Tagesdosis 20.2.2020 – Eine Rede an die Menschen in Russland | KenFM.de

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20-02-20 03:29:00,

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Anlässlich des größten, gegen Russland gerichteten Manövers seit dem Kalten Krieg.

Ein Kommentar von Jochen Mitschka.

Menschen Russlands! Ich möchte gerne „liebe Freunde“ sagen, aber ich traue mich nicht. Ich möchte gerne euer Freund sein, aber ich verstehe, wenn das nach den Gräueltaten, welche Deutschland den Menschen der Sowjetunion und insbesondere den Menschen Russlands antat, nicht einfach zu akzeptieren ist. 27 Millionen Tote, die größte aller Opferzahlen des zweiten Weltkriegs. Aber ich möchte euch erklären, warum ich euch bitten möchte, meine Freundschaft zu akzeptieren, trotz der Politik meines Landes, welche vollkommen losgelöst von der Meinung der Mehrheit der Menschen in Deutschland durch andere Kräfte bestimmt wird. Und ich möchte erklären, warum ich, stellvertretend für viele Menschen, die nach dem Krieg geboren, aber von der Kriegsgeneration aufgezogen wurden, euer Freund sein möchte.

Entscheidend für meine Sozialisierung in Deutschland war mein Vater. Er wurde im Krieg sieben Mal verwundet, aber immer wieder zu anderen Fronten geschickt, bis ihn ein Splitter im Kopf kurz vor dem Kriegsende lebenslang behinderte. Er war kein „stolzer Krieger“. Meine Mutter erzählte mir, wie einmal ehemalige Soldaten ihn besuchen wollten, um ihm zu danken, weil er sie unter Beschuss gerettet hatte. Aber er wollte nichts mehr vom Krieg wissen, er hätte sie weggeschickt, erzählte mir meine Mutter.

Mein Vater wollte nicht gerne über den Krieg sprechen. Er schämte sich dafür, mitgeschwommen zu sein, als Soldat für ein System gedient zu haben, das er Verbrechen begehen sah. Aber als ich mich gegen seinen Willen Anfang der 1970er Jahre für vier Jahre in der Bundeswehr verpflichtete, davon 2 Jahre in Mons bei der NATO „diente“, da erzählte er mir, wie er im Krieg wieder religiös geworden war. Er berichtete, dass Menschen den Verstand verloren, wenn die „Stalinorgeln“ einen Angriff der Infanterie vorbereiteten und rechts und links die Menschen zerfetzt wurden, und wie er in dieser Situation wieder begonnen hatte, zu beten. Damals sagte ich ihm, dass die neue Bundeswehr ja gar nicht für den Krieg bestimmt ist, sondern dass die Aufgabe der neuen Soldaten der wäre,

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Hospizarbeit: Wo die Würde des Menschen gelebt wird

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20-01-20 04:49:00,

Hospizarbeit:

Wo die Würde des Menschen gelebt wird

“Heilen manchmal, lindern oft, trösten immer”

Es war Montagmorgen um 10:30 Uhr. Ruhig und abgeschieden liegt ein unscheinbarer moderner Bungalow direkt am Rande des Botanischen Gartens und in unmittelbarer Nähe des städtischen Klinikums. Direkt vor der Einrichtung befinden sich die Parkplätze für die Besucher des palliativ-stationären Hospiz. Die Eingangspforte öffnet sich automatisch. Man wird von einer sehr netten Empfangsdame begrüßt. Sie ist eine von mehreren Ehrenamtlern hier.

Es riecht überhaupt nicht nach Krankenhaus und überhaupt strahlt die Einrichtung sehr viel Ruhe aus. Keine hektisch umher schwirrenden Krankenschwestern und Ärzte, nur das leise Surren eines Staubsaugers, der tagtäglich von einer Reinemachekraft bewegt wird. Mittlerweile kennt man sich und grüßt. Seit drei Wochen komme ich täglich mit meiner Mutter hierher, um meinen Vater zu besuchen, der einer der zehn Bewohner dieser Einrichtung ist. Es wird seine letzte Station in seiner Lebenslaufbahn sein. Im September 2019 kam die traurige und erschütternde Diagnose: Krebs. Unheilbar.

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Wir gehen den hellen Gang entlang und halten an der Tür des Zimmers mit der Nr. 3. Am Türknauf ist ein blaues Hinweisschild aufgehangen, wie man es aus Hotelzimmern kennt. Auf dem Schild erkennt man das Bergmannzeichen, Schlägel und Bergeisen. Darunter das Vereinswappen des Bundesligaclubs FC Schalke 04. „Nur Zutritt für Schalker“ steht auf der Vorderseite. Auf der Rückseite ist „Bitte nicht stören. Träume vom S04“ aufgedruckt. Ich muss schmunzeln und wundere mich über dieses Schild. Von mir oder meiner Mutter ist es nicht. Es muss eine der Nachtschwestern mitgebracht und aufgehangen haben.

Wir treten in ein sehr geräumiges taghell erleuchtetes Zimmer in moderner geschmackvollen Ausstattung. Der Flachbild-TV läuft. Mein Vater muss also da sein und in seinem Krankenbett liegen. Das ist nicht unbedingt selbstverständlich, denn an diesem Ort wird im hier und jetzt gelebt. Nicht nur weil der Tod der ständige Begleiter innerhalb dieses Hauses ist, sondern weil hier die Launen und Wünsche der Gäste ausnahmslos respektiert und erfüllt werden. Es kam schon mal vor das mein Vater an die frische Luft wollte und wir fanden ihn dann ein paar Augenblicke später im Innenhof wieder. Ein Pfleger hatte ihn in seinem Rollstuhl unter einen Sonnenschirm gefahren. Heute ist es allerdings nicht so. Ihm geht es nicht sonderlich gut, dennoch ringt er sich ein Lächeln ab,

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Bis 1,7 Millionen Menschen protestierten am Donnerstag im Frankreich gegen die Regierung | Anti-Spiegel

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10-01-20 10:35:00,

In den deutschen Medien habe ich in diesem Jahr noch nichts über die Situation in Frankreich gehört, wo seit dem 5. Dezember ein Generalstreik gegen die Rentenreform das Land lähmt.

Da ich dazu keine eigenen Erkenntnisse habe, habe ich einen Bericht der russischen Nachrichtenagentur TASS übersetzt, der über die landesweiten Großdemonstrationen vom Donnerstag berichtet hat.

Beginn der Übersetzung:

Die Teilnehmer der Proteste gegen die Rentenreform in Frankreich sind am Donnerstag erneut in den Städten auf die Straße gegangen, um ihre Entschlossenheit zu bestätigen, den am 5. Dezember begonnenen Generalstreik fortzusetzen. Nach Angaben des französischen Innenministeriums nahmen landesweit 452.000 Menschen an Protesten teil, 56.000 davon in Paris.

Unterdessen nannte Frankreichs größte Gewerkschaft, der Allgemeine Gewerkschaftsbund (CGT), andere Zahlen. Nach Angaben seiner Vertreter kamen bei den Demonstrationen in Frankreich mindestens 1,7 Millionen Menschen zusammen.

„Es ist eine historische Zahl. Die Zahl der Demonstranten war sogar höher als am ersten Tag des Streiks (das waren 1,5 Millionen Menschen, Anm. TASS),“ erklärte CGT in einer Erklärung. Die Gewerkschaft rief ihre Anhänger auf, die Mobilisierung am 10. Januar und dann am 11. Januar fortzusetzen. „Der Samstag wird eine Gelegenheit bieten, unsere Bewegung zu erweitern und alle zu holen, die uns unterstützen“, meint die Gewerkschaft.

Insgesamt fanden nach Angaben der Gewerkschaft am Donnerstag mehr als 200 Demonstrationen und insgesamt mindestens 400 verschiedene Aktionen in Frankreich statt. Aus diesem Grund fiel der ÖPNV weitgehend aus. An diesem Tag wurde der Rekord des Streiks der Eisenbahner aus dem Jahr 1986 gebrochen, der bisher als der längste galt.

Demonstration in Paris

In Paris begann eine Prozession von Demonstranten vom Place de la Republique zum Sankt Augustiner Platz im 8. Arrondissement der Stadt. Rund 5.500 Polizisten waren in der französischen Hauptstadt im Einsatz. Aus der Kolonne friedlicher Demonstranten schlugen Anarchisten zu und zerstörten Fenster von Büros und warfen Steine und Molotowcocktails auf die Gendarmen.

Die Situation hat sich in der Nähe des Sankt Augustiner Platzes, nicht weit vom Elysee-Palast, verschärft. Aggressive Demonstranten begannen, Flaschen und Steine auf die Polizei zu werfen. Die Polizei musste Tränengas einsetzen, um die Hooligans zu zerstreuen. Die Konfrontation zwischen Polizisten und Demonstranten dauerte etwa eine Stunde.

Das Ergebnis der Pariser Demonstrationen wurde in der Präfektur der Polizei zusammengefasst. Nach Angaben der Agentur wurden bei den Zusammenstößen 20 Demonstranten und 16 Polizisten verletzt.

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Ein streitbarer Arzt, der den Menschen als Ganzheit verstand

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02-10-19 07:37:00,

Christoph Pfluger

Christoph Pfluger / 02. Okt 2019 –

Zum Tod von Christian Hess, langjähriger Chefarzt am Bezirksspital Affoltern am Albis und Mitgründer der «Menschenmedizin».

«Wenn der Mensch nur Maschine ist und es weder Geist noch Beziehung und Tod geben darf, kann man ihn unbeschränkt reparieren. Dies ist die tiefere Ursache der permanenten Krise im Gesundheitswesen.» Davon war Christian Hess, ehemaliger Chefarzt des Bezirksspitals Affoltern und Pionier einer menschengerechten Medizin überzeugt. Und dafür ist er auch Risiken eingegangen, die ihm letztlich den Job gekostet, der Schweiz aber die wichtige «Akademie Menschenmedizin» gebracht haben.

Christian Hess (*1950) war sich des Menschen als Ganzheit gewiss, die auch im kranken Zustand als Ganzheit behandelt werden soll. Konsequenterweise führte er als Chefarzt im Bezirksspital Affoltern die Psychotherapie, die Seelsorge oder die Ethik ins Angebot ein und integrierte auch die Angehörigen der Patienten in den Heilungsprozess. Dies führte zwar zu etwas längeren Aufenthaltszeiten, aber mit positivem Ergebnis, auch wirtschaftlich. Die ehemaligen Patienten brauchten weniger ärztliche Nachbetreuung und blieben länger gesund. Dies schlug sich u.a. in den tiefsten Gesundheitskosten im Bezirk Affoltern des ganzen Kantons Zürich nieder. Das gefiel allerdings nicht allen. Christian Hess’ Arbeit als Chefarzt wurde zunehmend von Konflikten mit Behörden geprägt, die das mit seiner Frau Annina Hess-Cabalzar entwickelte Konzept der «Menschenmedizin» zunehmend erschwerten (ausführlich dargestellt in ihrem Buch «Menschenmedizin – für eine kluge Heilkunst», Suhrkamp, 2006).

Nach 21 Jahren verliess Christian Hess 2012 das Bezirksspital Affoltern und gründete zusammen mit seiner Frau die «Akademie Menschenmedizin» (AMM), die pointiert und praktisch die Systemfehler unseres Gesundheitswesens angingen – nicht nur an eigenen Symposien, sondern auch mit innovativen Angeboten wie dem «Café Med». Bei dieser öffentlichen Sprechstunde können sich Patienten kostenlos und unverbindlich von Fachleuten zu allen möglichen gesundheitlichen Problemen beraten lassen. Das «Café Med» gibt es regelmässig in Zürich, Luzern und an wechselnden Orten in der ganzen Schweiz. Ein anderes Angebot der AMM ist die kostenlose Begleitung durch eine Fachperson bei kritischen Arztbesuchen mit schwierigen Entscheidungen.

Christian Hess blieb auch mit der Akademie Menschenmedizin ein streitbarer Mensch. Zeugnis dafür ist die «Aktion Provokation». Begonnen hat sie mit provokanten Plakaten an einem Ärztekongress, die auf grosses Interesse stiessen. Die Botschaften:

«Die häufigste Krankheit ist die Diagnose»,

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Aus Liebe zum Menschen

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06-09-19 11:04:00,

In einem Krankenhaus entdeckte Dirk C. Fleck seine Liebe zu den Menschen wieder. Er beobachtete, wie das Personal — in blauen Kitteln — sich liebevoll, ausführlich und fast zärtlich um jeden einzelnen der Patienten kümmerte, während er, gefangen in seinem eigenen Schmerz und umgeben vom Leiden der anderen, kaum Empathie empfinden konnte. Sowohl Ärzte als auch Pflegekräfte halfen ihm und den anderen, ohne angesichts all dieses Leids mürrisch oder frustriert auf sie zu reagieren. Dies löste in ihm nicht nur Dankbarkeit aus, sondern vor allem auch absolute Hochachtung vor der Leistung, die diese „Blaukittel“ in unseren Krankenhäusern jeden Tag, jede Stunde erbringen.

Dann die Fragen: Was verdienen sie für diese wichtige Arbeit? Und wie viel Geld gibt unsere Regierung für Rüstung aus? Alles in unserem System scheint darauf angelegt zu sein, Empörung zu kultivieren. Warum stehen die Menschen nicht auf?

Wie viele Videos, Artikel und Gespräche gibt es darüber, dass wir etwas tun wollen oder sollten? Aber dennoch kommen wir nicht ins Handeln, jagen stattdessen im Alltag dem Geld hinterher, das uns Sicherheit und Glück verspricht — und doch sehen die Wohlhabenderen nicht erfüllter aus als die weniger Verdienenden.

Eine Putzfrau auf Kreta verkörpert diese Illusion von Glück und Geld für Jens Lehrich: Sie arbeitet hart für extrem wenig Lohn und wirkt dennoch glücklicher als wir. Woran liegt es, dass sie eine solche Zufriedenheit und solch ein Glück ausstrahlt? Das Streben nach Geld scheint es nicht zu sein, was uns Menschen glücklich macht — sondern das Zwischenmenschliche, die Anerkennung für unser Wirken und das Dankeschönsagen.

Viele haben Angst unterzugehen, wenn sie dieses Spiel der Leistungsgesellschaft, des Systems nicht mitspielen. Doch was bedeutet ein Leben jenseits des alltäglichen Hamsterrades wirklich?

Dirk C. Fleck beschreibt seinen Weg der Bewusstwerdung, der dazu führte, dass sich in ihm eine Art Urvertrauen einstellte.

Die Last, der Leistungsdruck, unter dem er jahrzehntelang gelitten hatte, fiel von ihm ab, als er es wagte, innezuhalten und seine eigenen Wege zu gehen. Seither begegnet er seinen Mitmenschen anders. Aber viele Menschen können oft nicht mit sich allein sein. Sie haben keine Beziehung mehr zu sich selbst.

Wieso hatte Dirk C. Fleck seine Fähigkeit, die Menschen zu lieben, verloren? Seine Antwort auf diese Frage wird vielen offensichtlich scheinen:

Wir Menschen richten unseren Planeten zugrunde: Plastikabfälle im Meer,

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Glückliche Menschen wählen nicht die AfD

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02-09-19 01:17:00,

2014 zog die AfD im Osten Deutschlands in die ersten Landtage ein und die Aufregung des politisch-medialen Komplexes war groß. Heute – fünf Jahre später – feiern die Volksparteien der alten Bundesrepublik es schon als großartigen Erfolg, ihre Rolle als stärkste Kraft auf Landesebene mit hauchdünner Mehrheit gegen die AfD verteidigt zu haben. Der oft emotional und chronisch inhaltsleer geführte “Kampf gegen Rechts” sollte spätestens jetzt als gescheitert gelten. Das ist kein großes Wunder, inszeniert die AfD sich doch sehr erfolgreich als “Anti-Establishment-Partei” und da passen die vorhersehbaren Reflexe des Establishments natürlich hervorragend ins Drehbuch. Wenn die anderen Parteien die Wähler und ihre Sorgen und Nöte nicht bald ernst nehmen und ihre Politik entsprechend ändern, wird der Siegeszug der AfD sich weiter fortsetzen. Wenn der Kampf gegen Rechts gewonnen werden soll, muss er auf politischer und nicht auf kommunikativer Ebene geführt werden. Nur wer die Unzufriedenheit beseitigt, beseitigt auch die AfD. Von Jens Berger.

Die Zeiten, in denen die Parteien der politischen Linken die Stimmen des kleinen Mannes waren, sind endgültig vorbei. Laut infratest dimap war die AfD bei den gestrigen Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen bei den Arbeitern mit 44% und 41% mit großem Abstand die stärkste Partei. Die Linke kam bei dieser Gruppe nur noch auf 8% (Brandenburg) und 10% (Sachsen). In Sachsen holte die AfD bei den Arbeitern sogar mehr als doppelt so viele Stimmen wie das sogenannte linke Lager (SPD, Grüne und Linke) zusammen! 

Eine zweite alte politische Weisheit, die seit gestern endgültig auf dem Friedhof der hohlen politischen Phrasen beerdigt werden muss, ist der Spruch “Wer nicht wählt, wählt rechts”. Sowohl in Brandenburg als auch in Sachsen hat die AfD von allen Parteien mit großem Abstand am meisten von der steigenden Wahlbeteiligung profitiert, während die Linke von den im Bundestag vertretenen Parteien hier die geringsten Zuwächse vermelden konnte. Offenbar neigen die Unzufriedenen, die sich zeitweise nicht zur Wahl einer Partei durchringen konnten und können, tendenziell eher zur AfD. Die Mobilisierung der Nichtwähler ist in einer solchen Situation ein zweischneidiges Schwert. Alte Regeln gelten heute nicht mehr.

Überraschend sind diese Zahlen keinesfalls. Dass fast jeder zweite Wähler, der sich selbst der Arbeiterschaft zurechnet, ausgerechnet der AfD seine Stimme gegeben hat, ist jedoch zugegebenermaßen skurril, vertritt die AfD doch lupenrein marktliberale Positionen,

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Eine Stimme für die Menschen, die nicht gehört werden

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15-06-19 01:43:00,

Botschafter Idriss Jazairy stammt aus Algerien und ist seit 2015 der Sonderberichterstatter des UN-Menschenrechtsrates zu den Auswirkungen einseitiger Zwangsmaßnahmen hinsichtlich der Menschenrechte der Bevölkerung des betroffenen Landes. Karin Leukefeld hatte am 30. Mai 2019 in Berlin die Gelegenheit, mit Idriss Jazairy zu sprechen. Hier die deutsche Fassung des kompletten Interviews.

Herr Jazairy, Sie sind der UN-Sonderberichterstatter zu den Auswirkungen von einseitigen Zwangsmaßnahmen auf die Menschenrechte der Bevölkerung des betroffenen Landes. Das ist ein sehr komplizierter Titel. Wer hat Sie ernannt und was ist Ihre Aufgabe?

Ich wurde vom UN-Menschenrechtsrat gewählt.[1] Meine Aufgabe ist es, die Folgen von einseitigen Sanktionen auf die schwächsten Personen in den Entwicklungsländern zu untersuchen, die von einseitig verhängten Sanktionen betroffen sind. Solche Sanktionen werden meist von Industriestaaten gegen ausgewählte Staaten verhängt, die von den sanktionsverhängenden Staaten, den Quellenländern (der Sanktionen), beschuldigt werden, die Menschenrechte nicht vollständig zu erfüllen. Zwischen den Quellenländer und den Zielstaaten von Sanktionen gibt es Differenzen darüber, mit welcher Politik die Entwicklung von Menschenrechten verfolgt werden soll. Das hat zur Folge, dass unbeteiligte Personen in den Zielstaaten den negativen Folgen solcher Sanktionen ausgesetzt sind. Ich versuche, mich für diese Menschen einzusetzen und denjenigen eine Stimme zu geben, die nicht gehört werden.

Es gibt einseitige Zwangsmaßnahmen, Sanktionen, Embargos, Blockaden – worin unterscheiden sie sich?

Der Hauptunterschied ist folgender: Es gibt Sanktionen, die vom UN-Sicherheitsrat verhängt werden und die von allen Staaten grundsätzlich als legitim eingestuft werden. Und es gibt Sanktionen, die von Quellenländern jenseits einer UN-Sicherheitsratsentscheidung verhängt werden, diese nennt man „einseitig“. Es gibt kontroverse Ansichten zwischen den Staaten, die die Sanktionen verhängen und die das als ein legitimes Mittel ihrer Außenpolitik betrachten und anderen, sich entwickelnden Staaten oder von Sanktionen betroffenen Staaten, die in ihrer überwältigenden Mehrheit die Rechtmäßigkeit solcher Entscheidungen in Frage stellen.

Zudem gibt es verschiedene Ebenen von Sanktionen. Es gibt die so genannten „umfassenden Sanktionen“, die gezielt auf die gesamte Wirtschaft und den Finanzsektor des betroffenen Landes ausgerichtet sind. Mittlerweile hat man eingesehen, dass solche Sanktionen sehr negative, gegenteilige Auswirkungen auf die schwächsten Bevölkerungsgruppen der betroffenen Länder haben können. Diese Personen darf man nicht zu Geiseln eines Streits über unterschiedliche Ansichten zwischen den Regierungen der Quellenländer und des betroffenen Landes machen.

Nachdem es sehr negative Erfahrungen mit Sanktionen in Haiti und im Irak gegeben hat,

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Univ. Professor: Menschen sterben nicht wegen Krebs – sondern an der Chemotherapie und deren Langzeitfolgen!

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05-06-19 04:40:00,

Chemotherapie bringt nicht nur nichts gegen Krebs, sondern verkürzt sogar die Lebensdauer der Patienten, im Vergleich zu jenen, die sich überhaupt nicht behandeln lassen. Dies sagt ein Professor von der Berkeley-Universität in Kalifornien Dr. Hardin B. Jones, der die Lebensdauer von Krebspatienten seit 25 Jahren statistisch erfasst.

Bereits jeder Dritte stirbt heute an Krebs! Und jedem Betroffenen bleibt nichts anderes übrig, als das Martyrium einer Chemo- oder Bestrahlungstherapie über sich ergehen zu lassen. 

Die Krebs-Industrie ist, so viel sie auch zu leugnen versucht: Nur eine Industrie! 

Ärzte, Pharmaunternehmen, Krankenhäuser und andere wichtige Akteure der Branche profitieren jedes Mal, wenn ein Patient zu einer herkömmlichen Behandlung zustimmt, was in der Regel die Injektion von Chemotherapie-Giften involviert, den Körper mit ionisierender Strahlung zu sprengen oder Teile des Körpers abzuschneiden und in einigen barbarischen Fällen, eine Kombination aller drei.

Es ist wenig bekannt, dass die Wissenschaft das abdeckt oder ignoriert, trotz der Tatsache, dass die medizinische Industrie behauptet, dass Chemotherapie nur nicht im Kampf gegen Krebs funktioniert. Woran liegt es, dass die Krebsrate in westlichen Industriestaaten ständig und rapide ansteigt, während es Völker auf der Erde gibt, bei denen Krebs bis auf den heutigen Tag unbekannt ist? Die Antwort findest du hier..!

Dr. Hardin B. Jones, ein ehemaliger Professor für medizinische Physik und Physiologie an der Universität von Kalifornien, Berkley, hat die Lebenserwartung von Krebspatienten für mehr als 25 Jahre untersucht, als er zu dem Schluss kam, dass Chemotherapie nicht funktioniert. Er warnt auch, dass Patienten die mit einer Chemotherapie behandelt werden viel schneller und schmerzhafter sterben als viele andere Patienten, die eine andere Behandlung wählten.

Siehe auch: Cannabis lässt Tumore schrumpfen und die Regierungen wissen es seit 1974

Dr. Jones bezeichnet die Krebsindustrie als das was sie ist: Eine Industrie, eine „Multi-Milliarden-Dollar-Melkkuh“. „Menschen, die Chemotherapie als Behandlung verweigert haben, lebten durchschnittlich noch 12,5 Jahre“, so Dr. Jones in einer diesbezüglichen Studie, welche in der Fachzeitschrift The New York Academy of Science veröffentlicht wurde.

„Diejenigen, welche anerkannte Behandlungen durchführten, lebten durchschnittlich nur noch drei Jahre nach der Diagnose, und viele sterben schon nach ein paar Wochen.“, so die Studie weiter.”

In der Krebsmedizin werden durch Früherkennung häufig Frühstadien von Krebs entdeckt,

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Menschen aus höheren sozialen Schichten neigen zur Selbstüberschätzung

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22-05-19 07:36:00,

Nach einer Studie werden sie auch dafür belohnt und gelten als kompetenter, wodurch die soziale Ungleichheit perpetuiert wird

Wer sich an Vermögen und Macht der Reichen reibt und die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich kritisiert, wird gerne mal als neidisch bezeichnet. Das Selbstbild der Reichen und Mächtigen ist, dass sie halt erfolgreicher und letztlich besser seien als diejenigen, die es nicht so weit gebracht haben und daran letztlich selber schuld sind. Sie schreiben sich das individuell zu, auch wenn Glück, Erbschaften, familiärer Bildungshintergrund, privilegierte Lebensweise etc. einen großen Teil des Erfolgs ausmachen. Ein gutes Beispiel dafür ist Donald Trump, der vorgibt, er habe seinen Reichtum aus wenig Geld als Selfmade-Mann aufgebaut, obwohl er von seinem Vater Milliarden erhalten hat und aufgrund seines Vermögens und seiner Herkunft auch immer Kredite erhielt (Donald Trump, der König der Schulden).

Dass es bei der Selbstüberschätzung der Reichen und Mächtigen nicht nur um eine Projektion der Underdogs handelt, bestätigt nun eine Studie, die im Journal of Personality and Social Psychology erschienen ist. Peter Belmi von der University of Virginia und Erstautor der Studie, stellt das eigentlich Offensichtliche heraus: “Vorteile erzeugen Vorteile. Wer in den oberen Schichten geboren wurde, wird wahrscheinlich in der Oberklasse bleiben, und viel verdienende Unternehmer kommen unverhältnismäßig oft aus gut gebildeten und arrivierten Familien.”

Die Schicht oder Klasse formiert dabei die Einstellungen der Menschen über ihre Fähigkeiten, dabei überschätzen sich die Angehörigen der oberen Schichten, was von anderen mitunter als höhere Kompetenz eingestuft wird. Die Selbsteinschätzungen werden oft von Generation und Generation weiter gegeben und mit anderen Privilegien vererbt. Das wiederum zementiert die sozialen Klassen und verhindert die soziale Mobilität, die ja immer als Möglichkeit, von ganz unten nach oben zu kommen, also als der “amerikanische Traum”, propagiert wird.

Aufgeblähtes Ego

Die Wissenschaftler haben vier Untersuchungen über die Hypothese einer Verbindung zwischen sozialer Klasse und Selbstüberschätzung in den USA und in Mexiko durchgeführt. In der ersten Untersuchung werteten sie Angaben von 150.000 mexikanischen Kleinunternehmern aus, die einen Kleinkredit über LenddoEFL (früher: Lenddo) beantragt haben. Dort wird über das in Singapur entwickelte Programm anhand zahlreicher Daten die Kreditwürdigkeit beurteilt. Die Antragsteller müssen also viele persönliche Daten über Einkommen, Bildung und gesellschaftlichen Status angeben und auch noch einen psychologischen Test ableisten.

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Menschen wie wir

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16-05-19 09:46:00,

von Wladimir Putin

Um ehrlich zu sein, sprach mein Vater das Thema Krieg nicht gerne an. Es war eher so, dass ich einfach in der Nähe war, wenn die Erwachsenen miteinander diskutierten oder sich an Dinge erinnerten. Mein ganzes Wissen über den Krieg — über das, was meiner Familie passiert war — setzte sich aus diesen mitgehörten Gesprächen der Erwachsenen zusammen. Doch manchmal gab es auch Zeiten, in denen sie direkt mit mir sprachen.

Mein Vater war Matrose. Er wurde 1939 eingezogen und diente bei einem U-Boot-Geschwader in Sewastopol. Nach seiner Rückkehr arbeitete er in einer Fabrik in Peterhof, wo er mit meiner Mutter lebte. Ich glaube, sie bauten dort sogar eine Art kleines Haus.

Als der Krieg begann, arbeitete er in einem Rüstungsunternehmen, wodurch er von der Einberufung befreit war. Trotzdem bewarb er sich für einen Eintritt in die Partei und schließlich erneut für den Frontdienst. Er wurde einem Diversionstrupp des NKWD (Volkskommissariat für innere Angelegenheiten; Anmerkung der Übersetzerin) zugeteilt. Es war eine kleine Gruppe von 28 Soldaten, die ins nahe Hinterland geschickt wurden, um Sabotageakte durchzuführen — etwa um Brücken und Bahngleise zu sprengen. Beinahe sofort gerieten sie in einen Hinterhalt — jemand hatte sie verraten. Sie betraten ein bestimmtes Dorf, verließen es wieder — und als sie einige Zeit später zurückkehrten, warteten die Nazis dort bereits auf sie. Sie wurden durch den Wald gejagt.

Mein Vater überlebte, indem er sich in einem Sumpf versteckte, wo er Stunden unter Wasser zubrachte, während er durch ein Schilfrohr atmete. Das ist mir aus seiner Geschichte im Gedächtnis geblieben. Er sagte, er hätte, während er durch das Schilfrohr atmend im Sumpf ausharrte, hören können, wie die deutschen Soldaten vorbeigingen, nur wenige Schritte von ihm entfernt, und wie die Hunde kläfften…

Noch dazu war es vermutlich bereits früher Herbst, das heißt, es war bereits kalt. Ich erinnere mich auch gut daran, wie er mir erzählte, dass der Anführer seiner Truppe ein Deutscher war. Er war zwar sowjetischer Bürger, aber dennoch ein Deutscher.

Interessanterweise wurde mir vor ein paar Jahren aus den Archiven des Verteidigungsministeriums eine Akte über eben diese Gruppe ausgehändigt. Ich bewahre sie noch immer in meinem Amtssitz in Novo-Ogaryovo auf. Sie enthält eine Liste der Gruppenmitglieder — Nachnamen, Vornamen, Vatersnamen, kurze Beschreibungen.

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Wie abgereichertes Uran der Nato die Menschen und die Natur in Serbien „bereichert“

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14-05-19 05:49:00,

Die Halbwertszeit des Urans beträgt etwa 4,5 Milliarden Jahre. Der Stoff ist doppelt so schwer wie Zinn und viel giftiger als Quecksilber. Uranverbindungen verschwinden nie vollständig aus menschlichem bzw. tierischem Knochengewebe. Hinzu kommt, dass Uran sehr leicht verflüssigt werden und praktisch ewig in der Atmosphäre „hängen“ und sich weltweit verbreiten kann.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Nato-Kräfte im Jahr 1999 mindestens neun Tonnen Bomben mit abgereichertem Uran auf Jugoslawien abgeworfen haben. Das bedeutet, dass noch viele Generationen der Einwohner Serbiens und dessen Nachbarländer  die schädlichen Folgen der Giftstoff-Einsätze zu spüren bekommen werden.

Untersuchung der Folgen der NATO-Bombenangriffe gegen Jugoslawien (Archivbild)

©
AP Photo / Visar Kryeziu

Der Toxikologe und Leiter des serbischen Zentrums für Strahlenschutz Radomir Kovacevic verwies darauf, dass die Nato jahrelang behauptet hatte, keine Munition mit Uran-238 eingesetzt zu haben. Dann aber räumte die Allianz ein, dass während der Bombenangriffe gegen das damalige Jugoslawien doch insgesamt 31 000 30-Millimeter-Geschosse mit abgereichertem Uran abgeworfen bzw. abgefeuert worden waren. (Jedes Geschoss war 298 Gramm schwer – insgesamt geht es um ca. 9,5 Tonnen.) Serbische Militärs schätzen diese Zahl ihrerseits auf 45 000 bis 51 000.

„Für die Strahlungsmessung war die UN-Struktur UNEP zuständig, die sich mit solchen Studien weltweit beschäftigt“, erläuterte der Experte. „Ihre Berichte gelten als maximal relevant. Nach der Nato-Aggression gab es insgesamt drei UNEP-Missionen in Jugoslawien. Die beiden ersten Berichte wurden gefälscht, aber die dritte Mission, die hier vom 27. Oktober bis 5. November 2001 weilte, veröffentlichte einen Bericht, der Angaben der serbischen Forschungen enthielt, die zeigten und bewiesen, welche radioaktiven Komponenten hier verwendet worden waren. Und das war nicht nur Uran-238, Uran-234 und Uran-235, sondern auch Plutonium und viele andere Radionuklide.“

Andere Sputnik-Artikel: So entfesselte die Nato einen Krieg: Demokratie-Lehre mittels Streu- und GrafitbombenAndere Sputnik-Artikel: Begriffsstreit: Was war das in Jugoslawien – „Militärhilfe“ oder Krieg?

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Solidarität von mehr als 50000 Menschen lässt baskisches Altsasua kollabieren

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25-03-19 01:44:00,

Demonstration in Altsasua. Bild: Ralf Streck

Gegen völlig überzogene Strafen von bis zu 13 Jahren wegen einer Kneipenrauferei haben zehntausende Menschen die Stadt mit viel Solidarität überflutet

“Altsasukoak askatu” (Freiheit für die aus Altsasua) schallt es aus zehntausenden Kehlen am Sonntag in der baskischen Kleinstadt Altsasua. Die Stadt und die Angehörigen der acht jungen Leute sind überwältigt von der riesigen Solidarität dagegen, dass der spanische Nationale Gerichtshof kürzlich die völlig überzogenen Haftstrafen von bis zu 13 Jahren kürzlich bestätigt hat.

Die Staatsanwaltschaft wollte eine Kneipenrauferei in der Bar Koxka mit zwei Beamten der paramilitärischen Guardia Civil im Herbst 2016 auch im zweiten Anlauf als “Terrorismus” definieren. Das gelang ihr zwar erneut nicht, aber die Strafen fielen ungefähr so hoch aus, als handelte es sich um Terrorismus und nicht um einen Streit, mit einem kaputten Knöchel in den frühen Morgenstunden nach reichlich Alkoholgenuss.

“Das ist keine Gerechtigkeit”, steht es auch auf dem Front-Transparent. Damit versuchen sich die Angehörigen derer, die zum Teil seit zweieinhalb Jahren inhaftiert sind, einen Weg durch die Massen zu bahnen, die die Kleinstadt mit nicht einmal 7500 Einwohnern eingenommen haben. Wie viele Menschen am Geschiebe teilnehmen konnten, ist unklar. Die Zahlen schwanken zwischen 35.000 und 60.000. Doch eine genaue Angabe ist unmöglich, da auch die Autobahn und die Zufahrtsstraßen kollabierten. Zum Teil mussten lange Wege zu Fuß zurückgelegt werden, um die Kleinstadt zu erreichen, auch wenn man frühzeitig wie der Autor unterwegs war. Das öffentlich-rechtliche baskische Fernsehen EITB stellte noch immer fünf Kilometer Stau fest, nachdem die Demonstration um 12 Uhr längst begonnen hatte. Viele haben die Stadt nicht einmal erreicht.

“Wir sind völlig überwältigt”, erklärt deshalb Bel Pozueta gegenüber Telepolis und ihr Mann Anton nickt zustimmend. Die Freude über diese Solidarität ist den Eltern ins Gesicht geschrieben, auch wenn ihr Sohn Adur weitere zehn Jahre hinter Gittern verbringen soll. Aus Asturien, Aragon, Galicien, Andalusien, aber vor allem aus Katalonien waren Menschen angereist, um auch im Baskenland gegen das Unrecht zu protestieren. In Katalonien ist, angesichts der Unabhängigkeitsbestrebungen und des Prozesses ehemalige Regierungsmitglieder und Aktivisten die Solidarität besonders groß (Der spanische Prozess gegen den katalanischen Proces.

Bel und Anton Pozueta.

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Weit mehr als 100.000 Menschen demonstrieren in vielen deutschen Städten für ein offenes Netz

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23-03-19 04:27:00,

In über 50 Städten in Deutschland sind Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Uploadfilter und für ein offenes Netz zu demonstrieren. Das sind wahrscheinlich die größten Netz-Proteste, die jemals in Deutschland auf der Straße gesehen wurden. Bis jetzt ist unklar, ob München oder Berlin mehr Demonstranten mobilisiert hat. In Hamburg sollen zur Stunde mehr als 10.000 Menschen auf der Straße sein, Köln geht von 15.000 Menschen aus und Stuttgart sowie Frankfurt von über 8000. In Berlin und München sollen nach Schätzungen um die 40.000 – 50.000 Menschen aktiv sein. In vielen kleineren Städten gab es ebenfalls Demonstrationen. In Kiel sollen es 1.500 Menschen gewesen sein und in Karlsruhe rund 5.000.

In Berlin war der Demonstrationszug rund eine halbe Stunde lang, wenn man am Wegesrand vom Anfang bis zum Ende wartete. Wir haben viele Netz-Proteste in Berlin erlebt. Das war heute größer als alle zuvor, auch wenn man die großen Proteste gegen die Vorratsdatenspeicherung oder ACTA mitzählt.

Die Polizei war von der Teilnehmerzahl etwas überfordert und musste die Route ändern:

#Artikel13Demo: Da mehr Demonstrierende da sind als erwartet, ist unsere Einsatzleitung im Einvernehmen mit der Demonstrationsleitung zur Entscheidung gekommen, die Demoroute zu ändern. Die Spitze ist am Willy-Brandt-Haus. Das Ende steht immer noch am Antreteplatz.

In vielen gemeinsamen Sprechchören hieß es „Wir wollen keinen Artikel 13“, „Ja zur EU, nein zur 13“ oder „Wir sind keine Bots“. Ebenfalls beliebt war „Nie wieder CDU“ als Warnung an die CDU, die jetzt als Partei ebenfalls gegen verpflichtende Uploadfilter ist, diese aber mit ihren Abgeordneten kommende Woche im EU-Parlament durchdrücken will. Dieses Manöver wurde in v ielen Reden kritisiert und als demokratiefeindlich bezeichnet.

Auch in anderen Staaten sind Proteste entstanden, wenn auch nicht so groß wie bei uns. In Zürich und Wien sollen jeweils rund 1.000 Menschen protestiert haben.

Update: Es dürften insgeamt mehr als 150.000 Menschen auf den Straßen gewesen sein! Wir sagen danke an alle Beteiligten und freuen uns, dass dieser Protest und die Kritik an dieser unzeitgemäßen Urheberrechtsreform so sichtbar wurde.

Im Sommer vergangenen Jahres versammelten sich in Berlin rund 200 Menschen, um gegen Uploadfilter zu demonstrieren. Die CDU/CSU lachte damals darüber, dass nur so wenige Menschen auf die Straße gingen. Dabei waren es damals schon mehr Menschen, die auf die Straße gingen als es die Befürworter dieser Reform jemals geschafft haben.

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5000 Menschen demonstrieren in Berlin gegen Uploadfilter und rufen: “Wir sind keine Bots”!

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02-03-19 04:10:00,

Die Demonstrationen gegen Uploadfilter haben jetzt auch die Hauptstadt erreicht. Bei der Demonstration #Berlingegen13 gingen heute nach Angaben der Veranstaltern mehr als 5000 Menschen auf die Straße. Die Demonstration zog bei eisiger Kälte vom Axel-Springer-Hochhaus über das Jusizministerium zur Vertretung der Europäischen Union vor dem Brandenburger Tor. Die Veranstalter hatten ursprünglich mit 500 Demonstrierenden gerechnet.

Zu der Demonstration hatten der Chaos Computer Club, die Digitale Gesellschaft, der Journalistenverband Freischreiber und der Hackerinnen-Space Heart of Code zusammen mit anderen Initiativen, Vereinen und Parteien aufgerufen.

In der Eingangsrede vor dem Axel-Springer-Haus sprach ich über die allgemeine Kritik an der EU-Urheberrechtsreform ein und spannte einen Bogen vom Leistungsschutzrecht für Presseverleger bis zu Uploadfiltern: „Wir sind nicht gegen das Urheberrecht. Wir sind aber gegen verpflichtende Uploadfilter!“ (Redetranskript)

Markus Reuter formulierte für den Digitale Gesellschaft e.V. die Sorge, dass Uploadfilter die Meinungsfreiheit einschränken können: „Wir sind in Sorge, dass mit dieser Urheberrechtsreform und mit den Uploadfiltern eine Infrastruktur geschaffen wird, die später für staatliche Zensur genutzt werden kann.“

Vor dem Justizministerium gab es das Jodel-Duo „Esels Alptraum“ ein Ständchen gegen Artikel 13 zum Besten. Dort vertrat Carola Dorner die Perspektiver freier Journalisten: „Wir sind dagegen, dass hier ein Reformvorschlag Gesetz wird, der den Urheber gegenüber dem Verwerter wieder einmal in eine schlechtere Verhandlungsposition versetzt“. (Redetranskript)

Auf der Abschlußkundgebung vor dem Europäischen Haus am Brandenburger Tor sang das Publikum mit dem Youtuber Willboy seinen Protest-Hit „Wir sind keine Bots“.

Zahlreiche bunte Schilder und Sprüche, neben den Klassiker wie „Wir sind die Bots“, abgewandelt auch als „Wir sind keine Bots“, wurde auch „Dieselfilter statt Uploadfilter“, „Rettet das Internet“ oder „Neuland statt Vossland“ gefordert und die Uploadfilter als Gefahr für die Demokratie kritisiert.

Die Menschen skandierten „Wir sind keine Bots“ und „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns das Internet klaut“, tanzten zu Technobässen durch die Friedrichstraße und Unter den Linden durch die Stadt. Ungewöhnlich waren auch die vielen Video-Blogger, die über ihre Kanäle bei Youtube oder Twitch Livestreams von der Demonstration sendeten.

Nachdem bereits zwei erfolgreiche Demonstrationen in Köln Protest aus dem Netz auf die Straße gebracht hatten, legte Berlin nochmal etwas drauf. Das alles war aber nur der Zwischenschritt zu den EU-weiten Demonstrationen am 23.

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Mehr als tausend Menschen demonstrieren in Köln gegen Uploadfilter

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17-02-19 12:36:00,

Bei strahlendem Sonnenschein haben heute zwischen 1000 und 2000 Menschen gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform mit Uploadfiltern in Köln demonstriert. Der Online-Protest, der sich bislang in Videos, Mails, Tweets und Petitionen äußerte, ist damit auf der Straße angekommen. Zur Demonstration hatte der Twitch-Streamer Sebastian Worm erst vor zwei Tagen aufgerufen. Angesichts der kurzen Vorlaufzeit wurde die Demo von Veranstaltern und Unterstützern als voller Erfolg gewertet.

Viele der Schilder und Sprechchöre bezogen sich auf den Vorwurf des Unionspolitikers Sven Schulze, der den via Mail Protestierenden vorwarf, sie seien Bots von Google. Die CSU-Politikerin Monika Hohlmeier hatte hingegen von instrumentalisierten Jugendlichen getwittert, die EU-Kommission in einem Blog-Post auf Medium.com die Kritiker der Uploadfilter in der Urheberrechtsreform als „Mob“ bezeichnet – und den Text später mit der Begründung gelöscht, dass der Text falsch verstanden wurde. Der Originaltext findet sich noch im Internet Archive. Eine Entschuldigung der Kommission gibt es bislang noch nicht.

Dieser Umgang mit den Kritikern von Uploadfiltern im Rahmen der Urheberrechtsreform hatte schon online für große Empörung und Widerspruch gesorgt. Und das trugen die Demonstrierenden in Köln mit einem Augenzwinkern auf die Straße. So skandierten die Teilnehmenden „Wir sind die Bots“ (Video) oder trugen Schilder mit wahlweise „Ich bin ein Bot“ oder „Ich bin kein Bot“. Auf anderen Schildern war „Nie mehr CDU“ zu lesen,  „Recht auf Remix statt Uploadfilter“ oder „Rettet das Neuland“. Sprechchöre richteten sich gegen den befürchteten Aufbau einer Zensur-Infrastruktur: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Freiheit klaut“ oder „Stoppt die Zensur!“

Trotz sehr kurzfristiger Ankündigung erschienen sehr viele, meist jugendliche Teilnehmer zum Protest in Köln. Alle Rechte vorbehalten Herr Newstime
Große Resonanz auch online

Die Demonstration wurde von bekannten Youtubern wie Herr Newstime live gestreamt, mehr als 15.000 Menschen schauten sich seinen Stream live an, mehr als 120.000 hatten am Abend die Aufzeichnung angesehen. Während der Demonstration hatten Troll-Accounts auf Twitter versucht, Gerüchte und Falschnachrichten über die Proteste zu verbreiten, Luca Hammer analysierte kurzerhand den Hashtag #Artikel13Demo und visualisierte die twitternden Netzwerke. Entgegen der Troll-Falschmeldungen war die Demonstration bunt, gutgelaunt und friedlich.

Am kommenden Montag soll dann die Online-Petition gegen die EU-Reform,

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Berichte: Auch Menschen wurden Abgastests ausgesetzt

Berichte: Auch Menschen wurden Abgastests ausgesetzt

29-01-18 05:46:00,

Berichte: Auch Menschen wurden Abgastests ausgesetzt (Symbolbild)

Im Abgasskandal soll es nicht nur Tests mit Affen, sondern auch mit Menschen gegeben haben. Das geht aus einem Report der Vereinigung EUGT hervor, über den “Stuttgarter Zeitung” (Montag) und “Süddeutsche Zeitung” berichten. Mehr als drei Jahre nach Beginn des Skandals kommen damit immer neue Details ans Licht.

Den Berichten zufolge soll die von den Konzernen VW, Daimler und BMW 2007 gegründete Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT) eine “Kurzzeit-Inhalationsstudie mit Stickstoffdioxid bei gesunden Menschen gefördert” haben. Dabei seien an einem Institut des Universitätsklinikums Aachen 25 Personen untersucht worden, nachdem sie jeweils über mehrere Stunden Stickoxid in unterschiedlichen Konzentrationen eingeatmet hätten.

Zuvor hatten Tierversuche beim Test von Dieselabgasen breite Empörung ausgelöst. Dabei waren im Jahr 2014 Affen gezielt Schadstoffen ausgesetzt worden. Die Tierversuche waren durch US-Ermittlungen zur VW-Abgasaffäre bekanntgeworden. Ziel soll gewesen sein, einer Studie der Weltgesundheitsorganisation zu kontern, die Dieselabgase 2012 als krebserregend eingestuft hatte. (dpa)

Mehr lesen –  Neue Dimension der Abgasaffäre: Tierversuche im Auftrag der Autolobby – Affen Dieselsmog ausgesetzt

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