Aufmarsch der Milizen

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30-07-20 10:08:00,

Proteste vor dem Gerichtsgebäude des Mark O. Hatfield United States Courthouse in Portland/Oregon, 22. Juli 2020. Foto: Tedder/CC BY-SA 4.0

  1. Aufmarsch der Milizen

  2. Die Verwilderung des Staatsapparates


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In den Vereinigten Staaten gewinnt die Mobilmachung für den molekularen Bürgerkrieg an Fahrt

Die Eskalationsstrategie der Trump-Administration in der umkämpften US-Stadt Portland hat zu einem abermaligen Aufflackern von Protesten in den Vereinigten Staaten geführt. Am vergangenen Wochenende kam es in vielen US-Städten abermals zu Demonstrationen und Kundgebungen, die oftmals in Auseinandersetzungen mit Polizeikräften mündeten.

In Portland, Oregon, kam es zum Einsatz von Tränengas und Blendgranaten vor dem verbarrikadierten Bundesgerichtsgebäude, in dem sich die Trump-Truppen verschanzt haben, die mit rabiaten, an Entführungen erinnernden Methoden die Protestbewegung einzuschüchtern versuchten. Mehrere Dutzend Menschen sind auch in Seattle verhaftet worden, nachdem es zu einem Schlagabtausch zwischen Polizei und Demonstranten um ein in Bau befindliches Gerichtsgebäude kam.

Auseinandersetzungen wurden auch aus Oakland in Kalifornien, aus Aurora in Colorado und aus Austin, Texas, gemeldet, wo ein Demonstrant aus einem Wagen erschossen wurde.

In Louisville, Kentucky, kam es hingegen am vergangenen Wochenende zu keiner Randale, obwohl die Stadt nach dem Tod einer 26-jährigen Afroamerikanerin Breonna Taylor durch weiße Polizisten im vergangenen März immer wieder von Unruhen erschüttert wurde. In Louisville marschierten verfeindete, bis an die Zähne bewaffnete Milizen auf, die mit gezogenen Kriegswaffen durch die Stadt in militärischer Formation zogen. Drei Milizionäre erlitten Schussverletzungen durch die unsachgemäße Handhabung ihrer Waffen.

Die schwarze Miliz NFAC, die in der Großstadt Atlanta operiert, protestierte mit mehreren hundert Mann für die Bestrafung der Polizisten, die Breonna Taylor erschossen haben. Eine rechtsextremistische Miliz, die sogenannten “Three Percenter”, erklärte hingegen, mit ihrem Aufmarsch in unmittelbarer Nähe der Demonstrationsroute der NFCA die lokalen Polizeikräfte unterstützen zu wollen.

Ausnahmeerscheinung in einer langen amerikanischen Tradition

Die Formierung einer schwarzen Miliz stellt – bislang – eine Ausnahmeerscheinung in den Vereinigten Staaten dar, da ein überwältigender Großteil der bewaffneten Bürgerformationen der weißen politischen Rechten zuzuordnen ist. Doch agierten beide Gruppen in Louisville im Rahmen des in Kentucky gültigen Waffenrechts,

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