Kein Wort in deutschen Medien: US-Spione wurden in Russland erwischt | Anti-Spiegel

kein-wort-in-deutschen-medien:-us-spione-wurden-in-russland-erwischt-|-anti-spiegel

20-10-19 09:33:00,

Am 14. Oktober ereignete sich ein Spionagevorfall in Russland, der es nicht in die deutschen Medien geschafft hat. Anstatt die US-Spione, die als Diplomaten bei der US-Botschaft tätig sind, auszuweisen, reagierte Russland jedoch mit Spott.

Die Sprecherin der US-Botschaft in Russland hat sich beschwert, dass drei US-Diplomaten in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt worden sind. Eine Vorlage, die von einigen US-Medien natürlich als Unterfütterung der anti-russischen Hysterie genutzt wurde. In Deutschland haben die Medien diese Geschichte bisher nicht aufgegriffen, zumindest habe ich keine Berichte darüber gefunden.

Die US-Botschaft hat dabei verschwiegen, dass ihre Diplomaten gegen eine Regel verstoßen haben, die für russische Diplomaten in den USA genauso gilt, wie für US-Diplomaten in Russland – und zwar auf ausdrücklichen Wunsch der USA. Die US-Spione haben versucht, sich gesperrten militärischen Einrichtungen zu nähern, darunter auch dem Testgelände, auf dem es im Sommer eine Explosion gegeben hat, die für Schlagzeilen gesorgt hat. Da in Deutschland nicht über den Spionageversuch der USA berichtet wurde, habe ich sowohl den Bericht des russischen Fernsehens, als auch die offizielle Erklärung des russischen Außenministeriums über den Vorfall übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Am 14. Oktober wurden drei amerikanische Spione aus einem Zug in der Region Archangelsk in der Nähe des geheimen Testgeländes der russischen Marine bei dem Dorf Nenoxa geholt. Sie alle sind angeblich ehemalige Marines und jetzt hochrangige Offiziere und Mitarbeiter des Militärattachés der US-Botschaft in Moskau. Da ein Diplomat, der in einer für ihn verbotenen Zone aufgetaucht ist, kein Diplomat mehr ist, sondern ein Spion, werden wir diese Amerikaner auch so nennen. Alle drei waren als Einheimische verkleidet, als Pilzsammler, Touristen oder einfach nur unauffällige Zugpassagiere: auf jeden Fall war das Ziel, mit der Menge zu verschmelzen.

Bei dem geheimen Testgelände handelt es sich um das, auf dem es im letzten Sommer eine Explosion gegeben hat. Damals schrieben die Amerikaner viel darüber, dass eine neue russische Hyperschallrakete getestet worden sei. Nach dem Unfall stieg die Strahlung dort wirklich kurz an, für etwa eine halbe Stunde. Für Mensch und Natur waren die Auswirkungen laut dem Katastrophenschutzministerium „unbedeutend“, aber die Amerikaner waren furchtbar aufgeregt. Dann warteten sie ein wenig und entschieden sich für eine Spionageaktion.

Die Geschichte war dann aber eher lustig, wie in dem alten,

 » Lees verder

Medien. Mainstream. Meinungsmache? – Paul Schreyer und Mathias Bröckers bei den Buchkomplizen | KenFM.de

medien-mainstream-meinungsmache?-–-paul-schreyer-und-mathias-brockers-bei-den-buchkomplizen-|-kenfm.de

17-10-19 07:53:00,

Dieser Artikel ist auch als kostenlose MP3 für Dich verfügbar!

Download MP3

KenFM ist auf der Frankfurter Buchmesse 2019!

Sind unsere Medien demokratisch? Wie unabhängig ist unsere „freie“ Presse? Welchen Stellenwert haben sogenannte Alternative Medien heute? Und was muss der Mainstream tun, um dem zunehmenden Vertrauensverlust entgegenzuwirken? Was sind Fake-News und wie können wir eine gesellschaftliche Spaltung überwinden?

Diese und weitere Fragen werden mit den Journalisten Paul Schreyer und Mathias Bröckers auf der Frankfurter Buchmesse diskutiert.

+++

KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

+++

Jetzt kannst Du uns auch mit Bitcoins unterstützen.

BitCoin Adresse: 18FpEnH1Dh83GXXGpRNqSoW5TL1z1PZgZK

Veröffentlicht am: 17. Oktober 2019

Anzahl Kommentare: noch keine

 » Lees verder

Die Medien und Chinas „Machtdemonstration“

die-medien-und-chinas-„machtdemonstration“

02-10-19 12:59:00,

Die Berichterstattung vieler großer Medien zu China ist von Selektion und Scheuklappen geprägt. Um das Land zu verstehen, muss es anders dargestellt werden, ohne es dabei generell zu „entlasten“. Das läge auch im Interesse des „Westens“. Von Tobias Riegel.

Anlässlich des 70. Jahrestags der Staatsgründung Chinas und der Berichterstattung in den großen deutschen Medien stellen sich zahlreiche politische und moralische Fragen: zum Beispiel nach dem Spannungsverhältnis von Armutsbekämpfung und individueller Freiheit. Mit Blick auf die zum Jahrestag nochmals eskalierten Proteste in Hongkong drängen sich auch Fragen auf nach dem Verhältnis zwischen dieser individuellen Freiheit einerseits und dem wichtigen Prinzip eines staatlichen Gewaltmonopols andererseits. Zu fragen ist auch, inwieweit Länder mit höchst unterschiedlichen Entwicklungsstufen überhaupt nach „westlichen“ (Doppel-)Standards beurteilt werden können. Zu betonen ist, dass die Entwicklungs-Defizite bei der moralischen Beurteilung von Nationen einerseits berücksichtigt werden müssen, andererseits aber nicht zu einer General-Entlastung für die jeweiligen Eliten führen sollten.

Dazu kommt, dass die politisch-moralische Einordnung ganzer Nationen durch weit entfernte Redakteure sehr oft mit Heuchelei und mit politischem Sendungsbewusstsein verbunden ist. So wäre es keine Kunst, etwa die Führung Saudi Arabiens in einer Pressekampagne als das Schreckensregime darzustellen, das es ist. Da das Land aber westlicher Verbündeter ist, erscheint es in der westlichen Presse oft fortschrittlicher und irgendwie fast „demokratischer“ als westliche Konkurrenten – etwa Venezuela. Denn im Falle Saudi Arabien findet sich bei allen unleugbaren Schrecknissen oft noch der eine positive Aspekt, der das Land dann in zahlreichen Artikeln „trotz aller Schwierigkeiten“ auf einem „zaghaften Weg der Öffnung“ zeichnet – etwa eine Fahrerlaubnis für Frauen.

China in deutschen Medien: Überwachung, Militarisierung und Folklore

Solche auch positiven Aspekte gibt es in jedem Land – es ist dann eine Frage der Ideologie des jeweiligen Redakteurs, ob sie erwähnt werden oder nicht. Im Falle Chinas, eines harten politisch-wirtschaftlichen Konkurrenten zum Westen, werden sie überwiegend verschwiegen. Die Berichterstattung zum Jahrestag in China pendelte in den vergangenen Tagen – von einigen lobenswerten Ausnahmen abgesehen – zwischen den Themen Unterdrückung und Militarisierung einerseits und einer Folklore vom „Reich der Mitte“ andererseits.

Das alles andere dominierende Motiv der Berichterstattung war die aktuelle „Machtdemonstration“ Chinas durch eine Militärparade. Es ist ein Fehler, China mit diesen Scheuklappen zu betrachten – schließlich geht es nicht darum, China blind zu entlasten, sondern darum, es zu verstehen.

 » Lees verder

Wichtige Medien wie die Süddeutsche Zeitung haben ihren Standort in Richtung Manipulation verschoben

wichtige-medien-wie-die-suddeutsche-zeitung-haben-ihren-standort-in-richtung-manipulation-verschoben

24-09-19 12:17:00,

Wichtige Medien wie die Süddeutsche Zeitung haben ihren Standort in Richtung Manipulation verschoben

Wichtige Medien wie die Süddeutsche Zeitung haben ihren Standort in Richtung Manipulation verschoben

Albrecht Müller

Ein Interview mit dem Herausgeber der NachDenkSeiten Albrecht Müller darüber, wie wir uns in einer Welt unentwegter Manipulationen noch orientieren können. Unmittelbarer Anstoß zum Interview war ein Streiflicht der Süddeutschen Zeitung mit dümmlich gehässigen Angriffen auf die NachDenkSeiten. Das Interview wurde am Rande des Pleisweiler Gesprächs vom 21.9.2019 geführt. Die Aufzeichnung vom Pleisweiler Gespräch mit Moshe Zuckermann stellen wir voraussichtlich am 26. September ins Netz.

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele – aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Akzeptieren Mehr dazu.

 » Lees verder

Kein Wort in den deutschen Medien: Grenzstreitigkeiten eskalieren – droht ein neuer Kaukasus-Krieg? | Anti-Spiegel

kein-wort-in-den-deutschen-medien:-grenzstreitigkeiten-eskalieren-–-droht-ein-neuer-kaukasus-krieg?-|-anti-spiegel

05-09-19 11:47:00,

Es gibt Konflikte, über die die deutschen Medien nicht berichten. Und wenn sie dann eskalieren, dann tun sie ganz überrascht. Derzeit gibt es einen solchen Konflikt an der georgisch-ossetischen Grenze, über den aber in Deutschland nicht berichtet wird.

2008 gab es den fünftägigen Kaukasus-Krieg, der in den deutschen Medien immer noch als „russische Aggression“ dargestellt wird, obwohl der Untersuchungsbericht des Europarates das Gegenteil sagt.

Georgien hat eine komplizierte Vergangenheit mit den Völkern der Osseten und Abchasen, die in den Grenzgebieten zwischen Russland und Georgien leben. In der Vergangenheit wurden diese Völker von Georgien unterdrückt, verfolgt, zwangsumgesiedelt und zwangsgeorgisiert. Solange sich Georgier, Abchasen und Osseten danach aber in einem Staat, der Sowjetunion, befanden, war es dort weitgehend ruhig. Als die Sowjetunion 1991 auseinanderbrach und diese Gebiete zu Georgien gehören sollten, kam es zu blutigen Bürgerkriegen, weil die Völker nicht unter georgischer Herrschaft leben wollte.

Es kam schließlich zu einem Waffenstillstand und einer Demarkationslinie, die von GUS-Friedenstruppen gesichert wurde. Im August 2008 griff Georgien das Gebiet der Osseten erneut an und nahm Wohnviertel der Stadt Zchinvali unter Granatbeschuss, die Anzahl der Toten ist nicht endgültig geklärt. Erst 36 Stunden nach Beginn des Angriffs erreichten russische Truppen den Ort des Geschehens und warfen die Georgier zurück.

Das ist keine russische Propaganda, es steht so im Bericht des Europarates.

Danach hat Russland Achasien und Ossetien als unabhängige Staaten anerkannt, Georgien sieht diese Gebiete immer noch als Teil seines Territoriums.

Das war eine kurze Zusammenfassung der Vorgeschichte, ausführliche Details und alle Quellen finden Sie hier.

Seit dem 23. August finden sich in den Nachrichtenagenturen Meldungen, dass sich die Lage an der Grenze zwischen Ossetien und Georgien wieder zuspitzt. Der Streit dreht sich um an der Grenze gebaute Kontrollposten der Georgier, von denen die Osseten behaupten, sie stünden auf ossetischem Gebiet. Der Ton wird rauer und auch eine ossetische Drohne wurde bereits von den Georgiern abgeschossen.

Ich verfolge den Konflikt bisher nur am Rande, aber er kann sich jederzeit – so wie 2008 – schnell wieder zu einem vollwertigen Krieg entwickeln. Logisch, dass die deutschen Medien dann erneut von einer „russischen Aggression“ sprechen werden und der deutsche Leser, der von der derzeit eskalierenden Vorgeschichte nichts hört, völlig überrascht sein wird.

Als wäre die Lage nicht ohnehin schon kompliziert und explosiv genug,

 » Lees verder

Was die Medien sonst noch verschweigen: Journalisten streiken für bessere Arbeitsbedingungen | Anti-Spiegel

was-die-medien-sonst-noch-verschweigen:-journalisten-streiken-fur-bessere-arbeitsbedingungen-|-anti-spiegel

20-08-19 07:56:00,

Wir lesen in den Medien immer wieder über Arbeitskämpfe und Streiks. Aber ist Ihnen aufgefallen, dass die Journalisten anscheinend nie streiken? Das stimmt natürlich nicht, das Problem ist, dass die Medien bei diesen Arbeitskämpfen die Arbeitgeber sind und deshalb berichten sie einfach nicht darüber. Also tue ich es.

Heute habe ich im Spiegel einen Artikel gefunden, der sich mit einem Phänomen bei WDR beschäftigt hat. Beim Morgenmagazin ging plötzlich während der Sendung das Licht aus:

„Als „Tagesschau“-Sprecher Jan Hofer nach den 8.30-Uhr-Nachrichten ins WDR-Studio nach Köln schaltete, saß das „Morgenmagazin“-Moderatorenteam Anna Planken und Sven Lorig plötzlich im Dunkeln. „Sie dürfen sich nicht wundern, aber in Köln wird wieder gestreikt“, klärte Lorig die Zuschauer auf. Und Planken fügte hinzu: „Und deswegen zeigen wir Ihnen jetzt eine aufgezeichnete halbe Stunde.““

Was man beim Spiegel nicht lesen konnte war, dass das ein geschickter Trick der Streikenden war, um überhaupt einmal in den Medien erwähnt zu werden. Eine Live-Sendung zu stören, lässt sich nur schwer verheimlichen, also gibt es dazu hier und da kurze und sachliche Artikel. Ansonsten berichten die Medien aber nicht über ihren eigenen Arbeitskampf.

Und das liegt sicher nicht daran, dass die Journalisten nicht berichten wollen, sondern daran, dass ihre Arbeitgeber diese Artikel nicht veröffentlicht sehen wollen. In der Medienbranche herrscht schon lange eine schwere Krise. Die Auflagen der Print-Medien gehen zurück und sind auf dem historisch niedrigsten Stand der Geschichte. Es gab schon in so ziemlich allen Redaktionen eine oder mehrere Kündigungswellen.

In der Folge wächst der Druck auf die verbliebenen Journalisten. Sie müssen das schreiben, was die Chefredakteure und die Medienunternehmen sehen wollen. Wer zu kritisch ist, der muss befürchten, seinen Job zu verlieren. Und als arbeitsloser Journalist hat man ein echtes Problem, denn einen neuen Job zu finden ist fast aussichtslos. Man muss dann als „freier Journalist“ hoffen, dass einem irgendjemand ab und zu mal einen Artikel abkauft. Und auch dabei gilt natürlich: Was nicht in die gewünschte Linie passt, wird von keiner Redaktion gekauft und erst recht nicht veröffentlicht.

Wie schwer es ist, als freier Journalist auch nur seine Rechnungen zu bezahlen, weiß ich aus eigener Erfahrung. Man hat die Wahl, von der Hand in den Mund zu leben (wenn überhaupt), oder man verkauft seine Freiheit und schreibt,

 » Lees verder

Der Jemenkrieg und die Medien

der-jemenkrieg-und-die-medien

16-08-19 09:38:00,

  1. Der Jemenkrieg und die Medien

  2. Literaturverzeichnis


  3. Auf einer Seite lesen

Zur Darstellung des Völkermords in deutschsprachigen Online-Medien

Einige der in den deutschsprachigen Online-Mainstream-Medien häufig gebrauchten Formulierungen sind zwar faktisch nicht falsch, haben jedoch Implikationen, die für den Jemenkrieg nicht angemessen sind: Sie lassen wichtige Aspekte ungesagt.

Dafür, dass es sich bei dem Krieg, der seit 2015 im Jemen herrscht, laut den UN um die “größte humanitäre Krise der Welt”1 handelt, ist dessen Präsenz in den Medien eher gering. Ausgehend von diesem Eindruck, wonach die Berichterstattung über den Konflikt weder quantitativ zufriedenstellend noch inhaltlich adäquat ist, soll hier die Frage gestellt werden: Wie voreingenommen bzw. wie neutral ist die Verbreitung von Informationen über den Jemenkrieg in den deutschsprachigen Mainstream-Online-Medien?

Dazu wäre natürlich eine größere empirische Untersuchung notwendig, die im Rahmen dieses Beitrags nur ansatzweise möglich ist. Im Folgenden liegt mein Fokus auf der Wortwahl, dem Sprachgebrauch – und welche Einstellungen dieser impliziert. Der Rahmen dieses Beitrags ist ein recht enger: Untersucht wurden 10 Onlinemedien mit insgesamt 27 Einzelbeiträgen. Entsprechend der wachsenden Bedeutung der Online-Medien liegt mein Schwerpunkt auf Informationen, die im Internet zu finden sind. Mein besonderes Augenmerk gilt den Standard-Formulierungen, nach denen die Huthis als “vom Iran unterstützte” “Rebellen” gelten, wohingegen die “Regierung” als eine “international anerkannten Regierung” tituliert wird. Auch das Narrativ “Sunni gegen Schia” findet sich in der Hälfte der Hauptmedien. Diese in den deutschsprachigen Online-Mainstream-Medien häufig gebrauchten Formulierungen sind zwar faktisch nicht falsch, haben jedoch Implikationen, die für den Jemenkrieg nicht angemessen sind: Sie lassen wichtige Aspekte ungesagt.

1 Die Darstellung des Kriegs in den Mainstream-Online-Medien

Untersucht wurden von mir (im Folgenden kurz bezeichnet als: die Hauptmedien): Die Online-Portale von ARTE, Das Erste, der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), dem Standard aus Österreich, dem SPIEGEL, der Süddeutschen Zeitung (SZ), der Tageszeitung (taz), der Welt, dem ZDF und der Zeit. Von jedem dieser Online-Nachrichtendienste wurden mehrere Berichte zum Thema analysiert, insgesamt 27 Beiträge, davon 18 Textbeiträge, 7 Videos und 2 Podcasts2.

 » Lees verder

Deutsche Medien melden, Russland wolle Demonstranten das Sorgerecht entziehen | Anti-Spiegel

deutsche-medien-melden,-russland-wolle-demonstranten-das-sorgerecht-entziehen-|-anti-spiegel

09-08-19 09:06:00,

In den deutschen Medien kann man immer wieder von einem Ehepaar lesen, dem nach Teilnahme an den Demonstrationen in Moskau die Erziehungsberechtigung für ihren kleinen Sohn entzogen werden soll. Was sind die Hintergründe?

Ich habe schon am Rande über den Fall berichtet. Bei den Protesten am 3. August gab es einen Einheizer, der die nicht genehmigte Demonstration angeführt und geleitet hat. Als dann die Polizei einschritt und die Demonstration auflösen wollte, übergab ihm jemand einen Säugling und getarnt als „zufällig spazierender Vater“ entging er der Polizei. Es klingt unglaublich, dass jemand erst eine Demonstration eskaliert, es hätte ja auch gewalttätiger enden können, und dass jemand seinen Säugling da mit hin nimmt, um ihn dann den Einheizer zu als Tarnung zu übergeben. Das muss natürlich russische Propaganda sein, auf so etwas kommen normale Menschen doch nicht.

Jedoch stimmt die Sache tatsächlich. Ausgerechnet der Spiegel hat ein Video verlinkt, dass die Geschichte zeigt. Man muss kein Russisch verstehen, die Bilder sprechen für sich: Zuerst heizt der Mann die Protestler ein, man sieht sogar, dass die Familie mit dem Kleinkind ebenfalls an der Protesten teilnimmt und ganz in seiner Nähe bleibt, um ihm dann im richtigen Moment das Kleinkind zu übergeben, damit er sich unentdeckt aus dem Staub machen kann.

Кто и как направляет протесты в Москве?


Dieses Video auf YouTube ansehen

Nun ermitteln die Behörden wegen Gefährdung des Kindes und Vernachlässigung der elterlichen Fürsorgepflicht und im schlimmsten Fall kann das zum Entzug des Sorgerechts führen.

Der Einheizer heißt Sergej Fomin und die Eltern geben an, er sei ein Jugendfreund des Mannes und ein Cousin der Mutter. Fomin war zur Fahndung ausgeschrieben und hat sich mittlerweile der Polizei gestellt. In dem erwähnten Spiegel-Artikel kann man lesen:

„Moskaus Opposition ist von den Wahlen zum Stadtparlament im September ausgeschlossen worden. Das empört viele Wähler, darunter auch Artemijs Eltern Dmitrij und Olga sowie seinen Onkel Sergej Fomin, der für eine Oppositionskandidatin Unterschriften gesammelt hat. Sie demonstrieren, obwohl die Stadtregierung keine Kundgebung erlaubt hat.“

Nun ist das natürlich, wie beim Spiegel bei dem Thema üblich, alles so nicht wahr. Nicht die Opposition ist von den Wahlen ausgeschlossen, sondern drei Kandidaten der Opposition, die Details finden Sie hier.

 » Lees verder

Die Medien spielen Krieg

die-medien-spielen-krieg

09-08-19 08:57:00,

Es ist kurz vor vier Uhr morgens. Graue Leopard-Panzer mit Bundeswehr-Kreuz rattern in die Angriffsstellungen vor einem polnischen Dorf. Ihre Aufgabe — das Dorf „zurückzuerobern“. „Und wenn es niemand offen ausspricht“, sagt die Off-Stimme, es geht um die „Abschreckung Russlands“. Es ist Donnerstagabend, 22 Uhr in der Realwelt. Das Zweite Deutsche Fernsehen zeigt den Film „Alte Bündnisse — neue Bedrohungen“. Kurz davor hat Claus Kleber im heute journal erklärt, Russland habe den INF-Vertrag gebrochen und bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes habe die Rote Armee dem deutschen Gemetzel „vom anderen Ufer der Weichsel“ tatenlos zugeschaut. Die Amerikaner und die Briten dagegen seien nur zu weit entfernt gewesen.

„Ich werfe keine Bomben, ich mache Filme“ — so hat einmal der große Rebell des deutschen Films Rainer Werner Fassbinder die Wirkung seiner Werke beschrieben. Das kann im Prinzip auf andere, profanere publizistische Genres übertragen werden. Ihren Produkten fehlt zwar die künstlerische Wucht und die revolutionäre Bildsprache einer „Sehnsucht der Veronika Voss“. Doch der stete mediale Tropfen entfaltet auf Dauer eine nicht geringere Sprengkraft. Allein schon durch die Masse und die Omnipräsenz. Insbesondere wenn kein Gegengewicht, kein Kontrapunkt, kein Perspektivwechsel gegeben ist.

Der Rote Platz. Eine Fallschirmjägerformation marschiert im Gleichschritt auf dem Bildschirm über das Steinpflaster, Marschmusik bläst, Putin schaut von der Gästetribüne zu, Xi Jinping an seiner Seite. „Russland beansprucht Territorium“, erläutert Peter Tauber, CDU, den Zusammenhang. „Und erstmals seit dem 2. Weltkrieg nimmt sich ein Land dieses Territorium mit Waffengewalt“. „Es gibt definitiv eine Bedrohung, die von Russland ausgeht“ — pflichtet ihm Obamas Sicherheitsberaterin Julianne Smith bei.

Niemand widerspricht. Niemand fragt, was das für eine „Waffengewalt“ ist, wenn kein Schuss fällt und die Bevölkerung mit den „Besatzern“ unbekümmert Selfies macht. Keiner bohrt bei Claus Kleber nach, warum etwa die NATO das russische Inspektionsangebot der kritischen Rakete vor Ort ausgeschlagen hat und was es mit der langen Reihe der jüngsten US-Waffensysteme auf sich hat, die aus russischer Sicht gegen den Vertrag verstoßen. Auch die Tragik des Warschauer Aufstandes und seiner grausamen Niederlage bleibt der zynischen Untätigkeit der Roten Armee angeheftet. Dabei ist historisch dokumentiert, dass die Aufständischen der Armia Krajowa einen gemeinsamen Waffengang mit der Roten Armee, der an ihrer Seite kämpfenden Wojsko Polskie und den Partisanen der Armia Ludowa von Anfang an ausgeschlossen hatten.

Als die Stoßspitzen der Roten Armee die Weichsel nach einem beispiellosen Vormarsch über 500 Kilometer in 5 Wochen erreicht hatten,

 » Lees verder

Kein Wort in den deutschen Medien: UNO und OSZE kritisieren neue, rassistische Gesetze in der Ukraine | Anti-Spiegel

kein-wort-in-den-deutschen-medien:-uno-und-osze-kritisieren-neue,-rassistische-gesetze-in-der-ukraine-|-anti-spiegel

20-07-19 05:35:00,

In der Ukraine wurde unbeachtet von deutschen und westlichen Medien ein nationalistisches, rassistisches, diskriminierendes und auch völkerrechtswidriges Sprachengesetz und ein eben solches Bildungsgesetz erlassen.

Ich habe über das neue Sprachengesetz der Ukraine immer wieder berichtet. Der Streit um die Sprachen in der Ukraine war der Zündfunke für die Krim-Krise 2014 und auch den Krieg im Osten der Ukraine.

Nach dem Putsch vom Maidan hat die neue Regierung als erstes nicht etwa Maßnahmen erlassen, die die Ordnung im Lande wiederhergestellt hätten, vielmehr hat sie schon am Tag nach dem Putsch, am 23. Februar 2014, ein Gesetz verabschiedet, das anderen Sprachen als Ukrainisch als Amtssprachen verboten hat. Und das in einem Land, in dem über 50% der Menschen eine andere Muttersprache haben, als Ukrainisch. Die größte Volksgruppe im Land sind neben den Ukrainern die Russen, aber es gibt auch polnische, ungarische, rumänische und andere Minderheiten.

Das Gesetz trat damals zwar dann nicht in Kraft, aber der Schaden war angerichtet, die Krim wollte aus der Ukraine heraus und im russischsprachigen Osten des Landes kam es zu Aufständen. Ich habe in meinem Buch über die Ukraine-Krise 2014 die Ereignisse dieser Tage ausführlich behandelt, Sie können den Teil hier als Leseprobe kennen lernen.

Als nun in diesem Jahr absehbar wurde, dass die Mehrheiten im Land sich verschoben haben, dass der Nationalist Poroschenko abgewählt wird und dass sich auch die Mehrheiten im Parlament verändern werden, da wurde im letzten Moment doch noch ein Sprachengesetz erlassen, das am 16. Juli in Kraft getreten ist. Von nun an ist es in der Ukraine bei Strafe verboten, wenn ein russischsprachiger Arzt mit seinem russischsprachigen Patienten Russisch spricht. Gleiches gilt auch für die anderen Minderheiten. Es wird „Sprach-Inspektoren“ geben, die ohne Durchsuchungsbefehl Unterlagen einsehen dürfen, um zu prüfen, ob auch ja keine Korrespondenz mehr in einer anderen Sprache als Ukrainisch geführt wird.

Das ist ein Gesetz, das gegen alle Internationalen Regeln zum Minderheitenschutz verstößt, aber die westliche Presse verliert darüber kein Wort. Und das obwohl, sowohl die UNO, als auch die OSZE das Gesetz deutlich kritisiert haben.

Die stellvertretende UNO-Generalsekretärin DiCarlo sagte:

„Obwohl viele Streitrfagen reguliert wurden, ruft das Gesetz immer noch Besorgnis hervor. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte empfiehlt der ukrainischen Regierung,

 » Lees verder

Wie Medien Falsches berichten, weil es ins Narrativ past

wie-medien-falsches-berichten,-weil-es-ins-narrativ-past

16-07-19 11:01:00,

Die gefundene Rakete. Bild: poliziadistato.it

Gestern nahm die italienische Polizei drei Rechtsextreme fest, die eine Rakete und ein Waffenlager in Besitz hatten. Sie hatten in der Ukraine gegen die Separatisten gekämpft. Viele Medien machten daraus “pro-russische” Kämpfer

Kurz vor dem Jahrestag des Abschusses der malaysischen Passagiermaschine MH17 zirkuliert eine Meldung durch die Medien, die deutlich macht, wie der Blick der Medien und Journalisten im westlichen antirussischen Narrativ gefangen ist. Sie lässt auch erkennen, wie konform Medien berichten, die Meldungen von Nachrichtenagenturen verbreiten.

Gestern wurde bekannt, dass die italienische Polizei unter der Leitung der Staatsanwaltschaft von Turin in einer Operation gegen Rechtsextreme Razzien in Mailand, Varese, Pavia, Novara und Forlì ausgeführt hat. Es wurden drei Männer festgenommen, ein Schweizer und zwei Italiener. Der frühere Zollinspektor Fabio Del Bergiolo war Mitglied der rechtsextremen Forza Nova. Gefunden wurde bei den drei Männern ein großes Waffenlager und eine funktionsfähige Luft-Luft-Rakete des Typs Matra, die in Katar gekauft wurde und vermutlich weiterverkauft werden sollte.

Bild: poliziadistato.it

Die Antiterror-Abteilung DIGOS in Turin hat seit einem Jahr die Rechtsextremen überwacht und abgehört, nachdem diese an Kämpfen in der Ukraine gegen die Separatisten teilgenommen haben. Dort kämpfen bekanntlich in rechtsnationalistischen und faschistischen Milizen – am bekanntesten ist das Azow-Bataillon – auf der Seite der ukrainischen Armee. Das Azow-Bataillon zog kampfwillige Rechtsextreme aus vielen anderen Ländern an, darunter auch aus Deutschland oder aus Russland.

Hier konnten die Rechtsextremen an Waffen gelangen sowie den Umgang mit Waffen aller Art im Kampfeinsatz trainieren. So wurde die Ukraine auch zum Trainingslager für gewaltbereite Rechtsextremisten, die wie im Fall der Festgenommenen auch im Waffenhandel tätig sind. Neben der Rakete fanden die Polizisten 9 Sturmgewehre, eine Maschinenpistole, 7 Pistolen, 3 Schrotflinten, 20 Bajonette, fast tausend Patronen und viele Waffenteile. Beschlagnahmt wurden auch zahlreiche Nazi-Symbole.

Zurechtgebogene Weltsicht

Interessant ist bei der Meldung, darauf machte mich ein Leser aufmerksam, dass in vielen Medien die Rede davon war, dass die Rechtsextremen auf der Seite der Separatisten gekämpft hatten. So lautet die Unterzeile des Berichts im Tagesspiegel: “Die Razzien richteten sich gegen mutmaßliche pro-russische Ukraine-Kämpfer.” Bei n-tv gibt es eine kleine Abwandlung: “Die Verdächtigen sollen pro-russische Ukraine-Kämpfer gewesen sein.” In der Mitteilung der Polizei steht allerdings ausdrücklich,

 » Lees verder

Medien in Frankreich: Größter Vertrauensverlust seit Jahren

medien-in-frankreich:-groster-vertrauensverlust-seit-jahren

26-06-19 03:55:00,

Glaubwürdigkeit und die Wahrnehmung der Unabhängigkeit der Journalisten sind ganz unten angelangt

Ausgerechnet in dem Land, das so viel mit seiner aufklärerischen Tradition wirbt und dessen Regierung eine große Debatte bemühte, sind die Medien mit einer bislang ungekannten Dimension des Vertrauensverlusts konfrontiert. Eine kürzlich erschienene Reuters-Studie bestätigte die Misere: “The biggest fall in trust in years”, wird über Frankreich berichtet.

Der Studie, die auch danach fragte, wie es um die Bereitschaft steht, für Online-Nachrichten Geld locker zu machen (Journalismusdämmerung? Für Online-Nachrichten will kaum jemand zahlen), war im Januar ein Stimmungsbarometer vorausgegangen, das in der Medienwelt einen Ruf hat, und das zum gleichen Befund kam: “Die Glaubwürdigkeit, die unterschiedlichen Informationsträgern zugestanden wird, und die Wahrnehmung der Unabhängigkeit der Journalisten sind ganz unten angelangt.” (Frankreich: Vertrauen in Medien am Tiefpunkt).

Die Pointe, wenn man dies so nennen will, des Medienbarometers war, dass gleichzeitig ein Anstieg der Nachfrage nach News und Informationen festgestellt wurde. Anfang des Jahres dominierten die Proteste der Gelbwesten die Nachrichtenlage im Nachbarland. So fiel auch bei der Kantar-Umfrage auf, dass lediglich ein Drittel der Befragten zufrieden mit der Medienberichterstattung zu den Gelbwesten war. Genau diesen Aspekt betont auch die Reuters-Studie.

Die Libération veröffentlicht dazu heute einen Nachschlag in ihrer Kolumne CheckNews, die sich “Entgiftung” (Désintox) von Nachrichten als Zweck ausgesucht hat. Die Frage lautet heute: Ist das Vertrauen der Franzosen in ihre Medien auf ihrem Tiefstand?. Die Antwort bleibt unverändert: “Ja”.

Nur 24 Prozent der Französinnen und Franzosen gaben an, dass sie den Medien trauen. Das sei der tiefste Stand, den Reuters jemals ermittelt habe. Allerdings fragt die Studie erst seit 2015 nach dem Vertrauen und schon damals war es eine Minderheit – nämlich 38 %. Damit war aber der Kredit doch deutlich höher als bei den Mediennutzern im Jahr 2019. Die Désintox-Kolumne erwähnt ebenfalls das Ergebnis der Kantarstudie und spricht von einer beachtenswerten Erosion zwischen 2018 und 2019: eine Abnahme des Vertrauens seither von 11 Prozentpunkten bei Reuters und im Durchschnitt von 6 Prozentpunkten beim Medienbarometer.

Die Berichterstattung über die Gelbwesten – Medien in einer “Übergangsphase”

Begründet wird das besonders schlechte Abschneiden Frankreichs gegenüber den anderen Ländern, inklusive Deutschland, in der Reuters-Umfrage mit der Berichterstattung über die Gelbwesten (Gilets jaunes).

 » Lees verder

Medien melden “neue Beweise” gegen Iran, dabei sind es die alten “Beweise”, nur diesmal in Farbe | Anti-Spiegel

medien-melden-“neue-beweise”-gegen-iran,-dabei-sind-es-die-alten-“beweise”,-nur-diesmal-in-farbe-|-anti-spiegel

18-06-19 12:34:00,

Im Iran-Konflikt berichten die Medien heute über angebliche neue US-Beweise gegen den Iran. Abgesehen davon, dass es keine neuen Beweise sind, lassen die Medien dabei auch noch ein kleines, aber sehr interessantes Detail weg.

Am Montagabend hat die russische Nachrichtenagentur TASS eine Meldung gebracht, die diese neuen Beweise angekündigt hat. Die TASS berief sich dabei auf den US-Sender NBC. Und tatsächlich hat die TASS, wie sie es immer tut, die Originalquelle korrekt zitiert. NBC kündigte neue US-Beweise an und dabei war ein Detail interessant.

Zur Erinnerung: Die bisher vorgelegten „Beweise“ der USA bestanden aus einem unscharfen schwarz-weiß Video, das von Centcom, also vom US-Militär, veröffentlicht wurde und angeblich von einem Überwachungsflugzeug der USA stammte.

Also müsste man glauben, dass das US-Militär, bzw. das Pentagon, sicher sind, dass es der Iran war. Bei NBC klingt das gleich im ersten Absatz plötzlich anders:

„Außenminister Mike Pompeo plant, sich mit den für die amerikanischen Truppen im Nahen Osten verantwortlichen US-Befehlshabern zu treffen, nachdem er versprochen hat, mehr Beweise dafür zu liefern, dass der Iran hinter den Angriffen auf zwei Tanker in der letzten Woche steckt, sagte das Außenministerium am Montag.“

Es gibt Journalisten wie mich, die seit langen darauf hinweisen, dass die Falken um Pompeo und Sicherheitsberater Bolton versuchen, Trump in einen neuen Krieg zu treiben. Und diese Meldung von NBC bestätigt das zwischen den Zeilen. Denn wieso muss das Außenministerium dem Militär, das vor Ort ist und angeblich das Beweisvideo aufgenommen hat, neue Informationen geben? Und woher hat das Außenministerium die überhaupt? Die CIA oder das Militär können solche „Beweise“ durch ihre Überwachungsmaßnahmen gefilmt haben, aber doch keine Diplomaten des Außenministeriums.

Trotzdem will nun das Außenministerium dem Militär neue Beweise vorlegen. Das wirft spontan auch Fragen danach auf, ob die „bisherigen“ Beweise“ tatsächlich vom Militär kommen, oder ob sie dem Centcom von der Politik übergeben wurden, damit es sie veröffentlicht.

Die deutschen Mainstream-Medien interessieren sich jedoch nicht für solche Feinheiten.

Pompeo flog nach Florida und danach wurden die „neuen Beweise“ veröffentlicht. Zunächst sei gesagt, dass es sich nicht um neue Beweise handelt, sondern nur um eine neue Version des alten Videos, diesmal in Farbe. Zu sehen ist darauf freilich nicht mehr, als auf der schon bekannten schwarz-weißen Version.

 » Lees verder

Dürfen wir den Medien vertrauen?

durfen-wir-den-medien-vertrauen?

17-06-19 06:53:00,

Christian Müller

Christian Müller / 17. Jun 2019 –

Nicht nur Polen und die Ukraine versuchen, die eigene Geschichte umzuschreiben. Auch Schweizer Medien tun es.

Als Journalist und ehemaliger Medien-Manager und -Consultant kann ich es noch immer nicht lassen, nach mehrwöchigem Auslandaufenthalt die zwischenzeitlich eingetrudelten abonnierten (gedruckten) Zeitungen nachzulesen. Viel Zeitaufwand, aber eben, ich kann’s nicht ändern. Professionelle Neugier halt.

Manchmal lohnt es sich sogar, einiges nachzulesen. Am 1. Juni schrieb in der «Schweiz am Wochenende» von CH Media deren publizistischer Leiter aus dem Hause NZZ, Pascal Hollenstein, es gebe gute Nachrichten: Zum ersten Mal seit vielen Jahren habe das Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in die Medien wieder zugenommen. In seinem Kommentar wörtlich: «Das sind gute Nachrichten, und man möchte all jenen danken, welche – auch dieser Zeitung – tagtäglich ihr Vertrauen schenken. Wichtiger aber ist: Die Umfragen belegen, dass sich Lernfähigkeit auszahlt. Im Gefolge der Vertrauenskrise haben viele Medienhäuser Faktentreue und Unvoreingenommenheit gestärkt und mehr Energie darauf verwendet, ihre Arbeit zu erklären.»

Das war, wie erwähnt, am 1. Juni. Nur vier Tage später, am 5. Juni, schrieb Patrik Müller, seines Zeichens Chefredaktor der CH Media Zeitungen und Pascal Hollenstein direkt unterstellt, in einem mehr als halbseitigen Leitartikel wörtlich: «Heute und morgen werden wir wieder schöne Reden hören, denn gefeiert wird die Landung der alliierten Truppen in der Normandie vor 75 Jahren – der Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg, der zur Befreiung Europas von Hitlers Nazi-Terror führte.» Und tags darauf, am 6. Juni, wurde in der gleichen, von Patrik Müller verantworteten Zeitung, dem gleichen Ereignis, dem sogenannten D-Day, eine Doppelseite gewidmet. Headline: «Heute vor 75 Jahren begann die Befreiung Europas von den Nazis.» Beide Aussagen sind, mit Verlaub, barer Unsinn – oder in Neudeutsch: Fake News. Unklar ist nur, ob sie auf mangelnder Allgemeinbildung der schreibenden Journalisten beruhen oder eine gewollte Fehlinformation zur politischen Meinungsbildung waren.

Die Tatsachen: Hitler hat den Krieg militärisch in Russland verloren. In der Schlacht um Stalingrad im Spätherbst 1942/Anfang 1943 wurden 330’000 Soldaten der deutschen Wehrmacht von der Roten Armee eingekesselt und kamen nicht mehr weiter. Die Schlacht forderte um die 700’000 Tote, die meisten auf Seite der Roten Armee, aber sie war das abrupte Ende des deutschen Vormarsches in Russland.

 » Lees verder

Was die Medien im Konflikt zwischen den USA und Iran übersehen

was-die-medien-im-konflikt-zwischen-den-usa-und-iran-ubersehen

31-05-19 04:11:00,

Popeo, Bolton & Co wollen im Iran schon lange erklärtermassen einen «Regime Change»


Andrew Lee Butters / 31. Mai 2019 –

Iran hielt sich ans Atomabkommen – doch die USA führten Sanktionen fort. Iran soll keine Waffen verkaufen – doch die USA dürfen.

Red. Andrew Lee Butters war Bürochef in Beirut und Korrespondent für den Mittleren Osten für das Magazin «Time». Heute lehrt er Journalismus an der Yale University. Folgender Artikel von ihm erschien in der «New York Times».

Die Weichen für einen weiteren Krieg am Persischen Golf sind gestellt. Mitte Mai zog die Trump-Administration nicht zwingend nötiges Personal in US-Botschaften und -konsulaten im Irak zurück und verschob B-52-Bomber und Patriot-Raketen auf US-Basen in die Region, um sich auf einen angeblich drohenden iranischen Konflikt vorzubereiten. US-Beamte schlugen als militärische Optionen gegen den Iran vor, 120’000 Soldaten einzusetzen und mit Cyberangriffen das Stromnetz des Landes lahmzulegen. Gleichzeitig traten Hardliner gegen den Iran in den Medien auf.

Weshalb die USA plötzlich auf Kriegsfuss mit dem Iran stehen, ist jedoch nur schwierig nachzuvollziehen. Irritierend ist die hysterische Art und Weise, wie die US-Presse die Beziehungen der USA mit dem Iran darstellt. Da hilft es wenig, wenn Präsident Trump erklärt, er wolle keinen Krieg mit dem Iran, sofern das Land die USA atomar nicht bedrohe.

Ich war vor ungefähr einem Jahrzehnt Nahost-Korrespondent des Magazins Time. Es ist in den USA schwierig, über den Iran zu berichten. Wenn Journalisten im Iran ins Gefängnis gesteckt werden, wird darüber berichtet. Doch wenn das Land von Katastrophen heimgesucht wird oder wenn der humanitäre Preis für die Sanktionen steigt, die gegen Iran verhängt wurden, dann gibt es so gut wie keine westlichen Medienvertreter, die sich im Iran befinden und die Einzelschicksale hinter den tragischen Schlagzeilen beleuchten würden. Als kürzlich Überschwemmungen dutzende Menschenleben forderten oder als Passagierflugzeuge abstürzten, weil keine Ersatzteile mehr erhältlich sind, dann wird darüber kaum berichtet.

Medien als Wegbereiter einer Konfrontation

Aufgrund der fehlenden Empathie in der medialen Darstellung des Iran hat sich eine Eigendynamik in der Berichterstattung entwickelt, eine Art paranoide Heisshungerattacke. Diese hilft den Anti-Iran Hardlinern in der Trump-Regierung, wie etwa John Bolton, dem Nationalen Sicherheitsberater, Schwung für eine Konfrontation aufzubauen. Sollte es also zu einem Krieg mit dem Iran kommen,

 » Lees verder

Von deutschen Medien unbeachtet: Streit um Amtseinführung von Selensky | Anti-Spiegel

von-deutschen-medien-unbeachtet:-streit-um-amtseinfuhrung-von-selensky-|-anti-spiegel

07-05-19 10:30:00,

Nach der Wahl in der Ukraine ist es in den deutschen Medien ruhig geworden um die Ukraine. Dabei ist es im Land ganz und gar nicht ruhig.

Die Schlagzeilen in der Ukraine und in Russland werden weiterhin von der politischen Situation in der Ukraine beherrscht. Es gibt gleich mehrere Themen, die die Gemüter erhitzen.

Zunächst geht es um Ermittlungen gegen die Führung des Maidan und der Regierung. Es gibt nicht nur Korruptionsvorwürfe, sondern es wurden auch Verfahren zu den Todesschüssen auf dem Maidan gegen namhafte Politiker eröffnet. Poroschenko selbst wurde ebenfalls mehrmals von der Staatsanwaltschaft vorgeladen, hat aber alle Vorladungen bisher ignoriert. Details zu den Todesschüssen vom Maidan finden Sie hier.

Ein anderes Thema ist das Datum der Amtseinführung des Wahlsiegers Selensky. Diese offizielle Amtseinführung ist deshalb wichtig, weil in der Rada, dem ukrainischen Parlament, derzeit Verfassungsänderungen diskutiert werden, die die Machtbefugnisse des Präsidenten extrem beschneiden würden. Damit könnte verhindert werden, dass Selensky Staatsanwälte einsetzt und man könnte Ermittlungen damit verhindern. Auch andere Vollmachten, wie die Ernennung von Ministern, will man ihm abnehmen.

Daher gibt es Gerüchte, und Selensky hat ihnen nicht widersprochen, dass er direkt nach der Amtseinführung das Parlament auflösen könnte. Dazu hat er als Präsident das Recht und danach würde es binnen 60 Tagen Neuwahlen geben müssen. Diese braucht Selensky dringend, um unter Ausnutzung seiner aktuellen Popularität ein Parlament zu bekommen, in dem er eine starke Machtbasis hat. Die fehlt ihm im derzeitigen Parlament.

Und daher ist das Tauziehen in der Ukraine um das Datum der Amtseinführung so wichtig, seine Gegner versuchen diese auf den 28. Mai anzusetzen, denn die Legislaturperiode endet am 27. November, am 27. Oktober sind ohnehin Neuwahlen vorgesehen. Der Präsident kann das Parlament aber nur auflösen und Neuwahlen binnen 60 Tagen ansetzen, wenn mehr als ein halbes Jahr bis zum Ende der Legislaturperiode bleibt. Das wäre ab 28. Mai nicht mehr gegeben.

Selensky hingegen fordert seine Amtseinführung für den 19. Mai.

Dass es überhaupt eine solche Diskussion über das Datum der Amtseinführung geben kann, liegt an den ukrainischen Gesetzen. Der Präsident muss innerhalb von 30 Tagen nach der offiziellen Verkündung des Wahlsieges ins Amt eingeführt werden. Obwohl die Wahl schon am 21.

 » Lees verder

Weniger Medien, weniger politisches Engagement

weniger-medien,-weniger-politisches-engagement

30-04-19 09:07:00,

Louisville, bekannt für seine Skyline. Seine Wasser- und Luftqualität interessiert kaum mehr.

Daniela Gschweng / 30. Apr 2019 –

Ein Reporter verlässt eine Lokalzeitung. Jetzt wird über Umweltanliegen in Kentucky kaum noch berichtet. Was das am Ende bedeutet.

Der «New Yorker» beklagt, dass im Zuge des Zeitungssterbens in Kentucky kaum noch über Umweltthemen berichtet wird. Studien bestätigen, dass das nicht das einzige ist, was dabei bachab geht. Die gesellschaftliche und politische Beteiligung in Regionen ohne lokale Medien sinkt merklich.

Beispielhaft erzählt der «New Yorker» dabei die Geschichte des «Louisville Courier-Journal», kurz «Courier-Journal» oder C-J genannt, der grössten Publikation im Bundesstaat Kentucky. 1952 war C-J die viertwichtigste US-Zeitung. Im Laufe der Zeit bekam sie zehn Pulitzer-Preise, unter anderem 1967 für eine Serie zur Kontrolle des Tagebaus in Kentucky. «Ein bemerkenswerter Fortschritt in den nationalen Bemühungen zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen», befand die Jury. Seit 1986 gehört die C-J der Gannett Company, einem der grössten Medienkonzerne der Welt. Gannett besitzt mehr als 100 Medien, darunter auch «USA Today».

Die Themen blieben, das Personal nicht

Bedeutung, Auflage und Personalbestand des C-J sind seither ständig geschrumpft. Wichtige Geschichten waren dennoch möglich. 2015 schrieb James Bruggers, einer ihrer Reporter, über Mülldeponien, in denen waggonweise Klärschlamm aus anderen US-Staaten abgeladen wurde. Eine Praxis, die in der Folge geändert wurde. 2016 berichtete er über radioaktive Fracking-Abfälle und löste so neue Vorschriften aus. 2018 warf er das Handtuch und wechselte nach fast 20 Jahren zum Non-Profit «InsideClimate News», einem Onlinemedium mit nationalem Fokus.

Damit verlor das «Courier-Journal» seinen letzten Vollzeit-Umweltreporter. Bruggers Nachfolger wird Umweltthemen nach Angabe des Herausgebers nur noch etwa einen Viertel seiner Zeit widmen können.

Die zweitgrösste Publikation Kentuckys, der «Herald-Leader», beschäftigt einen Reporter, der sich gelegentlich Umweltthemen widmen kann. Er verwende darauf etwa zehn Prozent seiner Zeit, sagte Bill Estep dem «New Yorker». Grosse Themen, die eine ausführliche oder längerfristige Recherche erforderten, könne er nicht realisieren. Dabei gäbe es sie. Tom FitzGerald, Geschäftsführer des «Kentucky Resources Council», der sich für eine saubere Umwelt einsetzt, nennt mehrere Beispiele. In den nationalen Medien wie «USA Today» gingen lokale Probleme einfach unter, beklagt er.

Zum Zuhören ist keiner mehr übrig

Der Journalist Al Cross, der das «Courier-Journal» schon 2004 verlassen hat,

 » Lees verder

Tagesdosis 9.4.2019 – 5G, der BND und die Medien | KenFM.de

tagesdosis-942019-8211-5g-der-bnd-und-die-medien-kenfm.de

09-04-19 12:48:00,

Dieser Artikel ist auch als kostenlose MP3 für Dich verfügbar!

Download MP3

Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

Geheimdienste und Medien haben, zumindest in einem bestimmten Bereich, identische Aufgaben. Beide sollen Nachrichten sammeln, analysieren und an ihre Auftraggeber weitergeben, damit zielgerichtet gehandelt werden kann. Sie sollen Einzelereignisse aufzeichnen, ohne sich in den Einzelheiten zu verlieren, sie sollen die Wirklichkeit verdichten, Wesentliches von Unwesentlichem trennen, Zusammenhänge ermitteln und vermitteln. Ihre Aufgabe ähnelt der eines Kartographen. Eine Landkarte soll einen Überblick liefern. Eine Landkarte, die alles genau abbildet, wäre genauso kompliziert wie die Wirklichkeit, sie wäre eine Fotografie in Originalgröße und damit als Orientierungshilfe wertlos. Eine gute Karte zeigt nur die wesentlichen Informationen, sie dampft die immense Vielfalt der Realität zu einem Stück bedruckten Papier ein, mit dem man sich zurechtfinden und sein Ziel erreichen kann.

Der Unterschied zwischen Medien und Geheimdiensten ist der Adressat ihrer Arbeit. Geheimdienste sind Werkzeuge von Regierungen, die ihre Macht erhalten oder ausweiten wollen. Ihre Nachrichtenauswahl ist richtig, wenn sie alle Faktoren im Blick behält, die systemrelevant sind und die es der zweiten großen Abteilung des Geheimdienstes neben „Intelligence“, nämlich „Operations“ ermöglicht, die richtigen Leute zu töten oder zu fördern, zu denunzieren oder in Machtpositionen zu bringen, Regierungen zu stürzen, Wirtschaftsordnungen zum Einsturz bringen oder zu unterstützen. Je weniger die Wahrheit kennen, und den wahren Zweck der Datenanalyse, um so besser. 

Für alle Menschen außerhalb der Regierung oder Elite, die den Geheimdienst nutzt, gilt die „Champignon-Regel“: „Halte sie im Dunkeln und füttere sie mit Bullshit.“ Denn Wissen ist Macht.

Für Otto Normalstaatsbürger gibt es eine andere Art von Intelligence. Die Medien haben den Staatsbürger als Adressat ihrer „Intelligence“, sie sollen ihn, zumindest wird das so behauptet, wahrheitsgemäß informieren, damit er sich in der Wirklichkeit zurechtfindet. 

Man könnte sich fragen, ob das so stimmt, und warum der Staat so viel Wert darauf legt, dass der Staatsbürger informiert wird, wenn er doch nur alle 4 Jahre einmal Macht ausüben kann: bei der Stimmabgabe an der Wahlurne. Und das war es dann auch. Wenn er seine Stimme abgegeben hat, im Wortsinn, hat er keine mehr. 

Eigentlich ist es doch egal,

 » Lees verder

Medien und Syrien: Die Ahnungslosigkeit des Lesers als Waffe

medien-und-syrien-die-ahnungslosigkeit-des-lesers-als-waffe

30-03-19 01:18:00,

Seit Jahren verweisen Experten darauf, dass die EU-Sanktionen gegenüber Syrien mitverantwortlich sind für die humanitäre Krise im Land. Ein zynischer Gastbeitrag auf Zeit Online will das nicht wahrhaben und verzichtet dafür auf jegliche Fakten. Von Fabian Goldmann.

Es ist still geworden um Syrien. Der Kampf gegen den IS scheint fast gewonnen. Flüchtlinge kehren zurück. In vielen Teilen des Landes beginnt der Wiederaufbau. Da ist es lobenswert, wenn Medien auf die noch immer anhaltende humanitäre Krise im Land aufmerksam machen und sich Aspekten des Konfliktes widmen, die es nur selten in die Schlagzeilen schaffen. Unter der Überschrift „Das Leid der Zivilbevölkerung als Waffe“ berichtet „Zeit Online“ über die Folgen der Sanktionspolitik der Europäischen Union gegenüber der syrischen Zivilbevölkerung. Oder vielmehr: über die fehlenden Folgen. Denn bei diesen – so die These des Beitrages – handle es sich vor allem um Propaganda des Regimes.

Autorin des Gastbeitrages ist Bente Scheller. Ihre Doktorarbeit schrieb die Politikwissenschaftlerin zur Außenpolitik Syriens, zwei Jahre war sie als Referentin an der Deutschen Botschaft in Damaskus tätig, seit 2012 leitet sie das Büro der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung im Libanon. Eigentlich eine gute Besetzung, um über ein für die meisten Leser wohl unbekanntes Thema kompetent zu informieren. Doch statt faktenbasierter Expertise liefert Schelle ein Stück meinungsstarke Polemik, die den Leser zu fast jedem Aspekt des Themas in die Irre führt.

Die AfD kritisiert die Sanktionen. Genauso wie WHO, WFP, UN-ESCWA, FES…

Schon die ersten Absätze von Bente Schellers Text machen skeptisch. Denn bevor die Syrien-Expertin sich dem dem Inhalt der europäischen Sanktionen oder dem Leid der Zivilbevölkerung in Syrien widmet, ordnet sie das Thema in die deutsche parteipolitische Debatte ein. Eine Aufhebung der Sanktionen sei eines von Assads „wichtigsten Hindernisse, die der Normalisierung im Wege stehen“, erfährt der Leser. Diese Forderung finde am „linken wie am rechten Rand des politischen Spektrums in Deutschland willige Unterstützter.“ Die einzige kritische Stimme, die sie zu Wort kommen lässt: ein nordrhein-westfälischer AfD-Politiker.

Gleich zu Beginn des Textes erweckt Scheller damit den Eindruck, Kritik an den Sanktionen könne es nur von Anhängern eines menschenverachtenden Regimes und Irrlichtern am Rand des politischen Spektrums geben. Was sie unerwähnt lässt: Die Liste an kritischen Veröffentlichungen zu dem Thema ist so lang wie seriös.

Die UN-Wirtschafts- und Sozialkommission für Westasien (UN-ESCWA) hat in einem ausführlichen Bericht auf de katastrophalen humanitären Folgen der Sanktionen hingewiesen.

 » Lees verder

Medien in Österreich

medien-in-osterreich

11-03-19 10:19:00,

Eine Übersicht zur Eigentümerstruktur der traditionellen Printmedien Österreichs. Es dominieren einige Verlegerfamilien (Dichand, Fellner, Bronner etc.), die Raiffeisen-Bank, die katholische Kirche (Styria/Presse), die deutsche Funke-Mediengruppe, sowie der Staat.

Medien in Österreich 🔎
Informationen zur Eigentümerstruktur

Weitere Informationen

  • Bilderberg-Konferenz: An der Konferenz der transatlantischen Elite werden die österreichischen Medien traditionell durch den Standard-Herausgeber Oscar Bronner vertreten. Weitere Teilnehmer aus Österreich sind hauptsächlich Bankenchefs und Politiker.
  • Geheimdienste: 2009 wurde das CIA-Dossier von Otto Schulmeister, dem ehemaligen Chefredakteur der Presse, publik, das eine umfangreiche Zusammenarbeit dokumentiert.
  • Positionierung: Zur (geo-)politischen Positionierung der Medien siehe den Medien-Navigator.

Siehe auch

Beitrag teilen auf: Twitter / Facebook / Google+

Publiziert: März 2019

 » Lees verder

Wie Medien über eine Medienstudie berichten… …und das Misstrauen gegenüber Medien dadurch anfachen

wie-medien-uber-eine-medienstudie-berichten-und-das-misstrauen-gegenuber-medien-dadurch-anfachen

08-03-19 01:08:00,

Eine Medien-Studie belegt einmal mehr eine starke Entfremdung vieler Bürger von den großen deutschen Publikationen. Interessant ist, wie unterschiedlich diese Medien das Ergebnis selber darstellen. Von Tobias Riegel.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

„Vertrauen in deutsche Medien bleibt konstant“, erklärte am Mittwoch die „Zeit“. Ist das tatsächlich so? Und wie kommt die Hamburger Wochenzeitung zu diesem Befund? In einer aktuellen Studie hat die Gutenberg-Universität Mainz Zahlen zum Vertrauen der Bürger in deutsche Massenmedien ermittelt. Die Studie ist Teil eines seit 2015 laufenden Projekts – neben Momentaufnahmen können daraus also auch Tendenzen abgelesen werden. Zuletzt wurden im Oktober und November 2018 insgesamt 1200 Bürger ab 18 Jahren befragt.

Viele Zahlen der Studie sagen das Gegenteil der „Zeit“-Schlagzeile: Bei „wichtigen Fragen“ haben 22 Prozent „kein bzw. eher kein“ Vertrauen in die deutschen Medien – das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Der gleiche Befund ist bei folgendem Satz festzustellen: „Die Medien arbeiten mit der Politik Hand in Hand, um die Meinung der Bevölkerung zu manipulieren.“ Dieser Aussage stimmen 25 Prozent zu, im Jahr zuvor waren das nur 20 Prozent gewesen, 2016 aber auch schon mal 27 Prozent. Rechnet man die Menschen hinzu, die der Aussage „zum Teil“ zustimmen, so verbleiben lediglich 44 Prozent, die diesem vernichtenden Befund eindeutig widersprechen.

Ebenfalls (wieder) angestiegen ist die Zustimmung zu der Aussage: „Die Bevölkerung in Deutschland wird von den Medien systematisch belogen.“ Sie stieg von 13 Prozent in 2017 auf 16 Prozent in 2018 (2016: 19%).

Auf der anderen Seite sind aber zwei Prozentpunkte der Befragten mehr der Meinung, den Medien „bei wichtigen Fragen vertrauen“ zu können (44 statt 42 Prozent in 2017) – diesen Aspekt stellen die „Zeit“ und zahlreiche andere Medien in den Vordergrund. Wenn aber gleichzeitig das Misstrauen so stark zunimmt, wie oben beschrieben, so sind zahlreiche aktuelle Schlagzeilen zur Studie nicht haltbar. Dass einige Medien, wie auch die „Zeit“, im Artikel dann (gezwungenermaßen) die weitgehend anderslautende Botschaft der Studie zitieren, gleicht den Manipulationsversuch im Titel nicht aus. In dieser Weise facht man jenes Misstrauen gegen die Medien an, das man mit dem Verhalten eigentlich kaschieren will.

Nimmt man noch folgende Grafik zur Hand,

 » Lees verder

Alternative Medien auf dem Vormarsch #6: Jens Berger über Fakten und das Finanzsystem (Video)

alternative-medien-auf-dem-vormarsch-6-jens-berger-uber-fakten-und-das-finanzsystem-video

28-02-19 12:35:00,

Gesellschaft

25.02.2019 • 12:13 Uhr

RT Deutsch hat im Rahmen der Reihe “Alternativen Medien auf dem Vormarsch” fünf unabhängige Journalisten und Publizisten Fragen geschickt. In dieser Ausgabe überlassen wir dem Buchautor und Redakteur der NachDenkSeiten, Jens Berger, das Wort.

Sein Buch “Wem gehört Deutschland” ist nicht nur ein Spiegel-Bestseller, sondern eines der fachkundigsten Bücher zum Thema “Vermögensverteilung in Deutschland”. Welche Kritik er am Medien-Mainstream hat und warum alternative Nachrichtenportale wie die NachDenkSeiten so wichtig sind, erklärt Jens Berger im Gespräch mit RT Deutsch.

Mehr zum Thema – Alternative Medien auf dem Vormarsch #5: Dirk Pohlmann über Filterblase und Zensur

 » Lees verder

Medien: Terrorhelfer Motassadeq soll vor Abschiebung 7.000 Euro bekommen haben

medien-terrorhelfer-motassadeq-soll-vor-abschiebung-7.000-euro-bekommen-haben

28-02-19 10:19:00,

Newsticker

28.02.2019 • 09:52 Uhr

Medien: Terrorhelfer Motassadeq soll vor Abschiebung 7.000 Euro bekommen haben

Bei der Abschiebung des Terrorhelfers Mounir el Motassadeq nach Marokko ist der Hamburger Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel möglicherweise ein Panne unterlaufen. Die Gefängnisverwaltung habe dem 44-Jährigen rund 7.000 Euro in bar von seinem Häftlingskonto ausgezahlt, obwohl Zahlungen an ihn nach einer EU-Verordnung verboten gewesen seien, berichtet Der Spiegel.

Die Deutsche Bundesbank habe wenige Tage nach der Abschiebung des Marokkaners im Oktober vergangenen Jahres Anzeige erstattet. Die Auszahlung verstoße gegen das Außenwirtschaftsgesetz. Die Hamburger Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen aufgenommen.

Eine Sprecherin der Behörde bestätigte den Bericht des Nachrichtenmagazins am Mittwoch. Motassadeq gehöre zu Personen mit Verbindung zum Terrornetzwerk Al-Kaida, deren sämtliche Gelder durch die EU-Verordnung Nr. 881/2002 eingefroren seien. Die Ermittlungen wegen der Auszahlung richteten sich noch nicht gegen eine namentlich erfasste Person. (dpa)

Mehr zum Thema – Neue Ungereimtheiten: Grenzfahndung nach Amri-Freund wurde kurz vor Anschlag eingestellt

 » Lees verder

Transatlantische Trümmer – Wie Medien und Politik den Wunsch nach US-Emanzipation ignorieren

transatlantische-trummer-wie-medien-und-politik-den-wunsch-nach-us-emanzipation-ignorieren

13-02-19 01:26:00,

Knapp 85 Prozent der Deutschen sehen das Verhältnis zu den USA negativ, wie eine neue Umfrage der Atlantik-Brücke zeigt. Der deutliche Wunsch der Bürger nach einer Distanzierung von den USA wird von Politikern aber ignoriert und von Redakteuren kleingeredet. Der Bürgerwille wird dadurch mit Füßen getreten. Von Tobias Riegel.

Das deutsch-amerikanische Verhältnis liegt in Trümmern – so sehr ist es vonseiten der deutschen Bevölkerung von tiefem Misstrauen geprägt. Dieser Befund ist bekannt – in geradezu verstörender Deutlichkeit wurde er nun aber durch eine aktuelle Umfrage ausgerechnet der transatlantischen Lobby-Vereinigung „Atlantik-Brücke“ bestätigt: Bei der repräsentativen Befragung von 5000 Personen bewerteten 85 Prozent das Verhältnis zu den USA als negativ oder sehr negativ. Eine stärkere Annäherung an die USA wünschten sich nur 13 Prozent, bei den SPD-Anhängern waren es laut Umfrage lediglich 2,9 Prozent der potentiellen Wähler, wie etwa die „FAZ“ berichtet.

Umfrage der Atlantik-Brücke widerspricht gängiger Meinungsmache

Die in der Umfrage offenbarten Sichtweisen der Mehrheit der Deutschen widersprechen auch auf anderen Gebieten den Darstellungen und „Erziehungs“-Versuchen aus Medien und Regierung: „Fast die Hälfte der Befragten (42,3 Prozent) hält China für einen besseren Partner für Deutschland als die USA. Nur 23,1 Prozent vertreten umgekehrt die Meinung, dass die USA ein verlässlicherer Partner sind als China“, vermeldet die Atlantik-Brücke zur Umfrage. Befragt nach den aktuell gefährlichsten globalen Krisenherden, nannten demnach nur 1,9 Prozent die „Ausweitung der russischen Einflusszone”. Der wachsende Einfluss Chinas wird ebenfalls nur von 2,2 Prozent als größte Gefahr gesehen. Zum Vergleich: Die politische Instabilität und Spaltung der EU bezeichneten 15,6 Prozent als gefährlichsten Krisenherd, 31 Prozent nennen Protektionismus.

„Autoritäre Systeme“ beliebter als USA

Solchen Tendenzen möchte Michael Werz, Mitglied des Vorstands der Atlantik-Brücke, wieder einfangen: „Die Deutschen (…) dürfen sich, bei aller berechtigten Kritik an der aktuellen US-Regierung, nicht von anti-amerikanischen Ressentiments den Blick auf die Gefahren verstellen lassen, die von den autoritären Systemen in Russland und China ausgehen.“ Angesichts der selber präsentierten Zahlen erscheinen solche Appelle jedoch lange überholt und darum mittlerweile wirkungslos.

Der hier besprochenen Umfrage haften die mit solchen Erhebungen stets verbundenen Defizite an – etwa was das Potenzial der Verzerrung und der Meinungsmache angeht. Sie verlangt darum nach der selben Distanz wie alle vergleichbaren Umfragen. Über die Methodik der Erhebung kann man sich hier ein Bild machen.

 » Lees verder

Alternative Medien auf dem Vormarsch #3: Albrecht Müller über Manipulationsmethoden (Video)

alternative-medien-auf-dem-vormarsch-3-albrecht-muller-uber-manipulationsmethoden-video

06-02-19 11:48:00,

Gesellschaft

5.02.2019 • 15:31 Uhr

RT Deutsch hat im Rahmen der Reihe “Alternativen Medien auf dem Vormarsch” fünf unabhängigen Journalisten und Publizisten befragt. In dieser Ausgabe überlassen wir dem Sozialdemokraten und Gründer der NachDenkSeiten das Wort.

Mehr zum Thema – Trotz massiven Gegenwinds: Alternative Medien auf dem Vormarsch

Albrecht Müller ist Volkswirt und Publizist. Als Planungsberater unter der Kanzlerschaft von Willy Brandt und Helmut Schmidt hat er die Politik des Landes unmittelbar mitgestaltet. Seit mehreren Jahrzehnten beschäftigt er sich kritisch mit den öffentlichen Meinungsbildungsprozessen – was in der Gründung der NachDenkSeiten resultierte. Mit Erfolg: Über 100.000 Menschen besuchen täglich die alternative Medienplattform.

 » Lees verder

Macht und Medien in der bulgarischen Demokratie

macht-und-medien-in-der-bulgarischen-demokratie

04-02-19 12:51:00,

Boiko Borissov beim EPP Helsinki Congress in Finland, November 2018. EPP_Helsinki_Congress_in_Finland,_7-8_November_2018_(43961133370).jpg:Bild: EPP/CC BY-SA-2.0

Von der Staatsanwaltschaft angeklagte TV-Journalistin enthüllt korrupte Machenschaften des Kabinetts von Premier Boiko Borissov

In der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember 2018 gingen in der nordostbulgarischen Kleinstadt Dobritsch zwei PKW in Flammen auf. Sie waren Eigentum von Zeugen der Anklage in einem als “Sudzhukgate” bekannten Ermittlungsverfahren. Sudzhuk ist eine traditionell bulgarische Hartwurst. Der Abgeordnete der Regierungspartei “Bürger für eine Europäische Entwicklung Bulgariens” (GERB) Zhivko Martinov soll 2012/2013 im Namen von Ministerpräsident Boiko Borissov in vier Anläufen insgesamt vier Tonnen Sudzhuk von einem lokalen Wurstproduzenten erpresst haben.

“Alle die mir nahe stehen, wissen, dass ich wegen meines hohen Blutdrucks keine Sudzhuk mehr esse”, kommentierte Borissov den Ausbruch der skurrilen Affäre. Es ist genau diese Lakonie, auch unangenehmste Vorwürfe schlagfertig zu parieren, die seine Gegner zur Weißglut bringt und für die ihn seine Anhänger lieben.

Im Sommer 2009 hat der ehemalige Leibwächter Todor Zhivkovs das Amt des bulgarischen Regierungschefs angetreten und versprochen, die Korruption im Lande zu beseitigen. Nach seiner mit Unterbrechungen zehn Jahre währenden Regierungszeit ist das Balkanland beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International mit Position 77 unter 180 Staaten noch immer am schlechtesten platziert von allen EU-Mitgliedern. Einem von den Grünen im Europäischen Parlament vorgelegten Bericht zufolge schädigt Korruption die bulgarische Volkswirtschaft jährlich um 11 Mrd. €. Dies entspricht 14% des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

“Alo, Banov sam”

Tag für Tag erregen mehr als genug Affären und Skandale die Bulgaren, als dass sie daran zweifeln könnten, ob ihr Land in der EU-Korruptionstabelle zu Recht auf die Rote Laterne abonniert ist. Sudzhukgate hat im Sommer 2017 seinen Ausgang genommen, dieser Tage beginnt der Prozess gegen Zhivko Martinov, inzwischen meist “Sudzhuka” genannt. Seit vergangenem Mittwoch gibt es ein neues “Gate”. Es spielt in seinem Titel “Alo, Banov sam” (Hallo, ich bin’s, Banov) auf die historische “Alo, Vanjo”-Affäre vom Januar 2011 an.

Damals veröffentlichte das radikaloppositionelle Boulevard-Blatt Galeria Abhöraufnahmen eines Telefonats zwischen Ministerpräsident Borissov und dem Chef der nationalen Zollbehörde Vanjo Tanov. Zur Sprache kam in ihm eine Aktion von Tanevs Beamten in der Brauerei des Bierfabrikanten Michail Michov wegen des Verdachts auf Akzise-Vergehen.

 » Lees verder

Migration und Medien

migration-und-medien

04-01-19 10:09:00,

Worum geht es bei der Migration nach Europa, und warum wird sie von den etablierten Medien zumeist begrüßt, während ihre Ursachen und Folgen kaum kritisch hinterfragt werden?

Es geht um Geostrategie: Trans­at­lan­tische und trans­pazifische Frei­han­dels­zonen sollten das auf­stre­ben­de China in Schach halten, und durch Migration ließe sich die national­staatliche Frag­men­tierung und demo­gra­phi­sche Schrum­pfung des europäischen Markt­ge­bietes über­winden – tatsächlich war der UNO-Mi­gra­tions­beauftragte zuvor WTO-Ge­ne­ral­di­rek­tor und EU-Wett­be­werbs­kommissar.

Medial wird diese Transformation durch ein humanitäres Narrativ flankiert, während Politiker, die sich am »gemeinen Volk« statt an der globalen Strategie orientieren, zu »Populisten« wurden – allen voran der unverhofft gewählte, mi­gra­tions- und freihandels­kritische US-Präsi­dent, der China protektionistisch begegnen möchte und damit die liberale Weltordnung gefährdet.

Die etablierten Medien wandelten sich mithin nicht von »rechts« nach »links«, sondern sie blieben wachstumsorientiert. Früher gegen Sozial­progressive, heute gegen National­konservative: Po­li­tische Gegner und Gehilfen tauschten die Rollen, doch das geostrategische Ziel blieb das­sel­be.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Geostrategie: China, Freihandel, Demographie und Migration

Worum es bei der Migration nach Europa nicht geht

  1. Es geht nicht um ein ungewolltes Phänomen, denn Migration wird gefordert und gefördert.
  2. Es geht nicht um Humanitarismus, denn sonst würden die Ursachen – insbesondere Kriege und wirtschaftliche Ungleichheit – bekämpft. Doch das Gegenteil ist der Fall.
  3. Es geht nicht um Facharbeiter, denn diese müssten gezielt akquiriert werden (was im Falle von Entwicklungsländern jedoch ethisch fragwürdig wäre).
  4. Es geht auch nicht um unqualifizierte Arbeitskräfte, denn erstens verfügt Europa bereits selbst über mehrere Millionen Arbeitslose (inkl. Jugendarbeitslose), und zweitens entfallen durch Automatisierung in den kommenden Jahrzehnten weitere Millionen Arbeitsplätze.
  5. Es geht nicht um die Anwendung der sog. »Migrationswaffe« gegen Deutschland oder Europa, denn die Migration wird von den europäischen Eliten selbst gefordert – nach Vorbild der USA, die Migration seit Jahrzehnten für das Wachstum ihres Binnenmarktes nutzen.

Der Engpass des modernen, hochproduktiven Wirtschaftssystems sind nicht die fehlenden Arbeits­kräfte, sondern die fehlenden Konsumenten. Schrumpfende Nationalstaaten haben in der globali­sierten Welt des 21. Jahrhunderts insbesondere mit Blick auf China keine Perspektive mehr.

Demographisch stagnierende oder schrumpfende Staaten wie Deutschland und Japan konnten ihr Wirtschaftswachstum seit ca.

 » Lees verder

Medien, Moral, Macht

medien-moral-macht

17-12-18 01:39:00,

»Moralische Werte sind nicht Zweck, sondern Mittel der Machtpolitik.«, erklärte Nicholas J. Spykman – einer der wichtigsten US-Geo­stra­tegen des 20. Jahrhunderts – in seinem Buch America’s Strategy in World Politics: The United States and the Balance of Power von 1942.

Deshalb ist, wann immer geopolitische Akteure und die ihnen zugehörigen Medien moralische Werte als Begründung für ihr Handeln anführen, besondere Skepsis geboten.

Dies gilt etwa dann, wenn ein UNO-Bericht (verfasst unter Aufsicht eines US-Diplomaten und eines ehemaligen NATO-Funktionärs) der syrischen Regierung Giftgasangriffe vorwirft.

Oder dann, wenn die britische Regierung der russischen (mit vielen Folien, dafür ohne Belege) einen Giftmordversuch anlastet.

Auch dann, wenn das World Economic Forum die (ökonomisch nützliche) Migration fördern möchte.

Sicherlich dann, wenn angeblich russische Wahlhacker von der Firma Crowdstrike identifiziert werden (deren Gründer Mitglied des Atlantic Council ist, und deren Präsident Cyber-Experte unter FBI-Direktor Mueller war, der nun die Russland-Untersuchung leitet).

Aber selbst dann, wenn der angebliche Schuldige der saudische Kronprinz sein soll (der sich für Waffensysteme aus Russland und Wirtschaftskooperation mit China interessiert).

Medien und Moral – meist ein machtvoller Mix.

 » Lees verder

Der Jemenkrieg und die Medien

der-jemenkrieg-und-die-medien

25-11-18 10:39:00,

Worum ging es beim Jemenkrieg, und wie lässt sich die Medienberichterstattung darüber erklären?

Die Gründe für den Jemenkrieg erscheinen rätselhaft. Analysten diskutierten etwa maritime Routen, religiöse Spannungen, die Iran-Frage oder vermutete Erdölvorkommen.

All dies sind relevante Aspekte, doch in der Gesamtsicht dürfte es sich auch beim Jemenkrieg – wie schon in Syrien und Libyen – um einen imperialen Krieg gehandelt haben (Szenario E).

Kein Geringerer als der damalige stellvertretende Nationale Sicherheitsberater und spätere CIA-Direktor John O. Brennan erklärte 2012 in einem einstündigen Vortrag vor dem amerikanischen Council on Foreign Relations, wie die USA den Jemen in mehrjähriger Arbeit zu einem verbündeten Klientelstaat aufgebaut haben, und warum dies von »anhaltender strategischer Bedeutung« ist.

Der militärische Erfolg der Houthi-Bewegung machte diese Arbeit schon 2015 zunichte, und darauf mussten die USA als Hegemonialmacht reagieren. Sie entsandten jedoch keine eigenen Truppen, sondern ließen das saudische Klientelregime und seine Partner die Angriffe fliegen.

Es handelte sich beim Jemenkrieg aus geostrategischer Sicht deshalb nicht – wie oftmals dargestellt – um einen »saudischen Krieg«, sondern um einen genuin amerikanischen.

Dies ist auch der Grund, weshalb westliche Medien über den Jemenkrieg kaum be­rich­teten – oder nur verzerrt, etwa indem – nach US-Vorgabe – eine angebliche Einmischung Irans behauptet wurde.

Erst als der Fall der letzten Hafenstadt Hodeida bevorstand – womit die Houthis faktisch besiegt wa­ren – reagierten westliche Medien und berichteten prominent über ein verhungerndes Mädchen.

Dabei ging es jedoch nicht um Mitgefühl, sondern um Kriegskalkül: Durch die Medienkampagne wur­de der Druck auf die direktbeteiligten Akteure gezielt erhöht und den USA ermöglicht, die Kontrolle über die anstehenden Verhandlungen zu behalten – und dabei sogar barmherzig zu erscheinen.

Natürlich wurde mit dem Jemenkrieg auch viel Geld verdient, und natürlich verfolgten Akteure wie etwa die Emiratis auch eigene Ziele, doch aus imperialer Perspektive sind diese nachrangig.

Was Saudi-Arabien selbst angeht, so ist zudem Szenario A der Logik imperialer Kriege von Bedeutung: Ein Klientelregime, das nicht konform agiert,

 » Lees verder

Medien übernahmen unbedarft eine Lüge des Bayer-CEO Baumann

medien-ubernahmen-unbedarft-eine-luge-des-bayer-ceo-baumann

25-11-18 10:23:00,


Bayer-Vorstandsvorsitzender Werner Baumann © cc

Urs P. Gasche / 25. Nov 2018 –

Wiederholt behauptete Konzernchef Werner Baumann, eine Unzahl von Studien würden beweisen, dass Glyphosat nicht krebserregend sei.

Die dreiste Lüge von Werner Baumann, Vorstandsvorsitzender des Bayer-Konzerns:

    «Mehr als 800 wissenschaftliche Studien beweisen, dass das Pestizid Glyphosat nicht krebserregend ist.»

Die gleiche Lüge liess Baumann im Zwischenbericht zum 2. Geschäftsquartal aufnehmen:

    «Mehr als 800 wissenschaftliche Studien … haben bestätigt, dass Glyphosat bzw. Glyphosat-basierte Herbizide nicht krebserregend sind.»

Die gleiche Lüge verbreitete Monsanto-Vizepräsident Scott Partridge, nachdem Bayer/Monsanto im August in Kalifornien zu einem Schadenersatz wegen Glyphosat verurteilt worden war:

    «Es ist eine Tatsache, dass mehr als 800 wissenschaftliche Studien und Bewertungen … den Befund unterstützen, dass Glyphosat nicht krebserregend ist.»

Unkritische Verbreitung auf der ganzen Welt

Die Wiederholung macht diese Aussage nicht wahr. Obwohl es äusserst unwahrscheinlich ist, dass über 800 Studien zum Krebsrisiko existieren, haben Medien diese Behauptung auf der halben Welt verbreitet.

In der Schweiz wollte keine einzige der Zeitungen der Grossverlage Tamedia, Ringier oder NZZ von Bayer wissen, welches denn die angeblich über 800 wissenschaftlichen Studien sind. Sie holten auch keine Informationen ein bei unabhängigen Wissenschaftlern, die sich mit Glyphosat beschäftigen.

Einen Artikel der Schweizerischen Depeschenagentur SDA mit dem Zitat des Monsanto-Vizepräsidenten verbreiteten Mitte August die «Basler Zeitung», etliche andere Schweizer Zeitungen und auch «Watson». Unter dem Titel «Konzern verweist auf 800 Studien» informierte auch SRF. Die «NZZ» übernahm die Lüge von Bayer/Monsanto einige Tage später in einem eigenen Bericht. 14 Tage nach der SDA zitierte die «Zentralschweiz am Sonntag» den Bayer-CEO Werner Baumann, wonach «mehr als 800 Studien untermauern», dass Glyphosat keinen Krebs verursache.

Die PR-Kamagne der Bayer-Monsanto-Manager hat voll eingeschlagen.

«Bayer trickst mit falschen Zahlen»

Als einzige deutschsprachige Zeitung hat die Berliner Tageszeitung «taz» den Bayer/Monsanto-Konzern aufgefordert, die «über 800 wissenschaftlichen Studien» aufzulisten. Unter dem Titel «Die erfundenen Glyphosat-Studien» entlarvte die «taz» das Ganze als krasse Falschaussage:

    «Hokuspokus! Aus Tests, ob Glyphosat die Augen von Kaninchen reizt,

 » Lees verder

Tagesdosis 6.11.2018 – Wenn Medien etwas ändern würden, wären sie schon längst verboten | KenFM.de

tagesdosis-6112018-8211-wenn-medien-etwas-andern-wurden-waren-sie-schon-langst-verboten-kenfm.de

06-11-18 12:03:00,

Dieser Artikel ist auch als kostenlose MP3 für Dich verfügbar!

Download MP3

Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

Eigentlich heißt der kluge Satz der Anarchistin und Friedensaktivistin Emma Goldman, geboren 1869: Wenn Wahlen etwas ändern würden, hätten DIE sie schon längst verboten. Emma Goldman war der Meinung, dass es eine Gruppe gab und gibt, die nicht zulässt, von der Macht entfernt zu werden: die Herrschenden. Warum sollten sie zustimmen, dass andere ihre Position einnehmen, nur weil eine hergelaufene Bevölkerungsmehrheit es so will?

Das Paradoxon der Demokratie, die genau das verspricht, abänderbare Herrschaft auf Zeit, ist bei Tageslicht betrachtet wenig schlüssig und wurde tatsächlich immer wieder ausgehebelt. Wenn die Bevölkerung falsch abstimmt, gibt es dienstbereites Personal, das im Sinne der Herrschenden korrigiert. So geschehen im Iran als Mossadegh Premier wurde, und den Wert des iranischen Öls für das iranische Volk nutzen wollte, statt die Gewinne den Briten zu überlassen, in Guatemala unter dem Sozialdemokraten Arbenz als der begann, eher minderwertige Grundstücke an Bauern zu vergeben statt nur an die United Fruit Company (Chiquita Bananen), in Chile im Falle des Sozialisten Allende, der dachte, dass Wahlen Sozialismus möglich machen könnten, in den USA als JFK und Robert Kennedy zu wenig antikommunistisch waren, in Schweden, als Olof Palme sich anschickte, die Militärblöcke aufzulösen und die Betriebe teilweise in die Hände der Beschäftigten zu überführen. An diesen Beispielen wird klar, was geht und was gar nicht geht. Kritisch ist vor allem eine Änderung der Besitzverhältnisse. Solange die Politik sich als verlängerter Arm der Besitzenden versteht und deren Pfründe nicht antastet, hat sie ein Existenzrecht, mit Unterstützung kann sie aber nur rechnen, wenn sie den marktradikalen Dreikampf zelebriert: Privatisierung, Steuersenkung und Sozialabbau.

Theoretisch offeriert die Demokratie dem wahlberechtigten Volk außerdem ein Werkzeug der Willensbildung: die Medien. Die Medien sollen einen Marktplatz der Ideen schaffen, auf dem sich der Souverän informiert, also die wahlberechtigte Bevölkerung, sie diskutiert in den Medien wie gut die Herrschaft der Herrschenden aus der Sicht der Beherrschten funktioniert, ob die Machthaber sich an die Regeln halten, die Lebensgrundlagen und den Wohlstand aller Staatsbürger oder sogar aller Menschen mehren, die Umwelt erhalten und ob es bessere Ideen gibt,

 » Lees verder

Migration und Medien

migration-und-medien

04-11-18 09:05:00,

Worum geht es bei der Migration nach Europa, und warum wird sie von den etablierten Medien zumeist begrüßt, ihre Ursachen hingegen kaum kritisch hinterfragt?

Es geht um Geostrategie: Die USA planten durch trans­atlantische und trans­pazifische Frei­han­dels­zonen das aufstrebende China in Schach zu halten, und Migration ermöglicht, der national­staatlichen Fragmentierung und demo­gra­phi­schen Schrumpfung der europäischen Märkte zu begegnen – tatsächlich war der UNO-Mi­gra­tions­beauftragte zuvor WTO-General­di­rek­tor und EU-Wett­bewerbs­kommissar.

Medial wird diese Transformation durch ein humanitäres Narrativ flankiert, während Politiker, die sich am gemeinen Volk statt an der globalen Strategie orientieren, als Populisten gelten – allen voran der unverhofft gewählte, migrations- und freihandels­kritische US-Präsi­dent, der China protektionistisch begegnen will und damit die liberale Weltordnung gefährdet.

Die etablierten Medien wandelten sich mithin keineswegs von »rechts« nach »links«, sondern blieben transatlantisch. Früher gegen Sozial­progressive, heute gegen National­konservative: Po­li­tische Gegner und Gehilfen tauschten die Rollen, doch das geopolitische Ziel blieb das­sel­be – und die medialen Techniken ebenso.

 » Lees verder

Medien: Chaschukdschi wollte Saudi-Arabiens Chemiewaffeneinsatz offenlegen

medien-chaschukdschi-wollte-saudi-arabiens-chemiewaffeneinsatz-offenlegen

29-10-18 10:57:00,

Politik

10:48 29.10.2018(aktualisiert 11:55 29.10.2018) Zum Kurzlink

Nach Berichten des „Sunday Express“ stand der getötete saudische Journalist Dschamal Chaschukdschi (Jamal Khashoggi) offenbar kurz davor, Beweise für die Verwendung von chemischen Waffen im Jemen durch Saudi-Arabien freizugeben.

„Ich traf ihn eine Woche vor seinem Tod. Er war unglücklich und besorgt. (…) Als ich ihn fragte, warum er sich Sorgen macht, wollte er darauf nicht wirklich antworten, aber schließlich sagte er mir, dass er Beweise erhalten hat, dass Saudi-Arabien chemische Waffen verwendet habe“, teilte ein nahestehender Freund Chaschukdschis, der anonym bleiben möchte, der britischen Zeitung mit.

„Er sagte, er hofft, dass er dokumentarische Beweise erhalten wird. Ich kann nur sagen, dass das nächste, was ich gehört habe, war, dass er vermisst wird.“

Diese Meldung kommt inmitten der Behauptungen aus Geheimdienstquellen, Großbritannien habe von den Plänen, den Journalisten zu entführen, gewusst und soll Saudi-Arabien gebeten haben, diese Handlungen zu stoppen.

„Diese Details beinhalteten die ursprünglichen Befehle, Herrn Chaschukdschi zu ergreifen und ihn nach Saudi-Arabien zur Befragung zurückzubringen“, berichtet eine Geheimdienstquelle.

Die Befehle sollen aus der königlichen Umgebung gekommen sein, aber Informationen über eine Verbindung zu Kronprinz Mohammed bin Salman al-Saud gebe es nicht, hieß es außerdem.

Einer anderen hochrangigen Quelle aus dem Geheimdienst zufolge habe der britische MI6 den Kollegen aus Saudi-Arabien geraten, die Operation abzubrechen, aber ihre Empfehlung soll abgelehnt worden sein.

Im Iran wurden kürzlich Behauptungen laut, Saudi-Arabien habe Inhaltsstoffe geliefert, die im Jemen zur Produktion des Nervengifts Sarin verwendet werden könnten. Es sei jedoch wahrscheinlicher, dass Chaschukdschi sich auf Phosphor bezogen hatte, so „Sunday Express“.

Nach Berichten der US-Zeitung „Washigton Post“ setzte Saudi-Arabien von den USA gelieferten weißen Phosphor gegen Truppen und Zivilisten im Jemen ein.

Der saudische Journalist Dschamal Chaschukdschi, der als Kolumnist für die US-Zeitung „The Washington Post“ arbeitete und seit 2017 in den USA lebte, verschwand am 2. Oktober in der Türkei, nachdem er das Gebäude des saudi-arabischen Generalkonsulats in Istanbul betreten hatte. Am 20. Oktober bestätigte das Konsulat die Ermordung des oppositionellen Journalisten.

Die türkische Staatsanwaltschaft hatte einen Antrag auf Auslieferung von 18 Personen an Saudi-Arabien gestellt, die des Mordes an Dschamal Chaschukdschi verdächtig sind.

 » Lees verder