Medien melden “neue Beweise” gegen Iran, dabei sind es die alten “Beweise”, nur diesmal in Farbe | Anti-Spiegel

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18-06-19 12:34:00,

Im Iran-Konflikt berichten die Medien heute über angebliche neue US-Beweise gegen den Iran. Abgesehen davon, dass es keine neuen Beweise sind, lassen die Medien dabei auch noch ein kleines, aber sehr interessantes Detail weg.

Am Montagabend hat die russische Nachrichtenagentur TASS eine Meldung gebracht, die diese neuen Beweise angekündigt hat. Die TASS berief sich dabei auf den US-Sender NBC. Und tatsächlich hat die TASS, wie sie es immer tut, die Originalquelle korrekt zitiert. NBC kündigte neue US-Beweise an und dabei war ein Detail interessant.

Zur Erinnerung: Die bisher vorgelegten „Beweise“ der USA bestanden aus einem unscharfen schwarz-weiß Video, das von Centcom, also vom US-Militär, veröffentlicht wurde und angeblich von einem Überwachungsflugzeug der USA stammte.

Also müsste man glauben, dass das US-Militär, bzw. das Pentagon, sicher sind, dass es der Iran war. Bei NBC klingt das gleich im ersten Absatz plötzlich anders:

„Außenminister Mike Pompeo plant, sich mit den für die amerikanischen Truppen im Nahen Osten verantwortlichen US-Befehlshabern zu treffen, nachdem er versprochen hat, mehr Beweise dafür zu liefern, dass der Iran hinter den Angriffen auf zwei Tanker in der letzten Woche steckt, sagte das Außenministerium am Montag.“

Es gibt Journalisten wie mich, die seit langen darauf hinweisen, dass die Falken um Pompeo und Sicherheitsberater Bolton versuchen, Trump in einen neuen Krieg zu treiben. Und diese Meldung von NBC bestätigt das zwischen den Zeilen. Denn wieso muss das Außenministerium dem Militär, das vor Ort ist und angeblich das Beweisvideo aufgenommen hat, neue Informationen geben? Und woher hat das Außenministerium die überhaupt? Die CIA oder das Militär können solche „Beweise“ durch ihre Überwachungsmaßnahmen gefilmt haben, aber doch keine Diplomaten des Außenministeriums.

Trotzdem will nun das Außenministerium dem Militär neue Beweise vorlegen. Das wirft spontan auch Fragen danach auf, ob die „bisherigen“ Beweise“ tatsächlich vom Militär kommen, oder ob sie dem Centcom von der Politik übergeben wurden, damit es sie veröffentlicht.

Die deutschen Mainstream-Medien interessieren sich jedoch nicht für solche Feinheiten.

Pompeo flog nach Florida und danach wurden die „neuen Beweise“ veröffentlicht. Zunächst sei gesagt, dass es sich nicht um neue Beweise handelt, sondern nur um eine neue Version des alten Videos, diesmal in Farbe. Zu sehen ist darauf freilich nicht mehr, als auf der schon bekannten schwarz-weißen Version.

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Dürfen wir den Medien vertrauen?

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17-06-19 06:53:00,

Christian Müller

Christian Müller / 17. Jun 2019 –

Nicht nur Polen und die Ukraine versuchen, die eigene Geschichte umzuschreiben. Auch Schweizer Medien tun es.

Als Journalist und ehemaliger Medien-Manager und -Consultant kann ich es noch immer nicht lassen, nach mehrwöchigem Auslandaufenthalt die zwischenzeitlich eingetrudelten abonnierten (gedruckten) Zeitungen nachzulesen. Viel Zeitaufwand, aber eben, ich kann’s nicht ändern. Professionelle Neugier halt.

Manchmal lohnt es sich sogar, einiges nachzulesen. Am 1. Juni schrieb in der «Schweiz am Wochenende» von CH Media deren publizistischer Leiter aus dem Hause NZZ, Pascal Hollenstein, es gebe gute Nachrichten: Zum ersten Mal seit vielen Jahren habe das Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in die Medien wieder zugenommen. In seinem Kommentar wörtlich: «Das sind gute Nachrichten, und man möchte all jenen danken, welche – auch dieser Zeitung – tagtäglich ihr Vertrauen schenken. Wichtiger aber ist: Die Umfragen belegen, dass sich Lernfähigkeit auszahlt. Im Gefolge der Vertrauenskrise haben viele Medienhäuser Faktentreue und Unvoreingenommenheit gestärkt und mehr Energie darauf verwendet, ihre Arbeit zu erklären.»

Das war, wie erwähnt, am 1. Juni. Nur vier Tage später, am 5. Juni, schrieb Patrik Müller, seines Zeichens Chefredaktor der CH Media Zeitungen und Pascal Hollenstein direkt unterstellt, in einem mehr als halbseitigen Leitartikel wörtlich: «Heute und morgen werden wir wieder schöne Reden hören, denn gefeiert wird die Landung der alliierten Truppen in der Normandie vor 75 Jahren – der Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg, der zur Befreiung Europas von Hitlers Nazi-Terror führte.» Und tags darauf, am 6. Juni, wurde in der gleichen, von Patrik Müller verantworteten Zeitung, dem gleichen Ereignis, dem sogenannten D-Day, eine Doppelseite gewidmet. Headline: «Heute vor 75 Jahren begann die Befreiung Europas von den Nazis.» Beide Aussagen sind, mit Verlaub, barer Unsinn – oder in Neudeutsch: Fake News. Unklar ist nur, ob sie auf mangelnder Allgemeinbildung der schreibenden Journalisten beruhen oder eine gewollte Fehlinformation zur politischen Meinungsbildung waren.

Die Tatsachen: Hitler hat den Krieg militärisch in Russland verloren. In der Schlacht um Stalingrad im Spätherbst 1942/Anfang 1943 wurden 330’000 Soldaten der deutschen Wehrmacht von der Roten Armee eingekesselt und kamen nicht mehr weiter. Die Schlacht forderte um die 700’000 Tote, die meisten auf Seite der Roten Armee, aber sie war das abrupte Ende des deutschen Vormarsches in Russland.

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Was die Medien im Konflikt zwischen den USA und Iran übersehen

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31-05-19 04:11:00,

Popeo, Bolton & Co wollen im Iran schon lange erklärtermassen einen «Regime Change»


Andrew Lee Butters / 31. Mai 2019 –

Iran hielt sich ans Atomabkommen – doch die USA führten Sanktionen fort. Iran soll keine Waffen verkaufen – doch die USA dürfen.

Red. Andrew Lee Butters war Bürochef in Beirut und Korrespondent für den Mittleren Osten für das Magazin «Time». Heute lehrt er Journalismus an der Yale University. Folgender Artikel von ihm erschien in der «New York Times».

Die Weichen für einen weiteren Krieg am Persischen Golf sind gestellt. Mitte Mai zog die Trump-Administration nicht zwingend nötiges Personal in US-Botschaften und -konsulaten im Irak zurück und verschob B-52-Bomber und Patriot-Raketen auf US-Basen in die Region, um sich auf einen angeblich drohenden iranischen Konflikt vorzubereiten. US-Beamte schlugen als militärische Optionen gegen den Iran vor, 120’000 Soldaten einzusetzen und mit Cyberangriffen das Stromnetz des Landes lahmzulegen. Gleichzeitig traten Hardliner gegen den Iran in den Medien auf.

Weshalb die USA plötzlich auf Kriegsfuss mit dem Iran stehen, ist jedoch nur schwierig nachzuvollziehen. Irritierend ist die hysterische Art und Weise, wie die US-Presse die Beziehungen der USA mit dem Iran darstellt. Da hilft es wenig, wenn Präsident Trump erklärt, er wolle keinen Krieg mit dem Iran, sofern das Land die USA atomar nicht bedrohe.

Ich war vor ungefähr einem Jahrzehnt Nahost-Korrespondent des Magazins Time. Es ist in den USA schwierig, über den Iran zu berichten. Wenn Journalisten im Iran ins Gefängnis gesteckt werden, wird darüber berichtet. Doch wenn das Land von Katastrophen heimgesucht wird oder wenn der humanitäre Preis für die Sanktionen steigt, die gegen Iran verhängt wurden, dann gibt es so gut wie keine westlichen Medienvertreter, die sich im Iran befinden und die Einzelschicksale hinter den tragischen Schlagzeilen beleuchten würden. Als kürzlich Überschwemmungen dutzende Menschenleben forderten oder als Passagierflugzeuge abstürzten, weil keine Ersatzteile mehr erhältlich sind, dann wird darüber kaum berichtet.

Medien als Wegbereiter einer Konfrontation

Aufgrund der fehlenden Empathie in der medialen Darstellung des Iran hat sich eine Eigendynamik in der Berichterstattung entwickelt, eine Art paranoide Heisshungerattacke. Diese hilft den Anti-Iran Hardlinern in der Trump-Regierung, wie etwa John Bolton, dem Nationalen Sicherheitsberater, Schwung für eine Konfrontation aufzubauen. Sollte es also zu einem Krieg mit dem Iran kommen,

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Von deutschen Medien unbeachtet: Streit um Amtseinführung von Selensky | Anti-Spiegel

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07-05-19 10:30:00,

Nach der Wahl in der Ukraine ist es in den deutschen Medien ruhig geworden um die Ukraine. Dabei ist es im Land ganz und gar nicht ruhig.

Die Schlagzeilen in der Ukraine und in Russland werden weiterhin von der politischen Situation in der Ukraine beherrscht. Es gibt gleich mehrere Themen, die die Gemüter erhitzen.

Zunächst geht es um Ermittlungen gegen die Führung des Maidan und der Regierung. Es gibt nicht nur Korruptionsvorwürfe, sondern es wurden auch Verfahren zu den Todesschüssen auf dem Maidan gegen namhafte Politiker eröffnet. Poroschenko selbst wurde ebenfalls mehrmals von der Staatsanwaltschaft vorgeladen, hat aber alle Vorladungen bisher ignoriert. Details zu den Todesschüssen vom Maidan finden Sie hier.

Ein anderes Thema ist das Datum der Amtseinführung des Wahlsiegers Selensky. Diese offizielle Amtseinführung ist deshalb wichtig, weil in der Rada, dem ukrainischen Parlament, derzeit Verfassungsänderungen diskutiert werden, die die Machtbefugnisse des Präsidenten extrem beschneiden würden. Damit könnte verhindert werden, dass Selensky Staatsanwälte einsetzt und man könnte Ermittlungen damit verhindern. Auch andere Vollmachten, wie die Ernennung von Ministern, will man ihm abnehmen.

Daher gibt es Gerüchte, und Selensky hat ihnen nicht widersprochen, dass er direkt nach der Amtseinführung das Parlament auflösen könnte. Dazu hat er als Präsident das Recht und danach würde es binnen 60 Tagen Neuwahlen geben müssen. Diese braucht Selensky dringend, um unter Ausnutzung seiner aktuellen Popularität ein Parlament zu bekommen, in dem er eine starke Machtbasis hat. Die fehlt ihm im derzeitigen Parlament.

Und daher ist das Tauziehen in der Ukraine um das Datum der Amtseinführung so wichtig, seine Gegner versuchen diese auf den 28. Mai anzusetzen, denn die Legislaturperiode endet am 27. November, am 27. Oktober sind ohnehin Neuwahlen vorgesehen. Der Präsident kann das Parlament aber nur auflösen und Neuwahlen binnen 60 Tagen ansetzen, wenn mehr als ein halbes Jahr bis zum Ende der Legislaturperiode bleibt. Das wäre ab 28. Mai nicht mehr gegeben.

Selensky hingegen fordert seine Amtseinführung für den 19. Mai.

Dass es überhaupt eine solche Diskussion über das Datum der Amtseinführung geben kann, liegt an den ukrainischen Gesetzen. Der Präsident muss innerhalb von 30 Tagen nach der offiziellen Verkündung des Wahlsieges ins Amt eingeführt werden. Obwohl die Wahl schon am 21.

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Weniger Medien, weniger politisches Engagement

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30-04-19 09:07:00,

Louisville, bekannt für seine Skyline. Seine Wasser- und Luftqualität interessiert kaum mehr.

Daniela Gschweng / 30. Apr 2019 –

Ein Reporter verlässt eine Lokalzeitung. Jetzt wird über Umweltanliegen in Kentucky kaum noch berichtet. Was das am Ende bedeutet.

Der «New Yorker» beklagt, dass im Zuge des Zeitungssterbens in Kentucky kaum noch über Umweltthemen berichtet wird. Studien bestätigen, dass das nicht das einzige ist, was dabei bachab geht. Die gesellschaftliche und politische Beteiligung in Regionen ohne lokale Medien sinkt merklich.

Beispielhaft erzählt der «New Yorker» dabei die Geschichte des «Louisville Courier-Journal», kurz «Courier-Journal» oder C-J genannt, der grössten Publikation im Bundesstaat Kentucky. 1952 war C-J die viertwichtigste US-Zeitung. Im Laufe der Zeit bekam sie zehn Pulitzer-Preise, unter anderem 1967 für eine Serie zur Kontrolle des Tagebaus in Kentucky. «Ein bemerkenswerter Fortschritt in den nationalen Bemühungen zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen», befand die Jury. Seit 1986 gehört die C-J der Gannett Company, einem der grössten Medienkonzerne der Welt. Gannett besitzt mehr als 100 Medien, darunter auch «USA Today».

Die Themen blieben, das Personal nicht

Bedeutung, Auflage und Personalbestand des C-J sind seither ständig geschrumpft. Wichtige Geschichten waren dennoch möglich. 2015 schrieb James Bruggers, einer ihrer Reporter, über Mülldeponien, in denen waggonweise Klärschlamm aus anderen US-Staaten abgeladen wurde. Eine Praxis, die in der Folge geändert wurde. 2016 berichtete er über radioaktive Fracking-Abfälle und löste so neue Vorschriften aus. 2018 warf er das Handtuch und wechselte nach fast 20 Jahren zum Non-Profit «InsideClimate News», einem Onlinemedium mit nationalem Fokus.

Damit verlor das «Courier-Journal» seinen letzten Vollzeit-Umweltreporter. Bruggers Nachfolger wird Umweltthemen nach Angabe des Herausgebers nur noch etwa einen Viertel seiner Zeit widmen können.

Die zweitgrösste Publikation Kentuckys, der «Herald-Leader», beschäftigt einen Reporter, der sich gelegentlich Umweltthemen widmen kann. Er verwende darauf etwa zehn Prozent seiner Zeit, sagte Bill Estep dem «New Yorker». Grosse Themen, die eine ausführliche oder längerfristige Recherche erforderten, könne er nicht realisieren. Dabei gäbe es sie. Tom FitzGerald, Geschäftsführer des «Kentucky Resources Council», der sich für eine saubere Umwelt einsetzt, nennt mehrere Beispiele. In den nationalen Medien wie «USA Today» gingen lokale Probleme einfach unter, beklagt er.

Zum Zuhören ist keiner mehr übrig

Der Journalist Al Cross, der das «Courier-Journal» schon 2004 verlassen hat,

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Tagesdosis 9.4.2019 – 5G, der BND und die Medien | KenFM.de

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09-04-19 12:48:00,

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Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

Geheimdienste und Medien haben, zumindest in einem bestimmten Bereich, identische Aufgaben. Beide sollen Nachrichten sammeln, analysieren und an ihre Auftraggeber weitergeben, damit zielgerichtet gehandelt werden kann. Sie sollen Einzelereignisse aufzeichnen, ohne sich in den Einzelheiten zu verlieren, sie sollen die Wirklichkeit verdichten, Wesentliches von Unwesentlichem trennen, Zusammenhänge ermitteln und vermitteln. Ihre Aufgabe ähnelt der eines Kartographen. Eine Landkarte soll einen Überblick liefern. Eine Landkarte, die alles genau abbildet, wäre genauso kompliziert wie die Wirklichkeit, sie wäre eine Fotografie in Originalgröße und damit als Orientierungshilfe wertlos. Eine gute Karte zeigt nur die wesentlichen Informationen, sie dampft die immense Vielfalt der Realität zu einem Stück bedruckten Papier ein, mit dem man sich zurechtfinden und sein Ziel erreichen kann.

Der Unterschied zwischen Medien und Geheimdiensten ist der Adressat ihrer Arbeit. Geheimdienste sind Werkzeuge von Regierungen, die ihre Macht erhalten oder ausweiten wollen. Ihre Nachrichtenauswahl ist richtig, wenn sie alle Faktoren im Blick behält, die systemrelevant sind und die es der zweiten großen Abteilung des Geheimdienstes neben „Intelligence“, nämlich „Operations“ ermöglicht, die richtigen Leute zu töten oder zu fördern, zu denunzieren oder in Machtpositionen zu bringen, Regierungen zu stürzen, Wirtschaftsordnungen zum Einsturz bringen oder zu unterstützen. Je weniger die Wahrheit kennen, und den wahren Zweck der Datenanalyse, um so besser. 

Für alle Menschen außerhalb der Regierung oder Elite, die den Geheimdienst nutzt, gilt die „Champignon-Regel“: „Halte sie im Dunkeln und füttere sie mit Bullshit.“ Denn Wissen ist Macht.

Für Otto Normalstaatsbürger gibt es eine andere Art von Intelligence. Die Medien haben den Staatsbürger als Adressat ihrer „Intelligence“, sie sollen ihn, zumindest wird das so behauptet, wahrheitsgemäß informieren, damit er sich in der Wirklichkeit zurechtfindet. 

Man könnte sich fragen, ob das so stimmt, und warum der Staat so viel Wert darauf legt, dass der Staatsbürger informiert wird, wenn er doch nur alle 4 Jahre einmal Macht ausüben kann: bei der Stimmabgabe an der Wahlurne. Und das war es dann auch. Wenn er seine Stimme abgegeben hat, im Wortsinn, hat er keine mehr. 

Eigentlich ist es doch egal,

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Medien und Syrien: Die Ahnungslosigkeit des Lesers als Waffe

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30-03-19 01:18:00,

Seit Jahren verweisen Experten darauf, dass die EU-Sanktionen gegenüber Syrien mitverantwortlich sind für die humanitäre Krise im Land. Ein zynischer Gastbeitrag auf Zeit Online will das nicht wahrhaben und verzichtet dafür auf jegliche Fakten. Von Fabian Goldmann.

Es ist still geworden um Syrien. Der Kampf gegen den IS scheint fast gewonnen. Flüchtlinge kehren zurück. In vielen Teilen des Landes beginnt der Wiederaufbau. Da ist es lobenswert, wenn Medien auf die noch immer anhaltende humanitäre Krise im Land aufmerksam machen und sich Aspekten des Konfliktes widmen, die es nur selten in die Schlagzeilen schaffen. Unter der Überschrift „Das Leid der Zivilbevölkerung als Waffe“ berichtet „Zeit Online“ über die Folgen der Sanktionspolitik der Europäischen Union gegenüber der syrischen Zivilbevölkerung. Oder vielmehr: über die fehlenden Folgen. Denn bei diesen – so die These des Beitrages – handle es sich vor allem um Propaganda des Regimes.

Autorin des Gastbeitrages ist Bente Scheller. Ihre Doktorarbeit schrieb die Politikwissenschaftlerin zur Außenpolitik Syriens, zwei Jahre war sie als Referentin an der Deutschen Botschaft in Damaskus tätig, seit 2012 leitet sie das Büro der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung im Libanon. Eigentlich eine gute Besetzung, um über ein für die meisten Leser wohl unbekanntes Thema kompetent zu informieren. Doch statt faktenbasierter Expertise liefert Schelle ein Stück meinungsstarke Polemik, die den Leser zu fast jedem Aspekt des Themas in die Irre führt.

Die AfD kritisiert die Sanktionen. Genauso wie WHO, WFP, UN-ESCWA, FES…

Schon die ersten Absätze von Bente Schellers Text machen skeptisch. Denn bevor die Syrien-Expertin sich dem dem Inhalt der europäischen Sanktionen oder dem Leid der Zivilbevölkerung in Syrien widmet, ordnet sie das Thema in die deutsche parteipolitische Debatte ein. Eine Aufhebung der Sanktionen sei eines von Assads „wichtigsten Hindernisse, die der Normalisierung im Wege stehen“, erfährt der Leser. Diese Forderung finde am „linken wie am rechten Rand des politischen Spektrums in Deutschland willige Unterstützter.“ Die einzige kritische Stimme, die sie zu Wort kommen lässt: ein nordrhein-westfälischer AfD-Politiker.

Gleich zu Beginn des Textes erweckt Scheller damit den Eindruck, Kritik an den Sanktionen könne es nur von Anhängern eines menschenverachtenden Regimes und Irrlichtern am Rand des politischen Spektrums geben. Was sie unerwähnt lässt: Die Liste an kritischen Veröffentlichungen zu dem Thema ist so lang wie seriös.

Die UN-Wirtschafts- und Sozialkommission für Westasien (UN-ESCWA) hat in einem ausführlichen Bericht auf de katastrophalen humanitären Folgen der Sanktionen hingewiesen.

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Medien in Österreich

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11-03-19 10:19:00,

Eine Übersicht zur Eigentümerstruktur der traditionellen Printmedien Österreichs. Es dominieren einige Verlegerfamilien (Dichand, Fellner, Bronner etc.), die Raiffeisen-Bank, die katholische Kirche (Styria/Presse), die deutsche Funke-Mediengruppe, sowie der Staat.

Medien in Österreich 🔎
Informationen zur Eigentümerstruktur

Weitere Informationen

  • Bilderberg-Konferenz: An der Konferenz der transatlantischen Elite werden die österreichischen Medien traditionell durch den Standard-Herausgeber Oscar Bronner vertreten. Weitere Teilnehmer aus Österreich sind hauptsächlich Bankenchefs und Politiker.
  • Geheimdienste: 2009 wurde das CIA-Dossier von Otto Schulmeister, dem ehemaligen Chefredakteur der Presse, publik, das eine umfangreiche Zusammenarbeit dokumentiert.
  • Positionierung: Zur (geo-)politischen Positionierung der Medien siehe den Medien-Navigator.

Siehe auch

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Publiziert: März 2019

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Wie Medien über eine Medienstudie berichten… …und das Misstrauen gegenüber Medien dadurch anfachen

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08-03-19 01:08:00,

Eine Medien-Studie belegt einmal mehr eine starke Entfremdung vieler Bürger von den großen deutschen Publikationen. Interessant ist, wie unterschiedlich diese Medien das Ergebnis selber darstellen. Von Tobias Riegel.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

„Vertrauen in deutsche Medien bleibt konstant“, erklärte am Mittwoch die „Zeit“. Ist das tatsächlich so? Und wie kommt die Hamburger Wochenzeitung zu diesem Befund? In einer aktuellen Studie hat die Gutenberg-Universität Mainz Zahlen zum Vertrauen der Bürger in deutsche Massenmedien ermittelt. Die Studie ist Teil eines seit 2015 laufenden Projekts – neben Momentaufnahmen können daraus also auch Tendenzen abgelesen werden. Zuletzt wurden im Oktober und November 2018 insgesamt 1200 Bürger ab 18 Jahren befragt.

Viele Zahlen der Studie sagen das Gegenteil der „Zeit“-Schlagzeile: Bei „wichtigen Fragen“ haben 22 Prozent „kein bzw. eher kein“ Vertrauen in die deutschen Medien – das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Der gleiche Befund ist bei folgendem Satz festzustellen: „Die Medien arbeiten mit der Politik Hand in Hand, um die Meinung der Bevölkerung zu manipulieren.“ Dieser Aussage stimmen 25 Prozent zu, im Jahr zuvor waren das nur 20 Prozent gewesen, 2016 aber auch schon mal 27 Prozent. Rechnet man die Menschen hinzu, die der Aussage „zum Teil“ zustimmen, so verbleiben lediglich 44 Prozent, die diesem vernichtenden Befund eindeutig widersprechen.

Ebenfalls (wieder) angestiegen ist die Zustimmung zu der Aussage: „Die Bevölkerung in Deutschland wird von den Medien systematisch belogen.“ Sie stieg von 13 Prozent in 2017 auf 16 Prozent in 2018 (2016: 19%).

Auf der anderen Seite sind aber zwei Prozentpunkte der Befragten mehr der Meinung, den Medien „bei wichtigen Fragen vertrauen“ zu können (44 statt 42 Prozent in 2017) – diesen Aspekt stellen die „Zeit“ und zahlreiche andere Medien in den Vordergrund. Wenn aber gleichzeitig das Misstrauen so stark zunimmt, wie oben beschrieben, so sind zahlreiche aktuelle Schlagzeilen zur Studie nicht haltbar. Dass einige Medien, wie auch die „Zeit“, im Artikel dann (gezwungenermaßen) die weitgehend anderslautende Botschaft der Studie zitieren, gleicht den Manipulationsversuch im Titel nicht aus. In dieser Weise facht man jenes Misstrauen gegen die Medien an, das man mit dem Verhalten eigentlich kaschieren will.

Nimmt man noch folgende Grafik zur Hand,

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Alternative Medien auf dem Vormarsch #6: Jens Berger über Fakten und das Finanzsystem (Video)

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28-02-19 12:35:00,

Gesellschaft

25.02.2019 • 12:13 Uhr

RT Deutsch hat im Rahmen der Reihe “Alternativen Medien auf dem Vormarsch” fünf unabhängige Journalisten und Publizisten Fragen geschickt. In dieser Ausgabe überlassen wir dem Buchautor und Redakteur der NachDenkSeiten, Jens Berger, das Wort.

Sein Buch “Wem gehört Deutschland” ist nicht nur ein Spiegel-Bestseller, sondern eines der fachkundigsten Bücher zum Thema “Vermögensverteilung in Deutschland”. Welche Kritik er am Medien-Mainstream hat und warum alternative Nachrichtenportale wie die NachDenkSeiten so wichtig sind, erklärt Jens Berger im Gespräch mit RT Deutsch.

Mehr zum Thema – Alternative Medien auf dem Vormarsch #5: Dirk Pohlmann über Filterblase und Zensur

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Medien: Terrorhelfer Motassadeq soll vor Abschiebung 7.000 Euro bekommen haben

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28-02-19 10:19:00,

Newsticker

28.02.2019 • 09:52 Uhr

Medien: Terrorhelfer Motassadeq soll vor Abschiebung 7.000 Euro bekommen haben

Bei der Abschiebung des Terrorhelfers Mounir el Motassadeq nach Marokko ist der Hamburger Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel möglicherweise ein Panne unterlaufen. Die Gefängnisverwaltung habe dem 44-Jährigen rund 7.000 Euro in bar von seinem Häftlingskonto ausgezahlt, obwohl Zahlungen an ihn nach einer EU-Verordnung verboten gewesen seien, berichtet Der Spiegel.

Die Deutsche Bundesbank habe wenige Tage nach der Abschiebung des Marokkaners im Oktober vergangenen Jahres Anzeige erstattet. Die Auszahlung verstoße gegen das Außenwirtschaftsgesetz. Die Hamburger Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen aufgenommen.

Eine Sprecherin der Behörde bestätigte den Bericht des Nachrichtenmagazins am Mittwoch. Motassadeq gehöre zu Personen mit Verbindung zum Terrornetzwerk Al-Kaida, deren sämtliche Gelder durch die EU-Verordnung Nr. 881/2002 eingefroren seien. Die Ermittlungen wegen der Auszahlung richteten sich noch nicht gegen eine namentlich erfasste Person. (dpa)

Mehr zum Thema – Neue Ungereimtheiten: Grenzfahndung nach Amri-Freund wurde kurz vor Anschlag eingestellt

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Transatlantische Trümmer – Wie Medien und Politik den Wunsch nach US-Emanzipation ignorieren

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13-02-19 01:26:00,

Knapp 85 Prozent der Deutschen sehen das Verhältnis zu den USA negativ, wie eine neue Umfrage der Atlantik-Brücke zeigt. Der deutliche Wunsch der Bürger nach einer Distanzierung von den USA wird von Politikern aber ignoriert und von Redakteuren kleingeredet. Der Bürgerwille wird dadurch mit Füßen getreten. Von Tobias Riegel.

Das deutsch-amerikanische Verhältnis liegt in Trümmern – so sehr ist es vonseiten der deutschen Bevölkerung von tiefem Misstrauen geprägt. Dieser Befund ist bekannt – in geradezu verstörender Deutlichkeit wurde er nun aber durch eine aktuelle Umfrage ausgerechnet der transatlantischen Lobby-Vereinigung „Atlantik-Brücke“ bestätigt: Bei der repräsentativen Befragung von 5000 Personen bewerteten 85 Prozent das Verhältnis zu den USA als negativ oder sehr negativ. Eine stärkere Annäherung an die USA wünschten sich nur 13 Prozent, bei den SPD-Anhängern waren es laut Umfrage lediglich 2,9 Prozent der potentiellen Wähler, wie etwa die „FAZ“ berichtet.

Umfrage der Atlantik-Brücke widerspricht gängiger Meinungsmache

Die in der Umfrage offenbarten Sichtweisen der Mehrheit der Deutschen widersprechen auch auf anderen Gebieten den Darstellungen und „Erziehungs“-Versuchen aus Medien und Regierung: „Fast die Hälfte der Befragten (42,3 Prozent) hält China für einen besseren Partner für Deutschland als die USA. Nur 23,1 Prozent vertreten umgekehrt die Meinung, dass die USA ein verlässlicherer Partner sind als China“, vermeldet die Atlantik-Brücke zur Umfrage. Befragt nach den aktuell gefährlichsten globalen Krisenherden, nannten demnach nur 1,9 Prozent die „Ausweitung der russischen Einflusszone”. Der wachsende Einfluss Chinas wird ebenfalls nur von 2,2 Prozent als größte Gefahr gesehen. Zum Vergleich: Die politische Instabilität und Spaltung der EU bezeichneten 15,6 Prozent als gefährlichsten Krisenherd, 31 Prozent nennen Protektionismus.

„Autoritäre Systeme“ beliebter als USA

Solchen Tendenzen möchte Michael Werz, Mitglied des Vorstands der Atlantik-Brücke, wieder einfangen: „Die Deutschen (…) dürfen sich, bei aller berechtigten Kritik an der aktuellen US-Regierung, nicht von anti-amerikanischen Ressentiments den Blick auf die Gefahren verstellen lassen, die von den autoritären Systemen in Russland und China ausgehen.“ Angesichts der selber präsentierten Zahlen erscheinen solche Appelle jedoch lange überholt und darum mittlerweile wirkungslos.

Der hier besprochenen Umfrage haften die mit solchen Erhebungen stets verbundenen Defizite an – etwa was das Potenzial der Verzerrung und der Meinungsmache angeht. Sie verlangt darum nach der selben Distanz wie alle vergleichbaren Umfragen. Über die Methodik der Erhebung kann man sich hier ein Bild machen.

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Alternative Medien auf dem Vormarsch #3: Albrecht Müller über Manipulationsmethoden (Video)

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06-02-19 11:48:00,

Gesellschaft

5.02.2019 • 15:31 Uhr

RT Deutsch hat im Rahmen der Reihe “Alternativen Medien auf dem Vormarsch” fünf unabhängigen Journalisten und Publizisten befragt. In dieser Ausgabe überlassen wir dem Sozialdemokraten und Gründer der NachDenkSeiten das Wort.

Mehr zum Thema – Trotz massiven Gegenwinds: Alternative Medien auf dem Vormarsch

Albrecht Müller ist Volkswirt und Publizist. Als Planungsberater unter der Kanzlerschaft von Willy Brandt und Helmut Schmidt hat er die Politik des Landes unmittelbar mitgestaltet. Seit mehreren Jahrzehnten beschäftigt er sich kritisch mit den öffentlichen Meinungsbildungsprozessen – was in der Gründung der NachDenkSeiten resultierte. Mit Erfolg: Über 100.000 Menschen besuchen täglich die alternative Medienplattform.

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Macht und Medien in der bulgarischen Demokratie

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04-02-19 12:51:00,

Boiko Borissov beim EPP Helsinki Congress in Finland, November 2018. EPP_Helsinki_Congress_in_Finland,_7-8_November_2018_(43961133370).jpg:Bild: EPP/CC BY-SA-2.0

Von der Staatsanwaltschaft angeklagte TV-Journalistin enthüllt korrupte Machenschaften des Kabinetts von Premier Boiko Borissov

In der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember 2018 gingen in der nordostbulgarischen Kleinstadt Dobritsch zwei PKW in Flammen auf. Sie waren Eigentum von Zeugen der Anklage in einem als “Sudzhukgate” bekannten Ermittlungsverfahren. Sudzhuk ist eine traditionell bulgarische Hartwurst. Der Abgeordnete der Regierungspartei “Bürger für eine Europäische Entwicklung Bulgariens” (GERB) Zhivko Martinov soll 2012/2013 im Namen von Ministerpräsident Boiko Borissov in vier Anläufen insgesamt vier Tonnen Sudzhuk von einem lokalen Wurstproduzenten erpresst haben.

“Alle die mir nahe stehen, wissen, dass ich wegen meines hohen Blutdrucks keine Sudzhuk mehr esse”, kommentierte Borissov den Ausbruch der skurrilen Affäre. Es ist genau diese Lakonie, auch unangenehmste Vorwürfe schlagfertig zu parieren, die seine Gegner zur Weißglut bringt und für die ihn seine Anhänger lieben.

Im Sommer 2009 hat der ehemalige Leibwächter Todor Zhivkovs das Amt des bulgarischen Regierungschefs angetreten und versprochen, die Korruption im Lande zu beseitigen. Nach seiner mit Unterbrechungen zehn Jahre währenden Regierungszeit ist das Balkanland beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International mit Position 77 unter 180 Staaten noch immer am schlechtesten platziert von allen EU-Mitgliedern. Einem von den Grünen im Europäischen Parlament vorgelegten Bericht zufolge schädigt Korruption die bulgarische Volkswirtschaft jährlich um 11 Mrd. €. Dies entspricht 14% des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

“Alo, Banov sam”

Tag für Tag erregen mehr als genug Affären und Skandale die Bulgaren, als dass sie daran zweifeln könnten, ob ihr Land in der EU-Korruptionstabelle zu Recht auf die Rote Laterne abonniert ist. Sudzhukgate hat im Sommer 2017 seinen Ausgang genommen, dieser Tage beginnt der Prozess gegen Zhivko Martinov, inzwischen meist “Sudzhuka” genannt. Seit vergangenem Mittwoch gibt es ein neues “Gate”. Es spielt in seinem Titel “Alo, Banov sam” (Hallo, ich bin’s, Banov) auf die historische “Alo, Vanjo”-Affäre vom Januar 2011 an.

Damals veröffentlichte das radikaloppositionelle Boulevard-Blatt Galeria Abhöraufnahmen eines Telefonats zwischen Ministerpräsident Borissov und dem Chef der nationalen Zollbehörde Vanjo Tanov. Zur Sprache kam in ihm eine Aktion von Tanevs Beamten in der Brauerei des Bierfabrikanten Michail Michov wegen des Verdachts auf Akzise-Vergehen.

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Migration und Medien

migration-und-medien

04-01-19 10:09:00,

Worum geht es bei der Migration nach Europa, und warum wird sie von den etablierten Medien zumeist begrüßt, während ihre Ursachen und Folgen kaum kritisch hinterfragt werden?

Es geht um Geostrategie: Trans­at­lan­tische und trans­pazifische Frei­han­dels­zonen sollten das auf­stre­ben­de China in Schach halten, und durch Migration ließe sich die national­staatliche Frag­men­tierung und demo­gra­phi­sche Schrum­pfung des europäischen Markt­ge­bietes über­winden – tatsächlich war der UNO-Mi­gra­tions­beauftragte zuvor WTO-Ge­ne­ral­di­rek­tor und EU-Wett­be­werbs­kommissar.

Medial wird diese Transformation durch ein humanitäres Narrativ flankiert, während Politiker, die sich am »gemeinen Volk« statt an der globalen Strategie orientieren, zu »Populisten« wurden – allen voran der unverhofft gewählte, mi­gra­tions- und freihandels­kritische US-Präsi­dent, der China protektionistisch begegnen möchte und damit die liberale Weltordnung gefährdet.

Die etablierten Medien wandelten sich mithin nicht von »rechts« nach »links«, sondern sie blieben wachstumsorientiert. Früher gegen Sozial­progressive, heute gegen National­konservative: Po­li­tische Gegner und Gehilfen tauschten die Rollen, doch das geostrategische Ziel blieb das­sel­be.

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Geostrategie: China, Freihandel, Demographie und Migration

Worum es bei der Migration nach Europa nicht geht

  1. Es geht nicht um ein ungewolltes Phänomen, denn Migration wird gefordert und gefördert.
  2. Es geht nicht um Humanitarismus, denn sonst würden die Ursachen – insbesondere Kriege und wirtschaftliche Ungleichheit – bekämpft. Doch das Gegenteil ist der Fall.
  3. Es geht nicht um Facharbeiter, denn diese müssten gezielt akquiriert werden (was im Falle von Entwicklungsländern jedoch ethisch fragwürdig wäre).
  4. Es geht auch nicht um unqualifizierte Arbeitskräfte, denn erstens verfügt Europa bereits selbst über mehrere Millionen Arbeitslose (inkl. Jugendarbeitslose), und zweitens entfallen durch Automatisierung in den kommenden Jahrzehnten weitere Millionen Arbeitsplätze.
  5. Es geht nicht um die Anwendung der sog. »Migrationswaffe« gegen Deutschland oder Europa, denn die Migration wird von den europäischen Eliten selbst gefordert – nach Vorbild der USA, die Migration seit Jahrzehnten für das Wachstum ihres Binnenmarktes nutzen.

Der Engpass des modernen, hochproduktiven Wirtschaftssystems sind nicht die fehlenden Arbeits­kräfte, sondern die fehlenden Konsumenten. Schrumpfende Nationalstaaten haben in der globali­sierten Welt des 21. Jahrhunderts insbesondere mit Blick auf China keine Perspektive mehr.

Demographisch stagnierende oder schrumpfende Staaten wie Deutschland und Japan konnten ihr Wirtschaftswachstum seit ca.

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Medien, Moral, Macht

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17-12-18 01:39:00,

»Moralische Werte sind nicht Zweck, sondern Mittel der Machtpolitik.«, erklärte Nicholas J. Spykman – einer der wichtigsten US-Geo­stra­tegen des 20. Jahrhunderts – in seinem Buch America’s Strategy in World Politics: The United States and the Balance of Power von 1942.

Deshalb ist, wann immer geopolitische Akteure und die ihnen zugehörigen Medien moralische Werte als Begründung für ihr Handeln anführen, besondere Skepsis geboten.

Dies gilt etwa dann, wenn ein UNO-Bericht (verfasst unter Aufsicht eines US-Diplomaten und eines ehemaligen NATO-Funktionärs) der syrischen Regierung Giftgasangriffe vorwirft.

Oder dann, wenn die britische Regierung der russischen (mit vielen Folien, dafür ohne Belege) einen Giftmordversuch anlastet.

Auch dann, wenn das World Economic Forum die (ökonomisch nützliche) Migration fördern möchte.

Sicherlich dann, wenn angeblich russische Wahlhacker von der Firma Crowdstrike identifiziert werden (deren Gründer Mitglied des Atlantic Council ist, und deren Präsident Cyber-Experte unter FBI-Direktor Mueller war, der nun die Russland-Untersuchung leitet).

Aber selbst dann, wenn der angebliche Schuldige der saudische Kronprinz sein soll (der sich für Waffensysteme aus Russland und Wirtschaftskooperation mit China interessiert).

Medien und Moral – meist ein machtvoller Mix.

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Der Jemenkrieg und die Medien

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25-11-18 10:39:00,

Worum ging es beim Jemenkrieg, und wie lässt sich die Medienberichterstattung darüber erklären?

Die Gründe für den Jemenkrieg erscheinen rätselhaft. Analysten diskutierten etwa maritime Routen, religiöse Spannungen, die Iran-Frage oder vermutete Erdölvorkommen.

All dies sind relevante Aspekte, doch in der Gesamtsicht dürfte es sich auch beim Jemenkrieg – wie schon in Syrien und Libyen – um einen imperialen Krieg gehandelt haben (Szenario E).

Kein Geringerer als der damalige stellvertretende Nationale Sicherheitsberater und spätere CIA-Direktor John O. Brennan erklärte 2012 in einem einstündigen Vortrag vor dem amerikanischen Council on Foreign Relations, wie die USA den Jemen in mehrjähriger Arbeit zu einem verbündeten Klientelstaat aufgebaut haben, und warum dies von »anhaltender strategischer Bedeutung« ist.

Der militärische Erfolg der Houthi-Bewegung machte diese Arbeit schon 2015 zunichte, und darauf mussten die USA als Hegemonialmacht reagieren. Sie entsandten jedoch keine eigenen Truppen, sondern ließen das saudische Klientelregime und seine Partner die Angriffe fliegen.

Es handelte sich beim Jemenkrieg aus geostrategischer Sicht deshalb nicht – wie oftmals dargestellt – um einen »saudischen Krieg«, sondern um einen genuin amerikanischen.

Dies ist auch der Grund, weshalb westliche Medien über den Jemenkrieg kaum be­rich­teten – oder nur verzerrt, etwa indem – nach US-Vorgabe – eine angebliche Einmischung Irans behauptet wurde.

Erst als der Fall der letzten Hafenstadt Hodeida bevorstand – womit die Houthis faktisch besiegt wa­ren – reagierten westliche Medien und berichteten prominent über ein verhungerndes Mädchen.

Dabei ging es jedoch nicht um Mitgefühl, sondern um Kriegskalkül: Durch die Medienkampagne wur­de der Druck auf die direktbeteiligten Akteure gezielt erhöht und den USA ermöglicht, die Kontrolle über die anstehenden Verhandlungen zu behalten – und dabei sogar barmherzig zu erscheinen.

Natürlich wurde mit dem Jemenkrieg auch viel Geld verdient, und natürlich verfolgten Akteure wie etwa die Emiratis auch eigene Ziele, doch aus imperialer Perspektive sind diese nachrangig.

Was Saudi-Arabien selbst angeht, so ist zudem Szenario A der Logik imperialer Kriege von Bedeutung: Ein Klientelregime, das nicht konform agiert,

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Medien übernahmen unbedarft eine Lüge des Bayer-CEO Baumann

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25-11-18 10:23:00,


Bayer-Vorstandsvorsitzender Werner Baumann © cc

Urs P. Gasche / 25. Nov 2018 –

Wiederholt behauptete Konzernchef Werner Baumann, eine Unzahl von Studien würden beweisen, dass Glyphosat nicht krebserregend sei.

Die dreiste Lüge von Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender des Bayer-Konzerns:

    «Mehr als 800 wissenschaftliche Studien beweisen, dass das Pestizid Glyphosat nicht krebserregend ist.»

Die gleiche Lüge liess Baumann im Zwischenbericht zum 2. Geschäftsquartal aufnehmen:

    «Mehr als 800 wissenschaftliche Studien … haben bestätigt, dass Glyphosat bzw. Glyphosat-basierte Herbizide nicht krebserregend sind.»

Die gleiche Lüge verbreitete Monsanto-Vizepräsident Scott Partridge, nachdem Bayer/Monsanto im August in Kalifornien zu einem Schadenersatz wegen Glyphosat verurteilt worden war:

    «Es ist eine Tatsache, dass mehr als 800 wissenschaftliche Studien und Bewertungen … den Befund unterstützen, dass Glyphosat nicht krebserregend ist.»

Unkritische Verbreitung auf der ganzen Welt

Die Wiederholung macht diese Aussage nicht wahr. Obwohl es äusserst unwahrscheinlich ist, dass über 800 Studien zum Krebsrisiko existieren, haben Medien diese Behauptung auf der halben Welt verbreitet.

In der Schweiz wollte keine einzige der Zeitungen der Grossverlage Tamedia, Ringier oder NZZ von Bayer wissen, welches denn die angeblich über 800 wissenschaftlichen Studien sind. Sie holten auch keine Informationen ein bei unabhängigen Wissenschaftlern, die sich mit Glyphosat beschäftigen.

Einen Artikel der Schweizerischen Depeschenagentur SDA mit dem Zitat des Monsanto-Vizepräsidenten verbreiteten Mitte August die «Basler Zeitung», etliche andere Schweizer Zeitungen und auch «Watson». Unter dem Titel «Konzern verweist auf 800 Studien» informierte auch SRF. Die «NZZ» übernahm die Lüge von Bayer/Monsanto einige Tage später in einem eigenen Bericht. 14 Tage nach der SDA zitierte die «Zentralschweiz am Sonntag» den Bayer-CEO Werner Baumann, wonach «mehr als 800 Studien untermauern», dass Glyphosat keinen Krebs verursache.

Die PR-Kamagne der Bayer-Monsanto-Manager hat voll eingeschlagen.

«Bayer trickst mit falschen Zahlen»

Als einzige deutschsprachige Zeitung hat die Berliner Tageszeitung «taz» den Bayer/Monsanto-Konzern aufgefordert, die «über 800 wissenschaftlichen Studien» aufzulisten. Unter dem Titel «Die erfundenen Glyphosat-Studien» entlarvte die «taz» das Ganze als krasse Falschaussage:

    «Hokuspokus! Aus Tests, ob Glyphosat die Augen von Kaninchen reizt,

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Tagesdosis 6.11.2018 – Wenn Medien etwas ändern würden, wären sie schon längst verboten | KenFM.de

tagesdosis-6112018-8211-wenn-medien-etwas-andern-wurden-waren-sie-schon-langst-verboten-kenfm.de

06-11-18 12:03:00,

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Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

Eigentlich heißt der kluge Satz der Anarchistin und Friedensaktivistin Emma Goldman, geboren 1869: Wenn Wahlen etwas ändern würden, hätten DIE sie schon längst verboten. Emma Goldman war der Meinung, dass es eine Gruppe gab und gibt, die nicht zulässt, von der Macht entfernt zu werden: die Herrschenden. Warum sollten sie zustimmen, dass andere ihre Position einnehmen, nur weil eine hergelaufene Bevölkerungsmehrheit es so will?

Das Paradoxon der Demokratie, die genau das verspricht, abänderbare Herrschaft auf Zeit, ist bei Tageslicht betrachtet wenig schlüssig und wurde tatsächlich immer wieder ausgehebelt. Wenn die Bevölkerung falsch abstimmt, gibt es dienstbereites Personal, das im Sinne der Herrschenden korrigiert. So geschehen im Iran als Mossadegh Premier wurde, und den Wert des iranischen Öls für das iranische Volk nutzen wollte, statt die Gewinne den Briten zu überlassen, in Guatemala unter dem Sozialdemokraten Arbenz als der begann, eher minderwertige Grundstücke an Bauern zu vergeben statt nur an die United Fruit Company (Chiquita Bananen), in Chile im Falle des Sozialisten Allende, der dachte, dass Wahlen Sozialismus möglich machen könnten, in den USA als JFK und Robert Kennedy zu wenig antikommunistisch waren, in Schweden, als Olof Palme sich anschickte, die Militärblöcke aufzulösen und die Betriebe teilweise in die Hände der Beschäftigten zu überführen. An diesen Beispielen wird klar, was geht und was gar nicht geht. Kritisch ist vor allem eine Änderung der Besitzverhältnisse. Solange die Politik sich als verlängerter Arm der Besitzenden versteht und deren Pfründe nicht antastet, hat sie ein Existenzrecht, mit Unterstützung kann sie aber nur rechnen, wenn sie den marktradikalen Dreikampf zelebriert: Privatisierung, Steuersenkung und Sozialabbau.

Theoretisch offeriert die Demokratie dem wahlberechtigten Volk außerdem ein Werkzeug der Willensbildung: die Medien. Die Medien sollen einen Marktplatz der Ideen schaffen, auf dem sich der Souverän informiert, also die wahlberechtigte Bevölkerung, sie diskutiert in den Medien wie gut die Herrschaft der Herrschenden aus der Sicht der Beherrschten funktioniert, ob die Machthaber sich an die Regeln halten, die Lebensgrundlagen und den Wohlstand aller Staatsbürger oder sogar aller Menschen mehren, die Umwelt erhalten und ob es bessere Ideen gibt,

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Migration und Medien

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04-11-18 09:05:00,

Worum geht es bei der Migration nach Europa, und warum wird sie von den etablierten Medien zumeist begrüßt, ihre Ursachen hingegen kaum kritisch hinterfragt?

Es geht um Geostrategie: Die USA planten durch trans­atlantische und trans­pazifische Frei­han­dels­zonen das aufstrebende China in Schach zu halten, und Migration ermöglicht, der national­staatlichen Fragmentierung und demo­gra­phi­schen Schrumpfung der europäischen Märkte zu begegnen – tatsächlich war der UNO-Mi­gra­tions­beauftragte zuvor WTO-General­di­rek­tor und EU-Wett­bewerbs­kommissar.

Medial wird diese Transformation durch ein humanitäres Narrativ flankiert, während Politiker, die sich am gemeinen Volk statt an der globalen Strategie orientieren, als Populisten gelten – allen voran der unverhofft gewählte, migrations- und freihandels­kritische US-Präsi­dent, der China protektionistisch begegnen will und damit die liberale Weltordnung gefährdet.

Die etablierten Medien wandelten sich mithin keineswegs von »rechts« nach »links«, sondern blieben transatlantisch. Früher gegen Sozial­progressive, heute gegen National­konservative: Po­li­tische Gegner und Gehilfen tauschten die Rollen, doch das geopolitische Ziel blieb das­sel­be – und die medialen Techniken ebenso.

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Medien: Chaschukdschi wollte Saudi-Arabiens Chemiewaffeneinsatz offenlegen

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29-10-18 10:57:00,

Politik

10:48 29.10.2018(aktualisiert 11:55 29.10.2018) Zum Kurzlink

Nach Berichten des „Sunday Express“ stand der getötete saudische Journalist Dschamal Chaschukdschi (Jamal Khashoggi) offenbar kurz davor, Beweise für die Verwendung von chemischen Waffen im Jemen durch Saudi-Arabien freizugeben.

„Ich traf ihn eine Woche vor seinem Tod. Er war unglücklich und besorgt. (…) Als ich ihn fragte, warum er sich Sorgen macht, wollte er darauf nicht wirklich antworten, aber schließlich sagte er mir, dass er Beweise erhalten hat, dass Saudi-Arabien chemische Waffen verwendet habe“, teilte ein nahestehender Freund Chaschukdschis, der anonym bleiben möchte, der britischen Zeitung mit.

„Er sagte, er hofft, dass er dokumentarische Beweise erhalten wird. Ich kann nur sagen, dass das nächste, was ich gehört habe, war, dass er vermisst wird.“

Diese Meldung kommt inmitten der Behauptungen aus Geheimdienstquellen, Großbritannien habe von den Plänen, den Journalisten zu entführen, gewusst und soll Saudi-Arabien gebeten haben, diese Handlungen zu stoppen.

„Diese Details beinhalteten die ursprünglichen Befehle, Herrn Chaschukdschi zu ergreifen und ihn nach Saudi-Arabien zur Befragung zurückzubringen“, berichtet eine Geheimdienstquelle.

Die Befehle sollen aus der königlichen Umgebung gekommen sein, aber Informationen über eine Verbindung zu Kronprinz Mohammed bin Salman al-Saud gebe es nicht, hieß es außerdem.

Einer anderen hochrangigen Quelle aus dem Geheimdienst zufolge habe der britische MI6 den Kollegen aus Saudi-Arabien geraten, die Operation abzubrechen, aber ihre Empfehlung soll abgelehnt worden sein.

Im Iran wurden kürzlich Behauptungen laut, Saudi-Arabien habe Inhaltsstoffe geliefert, die im Jemen zur Produktion des Nervengifts Sarin verwendet werden könnten. Es sei jedoch wahrscheinlicher, dass Chaschukdschi sich auf Phosphor bezogen hatte, so „Sunday Express“.

Nach Berichten der US-Zeitung „Washigton Post“ setzte Saudi-Arabien von den USA gelieferten weißen Phosphor gegen Truppen und Zivilisten im Jemen ein.

Der saudische Journalist Dschamal Chaschukdschi, der als Kolumnist für die US-Zeitung „The Washington Post“ arbeitete und seit 2017 in den USA lebte, verschwand am 2. Oktober in der Türkei, nachdem er das Gebäude des saudi-arabischen Generalkonsulats in Istanbul betreten hatte. Am 20. Oktober bestätigte das Konsulat die Ermordung des oppositionellen Journalisten.

Die türkische Staatsanwaltschaft hatte einen Antrag auf Auslieferung von 18 Personen an Saudi-Arabien gestellt, die des Mordes an Dschamal Chaschukdschi verdächtig sind.

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Nachtrag zur Unglaubwürdigkeit der Tagesschau und zur erkennbaren Gleichrichtung vieler Medien. Wer steuert Medien und Politik? – www.NachDenkSeiten.de

Nachtrag zur Unglaubwürdigkeit der Tagesschau und zur erkennbaren Gleichrichtung vieler Medien. Wer steuert Medien und Politik? – www.NachDenkSeiten.de

05-10-18 07:47:00,

5. Oktober 2018 um 14:06 Uhr | Verantwortlich:

Nachtrag zur Unglaubwürdigkeit der Tagesschau und zur erkennbaren Gleichrichtung vieler Medien. Wer steuert Medien und Politik?

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Das kritische Tagebuch

Leser der NachDenkSeiten machen nach Lektüre unseres Beitrages (Die Tagesschau nutzt ihre hohe Glaubwürdigkeit für dreiste Manipulation und Kriegspropaganda. Tun wir etwas dagegen!) darauf aufmerksam, dass die Tagesschau mit ihrer Manipulation gestern nicht alleine war. Ganz im Gegenteil. Die Medien, auch die Printmedien von heute, sind angefüllt von den gleichen Geschichten und Botschaften einschließlich der Bilder und einschließlich der Details der Manipulation. Man muss leider davon ausgehen, dass die Berichterstattung und Kommentierung relativ zentral gesteuert ist. In der zweiten der unten folgenden Lesermails, in der Mail von Christian Dicke, werden interessante Links auf Informationen zur Steuerung der veröffentlichten Meinung aufgeführt. Er gebraucht das treffende Bild, wir säßen unter einer „Marketing-Propaganda-Kuppel“. Albrecht Müller

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„Wer sind die Strippenzieher? … Wer hat Europa derartig im Griff, dass plötzlich die Regierungen der áltesten Kulturnationen wie im Kindergarten (auf Anweisung) handeln? Wer schreibt sämtlichen grossen europäischen Zeitungen und TV Anstalten vor, diesen ganzen Mist mitzutragen?“

Diese Fragen stellte schon gestern der Nachdenkseiten-Leser Bernd Liché. Sein Text ist wie eine Einleitung zu der Geschichte zur Tagesschau und zu den anderen Medien. Die Lesermail ist insgesamt interessant, weshalb wir sie als Lesermails Nummer 1 vor die Lesermails zum heutigen Artikel über die Tagesschau stellen:

  1. Sehr geehrte Redaktion,

    Alle von ihnen angesprochenen Ereignisse in der heutigen Ausgabe (04.10.) habe ich selber erlebt: Adenauer, Erhard, Brandt – Wandel durch…, Wiedervereinigung, Beginn einer Annäherung an Russland..Und plötzlich bricht dieser geopolitisch richtige Weg ab. Gräben werden tiefer und das Klima eisiger.

    Kein Normalbürger sieht in Russland eine Gefahr. Im Gegensatz dazu handeln fast alle europäische Regierungen hysterisch, als wenn sie den Beelzebub gesehen haben – und das nicht erst seit der unsäglichen Einflussnahme der USA in der Ukraine und der subsequenten Reaktion durch Russland auf der Krim.

    Meine Frage zu all dem ist einfach: wer hat Europa derartig im Griff,

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Medien zur Deutschen Einheit: Die Entpolitisierung der „Wende“ – www.NachDenkSeiten.de

Medien zur Deutschen Einheit: Die Entpolitisierung der „Wende“ – www.NachDenkSeiten.de

04-10-18 03:48:00,

4. Oktober 2018 um 14:15 Uhr | Verantwortlich:

Medien zur Deutschen Einheit: Die Entpolitisierung der „Wende“

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Gedenktage/Jahrestage, Innen- und Gesellschaftspolitik, Medienkritik, Rechte Gefahr, Strategien der Meinungsmache

Dunja Hayalis Talkshow und der Deutschlandfunk verbreiteten am Tag der deutschen Einheit eine emotionalisierte Version der Wiedervereinigung und trennten beim Thema Rechtsruck Ursache und Wirkung – eine kühle politisch-ökonomische Bilanz ist nicht erwünscht: Medien und Politik würden sich dabei selber belasten. Von Tobias Riegel

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Betrachtet man zwei der zentralen Sendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zur deutschen Einheit am Mittwoch, so wird eine Linie offensichtlich: das Bemühen, die „Wende“ von 1989 und ihre fatalen Folgen für viele Ostdeutsche zu entpolitisieren und zu einer individuell-emotionalen Erfahrung umzudeuten. Der aktiv herbeigeführte Zusammenbruch einer Volkswirtschaft und die folgende, mit moralisch-politischer Überheblichkeit flankierte Massenarbeitslosigkeit sollen einem „Gefühl“ weichen, das die „scheinbar Abgehängten“ (ohne ersichtlichen Grund) befällt. Der Rechtsruck soll von seinen offensichtlichen Ursprüngen getrennt werden. Die medialen und politischen Verantwortlichen für diese Ursprünge wollen diese Verantwortlichkeiten vernebeln.

Ein Kronzeuge für die Entkoppelung von radikaler DDR-Abwicklung und pauschaler Erniedrigung einerseits und dem aktuellen Aufruhr unter vielen Ostdeutschen andererseits ist die junge „Zeit“-Journalistin Valerie Schönian, die momentan offensiv ihr Lebensgefühl als „Ostdeutsche“ beschreibt. Diese Haltung macht im ersten Moment einen „wende-kritischen“ Eindruck. Aber Schönian spricht sich bei jeder Gelegenheit dafür aus, ihr aktuelles Unbehagen vom politisch-ökonomischen Umgang des Westens mit der untergehenden DDR zu trennen: „Das hat nichts mit der DDR zu tun und auch in der Nachwendezeit ging es mir nicht schlecht. Aber in dieser Zeit hat sich eben ein ostdeutsches Bewusstsein gebildet.“ Interessieren Schönian diese Ursprünge nicht? Man hat den Eindruck, sie möchte am liebsten nur das Heute betrachten, und wünscht sich vor allem anderen, dass die überheblichen Kommentare aus dem Westen endlich verstummen.

„Wende“ und Rechtsruck: Ursache und Wirkung sollen getrennt werden

In diesem Willen, die aktuellen gesellschaftlichen Spaltungen von ihren in den Wendejahren liegenden Ursachen zu separieren, trifft sich Schönian mit der großen Politik und den großen Medien.

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Merkel und die Medien: Wenn eine Hand die andere wäscht – www.NachDenkSeiten.de

Merkel und die Medien: Wenn eine Hand die andere wäscht – www.NachDenkSeiten.de

21-09-18 08:16:00,

21. September 2018 um 9:00 Uhr | Verantwortlich:

Merkel und die Medien: Wenn eine Hand die andere wäscht

Veröffentlicht in: einzelne Politiker, Lobbyismus und politische Korruption, Medien und Medienanalyse

Die deutschen Zeitungsverleger ehren Kanzlerin Angela Merkel mit einem wichtigen Preis der Branche. Die Episode mag eine symbolische Rand-Facette sein – aber sie öffnet den Blick auf das grundsätzliche Verhältnis von Regierung und Privatmedien. Von Tobias Riegel.

Dem Befund, dass die Bundesregierung und die großen deutschen Medien mutmaßlich zwei sich gegenseitig stützende Systeme sind, kann nur schwer widersprochen werden. Doch selten wird dieses Verhältnis so offensichtlich wie in Situationen, in denen sich gegenseitig Gefälligkeiten erwiesen werden. Auch wenn in diesem Text keine direkte Verbindung zwischen Preisverleihung und politischen Maßnahmen hergestellt werden soll: Die Verleihung des Medienpreises „Ehren-Victoria“ des Verbands deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) an Bundeskanzlerin Angela Merkel kurz nach Einführung der maßgeblich von der CDU vorangetriebenen „Uploadfilter“ und eines umstrittenen Leistungsschutz-Rechts sowie der Ausnahme der Zeitungsausträger vom Mindestlohn ist eine solche Situation.

Mit dem am 5. November verliehenen Preis möchten sich die Verleger natürlich nicht offiziell für Wohltaten von Regierungsseite bedanken. Statt dessen würdigen sie Merkels “bisherige politische Gesamtleistung“ – angesichts der eifrigen Erfüllung neoliberaler Pläne durch die Große Koalition ist dieses Lob der privaten Medienwirtschaft wahrscheinlich nicht einmal geheuchelt. Die Ankündigung spart nicht mit Schmeicheleien: „Vom Beginn der Kanzlerschaft 2005 über die erfolgreiche Bewältigung der Finanzkrise bis zur Führung in einem turbulenten Europa reichen ihre Verdienste.“ Dieser Satz verdient nähere Betrachtung – denn weder ist die „Finanzkrise bewältigt“, noch wäre dies Merkels Verdienst gewesen. Den Zustand Europas unter Merkels Führung als „turbulent“ zu bezeichnen, erscheint ebenfalls fragwürdig. Zu guter Letzt ist es grundsätzlich absurd, wenn die Zeitungsbranche die Person kritiklos ehrt, zu deren Kontrolle die Journalisten eigentlich angetreten waren.

Das unscharfe Wort von den „Merkel-Medien“

Der VDZ ist ein Lobby-Verein deutscher Privatmedien, er vertritt nach eigenen Angaben rund 500 Verlage, die zusammen mehr als 6000 Zeitschriften verlegen. Präsident ist seit 2017 der Chef des katholischen Medienunternehmens „Liborius“, Rudolf Thiemann. Thiemann machte schnell auf sich aufmerksam, indem er den VDZ als Plattform nutzte, um gegen die Konkurrenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu wirken.

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Medien entlarven Unterstützung an syrische Terroristen durch die Niederlande

Medien entlarven Unterstützung an syrische Terroristen durch die Niederlande

11-09-18 09:40:00,

Politik

23:01 11.09.2018(aktualisiert 23:02 11.09.2018) Zum Kurzlink

Journalisten der niederländischen Rundfunkanstalt Niederlandse Omroep Stichting (NOS) haben bei einer Recherche herausgefunden, dass die Behörden des Landes die Organisation „Dschabhat asch-Schamia“ in Syrien technisch und finanziell unterstützt haben. Die Gruppierung war zuvor in einem Gerichtsprozess als terroristisch eingestuft worden.

Die niederländischen Behörden versorgten die Mitglieder der Gruppierung laut dem Bericht mit Ausrüstung, Uniformen und Kleintransportern.

Interessant ist dabei, dass „Dschabhat asch-Schamia“ früher bei einem Gerichtsprozess gegen einen niederländischen Bürger, der Mitglied dieser Organisation war, als terroristisch eingestuft wurde. Die niederländische Staatsanwaltschaft erklärte jedoch gegenüber Journalisten, sie könne den terroristischen Charakter der Gruppierung nur im Rahmen dieses konkreten Falls kommentieren.

©
REUTERS / ALAA AL-FAQIR

Laut niederländischen Medien ist das nicht das erste Mal, dass die Behörden des Landes der sogenannten „gemäßigten Opposition“ geholfen hatten, deren Vertreter „ernste Menschenrechtsverletzungen“ zu verantworten hätten. Namen der konkreten Gruppierungen wurden allerdings nicht genannt, weil diese geheim gehalten werden.

Im Repräsentantenhaus des niederländischen Parlaments zeigte man sich über die Meldung schockiert. Das Außenministerium des Landes erklärte, der Bericht werde „sehr ernst behandelt“. Man fühle sich in der Überzeugung bestärkt, dass die Entscheidung, die finanzielle Unterstützung an die syrische Opposition zu stoppen, richtig gewesen sei.

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Aktualisiert: Medien in Deutschland

Aktualisiert: Medien in Deutschland

02-09-18 07:17:00,

Die Referenzen zu unserer Infografik »Medien in Deutschland: Das Transatlantik-Netzwerk« wurden auf den Stand 2018 aufdatiert.

Die Kenntnis dieses Netzwerks ist essentiell für das Verständnis der Berichterstattung über Kriege und Konflikte, Migration, Terrorismus, Freihandelsverträge, US-Politik, »Fake-News«, Zeitgeschichte und weitere geopolitisch relevante Themengebiete.

Auch die Schweiz ist von diesem Mediennetzwerk tangiert: etwa durch hiesige Marktanteile, diverse Kooperationen, sowie Interventionen bei nicht-konformer Berichterstattung. Darüber hinaus sind Schweizer Medien ihrererseits in transatlantische Netzwerke eingebunden.

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Alternative Medien wehrt euch: Der geplante „Medienstaatsvertrag“ bedroht die Meinungsfreiheit! – www.NachDenkSeiten.de

Alternative Medien wehrt euch: Der geplante „Medienstaatsvertrag“ bedroht die Meinungsfreiheit! – www.NachDenkSeiten.de

24-08-18 09:57:00,

24. August 2018 um 10:58 Uhr | Verantwortlich:

Alternative Medien wehrt euch: Der geplante „Medienstaatsvertrag“ bedroht die Meinungsfreiheit!

Veröffentlicht in: Das kritische Tagebuch

Ein aktueller Entwurf für einen „Medienstaatsvertrag“ könnte unter Umständen auch alternative Medien zur Beantragung einer Rundfunklizenz verpflichten. Kritische Informationen würden dann nur noch von Staates Gnaden ins Internet gelangen. Das potenziell verheerende Zensur-Vorhaben wird im Entwurf als „zeitgemäße Regulierung“ angepriesen, die sich vor allem gegen Internet-Riesen richte und „Entfaltungsräume für die vielen Kreativen eröffnen“ solle. Der Kampf gegen die US-Dominanz im Internet ist richtig. Aber er könnte destruktive Begleiterscheinungen haben, gegen die man prophylaktisch einschreiten sollte. Das Gute ist: Man kann sich noch wehren – das sollte die kritische Netzgemeinde jetzt tun! Von Tobias Riegel.

Die Rundfunkkommissionen der Länder beraten gerade über einen „Medienstaatsvertrag“. Ziel des Vorhabens sei eine „zeitgemäße Regulierung“. Viele Bürger fürchten jedoch ein Instrument der Zensur: Kritische Webseiten sollten durch das neue Gesetz mutmaßlich gezwungen werden, eine Rundfunklizenz zu beantragen. Denn „kein Rundfunk” im Sinne des künftigen Staatsvertrags sollen lediglich folgende Konstrukte sein: „1. Rundfunkprogramme, die aufgrund ihrer geringen journalistisch-redaktionellen Gestaltung, ihrer begrenzten Dauer und Häufigkeit der Verbreitung, ihrer fehlenden Einbindung in einen auf Dauer angelegten Sendeplan oder aus anderen vergleichbaren Gründen nur geringe Bedeutung für die individuelle und öffentliche Meinungsbildung entfalten, 2. Rundfunkprogramme, die jedenfalls weniger als 5000 Nutzern zum zeitgleichen Empfang angeboten werden.“ Zusätzlich gibt es die Regelung des „Bagatell-Rundfunks“ sowie befremdliche Ausnahmen für die Videospiele-Industrie, auf die unten eingegangen wird.

Offiziell richtet sich das Vorhaben gegen US-Internet-Konzerne, die im Gesetzentwurf als „Intermediäre“ bezeichnet werden. Das betont auch die Direktorin der Bremer Landesmedienanstalt und Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Cornelia Holsten, im „Deutschlandfunk“. Besonders wichtig sei es, Facebook, Google und andere Intermediäre zu regulieren. “Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass es für Intermediäre Regeln geben muss, damit niemand diskriminiert wird, sondern damit alle Angebote gleichberechtigt eine Rolle spielen”, sagte Holsten. Dass es im Moment keine ausreichenden Regeln gebe, könne sich “sehr leicht in eine Gefahr für die Medien-und Meinungsvielfalt verwandeln”. Für Nutzer von Suchmaschinen sei es zum Beispiel wichtig, einen Ansprechpartner im eigenen Land zu haben, der Fragen zu Suchkriterien beantwortet. Diese Forderungen Holstens sind rundheraus zu begrüßen. Man sollte auch aufpassen, dass man sich nicht durch falsche Forderungen nach „Freiheit“ vor den Karren der US-Internet-Konzerne spannen lässt – diese Firmen sind Meister darin,

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Warum den Medien nicht zu trauen ist

Warum den Medien nicht zu trauen ist

17-08-18 07:06:00,

Herr Krüger, nachdem Sie mit »Meinungsmacht« im Jahr 2013 ganz schön für Furore gesorgt haben, haben Sie mit dem Buch »Mainstream: Warum wir den Medien nicht mehr trauen nachgelegt. Warum dieses Buch? Was war Ihre Motivation?

Im Jahr 2014, mit der Annexion der Krim durch Russland, brach eine wohl schon länger schwelende Vertrauenskrise zwischen großen Medien und Mediennutzern offen aus. Sehr viele Nutzer stellten die Deutungsmuster der Berichterstattung in Frage, und die Aufregung wurde damals befeuert von Daten aus meiner Dissertation zu Journalisten in US-nahen Elitennetzwerken, welche durch Alternativmedien wie Telepolis und die NachDenkSeiten sowie durch die ZDF-Satiresendung »Die Anstalt« weite Verbreitung fanden.

Das Jahr 2014 ging dann mit Pegida-Demonstrationen und »Lügenpresse«-Rufen zu Ende – Medienkritik kommt seitdem massiv sowohl von links als auch von rechts, sie beklagt jeweils die Homogenität der Medieninhalte und die Konformität mit der Regierungspolitik, und sie ist oft verbunden mit fundamentaler Systemkritik.

In meinem Buch versuche ich zu erklären, warum sowohl Leser der NachDenkSeiten als auch Pegida-Anhänger den großen Medien das Vertrauen entzogen haben – und zugleich empathisch mit den Journalistinnen und Journalisten zu sein, die in der Vertrauenskrise oft etwas ratlos aussehen und überzeugt sind, einen guten Job zu machen.

Diesmal geht es ja weniger um Elitennetzwerke, sondern um das, was wohl jedermann wahrzunehmen vermag: dass der Korridor der veröffentlichten Meinung inzwischen so schmal ist wie kaum je zuvor. Von medialer Pluralität kann bei vielen Themen inzwischen keine Rede mehr sein, und gerade in Bezug auf Krieg und Frieden sowie Arm und Reich gibt es kaum mehr Abweichungen zur Eliten-Propaganda.

Hat sich die Situation seit 2013 denn weiter zugespitzt? Die skizzierten Gedanken hatten Sie sich ja bereits für »Meinungsmacht« gemacht. Was hat sich verändert seitdem? Warum legen Sie nach?

Auf jeden Fall ist die Wut der Mediennutzer größer geworden und das Empfinden gewachsen, dass der Meinungskorridor zu eng ist. Ich glaube, dass der Mainstream – also die dominanten Narrative in der Mehrzahl der großen Medien – in engem Zusammenhang mit dem Elitendiskurs steht, also dass die Meinungsspanne in den Medien ungefähr der Meinungsspanne in der politischen Elite entspricht.

Nun haben sich die etablierten Parteien in vielen inhaltlichen Fragen einander angenähert: Die SPD ist wirtschaftsliberaler, die CDU ökologischer und die Grünen sind militärfreundlicher geworden.

De facto haben wir,

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Wenn Regierungen lügen und Medien mitmachen

Wenn Regierungen lügen und Medien mitmachen

15-08-18 07:56:00,

Herr Goeßmann, auch Sie sind mit einem Beitrag in dem Buch »ARD & Co.: Wie Medien manipulieren« vertreten. Und ich dachte immer, der Vorwurf, Medien würden manipulieren, käme »von rechts« – Sie aber erheben ihn auch als Journalist. Wie kommt es dazu? Wogegen richtet sich Ihre Kritik?

Lassen Sie es mich mit einem der größten investigativen Journalisten des letzten Jahrhunderts sagen. Der US-Journalist I. F. Stone hatte bei seiner Arbeit ein ehernes Prinzip: Reporter sollten mit der Voraussetzung an ihre Arbeit gehen, dass mächtige Institutionen lügen, und nicht damit, dass sie die Wahrheit sagen. »Governments lie« war seine Devise. In den 1950er Jahren wollte jedoch keine Zeitung den angesehenen Journalisten anstellen. Er stand auf schwarzen Listen der US-Regierung. 1953 gründete er den berühmten Newsletter I. F. Stone’s Weekly, aus der Not geboren. Der »muckraking journalist« Stone war damit eine Art Pionier-Blogger, Vorbild für unabhängige Journalisten wie Michael Moore, Glenn Greenwald oder Jeremy Scahill.

Während New York Times, CBS und Co. in den Vereinigten Staaten einfach Regierungspropaganda weiterreichten, opponierte Stone bereits früh gegen den Vietnamkrieg, gegen Diskriminierung und politische Repression. Sein journalistischer Stil war schmucklos:

»Ich habe mich nie für Insider-Kram interessiert. (…) Ich versuchte vielmehr, Informationen bereitzustellen, die belegt werden können, so dass die Leser sie selbst überprüfen können. Ich bemühte mich, die Wahrheit aus Anhörungen, offiziellen Mitschriften und Regierungsdokumenten so akkurat wie möglich freizulegen. (…) In jeder Ausgabe habe ich versucht, Fakten und Meinungen, die sonst nirgends in der Presse aufzufinden sind, zu bieten.«

Stone war es auch, der dem US-Präsidenten Lyndon B. Johnson vorhielt, dass er zum Vorfall im »Golf von Tonkin« nicht die Wahrheit sage und Ungereimtheiten verschweige, veröffentlicht in seinem »one-man« Weekly. Die millionenschweren US-Mainstreammedien von New York Times und Washington Post mit besten Kontakten in die gesellschaftlichen Schaltzentralen schwiegen dazu.

Mit der gleichen Skepsis, die I. F. Stone der Regierung entgegenbrachte, sollte man auch an die Berichterstattung der Mainstreammedien herangehen. Denn auch sie stellen mächtige Institutionen dar. Wer sich anschaut, wer die Medien besitzt, finanziert, managt, den notwendigen Strom an Informationen und Nachrichten täglich bereitstellt oder sie mit »Gegenfeuer« beeinflussen und disziplinieren kann, der sollte mit einer tiefen Grundskepsis die Zeitung morgens aufschlagen oder die Nachrichten anschalten. Die Fragen im Kopf sollten immer lauten:

Sieht die Welt wirklich so aus?

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Immer mehr Medien in immer weniger Händen

Immer mehr Medien in immer weniger Händen

18-07-18 06:25:00,

Die Medienvielfalt in Deutschland nimmt weiter ab. Das stellt die Gewerkschaft ver.di in ihrer neuesten Analyse der bundesdeutschen Medienlandschaft fest. Zuvor hat bereits der Medienforscher Horst Röper auf die Entwicklung hingewiesen. Er warnt: „Von Vielfalt kann vielerorts nicht mehr die Rede sein.“

„Der Konzentrationsgrad auf dem Medienmarkt nimmt weiter zu, und das nicht nur im Zeitungsbereich“, meldete ver.di am Dienstag. Die für Medien zuständige Dienstleistungsgewerkschaft veröffentlicht vierteljährlich entsprechende Analysen. Diese stützen sich auf die Auswertung von Tageszeitungen, Fachzeitschriften, Informationsdiensten, Verbandspublikationen und Internetseiten. Im neuesten Quartalsbericht 2/2018 wird unter anderem festgestellt, in der Telekombranche entstehe mit der geplanten Fusion von Unitymedia mit Kabel Deutschland „ein neues gefährliches Monopol“.

Bei den privatwirtschaftlichen Medienkonzernen konnten der Analyse zufolge mit Bertelsmann, ProSiebenSat.1 und Axel Springer die drei größten im ersten Quartal 2018 leichte Zuwächse erzielen. Die ersten beiden würden dennoch Mitarbeitende entlassen. Im zweiten Quartal 2018 wurden laut dem Bericht 35 Übernahmen, Beteiligungen und Gründungen von Gemeinschaftsunternehmen öffentlich, an denen deutsche Medienunternehmen beteiligt waren. Zu den bedeutenderen Deals werden der Mehrheitserwerb beim brasilianischen „Affero Lab“ durch Bertelsmann oder die Übernahme des „Bonner Generalanzeigers“ durch die „Rheinische Post“ und der „Wetzlarer Zeitung“ durch die VG Rhein-Main gezählt.

Konzentrationsschub beobachtet

Bei den Zeitungen habe es einen „deutlichen Schub“ an Konzentration gegeben, so die Analyse. Neben den neuen Übernahmen wird unter anderem erwähnt, dass sich die „Heilbronner Stimme“ seit Anfang Mai Artikel, Themenpakete und ganze Seiten vom „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) der Verlagsgruppe Madsack aus Hannover liefern lässt. Wenig später habe die DuMont Mediengruppe angekündigt, dass sie ihre Hauptstadtredaktion in Berlin auflösen und stattdessen gemeinsam mit Madsack eine Redaktion für Politik und Wirtschaft gründen wird. An dieser RND Berlin GmbH wird Madsack 75 Prozent halten und DuMont 25 Prozent.

„Mit diesem Deal erreicht der Trend zur Zentralisierung der Zeitungsredaktionen eine neue Stufe.“ Laut ver.di werden die 17 Redakteure der bisherigen „DuMont Redaktionsgemeinschaft“ („Kölner Stadt-Anzeiger“, „Berliner Zeitung“ u. a., auch für „Frankfurter Rundschau“) in Berlin entlassen und können sich beim RND bewerben. „Dort sollen acht neue Stellen geschaffen werden.“

Einheitsbrei erzeugt

„Die Pressekonzentration in Deutschland wächst rasant“, hatte der Medienforscher Horst Röper bereits im Mai festgestellt. „Die Anzahl der Zeitungsübernahmen war in den letzten Jahren besonders hoch – allein die zehn führenden Verlagsgruppen haben ihren Anteil am Gesamtmarkt der Tagespresse auf 61,6 Prozent erhöht.“

Röper analysiert mit dem Dortmunder Formatt-Institut regelmäßig die Medienentwicklung.

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Laut Medien führt Assad einen „Eroberungskrieg“ – im eigenen Land – www.NachDenkSeiten.de

Laut Medien führt Assad einen „Eroberungskrieg“ – im eigenen Land – www.NachDenkSeiten.de

30-06-18 12:20:00,

Laut Medien führt Assad einen „Eroberungskrieg“ – im eigenen Land

Veröffentlicht in: Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkritik, Militäreinsätze/Kriege

Wenn der syrische Präsident mit russischer Hilfe syrisches Territorium gegen islamistische Söldner verteidigt, wirken zuverlässig die eingespielten Medien-Reflexe bei dem Thema: Eine Verteidigung gegen vom Westen unterstützte Kämpfer wird zu einer Attacke gegen „die eigene Bevölkerung“ umgedeutet. In den letzten Tagen nahm das einmal mehr kampagnenhafte Züge an. Hier soll beispielhaft für weite Teile der deutschen Medienlandschaft die Berichterstattung von „taz“ und „Spiegel“ untersucht werden. Von Tobias Riegel.

Die „taz“ eröffnet einen aktuellen Artikel zu Syrien mit diesem Satz: „Wieder führt Syriens Regime einen erbarmungslosen Eroberungskrieg, und wieder sieht die internationale Gemeinschaft tatenlos zu.“ An diesen Worten sind mehrere Aspekte nicht korrekt: Die rechtmäßige Regierung Syriens „erobert“ kein fremdes Terrain, sondern bekämpft islamistische Besatzer. Und auch die „internationale Gemeinschaft“, womit die „taz“ mutmaßlich die EU, die USA und ihre verbündeten Golfstaaten meint, sieht keineswegs „tatenlos zu“ – im Gegenteil mischen sich diese Länder seit sieben Jahren mit Söldnern und Waffenlieferungen in dem Land ein. Man hätte sich gewünscht, diese „Gemeinschaft“ wäre tatsächlich tatenlos geblieben. Der syrischen Bevölkerung wäre viel Leid erspart geblieben.

Wie jedes Mal, wenn der syrische Präsident mit russischer Hilfe syrisches Territorium gegen islamistische Söldner verteidigt, wirken die eingespielten Medien-Reflexe: Eine offensichtliche Verteidigung gegen vom Westen unterstützte Kämpfer wird zu einer Attacke gegen „die eigene Bevölkerung“ umgedeutet. Man kennt diese medialen Strategien zur Genüge, auch die verwendeten Begriffe („Rebellen“, „Machthaber“, Opposition“) sind so gewohnt wie die Praxis, parteiische oder namenlose Quellen zu unabhängigen Beobachtern zu erklärten, etwa in diesem Satz: „Am Donnerstag meldeten Aktivisten den Tod von 22 Zivilisten bei russischen Angriffen auf Al-Museifra, darunter fünf Kleinkinder in einem Keller.“

Ein Zurückweichen der Medien käme einem Schuldeingeständnis gleich

Das Interessante ist darum nicht mehr nur die Berichterstattung selber, sondern zusätzlich die Hartnäckigkeit, mit der an höchst zweifelhaften Deutungen festgehalten wird, etwa in der „taz“, die immer noch eine „Revolution“ als den angeblichen Auslöser des Kriegs gegen Syrien benennt: „In Daraa hatten im März 2011, nach den Revolutionen in Tunesien und Ägypten, die ersten Proteste gegen die syrische Diktatur begonnen, deren brutale Niederschlagung durch das Regime später in den Bürgerkrieg führte.“

Aber Journalisten wie Dominik Peters („Spiegel“) oder der auf den NachDenkSeiten hier und hier bereits thematisierte Dominic Johnson („taz“) haben wohl kaum eine andere Wahl: Sie müssen ihre vor sieben Jahren eingeführte Erzählung vom „niedergeschlagenen Volksaufstand“ beibehalten – andernfalls würden sie indirekt eingestehen,

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Medien zwischen Angst und Zuversicht

Medien zwischen Angst und Zuversicht

24-06-18 11:37:00,

Robert Ruoff / 24. Jun 2018 –

“Die grosse Gereiztheit” – oder: es herrscht eine Stimmung wie vor über hundert Jahren, sagt Bernhard Pörksen.

Die Angst geht um in der Schweizer Medienszene. Christof Moser hat jüngst (am 17. Mai 2018) in der “Republik” seine grosse Arbeit über die «Bombe mit Zeitzünder» veröffentlicht. Die Bombe ist Tamedia. Der Zeitzünder sind die Entlassungen, die nach der grossen Zentralisierung auf das Medienhaus zukommen: in der Westschweiz und beim «Tages-Anzeiger» mit seinen Kopfblättern in Basel und Bern.

Die Angst ist nicht neu. Sie ist einfach akut. Sie sitzt den Medienschaffenden unter der Haut seit dem Mai-Massaker von 2009, als unter Chefredaktor Res Strehle ein Drittel der Belegschaft des «Tages-Anzeigers» vom Verleger Pietro Supino auf die Strasse gestellt wurde, 52 Menschen. Wer diese Angst spürt, möchte sie tatsächlich nicht wahr haben. Obwohl es die Aufgabe von Journalistinnen und Journalisten ist, der Wahrheit genau in die Augen zu schauen, auch wenn es die eigene Wirklichkeit ist. Und wenn sie weh tut.

Die grosse Maskerade

Vielleicht schreibt der Literaturkritiker Philipp Tingler auch deshalb in seinem Gastkommentar für den «Tages-Anzeiger» eine Verteidigung der «Doppelbödigkeit» und der «Lüge als soziales Regulativ». Lüge, so schreibt Tingler (am 16. Mai 2018) einen Tag vor Mosers “Republik”-Artikel, – Lüge könne man ja auch bezeichnen als das «performative Zurechtlegen der Wahrheit».

In diesem Sinne haben die Tamedia-Verantwortlichen eine grosse «Performance» hingelegt, als sie die umfassende Reorganisation angekündigt haben. «Keine Kündigungen» seien damit verbunden, hiess es, und die Formulierung bedeutete lediglich, dass Kündigungen nicht hier und heute und auch noch nicht am 1. Januar 2018 stattfinden würden. Die Formulierung bedeutete, dass die Manager als Charaktermasken des Kapitals handelten und bei dieser Wahrheit nicht sogleich ertappt werden wollten.

«Charaktermaske», wie der alte Marx zu sagen pflegte, bedeutet nichts anderes als die sachlich kühle Feststellung, dass die Kapitaleigner und die Manager sich den Gesetzen des Marktes beugen müssen, weil sie sonst selber aus diesem Markt fliegen. Hinter der Maske des profitorientierten Fabrikherrn verbirgt sich vielleicht ein ansonsten freundlicher, gebildeter, eleganter, gelegentlich sogar spendierfreudiger Mann. Der Fabrikherr und seine Direktoren würden sich dann nicht mehr unterscheiden von den Medienschaffenden, die durch «natürliche Fluktuation» oder durch direkte Kündigung ohnehin auf diesem Medienmarkt überflüssig werden.

Aber das ist das Gesetz des Marktes: Rund 300 Menschen weniger wird Tamedia beschäftigen müssen,

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