„Die Nato-Osterweiterung destabilisiert“ – Historiker Ganser über das „Imperium USA“. Teil 2

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28-06-20 09:07:00,

Der Schweizer Historiker und Friedensforscher hat ein neues Buch geschrieben, in dem er über das „Imperium USA“ aufklärt. Darin schlägt er einen weiten Bogen von der Besiedlung Nordamerikas durch Europäer bis zum digitalen Imperium in Gestalt von Facebook, Google und Co. Im Gespräch hat er erklärt, warum er das Buch geschrieben hat. Teil 2

Der Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser aus der Schweiz beschreibt in seinem neuen Buch über das „Imperium USA“ auch dessen digitale Erscheinungsweise. Er hat die Macht des „digitalen Imperiums“ zu spüren bekommen, indem unter anderem bei Wikipedia von anonymen Autoren behauptet wird, er verbreite „Verschwörungstheorien“.

Anlass dafür sind seine begründeten Zweifel und seine Kritik an den offiziellen Erklärungen zu den Ereignissen am 11. September 2001 in den USA. „Tatsächlich werden Menschen, die den US-Imperialismus kritisieren und 9/11 hinterfragen, mit einem abwertenden Wikipedia-Artikel zu ihrer Person bestraft“, schreibt er dazu in seinem Buch und berichtet, wie er das erlebt hat.

Er wehre sich dagegen, dass jeder, der Ereignisse wie „9/11“ kritisch hinterfragt, auf Plattformen wie Wikipedia diffamiert werde, betonte er im Gespräch. „Ich setze mich dafür ein, dass die wissenschaftliche Forschung frei ist. Daher nehme ich diese Nachteile in Kauf. Da kann ich de facto nichts machen, weil die einflussreichen Autoren bei Wikipedia anonym sind. Die kämpfen nicht mit offenem Visier, sondern verstecken sich und diffamieren aus der Deckung heraus.“

„Kriege sichern Investitionen“

Die Schweizer Forschungsgruppe „Swiss Policy Research“ stellt fest: „Die Online-Enzyklopädie Wikipedia ist ein integraler Bestandteil des transatlantischen Medien- und Informationssystems.“ Die Forscher haben jüngst darauf aufmerksam gemacht, dass die Geschäftsführerin der Wikipedia-Stiftung „Wikimedia“, Katherine Maher, zuvor unter anderem bei der einflussreichen US-„Denkfabrik“ „Council on Foreign Relations“ (CFR) sowie bei einer Untergruppe der von der US-Politik gesteuerten Organisation „National Endowment for Democracy“ (NED) tätig war.

Ganser beschreibt in seinem interessanten Buch ausführlich die Rolle der US-Kriegsmaschinerie, die die Machtansprüche des Imperiums durchsetzt. Nur an einzelnen Stellen benennt er diejenigen, die im Hintergrund an den Kriegen verdienen und deren Profitinteressen auch militärisch durchgesetzt und abgesichert werden. Das macht der Historiker aber mit klaren Worten:

„Kriege werden geführt, um Investitionen zu schützen und möglichst hohe Renditen zu realisieren. Kriege dienen dazu, die Gier einer kleinen Gruppe zu befriedigen.“

Am Beispiel des Ersten Weltkrieges beschreibt er etwas ausführlicher die Rolle der „Händler des Todes“,

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NATO-Osterweiterung verstößt gegen Absprachen | KenFM.de

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07-06-20 09:41:00,

Neue Dokumente aus dem Archiv des US-Nationalen Sicherheitsrates und Planungen des US-Präsidenten 9.500 Soldaten abzuziehen.

Von Wolfgang Bittner.

Nach Angaben des ehemaligen Staatspräsidenten der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, war im Frühjahr 1990 vereinbart worden, dass sich die NATO nicht nach Osten erweitern sollte. Das ist in den vergangenen Jahren aus US- und EU-Kreisen immer wieder abgestritten worden: Es gebe keine vertraglichen Vereinbarungen darüber oder sonstige beweiskräftige Unterlagen. Doch das ist widerlegt. Aus kürzlich freigegebenen Dokumenten des Nationalen Sicherheitsrates der USA ist ersichtlich, dass es sehr wohl solche Willenserklärungen gab.(1)

So ist dem Protokoll eines Gesprächs zwischen Gorbatschow und dem damaligen US-Außenminister James Baker unter der Präsidentschaft von George Bush vom Frühjahr 1990 zu entnehmen, dass Gorbatschow zugesagt wurde, die NATO nicht nach Osten zu erweitern. Vielmehr sollte den Sicherheitsbedürfnissen der Sowjetunion Rechnung getragen werden.(2)

Weiter geht aus dem Protokoll eines Telefonats des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl mit dem US-Präsidenten George Bush hervor, dass das vereinigte Deutschland in der NATO bleiben wolle, um nicht isoliert zu werden und damit bei den europäischen Nachbarn nicht der Eindruck entstand, Deutschland wolle durch einen Austritt einen Sonderweg in Europa beschreiten.(3) Kohl sah seinerzeit in der NATO, die im Gegensatz zum Warschauer Pakt nicht aufgelöst wurde, eine Organisation mit politischer Ausrichtung und nicht mit einem militärischen Schwerpunkt,(4) der dann jedoch entgegen allen Absprachen immer mehr Gestalt annahm.

Entsprechend den damaligen Verhandlungen sollten in den sogenannten Neuen Bundesländern nur deutsche Truppen stationiert sein und die NATO nicht über die Oder hinaus erweitert werden.(5) Nachdem George Bush nicht wiedergewählt worden war, schlugen seine Nachfolger nach einer kurzen Zeit der Entspannung den Kurs der Aggressions- und Sanktionspolitik gegen Russland ein. Die NATO breitete sich absprachewidrig innerhalb weniger Jahre nach Osten aus und in den Anrainerstaaten zu Russland wurde eine gewaltige Militärmaschinerie mit Raketen, Panzerdivisionen, Kampfflugzeugen und Tausenden Soldaten errichtet.

Nachdem nun bekannt wurde, dass US-Präsident Donald Trump einen Abzug von 9.500 der insgesamt 34.500 in Deutschland stationierten Soldaten plant,(6) öffnet sich für die Bundesregierung ein Zeitfenster, das unverzüglich genutzt werden sollte. Unter Berufung auf die gerade freigegebenen Dokumente des US-Nationalen Sicherheitsrates zur deutschen Vereinigung bestünde die Chance, den seit 1990 überfälligen Abzug aller ausländischen Streitkräfte einschließlich der auf deutschem Boden stationierten Atomwaffen zu verlangen und in die Wege zu leiten.

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Russland: NATO-Osterweiterung und der Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag | www.konjunktion.info

russland-nato-osterweiterung-und-der-ausstieg-der-usa-aus-dem-inf-vertrag-wwwkonjunktion.info

31-10-18 02:20:00,

NATO-Osterweiterung 1990-2009 - Bildquelle: www.investwithalex.comNATO-Osterweiterung 1990-2009 - Bildquelle: www.investwithalex.com

NATO-Osterweiterung 1990-2009 – Bildquelle: http://www.investwithalex.com

Die alte Sowjetunion nutzte ihre Satellitenstaaten nicht nur, um sie wirtschaftlich auszubeuten. Sie dienten zugleich als Pufferstaaten für einen möglichen Angriff der NATO. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Moskau äußerst scharf reagiert, wenn die Möglichkeit einer Mitgliedschaft der ehemaligen Ostblockländer Ukraine und Georgien beim Angriffsbündnis NATO auf das Tableau kommt.

So auch jetzt als der russische Verteidigungsminister Sergej Shoigu sagte, dass Russland “reagieren wird”, wenn eines der beiden Länder (oder beide) Teil der NATO werden sollte. Er beschrieb eine solche “Eingliederung” als “Militarisierung des europäischen Kontinents” und versprach, dass es dann keine leeren Worte mehr seitens Moskau geben würde, sondern dass Taten folgen werden.

Die Äußerung Shoigus scheint die logische Folge auf die einseitige Aufkündigung des Intermediate-Range Nuclear Forces Treaty (INF) durch die USA zu sein. Bei einem Treffen mit seinem griechischen Amtskollegen, Panos Kammenos, sagte er weiter:

Wir verfolgen mit Besorgnis die Politik der NATO zur aktiven Militarisierung des europäischen Kontinents. Wir sehen Anstrengungen, um immer mehr NATO-Mitgliedsländer einzubeziehen, ich meine vor allem den Balkan.

(We are following with alarm NATO’s policy aimed at the active militarization of the European continent. We see efforts being made to involve more and more NATO member countries, I mean the Balkans first of all.)

In diesem Kontext sind auch Äußerungen des Direktors der Abteilung für europäische Zusammenarbeit des russischen Außenministeriums, Andrej Kelin bei den Waldai-Gesprächen zu werten. Laut des Express UK ließ er die Diskussionsteilnehmer in einer Expertenrunde zu Fragen der Zukunft der NATO und russischer Interessen Folgendes wissen:

Wir werden in der Nähe von Sochi einen Verteidigungsgürtel anlegen müssen. Wir müssen kolossale Ressourcen aufwenden, um wahrscheinliche Handlungen eines hypothetischen Feindes zu verhindern, das ist unvermeidlich.

(We will have to create a defense belt near Sochi. We will have to spend colossal resources on preventing likely actions by a hypothetical enemy, this is inevitable.)

Kelin warnte zudem die Ukraine vor einem Eintritt in die NATO, der entsprechende Folgen (militärisch und wirtschaftlich) für das Land haben wird:

Die Länge unserer gemeinsamen Grenze ist enorm.

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