US-Firma “kümmert sich” um Ölförderung in Nordost-Syrien

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01-08-20 08:27:00,

Die Modernisierung der Ölanlagen im Nordosten Syriens ist notwendig, allein schon wegen der Umweltschäden. Ob eine US-Firma mit einem Ex-Delta-Force-Kämpfer an der Spitze die richtige Adresse für Umweltschutz ist? Tiefpumpe auf dem Ölfeld Rumeilan. Archivbild: Aram33/gemeinfrei

Vereinbarung zwischen der SDF und US-Ölunternehmen wird von Pompeo und Weißem Haus unterstützt. Update: Führung der Firma hat enge Verbindungen zu Militärs: “Uns gehört der Osten Syriens”

Eine US-Ölfirma soll die Ölförderung im Nordosten Syriens modernisieren und vermarkten. Bestätigt wird diese ungewöhnliche Nachricht von US-Außenminister Pompeo. Er unterstütze einen solchen Deal, sagte er vor einem Senatsausschuss über auswärtige Beziehungen aus. Die Vereinbarung habe “nur etwas länger gedauert, als wir hofften, aber jetzt sind wir dabei, ihn umzusetzen.”

Pompeo beantwortete eine Frage des Senators Lindsay Graham (Zeit 2:48:29), der wissen wollte, ob er einen Deal unterstütze, den SDF-Kommandant Maslum Kobani mit einer US-Firma geschlossen habe. Der Außenminister bejahte.

Mehr “Punishment”

Bezeichnenderweise kam die Frage, nachdem sich der republikanische Senator beim Chef der US-Außenpolitik für die Caesar-Act-Sanktionen bedankt hatte, weil dies “das Regime in Syrien bestraft”- dass die syrische Führung darunter wenig oder nicht leidet, dagegen die Bevölkerung arg, kümmerte Lindsay nicht. Er wollte lediglich wissen, ob es noch mehr von diesem Punishment geben werde. “Yes”, sagte Pompeo.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad wird über die Vereinbarung zwischen den SDF und der US-Firma wenig erfreut sein. Die USA stehlen syrisches Öl, sagte er bereits vor Monaten. Mit der Abmachung wird das noch deutlicher. Sie betrifft das Rumeilan-Ölfeld im Gouvernement al-Hasakah. Es zählt zu den größten im Land und steht unter Kontrolle der kurdischen Selbstverwaltung im Schutz der US-Truppen – etwa 500 Mann, die, wie es Trump im letzten Jahr formulierte, darauf aufpassen sollen, dass “wir das Öl behalten”.

“Ökologische Zeitbombe”

Für die Kurden in Rojava ist es die größte Einnahmequelle, verkauft wird es in die Türkei, an die autonome kurdische Regierung im Nordirak wie auch an die syrische Regierung. Die Anlagen zur Förderung, besonders zur Raffinierung, ebenso die Leitungen sind marode, veraltetet oder leck. Die improvisierten Anlagen zur Raffination verpesten die Luft und machen Bewohner krank, aus den löchrigen Leitungen mäandert seit Jahren ein giftiger Öl-Fluss – “A River of Death durch ein weiträumiges Gebiet (siehe Nordost-Syrien: Ölkatastrophe unter US-Aufsicht).

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