Meinungsmache zur privaten Altersvorsorge mit Aktien – Beteiligungskultur

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03-02-20 01:20:00,

Die Kampagne zur Förderung der privaten Altersvorsorge mit Aktien nimmt mehr und mehr an Fahrt auf. Die NachDenkSeiten werden sich in dieser Woche noch ausführlich mit der Kampagne beschäftigen. Ein Argument, das bei der Kampagne immer wieder ins Feld geführt wird, ist besonders abstrus. Demnach soll ein „Investment“ in Aktien der Wirtschaft benötigtes Kapital zuführen und somit die Konjunktur stärken. Das ist jedoch schlichtweg falsch. Während klassische Formen des Sparens indirekt in der Tat die Wirtschaft mit Kapital versorgen, ist dies beim Erwerb von Aktien nicht der Fall. Von Jens Berger.

Lesen Sie dazu auch: Ob den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu retten noch lohnt? Zweifel sind angebracht.

Geht es nach der ARD-„Börsenfachfrau“ Anja Kohl, ist die Sache klar. Deutschland fehlt eine Aktionärs- und damit Beteiligungskultur. In ihren zahlreichen TV-Auftritten beklagt die studierte Germanistin dabei auch in steter Regelmäßigkeit die wirtschaftlichen Nachteile der deutschen Aktienzurückhaltung. Schließlich sei es ja auch für die Konjunktur positiv, wenn über den Erwerb von Aktien mehr Geld in die Unternehmen fließen würde, das diese dann investieren könnten. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich.

Wenn ein Bürger eine Aktie kauft, dann hat das Unternehmen, an dem er sich mit dieser Aktie beteiligt, strenggenommen überhaupt nichts davon. Schließlich kauft man an der Börse die Aktien nicht von diesen Unternehmen, sondern von einem anderen Aktionär. Die Ausnahmen, die diese Regel bestätigen, sind der Börsengang und eine Kapitalerhöhung der betreffenden Aktiengesellschaften, die jedoch nur einen sehr kleinen Teil des Aktienhandels ausmachen. Wenn Frau Mustermann also über ihre Bank eine BMW-Aktie kauft, bekommt nicht die BMW AG, sondern der Verkäufer dieser Aktie das Geld – natürlich abzüglich der Gebühren, die Banken und Handelsplattformen für ihre Dienstleistungen bei diesem Handel veranschlagen. Ob der Kurs der BMW-Aktie nun bei 10 oder 100 Euro steht, hat auf die Finanzmittel der BMW AG also keinen direkten Einfluss. Für mögliche Investitionen steht kein Euro mehr oder weniger zur Verfügung. Frau Mustermann beteiligt sich zwar an der BMW AG, im gleichen Maße verringert jedoch der Verkäufer der Aktie seine Beteiligung an diesem Unternehmen – ein Nullsummenspiel.

Strenggenommen entziehen Aktionäre Aktiengesellschaften sogar Kapital und zwar über die Dividende. Eine Dividende ist eine Art Gewinnbeteiligung, die an die Anteilseigner, also die Aktionäre, ausgeschüttet wird und damit zu einem Kapitalabfluss des Unternehmens führt.

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Torwächter der Meinungsmache

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30-01-20 10:13:00,

Akten belegen eine geheime Finanzierung der Nachrichtenagentur Reuters durch die britische Regierung im Kalten Krieg. Das Ziel: politische, antikommunistische Einflussnahme. Der Vorgang sollte nicht allzu sehr überraschen, aber er bietet interessante Belege und lenkt einen allgemeinen Blick auf die Rolle großer Agenturen bei der Meinungsbildung. Von Tobias Riegel.

Nachrichtenagenturen sind die Basis der Berichterstattung zahlreicher großer westlicher Medien – man könne sie auch als deren „Rückgrat“ bezeichnen, wenn man es positiv beschreiben will. Sieht man die intensive Beziehung zwischen Medium und Agentur aber kritisch – zum Beispiel die von zahlreichen Medien gleichzeitig verbreiteten und gleichlautenden Agenturmeldungen – so drängt sich die Frage auf: Sind die großen Nachrichtenagenturen die „Torwächter der Meinungsmache“?

Reuters und die Regierung: Propaganda, Einflussnahme, Schwarze Kassen

Die wichtige Frage nach der Rolle der Agenturen stellt sich permanent, wenn man sich mit Mechanismen der Meinungsmache befasst. Dieser Tage aber drängt sich die Frage zusätzlich aktuell auf: Kürzlich freigegebene Akten belegen eine geheime Finanzierung der Nachrichtenagentur Reuters durch die britische Regierung im Kalten Krieg. Das Ziel: politische, antikommunistische Einflussnahme. Darüber berichten etwa BBC in diesem Artikel und Reuters in diesem Artikel (beides auf Englisch).

Demnach beweisen kürzlich deklassifizierte Akten einen lange vermuteten und auch berichteten Vorgang: nämlich, dass die britische Regierung die Nachrichtenagentur Reuters in den 60er und 70er Jahren heimlich finanziell unterstützt hat. Diese Finanzierung wurde laut den Berichten initiiert von einer antikommunistischen britischen Geheimdienst-Abteilung, als „Schwarze Kasse“ fungierte die BBC. Reuters schreibt dazu:

„Das Geld wurde verwendet, um die Berichterstattung von Reuters über den Nahen Osten und Lateinamerika zu erweitern, und floss über erhöhte Nachrichten-Abonnementzahlungen von der BBC verdeckt an Reuters.“

Die Nachrichtenagentur zitiert aus den Regierungsakten, wobei HMG für „Her Majesty’s Government“ steht, also die britische Regierung meint:

„Die Interessen der HMG sollten durch die neue Regelung gut bedient werden.“

Fehlende Unabhängigkeit: Ein alter Verdacht wird bestätigt

Der Vorgang, zu dem RT in diesem Artikel weitere Hintergründe liefert, soll hier nicht über Gebühr als erstaunlich dargestellt werden: Einflussnahmen von staatlicher oder mächtiger privater Seite auf die dem Publikum als „unabhängig“ dargestellten großen Medien werden längst vermutet, zahlreiche Indizien stützen diese Vermutungen. Es ist aber doch ein Unterschied, ob es bei diesen begründeten Vermutungen bleibt und dadurch der Kampfbegriff „Verschwörungstheoretiker“ zum Einsatz kommen kann – oder ob die Vorgänge durch deklassifizierte Akten eindeutig belegt sind.

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Meinungsmache durch Meinungsforschung

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13-12-19 02:39:00,

Am 7. Dezember, parallel zum SPD-Parteitag, lieferte das Institut Forsa mit einem spektakulären Umfrageergebnis einen medialen Tiefschlag für das neue, vom Establishment sehr ungeliebte Führungsduo Esken/Walter-Borjahns. Nur noch 11 Prozent würden danach SPD wählen. Dumm nur für Forsa, dass versehentlich unschöne Details zu den Methoden öffentlich wurden, die diesem Ergebnis zugrunde liegen.

Auch andere Ergebnisse der Umfrage gingen durch die Medien, etwa dass nur noch 3 Prozent der SPD zutrauen würden, am besten mit den Problemen in Deutschland fertig zu werden. Wenn bei einer solchen Frage 57 Prozent keine Partei angeben, dann ist die Frage offenkundig anders gemeint, als sie verstanden wird. Gefragt wurde ja nicht nach „gut“, sondern „am besten“, was implizit „am wenigsten schlecht“ einschließt. Hier hätte ein Pretest (Vortest) genutzt werden können, um die Frage zu verbessern. Aber bei Forsa dienen Pretests offenbar anderen Zwecken, wie wir noch sehen werden.

Der SPD-Kommunalpolitiker Jan Beyer bekam von einem Bekannten, der in einem Online-Umfragepanel von Forsa ist, eine Frage geschickt, die dieser hatte beantworten sollen:

„Esken und Walter-Borjahns wollen wie die Jungsozialisten der SPD eine Linkswende verordnen, um damit wieder neue Wähler zu gewinnen. Andere in der SPD halten einen Linksschwenk für falsch, weil die SPD vor allem Wähler aus der politischen Mitte verloren hat. Wie schätzen Sie das ein, gewinnt die SPD eher mit einem ideologischen Linkskurs oder eher mit einem pragmatisch-rationalen Mitte-Kurs wieder neues Vertrauen bei den Wählern?“

Beyer veröffentlichte einen Screenshot der Frage via Twitter, garniert mit dem Hinweis, dass er sich doch sehr über die Art wundere, wie Forsa zu seinen Ergebnissen kommt. Dieser Tweet ging viral.

Von Forsa gibt es zwar soweit mir bekannt keine direkte öffentliche Stellungnahme dazu. Aber dem ZDF-Hauptstadtkorrespondenten Florian Neuhann gegenüber bestätigte man die Echtheit des Screenshots. Die Frage sei allerdings nur bei einem „Pretest“ verwendet worden, nicht bei der eigentlichen Umfrage. Bei dieser sei ohne die wertenden Attribute „ideologisch“ und „pragmatisch-rational“ nur gefragt worden, ob man eher einen „Linkskurs“ oder einen „Mitte-Kurs“ für erfolgversprechend halte. Meine Anfrage dazu wurde von Forsa bisher nicht beantwortet.

Die Auskunft von Forsa via Neuhann wirkt wie eine Ausflucht, denn sie ist auf vielerlei Weise unbefriedigend und ungeeignet, die entstandenen Zweifel an der Seriosität von Forsa auszuräumen.

Schon die Einführung der Frage mit dem „verordneten“ Linkskurs,

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Meinungsmache mit einem dubiosen „China-Experten“

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25-11-19 01:24:00,

Adrian Zenz gehörte in den letzten Tagen zu den meistzitierten Quellen in den deutschen Medien. Angefangen bei der Tagesschau, über den SPIEGEL, die Süddeutsche Zeitung, die ZEIT bis hin zu amerikanischen Propagandasendern wie Radio Free Asia ist Zenz ein gerngesehener Interviewpartner und Zitatgeber. Die FAZ nennt ihn in einem der wenigen etwas ausgewogeneren Artikel zum Thema „Der Mann mit der Million“ (hinter einer Paywall) – dabei geht es um die Zahl von mehr als einer Million Uiguren, die angeblich in chinesischen Umerziehungslagern interniert sein sollen. Diese Zahl stammt von Zenz und wird als Steilvorlage in der aktuellen Kampagne gegen China oft und gerne aufgenommen. Über den Hintergrund von Adrian Zenz schweigt man lieber. Das ist verständlich, stammt der „Experte“ doch aus einem höchst dubiosen Umfeld mit kalten Kriegern aus der amerikanischen Think-Tank- und Geheimdienstgemeinde. Das lässt an der Seriosität seiner Aussagen zweifeln. Von Jens Berger.

Wer ist Adrian Zenz? Die Tagesschau gibt sich bei der Vorstellung ihres „China-Experten“ recht wortkarg. Zenz „gilt weltweit als renommierter Experte für die Situation der Muslime in China. Zenz lebt und arbeitet in den Vereinigten Staaten von Amerika.“ Das hört sich natürlich seriös an. Doch wo arbeitete der „weltweit renommierte Experte“ eigentlich genau? Der Wissenschaftsdatenbank ORCID zufolge ist Zenz an der European School of Culture and Theology in Korntal, Baden-Württemberg, tätig. Von dieser Schule werden wohl die Allerwenigsten bislang etwas gehört haben und das ist verständlich. Die ESCT gehört zur Akademie für Weltmission, einer eher randseitigen evangelikalischen Bildungseinrichtung, die eng mit der ebenfalls in Korntal niedergelassenen Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen assoziiert ist, zu der auch die evangelikale „Chinesische Missionsgemeinschaft“ gehört. Der FAZ gegenüber beschreibt sich Zenz als „tief religiös“ und spricht von einer „Berufung“ und davon, dass Gott ihn dorthin geleitet habe, auf einem „vorbereiteten Weg“.

Seinem eigenen Eintrag bei „Academia“ zufolge ist Zenz zudem an der Columbia International University tätig und betreut dort die Doktoranden der Korntaler ESCT. Doktoranden einer evangelikalen Privatschule an der Columbia University? Ja, denn die Columbia International University ist nicht mit der renommierten New Yorker Columbia University zu verwechseln, sondern eine dubiose evangelikalische Bibelschule in Columbia, South Carolina. Deren online zu erreichenden „Doktortitel“ sind wohl eher als Skurrilität denn als „renommierte Wissenschaft“ zu bewerten.

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Früh übt sich die Meinungsmache – siehe Kindernachrichtensendung logo

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10-08-19 09:55:00,

Früh übt sich die Meinungsmache

– siehe Kindernachrichtensendung logo

von Frank Blenz für NDS

Die NachDenkSeiten sind ein Medium, welches – ich behaupte mal – ausschließlich erwachsenes Publikum an- und deren Themen bespricht. Dass es in der Medienwelt, konkret im TV, auch Formate gibt, die für Kinder das Tagesgeschehen zum Objekt haben, wissen viele große Leute vielleicht gar nicht. Dass es da Formate für kleine Leute gibt, die wenig denen für große Menschen nachstehen in Bezug auf Meinungsmache und freiheitlich westliches Weltbild, ist beim TV-Sender KiKa (Kinderkanal ARD/ZDF) kontinuierlich zu verfolgen – oder auch nicht?

Kinderkanal-KiKa-Kindernachrichten-Kindernachrichtensendung-Kindersendung-Kinderfernsehen-Kindertaeuscher-Kritisches-Netzwerk-logo!-Kinderverarsche-Kinderverarschung

Da gibt es die Nachrichtensendung „logo!“, deren Redaktion sich anschickt, den Kindern die Welt zu erläutern. Wie sie das gerade am aktuellen Beispiel „Ende des „INF-Vertrages“ “machten, da bleibt einem als Erwachsener, der eigenen Nachwuchs hat, die Spuke weg.

So liest sich auf der Logoseite zum Thema INF-Vertrag:

„USA und Russland streiten über Waffen – Gerade wird viel über einen alten Vertrag berichtet, der für mehr Sicherheit auf der Welt sorgen sollte – der sogenannten INF-Vertrag [sic]. Dieser Vertrag ist nun nicht mehr gültig. logo! erklärt euch, was es damit genau auf sich hat.

Bis in die 80er Jahre führten die beiden mächtigen Länder USA und Sowjetunion den sogenannten Kalten Krieg. In diesem Krieg kam es nie zu direkter Waffengewalt zwischen den USA und der Sowjetunion. Er führte aber dazu, dass beide Länder immer mehr und immer gefährlichere Waffen bauten. Darunter waren auch viele Atomraketen. Sie zählen zu den gefährlichsten Waffen überhaupt.

Irgendwann beschlossen die beiden Länder, dieses Wettrüsten zu beenden. Im Jahr 1987 unterschrieben die USA und die Sowjetunion dann den sogenannten INF-Vertrag. Mit diesem Vertrag verpflichteten sie sich, viele Atomraketen zu vernichten und keine neuen zu bauen.

Gegenseitige Vorwürfe

Seitdem hat sich viel verändert. Erstmal: Die Sowjetunion gibt es nicht mehr. Sie hat sich aufgeteilt in viele Länder – das größte davon ist Russland.

Im vergangenen Jahr haben sich diese beiden Länder, also die USA und Russland, gegenseitig vorgeworfen, sich nicht an den Vertrag zu halten. Daraufhin haben die USA den Vertrag gekündigt. Und auch Russland kündigte an, aus dem Vertrag auszusteigen.

Seitdem sind sechs Monate vergangen und seit Freitag ist der Vertrag nun nicht mehr gültig.

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Früh übt sich die Meinungsmache – siehe Kindernachrichtensendung logo

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09-08-19 08:12:00,

Die NachDenkSeiten sind ein Medium, welches – ich behaupte mal – ausschließlich erwachsenes Publikum an- und deren Themen bespricht. Dass es in der Medienwelt, konkret im TV, auch Formate gibt, die für Kinder das Tagesgeschehen zum Objekt haben, wissen viele große Leute vielleicht gar nicht. Dass es da Formate für kleine Leute gibt, die wenig denen für große Menschen nachstehen in Bezug auf Meinungsmache und freiheitlich westliches Weltbild, ist beim TV-Sender Kika (Kinderkanal ARD/ZDF) kontinuierlich zu verfolgen oder auch nicht? Da gibt es die Nachrichtensendung „logo“, deren Redaktion sich anschickt, den Kindern die Welt zu erläutern. Wie sie das gerade am aktuellen Beispiel „Ende des „INF-Vertrages“ “ machten, da bleibt einem als Erwachsener, der eigenen Nachwuchs hat, die Spuke weg. Von Frank Blenz.

So liest sich auf der Logoseite zum Thema INF-Vertrag:

„USA und Russland streiten über Waffen – Gerade wird viel über einen alten Vertrag berichtet, der für mehr Sicherheit auf der Welt sorgen sollte – der sogenannten INF-Vertrag [sic]. Dieser Vertrag ist nun nicht mehr gültig. logo! erklärt euch, was es damit genau auf sich hat.

Bis in die 80er Jahre führten die beiden mächtigen Länder USA und Sowjetunion den sogenannten Kalten Krieg. In diesem Krieg kam es nie zu direkter Waffengewalt zwischen den USA und der Sowjetunion. Er führte aber dazu, dass beide Länder immer mehr und immer gefährlichere Waffen bauten. Darunter waren auch viele Atomraketen. Sie zählen zu den gefährlichsten Waffen überhaupt.

Irgendwann beschlossen die beiden Länder, dieses Wettrüsten zu beenden. Im Jahr 1987 unterschrieben die USA und die Sowjetunion dann den sogenannten INF-Vertrag. Mit diesem Vertrag verpflichteten sie sich, viele Atomraketen zu vernichten und keine neuen zu bauen.

Gegenseitige Vorwürfe

Seitdem hat sich viel verändert. Erstmal: Die Sowjetunion gibt es nicht mehr. Sie hat sich aufgeteilt in viele Länder – das größte davon ist Russland.

Im vergangenen Jahr haben sich diese beiden Länder, also die USA und Russland, gegenseitig vorgeworfen, sich nicht an den Vertrag zu halten. Daraufhin haben die USA den Vertrag gekündigt. Und auch Russland kündigte an, aus dem Vertrag auszusteigen.

Seitdem sind sechs Monate vergangen und seit Freitag ist der Vertrag nun nicht mehr gültig. Experten befürchten nun, dass beide Länder wieder anfangen, mehr Waffen zu bauen. Viele Menschen sorgen sich,

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Die UN und die Meinungsmache – aktuell: Der „Folterstaat Venezuela“

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08-07-19 10:48:00,

UN-Berichte können zur Meinungsmache gegen politische Gegner instrumentalisiert werden. Ein mutmaßliches Beispiel dieser Strategie wurde aktuell gegen Venezuela genutzt. Wie bei anderen Beispielen wird die Situation in dem Land von vielen Medien grob verkürzt wiedergegeben und dieses verzerrte Bild anschließend im kollektiven Bewusstsein „geparkt“. Von Tobias Riegel.

Es ist ein mittlerweile bekannter Mechanismus: „Schockierende“ Berichte von „unparteiischen“ Institutionen, etwa der UN, werden für kurze, aber höchst intensive Medienkampagnen genutzt. Anschließend wird die Berichterstattung zu den Berichten – also auch zu möglicher Kritik und zu Gegenargumenten – abrupt eingestellt. Das installierte mediale Bild bleibt so unbeschädigt und kann bei Bedarf reaktiviert werden. Zu diesem Prinzip und etwa zu den Beispielen „Skripal, Giftgas, Hacking oder Doping“ haben die NachDenkSeiten bereits geschrieben:

„Bei vielen Affären in jüngerer Vergangenheit wurde durch mediale Wiederholung eine nicht von Beweisen gestützte Version der Ereignisse erzeugt. War das gewünschte Bild installiert, wurde die Berichterstattung – ohne neue Entwicklungen zu berücksichtigen – jäh abgebrochen und die erzeugte Botschaft im kollektiven Gedächtnis ‚geparkt’.“

Die „Schreckensherrschaft des Nicolás Mauro“

Ende vergangener Woche sorgte nun ein Bericht der UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet zu Venezuela für Aufsehen. Darin erhebt Bachelet schwere Vorwürfe gegen die venezolanische Regierung, die das ZDF und viele andere große Medien unter dem Titel „UN-Bericht: Venezuela ist ein Folterstaat“ zusammenfasst:

„Außergerichtliche Hinrichtungen, Folter, systematische Unterdrückung der Opposition und der Einsatz der Sozialprogramme als Mittel der Kontrolle: Der Bericht der UN-Menschenrechtskommissarin zur Lage in Venezuela ist ein politisches Debakel für die sozialistische Regierung von Präsident Nicolas Maduro in Caracas.“

Die „Frankfurter Rundschau“ präzisiert:

„Alleine im vergangenen Jahr seien 5287 Menschen beim ‚Widerstand gegen die Staatsgewalt‘ ums Leben gekommen, hält der Bachelet-Bericht fest. Zwischen Januar und Mai dieses Jahres seien weitere 1569 Menschen ermordet worden. Der Großteil der Toten wird den paramilitärischen Schlägertruppen Maduros, ‚Colectivos’ genannt, und der Polizei-Sondereinheit FAES zugeschrieben. Der UNHCR-Bericht fordert die Auflösung beider Einheiten.“

Das klingt wahrlich schockierend und wenn die Schilderungen und Interpretationen zuträfen, müsste man nicht nur dem dominierenden Tenor der großen deutschen Medien zustimmen, der sich etwa hier oder hier äußert, sondern auch ausländischen Stimmen wie der österreichischen „Presse“, die basierend auf dem UN-Bericht eine „Schreckensherrschaft des Nicolás Maduro“ feststellt.

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Wieder Meinungsmache in den Medien: Ohne die USA wäre Europa angeblich militärisch am Ende | Anti-Spiegel

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14-05-19 08:19:00,

Die Medien haben am Montag von einer Studie berichtet, die errechnet haben will, wie teuer es die Europäer kommen würde, wenn die USA die Nato verlassen. Diese Artikel sind unter der Rubrik Meinungsmache einzuordnen, wie wir gleich sehen werden.

Der ursprüngliche Original-Artikel findet sich im Spiegel unter Spiegel-Plus unter der Überschrift „Militärausgaben in Europa – So teuer wäre ein Nato-Ausstieg der USA“ und ist daher nicht kostenfrei. Aber dank Internet kann man ja auch andere Medien zu Hand nehmen, die darüber dann berichtet haben. Ich habe mich für die FAZ entschieden, bei der der Titel lautete „MILITÄRAUSGABEN: Nato-Austritt Amerikas würde Europa mehr als 350 Milliarden Dollar kosten„.

Nun muss man wissen, dass ein Nato-Austritt der USA völlig unrealistisch ist. Die Nato ist das Instrument, mit dem die USA den Eurasischen Doppelkontinent dominieren. Ein Rückzug der USA aus der Nato würde bedeuten, dass die USA freiwillig auf den Status als allein führende Weltmacht verzichten. Und das hat es in der Geschichte noch nie gegeben, dass ein die Welt beherrschendes – oder zumindest die Welt dominierendes – Imperium freiwillig und ohne Not auf diese Macht verzichtet.

Trotzdem soll den Europäern vor einem solchen unrealistischen Szenario Angst gemacht werden. Man möchte, dass die Europäer endlich den Forderungen der USA folgen, mehr für Rüstung auszugeben. Frei nach dem Motto: Ohne die USA würde es noch teurer, dann doch lieber mit den USA gemeinsam.

Also mussten die Zahlen der Studie entsprechend hoch und erschreckend ausfallen, was auch geschehen ist. Wie wir sehen werden, gibt es jedoch allen Grund, die Zahlen anzuzweifeln.

Berichtet wurde in den Medien über eine Studie des Londoner International Institute for Strategic Studies (IISS), die zu dem Ergebnis gekommen ist,

„dass Europa mit Kosten von mehr als 350 Milliarden Dollar rechnen muss, sollten die Vereinigten Staaten aus der Nato austreten. Dies hatte eine noch unveröffentlichte Studie, die dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vorliegt berechnet. In der Studie untersuchen Militärfachleute anhand von zwei unterschiedlichen Szenarien die Kosten, welche auf Europa zukämen, sollte eines der beiden eintreten.“

Natürlich wurde zunächst nur das teurere der beiden Ergebnisse herangezogen, um den Leser mit dem Worst Case zu schockieren. Dabei allerdings geht es um einen Krieg mit Russland, wie wir gleich sehen werden.

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Wer sind die AfD-Wähler? Meinungsmache mit einer fragwürdigen DIW-Studie – www.NachDenkSeiten.de

Wer sind die AfD-Wähler? Meinungsmache mit einer fragwürdigen DIW-Studie – www.NachDenkSeiten.de

20-09-18 01:16:00,

20. September 2018 um 11:55 Uhr | Verantwortlich:

Wer sind die AfD-Wähler? Meinungsmache mit einer fragwürdigen DIW-Studie

Veröffentlicht in: AfD, Demoskopie/Umfragen, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Hochschulen und Wissenschaft, Strategien der Meinungsmache

Die Sammlungsbewegung „Aufstehen“ hat sich zum Ziel gesetzt, auch Menschen für progressive Politik zu begeistern, die sich zur Zeit wirtschaftlich und kulturell abgehängt fühlen und nun aus Protest die AfD wählen. Ginge es nach einer jüngst vom DIW veröffentlichten Studie, wäre dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt. Schon der Titel der Studie verrät deren Kernaussage: „AfD-Unterstützer sind nicht abgehängt, sondern ausländerfeindlich“. Die Botschaft ist klar. Wenn sozioökonomische Gründe für die Wahlentscheidung pro AfD keine Rolle spielen, wird auch eine Politik, die primär die sozioökonomischen Sorgen und Nöte der Menschen ernst nimmt, keinen Erfolg dabei haben, AfD-Wähler zu bekehren. Kein Wunder, dass diese Studie vor allem von den parteipolitischen Gegnern von Sahra Wagenknecht innerhalb der Linkspartei unkritisch gefeiert wird. Dabei sind Zweifel an der Studie mehr als angebracht. Mehr noch – mit derartigen Studien verspielt das DIW seinen Ruf. Von Jens Berger.

Essen Sie häufig Fleisch? Wenn Sie diese Frage mit Ja beantworten, sind Sie ernsthaft gefährdet, bei den nächsten Wahlen Ihr Kreuz bei der AfD zu machen. Was wie ein Scherz klingt, beschreibt die Arbeitsweise der Studie „AfD-Unterstützer sind nicht abgehängt, sondern ausländerfeindlich“. Der verantwortliche Autor Martin Schröder hat sich nämlich die Mühe gemacht, innerhalb der Daten des seriösen „Sozio-oekonomischen Panel“ SOEP, das vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung DIW herausgegeben wird, Querverbindungen zwischen einer Neigung, die AfD zu wählen, und anderen Daten, Vorlieben oder Ängsten zu suchen, die im Rahmen des SOEP von den Befragten erhoben wurden. Und die Häufigkeit des Fleischkonsums korreliert offenbar sehr stark mit der Neigung zur AfD – gleich hinter den „Sorgen über die Zuwanderung“ und den „Sorgen über die Kriminalitätsentwicklung“. Dies sind freilich rein quantitative und keine qualitativen Aussagen.

Bevor man in die qualitative Analyse der Daten geht, sollte man jedoch zunächst einmal die Qualität der Daten kritisch betrachten. Denn bereits an dieser Stelle könnte man eigentlich bereits aufhören, diese „Studie“ ernsthaft zu diskutieren. Schröder hat nämlich die – an sich zuverlässigen – Daten des SOEP 2016 verwendet.

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Wie kann man sich vor Manipulation und Meinungsmache schützen? Fortsetzung – www.NachDenkSeiten.de

Wie kann man sich vor Manipulation und Meinungsmache schützen? Fortsetzung – www.NachDenkSeiten.de

04-06-18 07:50:00,

Wie kann man sich vor Manipulation und Meinungsmache schützen? Fortsetzung

Veröffentlicht in: Aufbau Gegenöffentlichkeit, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Strategien der Meinungsmache

Albrecht Müller

Am 26. Juni 2015 erschien auf den NachDenkSeiten ein Artikel mit der oben wiederholten Frage: wie kann man sich vor Manipulation schützen? Das ist ein zentrales Anliegen der NachDenkSeiten. Die Kenntnis von Methoden der Manipulation zum Beispiel und von Fällen der Manipulation soll Ihnen helfen, von sich aus und rechtzeitig zu durchschauen, wie wir unentwegt manipuliert werden. Den damaligen Beitrag wiederholen wir im Anhang. Wir werden demnächst eine geordnete Sammlung der vielfältigen Methoden der Manipulation präsentieren. Heute folgt zunächst einmal aus aktuellem Anlass hier die Information zu zwei zurzeit unentwegt gebrauchten Methoden der Manipulation. Albrecht Müller.

Erstens: Der unentwegte Gebrauch von Worten, die mit einer Wertung, meist mit einer Abwertung versehen sind, jedenfalls Urteile transportieren sollen.

Bestes Beispiel ist der Gebrauch des Worten „Populist.“ In den Sendungen des ZDF und der ARD über die Regierungsbildung in Italien wurde in den letzten Tagen dieser Begriff unentwegte gebraucht. Ohne Gänsefüßchen, ohne Hinterfragung. Durch die Wiederholung wird dieser wertende Gebrauch dann zur Selbstverständlichkeit und zugleich quasi mit einem Verbot kritischer Einwände und Hinterfragungen belegt.

Nur zwei Beispiele:

Die Manipulationen sind gang und gäbe. Man muss sich fragen, ob sich die Journalisten, die dafür mit Namen und Gesicht Pate stehen, nicht schämen. Kenner der NachDenkSeiten werden sich nicht wundern, wenn ich an dieser Stelle anmerke, dass der Gebrauch des Wortes Gleichschaltung keine Übertreibung ist.

Zweitens: In der Addition von Viertel-Wahrheiten und Unwahrheiten werden diese zu einer „wahren“ Botschaft.

Die gezielt geplante und transportierte Botschaft lautet: die Russen sind böse, sie sind expansiv, ihnen ist alles zuzutrauen. Dazu werden unentwegt und vermischt eine Reihe von Geschichten erzählt: die Russen haben MH 17 abgeschossen, die Russen haben die Krim annektiert und damit den neuen Ost-West-Konflikt vom Zaun gebrochen; ihre Freunde haben auf dem Maidan Freiheitskämpfer erschossen; die Russen haben mit dem Krieg in Syrien begonnen; die Russen haben in Großbritannien ihren Landsmann und Doppelagenten plus Tochter vergiften wollen; die Russen haben einen Gegner Putins und Journalisten in Kiew umgebracht; Trump Putin Erdogan,

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