Moralische Feldzüge – Deckmantel der wahren Kriege | Von Peter Frey | KenFM.de

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07-09-20 07:35:00,

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Menschen werden in Kriege gezogen, in dem man ihnen ein hehres Ziel vorgaukelt.

Ein Kommentar von Peter Frey.

Und all zu leicht tappen sie in die gestellte Falle, werden so benutzbar für jene, welche sehr profane, zutiefst egoistische Ziele verfolgen. Unachtsame Menschen werden ihre Opfer, damit befähigt wahre Empathie gegen aufgesetzte Empörung auszutauschen und gegen die Interessen der Gemeinschaft, ja nicht zuletzt die eigenen Interessen zu handeln. Am Ende steht die Gewalt – und das alles im Namen des Guten und der Guten, denen man angehören muss, um nicht selbst verfemt zu werden. Der von den Regierungen ausgerufene Feldzug gegen das Coronavirus macht da keine Ausnahme. Er deckt die wahren Kriege auf diesem Globus mit Doppelmoral.

All die Kriege, welche die Welt in den vergangenen Jahrzehnten gesehen hat, waren den Menschen im Grunde nicht zu verkaufen. Denn sie waren ungerecht und sind es bis heute. Daher musste jeder dieser ungerechten Kriege in die schillernde Hülle eines gerechten Krieges gepackt werden. Um Menschen in den Krieg zu treiben, den diese dann aus einem Gefühl der Rechtmäßigkeit führen, muss man sie zuvor manipulieren, sie in ein Gefühl der Ausweglosigkeit und Alternativlosigkeit treiben. Man muss ihnen das freie Denken, und außerdem ihre selbstreflektierenden empathischen Gefühle durch solche von Angst, Hysterie und Aggressionen ersetzen.

Das kann, ja muss sogar bereits geschehen, lange bevor der Krieg mit militärischen Mitteln ausgefochten wird. Menschen ziehen erst dann in Kriege, wenn der Krieg in ihrer Seele als Dauerzustand Platz gefunden hat.

Vor allem die Angst ist es, die den Krieg speist, und die Angst bedarf eines starken, wirkmächtigen, eines bekannten Bildes. Eines dem man all das zuschreibt, was man zuvor gelernt hat als hässlich, schmutzig und gefährlich, als böse zu empfinden. Damit die Manipulierten den Krieg unbarmherzig, rücksichtslos und ohne jede echte Empathie führen, müssen sie mit dem Gefühl ausgestattet sein, dass ihr Brechen ethischer Kategorien — aufgrund außergewöhnlicher Situationen — legitimiert ist.

Das Feindbild muss stark, beständig, es muss immanent sein. Das ist der Grund, warum den Menschen ganz bestimmte Feindbilder regelrecht antrainiert werden.

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Das moralische Ozonloch – www.NachDenkSeiten.de

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20-11-18 08:51:00,

20. November 2018 um 8:40 Uhr | Verantwortlich:

Das moralische Ozonloch

Veröffentlicht in: Innen- und Gesellschaftspolitik, Wertedebatte

Götz Eisenberg hat den NachDenkSeiten einen Text („Das moralische Ozonloch“) überlassen, der ein grundlegendes Problem behandelt – die Frage nämlich, welche Auswirkungen unser Wirtschaftssystem und seine Regeln auf unser Verhalten und auf unsere Moral haben. Der Text ist am 17. November im Gießener Anzeiger erschienen. Die NachDenkSeiten wollen ihn als Denkanstoß multiplizieren. Es lohnt sich, darüber nachzudenken und in den Blick zu nehmen, dass die Wirtschaftsweise die Moral und den Umgang unter uns prägen. Wie gut wir leben, hängt wesentlich davon ab, wie wir miteinander umgehen. Albrecht Müller.

Wenn ein System auf dem Glauben aufbaut, jeder sei seines Glückes Schmied, dann verhalten sich die Menschen tendenziell dementsprechend, nicht nur als Wirtschaftssubjekte, sondern oft auch im privaten Leben, im Wohnzimmer und auf dem Fußballplatz, in der Straßenbahn und auf der Straße. Wenn die Gesellschaft akzeptiert und in sich aufgenommen hat, dass Solidarität ein wichtiges Teilelement des gesellschaftlichen Zusammenlebens ist, wenn diese Vorstellung sogar die Stammtische erreicht, dann werden die Menschen tendenziell anders miteinander umgehen. Alles kommt darauf an, welche Werte und welches Verhalten hoffähig und bestimmend sind.

Darüber zu sprechen und zu streiten lohnt sich. Deshalb kommen demnächst dazu ein paar weitere Gedanken auf den NachDenkSeiten. Heute aber, quasi zum Anpfiff, der Text von Götz Eisenberg:

Das moralische Ozonloch

Markt und Moral verhalten sich umgekehrt proportional zueinander: Je mehr Markt, desto weniger Moral. Die kapitalistische Modernisierung zehrt von einer Moral, sie sie verschleißt und innerhalb ihrer Funktionsgesetzlichkeiten selbst nicht produziert. Der Markt verhält sich zu diesen Moralbeständen wie die Industrie zu den fossilen Brennstoffen: Sie werden im Zuge ihrer Expansion aufgezehrt. Moral ist aber für den Zusammenhalt und das Funktionieren einer Gesellschaft, wie wir sie kennen, unverzichtbar. Die im Namen des Neoliberalismus betriebene Deregulierung von Sozialstaat, Wirtschaft und Gesellschaft geht mit einer psychischen und moralischen Deregulierung einher, so dass wir uns nicht wundern dürfen, wenn die Waren- und Geldsubjekte mehr und mehr moralisch verwildern. Wenn wir nicht energisch gegensteuern und für eine soziale und moralische Veränderung der Gesellschaft sorgen, werden Polizeistaat und digitale Kontrollnetze über uns kommen.

Anmerkungen und Beobachtungen von Götz Eisenberg

Samstags gehe ich auf den Wochenmarkt.

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Propaganda und moralische Paralleljustiz – Der fragwürdige Sacharow-Preis des EU-Parlaments – www.NachDenkSeiten.de

Propaganda und moralische Paralleljustiz – Der fragwürdige Sacharow-Preis des EU-Parlaments – www.NachDenkSeiten.de

26-10-18 04:21:00,

26. Oktober 2018 um 12:29 Uhr | Verantwortlich:

Propaganda und moralische Paralleljustiz – Der fragwürdige Sacharow-Preis des EU-Parlaments

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Europäische Union, Strategien der Meinungsmache

Das EU-Parlament hat den inhaftierten russisch-ukrainischen Regisseur Oleh Senzow mit dem Sacharow-Preis ausgezeichnet. Medien und Politiker fordern in emotionalen Appellen seine „unmittelbare Freilassung“. Doch stützen die bekannten Fakten diese Forderung? Sind russische Gerichtsurteile grundsätzlich Ergebnisse von „Schauprozessen“? Und besteht der Sinn der Preisverleihung nicht vor allem in der Ablenkung von eigenen Defiziten? Von Tobias Riegel.

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Vorbemerkung: Dieser Text möchte keine Stellungnahme zu der Frage sein, ob der russisch-ukrainische Regisseur Oleh Senzow im Sinne der Anklage schuldig ist oder nicht. Der Text möchte aber kritisieren, dass sich nun westliche Medien und Politiker gegenüber „russischen Verhältnissen“ einmal mehr zu einer moralischen Eindeutigkeit hinreißen lassen, die durch verfügbare Fakten nicht gerechtfertigt ist. Zu beobachten ist eine aus weiter Ferne praktizierte emotionale Überheblichkeit, die in dieser Pauschalisierung des eigenen moralischen „Vorsprungs“ höchst gekünstelt wirkt. Aktuelles Beispiel für das Phänomen ist die Verleihung des Sacharow-Menschenrechtspreises des EU-Parlaments an den im russischen Straflager einsitzenden Senzow.

Senzow sei zum Symbol geworden für die Befreiung der politischen Häftlinge in Russland und weltweit, gab EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani laut Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag in Straßburg bekannt. „Das Europäische Parlament möchte seine Solidarität mit ihm und seinem Anliegen bekunden. Wir fordern seine unmittelbare Freilassung.“ Oleh Senzow wird von der russischen Justiz die Planung von Terror-Anschlägen auf die Infrastruktur der Schwarzmeer-Insel Krim sowie die Zusammenarbeit mit dem „Rechten Sektor“ vorgeworfen.

Ist Russland ein Unrechtsstaat?

Laut zahlreicher Äußerungen westlicher Medien und Politiker, und auch laut EU-Parlamentspräsident Tajani, ist Russland also grundsätzlich und prinzipiell ein Unrechtsstaat. Denn mit welcher anderen Begründung könnte man sonst die „sofortige Freilassung“ eines von einem Gericht Verurteilten verlangen? Urteile russischer Gerichte haben nach dieser Lesart keinen Wert. Denn diese sind entweder „gefällig“, wenn es sich bei den Angeklagten um „enge Vertraute“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin handelt. Oder die Urteile sind Ergebnisse „politischer Schauprozesse“, wenn russische „Dissidenten“ vor Gericht stehen. In jedem Fall aber ist die russische Justiz nach dieser dominanten Sichtweise in die eine oder andere Richtung „politisch motiviert“.

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Der moralische Bankrott von RWE und Politik

Der moralische Bankrott von RWE und Politik

15-10-18 01:21:00,

Ein Kommentar zum Ausgang der Bayernwahl

Nur Horst Seehofer ließ es am bayerischen Wahlabend in einem Nebensatz kurz anklingen: Die Altparteien verlieren immer mehr, weil sie “die ökologische Frage nicht ernst genug nehmen”.

Das hätte er und alle anderen Verlierer freilich schon vor dem Wahldesaster in Bayern wissen können. Umfragen lange vor der Wahl zeigten dieses Bild:

  • Die Deutschen wollen zu 93% den raschen Umstieg auf 100% erneuerbare Energie.
  • 70% der Deutschen wollen den Erhalt des Hambacher Forst und keine weitere Braunkohleförderung mehr.
  • Die Mehrheit der Deutschen will mehr Naturschutz sowie eine ökologische Verkehrs- und Agrarwende.

Die politische Wirklichkeit sieht aber im Herbst 2018 so aus

Die Große Koalition in Berlin verfehlt ihre eigenen Klimaschutzziele krachend, verharmlost den Diesel-Skandal, bremst in Brüssel beim Bemühen um umweltfreundlichere Autos und die nordrhein-westfälische Landesregierung aus CDU und FDP sowie mehrere ostdeutsche Regierungen unterstützen noch immer die Braunkohleförderung in ihren Ländern – wissend, dass diese Ressource der größte Klimakiller ist.

Am 6. Oktober 2018 haben 50.000 Bürgerinnen und Bürger gegen die RWE-Rodung am Hambacher Forst und gegen die Braunkohle-Politik von RWE demonstriert und nur eine Woche später – exakt zwei Tage vor der Bayern-Wahl – erklärt der RWE-Chef in der FAZ: “Der Hambacher Forst kann nicht gerettet werden.”

Ein Schlag ins Gesicht von 50.000 Demonstranten

Eine tiefere Verachtung der Demokratie und eine schlimmere Verhöhnung des Bürgerwillens ist kaum denkbar. Die Bosse machen einfach, was sie wollen und berufen sich dabei auf ihre Eigentumsrechte. Sie verachten und verhöhnen das Grundgesetz, das im Artikel 14 sagt: “Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen.”

Das ist zugleich eine moralische Bankrotterklärung des zweitgrößten deutschen Energieversorgers und ein Zeugnis der Feigheit für die deutsche Politik. Sie lässt sich von der alten Energiewirtschaft an der Nase herumführen. So müssen sich Demokraten in ihrem Bemühen um mehr Klimaschutz verkauft und verraten fühlen. So verlieren Bürger ihr Vertrauen in den Rechtsstaat.

Dieselben Energiekonzerne, die uns vor 25 Jahren in ganzseitigen Zeitungsanzeigen noch erklärt haben: “Wir können im 21. Jahrhundert in Deutschland aus grundsätzlich physikalischen Gründen höchstens vier Prozent Ökostrom erzeugen”, müssen jetzt erkennen, dass wir im Herbst 2018 bei 42% Ökostrom sind. Dennoch oder gerade deshalb hängen sie noch immer an ihrem alten Geschäftsmodell aus dem letzten Jahrtausend.

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