. Aber Derek Chauvin drückte noch weitere vier Minuten das Knie auf den Hals, bis ein Krankenwagen eintraf. Mit der Mitteilung, dem Häftling gehe es gut, übergab die Polizisten ihn den Sanitätern. Er wurde im Krankenwagen künstlich beatmet, aber ohne Erfolg. Im Krankenhaus wurde sein Tod festgestellt.

Stellen Sie sich vor, was los wäre, wenn so etwas in Russland passiert wäre.Man hätte bereits neue Sanktionen gegen uns verhängt, Amerika hätte bereits eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zur Menschenrechtslage in Russland einberufen, und die Europäische Union würde auch wieder irgend etwas Unerfreuliches tun. Aber da es in Amerika passiert ist, wo eine solche Haltung gegenüber Schwarzen die akzeptierte Praxis ist, zuckt niemand auf der Welt auch nur zusammen.

Wenn in Russland hunderttausend Menschen am Coronavirus gestorben wären,

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Corona: Medien verbreiten weiter unbeirrt statistischen Unsinn

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26-04-20 09:49:00,

Schwerkranker Corona-Patient in Belgien © AA

Urs P. Gasche / 26. Apr 2020 –

Viele schlagen alle Warnungen in den Wind und publizieren täuschende Ländervergleiche der an Covid-19 Verstorbenen.

Medien und Publikum lieben Ranglisten. Die von vielen Medien immer wieder zitierte private Johns-Hopkins-University veröffentlicht täglich stets zuvorderst die neueste Hitliste der Corona-Toten in verschiedenen Ländern (siehe linke Spalte). Noch so gerne übernehmen viele Medien unbedacht diese Zahlen und bereiten sie womöglich in Form von Grafiken oder anderswie farbig schön auf.

Eigentlich sind die Todeszahlen besser vergleichbar als etwa die Zahl der «Fälle», also der positiv Getesteten. Denn tot ist tot. Anders bei den Zahlen der «Fälle»: Sie hängen stark davon ab, wieviel in einem Land getestet wird. Japan wies äusserst wenige Infizierte aus, weil nur sehr wenig getestet wurde (siehe Infosperber vom 2. April).

Aber auch bei den Todeszahlen sind Ländervergleiche täuschend und irreführend, wenn man nicht klar und deutlich sagt, dass die Zahlen in vielen Fällen nicht vergleichbar sind.

Es ist schon mal unsinnig, die Zahl der Todesfälle pro Land anzugeben und damit eine Rangliste aufzustellen. Nach der Statistik der Johns-Hopkins University (links) gibt es in Grossbritannien bisher dreimal so viele Todesfälle wie in Belgien.

Korrekt wäre es, die Zahl pro jeweils 100’000 Einwohner in einem Land anzugeben. Das gibt für Grossbritannien nur 29, in Belgien aber mit 60 doppelt so viele Todesfälle. Die Situation scheint also in Belgien – entgegen der Rangliste links – viel dramatischer zu sein als in Grossbritannien.

Doch selbst dieser Vergleich pro 100’000 Einwohner kann eine ziemlich falsche Vorstellung davon geben, ob es in einem Land bisher mehr Todesfälle gab als in einem anderen.

Das illustriert wiederum das Beispiel von Belgien und Grossbritannien: In Grossbritannien werden ausschliesslich Todesfälle in den Spitälern gezählt. Sämtliche Verstorbenen in Alters- und Pflegeheimen erscheinen nicht in der Statistik. Ganz anders in Belgien: Dort werden in Alters- und Pflegeheimen nicht nur alle Verstorbenen mitgezählt, welche auf Covid-19 positiv getestet wurden, sondern sogar alle jene, bei denen auch nur ein Verdacht besteht,

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In den Medien bisher kaum ein Thema: Warum die Frage der Erntehelfer so wichtig ist | Anti-Spiegel

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15-04-20 04:00:00,

Ein Thema spielt eine erstaunlich kleine Rolle in den Medien und den Diskussionen der in der Politik: Die Erntesaison. Daher will ich aufzeigen, warum das Thema so wichtig ist.

In Deutschland haben wir uns daran gewöhnt, dass es alles zu kaufen gibt. Eine Hungersnot oder auch nur Versorgungsengpässe sind für die Deutschen unvorstellbar, das kennt man nur aus dem Fernsehen. Man hat sich so sehr daran gewöhnt, dass alles jederzeit zu haben ist, dass kaum noch jemand darüber nachdenkt, wo es herkommt.

Als es im März in Deutschland Versorgungsengpässe bei dem sprichwörtlich gewordenen Toilettenpapier und einigen Lebensmitteln gab, war man in Deutschland geschockt und viele haben Hamsterkäufe getätigt. Und es kam eine Panik auf, die Geschäfte könnten bald leer sein.

Das war natürlich Unsinn und dafür gibt es einen einfachen Grund: Das, was wir derzeit in den Geschäften kaufen, wurde zum Großteil im letzten Jahr geerntet. Es ist also bereits vorhanden und es kann bestenfalls zu Problemen bei der Belieferung mit einigen wenigen Waren kommen, die aber auch nur zeitlich begrenzt sein würden, denn es ist ja wie gesagt schon geerntet und in den Lagern vorhanden.

Ganz anders wird es ab Winter und im nächsten Jahr. Sollte die Ernte in diesem Jahr wegen des Virus ganz oder teilweise ausfallen, kann es im nächsten Jahr zu wirklichen Problemen bei Lebensmitteln kommen. Im besten Fall würden sie „nur“ teurer, im schlimmsten Falle könnte es zu Engpässen kommen.

Das Thema ist also wichtig und ich wundere mich, dass die Medien es so stiefmütterlich behandeln. Ich weiß aus meinem eigenen Umfeld zum Beispiel von einem großen Erdbeerbauern, der in diesem Jahr gar nicht ausgesät hat, weil er nicht wusste, ob er zur Ernte auch Erntehelfer bekommen würde. Die Frage war wichtig, denn auch die Aussaat kostet Geld und wenn danach nicht geerntet werden kann, wäre das existenzbedrohend. Da war es für ihn sinnvoller, in diesem Jahr auf Aussaat und Ernte zu verzichten.

Das ist natürlich nicht repräsentativ, aber ich frage mich schon, wie viele Landwirte auf der ganzen Welt vor dieser Frage standen und ähnlich entschieden haben. Zahlen dazu habe ich nicht gefunden.

Die Frage der Erntehelfer ist also sehr wichtig und es wäre Aufgabe der Politik gewesen, den Landwirten die Garantie zu geben, dass sie genügend Erntehelfer bekommen und notfalls – sollte das nicht gelingen – ihnen eine Garantie zu geben,

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In den deutschen Medien verschwiegen: Kuba hilft vielen Ländern im Kampf gegen das Coronavirus | Anti-Spiegel

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30-03-20 08:19:00,

Am Freitagabend hat die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharova, über die Hilfe gesprochen, die Kuba trotz aller Probleme durch Wirtschaftssanktionen den Ländern der Welt im Kampf gegen Corona leistet. Da man davon in Deutschland nie etwas hört, habe ich die offizielle Erklärung des russischen Außenministeriums übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Vor dem Hintergrund der aktuellen erbitterten Auseinandersetzung zwischen der Menschheit und der Coronavirus-Pandemie möchte ich die Aufmerksamkeit auf die Bemühungen einzelner Mitglieder der internationalen Gemeinschaft lenken.

Am Mittwoch hat sich der Botschafter der Republik Kuba, Gerardo Penalver Portal, im russischen Außenministerium online mit Journalisten getroffen und über die Maßnahmen seines Landes und die selbstlose Hilfe von Kubanern für andere Staaten gesprochen. Ich möchte Sie daran erinnern, dass von den vielen karibischen Ländern, einschließlich der Mitglieder des britischen Commonwealth, nur Kuba zugestimmt hat, am 18. März das britische Kreuzfahrtschiff „MS BRAEMAR“ einlaufen zu lassen, das fünf bestätigte Infektionsfälle von COVID-19 und 52 Menschen mit Symptomen der Krankheit an Bord hatte. Als Folge dieser humanitären Aktion konnten mehr als 1.000 Passagiere und Besatzungsmitglieder nach Großbritannien zurückkehren.

Im Bewusstsein aller Risiken für seine eigenen Bürger reagierte Havanna auf den Hilferuf Italiens, indem es 52 Ärzte in die Lombardei geschickt hat. Darüberhinaus retten kubanische Mediziner bereits Leben in Venezuela, Grenada, Nicaragua, El Salvador, St. Vincent, Grenada, St. Kitts, Nevis, Suriname und Jamaika. Kuba liefert Medikamente, die ihre Wirksamkeit unter Beweis gestellt haben – unter anderem in China -, wie das in Kuba produzierte „Interferon Alpha 2-B“.

Aber nicht jeder sticht durch so edle Qualitäten und würdige Taten hervor. Die Freiheitsinsel (Anm. d. Übers.: Diese Bezeichnung für Kuba aus Sowjetzeiten hat sich im russischen Sprachgebrauch festgesetzt) reicht ihre Hand zur Hilfe und zeigt eindrucksvolle Beispiele für Humanismus, aber es gibt auch solche, denen diese Bemühungen nicht gefallen. Washingtons Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Von dort aus wird, man beachte, vor gewissen „Gefahren“ bei der Zusammenarbeit mit Kuba im Kampf gegen das Coronavirus gewarnt. Ich möchte Ihnen sagen, dass dies Teil des Informationskrieges ist. All diese Mythen und Geschichten darüber, dass es eine Bedrohung durch Russland gibt, eine aggressive russische Politik, sind Mythen.

Jetzt sehen wir am Beispiel der humanitären Hilfe, die Russland Italien geleistet hat, der humanitären Hilfe, die Kuba und China verschiedenen Ländern gewährt haben,

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Corona, Medien, Propaganda

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19-03-20 08:52:00,

Publiziert: 19. März 2020; Sprachen: DE, EN

Auch in der aktuellen Situation gilt die alte und bewährte Propaganda-Regel: Je weniger man weiß, je weniger bekannt ist, desto mehr kann man spekulieren.

Für aufmerksame Leser bietet dies hingegen die Möglichkeit, Seriosität und Ausrichtung der verschiedenen Medien und Autoren einzuschätzen.

Man beobachte etwa:

  • Welche Medien zählen bloß testpositive Fall- und Todeszahlen hoch, ohne zu fragen, woran diese Personen denn erkrankt oder gestorben sind?
  • Welche Medien bringen Schlagzeilen wie »21-jähriger Fußballtrainer stirbt an Coronavirus«, und erwähnen erst im letzten Satz, dass er eine unerkannte Leukämie hatte?
  • Welche Medien thematisieren überhaupt die Frage der sogenannten Übersterblichkeit, die noch immer in allen Ländern und Altersgruppen im Normalbereich oder darunter liegt?
  • Welche Medien bevorzugen angsteinflößende Bilder von Viren, Schutzanzügen und Särgen, statt konkrete Daten, Fakten und Hintergründe?
  • Welche Medien beleuchten die problematische Rolle, die die WHO in früheren Fällen spielte?
  • Welche Medien versuchen einen politischen oder geopolitischen Spin einzubringen?
  • Welche Medien sprechen noch immer von »Biowaffen«, obschon dieses Szenario angesichts von kaum spektakulären Sterberaten und Sterbeprofilen längst ausgeschloßen werden kann?

Das Biowaffen-Gerücht, das seit bald vierzig Jahren bei jeder Gelegenheit lanciert wird, mag durchaus eine Rolle spielen, aber womöglich eher als Angstverstärker.

Derzeit sind noch verschiedene Szenarien denkbar und im Auge zu behalten. Die meisten beginnen mit P wie Pandemie. Aber keines ist besonders positiv.

Zum Covid19-Hauptartikel →

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Warum wohl? Kein Wort in den Medien über UNHCR-Bericht zur Menschenrechtslage in der Ukraine und auf der Krim | Anti-Spiegel

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17-03-20 10:03:00,

Am 12. März ist der 29. Bericht des UNHCR über die Menschenrechtslage in der Ukraine veröffentlicht worden. Warum die deutschen „Qualitätsmedien“ nicht darüber berichtet haben, versteht man sofort, wenn man den Bericht liest.

Aus Anlass des Artikels aus dem Deutschlandfunk über die Lage auf der Krim sechs Jahre nach ihrer Vereinigung mit Russland, über den ich heute geschrieben habe, habe ich mir den aktuellen Menschenrechtsbericht des UNHCR einmal angeschaut. Immerhin lesen wir ja in in unseren „Qualitätsmedien“ immer wieder, wie schlimm alles auf der Krim ist und wie toll es in der Ukraine seit dem Maidan angeblich ist. Ob das alles der Wahrheit entspricht, kann man beim UNHCR nachlesen, das seit 2014 insgesamt 29 Berichte zur Lage der Menschenrechte in der Ukraine und auf der Krim veröffentlicht hat.

Der aktuelle Bericht ist am 12. März veröffentlicht worden. Um es vorweg zu nehmen: Der Bericht beschäftigt sich auf 17 Seiten mit den Problemen in der Ukraine, die Probleme auf der Krim füllen keine drei Seiten. Daher wundern Sie sich nicht, wenn dieser Artikel praktisch ausschließlich Kritik an der Situation in der Ukraine enthält. Das ist nicht meine Schuld, das steht so im Bericht des UNHCR. Ich werde nicht alle Kritikpunkte an Kiew aufzählen können, es sind zu viele. Aber ich werde alles aufzählen, was das UNHCR auf der Krim zu bemängeln hat.

Nach 15 Seiten mit Einleitung und Erklärungen, sowie einigen Kommentaren zum Krieg im Osten des Landes ist der erste Kritikpunkt des UNHCR, dass Kiew den Rentnern in den Rebellengebieten im Osten des Landes die Auszahlung der Renten erschwert. Wer als Rentner im Osten lebt, muss alle 60 Tage die Frontlinie überqueren und in der Ukraine bürokratische Hürden meistern, wenn er seine ohnehin minimale Rente ausbezahlt bekommen möchte. Dazu müssen die Rentner alle 60 Tage persönlich vorsprechen. Das ist auch ein Verstoß gegen das Minsker Abkommen, denn dort hat sich Kiew schon 2015 verpflichtet, die Rentenzahlungen wieder aufzunehmen, die 2014 eingestellt worden sind. Die Details des Minsker Abkommens finden Sie hier.

Der nächste ernsthafte Kritikpunkt des UNHCR betrifft Folter. Das UNHCR wirft sowohl den Rebellen, als auch der Kiewer Regierung Folter vor und beschreibt auch konkrete Fälle. Besonders detailliert geht das UNHCR auf das Straflager Nummer 25 ein,

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Russische Medien: “Was ist los mit Erdogan?” | Anti-Spiegel

russische-medien:-“was-ist-los-mit-erdogan?”-|-anti-spiegel

02-03-20 01:21:00,

Natürlich war die Verschärfung der Lage in Syrien am Sonntag auch Thema in der russischen Sendung „Nachrichten der Woche“.

Inzwischen ist bekannt geworden, dass Putin und Erdogan sich am 5. März in Moskau treffen werden. Vor diesem Hintergrund ist es interessant, wie das russische Fernsehen über die Eskalation in Syrien berichtet. Daher habe ich den Bericht des russischen Fernsehens zu dem Thema übersetzt. Besonders interessant ist dabei der Bericht des russischen Korrespondenten in Syrien, da westliche Medien keine Journalisten in Syrien haben und es daher auch keine Berichte aus Syrien, sondern nur über Syrien gibt. Der Bericht des Korrespondenten dürfte mit meiner Übersetzung auch ohne Russischkenntnisse verständlich sein.

Beginn der Übersetzung:

Schlechte Nachrichten aus der syrischen Provinz Idlib. „Nachrichten der Woche“ hat bereits berichtet, dass die Türkei dort ein massives Kontingent ihrer Truppen zusammengezogen hat, angeblich um ihre Beobachtungsposten zu schützen. Aber die Beobachtungsposten der Türkei sind nicht bedroht, ihre Koordinaten sind bekannt und die syrische Armee und die russischen Streitkräfte umgehen sie. Gemäß der getroffenen Vereinbarungen sollte kein türkisches Militär in Idlib sein.

Das wurde bei der Sitzung des russischen Sicherheitsrates am Freitag, die übrigens von Präsident Putin unmittelbar nach einem Telefonat mit seinem türkischen Amtskollegen Erdogan abgehalten wurde, unterstrichen. Erdogan hat Putin selbst angerufen. In dem Gespräch wurde betont, wie wichtig es ist, die Koordinierung zwischen den Militärs beider Länder zu verbessern.

Und das alles, weil am Vortag 30 oder 33 Soldaten der türkischen Armee in Idlib durch syrische Luftangriffe ums Leben gekommen sind. Solche Verluste hatte Erdogan in Syrien schon lange nicht mehr. Im Namen Russlands drückte Sergej Lawrow sein Beileid aus. Gleichzeitig erklärte Lawrow, dass das türkische Militär seine Koordinaten unter Missachtung der Abkommen nicht mitgeteilt habe. Aber es ist nur das halbe Problem. Schlimmer ist, dass die Opfer mit Terroristen Schulter an Schulter gekämpft haben.

„In den mitgeteilten Koordinaten waren die Orte, an denen das türkische Militär, das in den Reihen terroristischer Gruppen gekämpft hat, nicht enthalten. Wir haben unsere syrischen Kollegen gebeten, eine Pause in den Kämpfen einzulegen und alles getan, um die sichere Evakuierung der Verwundeten und den Abtransport der Leichen der toten türkischen Soldaten auf türkisches Territorium zu gewährleisten“, sagte der russische Außenminister.

So sieht es aus.

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Friedrich Merz und die Medien: Heuchelei auf beiden Seiten

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18-02-20 12:25:00,

Der CDU-Politiker und Ex-BlackRock-Manager Friedrich Merz hat sich bedenklich zur Medienlandschaft geäußert. Ebenso bedenklich ist die Heuchelei, die er damit in vielen Medien ausgelöst hat: Merz als „akzeptable“ politische Figur könnte ohne die Schützenhilfe großer Medien gar nicht existieren. Viele Redakteure offenbaren in der Reaktion zusätzlich ihr (nur scheinbar) naives Selbstbild und praktizieren Weißwaschung. Von Tobias Riegel.

Der CDU-Politiker Friedrich Merz hat mit Äußerungen zur Medienlandschaft Aufsehen erregt. Zunächst hatte die „Aachener Zeitung“ über den Auftritt berichtet (Bezahlschranke), mittlerweile ist daraus eine Debatte entstanden, verschiedene Medien sind nachgezogen, etwa hier oder hier oder hier. Diese Debatte ist sehr widersprüchlich, sie wird auf allen Seiten mit großer Selbstgerechtigkeit geführt. Hier zunächst das betreffende Zitat von Merz:

„Im Augenblick gibt es ja eine richtige Machtverschiebung zwischen denen, die Nachrichten verbreiten, und denen, die Nachrichten erzeugen. Und zwar zugunsten derer, die die Nachrichten erzeugen. Wir brauchen die nicht mehr. (Anm.: gemeint ist die Presse). Und das ist das Schöne. Sie können heute über Ihre eigenen Social-Media-Kanäle, über Youtube ein Publikum erreichen, das teilweise die Öffentlich-Rechtlichen, auch die privaten institutionalisierten Medien nicht mehr erreichen. Wenn man das richtig nutzt, wenn man das gut macht, dann haben Sie über diese Kanäle eine Möglichkeit, Ihre eigenen Interessen wahrzunehmen, Ihre eigene Deutungshoheit auch zu behalten über das, was Sie gesagt haben. In ganz anderer Form, als wir das früher gehabt haben. So, und das ist die gute Nachricht der Digitalisierung.“

„Rechte“ Medienkritik wird überbetont

Zwar ist dieser Befund nicht ganz von der Hand zu weisen, aber zu kritisieren sind diese Äußerungen und ihre Form doch: Sie bezeugen eine problematische (überhöhte) Sicht des Politikers auf seine eigene gesellschaftliche Rolle sowie eine (abschätzige) Sicht auf jene Rolle, die Medien (eigentlich!) als kritische Instanzen einzunehmen hätten. Zusätzlich erscheinen die Zitate – wegen der kaum kaschierten Freude über die Entwicklung – unvorsichtig und es ist zu begrüßen, dass Merz nun eine Welle der Kritik entgegenschlägt.

Vielleicht ist diese Unvorsicht aber auch vorgeschützt und die Äußerungen sind eine gezielte Provokation nach dem Muster der AfD und auf deren Klientel zielend. Es ist zumindest nicht auszuschließen, dass Merz mit seinem Vorstoß an eine „rechte“ Strömung der Medienkritik andocken möchte, wie sie von Donald Trump oder Teilen der AfD praktiziert wird.

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Und MH17? Medien melden Fälschungen bei holländischer Untersuchung zu Flugzeugabsturz 2009 | Anti-Spiegel

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26-01-20 10:42:00,

Wieder einmal muss man russische Meldungen verfolgen, wenn man Neuigkeiten über die 2014 bei Donezk abgeschossene malaysische Boeing erfahren möchte, die in den Niederlanden Schlagzeilen machen.

In den Niederlanden bahnt sich ein neuer Skandal an, denn es gibt Berichte, dass der Untersuchungsbericht über den Absturz einer türkischen Frachtmaschine bei Amsterdam im Jahre 2009 von offizieller Seite verfälscht worden ist. Das wirft ein ganz besonderes Licht auf die Untersuchungen zum Abschuss des malaysischen Fluges MH17 über der Ukraine, der ebenfalls in den Niederlanden untersucht wird und auf Äußerungen des niederländischen Außenministers, der Parallelen zum Abschuss der ukrainischen Maschine bei Teheran gezogen hat.

Dazu hat sich die Sprecherin des russischen Außenministeriums in einer offiziellen Erklärung geäußert, die ich übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

Wir können die Aussagen des niederländischen Außenministers Blok im Zusammenhang mit dem Flugzeugabsturz in der Nähe von Teheran am 8. Januar 2020 nicht ignorieren, in denen er weit hergeholte Parallelen zwischen der Zerstörung des ukrainischen Passagierflugzeugs und der Zerstörung der malaysischen Boeing im Juli 2014 in der Ukraine gezogen hat. Wir verstehen, dass das auch Teil der Medienkampagne ist, denn alle Fragen die dazu an uns gerichtet wurden, auch von britischen Medien, haben diese Themen auch miteinander verknüpft.

Der Chefdiplomat der Niederlande hat aus unserer Sicht die Tragödie im Iran, die ihre eigenen Ursachen hat, für neue Angriffe auf Russland und für Werbung für die ohnehin schon recht lästigen und subjektiven Ansätze Den Haags zum Absturz von Flug MH17 missbraucht.

Im Zusammenhang mit dem Absturz von Flug PS752 im Iran forderte Blok nun, dass Russland „befriedigende Antworten auf eine Reihe von Fragen des Ermittlungsteams“ geben müsse. Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit besonders auf die Formulierung „befriedigende Antworten“ lenken. Das heißt, das sind nur solche Antworten, die die Schlussfolgerungen der Untersuchung bestätigen und ihnen nicht widersprechen. Es geht nicht um Antworten auf Fragen, sondern um solche Antworten, die er anscheinend als richtig ansieht.

Blok, der sich nicht an dem Mangel an Beweisen stört, spricht nun von einigen „persönlichen Gefühlen“, dass sich der russische Außenminister, wenn es um MH17 geht, angeblich „unwohl“ fühlt und dass „die Russen besser beraten wären ihre Schuld einzugestehen und sich bereit zu erklären, die Angehörigen der Opfer zu entschädigen und damit die Spannungen zu beseitigen.“ Das ist natürlich ein starker Ansatz.

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Von den Medien weitgehend unbeachtet: Massenproteste in Frankreich gehen weiter | Anti-Spiegel

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13-01-20 12:23:00,

Die Situation in Frankreich spielt in den deutschen Medien nur eine untergeordnete Rolle, dabei wird das Nachbarland seit Anfang Dezember von einem Generalstreik lahmgelegt und von Massenprotesten erschüttert.

Da vor dem Hintergrund der Eskalationen im Nahen Osten auch ausländische Medien nur am Rande über die Proteste in Frankreich berichten, habe ich davon abgesehen, eine eigene Zusammenfassung der Ereignisse vom Wochenende zu schreiben. Stattdessen habe ich eine Zusammenfassung der TASS übersetzt, die die wenigen vorhandenen Meldungen gut zusammengefasst hat. Da ich kein Französisch spreche, kann ich leider nicht aus französischen Medien zitieren, die sicherlich wesentlich ausführlicher berichten, als die internationalen Nachrichtenagenturen.

Dabei ist es bemerkenswert, wie wenig die deutschen Medien über die Proteste in Frankreich berichten, seien es die Proteste der Gelbwesten, die seit über einem Jahr andauern, oder seien es die aktuellen Proteste gegen die Rentenreform. Man bekommt unweigerlich den Eindruck, dass die Medien nicht möchten, dass der deutsche Michel erkennt, dass man gegen soziale Zumutungen auch etwas tun kann.

In Frankreich richten sich die Massenproteste gegen eine Reform, die vorsieht, dass die Franzosen zukünftig erst mit 64 in Rente gehen dürfen, während die Deutschen klaglos geschluckt haben, dass sie künftig mit 67 in Rente gehen sollen. Und die französische Regierung hat schon Zugeständnisse gemacht und ist bereit, das Rentenalter stattdessen nur auf 62 Jahre zu erhöhen, was den Demonstranten aber auch nicht reicht. Man stelle sich einmal vor, der deutsche Michel wüsste, dass man gegen den sozialen Kahlschlag der Regierung etwas tun kann…

Und noch eine Anmerkung: Als in Moskau im Sommer 2019 einige tausend Menschen ein paar Wochen demonstriert haben, haben die deutschen „Qualitätsmedien“ dies zu einem Volksaufstand gegen die russische Regierung aufgeblasen. Wenn in Frankreich Hunderttausende oder gar Millionen auf die Straße gehen, ist das den „Qualitätsmedien“ kaum ein Wort wert. Und von einem Volksaufstand gegen den Neoliberalismus oder auch nur gegen die aktuelle französische Regierung schreibt erst niemand etwas. So „objektiv“ berichten die deutschen Medien.

Soweit meine Einleitung, nun zu dem – wie gewohnt – sehr sachlich formulierten Artikel der russischen Nachrichtenagentur TASS über die Ereignisse vom Wochenende.

Beginn der Übersetzung:

Die Anti-Regierungs-Demonstrationen gegen die Rentenreform haben in Frankreich am 38. Tag des Protests deutlich weniger Teilnehmer versammelt, aber gleichzeitig blieb die Anspannung hoch. Nach Angaben des französischen Innenministeriums nahmen landesweit 149.000 Menschen an den Protesten teil,

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Kein Wort in den deutschen Medien über Kriegsverbrechen der Niederlande im Irak | Anti-Spiegel

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27-12-19 07:22:00,

Die holländische Luftwaffe hat 2015 ein Dorf im Irak bombardiert und dabei bis zu 300 unschuldige Zivilisten getötet. Die Regierung versuchte, das geheim zu halten, nun ist es jedoch bekannt geworden.

Da darüber keine Meldungen in Deutschland zu finden sind, obwohl die niederländische Presse widerstrebend berichtet und es auch im dortigen Parlament Anhörungen zu dem Thema gegeben hat, werde ich die offizielle Erklärung des russischen Außenministeriums zu dem Fall übersetzen.

Beginn der Übersetzung:

Wie Sie wissen, werfen unsere westliche Partner unter anderem unserem Land, aber auch anderen Ländern, sehr häufig, ohne Beweise, verschiedenste schwere Verstöße im Nahen Osten und in Nordafrika vor, es geht unter anderem um Syrien. Uns werden „Zerstörungen von zivilen Objekten“, angebliche „Angriffe auf medizinische Einrichtungen“ und „nicht gerechtfertigte Opfer unter der Zivilbevölkerung“ vorgeworfen. Die Niederlande sind da keine Ausnahme. Auf Initiative von örtlichen offiziellen Vertretern sehen wir Dokumente in den Medien zu diesem Thema auftauchen. Am interessantesten ist: Je aktiver diese offensichtliche Dynamik bei der Entfachung des Anti-Russland-Themas ist, desto mehr Fakten tauchen auf, die auf die wahre Rolle und die wahren Interessen dieser Länder hinweisen, auch im humanitären Bereich, die das wahre Verhalten dieser Staaten und Regierungen zur Problematik der Menschenrechte und von Menschenleben selbst im Nahen Osten und Nordafrika aufzeigen.

Ich möchte ein paar Worte über einen tragischen Fall unter Beteiligung des holländischen Militärs im Irak sagen, der keine Aufmerksamkeit der internationalen Öffentlichkeit bekommen hat. Wie nach journalistischen Recherchen bekannt wurde, die von einigen Medien durchgeführt wurden, bombardierten Flugzeuge der niederländischen Luftstreitkräfte vom Typ F-16 im Juni 2015 die irakische Ortschaft Hawidscha. Einige Angaben sprechen von mehr als 70 toten Zivilisten, andere von rund 300.

Wie nun bekannt wurde, versuchte die holländische Regierung vier Jahre lang, dies zu verheimlichen. Zwei Verteidigungsminister – Jeanine Hennis-Plasschaert, die jetzt das Amt der Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs für den Irak innehat und die 2017 abgelöste Ank Bijleveld – verheimlichten den Vorfall absichtlich und bestritten später eine solche Opferzahl unter der Zivilbevölkerung während der Operationen im Irak. Sie taten dies auch gegenüber dem eigenen Parlament, dem gegenüber sie übrigens rechenschaftspflichtig sind.

Während der Debatten mit Abgeordneten griffen Verteidigungsministerin Jeanine Hennis-Plasschaert und Premier Mark Rutte zu Ausreden, dass der Staatsführung nicht über die Opferzahl berichtet wurde, weshalb dem Fall keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

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Raketentests: Für die Medien gibt es gute und schlechte Tests und manche verschweigen sie einfach | Anti-Spiegel

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15-12-19 10:38:00,

Bei kaum einen Thema kann man so deutlich sehen, wie wenig objektiv die deutschen Medien berichten: Bei Raketentests.

Wenn Nordkorea eine Rakete testet, dann ist die Aufregung in den deutschen Medien groß. Und das sogar zu Recht, denn Nordkorea ist das Testen von Raketen per UNO-Resolution verboten. Allerdings ist die Aufregung darüber in Deutschland für mich trotzdem etwas unverständlich, denn Nordkorea wird sicherlich nicht Deutschland oder Europa angreifen. Vor einigen Tagen hat Nordkorea wieder eine Rakete getestet und die mediale Reaktion war wenig überraschend.

Gleiches gilt für den Iran. Allerdings gibt es in seinem Fall keine UNO-Resolution, er darf also Raketen testen. Trotzdem sind die Reaktionen der Medien bei iranischen Raketentests nicht anders, als bei Nordkorea. Der deutsche Leser soll nie vergessen, dass der Iran der Bösewicht ist. Bei der Tagesschau begann der Artikel über den letzten Test des Iran mit dem Satz:

„Trotz internationaler Sanktionen und Spannungen gibt es aus dem Iran neue Berichte über einen Raketentest.“

Dass die „internationalen Sanktionen“ in Wirklichkeit illegale Sanktionen der USA sind, die sie einseitig nach dem Bruch des Atomabkommens durch die USA eingeführt haben, davon steht bei der Tagesschau nichts. Das Narrativ wird beim ersten deutschen Staatssender ganz im Interesse der USA gesetzt.

Auch über russische Raketentests wird immer so berichtet, dass sie furchtbar bedrohlich wirken. Kurz gesagt, wenn die Staaten, die die USA zu ihren Feinden erkoren haben, Raketen testen, dann finden die deutschen Mainstream-Medien das ganz schlimm.

Wenn es sich aber um Tests der USA handelt, wird kaum berichtet. Die USA haben am 12. Dezember eine Mittelstreckenrakete getestet, die Atomwaffen tragen kann. Solche Waffen waren nach dem INF-Vertrag verboten. Die USA haben den Vertrag im Februar gekündigt und im August ist er ausgelaufen. Und schon drei Wochen später haben die USA die erste Rakete erfolgreich getestet, die nach dem Vertrag verboten gewesen wäre. Das beweist, dass die USA diese Kündigung des INF-Vertrages lange im Voraus geplant haben. Als sie dann im Oktober 2018 angefangen haben, Russland vorzuwerfen, dass es gegen den Vertrag verstößt, dürfte ihre Rakete bereits fast fertig entwickelt gewesen sein, damit sie im August 2019 zum ersten Mal getestet werden konnte.

In Deutschland wurde über den amerikanischen Test kaum berichtet.

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Maas, Medien und die Lügen über Atombomben in Deutschland | Anti-Spiegel

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23-11-19 07:15:00,

Der deutsche Außenminister hat sich gegen den Abzug der US-Atombomben aus Deutschland ausgesprochen. Das steht im Widerspruch zu einem Bundestagsbeschluss und dem Wunsch der Mehrheit der Deutschen. Besonders haarsträubend ist jedoch seine Begründung.

Bei den US-Atombomben in Deutschland hört bei Politik und Medien der Spaß auf. Deren Abzug zu fordern, käme ihnen nie in den Sinn und bei dem Thema wird auch gerne unvollständig berichtet. Kein Thema zeigt so deutlich wie dieses, dass Deutschland nur ein besetzter Vasallenstaat, eine Kolonie der USA ist.

Diese drastische Formulierung ist nicht übertrieben, denn ein souveräner Staat könnte anderen Staaten verbieten, gegen seinen Willen Atomwaffen auf seinem Gebiet zu stationieren. Deutschland kann das jedoch nicht tun. Das ist keine böse Verschwörungstheorie von mir, denn es gibt einen Beschluss des Bundestages aus dem Jahre 2010, in dem die Bundesregierung aufgefordert wurde, sich „gegenüber den amerikanischen Verbündeten mit Nachdruck für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland einzusetzen„.

Der Beschluss gilt bis heute, nur geschehen ist das nie.

Angeblich sind Bundestagsbeschlüsse für die Bundesregierung bindend. Wenn sich Bundesaußenminister Maas nun also gegen den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland ausspricht, dann setzt er sich über einen bindenden Beschluss des Bundestages hinweg. Die USA haben sich ohnehin nie dafür interessiert, was das Parlament ihres Vasallen Deutschland da beschlossen hat. Wozu auch? Die Bundesregierung hat sich ja selbst nie daran gehalten und von den USA den Abzug gefordert.

Und genau darin liegt die Begründung für meine Formulierung, dass Deutschland ein „Vasall oder eine Kolonie der USA“ ist. Wäre Deutschland souverän und unabhängig, dann könnte es den Abzug der Atomwaffen ultimativ fordern, wozu die Regierung nach dem Bundestagsbeschluss sogar verpflichtet wäre. Nur tut die Regierung das nicht, weil sie weiß, dass die Amerikaner sie auslachen würden.

Das beste daran ist, dass die USA Deutschland auch noch dafür bezahlen lassen, dass die USA Waffen in Deutschland stationiert haben, die sie laut Bundestagsbeschluss und laut des Wunsches der Mehrheit der Deutschen längst abziehen sollten.

Es ist Aufgabe der Medien, die Menschen in Deutschland von diesen Tatsachen abzulenken, zumal die Mehrheit der Deutschen ohnehin für den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland ist. Wenn die Medien dann noch berichten würden, dass der Bundestag das schon lange verbindlich gefordert hat,

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Medien melden Zensur des Internets in Russland – Was ist da dran? | Anti-Spiegel

medien-melden-zensur-des-internets-in-russland-–-was-ist-da-dran?-|-anti-spiegel

01-11-19 05:00:00,

In der Presse wird heute berichtet, dass Russland ab 1. November das Internet massiv zensieren würde. Was ist da dran?

Zu dem Thema habe ich schon eine Einschätzung geschrieben, als das Gesetz im Mai beschlossen wurde, das heute in Kraft tritt. Da sich bisher keine neuen Fakten ergeben haben und sich auch meine Einschätzung dazu nicht geändert hat, veröffentliche ich hier den Text meines Artikel vom 5. Mai 2019 mit kleinen Ergänzungen noch einmal.

Das neue Gesetz sieht vor, dass Russland in Zukunft seinen Internet-Traffic im eigenen Land halten soll und Provider inner-russischen Internet-Traffic nicht mehr über das Ausland laufen lassen dürfen. Dazu soll eine eigene Infrastruktur mit eigenen Internetservern und Knotenpunkten geschaffen werden. Und es soll klare Regeln geben, welcher Traffic die Grenze überschreiten darf.

Die Kritiker sagen, dass Russland dann volle Kontrolle über das russische Internet haben würde und somit völlig unbehelligt zensieren und abschalten kann, was es will. Bis hin zur vollständigen Abschaltung des Internets.

Die Befürworter verweisen darauf, dass derzeit die USA das russische Internet kontrollieren und dass die Gefahr gegeben ist, dass die USA im Zuge neuer Sanktionen das russische Internet, in Russland einfach „Runet“ genannt, manipulieren, behindern oder sogar abschalten könnten. Dagegen müsse man sich schützen, denn auch Russland ist heute ein digitalisierter Staat, in dem dann die Telemedizin, die vor allem in bevölkerungsarmen Gegenden wichtig geworden ist oder auch zum Beispiel der gesamte Zahlungsverkehr in Gefahr geriete. Und das sind nur zwei Beispiele, in dem größten Flächenstaat der Erde ist das Internet sehr wichtig geworden, um Kommunikation, Verwaltung und Datenverkehr zu gewährleisten.

Man muss hierzu wissen, dass 70% des inner-russischen Internet-Traffic über Knotenpunkte in den USA laufen, die Gefahr ist also real. Eine Email von einem russischen Postfach an ein anderes russisches Postfach läuft über die USA. Das gilt übrigens auch für Deutschland. Die USA haben das Internet so aufgebaut, dass sehr viel des weltweiten Traffics über Server-Knotenpunkte in den USA läuft. Sehr praktisch gelöst, wenn man spionieren oder Daten abfangen oder manipulieren möchte.

Nur zum Vergleich: Wenn es in Deutschland morgen kein Internet und keine Email mehr gäbe, könnte ein Brief mit der Post und dem LKW immer noch in der Regel innerhalb von 24 Stunden sein Ziel erreichen. Versuchen Sie das mal über 9.000 Kilometer durch ganz Russland.

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Syrien, Medien, Völkerrecht: Wieder nur die halbe Wahrheit

syrien,-medien,-volkerrecht:-wieder-nur-die-halbe-wahrheit

29-10-19 12:39:00,

Die Empörung über die türkische Militäraktion ist berechtigt – inakzeptabel ist aber, dass nun urplötzlich jene Medien und Politiker auf das Völkerrecht pochen, die es im Zusammenhang mit Syrien seit Jahren mutmaßlich brechen. Von Tobias Riegel.

Der Einmarsch der Türkei in Nordsyrien widerspricht dem Völkerrecht. Auf diese offensichtliche und zutreffende Tatsache können sich aktuell fast alle westlichen Kommentatoren in Politik sowie in großen und kleinen Medien einigen.

Die Verzerrung und die Heuchelei beginnen da, wo dieser klare Bruch des Völkerrechts durch die türkische Armee skandalisiert wird, aber nicht erklärt wird, welche Politik eine Situation geschaffen hat, die diesen Bruch erst möglich gemacht hat: Es war der auch durch NATO-Staaten und Verbündete seit 2011 betriebene Umsturzversuch gegen die Regierung Syriens aus geopolitischen Motiven. Ohne die vorherige Zerrüttung des syrischen Staatsgebiets und des damit einhergehenden permanenten Bruchs des Völkerrechts wäre die aktuelle türkische Invasion kaum vorstellbar. Durch das Verschweigen der eigenen destruktiven Rolle im Zusammenhang mit dem „Bürgerkrieg“ gegen die Regierung in Syrien liefern zahlreiche Journalisten und Politiker aktuell und einmal mehr nur die halbe Wahrheit zum Syrienkonflikt.

Westlicher Bruch des Völkerrechts: „Haltet den Dieb!“

Angesichts des jahrelangen mutmaßlichen Bruchs des Völkerrechts in Syrien durch westliche Staaten oder deren Verbündete erscheint die urplötzliche Empörung über den aktuellen Bruch des Völkerrechts durch die Türkei also heuchlerisch: So bietet zwar die Vertreibung der Kurden isoliert betrachtet gut begründeten Anlass für Empörung. Dass diese Empörung aber gerade von jenen Akteuren artikuliert wird, die mutmaßlich zentralen Anteil an einer Entwicklung haben, die die türkische Invasion überhaupt erst möglich gemacht hat, das ist aufreizend. Es ist ein klassischer Fall des Vorgehens: „Haltet den Dieb!“

Doch es gibt kaum Stimmen, die diese Distanzierung von den eigenen Taten (nämlich der jahrelangen politisch-medialen Absicherung eines „Bürgerkriegs“ gegen die syrische Regierung) feststellen oder anprangern. Einmal mehr sind die Bürger Ziel eines politisch-medialen Gemeinschaftswerks: Das aktuell gegebene Schauspiel mit dem Namen „Besorgnis um das Völkerrecht“ wäre nicht durchzuhalten, wenn es etwa ein großes Medium gäbe, das aus der Linie ausscheren würde und dieser Tage auf den mutmaßlichen Bruch des Völkerrechts durch den Westen in Syrien hinweisen würde, der dem türkischen Einmarsch vorangegangen ist.

„Despoten wie Putin ignorieren das Völkerrecht“

Doch das Gegenteil ist der Fall – liest man dieser Tage große deutsche Medien und hört deutsche Regierungspolitiker,

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Kein Wort in deutschen Medien: US-Spione wurden in Russland erwischt | Anti-Spiegel

kein-wort-in-deutschen-medien:-us-spione-wurden-in-russland-erwischt-|-anti-spiegel

20-10-19 09:33:00,

Am 14. Oktober ereignete sich ein Spionagevorfall in Russland, der es nicht in die deutschen Medien geschafft hat. Anstatt die US-Spione, die als Diplomaten bei der US-Botschaft tätig sind, auszuweisen, reagierte Russland jedoch mit Spott.

Die Sprecherin der US-Botschaft in Russland hat sich beschwert, dass drei US-Diplomaten in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt worden sind. Eine Vorlage, die von einigen US-Medien natürlich als Unterfütterung der anti-russischen Hysterie genutzt wurde. In Deutschland haben die Medien diese Geschichte bisher nicht aufgegriffen, zumindest habe ich keine Berichte darüber gefunden.

Die US-Botschaft hat dabei verschwiegen, dass ihre Diplomaten gegen eine Regel verstoßen haben, die für russische Diplomaten in den USA genauso gilt, wie für US-Diplomaten in Russland – und zwar auf ausdrücklichen Wunsch der USA. Die US-Spione haben versucht, sich gesperrten militärischen Einrichtungen zu nähern, darunter auch dem Testgelände, auf dem es im Sommer eine Explosion gegeben hat, die für Schlagzeilen gesorgt hat. Da in Deutschland nicht über den Spionageversuch der USA berichtet wurde, habe ich sowohl den Bericht des russischen Fernsehens, als auch die offizielle Erklärung des russischen Außenministeriums über den Vorfall übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Am 14. Oktober wurden drei amerikanische Spione aus einem Zug in der Region Archangelsk in der Nähe des geheimen Testgeländes der russischen Marine bei dem Dorf Nenoxa geholt. Sie alle sind angeblich ehemalige Marines und jetzt hochrangige Offiziere und Mitarbeiter des Militärattachés der US-Botschaft in Moskau. Da ein Diplomat, der in einer für ihn verbotenen Zone aufgetaucht ist, kein Diplomat mehr ist, sondern ein Spion, werden wir diese Amerikaner auch so nennen. Alle drei waren als Einheimische verkleidet, als Pilzsammler, Touristen oder einfach nur unauffällige Zugpassagiere: auf jeden Fall war das Ziel, mit der Menge zu verschmelzen.

Bei dem geheimen Testgelände handelt es sich um das, auf dem es im letzten Sommer eine Explosion gegeben hat. Damals schrieben die Amerikaner viel darüber, dass eine neue russische Hyperschallrakete getestet worden sei. Nach dem Unfall stieg die Strahlung dort wirklich kurz an, für etwa eine halbe Stunde. Für Mensch und Natur waren die Auswirkungen laut dem Katastrophenschutzministerium „unbedeutend“, aber die Amerikaner waren furchtbar aufgeregt. Dann warteten sie ein wenig und entschieden sich für eine Spionageaktion.

Die Geschichte war dann aber eher lustig, wie in dem alten,

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Medien. Mainstream. Meinungsmache? – Paul Schreyer und Mathias Bröckers bei den Buchkomplizen | KenFM.de

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17-10-19 07:53:00,

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KenFM ist auf der Frankfurter Buchmesse 2019!

Sind unsere Medien demokratisch? Wie unabhängig ist unsere „freie“ Presse? Welchen Stellenwert haben sogenannte Alternative Medien heute? Und was muss der Mainstream tun, um dem zunehmenden Vertrauensverlust entgegenzuwirken? Was sind Fake-News und wie können wir eine gesellschaftliche Spaltung überwinden?

Diese und weitere Fragen werden mit den Journalisten Paul Schreyer und Mathias Bröckers auf der Frankfurter Buchmesse diskutiert.

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Veröffentlicht am: 17. Oktober 2019

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Die Medien und Chinas „Machtdemonstration“

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02-10-19 12:59:00,

Die Berichterstattung vieler großer Medien zu China ist von Selektion und Scheuklappen geprägt. Um das Land zu verstehen, muss es anders dargestellt werden, ohne es dabei generell zu „entlasten“. Das läge auch im Interesse des „Westens“. Von Tobias Riegel.

Anlässlich des 70. Jahrestags der Staatsgründung Chinas und der Berichterstattung in den großen deutschen Medien stellen sich zahlreiche politische und moralische Fragen: zum Beispiel nach dem Spannungsverhältnis von Armutsbekämpfung und individueller Freiheit. Mit Blick auf die zum Jahrestag nochmals eskalierten Proteste in Hongkong drängen sich auch Fragen auf nach dem Verhältnis zwischen dieser individuellen Freiheit einerseits und dem wichtigen Prinzip eines staatlichen Gewaltmonopols andererseits. Zu fragen ist auch, inwieweit Länder mit höchst unterschiedlichen Entwicklungsstufen überhaupt nach „westlichen“ (Doppel-)Standards beurteilt werden können. Zu betonen ist, dass die Entwicklungs-Defizite bei der moralischen Beurteilung von Nationen einerseits berücksichtigt werden müssen, andererseits aber nicht zu einer General-Entlastung für die jeweiligen Eliten führen sollten.

Dazu kommt, dass die politisch-moralische Einordnung ganzer Nationen durch weit entfernte Redakteure sehr oft mit Heuchelei und mit politischem Sendungsbewusstsein verbunden ist. So wäre es keine Kunst, etwa die Führung Saudi Arabiens in einer Pressekampagne als das Schreckensregime darzustellen, das es ist. Da das Land aber westlicher Verbündeter ist, erscheint es in der westlichen Presse oft fortschrittlicher und irgendwie fast „demokratischer“ als westliche Konkurrenten – etwa Venezuela. Denn im Falle Saudi Arabien findet sich bei allen unleugbaren Schrecknissen oft noch der eine positive Aspekt, der das Land dann in zahlreichen Artikeln „trotz aller Schwierigkeiten“ auf einem „zaghaften Weg der Öffnung“ zeichnet – etwa eine Fahrerlaubnis für Frauen.

China in deutschen Medien: Überwachung, Militarisierung und Folklore

Solche auch positiven Aspekte gibt es in jedem Land – es ist dann eine Frage der Ideologie des jeweiligen Redakteurs, ob sie erwähnt werden oder nicht. Im Falle Chinas, eines harten politisch-wirtschaftlichen Konkurrenten zum Westen, werden sie überwiegend verschwiegen. Die Berichterstattung zum Jahrestag in China pendelte in den vergangenen Tagen – von einigen lobenswerten Ausnahmen abgesehen – zwischen den Themen Unterdrückung und Militarisierung einerseits und einer Folklore vom „Reich der Mitte“ andererseits.

Das alles andere dominierende Motiv der Berichterstattung war die aktuelle „Machtdemonstration“ Chinas durch eine Militärparade. Es ist ein Fehler, China mit diesen Scheuklappen zu betrachten – schließlich geht es nicht darum, China blind zu entlasten, sondern darum, es zu verstehen.

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Wichtige Medien wie die Süddeutsche Zeitung haben ihren Standort in Richtung Manipulation verschoben

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24-09-19 12:17:00,

Wichtige Medien wie die Süddeutsche Zeitung haben ihren Standort in Richtung Manipulation verschoben

Wichtige Medien wie die Süddeutsche Zeitung haben ihren Standort in Richtung Manipulation verschoben

Albrecht Müller

Ein Interview mit dem Herausgeber der NachDenkSeiten Albrecht Müller darüber, wie wir uns in einer Welt unentwegter Manipulationen noch orientieren können. Unmittelbarer Anstoß zum Interview war ein Streiflicht der Süddeutschen Zeitung mit dümmlich gehässigen Angriffen auf die NachDenkSeiten. Das Interview wurde am Rande des Pleisweiler Gesprächs vom 21.9.2019 geführt. Die Aufzeichnung vom Pleisweiler Gespräch mit Moshe Zuckermann stellen wir voraussichtlich am 26. September ins Netz.

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele – aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.
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Kein Wort in den deutschen Medien: Grenzstreitigkeiten eskalieren – droht ein neuer Kaukasus-Krieg? | Anti-Spiegel

kein-wort-in-den-deutschen-medien:-grenzstreitigkeiten-eskalieren-–-droht-ein-neuer-kaukasus-krieg?-|-anti-spiegel

05-09-19 11:47:00,

Es gibt Konflikte, über die die deutschen Medien nicht berichten. Und wenn sie dann eskalieren, dann tun sie ganz überrascht. Derzeit gibt es einen solchen Konflikt an der georgisch-ossetischen Grenze, über den aber in Deutschland nicht berichtet wird.

2008 gab es den fünftägigen Kaukasus-Krieg, der in den deutschen Medien immer noch als „russische Aggression“ dargestellt wird, obwohl der Untersuchungsbericht des Europarates das Gegenteil sagt.

Georgien hat eine komplizierte Vergangenheit mit den Völkern der Osseten und Abchasen, die in den Grenzgebieten zwischen Russland und Georgien leben. In der Vergangenheit wurden diese Völker von Georgien unterdrückt, verfolgt, zwangsumgesiedelt und zwangsgeorgisiert. Solange sich Georgier, Abchasen und Osseten danach aber in einem Staat, der Sowjetunion, befanden, war es dort weitgehend ruhig. Als die Sowjetunion 1991 auseinanderbrach und diese Gebiete zu Georgien gehören sollten, kam es zu blutigen Bürgerkriegen, weil die Völker nicht unter georgischer Herrschaft leben wollte.

Es kam schließlich zu einem Waffenstillstand und einer Demarkationslinie, die von GUS-Friedenstruppen gesichert wurde. Im August 2008 griff Georgien das Gebiet der Osseten erneut an und nahm Wohnviertel der Stadt Zchinvali unter Granatbeschuss, die Anzahl der Toten ist nicht endgültig geklärt. Erst 36 Stunden nach Beginn des Angriffs erreichten russische Truppen den Ort des Geschehens und warfen die Georgier zurück.

Das ist keine russische Propaganda, es steht so im Bericht des Europarates.

Danach hat Russland Achasien und Ossetien als unabhängige Staaten anerkannt, Georgien sieht diese Gebiete immer noch als Teil seines Territoriums.

Das war eine kurze Zusammenfassung der Vorgeschichte, ausführliche Details und alle Quellen finden Sie hier.

Seit dem 23. August finden sich in den Nachrichtenagenturen Meldungen, dass sich die Lage an der Grenze zwischen Ossetien und Georgien wieder zuspitzt. Der Streit dreht sich um an der Grenze gebaute Kontrollposten der Georgier, von denen die Osseten behaupten, sie stünden auf ossetischem Gebiet. Der Ton wird rauer und auch eine ossetische Drohne wurde bereits von den Georgiern abgeschossen.

Ich verfolge den Konflikt bisher nur am Rande, aber er kann sich jederzeit – so wie 2008 – schnell wieder zu einem vollwertigen Krieg entwickeln. Logisch, dass die deutschen Medien dann erneut von einer „russischen Aggression“ sprechen werden und der deutsche Leser, der von der derzeit eskalierenden Vorgeschichte nichts hört, völlig überrascht sein wird.

Als wäre die Lage nicht ohnehin schon kompliziert und explosiv genug,

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Was die Medien sonst noch verschweigen: Journalisten streiken für bessere Arbeitsbedingungen | Anti-Spiegel

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20-08-19 07:56:00,

Wir lesen in den Medien immer wieder über Arbeitskämpfe und Streiks. Aber ist Ihnen aufgefallen, dass die Journalisten anscheinend nie streiken? Das stimmt natürlich nicht, das Problem ist, dass die Medien bei diesen Arbeitskämpfen die Arbeitgeber sind und deshalb berichten sie einfach nicht darüber. Also tue ich es.

Heute habe ich im Spiegel einen Artikel gefunden, der sich mit einem Phänomen bei WDR beschäftigt hat. Beim Morgenmagazin ging plötzlich während der Sendung das Licht aus:

„Als „Tagesschau“-Sprecher Jan Hofer nach den 8.30-Uhr-Nachrichten ins WDR-Studio nach Köln schaltete, saß das „Morgenmagazin“-Moderatorenteam Anna Planken und Sven Lorig plötzlich im Dunkeln. „Sie dürfen sich nicht wundern, aber in Köln wird wieder gestreikt“, klärte Lorig die Zuschauer auf. Und Planken fügte hinzu: „Und deswegen zeigen wir Ihnen jetzt eine aufgezeichnete halbe Stunde.““

Was man beim Spiegel nicht lesen konnte war, dass das ein geschickter Trick der Streikenden war, um überhaupt einmal in den Medien erwähnt zu werden. Eine Live-Sendung zu stören, lässt sich nur schwer verheimlichen, also gibt es dazu hier und da kurze und sachliche Artikel. Ansonsten berichten die Medien aber nicht über ihren eigenen Arbeitskampf.

Und das liegt sicher nicht daran, dass die Journalisten nicht berichten wollen, sondern daran, dass ihre Arbeitgeber diese Artikel nicht veröffentlicht sehen wollen. In der Medienbranche herrscht schon lange eine schwere Krise. Die Auflagen der Print-Medien gehen zurück und sind auf dem historisch niedrigsten Stand der Geschichte. Es gab schon in so ziemlich allen Redaktionen eine oder mehrere Kündigungswellen.

In der Folge wächst der Druck auf die verbliebenen Journalisten. Sie müssen das schreiben, was die Chefredakteure und die Medienunternehmen sehen wollen. Wer zu kritisch ist, der muss befürchten, seinen Job zu verlieren. Und als arbeitsloser Journalist hat man ein echtes Problem, denn einen neuen Job zu finden ist fast aussichtslos. Man muss dann als „freier Journalist“ hoffen, dass einem irgendjemand ab und zu mal einen Artikel abkauft. Und auch dabei gilt natürlich: Was nicht in die gewünschte Linie passt, wird von keiner Redaktion gekauft und erst recht nicht veröffentlicht.

Wie schwer es ist, als freier Journalist auch nur seine Rechnungen zu bezahlen, weiß ich aus eigener Erfahrung. Man hat die Wahl, von der Hand in den Mund zu leben (wenn überhaupt), oder man verkauft seine Freiheit und schreibt,

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Der Jemenkrieg und die Medien

der-jemenkrieg-und-die-medien

16-08-19 09:38:00,

  1. Der Jemenkrieg und die Medien

  2. Literaturverzeichnis


  3. Auf einer Seite lesen

Zur Darstellung des Völkermords in deutschsprachigen Online-Medien

Einige der in den deutschsprachigen Online-Mainstream-Medien häufig gebrauchten Formulierungen sind zwar faktisch nicht falsch, haben jedoch Implikationen, die für den Jemenkrieg nicht angemessen sind: Sie lassen wichtige Aspekte ungesagt.

Dafür, dass es sich bei dem Krieg, der seit 2015 im Jemen herrscht, laut den UN um die “größte humanitäre Krise der Welt”1 handelt, ist dessen Präsenz in den Medien eher gering. Ausgehend von diesem Eindruck, wonach die Berichterstattung über den Konflikt weder quantitativ zufriedenstellend noch inhaltlich adäquat ist, soll hier die Frage gestellt werden: Wie voreingenommen bzw. wie neutral ist die Verbreitung von Informationen über den Jemenkrieg in den deutschsprachigen Mainstream-Online-Medien?

Dazu wäre natürlich eine größere empirische Untersuchung notwendig, die im Rahmen dieses Beitrags nur ansatzweise möglich ist. Im Folgenden liegt mein Fokus auf der Wortwahl, dem Sprachgebrauch – und welche Einstellungen dieser impliziert. Der Rahmen dieses Beitrags ist ein recht enger: Untersucht wurden 10 Onlinemedien mit insgesamt 27 Einzelbeiträgen. Entsprechend der wachsenden Bedeutung der Online-Medien liegt mein Schwerpunkt auf Informationen, die im Internet zu finden sind. Mein besonderes Augenmerk gilt den Standard-Formulierungen, nach denen die Huthis als “vom Iran unterstützte” “Rebellen” gelten, wohingegen die “Regierung” als eine “international anerkannten Regierung” tituliert wird. Auch das Narrativ “Sunni gegen Schia” findet sich in der Hälfte der Hauptmedien. Diese in den deutschsprachigen Online-Mainstream-Medien häufig gebrauchten Formulierungen sind zwar faktisch nicht falsch, haben jedoch Implikationen, die für den Jemenkrieg nicht angemessen sind: Sie lassen wichtige Aspekte ungesagt.

1 Die Darstellung des Kriegs in den Mainstream-Online-Medien

Untersucht wurden von mir (im Folgenden kurz bezeichnet als: die Hauptmedien): Die Online-Portale von ARTE, Das Erste, der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), dem Standard aus Österreich, dem SPIEGEL, der Süddeutschen Zeitung (SZ), der Tageszeitung (taz), der Welt, dem ZDF und der Zeit. Von jedem dieser Online-Nachrichtendienste wurden mehrere Berichte zum Thema analysiert, insgesamt 27 Beiträge, davon 18 Textbeiträge, 7 Videos und 2 Podcasts2.

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Deutsche Medien melden, Russland wolle Demonstranten das Sorgerecht entziehen | Anti-Spiegel

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09-08-19 09:06:00,

In den deutschen Medien kann man immer wieder von einem Ehepaar lesen, dem nach Teilnahme an den Demonstrationen in Moskau die Erziehungsberechtigung für ihren kleinen Sohn entzogen werden soll. Was sind die Hintergründe?

Ich habe schon am Rande über den Fall berichtet. Bei den Protesten am 3. August gab es einen Einheizer, der die nicht genehmigte Demonstration angeführt und geleitet hat. Als dann die Polizei einschritt und die Demonstration auflösen wollte, übergab ihm jemand einen Säugling und getarnt als „zufällig spazierender Vater“ entging er der Polizei. Es klingt unglaublich, dass jemand erst eine Demonstration eskaliert, es hätte ja auch gewalttätiger enden können, und dass jemand seinen Säugling da mit hin nimmt, um ihn dann den Einheizer zu als Tarnung zu übergeben. Das muss natürlich russische Propaganda sein, auf so etwas kommen normale Menschen doch nicht.

Jedoch stimmt die Sache tatsächlich. Ausgerechnet der Spiegel hat ein Video verlinkt, dass die Geschichte zeigt. Man muss kein Russisch verstehen, die Bilder sprechen für sich: Zuerst heizt der Mann die Protestler ein, man sieht sogar, dass die Familie mit dem Kleinkind ebenfalls an der Protesten teilnimmt und ganz in seiner Nähe bleibt, um ihm dann im richtigen Moment das Kleinkind zu übergeben, damit er sich unentdeckt aus dem Staub machen kann.

Кто и как направляет протесты в Москве?


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Nun ermitteln die Behörden wegen Gefährdung des Kindes und Vernachlässigung der elterlichen Fürsorgepflicht und im schlimmsten Fall kann das zum Entzug des Sorgerechts führen.

Der Einheizer heißt Sergej Fomin und die Eltern geben an, er sei ein Jugendfreund des Mannes und ein Cousin der Mutter. Fomin war zur Fahndung ausgeschrieben und hat sich mittlerweile der Polizei gestellt. In dem erwähnten Spiegel-Artikel kann man lesen:

„Moskaus Opposition ist von den Wahlen zum Stadtparlament im September ausgeschlossen worden. Das empört viele Wähler, darunter auch Artemijs Eltern Dmitrij und Olga sowie seinen Onkel Sergej Fomin, der für eine Oppositionskandidatin Unterschriften gesammelt hat. Sie demonstrieren, obwohl die Stadtregierung keine Kundgebung erlaubt hat.“

Nun ist das natürlich, wie beim Spiegel bei dem Thema üblich, alles so nicht wahr. Nicht die Opposition ist von den Wahlen ausgeschlossen, sondern drei Kandidaten der Opposition, die Details finden Sie hier.

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Die Medien spielen Krieg

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09-08-19 08:57:00,

Es ist kurz vor vier Uhr morgens. Graue Leopard-Panzer mit Bundeswehr-Kreuz rattern in die Angriffsstellungen vor einem polnischen Dorf. Ihre Aufgabe — das Dorf „zurückzuerobern“. „Und wenn es niemand offen ausspricht“, sagt die Off-Stimme, es geht um die „Abschreckung Russlands“. Es ist Donnerstagabend, 22 Uhr in der Realwelt. Das Zweite Deutsche Fernsehen zeigt den Film „Alte Bündnisse — neue Bedrohungen“. Kurz davor hat Claus Kleber im heute journal erklärt, Russland habe den INF-Vertrag gebrochen und bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes habe die Rote Armee dem deutschen Gemetzel „vom anderen Ufer der Weichsel“ tatenlos zugeschaut. Die Amerikaner und die Briten dagegen seien nur zu weit entfernt gewesen.

„Ich werfe keine Bomben, ich mache Filme“ — so hat einmal der große Rebell des deutschen Films Rainer Werner Fassbinder die Wirkung seiner Werke beschrieben. Das kann im Prinzip auf andere, profanere publizistische Genres übertragen werden. Ihren Produkten fehlt zwar die künstlerische Wucht und die revolutionäre Bildsprache einer „Sehnsucht der Veronika Voss“. Doch der stete mediale Tropfen entfaltet auf Dauer eine nicht geringere Sprengkraft. Allein schon durch die Masse und die Omnipräsenz. Insbesondere wenn kein Gegengewicht, kein Kontrapunkt, kein Perspektivwechsel gegeben ist.

Der Rote Platz. Eine Fallschirmjägerformation marschiert im Gleichschritt auf dem Bildschirm über das Steinpflaster, Marschmusik bläst, Putin schaut von der Gästetribüne zu, Xi Jinping an seiner Seite. „Russland beansprucht Territorium“, erläutert Peter Tauber, CDU, den Zusammenhang. „Und erstmals seit dem 2. Weltkrieg nimmt sich ein Land dieses Territorium mit Waffengewalt“. „Es gibt definitiv eine Bedrohung, die von Russland ausgeht“ — pflichtet ihm Obamas Sicherheitsberaterin Julianne Smith bei.

Niemand widerspricht. Niemand fragt, was das für eine „Waffengewalt“ ist, wenn kein Schuss fällt und die Bevölkerung mit den „Besatzern“ unbekümmert Selfies macht. Keiner bohrt bei Claus Kleber nach, warum etwa die NATO das russische Inspektionsangebot der kritischen Rakete vor Ort ausgeschlagen hat und was es mit der langen Reihe der jüngsten US-Waffensysteme auf sich hat, die aus russischer Sicht gegen den Vertrag verstoßen. Auch die Tragik des Warschauer Aufstandes und seiner grausamen Niederlage bleibt der zynischen Untätigkeit der Roten Armee angeheftet. Dabei ist historisch dokumentiert, dass die Aufständischen der Armia Krajowa einen gemeinsamen Waffengang mit der Roten Armee, der an ihrer Seite kämpfenden Wojsko Polskie und den Partisanen der Armia Ludowa von Anfang an ausgeschlossen hatten.

Als die Stoßspitzen der Roten Armee die Weichsel nach einem beispiellosen Vormarsch über 500 Kilometer in 5 Wochen erreicht hatten,

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Kein Wort in den deutschen Medien: UNO und OSZE kritisieren neue, rassistische Gesetze in der Ukraine | Anti-Spiegel

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20-07-19 05:35:00,

In der Ukraine wurde unbeachtet von deutschen und westlichen Medien ein nationalistisches, rassistisches, diskriminierendes und auch völkerrechtswidriges Sprachengesetz und ein eben solches Bildungsgesetz erlassen.

Ich habe über das neue Sprachengesetz der Ukraine immer wieder berichtet. Der Streit um die Sprachen in der Ukraine war der Zündfunke für die Krim-Krise 2014 und auch den Krieg im Osten der Ukraine.

Nach dem Putsch vom Maidan hat die neue Regierung als erstes nicht etwa Maßnahmen erlassen, die die Ordnung im Lande wiederhergestellt hätten, vielmehr hat sie schon am Tag nach dem Putsch, am 23. Februar 2014, ein Gesetz verabschiedet, das anderen Sprachen als Ukrainisch als Amtssprachen verboten hat. Und das in einem Land, in dem über 50% der Menschen eine andere Muttersprache haben, als Ukrainisch. Die größte Volksgruppe im Land sind neben den Ukrainern die Russen, aber es gibt auch polnische, ungarische, rumänische und andere Minderheiten.

Das Gesetz trat damals zwar dann nicht in Kraft, aber der Schaden war angerichtet, die Krim wollte aus der Ukraine heraus und im russischsprachigen Osten des Landes kam es zu Aufständen. Ich habe in meinem Buch über die Ukraine-Krise 2014 die Ereignisse dieser Tage ausführlich behandelt, Sie können den Teil hier als Leseprobe kennen lernen.

Als nun in diesem Jahr absehbar wurde, dass die Mehrheiten im Land sich verschoben haben, dass der Nationalist Poroschenko abgewählt wird und dass sich auch die Mehrheiten im Parlament verändern werden, da wurde im letzten Moment doch noch ein Sprachengesetz erlassen, das am 16. Juli in Kraft getreten ist. Von nun an ist es in der Ukraine bei Strafe verboten, wenn ein russischsprachiger Arzt mit seinem russischsprachigen Patienten Russisch spricht. Gleiches gilt auch für die anderen Minderheiten. Es wird „Sprach-Inspektoren“ geben, die ohne Durchsuchungsbefehl Unterlagen einsehen dürfen, um zu prüfen, ob auch ja keine Korrespondenz mehr in einer anderen Sprache als Ukrainisch geführt wird.

Das ist ein Gesetz, das gegen alle Internationalen Regeln zum Minderheitenschutz verstößt, aber die westliche Presse verliert darüber kein Wort. Und das obwohl, sowohl die UNO, als auch die OSZE das Gesetz deutlich kritisiert haben.

Die stellvertretende UNO-Generalsekretärin DiCarlo sagte:

„Obwohl viele Streitrfagen reguliert wurden, ruft das Gesetz immer noch Besorgnis hervor. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte empfiehlt der ukrainischen Regierung,

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Wie Medien Falsches berichten, weil es ins Narrativ past

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16-07-19 11:01:00,

Die gefundene Rakete. Bild: poliziadistato.it

Gestern nahm die italienische Polizei drei Rechtsextreme fest, die eine Rakete und ein Waffenlager in Besitz hatten. Sie hatten in der Ukraine gegen die Separatisten gekämpft. Viele Medien machten daraus “pro-russische” Kämpfer

Kurz vor dem Jahrestag des Abschusses der malaysischen Passagiermaschine MH17 zirkuliert eine Meldung durch die Medien, die deutlich macht, wie der Blick der Medien und Journalisten im westlichen antirussischen Narrativ gefangen ist. Sie lässt auch erkennen, wie konform Medien berichten, die Meldungen von Nachrichtenagenturen verbreiten.

Gestern wurde bekannt, dass die italienische Polizei unter der Leitung der Staatsanwaltschaft von Turin in einer Operation gegen Rechtsextreme Razzien in Mailand, Varese, Pavia, Novara und Forlì ausgeführt hat. Es wurden drei Männer festgenommen, ein Schweizer und zwei Italiener. Der frühere Zollinspektor Fabio Del Bergiolo war Mitglied der rechtsextremen Forza Nova. Gefunden wurde bei den drei Männern ein großes Waffenlager und eine funktionsfähige Luft-Luft-Rakete des Typs Matra, die in Katar gekauft wurde und vermutlich weiterverkauft werden sollte.

Bild: poliziadistato.it

Die Antiterror-Abteilung DIGOS in Turin hat seit einem Jahr die Rechtsextremen überwacht und abgehört, nachdem diese an Kämpfen in der Ukraine gegen die Separatisten teilgenommen haben. Dort kämpfen bekanntlich in rechtsnationalistischen und faschistischen Milizen – am bekanntesten ist das Azow-Bataillon – auf der Seite der ukrainischen Armee. Das Azow-Bataillon zog kampfwillige Rechtsextreme aus vielen anderen Ländern an, darunter auch aus Deutschland oder aus Russland.

Hier konnten die Rechtsextremen an Waffen gelangen sowie den Umgang mit Waffen aller Art im Kampfeinsatz trainieren. So wurde die Ukraine auch zum Trainingslager für gewaltbereite Rechtsextremisten, die wie im Fall der Festgenommenen auch im Waffenhandel tätig sind. Neben der Rakete fanden die Polizisten 9 Sturmgewehre, eine Maschinenpistole, 7 Pistolen, 3 Schrotflinten, 20 Bajonette, fast tausend Patronen und viele Waffenteile. Beschlagnahmt wurden auch zahlreiche Nazi-Symbole.

Zurechtgebogene Weltsicht

Interessant ist bei der Meldung, darauf machte mich ein Leser aufmerksam, dass in vielen Medien die Rede davon war, dass die Rechtsextremen auf der Seite der Separatisten gekämpft hatten. So lautet die Unterzeile des Berichts im Tagesspiegel: “Die Razzien richteten sich gegen mutmaßliche pro-russische Ukraine-Kämpfer.” Bei n-tv gibt es eine kleine Abwandlung: “Die Verdächtigen sollen pro-russische Ukraine-Kämpfer gewesen sein.” In der Mitteilung der Polizei steht allerdings ausdrücklich,

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Medien in Frankreich: Größter Vertrauensverlust seit Jahren

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26-06-19 03:55:00,

Glaubwürdigkeit und die Wahrnehmung der Unabhängigkeit der Journalisten sind ganz unten angelangt

Ausgerechnet in dem Land, das so viel mit seiner aufklärerischen Tradition wirbt und dessen Regierung eine große Debatte bemühte, sind die Medien mit einer bislang ungekannten Dimension des Vertrauensverlusts konfrontiert. Eine kürzlich erschienene Reuters-Studie bestätigte die Misere: “The biggest fall in trust in years”, wird über Frankreich berichtet.

Der Studie, die auch danach fragte, wie es um die Bereitschaft steht, für Online-Nachrichten Geld locker zu machen (Journalismusdämmerung? Für Online-Nachrichten will kaum jemand zahlen), war im Januar ein Stimmungsbarometer vorausgegangen, das in der Medienwelt einen Ruf hat, und das zum gleichen Befund kam: “Die Glaubwürdigkeit, die unterschiedlichen Informationsträgern zugestanden wird, und die Wahrnehmung der Unabhängigkeit der Journalisten sind ganz unten angelangt.” (Frankreich: Vertrauen in Medien am Tiefpunkt).

Die Pointe, wenn man dies so nennen will, des Medienbarometers war, dass gleichzeitig ein Anstieg der Nachfrage nach News und Informationen festgestellt wurde. Anfang des Jahres dominierten die Proteste der Gelbwesten die Nachrichtenlage im Nachbarland. So fiel auch bei der Kantar-Umfrage auf, dass lediglich ein Drittel der Befragten zufrieden mit der Medienberichterstattung zu den Gelbwesten war. Genau diesen Aspekt betont auch die Reuters-Studie.

Die Libération veröffentlicht dazu heute einen Nachschlag in ihrer Kolumne CheckNews, die sich “Entgiftung” (Désintox) von Nachrichten als Zweck ausgesucht hat. Die Frage lautet heute: Ist das Vertrauen der Franzosen in ihre Medien auf ihrem Tiefstand?. Die Antwort bleibt unverändert: “Ja”.

Nur 24 Prozent der Französinnen und Franzosen gaben an, dass sie den Medien trauen. Das sei der tiefste Stand, den Reuters jemals ermittelt habe. Allerdings fragt die Studie erst seit 2015 nach dem Vertrauen und schon damals war es eine Minderheit – nämlich 38 %. Damit war aber der Kredit doch deutlich höher als bei den Mediennutzern im Jahr 2019. Die Désintox-Kolumne erwähnt ebenfalls das Ergebnis der Kantarstudie und spricht von einer beachtenswerten Erosion zwischen 2018 und 2019: eine Abnahme des Vertrauens seither von 11 Prozentpunkten bei Reuters und im Durchschnitt von 6 Prozentpunkten beim Medienbarometer.

Die Berichterstattung über die Gelbwesten – Medien in einer “Übergangsphase”

Begründet wird das besonders schlechte Abschneiden Frankreichs gegenüber den anderen Ländern, inklusive Deutschland, in der Reuters-Umfrage mit der Berichterstattung über die Gelbwesten (Gilets jaunes).

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Medien melden “neue Beweise” gegen Iran, dabei sind es die alten “Beweise”, nur diesmal in Farbe | Anti-Spiegel

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18-06-19 12:34:00,

Im Iran-Konflikt berichten die Medien heute über angebliche neue US-Beweise gegen den Iran. Abgesehen davon, dass es keine neuen Beweise sind, lassen die Medien dabei auch noch ein kleines, aber sehr interessantes Detail weg.

Am Montagabend hat die russische Nachrichtenagentur TASS eine Meldung gebracht, die diese neuen Beweise angekündigt hat. Die TASS berief sich dabei auf den US-Sender NBC. Und tatsächlich hat die TASS, wie sie es immer tut, die Originalquelle korrekt zitiert. NBC kündigte neue US-Beweise an und dabei war ein Detail interessant.

Zur Erinnerung: Die bisher vorgelegten „Beweise“ der USA bestanden aus einem unscharfen schwarz-weiß Video, das von Centcom, also vom US-Militär, veröffentlicht wurde und angeblich von einem Überwachungsflugzeug der USA stammte.

Also müsste man glauben, dass das US-Militär, bzw. das Pentagon, sicher sind, dass es der Iran war. Bei NBC klingt das gleich im ersten Absatz plötzlich anders:

„Außenminister Mike Pompeo plant, sich mit den für die amerikanischen Truppen im Nahen Osten verantwortlichen US-Befehlshabern zu treffen, nachdem er versprochen hat, mehr Beweise dafür zu liefern, dass der Iran hinter den Angriffen auf zwei Tanker in der letzten Woche steckt, sagte das Außenministerium am Montag.“

Es gibt Journalisten wie mich, die seit langen darauf hinweisen, dass die Falken um Pompeo und Sicherheitsberater Bolton versuchen, Trump in einen neuen Krieg zu treiben. Und diese Meldung von NBC bestätigt das zwischen den Zeilen. Denn wieso muss das Außenministerium dem Militär, das vor Ort ist und angeblich das Beweisvideo aufgenommen hat, neue Informationen geben? Und woher hat das Außenministerium die überhaupt? Die CIA oder das Militär können solche „Beweise“ durch ihre Überwachungsmaßnahmen gefilmt haben, aber doch keine Diplomaten des Außenministeriums.

Trotzdem will nun das Außenministerium dem Militär neue Beweise vorlegen. Das wirft spontan auch Fragen danach auf, ob die „bisherigen“ Beweise“ tatsächlich vom Militär kommen, oder ob sie dem Centcom von der Politik übergeben wurden, damit es sie veröffentlicht.

Die deutschen Mainstream-Medien interessieren sich jedoch nicht für solche Feinheiten.

Pompeo flog nach Florida und danach wurden die „neuen Beweise“ veröffentlicht. Zunächst sei gesagt, dass es sich nicht um neue Beweise handelt, sondern nur um eine neue Version des alten Videos, diesmal in Farbe. Zu sehen ist darauf freilich nicht mehr, als auf der schon bekannten schwarz-weißen Version.

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Dürfen wir den Medien vertrauen?

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17-06-19 06:53:00,

Christian Müller

Christian Müller / 17. Jun 2019 –

Nicht nur Polen und die Ukraine versuchen, die eigene Geschichte umzuschreiben. Auch Schweizer Medien tun es.

Als Journalist und ehemaliger Medien-Manager und -Consultant kann ich es noch immer nicht lassen, nach mehrwöchigem Auslandaufenthalt die zwischenzeitlich eingetrudelten abonnierten (gedruckten) Zeitungen nachzulesen. Viel Zeitaufwand, aber eben, ich kann’s nicht ändern. Professionelle Neugier halt.

Manchmal lohnt es sich sogar, einiges nachzulesen. Am 1. Juni schrieb in der «Schweiz am Wochenende» von CH Media deren publizistischer Leiter aus dem Hause NZZ, Pascal Hollenstein, es gebe gute Nachrichten: Zum ersten Mal seit vielen Jahren habe das Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in die Medien wieder zugenommen. In seinem Kommentar wörtlich: «Das sind gute Nachrichten, und man möchte all jenen danken, welche – auch dieser Zeitung – tagtäglich ihr Vertrauen schenken. Wichtiger aber ist: Die Umfragen belegen, dass sich Lernfähigkeit auszahlt. Im Gefolge der Vertrauenskrise haben viele Medienhäuser Faktentreue und Unvoreingenommenheit gestärkt und mehr Energie darauf verwendet, ihre Arbeit zu erklären.»

Das war, wie erwähnt, am 1. Juni. Nur vier Tage später, am 5. Juni, schrieb Patrik Müller, seines Zeichens Chefredaktor der CH Media Zeitungen und Pascal Hollenstein direkt unterstellt, in einem mehr als halbseitigen Leitartikel wörtlich: «Heute und morgen werden wir wieder schöne Reden hören, denn gefeiert wird die Landung der alliierten Truppen in der Normandie vor 75 Jahren – der Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg, der zur Befreiung Europas von Hitlers Nazi-Terror führte.» Und tags darauf, am 6. Juni, wurde in der gleichen, von Patrik Müller verantworteten Zeitung, dem gleichen Ereignis, dem sogenannten D-Day, eine Doppelseite gewidmet. Headline: «Heute vor 75 Jahren begann die Befreiung Europas von den Nazis.» Beide Aussagen sind, mit Verlaub, barer Unsinn – oder in Neudeutsch: Fake News. Unklar ist nur, ob sie auf mangelnder Allgemeinbildung der schreibenden Journalisten beruhen oder eine gewollte Fehlinformation zur politischen Meinungsbildung waren.

Die Tatsachen: Hitler hat den Krieg militärisch in Russland verloren. In der Schlacht um Stalingrad im Spätherbst 1942/Anfang 1943 wurden 330’000 Soldaten der deutschen Wehrmacht von der Roten Armee eingekesselt und kamen nicht mehr weiter. Die Schlacht forderte um die 700’000 Tote, die meisten auf Seite der Roten Armee, aber sie war das abrupte Ende des deutschen Vormarsches in Russland.

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Was die Medien im Konflikt zwischen den USA und Iran übersehen

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31-05-19 04:11:00,

Popeo, Bolton & Co wollen im Iran schon lange erklärtermassen einen «Regime Change»


Andrew Lee Butters / 31. Mai 2019 –

Iran hielt sich ans Atomabkommen – doch die USA führten Sanktionen fort. Iran soll keine Waffen verkaufen – doch die USA dürfen.

Red. Andrew Lee Butters war Bürochef in Beirut und Korrespondent für den Mittleren Osten für das Magazin «Time». Heute lehrt er Journalismus an der Yale University. Folgender Artikel von ihm erschien in der «New York Times».

Die Weichen für einen weiteren Krieg am Persischen Golf sind gestellt. Mitte Mai zog die Trump-Administration nicht zwingend nötiges Personal in US-Botschaften und -konsulaten im Irak zurück und verschob B-52-Bomber und Patriot-Raketen auf US-Basen in die Region, um sich auf einen angeblich drohenden iranischen Konflikt vorzubereiten. US-Beamte schlugen als militärische Optionen gegen den Iran vor, 120’000 Soldaten einzusetzen und mit Cyberangriffen das Stromnetz des Landes lahmzulegen. Gleichzeitig traten Hardliner gegen den Iran in den Medien auf.

Weshalb die USA plötzlich auf Kriegsfuss mit dem Iran stehen, ist jedoch nur schwierig nachzuvollziehen. Irritierend ist die hysterische Art und Weise, wie die US-Presse die Beziehungen der USA mit dem Iran darstellt. Da hilft es wenig, wenn Präsident Trump erklärt, er wolle keinen Krieg mit dem Iran, sofern das Land die USA atomar nicht bedrohe.

Ich war vor ungefähr einem Jahrzehnt Nahost-Korrespondent des Magazins Time. Es ist in den USA schwierig, über den Iran zu berichten. Wenn Journalisten im Iran ins Gefängnis gesteckt werden, wird darüber berichtet. Doch wenn das Land von Katastrophen heimgesucht wird oder wenn der humanitäre Preis für die Sanktionen steigt, die gegen Iran verhängt wurden, dann gibt es so gut wie keine westlichen Medienvertreter, die sich im Iran befinden und die Einzelschicksale hinter den tragischen Schlagzeilen beleuchten würden. Als kürzlich Überschwemmungen dutzende Menschenleben forderten oder als Passagierflugzeuge abstürzten, weil keine Ersatzteile mehr erhältlich sind, dann wird darüber kaum berichtet.

Medien als Wegbereiter einer Konfrontation

Aufgrund der fehlenden Empathie in der medialen Darstellung des Iran hat sich eine Eigendynamik in der Berichterstattung entwickelt, eine Art paranoide Heisshungerattacke. Diese hilft den Anti-Iran Hardlinern in der Trump-Regierung, wie etwa John Bolton, dem Nationalen Sicherheitsberater, Schwung für eine Konfrontation aufzubauen. Sollte es also zu einem Krieg mit dem Iran kommen,

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