Mordanschlag? Kai Stuht erstattet Anzeige! | KenFM.de

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01-08-20 10:44:00,

Ich verstehe die aufgebrachten Gefühle von Kai Stuht. Aber er macht die Antifa für einen Mordanschlag verantwortlich. Das ist angesichts der ohnehin sehr angespannten Situation nicht ohne. Daher die Frage: Gibt es konkrete Belege dafür, dass die Reifen von Antifa-Leuten zerstochen wurden?

Aus dem Video geht hervor, dass der Bus zwei, drei oder auch vier (?) Tage stand, und in der Zeit komplett von Polizei bewacht wurde. Wie kann sich da überhaupt jemand an dem Reifen zu schaffen gemacht haben? Der ja nach den Worten von Kai Stuht nur sehr schwer zu durchstechen ist?

Wieso hat die Polizei nicht bemerkt, dass der Reifen die Luft verlor? In dem Video ist er ja wirklich unübersehbar völlig platt, und dass die Luft entwich, müsste doch eigentlich auch schon einen Tag vorher zu sehen gewesen sein. Kai Stuht sagt zudem, dass der Reifen schon bei der letzten Prüfung nur sieben statt der vorgesehenen acht atü Luftdruck aufwies. Das stimmte also schon etwas nicht. Wieso ist es auch Kai Stuht und seinem Team dann nicht aufgefallen, dass der Luftdruck über einen Zeitraum von mehreren Tagen sank, bis die Seitenflanke total eingedrückt und das Stahlgewebe dadurch kaputt, der Reifen also völlig im Eimer war?

Im Text zu dem Video heißt es: „Mit diesem Sabotageakt wurde nicht nur das Creative-Caravan-Team gefährdet, sondern auch andere Autofahrer.“ Eine solche Gefahr kann bestehen, wenn ein Busreifen während der Fahrt platzt. Aber mit so einem Platten hätte der Bus überhaupt nicht losfahren können. Nur wenn er früher als geplant nach Berlin aufgebrochen wäre, hätte das vielleicht geschehen können. Allerdings wäre doch vor der Abfahrt – nachdem es ja bereits einen Vorfall gegeben hatte – der Luftdruck der Reifen sicher nochmal überprüft worden. Davon mussten auch die ausgehen, die den Reifen (möglicherweise) beschädigt haben.

Zum Schluss noch: Wer ist überhaupt „die Antifa“? Da gibt es doch viele Gruppen, und kein Hauptquartier oder ähnliches. Bestenfalls könnte man unbekannte Einzelne aus diesem Spektrum verdächtigen, den Reifen zerstochen zu haben. Ebenso wenig wie jeder Maskenverweigerer ein Mörder ist, ist jeder aus dem Antifa-Spektrum ein (potenzieller) Mörder.

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Brasilien – Der Mordanschlag auf Marielle Franco, die faschistische Gewaltpredigt und der Vernichtungskrieg gegen Afrobrasilianer – www.NachDenkSeiten.de

Brasilien – Der Mordanschlag auf Marielle Franco, die faschistische Gewaltpredigt und der Vernichtungskrieg gegen Afrobrasilianer – www.NachDenkSeiten.de

16-03-18 01:55:00,

16. März 2018 um 13:40 Uhr | Verantwortlich:

Brasilien – Der Mordanschlag auf Marielle Franco, die faschistische Gewaltpredigt und der Vernichtungskrieg gegen Afrobrasilianer

Veröffentlicht in: Erosion der Demokratie, Innere Sicherheit, Länderberichte

Rio de Janeiro, Mittwoch, 14. März, gegen 21 Uhr 30, im citynahen Bezirk Estácio. Die Stadtverordnete der linken Partei für Sozialismus und Freiheit (PSOL), Marielle Franco, kehrt von einer Sitzung mit afrobrasilianischen Slumbewohnerinnen nach Hause zurück.

Sie sitzt ausnahmsweise auf dem hinteren Sitz, auf dem von ihr üblicherweise bevorzugten Beifahrersitz leistet diesmal ihre Referentin Fernanda Chaves dem Fahrer Anderson Pedro Gomes Gesellschaft. Als der bis vor wenigen Wochen arbeitslose Gomes mit dem weißen Chevrolet in die Joaquim-Palhares-Straße einbiegt, wird er von einem dunkelsilbernen PKW eingeholt, aus dem aus halber Höhe mindestens neun Schüsse auf den weißen Chevrolet abgefeuert werden. Vier Projektile zerschmettern Marielle Francos Kopf und Nacken, ihr Fahrer Anderson erleidet drei Schüsse in den Rücken. Franco und Gomes sind auf der Stelle tot, Referentin Fernanda Chaves kommt mit einer Armverletzung davon. Ein Bericht von Frederico Füllgraf.

Zwei Fußgänger, die den Anschlag als geschockte Augenzeugen erlebten, zweifelten an der Hypothese eines Raubüberfalls. Das Auto mit den Mördern sei nach den Schüssen mit hoher Geschwindigkeit in der Dunkelheit verschwunden. Die Kriminalpolizei bestätigte die These wenige Stunden später: Der Mord an Franco und Gomes sei ein Attentat. Noch ungewöhnlicher schaltete sich Luis Fux, notorisch konservativer Magistrat am Obersten Gerichtshof, mit einem Aufschrei in den Nachrichtenstrom ein. Der Mord an Marielle Franco, so der Richter – der an anderer Stelle weniger vorteilhaft zitiert werden muss – sei „ein Versuch, eine politische Stimme zum Schweigen zu bringen”.

Mithilfe der sozialen Netzwerke hatte die Nachricht vom Attentat die Wirkung einer Zündschnur. Wenige Stunden später protestierte bereits eine Tausendschar vor der Stadtverordnetenkammer Rio de Janeiros, mindestens 50.000 Menschen hielten anschließend die Totenwache und gaben Franco und ihrem Fahrer Gomes ihr letztes Geleit zum Friedhof Caju, in Rios armen Nordbezirk.

Woche der Schande

Der Mord an der 38-jährigen Soziologin, Politikerin und Menschenrechts-Aktivistin passierte in einer Woche, die in Brasilien von Demütigung, Ehrlosigkeit und Zynismus schwerlich zu überbieten war.

Kaum anders zu beschreiben, als von eiskalter Spottlust angetrieben,

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