Die Heilige Nacht

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23-12-19 05:10:00,

Die Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag unterscheidet sich von allen Nächten des Jahres. Es wohnt ihr objektiv ein besonderer Zauber inne – nicht weil die Menschen ihr erwartungsvoll entgegenleben, sondern sie leben ihr entgegen, weil sie diesen Zauber hat. Man macht sich das nur nicht ganz klar. Zwar ist Weihnachten zumeist zu einem Familienfest reduziert. Aber die Einsamkeit in dieser Nacht macht eben auch krassen Materialisten und Ungläubigen zu schaffen. Denn was sich in ihr abspielt, lässt sich nur voll in der Gemeinschaft mit anderen Menschen erleben – oder auch zudecken.

Zahllose Menschen haben diesen Zauber in den elendigsten Situationen und in ganz unerwarteter Weise erlebt. Besonders eindrucksvoll und ergreifend sind die zahlreichen spontanen gemeinsamen Weihnachtsfeiern und Verbrüderungen von gegnerischen Soldaten in der Heiligen Nacht während der beiden Weltkriege, von denen ich an den beiden vergangenen Weihnachten berichtet habe.1
In der Begebenheit „Merry Christmas“, die verfilmt worden ist, sagte der schottische Pastor, der die gemeinsame Weihnachtsmesse gehalten hatte: „Diese Männer sind heute Nacht von dem Altar angezogen worden wie von einem Feuer mitten im Winter, selbst diejenigen, die nicht gläubig sind, sind gekommen, sich zu wärmen.“ Und ein deutscher Oberleutnant bekannte: „Ich bin Jude. Weihnachten bedeutet mir nichts. Aber an diesen Abend werde ich mich immer erinnern.“

Nicht umsonst ist das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ weltweit das bekannteste Weihnachtslied und gilt überall als Inbegriff deutscher Weihnachtsinnerlichkeit. Wie alles wird es auch verkitscht, aber die ernste und tiefe Stimmung, die in ihm liegt, wird immer wieder empfunden. Es ist in 320 Sprachen und Dialekte übersetzt. 1914 sangen, wie überliefert ist, in einigen der erwähnten spontanen Weihnachtsfeiern an der deutsch-britischen Front deutsche und britische Soldaten gemeinsam Stille Nacht.

Heute möchte ich eine – sicher vielen bekannte – Weihnachtslegende nachfolgen lassen, die Selma Lagerlöf mit fünf Jahren von ihrer weisen Großmutter2 erzählt bekommen und nie wieder vergessen hat. Sie bringt in besonders spiritueller Weise den Zauber der Heiligen Nacht zum Ausdruck. Sicher wird dieser Zauber von vielen Menschen nicht anerkannt. Aber auch dafür hatte die Großmutter eine Erklärung.

Die Heilige Nacht

von Selma Lagerlöf

Als ich fünf Jahre alt war, hatte ich einen großen Kummer. Ich weiß kaum, ob ich seitdem einen größeren gehabt habe.
Das war,

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Schrille Nacht, eilige Nacht

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21-12-19 08:27:00,

Als ich am Morgen des 24. Dezember anno 2018 von vier doppelten Mokka & Metaxa angestachelt vom Buffet in mein Hotelzimmer mit Blick auf das modergrüne Kuppeldoppel der Frauenkirche zurückkehre, steht auf dem Schreibtisch ein Körbchen aus Bast, in dem sich Trüffelkugeln, Cognacbohnen, Dresdener Stollenbrocken und einige Zimt- und Ingwerwürfel befinden. Das Ensemble macht den Eindruck, in den letzten Tagen schon ein wenig im Haus herumgekommen zu sein.

Ich hatte bis dato keinen Plan für diesen Tag. Doch die ungeschickte, fast beleidigende Aufmerksamkeit des Hauses verstörte mich. Aus dem Nichts heraus entstand so eine Art pränatale Unruhe — es musste etwas geschehen. Und wenn es nur ein Akt der freiwillig-eigentlichen Geworfenheit werden würde, so wie bei Heidegger oder Sartre damals im Gymnasium.

Gegen 14 Uhr senkt sich feuchtgrauer Nebel und ich gehe die Maximilianstraße entlang, wissend, dass unser Leben letztlich keinem Kalender gehorcht, Jesus hin, Maria her. Ein rotierendes Symposium aus fetten Stadttauben nimmt vor dem Brenners Platz. Barmann Ali, lustlos staubsaugend, winkt und deutet entschuldigend auf seine Uhr. Aus der nahen Fußgängerunterführung hallen Pfennigabsätze. In der Falk-Bar des Bayerischen Hofs inspiriert mich der mandarinenblasse Stuckkitsch zu einem doppelten Pastis.

Eine zierliche ältere Dame mit einem runden und sehr roten Hut und einer tuberkulösen Stimme sitzt an der Theke und fragt mich, nach gründlicher Musterung: „Junger Mann, Sie erinnern mich an Claude, einen Kapitän aus Marseille! Sind Sie etwa Claude?“ Ich habe gute Lust zu bejahen. Wir sprechen über die Florianskastraße in Krakau, die Matrosenkneipen Antwerpens, entdecken gemeinsame Interessen und ziehen gelegentlich auch den Barmann mit ein, der seinerseits auf ökogrüne Geheimtipps im Großraum Wolfratshausen verweist. Meine neue Muse grunzt angewidert. Stößchen.

Im Schellingsalon, wo vor langer Zeit Hitler und Lenin aus- und eingingen, komme ich neben einem wahlberechtigten Zeitgenossen zu sitzen, der eine Ferrari&Vettel-Baseballmütze trägt. Ansonsten findet man dort unter nikotingrauen Bildern menschliche Paare, schweigend und kauend. Der Mützenmann erzählt einer Frau mit Bedienungsschürze, dass ihn seine Alte neuerdings nötige, zu Hause die Schuhe auszuziehen — er, Schuhe ausziehen —, aber da habe sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Immerhin war er 20 Jahre bei der Telekom. Die Bedienung meint nach einigem Überlegen, dass im Universum nichts verlorengehe und Energie sich ohnehin selbst erhalte und zwar annähernd hundertprozentig. „Mag sein“,

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Rettet die Nacht!

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01-12-19 09:52:00,

Zürich West mit Prime Tower: Künstliche Beleuchtung macht die Nacht zum Tag
© stravag/CC BY-NC-SA 2.0

Zürich West mit Prime Tower: Künstliche Beleuchtung macht die Nacht zum Tag

Linda Stibler / 01. Dez 2019 –

Unnötige Lichtimmissionen sind schädlich für Menschen und Tiere. Griffige Gesetze könnten Abhilfe schaffen.

Lichtverschmutzung war in der Schweiz lange Zeit kein Thema, obwohl das Problem seit Jahren besteht. Und die Nächte werden immer heller – spätestens seit sich das Siedlungsgebiet in vormals ländliche Gebiete ausbreitet. Schon seit Jahren ist der Sternenhimmel für Städter selbst in klaren Nächten kaum mehr zu sehen. Auch in grossen Gebieten des Mittellandes ist der Himmel in einen diffusen Schimmer getaucht – die berüchtigte Lichtglocke, die die Sterne zum Verschwinden bringt.

Aufdringliche Leuchtreklamen beeinträchtigen die Lebensqualität vieler BewohnerInnen von Städten und Agglomerationen und stören deren Schlaf, weil sie oft die ganze Nacht hindurch eingeschaltet bleiben. Grossflächige Überbauungen und Baustellen werden mit viel Aufwand und ohne Grund nächtelang beleuchtet. Nicht zuletzt waren es die immer dichteren und helleren Strassenbeleuchtungen, die AnwohnerInnen Anlass zu Klagen gaben. In jüngster Zeit kamen Alarmrufe von Naturschützern hinzu. Sie weisen darauf hin, dass die anhaltende nächtliche Beleuchtung für viele Tierarten negative Folgen hat. Besonders gefährdet sind Insekten. Neuste Untersuchungen stellen fest, dass die Artenvielfalt und Zahl der Insekten in den letzten Jahren drastisch abgenommen haben, was ökologisch höchst bedenklich ist.

Grundsatzentscheid: Lichterlöschen!

Bereits im Jahr 2013 gab es ein Bundesgerichtsurteil, nachdem Bürger aus dem Kanton Aargau die nächtliche Beleuchtung an einer Hausfassade beanstandet und den Streit bis zur höchsten gerichtlichen Instanz weitergezogen hatten. Die Richter kamen zum Schluss, dass jede private oder geschäftliche Beleuchtung, die nicht aus Sicherheitsgründen erforderlich sei, um 22.00 Uhr abgeschaltet werden müsse. Einzige Ausnahme seien Weihnachtsbeleuchtungen, die jedoch um 01.00 Uhr gelöscht werden müssten.

Dieser Grundsatzentscheid ist allerdings noch lange nicht ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Vermehrt gibt es Klagen gegen solche nächtlichen Störungen. Als Reaktion auf die Beschwerden haben in den vergangenen zwei Jahren diverse Gemeinden die Strassenbeleuchtungen umgerüstet, die Leuchten besser abgeschirmt und die Lichtstärke nachts massiv gedämpft, wo es die Sicherheit erlaubte.

Steigende Zahl von Nachbarschaftsklagen

Von Lichtverschmutzung betroffen sind vor allem die grösseren Agglomerationen der Schweiz – die Nordwestschweiz, der Grossraum Zürich oder Bern. Hat auch hier ein Umdenken stattgefunden?

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30. Juni 2019: Die lange Nacht der Saboteure

30.-juni-2019:-die-lange-nacht-der-saboteure

29-06-19 07:33:00,

21.06.2019, Brüssel: Arbeiter reinigen während des EU-Gipfels ein Panel mit EU-Logos. (Foto: dpa)

21.06.2019, Brüssel: Arbeiter reinigen während des EU-Gipfels ein Panel mit EU-Logos. (Foto: dpa)

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Denk ich an Deutschland in der Nacht

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18-11-18 03:47:00,

Tages-Anzeiger

Der Rechtsstaat in Deutschland droht zu verrotten. Wenn sich nichts ändert, wird es zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen kommen.

Merkel-Dämmerung, zweistellige Verluste der Regierungsparteien in Bundestagswahlen, der Einzug der AfD in sämtliche Länderparlamente Deutschlands.

Merkel-Dämmerung, zweistellige Verluste der Regierungsparteien in Bundestagswahlen, der Einzug der AfD in sämtliche Länderparlamente Deutschlands. Bild: Keystone

René Zeyer

17.11.2018

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Das dichtete Heinrich Heine im Jahre 1844 in seinem Pariser Exil, als in Deutschland Kleinstaaterei und Reaktion herrschten. «Der Rechtsstaat verrottet, wenn nicht klar Schiff gemacht wird», das «deutsche und europäische Recht wurde über Jahre nicht wirklich umgesetzt», und schliesslich: «Ich hätte nie gedacht, dass die Angst vor mir und der Wahrheit ausreichend sind, um eine Regierungskrise in Deutschland auszulösen.»

Der letzte Satz stammt aus der in der BaZ abgedruckten Rede des ehemaligen obersten Verfassungsschützers Deutschlands. Seine unwiderlegte Aussage, dass es in Chemnitz zu keinen «Hetzjagden» gekommen sei, kostete Hans-Georg Maassen das Amt, diese Rede seine Weiterbeschäftigung.

Die Merkel-Dämmerung

Der erste Satz stammt nicht etwa von einem Berserker aus der AfD, sondern vom ehemaligen Vorsitzenden der Grünen, Cem Özdemir. Und wer davor warnt, dass das «Vertrauen in unsere Rechtsordnung erschüttert wird», weil sie nicht durchgesetzt wird, ist niemand Geringeres als das CSU-Mitglied Hans-Jürgen Papier, bis zu seinem Ruhestand im Jahre 2010 Präsident des Deutschen Verfassungsgerichts.

Merkel-Dämmerung, zweistellige Verluste der Regierungsparteien in Bundestagswahlen, der Einzug der AfD in sämtliche Länderparlamente Deutschlands. Das sind nur Oberflächenprobleme. Denn der Rechtsstaat in Deutschland verrottet tatsächlich. Das äussert sich auch darin, dass es in Deutschland, wie in anderen europäischen Ländern auch, Quartiere, Bezirke, Gegenden gibt, in denen der Staat als Ordnungsmacht abgedankt hat, nicht einmal mehr sein Gewaltmonopol durchsetzen kann. Stattdessen herrschen mafiöse Clans. Vielköpfige Familien kontrollieren den Drogenhandel, erpressen Schutzgelder, bestimmen die Regeln des Zusammenlebens. In Berlin, in Duisburg, Dortmund, Essen, andernorts gibt es Gegenden, in denen der Rechtsstaat nur noch von Fall zu Fall funktioniert.

Was immer man auch von der unkontrollierten Einwanderung nach Deutschland halten mag, von der Grenzöffnung im Jahre 2015, kaum etwas hat das wiedervereinte Deutschland so geprägt. Nicht nur im Erscheinungsbild oder im Zusammenleben.

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Iran – 1001 Nacht oder das nächste Kriegsmärchen? | KenFM.de

Iran – 1001 Nacht oder das nächste Kriegsmärchen? | KenFM.de

19-09-18 11:40:00,

In den letzten Monaten dominierten Drohungen, Sanktionen und vor allem Machtdemonstrationen die amerikanisch-iranischen Beziehungen. 

Ein Kommentar von Ramona Wakil.

Viele Menschen, Politiker und die Medien sehen es kommen. Den nächsten Krieg im Mittleren Osten. Doch was macht einen Krieg im Iran so speziell und weshalb wäre dieser Krieg für die USA eine Art Kirsche auf dem Sahnehäubchen? All diese Fragen sind wichtig zu verstehen, um die weitere Vorgehensweise der Amerikaner und der Iraner nachzuvollziehen. Wir warten gespannt und mit Furcht auf die nächsten Ereignisse. 

Eins muss man den Iranern lassen. Sie sind verdammt mutig. Ob ihre Mut ihnen noch zum Verhängnis wird, oder sich bewährt, bleibt noch offen. Anders kann man nämlich die politische Führung in Teheran nicht beschreiben. Präsident Rohani hatte als Reaktion auf die von den USA verhängten Sanktionen im Juni 2018 folgendes Statement veröffentlicht:

„Amerika sollte wissen, Frieden mit dem Iran ist die Mutter jeden Friedens – und Krieg mit dem Iran ist die Mutter aller Kriege. Mister Trump, spielen Sie nicht mit dem Schwanz des Löwen. Dies würde nur zu Bedauern führen.“ [1]

(Letztere Bedrohung ist ein altes persisches Sprichwort und hört sich für die westliche Welt ein wenig theatralisch an).

Die Spannungen der beiden Länder haben seit dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran im Mai 2018 erheblich zugenommen. Man bedenke, dass Herr Trump und seine Administration davon überzeugt sind, sein Vorgänger Barack Obama habe sich austricksen lassen und einen schlechten Deal mit den Iranern gemacht. Alle anderen Länder, die restlichen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates China, Frankreich, Russland und Großbritannien halten an dem Deal fest und auch Deutschland und die Europäische Union sahen keinen Grund, aus dem Deal auszutreten. Eigentlich auch logisch, denn die IAEA (International Atomic Energy Agency), die zuständige Behörde für das Abrüsten, meldeten, dass alles nach Plan verlaufe und sich die Iraner an den Vertrag halten.

Doch weshalb lassen die USA den Iran nicht in Frieden abrüsten? Vielleicht liegt es an den Zielen, die die amerikanische Außenpolitik realisieren will. Der ehemalige US-General Wesley Clark erklärt, wie deutlich und zielorientiert die USA sieben Ländern innerhalb von fünf Jahren nach 9/11 umwälzen wollten.

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