Wer die NachDenkSeiten liest, ist nicht erst im Nachhinein immer schlauer

wer-die-nachdenkseiten-liest,-ist-nicht-erst-im-nachhinein-immer-schlauer

16-05-19 10:06:00,

Zur Zeit läuft in der Rotation auf ZDF Info die äußerst sehenswerte Dokumentation „Geheimakte Finanzkrise“, in der der Journalist und Filmemacher Dirk Laabs zehn Jahre „nach Lehman“ die Geschehnisse von damals rekapituliert. Besonders spannend – in der Doku kommen auch Beteiligte zu Wort und deren Einschätzungen heben sich heute sehr deutlich vom damaligen Narrativ ab. Man könnte sogar sagen: Was die NachDenkSeiten und andere kritische alternativen Medien wie Telepolis damals gegen den Strom geschrieben haben, ist heute auf bestem Wege, die in Fachkreisen anerkannte Lesart zu werden. Im Nachhinein ist man offenbar immer schlauer. Von Jens Berger.

Die Finanzkrise kam von Amerika über den großen Teich. Deutschlands Banken haben ja sauber und integer gearbeitet, wurden jedoch von den Zockern der Wall Street in einen Strudel hineingezogen. Allen voran die Deutsche Bank und ihr damaliger Chef Josef Ackermann galten als vorbildlich und mussten nicht mit Steuergeldern gerettet werden. Deutschlands Politik hatte mitten im Sturm den vollen Durchblick und hat sich nicht von den Banken über den Tisch ziehen lassen – allen voran Peer Steinbrück war ein fähiger Lotse in rauer See.

All diese Aussagen bildeten damals den „Mainstream“. Die NachDenkSeiten hatten die Hintergründe der Krise schon vor dem Zusammenbruch von Lehman Brothers klar benannt. Doch wer wie Albrecht Müller oder ich (z.B. hier, hier oder hier) dem Mainstream widersprach, war halt ein Exot. Ich wurde beispielsweise von Günther Jauch noch Jahre später aus einem Einspieler zu seiner Talkshow entfernt, weil ich der Selbstinszenierung Peer Steinbrücks als Bankenschreck die Luft herausgelassen hatte und dem Mann, der sich später als Lotsen feiern ließ, unterstellte, stattdessen während des Höhepunkts der Krise orientierungslos und seekrank unter Deck gehockt und den Bankern das Steuerrad überlassen zu haben. So was wollte man damals im Ersten Deutschen Fernsehen zur Prime Time nicht hören. Heute ist man da zum Glück schon etwas weiter – auch wenn die Doku „Geheimakte Finanzkrise“ natürlich auch nicht zur Prime Time im Hauptprogramm gezeigt wird.

Bleibt zu hoffen, dass es bei anderen Themen wie der Konfrontationspolitik gegenüber Russland, der gnadenlosen Umverteilung von unten nach oben oder dem Schönlügen westlicher Kriege in aller Welt keine weiteren zehn Jahre dauern wird, bis unsere „exotischen“ Meinungen im Mainstream ankommen werden.

 » Lees verder

Die „Antisemiten“ von den NachDenkSeiten – Angriff der Amadeu Antonio Stiftung

die-antisemiten-von-den-nachdenkseiten-angriff-der-amadeu-antonio-stiftung

12-12-18 02:16:00,

In einem Artikel rückt die Amadeu Antonio Stiftung (AAS) Redakteure der NachDenkSeiten in die Nähe von Antisemiten. Verschärft wird der Vorgang dadurch, dass die Stiftung solche Texte auch von öffentlichen Mitteln bezahlt. Fließen über die Förderung der AAS durch die Bundesregierung indirekt Steuergelder in Propaganda gegen alternative Medien? Von Redaktion.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

In dem Text „Antisemitismus von links – Die verkürzte ‚Neoliberalismuskritik der Nachdenkseiten‘“ rücken die Autoren Volker Koehnen und Tom Uhlig Redakteure der NachDenkSeiten in infamer, aber altbekannter Weise in die Nähe von Rechtsradikalen. Zudem wollen die Autoren den Exponenten des Finanzkapitalismus und der US-Kriege einen Schutzschirm umlegen, indem sie deren Kritiker als Antisemiten „brandmarken“.

Die Redaktion der NachDenkSeiten stellt sich geschlossen hinter die angegriffenen Kollegen und weist die Vorwürfe als konstruiert und bösartig zurück. Doch auch damit erfüllen die NachDenkSeiten laut Koehnen und Uhlig nur wieder rechte Klischees: „Das verbindet sie alle, von AfD, PEGIDA und Erika Steinbach bis hin zu ‚aufstehen‘ und den NachDenkSeiten: ihre auf den ersten Blick naive, in Wahrheit aber perfide Art, Antisemitismus auf die Person des Juden oder der Jüdin zu reduzieren.“

Laut Artikel werde von den NachDenkSeiten und der beschriebenen Querfront-Koalition geleugnet, „dass es auch einen Antisemitismus gibt, der ohne explizite Bezugnahme auf den Begriff ‚Jude‘ auskommt und sich stattdessen mit Anspielungen, Codewörtern und gängigen Bildern, die dort intuitiv und sofort verstanden werden, wo sie verstanden werden sollen, begnügt.“

Die angebliche Nutzung von (nicht direkt judenfeindlichen) „Anspielungen“ und „Codewörtern“ soll den Autoren einen Freibrief ausstellen, Andersdenkende mit einem der bösesten Vorwürfe überhaupt zu überziehen. Mit diesem weit gefassten Freibrief zur Diffamierung ausgestattet, versammelt der Text anschließend zahlreiche gängige Floskeln, mit denen aktuelle pseudolinke Akteure ihre Kritiker diffamieren wollen: Von der „verkürzten Kapitalismuskritik“ über die „antiamerikanischen Verschwörungstheorien“ bis eben zur (kodierten) Judenfeindlichkeit. Der Artikel bewegt sich auf einem höchst verzerrenden und verleumderischen Niveau, darum soll hier nicht detailliert darauf eingegangen werden: Der Text ist politisch und intellektuell nicht satisfaktionsfähig. Einige besonders schrille Zitate finden Sie weiter unten.

Mit Steuergeldern gegen die NachDenkSeiten?

Wer den Text in seiner ganzen umfangreichen Breite studieren möchte, kann dies hier tun.

 » Lees verder

15 Jahre NachDenkSeiten. Eine Erfolgsgeschichte mit einem Wermutstropfen.

15-jahre-nachdenkseiten-eine-erfolgsgeschichte-mit-einem-wermutstropfen.

04-12-18 09:35:00,

Am 30. November 2003, also vor 15 Jahren erschien der erste Beitrag auf den NachDenkSeiten. Er galt der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Das war Zufall, aber schlüssig. Denn die Gründung der INSM, dieser neoliberalen Propagandaorganisation der Metallarbeitgeber, war der Anstoß für die NachDenkSeiten-Idee. Auf der Suche nach Mitteln zur Gegenwehr kam mir Anfang 2001 der Gedanke, das Internet für eine kritische Begleitung des Geschehens zu nutzen. Dann verstrich ein bisschen Zeit mit der Entwicklung des Konzepts und vor allem mit der Partnersuche. Wir glaubten damals, dass man ein solches Projekt nur zusammen mit einer bewährten Einrichtung, etwa einem Umweltverband oder den Gewerkschaften stemmen könnte. Aber die Partnersuche scheiterte.

Mit dabei waren beim Start Anke Bering-Müller, meine inzwischen verstorbene Frau und damals Leiterin eines Gymnasiums. Sie gewann den Kunstlehrer ihrer Schule, Jacques Johannson, fürs Mitdenken und dieser stellte die Verbindung zu Lars Bauer her, der bis heute als Webdesigner und Webmaster das Projekt begleitet und mitträgt. Wichtig war damals außerdem die Bereitschaft Wolfgang Liebs, als Mitherausgeber und Autor mitzumachen.

Von Anfang an und bis heute ist das Hauptziel unserer Arbeit klar: Wir wollen aufklären, wir wollen vor allem Irreführung und Manipulationen sichtbar machen. Siehe die Rubrik „Warum NachDenkSeiten?“. An ihr und damit am Ziel unserer Arbeit ist seit 2003 nichts verändert worden. – Beim Erscheinungsbild haben wir uns allerdings gerade für eine Neuerung entschieden.

Wir schreiben „Für alle, die sich noch eigene Gedanken machen“. So lautet unser schöner Anspruch.

Das ist bis heute unser Anliegen und auch das Markenzeichen. Nichts vormachen lassen. Notfalls zweimal oder dreimal hinterfragen. Also nicht mit der ersten Erklärung einer Sache zufrieden sein. Zur Erläuterung ein paar Beispiele: Alle sagen: es geht uns gut. Wir fragen: wirklich allen? – Die AfD ist eine schreckliche rechte Partei. So sagen fast alle. Wir sagen das auch, aber wir fragen: Sind andere so viel anders? Ist Merz von der CDU wirklich ein unabhängiger Wirtschaftsfachmann und Demokrat. Hat die Union nicht sehr oft genauso gegen Asylbewerber polemisiert. – Alle wollen Europa. Alle sind für Europa. Wir auch, sehr sogar. Aber wir fragen: Was hat die jetzige deutsche Regierung und Merkels Vorgängerregierung mit Europa angestellt? Europa kann nicht zusammenwachsen, wenn die wirtschaftliche Entwicklung wie geschehen auseinanderfällt und in einzelnen Ländern Europas die Jugendarbeitslosigkeit und Arbeitslosigkeit zwischen 20 und 50 % liegt.

 » Lees verder

Mord im Reisfeld – www.NachDenkSeiten.de

mord-im-reisfeld-8211-wwwnachdenkseiten.de

23-11-18 09:58:00,

23. November 2018 um 9:50 Uhr | Verantwortlich:

Mord im Reisfeld

Veröffentlicht in: Erosion der Demokratie, Innere Sicherheit, Länderberichte

Vor neun Jahren, am 23. November 2009, wurden 58 Menschen – darunter 32 Medienleute – in der südphilippinischen Provinz Maguindanao im Rahmen eines Vorwahlkampfs buchstäblich exekutiert. Die Spuren dieses Massakers führten geradewegs zum Präsidentenpalast Malacañang. Bis heute bleibt dieses Verbrechen ungesühnt und das Gros der Täter auf freiem Fuß. Von Rainer Werning[*].

Der 23. November 2009 ging in die Annalen der Philippinen als Schwarzer Montag ein. An jenem Tag wurden 57 Menschen[1] Opfer eines Massakers – unter ihnen 32 Medienleute –, das in dieser Bestialität und kaltschnäuzig exekutierten Art ein Novum darstellte. Die Nation war zutiefst erschüttert. Besorgte Personen aus Medien, Universitäten, Kirchen und NGO wähnten ihr Land bereits auf dem Weg zu einem „failed state“ („gescheiterten Staat“).

Orchestriertes Verbrechen

An jenem 23. November 2009 hatte sich in der südphilippinischen Provinz Maguindanao ein Konvoi von Anhänger/innen des Politikers und Vizebürgermeisters von Buluan, Esmael Mangudadatu, auf den Weg in die Provinzhauptstadt Shariff Aguak gemacht. Dort wollten sie in einem Büro der staatlichen Wahlkommission (Comelec) fristgerecht die erforderlichen Unterlagen für Esmaels Kandidatur als Gouverneur bei den Wahlen im Mai 2010 einreichen. Gerade weil dieser Spross des Mangudadatu-Clans wusste, dass Shariff Aguak samt Umgebung seit knapp einem Jahrzehnt vom rivalisierenden Clan der Ampatuans als exklusive politische, militärische und wirtschaftliche Domäne reklamiert worden war, hatte er entschieden, dort nicht persönlich aufzukreuzen. Stattdessen wollte er gemeinsam mit seiner Frau und anderen weiblichen Verwandten und Bekannten in Begleitung mehrerer Journalist/innen und zwei Menschenrechtsanwältinnen die Reise antreten und die Dokumente den Verantwortlichen übergeben.

Doch auf dem Weg zu ihrem Fahrtziel wurde die Reisegruppe von über 100 Bewaffneten blockiert, aus den Wagen gezerrt, schrecklich zugerichtet und buchstäblich hingerichtet. Esmael Mangudadatu und seine engsten Berater hatten sich von der Überlegung leiten lassen, dass die andere Seite wenigstens Frauen kein Haar krümmen und die Präsenz zahlreicher Vertreter lokaler und regionaler Medien respektieren würde. Eine fatale Fehleinschätzung. Bevor der Konvoi seine Todesfahrt begann, hatte Esmael Mangudadatu bei den verantwortlichen Kommandeuren der Streitkräfte (AFP) und Polizei (PNP) mehrfach um Personenschutz gebeten – vergeblich. Diese Einheiten inklusive paramilitärische Hilfstruppen der Civilian Volunteer Organizations (CVO) fühlten sich wesentlich einer Person loyal verbunden – Datu Andal Ampatuan Sr.,

 » Lees verder

Zur Flüchtlingsdebatte. – www.NachDenkSeiten.de

zur-fluchtlingsdebatte-8211-wwwnachdenkseiten.de

12-11-18 05:05:00,

12. November 2018 um 12:18 Uhr | Verantwortlich:

Zur Flüchtlingsdebatte.

Veröffentlicht in: Globalisierung, Wertedebatte

Der Autor dieses Beitrags, Marco Wenzel, lebt in Thailand. Er war während seiner Berufstätigkeit Gewerkschaftssekretär, denkt viel über politische und ökonomische Zusammenhänge nach und – für die NachDenkSeiten besonders erfreulich – Marco Wenzel stellt von Dienstag auf Mittwoch die Hinweise des Tages zusammen. Dies ist ein besonders geschicktes Arrangement. Denn Marco kann den Vormittag nutzen, wenn es bei uns noch Nacht ist, um diese Arbeit zu leisten. Heute geht es aber nicht um die Hinweise des Tages, sondern um seine Beobachtungen zur Flüchtlingsdebatte. Herzlichen Dank für den Text. Albrecht Müller.

Zur Flüchtlingsdebatte. Von Marco Wenzel.

Ein Gespenst geht wieder einmal um in Europa und dieses Mal ist es die Flüchtlingsdebatte. Kaum eine Frage wird im Augenblick so heiß und leidenschaftlich diskutiert, keine Frage spaltet die europäischen Staaten, die Gesellschaft und leider auch die Linke zurzeit so sehr wie das Thema Flüchtlinge. Es ist eine richtige Kakophonie, die aus dem fernen Europa da zu uns nach Thailand dringt.

Und in der Tat, es ist ein vertracktes Thema, das der neoliberale Spätkapitalismus mit all seinen Ausuferungen der Linken da aufgedrängt hat. Ein hinterlistiges Thema. Denn gerade die Linke will und darf sich ja nicht mit einfachen Erklärungen abgeben, sondern muss der Sache auf den Grund gehen. Und die Problemlage ist vielschichtig, das Terrain ist vermint. Wer sich darauf begibt, läuft schnell Gefahr, unter Beschuss zu geraten. Unter Beschuss sowohl vom politischen Gegner als auch unter Beschuss aus den eigenen Reihen. Und gerade deshalb ist es so wichtig, Konsens und Klarheit in die Debatte hineinzubekommen.

Die Herrschenden wollen von den eigentlichen Ursachen der Flüchtlingswelle und damit von ihren eigenen Missetaten ablenken, denn die Ursache des Elends ist eine Verwertungskrise des Kapitals und die Gier der großen Weltkonzerne nach immer mehr Dominanz auf „freien Märkten“. Die Herrschenden stellen die Migrationswelle als ein plötzlich wie vom Himmel gefallenes Phänomen des 21. Jahrhunderts dar und spalten die Arbeiterklasse damit, dass sie Solidarität mit den Flüchtlingen gerade von denen einfordern, die das materiell am wenigsten bewerkstelligen können. Solidarität der Ausgebeuteten zu Hause mit den Ausgebeuteten ferner Länder, Solidarität mit den Brüdern und Schwestern, die zuwandern. Solidarität,

 » Lees verder

„Integriert doch erst mal uns!“ – www.NachDenkSeiten.de

integriert-doch-erst-mal-uns-8211-wwwnachdenkseiten.de

12-11-18 10:33:00,

12. November 2018 um 8:35 Uhr | Verantwortlich:

„Integriert doch erst mal uns!“

Veröffentlicht in: Erosion der Demokratie, Innen- und Gesellschaftspolitik, Rezensionen

So heißt „Eine Streitschrift für den Osten“ (Untertitel), die von der sächsischen SPD-Politikerin Petra Köpping verfasst wurde. Sie ist seit 2009 Mitglied des Sächsischen Landtages und seit 2014 Staatssekretärin für Gleichstellung und Integration bei der sächsischen Landesregierung. In ihrem Buch geht sie der Frage nach, warum das Misstrauen und die Distanz zur Demokratie in Ostdeutschland so groß sind und woher die dort immer wieder zu beobachtende Wut kommt. Udo Brandes hat das Buch für die NachDenkSeiten gelesen.

Auslöser für Köppings Buch war ihre Leipziger Rede am Reformationstag 2016. Darin forderte sie, dass die Nachwendezeit wieder auf den Tisch müsse, um die vielfältigen Demütigungen, Kränkungen und Ungerechtigkeiten aufzuarbeiten. Denn darin sah sie aufgrund ihrer Erfahrungen aus einer Vielzahl von Gesprächen mit sächsischen Bürgern – unter anderem am Rande von Pegida-Demonstrationen – die eigentliche Ursache für die enorme Wut in Ostdeutschland. Auf einer dieser Demonstrationen hatte ihr ein aufgebrachter Bürger zugerufen: „Sie immer mit Ihren Flüchtlingen! Integriert doch erst mal uns!“ Diese zwei Sätze waren für sie ein Schlüsselerlebnis:

„Diese Aussage brachte es auf den Punkt: Hier (gemeint sind die Demonstrationen; UB) geht es anscheinend bei vielen gar nicht um das Thema Flüchtlinge. Diese waren nur Projektionsfläche für eine tiefer liegende Wut und Kritik. Damit will ich überhaupt nicht die vielen echten Rassisten entschuldigen oder relativieren. (…) Mir ist klar, wir haben ein dramatisches Rechtsextremismus-Problem“ (S. 9).

Die Leipziger Rede von Petra Köpping löste ein enormes Echo aus:

„Ich hatte einen wunden Punkt getroffen. Seitdem habe ich Hunderte von Briefen, E-Mails und Nachrichten bekommen, zumeist gefüllt mit Tränen, Wut, Fragen und Hoffnungen. Ich bekam viele Briefe, die mich unterstützen. Übrigens auch aus Westdeutschland. Viele Gesprächspartner waren völlig überrascht, als sie etwa von dem ‚Problem der geschiedenen Frauen in der DDR’ hörten. Davon hatten sie nie etwas erfahren“ (S. 10).

Im Westen weiterhin Häme und Spott

Allerdings, so Köpping, sei diese Debatte seit 2016 fast ausschließlich in Ostdeutschland geführt worden. Im Westen habe davon kaum jemand etwas mitbekommen:

„Im Gegenteil. Im Zuge der Aufmärsche von Pegida und der Wahlerfolge der AFD ergoss sich erneut Spott,

 » Lees verder

Das neue kritische Jahrbuch der NachDenkSeiten ist erschienen! – www.NachDenkSeiten.de

Das neue kritische Jahrbuch der NachDenkSeiten ist erschienen! – www.NachDenkSeiten.de

07-10-18 10:21:00,

7. Oktober 2018 um 11:30 Uhr | Verantwortlich:

Das neue kritische Jahrbuch der NachDenkSeiten ist erschienen!

Veröffentlicht in: Aufbau Gegenöffentlichkeit, Veröffentlichungen der Herausgeber

Ab heute ist die nun mittlerweile elfte Ausgabe des kritischen Jahrbuchs 2018/2019 “Nachdenken über Deutschland” von Albrecht Müller und Jens Berger erhältlich. In unserem Jahrbuch haben wir wieder einmal die wichtigsten Texte der NachDenkSeiten für Sie herausgesucht. Sie können das Jahrbuch bequem auf den Seiten des Westend Verlags kaufen.

nach oben

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele – aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.

Herzlichen Dank!

Online spenden

Fördermitglied werden

Vorheriger Beitrag:

Nächster Beitrag:

 » Lees verder

Diesel-Hysterie – www.NachDenkSeiten.de

Diesel-Hysterie – www.NachDenkSeiten.de

04-10-18 11:20:00,

4. Oktober 2018 um 12:19 Uhr | Verantwortlich:

Diesel-Hysterie

Veröffentlicht in: Schadstoffe, Strategien der Meinungsmache, Verkehrspolitik

Der mit großem Tamtam angekündigte Diesel-Gipfel der Bundesregierung ging aus wie das Hornberger Schießen. Für Kunden älterer Diesel wird es wohl keine kostenlose Hardware-Nachrüstungen geben, dafür haben die Hersteller „großzügige Rabatte“ und „attraktive Umstiegsprämien“ versprochen. Die unterscheiden sich jedoch bei näherer Betrachtung auch nicht von den üblichen Sonderaktionen. Viele Diesel-Besitzer sind mit der „Dieseleinigung“ daher auch unzufrieden. Aber was hat man eigentlich realistisch erwartet? Auf welcher rechtlichen Basis will man die Industrie überhaupt zu Nachrüstungen „zwingen“? Und warum regen wir uns hysterisch über vermeintlich schmutzige Diesel auf, wenn Benziner doch keinesfalls unproblematischer sind? Vielleicht sollten wir nicht darüber diskutieren, ob wir Steuergelder für sinnlose Nachrüstaktionen verpulvern, sondern das Problem „Individualverkehr“ endlich einmal in den Fokus rücken. Von Jens Berger

Man könnte es sich jetzt natürlich leicht machen und das übliche Klagelied von den armen Dieselfahrern, den betrügerischen Autoherstellern und der Politik singen, die den Lobbyisten mal wieder in den Allerwertesten gekrochen ist. Dieses Lied wird in dieser Woche von den Medien ohnehin hoch- und runtergespielt. Doch so einfach ist die Sache „leider“ nicht. Schließlich hat die aktuelle Debatte ja erst einmal nichts mit den vorsätzlichen Betrügereien von VW und Co. zu tun. Das ist ein anderes Thema, das man separat debattieren muss. Bei der Debatte rund um die drohenden Fahrverbote in einigen deutschen Städten geht es vielmehr um Fahrzeuge, die seinerzeit auf Basis der gesetzlichen Kriterien und der gültigen EU-Grenzwerte zugelassen wurden. Dass die Testergebnisse auf dem Rollstand meist nur wenig mit den tatsächlichen Emissionen zu tun haben, wussten nicht nur die Hersteller, sondern auch die Politik und natürlich auch die Verbraucher. Doch es war allen Beteiligten offenbar schlichtweg egal. Man hat sich darauf verlassen, dass die gesetzlichen Unbedenklichkeitszertifikate mit Namen wie „Euro 4“, „Euro 5“ oder „Euro 6“ einen vor Einschränkungen schützen. Doch diese Rechnung hat man offenbar ohne die Gerichte gemacht, die nun in einigen deutschen Städten tatsächlich Fahrverbote für Autos beschlossen haben, deren Stickoxid-Ausstoß über einem bestimmten Grenzwert liegt.

Neue Grenzwerte bringen auch neue Probleme

Das ist insofern dann doch ein wenig ungewöhnlich,

 » Lees verder

„Schienenverkehrsverhinderungspolitik“ – www.NachDenkSeiten.de

„Schienenverkehrsverhinderungspolitik“ – www.NachDenkSeiten.de

02-10-18 09:17:00,

2. Oktober 2018 um 9:13 Uhr | Verantwortlich:

„Schienenverkehrsverhinderungspolitik“

Veröffentlicht in: Aufbau Gegenöffentlichkeit, Stuttgart 21, Veranstaltungshinweise / Veranstaltungen, Verkehrspolitik

Winfried Wolf sprach am 29. September auf der Demonstration zu Stuttgart21 über die Bahnkrise, über die dazu führende Personalpolitik des Bundes und völlig illusionäre Vorstellungen von der Rolle der Digitalisierung. Das ist eine gute Übersicht über diesen Teil einer fehlgeleiteten Verkehrspolitik – mit Managern bei der Schiene, die mit der Schiene nichts am Hut haben. Albrecht Müller

Die neue BahnKrise

und das alte Monsterprojekt Stuttgart21

Winfried Wolf

Rede auf der Demonstration zu Stuttgart21 am 29. September 2018

Schön, dass wir heute einen angenehmen Ausläufer dieses langen Sommers erleben dürfen. Und es war ein heißer Sommer. Heiß oft sicher auch im Mahnwachenzelt! Vn ganzem Herzen sage ich: Toll, dass ihr auch bei dünner Personaldecke in diesem neunten Sommer seit dem ersten Aufbau eines Mahnwachenzelts durchgehalten habt! Heiß war es oft in den Zügen – erneut gab es die berüchtigten Sauna-Züge, weil die Klimaanlagen kollabierten. Und es war auch ein heißer Sommer für das Top-Management der Deutschen Bahn. Deren Missmanagement wurde uns wie unter einem Brennglas verdeutlicht.

Und dann, am 9. September, versandte Bahnchef Richard Lutz auch noch den inzwischen berühmt-berüchtigten „Brandbrief“. Danach befände sich „die Bahn in einer schwierigen Lage“. Die Schulden des Bahnkonzerns stiegen auf das Rekordniveau von 19,7 Milliarden Euro an – 700 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Die Kosten in der Verwaltung des Bahnkonzerns hätten sich „seit 2015 um einen deutlichen dreistelligen Millionenbetrag erhöht“. Nun seien, um die „wirtschaftliche Stabilität“ des Konzerns zu erhalten, „einschneidende Maßnahmen“ notwendig.

Der Bahnchef ließ eine Ausgabensperre verhängen. Das gab es noch nie in 24 Jahren Geschichte Deutsche Bahn AG. Eine solche Maßnahme spricht tatsächlich für eine tiefe Krise des Bahnkonzerns.

Das kommt jetzt zwar alles etwas holterdipolter. Noch vor elf Wochen, am 25. Juli, sagte derselbe Bahnchef auf der Halbjahresbilanz-Pressekonferenz: „Einige Erfolge konnten wir bereits verbuchen [….] Die Richtung stimmt.“ Berichtet wurde von neuen „Fahrgastrekorden“. Damals, nochmals: vor gerade mal elf Wochen, zog Lutz die Bilanz, „dass „wir für das gesamte Jahr [2018] ein Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres erwarten.“

Doch jetzt ist alles anders.

 » Lees verder

Ein Interview zum Konflikt mit Russland, das nicht zu den NachDenkSeiten passt. Voll von FakeNews. – www.NachDenkSeiten.de

Ein Interview zum Konflikt mit Russland, das nicht zu den NachDenkSeiten passt. Voll von FakeNews. – www.NachDenkSeiten.de

21-08-18 01:08:00,

21. August 2018 um 14:51 Uhr | Verantwortlich:

Ein Interview zum Konflikt mit Russland, das nicht zu den NachDenkSeiten passt. Voll von FakeNews.

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Leserbriefe

Wir haben heute das Interview mit Prof. Heinemann-Grüder veröffentlicht, obwohl Redaktion und Herausgeber der NachDenkSeiten Bauchschmerzen hatten. Wir haben es veröffentlicht, weil im Interview sichtbar wird, wie eine recht große Mehrheit von intelligenten Menschen in Deutschland bei der Frage des Konfliktes mit Russland zur Ausrede greifen: beide Seiten sind schuld. Am 9. September 2016 hatte ich gefragt: „Sind der Westen und Russland in gleicher Weise schuld an der neuen Konfrontation und an einem möglichen Krieg in Europa? Ein Nachtrag zu Restle von Monitor.“ Ich hatte darauf hingewiesen, wie gefährlich diese falsche Behauptung ist, unter anderem, weil sie zur Verhärtung der Position in Russland führen wird. – Wir haben das Interview auch in der Hoffnung veröffentlicht, dass es sachlich fundierten Widerspruch geben wird. So ist es gekommen. Albrecht Müller.

Wir geben Ihnen die bisherigen Lesermails zur Kenntnis. Die erste stammt von Michael Steinke, von dem wir im Juli drei Folgen eines Berichts aus Russland veröffentlicht hatten: „Rote Karte für unsere Medien in ihrem Match gegen Russland?“ war der letzte Teil überschrieben.

Hier also die Lesermails:

  1. Michael Steinke

    Lieber Albrecht Müller, lieber Jens Berger, liebe Redaktion,

    da ich Ihre Arbeit stets als sehr sachlich und gründlich schätze, war ich heute morgen sehr überrascht und erschrocken, ausgerechnet auf den NDS die Verbreitung von schlimmen FakeNews lesen zu müssen, denen leider nur sehr partiell  (“20 Befragte”) und viel zu wenig informiert entgegnet wurde.

    Was Prof. Dr. Andreas Heinemann-Grüder als seine historische Fakten auflistet, ist längst als Propaganda-Lüge überführt.

    So hat es bspw. den angeblichen Bericht, die angebliche Volksbefragung des rus. Menschenrechtsrats überhaupt so NIE gegeben!

    Der Menschenrechtsrat hat dies von Anfang an klargestellt und die Darstellung einzelner  Medien (NZZ, ZEIT), dass es angeblich das Referendum auf der Krim bewertet und dabei Wahlfälschung bestätigt hätte, in aller Deutlichkeit von sich gewiesen und die Medien direkt zur Wahrheit aufgefordert:

    „..angeblich offizielles Dokument des Russischen Menschenrechtsrates beim Präsidenten der Russischen Föderation, 

 » Lees verder

Es war einmal … – www.NachDenkSeiten.de

Es war einmal … – www.NachDenkSeiten.de

02-07-18 05:49:00,

2. Juli 2018 um 12:19 Uhr | Verantwortlich:

Es war einmal …

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Innen- und Gesellschaftspolitik, Medienkritik

Eines muss man dem SPIEGEL ja lassen. Er schafft es mit seinen Titelgeschichten in unregelmäßigen Abständen doch tatsächlich immer wieder, sich selbst zu unterbieten. Der aktuelle Titel „Es war einmal ein starkes Land“ gehört zweifelsohne dazu. Da wird munter vermischt, was selbst mit viel Fantasie einfach nicht in einen Zusammenhang zu bringen ist – die Performance der deutschen Fußballnationalmannschaft und die Performance der deutschen Kanzlerin. Zwischen jeder Menge Merkel-Vergötterung lautet die Botschaft: Früher war alles wunderbar und heute schwächeln „wir“. „Wir“ – das sind oberflächlich Jogi Löw und Angela Merkel; gemeint sind jedoch absurderweise wir alle. Diese „Früher-war-alles-besser”-Rhetorik mutet schon recht absurd an. Was, lieber SPIEGEL, war denn abseits des Fußballplatzes während der letzten Jahre so toll? Von Jens Berger.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

In der Parallelwelt der SPIEGEL-Redakteure muss das letzte Jahrzehnt wunderbar gewesen sein. Deutschland wurde nicht nur Export-, sondern auch Fußballweltmeister, „wir“ waren „Schland“, so herrlich multikulti, patriotisch und doch unverkrampft, geführt von Angela Merkel, der Überkanzlerin. Der SPIEGEL bezeichnet sie dann auch gleich als „heimliche Anführerin der westlichen Welt, mindestens aber Europas“ – da ist sie wieder diese Bescheidenheit, für die wir Deutschen seit Kaisers Zeiten so geliebt werden. Und genau hier ist bereits der erste große Riss in der Matrix des SPIEGELs.

2004 lag das Land laut SPIEGEL am Boden. Politisch und wirtschaftlich galt „Deutschland [demnach] als der kranke Mann Europas“ und gleichzeitig schied die Fußballnationalmannschaft bei der EM sang- und klanglos bereits nach der Vorrunde aus. Dann kam die Wende. Jürgen Klinsmann brachte den deutschen Fußball auf Vordermann und Gerhard Schröder setzte die neoliberalen Reformen um, die auch vom SPIEGEL mit Nachdruck gefordert wurden. In der aktuellen Titelstory zitiert man den Fußballmanager Oliver Bierhoff mit dem dümmlichen Vergleich, „beide (gemeint sind Merkel und Löw) hätten von einer guten Vorarbeit profitiert“. Dies ist geschickte Propaganda, da man die erfolgreichen und sympathischen Neuerungen des Fußballtrainers Jürgen Klinsmann mit den katastrophalen Reformen des Kanzlers Schröder in einen Topf wirft.

 » Lees verder

Das Archiv der NachDenkSeiten enthält eine Fülle von Material, Daten und Gedanken. Nutzen Sie das! (2) – www.NachDenkSeiten.de

Das Archiv der NachDenkSeiten enthält eine Fülle von Material, Daten und Gedanken. Nutzen Sie das! (2) – www.NachDenkSeiten.de

20-06-18 06:55:00,

19. Juni 2018 um 13:32 Uhr | Verantwortlich:

Das Archiv der NachDenkSeiten enthält eine Fülle von Material, Daten und Gedanken. Nutzen Sie das! (2)

Veröffentlicht in: Aufbau Gegenöffentlichkeit, Parteien und Verbände, Strategien der Meinungsmache

Alles, was wir geschrieben haben, steht Ihnen frei und kostenlos zur Verfügung. Die NachDenkSeiten enthalten mit ihren vielen Artikeln, Analysen, Fakten und Daten so viel Material wie kaum ein anderes Medium oder allgemein zugängliches Archiv. Wenn Sie also ein bisschen Zeit haben, scrollen Sie einfach zurück. In unregelmäßigen Abständen werden wir Sie auf interessante Artikel in unserem Archiv hinweisen. Von Redaktion.

Im Zusammenhang mit dem Parteitag der LINKEN hat Albrecht Müller kürzlich auf die Möglichkeit der Fremdbestimmung der Partei hingewiesen. Bereits 2009 hatte sich zu dem Thema Unterwanderung politischer Parteien eine Debatte auf den NachDenkSeiten entsponnen. In diesem Artikel streifte Albrecht Müller damals das Thema am Beispiel SPD und schloss seine Untersuchung des damaligen strategischen Unvermögens der Partei mit den Worten:

„Wegen der Fremdbestimmtheit der SPD-Führung wird man vermutlich damit rechnen müssen, dass sie keine ehrliche Analyse und so weiter macht wie bisher. Es wäre schön, ich würde mich täuschen.“

Daraus folgte dieser Artikel, in dem eine mögliche Unterwanderung von CDU/CSU Gegenstand ist – es kommen Leser zu Wort und Albrecht Müller analysiert einige Symptome der Fremdbestimmung:

„Einzelne FDP-Politiker haben an der Privatisierungspolitik verdient, insbesondere an der Deutschen Telekom-Privatisierung. Angela Merkel lässt sich zum Finanzmarkt und zur Finanzmarktkrise vom Deutschland Chef von Goldman Sachs, Dibelius, beraten. Sie hat den Berater von Goldman Sachs, Issing, zum Vorsitzenden der Expertenkommission berufen, die Vorschläge zur Neuordnung der Finanzmärkte machen soll. Dass die Steuerzahler am Ende vermutlich weit mehr als Hundert Milliarden für die Rettung von Banken zahlen, ohne dort Einfluss zu gewinnen, geht auf die enge Verflechtung der CDU Führung mit der Finanzindustrie zurück. Nicht nur auf Steinbrück.“

Diese Serie wird fortgesetzt, deshalb die Nummerierung. Teil 1 finden Sie hier.

Aber am besten gehen Sie, falls Sie die Zeit dazu haben, parallel dazu selbst auf die Suche. Sie werden in vielerlei Weise fündig werden.

nach oben

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig,

 » Lees verder

Ein journalistischer Gau – www.NachDenkSeiten.de

Ein journalistischer Gau – www.NachDenkSeiten.de

02-06-18 11:10:00,

Ein journalistischer Gau

Veröffentlicht in: Innere Sicherheit, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkritik

Der russische Journalist Arkadi Babtschenko ist tot. Der russische Journalist Arkadi Babtschenko ist nicht tot. Der russische Journalist Arkadi Babtschenko ist… ja was eigentlich? Wer sich als Mediennutzer auf die Berichterstattung zum angeblichen Mord an Babtschenko in den vergangenen Tagen verlassen hat, war verlassen. Der Umgang von Journalisten mit dem Fall Babtschenko ist ein Lehrstück, das zeigt: Große, reputierte Medien liefern eine Berichterstattung ab, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Diese Feststellung ist weitreichend. Sie zeigt: Mediennutzer müssen alles, was Medien berichten, kritisch hinterfragen. Eine Analyse von Marcus Klöckner.

Als die „Nachricht“ (Desinformation?) vom angeblichen Mord an dem russischen Journalisten Arkadi Babtschenko in das Mediensystem eingespeist wurde, passierte, worauf man hätte wetten können: Journalistische Distanz? Zurückhaltung? Kritische Recherchen? Fehlanzeige. Stattdessen war eine Berichterstattung zu beobachten, die mustergültig aufzeigt, wie Medien in der Lage sind, fiktionale Wirklichkeiten zu konstruieren und diese dem Mediennutzer als Realität zu verkaufen. Und, noch schlimmer: Die erschaffene fiktionale Wirklichkeit dient dann als Basis, auf der die konstruierte Wirklichkeit weiter aufgebaut wird.

Da hat, zum Beispiel, der Deutsche Journalisten Verband (DJV) gleich den Boykott der Weltmeisterschaft in Russland gefordert und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ließ es sich nicht nehmen, „die Tat“ bei einem Besuch in der Ukraine zu verurteilen – worüber Medien dann natürlich entsprechend berichtet haben (in der Berichterstattung ist Steinmeier dann „erschüttert“, „verurteilt scharf“ und „fordert Aufklärung“).

Aber greifen wir nicht vor. Wir werden im weiteren Verlauf der Analyse noch im Detail auf die Berichterstattung eingehen. Zunächst zu etwas Grundlegendem. Frage: Waren Sie schon einmal in Paris auf dem Eiffelturm? Wenn Nein – die Frage: Gibt es den Eiffelturm tatsächlich? Steht der Eiffelturm tatsächlich in Paris? Wie beantworten Sie diese Fragen? Vermutlich mit: Ja, natürlich. Aber wie kommen Sie zu der Aussage? Wenn Sie doch noch nie in Paris waren, noch nie den Eiffelturm mit eigenen Augen gesehen haben, wie können Sie sagen, dass der Eiffelturm in Paris tatsächlich existiert? Wissen Sie, ob der Eiffelturm in Paris steht? Oder glauben Sie zu wissen, dass dem so ist?

Natürlich: Wer noch nie in Paris war, nie den Eiffelturm mit eigenen Augen gesehen hat,

 » Lees verder

Iran, das Öl und der Dollar – www.NachDenkSeiten.de

Iran, das Öl und der Dollar – www.NachDenkSeiten.de

20-05-18 04:15:00,

Iran, das Öl und der Dollar

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Finanzen und Währung, Ressourcen, Wirtschaftspolitik und Konjunktur

Seit einigen Wochen kriegen wir von einigen Lesern wieder verstärkt Hinweise auf Artikel, die davon berichten, Iran plane, seine Ölverkäufe künftig nicht mehr in US-Dollar abzurechnen und dies sei für die USA der „wahre“ Kriegsgrund, da eine Abkehr vom „Petrodollar“ die USA in den sicheren Ruin stürzen würde. Diese Geschichte geistert in verschiedenen Variationen nun schon seit 2004 durch das Netz und wird leider immer häufiger auch von redaktionellen Medien kritiklos aufgegriffen. Das ist ärgerlich, da so ein Teil der gerechtfertigten Kritik an der unfairen Außenwirtschaftspolitik der USA auf eine ökonomisch falsche und daher unproduktive Schiene gelenkt wird. Zeit für einen unaufgeregten Blick hinter die Kulissen. Von Jens Berger.

In Nachhinein ist es nicht mehr so einfach, die genaue Herkunft der Geschichte vom „Kriegsgrund Petrodollar“ zu bestimmen. Ungefähr zeitgleich haben um das Jahr 2005 herum die beiden amerikanischen Autoren F. William Engdahl und William R. Clark begonnen, den „wahren“ Grund für den Angriffskrieg der von den USA geführten Koalition gegen Saddam Husseins Irak in einer angeblich von den Irakern geplanten Umstellung der Transaktionswährung ihrer Ölexporte von Dollar auf Euro zu sehen. Diese Aussage war übrigens schon damals schlicht falsch, da Irak aufgrund der internationalen Sanktionen seit 1996 offiziell sein Öl über das „Oil-For-Food-Programm“ der UN und dabei zu großen Teilen ohnehin in Euro verkaufte. Das konnte aber auch nicht verhindern, dass Engdahls „Century of War“ (2004) und besonders Clarks „Petrodollar Warfare“ (2005) zu Bestsellern wurden, die auch heute noch von Autoren aus diesem Spektrum als Quellen genannt werden. Seitdem zieht sich die Geschichte von einem Land, das plant, seine Exporte künftig in Euro (oder neuerdings in der chinesischen Währung Renminbi) abzurechnen, und daher wie Irak bald Opfer eines amerikanischen Angriffskriegs werden soll, wie ein roter Faden durch die Artikelspalten bestimmter Medien. Seit 2006 geht es dabei vor allem um Iran, der angeblich plant, sein Öl künftig nur noch gegen harte Euro zu verkaufen. Nebenbei: Iran stellt bereits seit 2003 für seine europäischen und asiatischen Kunden die Ölrechnungen in Euro aus und seit 2016 akzeptiert man generell keine Dollarzahlungen mehr – Grund dafür sind die US-Sanktionen.

 » Lees verder

Die NachDenkseiten als „Gegengewicht zur allgemeinen publizistischen Gehirnwäsche“. Machen Sie mit! Laden Sie ein zum Gespräch! – www.NachDenkSeiten.de

Die NachDenkseiten als „Gegengewicht zur allgemeinen publizistischen Gehirnwäsche“. Machen Sie mit! Laden Sie ein zum Gespräch! – www.NachDenkSeiten.de

18-05-18 12:57:00,

18. Mai 2018 um 12:21 Uhr | Verantwortlich:

Die NachDenkseiten als „Gegengewicht zur allgemeinen publizistischen Gehirnwäsche“. Machen Sie mit! Laden Sie ein zum Gespräch!

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Aufbau Gegenöffentlichkeit

Viele Gratulanten zu meinem runden Geburtstag wiesen freundlicherweise auf den nunmehr fast 15 Jahre währenden Versuch hin, aufzuklären und mit den NachDenkseiten ein Gegengewicht zur täglichen Manipulation der herkömmlichen Medien zu bieten. Dass es offensichtlich gelungen ist, viele Menschen gegen die gängigen Irreführungen zu immunisieren und zum eigenen Nachdenken anzuregen, das freut mich sehr. Danke für die vielen Ermunterungen weiterzumachen, die mich in den letzten zwei Tagen erreichten. Zum Dank kommt ein Wunsch, eine Anregung: Nutzen Sie die von uns gebotenen Anregungen, um mit ihren Freunden, Nachbarn, Familien ins Gespräch zu kommen. Ein guter Tipp dafür kam mit Sahra Wagenknechts Bundestags-Rede vom 16. Mai auf den Tisch, genauer gesagt: auf den Bildschirm. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

Das war wie ein gezieltes Geburtstagsgeschenk. Eine inhaltlich reiche, rhetorisch gekonnte und offensive Rede. Sahra Wagenknecht brachte zum Klingen, was viele denken und zwar weit über den engen Bereich der Linkspartei hinaus.

Wenn Sie über die Pfingstfeiertage ein bisschen Zeit haben und wenn Sie die räumliche Möglichkeit haben, Ihre Nachbarn und Freunde für ein gutes Stündchen einzuladen, dann lassen Sie über Ihren Computer diese Rede laufen. Sie dauert nur 19 Minuten und 3 Sekunden, sodass Ihnen noch ausreichend Zeit zum Gespräch bleibt. Hier ist der Link auf die Rede: Fraktion DIE LINKE. im Bundestag (In den Hinweisen von gestern hatten wir schon einmal darauf verlinkt.)

Mit der Präsentation dieser Rede und der Diskussion dazu erwischen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie zimmern am Aufbau der Gegenöffentlichkeit und damit am Gegengewicht gegen die herrschenden Meinungen mit, und sie tun etwas für die Pflege Ihrer Nachbarschafts- und Freundschaftsbeziehungen. Manchmal vergessen wir schon, wie wichtig und wie schön der Austausch mit anderen Menschen auch im privaten Bereich ist. Dazu will ich auf dem Hintergrund erfreulicher eigener Erfahrungen ermuntern.

Nachbemerkung: Jenen Leserinnen und Lesern, die beklagen, der Hinweis auf die Rede von Sahra Wagenknecht zeuge von parteipolitischer Einseitigkeit oder sogar von Einseitigkeit zugunsten eines Flügels innerhalb der Linkspartei möchte ich versichern,

 » Lees verder

https://www.nachdenkseiten.de/?p=43415

https://www.nachdenkseiten.de/?p=43415

11-04-18 03:12:00,

12. April 2018 um 8:50 Uhr | Verantwortlich:

Zwischenruf eines Richters: Gefährliche Anti-Russland-Hysterie – Nowitschok und das Gift der Theresa May. Von Peter Vonnahme.

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Audio-Podcast, Erosion der Demokratie, Innere Sicherheit, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech

Peter Vonnahme

Peter Vonnahme hat für die NachDenkSeiten aus Sicht eines erfahrenen Richters die inzwischen wirklich schrecklichen Vorgänge analysiert. Er war bis 2007 Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München.

Er ist Mitglied der deutschen Sektion der International Association of Lawyers Against Nuclear Arms (IALANA). Von 1995 bis 2001 war er Mitglied des Bundesvorstands der Neuen Richtervereinigung (NRV). – Manche Leser werden auch diesen Text einseitig zugunsten von Russland finden. Das ist er nicht. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

Denn jeden Morgen, jeden Mittag, jeden Abend und jede Nacht werden wir von westlichen Politikern und Medien vollgestopft mit übler, feindseliger Agitation. Dagegen hilft kein scheinobjektives Sowohl-als-auch.

Zwischenruf eines Richters

Nur wenige Stunden nach dem Giftanschlag auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal beschuldigte die britische Regierungschefin Theresa May Russland als Urheber des Verbrechens. Ihr Außenminister Boris Johnson ging noch einen Schritt weiter und machte den russischen Präsidenten Putin persönlich verantwortlich. Es sei „äußerst wahrscheinlich“, dass dieser die Anwendung des Nervengifts angeordnet habe, sagte Johnson. Begleitend hierzu wies die britische Regierung 23 russische Diplomaten aus und drohte weitere Sanktionen an. In blinder Bündnistreue unterstützten die USA, Frankreich, Deutschland sowie 21 weitere EU- und Nato-Staaten das britische Vorgehen und verwiesen in einer Gemeinschaftsaktion 140 russische Diplomaten des Landes.

All das ist erfolgt, obwohl keine Belege für die Vorwürfe vorgelegt worden sind. Ein Großteil der deutschen Zeitungen und Rundfunk- und Fernsehanstalten versagten – wieder einmal – kläglich. Sie ergriffen Partei gegen Russland und vergaßen, dass sie zu Sorgfalt, Objektivität und Wahrhaftigkeit verpflichtet sind.

Das Geschehen erinnert fatal an die Vorverurteilungen Russlands beim Absturz der malaysischen Passagiermaschine MH17 im Juli 2014 in der Ostukraine (vgl. dazu Vonnahme).

Nach dem Bericht einer internationalen Untersuchungskommission steht die Absturzursache fest.

 » Lees verder

Kriegshetze – www.NachDenkSeiten.de

Kriegshetze – www.NachDenkSeiten.de

06-03-18 04:56:00,

6. März 2018 um 15:47 Uhr | Verantwortlich:

Kriegshetze

Veröffentlicht in: Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkritik, Militäreinsätze/Kriege

Oskar Lafontaine

In der heutigen „Bild“ wird in unglaublicher Weise wieder Kriegshetze betrieben. Und das geht so: „Bild“ zeigt ein neunjähriges Kind, das durch Bomben ermordet wurde. Darunter steht: „Hala war neun Jahre alt, als sie ermordet wurde. Verschüttet nach einem Luftangriff am Samstag. Getötet von Assads und Putins Bomben. Eines von 500.000 Opfern, die im Syrien-Krieg ihr Leben verloren. Ein Krieg, bei dem die Welt seit sieben Jahren wegschaut.“

Von Oskar Lafontaine.

Weiter unten lesen wir den Appell des Vaters des ermordeten Kindes:

„Ich appelliere an den Westen, nicht weiter wegzuschauen…“

„Bild“ darf sich nicht wundern, dass viele es das Lügenblatt der Nation nennen. Welch Geistes Kind muss man sein, um zu behaupten, „die Welt schaut seit sieben Jahren weg“, wenn die USA, England, Frankreich, Deutschland, Saudi-Arabien, die Türkei, Russland, Iran, Australien, Dänemark, Belgien, Kanada, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Katar und Jordanien in Syrien Krieg führen und den Kriegsparteien Waffen liefern? Wie verlogen muss man sein, um einen verzweifelten Vater sagen zu lassen: „Der Westen darf nicht weiter wegschauen“, wenn „der Westen“ seit Jahrzehnten in den Vorderen Orient Waffen liefert, angeführt von den USA Kriege um Rohstoffe und Absatzmärkte führt und in Syrien einen “Regime-Change” herbeiführen will?

Es gibt den Paragrafen 80a des Strafgesetzbuches: „Aufstacheln zum Verbrechen der Aggression“. Dort heißt es:

„Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften zum Verbrechen der Aggression (§ 13 des Völkerstrafgesetzbuches) aufstachelt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“

Lesen Staatsanwälte, die zur Verfolgung von Straftaten verpflichtet sind, nicht die „Bild“? Haben sie nicht zumindest einen Anfangsverdacht?

nach oben

 » Lees verder

GroKo-Propaganda. Von Oskar Lafontaine in Teil I. – In Teil II dann ein Kommentar von BILD und ein Hinweis der NachDenkSeiten auf verwendete Manipulationsmethoden. – www.NachDenkSeiten.de

GroKo-Propaganda. Von Oskar Lafontaine in Teil I. – In Teil II dann ein Kommentar von BILD und ein Hinweis der NachDenkSeiten auf verwendete Manipulationsmethoden. – www.NachDenkSeiten.de

08-02-18 01:38:00,

8. Februar 2018 um 14:24 Uhr | Verantwortlich:

GroKo-Propaganda. Von Oskar Lafontaine in Teil I. – In Teil II dann ein Kommentar von BILD und ein Hinweis der NachDenkSeiten auf verwendete Manipulationsmethoden.

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Bundesregierung, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Strategien der Meinungsmache

Teil I von Oskar Lafontaine: Die „Großkoalitionäre“ haben sich auf ein Papier und Posten geeinigt, jetzt läuft das große Werben um die Zustimmung der SPD-Mitglieder. Eine „sozialdemokratische Handschrift“ ist in der Koalitionsvereinbarung auch beim besten Willen nicht zu erkennen. Höhere Steuern für Superreiche und Großkonzerne wird es nicht geben, ebenso wenig eine Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen und eine Bürgerversicherung, in die alle einzahlen, also auch Selbständige, Beamte und Politiker. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

Die Zerstörung der gesetzlichen Rente wird nicht rückgängig gemacht, sachgrundlose Befristung und Leiharbeit werden nicht verboten, die Rutschbahn der Löhne nach unten namens Hartz IV bleibt bestehen, der gesetzliche Mindestlohn wird nicht auf ein Niveau erhöht, das im Berufsleben wie im Alter wirklich vor Armut schützt, millionenfache Altersarmut bleibt damit programmiert. Insgesamt haben sich CDU, CSU und SPD auf vier Jahre „weiter so“ verständigt.

Aber weil man mit „Weiter so“ die Gunst vieler Sozialdemokraten in der SPD nicht gewinnt, wird nun krampfhaft der Eindruck erweckt, die SPD habe sich durchgesetzt. „Bild“ führt diese Propaganda-Schlacht an:

„Um ihre Macht zu erhalten, hat sie (gemeint ist Angela Merkel) den Sozialdemokraten die wichtigsten Ministerien überlassen und damit die erste SPD-Regierung unter Führung einer CDU-Kanzlerin geschaffen.“

Auch die Wirtschaftsverbände machen bei diesem Schauspiel gerne mit – schließlich müssen sie ihre Pfründe sichern. Und so sagt der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Dieter Kempf, in der „Tagesschau“:

„Ich hoffe natürlich, dass die SPD-Basis zustimmt. Wenn wir unzufrieden sind vonseiten der Wirtschaft, dann müsste es eigentlich umgekehrt so sein, dass Teile der SPD zufrieden sind mit dem erreichten Kompromiss.“

Warum er hofft, dass die SPD-Basis einem Vertrag zustimmt, mit dem er doch eigentlich unzufrieden ist, sagt er lieber nicht.

Pflichtschuldigst applaudieren auch die Gewerkschaftsvorsitzenden.

 » Lees verder