Wie will die SPD-Spitze Mehrheiten gewinnen? Dümmer als mit der Kritik an Wagenknecht gehts nimmer.

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15-03-19 09:21:00,

Weil das Nachtreten einiger prominenter Vertreter der SPD zugleich ein Signal dafür ist, dass dort jegliche strategische Einsicht fehlt und deshalb die Chance für eine politische Wende weg von der Führung durch die CDU/CSU immer mehr schwindet, muss noch einmal auf die Reaktion zum Rückzug von Sahra Wagenknecht eingegangen werden. Mit Wagenknecht an der Spitze eines rotrotgrünen Bündnisses hätte es wenigstens eine kleine Chance gegeben, potentielle Nachfolger von Angela Merkel zu schlagen. Jetzt sieht es düster aus. Und jene, die das Mobbing betrieben haben, verstehen das nicht einmal. Albrecht Müller.

Johannes Kahrs, der Chef der Seeheimer, hat sich spottend und zufrieden geäußert. Der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Stegner – angeblich ein Linker in der SPD – sagte, eine personelle Neuorientierung an der Fraktionsspitze der Linkspartei könnte mögliche Bündnisse diesseits der Union erleichtern. Diese Option sei mit Wagenknecht stets theoretischer Natur gewesen, so Stegner gegenüber der Deutschen Presseagentur. Stegner untermauert damit einmal mehr den Eindruck, dass man an der SPD-Spitze unfähig ist zum strategischen Denken und auch unfähig zum Rechnen und stattdessen vollgepumpt mit Vorurteilen.

Schauen wir die neuesten Umfragen zu einer potentiellen Bundestagswahl an:

Quelle: wahlrecht.de

Die SPD liegt mit 15-18 % der Zweitstimmen durchgehend unter dem, was sie 2017 als Wahlergebnis erreicht hatte – 20,5 %; das war schon ein verheerendes Ergebnis, unter der Hälfte dessen, was der Kanzlerkandidat Schröder vor gut 20 Jahren erreicht hat und weit unter der Hälfte dessen, was sie maximal mit 45,8 % erzielte.

Zusammengezählt erreichen SPD, Grüne und Linke nach der neuesten Umfrage vom 14. März 45 %; bei den drei vorletzten Umfragen, also jenen vom 9. und 12.3.2019 waren es 42 bzw. 41,5 Prozentpunkte. Damit ist keine Koalition mehr zu schmieden; rein rechnerisch reicht es nicht. Hinzu kommt, dass die Linkspartei nach dem Rausdrängen von Sahra Wagenknecht vermutlich weiter verlieren wird.

Jene in der SPD-Spitze, die sich über den Abschied von Sahra Wagenknecht freuen, haben offenbar die strategische Notwendigkeit nicht verstanden oder nicht eingesehen, dass es zu einem guten Wahlergebnis und zur Regierungsfähigkeit eines breiten, pluralen Auftritts bedarf.

Das war immer so. Die besten Ergebnisse hat die SPD dann erzielt, wenn sie mit Repräsentanten eines breiten Programms auftrat: mit Schmidt und Brandt; mit Brandt,

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