Schlusslicht bei Mindestlöhnen in Westeuropa – Ist Deutschland (noch) ein reiches Land? | Anti-Spiegel

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13-02-20 05:17:00,

Vor 30 Jahren prägte Bundeskanzler Kohl das Wort vom „Freizeitpark Deutschland“, weil Deutschland damals die höchsten Löhne und meisten Urlaubstage in Europa hatte. Lang, lang ist´s her…

Die Legende, Deutschland sei ein reiches Land, ist nicht zu halten. Deutschland steigt im internationalen Vergleich immer weiter ab. Auch wenn die Medien immer melden, wie gut es Deutschland geht, sehen das viele Menschen ganz anders. Und sie haben allen Grund dazu. Die Reallöhne sind in den letzten 30 Jahren in Deutschland praktisch nicht mehr gestiegen, bei unseren Nachbarn aber schon. Die von Politik und Medien vielgepriesene „Zurückhaltung“ der Gewerkschaften bei den Tarifverhandlungen hat den Unternehmen höhere Gewinne beschert, aber dazu geführt, dass Deutschland unter den wohlhabenden, westeuropäischen Ländern bei den Löhnen mittlerweile an letzter Stelle steht.

Das wird uns aber von den Medien und Politikern als Erfolg verkauft. Das schöne Schlagwort ist, dass die Wirtschaft wächst. Aber was interessiert das die Menschen, wenn ihre Löhne nicht mitwachsen? Nur die Frage stellen die Medien lieber gar nicht erst, der deutsche Michel könnte ja nachdenklich werden. Und dass die UNO Deutschland bereits 2018 wegen wachsender Kinderarmut, Niedriglöhnen, Lehrermangel, Pflegenotstand und so weiter kritisiert hat, wurde in Deutschland aus demselben Grund nie berichtet.

Stattdessen durfte zum Beispiel Wolfgang Schäuble im Januar mitteilen, dass hohe Sozialleistungen seiner Meinung nach schädlich wären:

„Zu üppige Sozialleistungen machen Menschen nach Ansicht von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble unglücklich. „Wir müssen die Balance zwischen Fordern und Fördern richtig einhalten“, mahnte er am Freitag beim Neujahrsempfang der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Hamburg. „Denn wenn wir überfördern, zerstören wir die Motivation der Menschen (…) und machen sie unglücklicher.“ Schäuble sprach sich gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen aus. Müssten die Leute nicht mehr arbeiten, nehme ihnen der Staat den Anreiz, ihre persönliche Lebenserfüllung zu finden.“

Für die meisten Menschen gilt, dass sie arbeiten wollen. Arbeit bringt uns Bestätigung und soziale Kontakte. Jeder Mensch möchte sich gebraucht fühlen und viele finden dieses Gefühl bei der Arbeit. Aber nichts desto trotz könnte ein bedingungsloses Grundeinkommen auch dazu führen, dass manche Menschen nicht mehr arbeiten wollen. Allerdings würde ich vermuten, dass viele von denen dann ihre Zeit nutzen würden, um sich woanders zu engagieren. Bestimmt würden sich viele Menschen gerne zum Beispiel für den Tierschutz einsetzen, können das aber heute nicht tun,

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