Absurder Medienkrieg um Corona: Russland ist an allem Schuld | Anti-Spiegel

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24-03-20 09:00:00,

Immer mehr „Qualitätsmedien“ berichten, dass Russland das Coronavirus nutzt, um Fake News zu streuen und die EU zu destabilisieren. Faszinierend an dem Vorwurf ist, dass es genau umgekehrt ist: Die Fake News kommen eindeutig und nachprüfbar von westlichen Politikern und Medien.

Es soll in diesem Artikel nur am Rande um das Coronavirus gehen, hier geht es darum, wie die Pandemie von westlichen Politikern und Medien genutzt wird, um die bewährten Feindbilder zu nutzen und vor allem von eigenen Fehlern abzulenken. Und das geht nicht ohne Lügen, die heute Neudeutsch „Fake News“ genannt werden. Und die westlichen „Qualitätsmedien“fahren immer schwerere Geschütze auf.

Noch eins vorweg: Sollten Sie der Meinung sein, ich verbreite hier selber Fake News, überprüfen Sie bitte alle Quellen, die verlinkt habe und lassen Sie mich wissen, wenn Sie dabei auch nur eine Falschmeldung finden.

Die „Qualitätsmedien“ haben nun gleich mehrere Fronten eröffnet, die Russland in ein schlechtes Licht stellen sollen. Der Trick dieser Propaganda ist einfach: Man muss Russland nur mit einer schlechten Nachricht in Verbindung bringen. Sobald es in Deutschland einen kalten Winter gibt, spricht die Bild-Zeitung von einer „Russenpeitsche„. Damit wird bei den Lesern Russland mit negativen Dingen assoziiert, erstens mit einer Peitsche und zweitens mit der Kälte, unter die Deutschen in dem Moment leiden. Klingt lustig, wirkt aber auf das Unterbewusstsein und zementiert unterbewusst das Feindbild.

Das tun die Meiden immer: Wenn etwas Schlimmes passiert, dann muss man es irgendwie mit Russland in Verbindung bringen, auch dann, wenn Russland gar nichts damit zu tun hat. Das geschieht auch heute. Seit Tagen finden sich immer mehr Artikel, in denen es um Russland und irgendetwas geht, was mit Corona zu tun hat. Und die Bandbreite wird immer größer und das schauen wir uns einmal an.

Vorwurf: Russland verbreitet Fake News über Coronavirus

Diesen Vorwurf kann man seit Tagen immer wieder lesen. Er kommt von einer europäischen Taskforce namens „EU vs. Disinformation“ und ich habe mir deren Vorwürfe angeschaut. Leider halten sie einer Überprüfung nicht stand. So wurde ein Artikel, der in Kanada erschienen ist, von dieser Taskforce einer anderen Seite zugeordnet, die den bösen Namen „southfront“ trägt, die aber keine sichtbaren Verbindungen zu Russland hat. Aber dieser Artikel wurde acht Mal verlinkt und als acht verschiedene „russische Fake News“ ausgegeben.

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“Medienkrieg” zwischen USA und China: Wechselseitige Ausweisung von Journalisten | Anti-Spiegel

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19-03-20 10:05:00,

Zwischen den USA und China gibt es einen „Medienkrieg“ mit gegenseitigen Ausweisungen von Journalisten. Wie ist es dazu gekommen und was sagt das über die Pressefreiheit in den USA aus?

Der Streit zwischen den China und den USA, der nun zur wechselseitigen Ausweisung von Journalisten geführt hat, begann schon Anfang Februar. Am 4. Februar hatte das „Wall Street Journal“ einen Kommentar unter der Überschrift „China ist der ‚wahre kranke Mann‘ Asiens“ veröffentlicht. Der Artikel enthielt viel Kritik an China, unter anderem wurde den chinesischen Behörden vorgeworfen, viel zu zögerlich auf den Corona-Ausbruch reagiert zu haben.

Aus heutiger Sicht, wo wir gerade beobachten können, wie die westlichen Staaten, inklusive den USA, kopflos, unkoordiniert, inkonsequent und viel zu spät auf die Pandemie reagieren, ist der Artikel fast schon lächerlich. Aber zu dem Zeitpunkt Anfang Februar stand China Kopf, die Quarantäne war gerade eingeführt worden und China fühlte sich durch den Kommentar verunglimpft, sprach sogar von Rassismus und forderte von der Zeitung eine Entschuldigung, die es natürlich nicht gab.

Am 19. Februar passierten dann zwei Dinge fast gleichzeitig und es ist nicht ganz einfach, festzustellen, was die Henne war und was das Ei. Nach meiner Erinnerung waren es die USA, am 19. Februar chinesische Journalisten ausgewiesen und die Arbeit chinesischer Medien in den USA eingeschränkt haben. In anderen Quellen war zu lesen, dass China zuerst als Reaktion auf den Kommentar drei Journalisten des „Wall Street Journal“ des Landes verwiesen habe.

Bei RT-Deutsch konnte man am Donnerstag zum Beispiel lesen:

„Die wechselseitigen Ausweisungen von Journalisten begannen im Februar, als die chinesischen Behörden drei Journalisten der Wall Street Journal fünf Tage Zeit gaben, das Land zu verlassen. Mit der Maßnahme reagierte Peking auf einen Meinungsartikel in dem Blatt, der China als den „wirklich kranken Mann Asiens“ bezeichnete. Die Zeitung weigerte sich, sich für den Artikel zu entschuldigen. Kurz darauf reduzierten die USA dramatisch die Zahl der Journalisten, die für vier chinesische staatliche Medienunternehmen in den USA arbeiten durften. Man reduzierte die Zahl der erlaubten Journalisten von 160 auf 100 sowie die Aufenthaltsdauer.“

Auch die russische Nachrichtenagentur TASS schrieb am Donnerstag dasselbe, wie RT-Deutsch: China habe zuerst US-Journalisten ausgewiesen, danach hätten die USA mit den Beschränkungen gegen chinesische Journalisten reagiert.

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Medienkrieg um die Köpfe

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29-07-19 07:28:00,

Bild: Benoît Prieur/CC BY-SA-4.0

Britische Medienbehörde verurteilt den russischen Sender RT zu hoher Geldstrafe wegen Einseitigkeit, Russland will den Atlantic Council zur unerwünschten Organisation erklären

Es ist ein absurder Kalter Krieg, gegen Auslandsmedien mit dem Vorwurf mangelnder Objektivität mit Strafen vorzugehen, und das just in einem Land, das bekannt ist wegen seiner Yellow Press und in dem sich (noch) eine Regierung an die Macht klammert, deren neuer Ministerpräsident maßgeblich für die nicht besonders mit Fakten argumentierende Brexit-Bewegung mitverantwortlich war. 200.000 Pfund (225.000 Euro) Geldstrafe soll der russische staatliche Sender RT zahlen, nachdem die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom “schwerwiegende Verstöße” gegen das Gebot der Überparteilichkeit feststellte. In sieben Fällen habe RT auf verschiedenen Programmen während sechs Wochen vom 17. März bis 4. Mai 2018 einseitig berichtet.

Die angeblichen Verstöße gegen eine objektive Berichterstattung wurden schon im Dezember 2018 angemahnt. RT legte dagegen Klage ein, während die russische Medienaufsichtsbehörde eingeschaltet wurde, um im Tit-for-Tat-Spiel gegen die mit Steuermitteln finanzierte BBC zu ermitteln. Ofcom kam nun dem Gerichtsurteil zuvor und verhängte die Geldstrafe.

Gebührende Genauigkeit und gebührende Überparteilichkeit

Anlass des Vorgehens war vor allem die RT-Berichterstattung über den Skripal-Anschlag, aber auch zum Giftgasangriff in Douma, einem Besuch des saudischen Kronprinzen in den USA oder einem Überfall von Rechtsextremen auf ein Roma-Lager in der Ukraine. Nach den Ofcom-Regeln ist, wie die Sanktionsandrohung auf 190 Seiten begründet, Überparteilichkeit bei “wichtigen politischen und wirtschaftlichen Themen” erforderlich. Hier müsse ein “weites Spektrum von signifikanten Ansichten” berichtet werden, “Ansichten und Fakten” dürfen nicht falsch dargestellt werden, Nachrichten müssen mit “gebührender Genauigkeit” berichtet und mit “gebührender Überparteilichkeit” dargestellt werden.

Man sieht schon, ein höchst interpretationsbedürftiger Ansatz, zumal beim Skripal-Anschlag, wo die britische Regierung bei der Schuldzuweisung an die russische Regierung ohne Beweise vorgeprescht ist und durch angeblich “alternativlose” Überlegungen begründete, was die meisten westlichen Medien, die britischen inklusive, übernommen haben. Gnädig heißt es, man dürfe schon Politiker und politische Organisationen in Kommentaren kritisieren, aber mitunter sei es notwendig, “alternative Ansichten” zu berichten. Ofcom beruft sich darauf, eine von der Regierung unabhängige Medienaufsichtsbehörde zu sein.

“Perspektive der britischen Regierung nicht angemessen reflektiert”

Die Absurdität des Vorgehens wird bereits im ersten Fall eines Studiogesprächs am 17.

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